Bücher mit dem Tag "kulturkritik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kulturkritik" gekennzeichnet haben.

20 Bücher

  1. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.248)
    Aktuelle Rezension von: Miaplacidus

    Ich musste das Buch für die Schule lesen. Vielleicht ist meine Bewertung deshalb ein bisschen von diesem Zwang getrübt.
    Dazu muss ich sagen, dass es schon einige Zeit her ist. Auf jeden Fall empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm zu lesen und habe auch anfangs versucht mich in die Rolle des Protagonisten hinein zu versetzen. Gerade am Anfang war die Geschichte noch einigermaßen okay und ich hatte Hoffnung. Leider entwickelte sie sich in eine sehr merkwürdige Richtung. Das einzige was ich davon mitnehmen konnte, war dass der Protagonist depressiv war, einen Drogentrip machte und dann komplett abstürzte. Ich habe keine Ahnung warum man sowas in der Schule lesen muss. Es gibt haufenweise gute Bücher auf der Welt und ich bin überzeugt oder hoffe zumindest, dass es von Hermann Hesse auch noch Besseres zu lesen gibt aber sowas ist für mich wirklich einfach nur ein großes Fragezeichen. Ich bin sehr offen gegenüber allem Möglichen, besonders bei Büchern aber das hat wirklich einen verwirrenden Eindruck hinterlassen. Wenn man ein Buch erst zum hundertsten Mal interpretieren muss, damit eine halbwegs gute Geschichte dabei rauskommt, verstehe ich den Sinn der Bücher nicht mehr.
    Leider habe ich deswegen nur 2 Sterne gegeben. Vielleicht werde ich das Buch in Zukunft noch einmal lesen und schauen, ob ich ihm doch noch etwas abgewinnen kann aber bis dahin bleibt es hierbei. 

  2. Cover des Buches Vincent (ISBN: 9783257608038)
    Joey Goebel

    Vincent

     (475)
    Aktuelle Rezension von: Jan_N

    Ein Künstler kann nur dann wahrlich kreativ sein, wenn er leidet. Also lasst ihn leiden!

    Diese Prämisse verfolgt Joey Goebel bitterböse in seinem Werk Vincent und lässt uns anhand des Agenten des jungen Vincent all das Leid miterleben.

    Sein Agent hat dabei die Rolle, Vincents Leben zu sabotieren, damit er die Welt mit Unterhaltung, mit hervorragender Unterhaltung versorgt.


    Goebel rechnet in diesem Buch zynisch mit der Popkultur und ihrem Bestreben ab, Künstler bis zum erbrechen zu verheißen, nur um etwas mehr Geld aus ihnen herauszupressen. Dabei empfindet man als Leser nicht nur Mitleid mit Vincent, sondern auch mit seinem Agenten. Auch er erkennt, dass er nur ein Spielball des Konzerns ist, für den er arbeitet und er verrichtet seine Aufgabe zwar hervorragend, aber ohne Leidenschaft.


    Ein sehr gutes, böses Buch. Es sei jedem Zyniker ans Herz gelegt

  3. Cover des Buches Trash-TV - 100 Seiten (ISBN: 9783150204337)
    Anja Rützel

    Trash-TV - 100 Seiten

     (5)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Eigentlich schaue ich ja nur Arte, Der Untergang des Abendlandes, Fremdschämen

    Das sind alles Dinge die uns einfallen, wenn wir an die Shows des Privatfernsehens denken. Woher kommen diese unsäglichen, voyeuristischen, primitiv anmutenden Fernsehshows, die sicher jeder in unserer westlichen Zivilisation einmal eingeschaltet hat – zumindestens um seine Meinung zu zementieren, dass dies ausgemachter Schwachsinn ist.

    Anja Rützel eine bekannte Feuilletonistin von Spiegel Online, Zeit Online, FAZ oder TAZ (um nur einige bekannte zu nennen) hat sich im Format 100 Seiten von Reclam, dieses Themas angenommen. Dieses Format bietet quer durch alle Bereiche ein buntes Spektrum von Stammtischgeplauder bis hin zu ernsthaften Essays. Das Thema Superhelden wurde bereits gewohnt eloquent, hier vorgetragen.

    Die Bücher der Reihe sind etwas größer als ein übliches Reclam Heft und für zwischendurch eine durchaus sättigende und unterhaltsame Kost. Trash-TV hat mich gereizt, um meine Vorurteile bestätigt zu wissen und auch um ein wenig wissenswertes zu lesen und vielleicht, den ein oder anderen schönen Hetz-Satz mitzubekommen, den ich den Jüngern der diversen Shows mitgeben kann. Und ich wurde nicht enttäuscht.

    Anja Rützel geht in ihren 100 Seiten erst auf die frühen Anfänge der Shows ein. Sie beleuchtet das, anfangs böse genannte, Unterschichtenfernsehen und wie es zu den heutigen Formaten kam. Welche erfolgreich sind und wie es in anderen Ländern aussieht. Es gibt zusammengefasst, Casting-Shows, Doku-Soaps und den Doku-Wettstreit. Alles mit Personen wie Du und ich, oder wie im Dschungelcamp, das von sogenannten C-Promis bevölkert wird. Mehr oder weniger gute Spielleiter moderieren die Shows. Eine mir persönlich besonders entnervende Person, wurde redegewandt von Roger Willemsen auseinander gepflückt:

    „Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen, indem sie ihre orthodox, hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt, über ‚Persönlichkeit‘ redet, sich aber kaum mehr erinnern kann, was das ist, und sollte diese je zum Vorschein kommen, sie mit Rauswurf bestraft. Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge ‚Entscheidung‘ mitteilt, und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln – wenn es bloß nicht so frauenfeindlich wäre.“

    Junge Leute wenden sich schon länger dem Fernsehen ab und dem Netz zu, wo es andere Trash-Formate gibt, wie Schräge Challenges oder Daily Vlogs (stumpfsinnige Alltagstristesse). Doch immer noch haben Trash-Shows im Privatfernsehen ihre Zuschauer. Was bewegt die Leute, ein Format wie Goodbye Deutschland! Die Auswanderer zu schauen, Menschen die sich im Ausland eine Existenz aufbauen wollen, bei denen man das Gefühl hat, dass sie selbst beim Wechseln der Klopapierrolle versagen würden. Wie jetzt! Andere haben auch ein Restaurant auf Mallorca? Wie, das Finanzamt will jetzt auch noch Geld? das habe ich gar nicht so geplant!

    „Natürlich werden beim Reinschauen in diese Leben billigste Reflexe bedient: Wenn man den Auswanderern in der neuen Heimat beim – in den meisten Fällen – völlig absehbaren Schlingern, Straucheln und Scheitern zusieht, fühlen sich das eigene Den-Hintern-nicht-Hochkriegen, die eigenen vertanen Möglichkeiten und nicht gewagten Risiken – das Leben im Konjunktiv also – als richtiges, sicheres, wohliges Daseinskonzept an.“

    Genüsslich zerpflückt Anja Rützel die einzelnen Formate, zeigt Erfolge und Misserfolge der einzelnen Shows, was mitunter auch durch schöne Grafiken aufgelockert wird. Viele C-Promis sind Dauergäste in den verschiedenen Formaten und im Prinzip sind diese auch nur so etwas wie Theater. Zwar wird dem Zuschauer vorgegaukelt, dass dies real sei und die Kamera ist nur wie zufällig dabei, doch viele Amateure bewegen sich schon recht sicher in der überwachten, gefilmten Welt. Und der Zuschauer? Ergötzt sich an der Not und Pein und greift zufrieden, dass er das da vorne nicht sein muss, nach der nächsten Chips Tüte:

    „Süß, wenn auf hohen Wellen die Stürme die Weiten erregen, ist es, des anderen mächtige Not vom Lande zu schauen, nicht weil wohlige Wonne das ist, dass ein andrer sich abquält,

    sondern zu merken, weil süß es ist, welcher Leiden du ledig.“

    So bekommt jede Zivilisation das Fernsehen was sie verdient? Hat schon einst Cäsar gewusst, dass Brot und Spiele die Masse ruhig stellt, so ist das heutige Trash-Fernsehen nur eine technischere Version der Gladiator Kämpfe? Einen philosophischen Ansatz hat Frau Rützel auch noch:

    „Sicher ist der Ausflug in die Sümpfe, wo ganz ernsthaft Sätze wie, ‚Penis und Arschloch esse ich nicht‘ ausgesprochen werden, für viele nur eine Versicherung der eigenen Position und des eigenen Status, ein bewusstes Absteigen vom kulturellen Hochsitz. Vielleicht dient das Cam mitunter auch als beruhigendes Korrektiv. So wie Disneyworld nach Ansicht des Philosophen Jean Baudrillard nur darum als scheinbare Phantasiewelt gebaut wurde, damit man die (vermeintlich echte) Welt drumherum im Kontrast für real hält.“

    Am Ende schlägt sie aber dennoch versöhnliche Töne an. Im Prinzip ist doch alles nur ein Spiel und bei Spielen lernt man doch für das alltägliche Leben.

    „Denn Trash-TV kann durchaus wie eine Volkshochschule (mit praktische Übungen im Sozialverhalten) funktionieren“. Laut Steven Johnson machen die diversen Sendungen  „ihre Zuschauer auch raffinierter und sozial-strategisch schlauer. Jedes Trash-Format habe seine Regeln und Einschränkungen, argumentiert er. Ein großer Teil des Vergnügens entstehe beim Zuschauen dabei, zu beobachten, wie die Kandidaten sich durch diese vorgegebene Umgebung bewegen – wie Molche in einem neuen Terrarium oder begabte Labormäuse in einer Hindernisparcours-Versuchsanordnung.[…] Sie spielen soziales Schach.“

    Wie das Betrachten eines Aquariums, nur dass dieses keinen Ausgang hat? Dem kann ich persönlich nur bedingt zustimmen, das Leben dort draußen hat sicherlich seine eigenen (härteren) Regeln und nicht jede soziale Umgebung funktioniert nach den Trash-TV-Formaten. Sicherlich hat sie mit der Aussage recht dass

    „Trash-TV ist nicht nur eine – zugegebenermaßen mit reichlich Sülze und Fettstücken gefüllte – Konservendose für uralte kulturelle Motive, sondern auch ein echter Werte-Imprägnator. Viele Formate sind in ihrer Grundaussage unglaublich konservativ; statt traditionelle Werte und Gesellschaftsbilder zu zerschlagen, werden diese im Gegenteil zementiert.“

    Innovativ ist anders, siehe das Frauenbild beim Bachelor. Also Trash-TV als Vermittlung von konservativen Werten und ethischen Grundsätzen? Nun ja, auch hier besteht das Leben sicherlich aus bunteren und vielfältigeren Möglichkeiten und Schwarz-Weiß ist seit der Erfindung vom Farbfernsehen doch nicht mehr En Vogue. (Außer in Arthaus Produktionen, aber wer schaut denn (nur) so was??)

    Trash-TV polarisiert sicherlich, die einen mögen es für den Untergang des Abendlandes halten, die anderen für einen unterhaltsamen Fernsehabend. Doch lassen wir Anja Rützel das sehr schöne Schlusswort halten, dem ich vollends beistimmen kann.

    „Das ganze Leben ist ein Quiz, sang Hape Kerkeling in seiner Kitschshow-Verulkung Kein Pardon. Das ganze Leben ist ein Schiss, sagt der Trash, dieses ordinär bunte, aufgeblasene, zum Platzen überspannte Ding, manchmal nicht weniger als eine kleine Rettungsinsel im unendlichen Alltagsozean. Weil Trash in dieser überkomplexen Welt für eine kleine Weile an die schiere, lächerliche Banalität des Daseins erinnert. Und das kann wahnsinnig erleichternd sein.“ 

  4. Cover des Buches Über Fotografie (ISBN: 9783596230228)
    Susan Sontag

    Über Fotografie

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Schnupperstern
    Susan Sontags gesammelte Essays befassen sich mit der Fotografie als gesellschaftliches Ausdrucksmittel, mit der Frage, ob Fotografie Kunst sei, mit den Unterschieden zwischen Fotografie und Malerei und mit dem Verhältnis zwischen Fotografie und Realität. Dieses Buch ist ein Standardwerk, ebenso wie Bourdieus "illegitime Kunst". Es ist gut und verständlich geschrieben, allerdings drängt sich bei der Lektüre manchmal der Eindruck auf, sie habe gewisse Dinge nur geschrieben, um zu demonstrieren, was sie alles weiß
  5. Cover des Buches Herr der Fliegen (ISBN: 9783104915715)
    William Golding

    Herr der Fliegen

     (839)
    Aktuelle Rezension von: apirateslifef0rme

    Wäre es kein fiktives Setting, würde ich darauf wetten, dass es genau so passieren würde, wenn solch ein Szenario einmal in der Wirklichkeit eintreffen sollte. Und ich hoffe, ich werde nicht dabei sein. 

    Das Lesen schmerzt, die Handlung zerstört die Ideologie des friedlichen Menschen, eines Menschen, der Herr über seine Triebe ist, und entpuppt das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft als bloßen Schein. 

    Der Stil und die Entwicklung der Handlung ist wahnsinnig ergreifend und gut geschrieben. Die Bezüge  und die Präsenz zu dem "Herr der Fliegen", Mephistopheles, dem Teufel, geben der Handlung eine zweite, bedrückende Komponente. 

  6. Cover des Buches Das sterbende Tier (ISBN: 9783446251281)
    Philip Roth

    Das sterbende Tier

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Miringa_83
    Dies bleibt einfach meine liebste Liebesgeschichte. Ich empfinde immer tiefes Mitleid mit dem guten Kepesh und muss doch immer über ihn lachen. Er ist in vielen Dingen so weise und ehrlich, da wünsche ich mir diese Eigenschaften wären schon vor seiner ersten Ehe etwas ausgeprägter gewesen. Im Grunde tut er mir aber doch nur leid, sorry. Einfach gut!
  7. Cover des Buches Literaturmagazin 9. Der neue Irrationalismus (ISBN: 9783499251009)
  8. Cover des Buches Die Forschungsreise Des Afrikaners Lukanga Mukara Ins Innerste Deutschland (ISBN: 9783861959090)
    Hans Paasche

    Die Forschungsreise Des Afrikaners Lukanga Mukara Ins Innerste Deutschland

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    In einer Zeit, in der Kolonialliteratur durchaus noch weite Verbreitung fand, dreht der Autor Hans Paasche geschickt wie einfach den Spieß um und lässt einen von der Insel Ukara stammenden  Gesandten des Königreichs Kitara das damalige Deutsche Kaiserreich bereisen. Die bei seiner Begegnung mit dem deutschen „Kulturvolk“ gemachten Erkenntnisse teilt er in unterhaltsamen, zuweilen philosophischen und manchmal auch brüllend komischen Briefen seinem Herrscher in Ostafrika mit. Es ist ein Genuss wie der Autor die Gewohnheiten und Sitten der Deutschen nach den Erfahrungen und Maßstäben eines anderen Volkes bewerten und kommentieren lässt. Damit ermöglicht der Schriftsteller dem Leser einen ganz neuen Blickwinkel. Ein kleines Buch mit großem Inhalt.

  9. Cover des Buches Klage (ISBN: 9783518465110)
    Rainald Goetz

    Klage

     (7)
    Aktuelle Rezension von: KollegeKraftwagen
    Endlich wieder Rainald Goetz in Buchform! In den 90er Jahren war er einer der wichtigsten deutschen Autoren, sein Internettagebuch „Abfall für alle“ ist legendär, doch nach 2000 hörte man nichts mehr von ihm. Erst 2006 verblüffte er seine geduldig ausharrenden Leser mit einem Vanity Fair-Blog, der so ziemlich da anzuschließen schien, wo das seinerzeit revolutionäre „Abfall für alle“ aufhörte. Auch qualitativ schließt er nahtlos an, auch wenn „Abfall für alle“ uneinholbar sein dürfte, denn dort ist seine Frankfurter Poetikvorlesung von 1998 eingearbeitet. Deutlich wird aber trotzdem, daß man hier jeweils Ausschnitte, sagen wir: Werkstattberichte aus dem Goetzschen Leben und Denken bekommt. Was hier zu lesen ist, könnte permanent entstehen und wäre über Jahre sicher mit Gewinn zu lesen, aber wir müssen uns mit gelegentlichen beispielhaften Textsammlungen begnügen. Schade. Gerade das Skizzenhafte, Suchende seines Denkens und Schreibens wird hier ganz besonders anschaulich. Neben der bekannten Kunst-, Kultur- und Netzkritik beschäftigt sich Goetz neuerdings mit Politik, beobachtet die politische Kultur und deren Kommunikationsmechanismen, er bezeugt Interesse an den sprachbasierten juristischen und politischen Praktiken, die unsere Gesellschaft zusammenhalten oder gar steuern, ohne aber von Kunst oder Kritik angemessen wahrgenommen zu werden. Kann man auf einen, dieser Fragestellung gewidmeten Werkabschnitt hoffen? „Klage“ ist Teil 1 des Komplexes „Schlucht“ (genauer Titel: „und müßte ich gehen in dunkler Schlucht“). In Klage erfährt man dazu erst mal nur von den Schwierigkeiten beim Schreiben eines neuen Romans, von jahrelangen erfolglosen Versuchen, für ein Thema die passende Form zu finden. Alles in allem eine wunderbare, lehrreiche, die Hirnwindungen ordentlich strapazierende und das eigene Selbstverständnis immer wieder in Frage stellende Lektüre. Goetz ist einer unserer Besten! Immer wieder erstaunlich ist bei all der Kritik und all der Schlechtgelauntheit sein Drang zur Affirmation, zum Dabeisein und Bejahen dessen was ist. Das galt in den 90ern für das Feiern und das gilt heute für die Juristerei und, mit Einschränkungen, für die Politik. Und hier noch mal in Goetz eigenen (?) Worten: „KLAGE versuchte dabei, an einigen neueren Üblichkeiten der Weblogs, speziell an der Ichfigur, eher vorbeizugreifen, ohne jedoch ganz auf sie zu verzichten. So ergab sich die Form des Denkpartikels, der kurzen Argumenterzählung, der polemischen Intervention, des eiligen Tagesgedichts manchmal auch. Eine Form, wie man sie eigentlich aus den Reflexionstagebüchern der Tradition schon kennt. Für das Weblog KLAGE war der Weg dorthin ein Experiment - das man im Buch KLAGE jetzt nachvollziehen kann.“
  10. Cover des Buches Karambolagen (ISBN: 9783548364940)
    Hellmuth Karasek

    Karambolagen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Waldbauer

    Das ideenärmste Buch, das man sich vorstellen kann. Karasek zählt einfach alle prominenten Namen auf, die er in seinem Journalistenleben kurz gestreift hatte. Billy Wilder, über den er eine Biographie geschrieben hatte, gleich dreimal. Steven Spielberg, Günter Grass (zweimal), Peter Handke, Friedrich Dürrenmatt, Heinz Rühmann, Romy Schneider, Marlene Dietrich, Wolf Biermann, Helmut Kohl und andere.

    Aggressives Namedropping, getragen von Geltungsbedürfnis, denn die kurzen Essays von zwei, drei Seiten sind an Banalität kaum zu überbieten. Zwei Fälle seien hierfür exemplarisch gewählt.

    Seine Begegnung mit Brigitte Bardot beschränkte sich darauf, dass er sie, den Wunschtraum seiner Jugend, beim Urlaub in St. Tropez einmal am Strand von weitem gesehen habe. Von weitem!

    Laut Karasek habe B.B. ihm zugenickt und gelächelt. Oder hat Karasek sich dies nur eingebildet? Haben zwanzig Jahre die Erinnerung womöglich verklärt?

    Karasek schlief auch nicht im Bett von Marilyn Monroe, wie er in der Kapitelüberschrift suggeriert. (Schon gar nicht gleichzeitig mit ihr, wie mancher Leser vielleicht vermuten könnte.)

    Karasek übernachtete in einer luxuriösen Bungalowsuite des Beverly Hills Hotel. Die Monroe „soll“ dort vor sechsundzwanzig Jahre auch übernachtet haben. Ob es genau die gleiche Suite-Nummer war, ist ebenso wenig bewiesen, wie die Frage, ob Maryiln Monroe in demselben Bett schlief wie Karasek.

    Die Monroe könnte zwar im Hotel abgestiegen sein, aber woanders geschlafen haben. Oder das Bett könnte in den sechsundzwanzig Jahren ausgetauscht worden sein.

    Zum Thema Bett berichtet Karasek noch stolz, er habe beim Dreh von Regisseur Woody Allen zusehen dürfen. Natürlich „eine sehr intime Szene, wo eine Frau und ein Mann miteinander ins Bett gingen“. Besagte Szene habe Woody Allen dann aber später aus dem fertigen Film herausgeschnitten, bedauert Karasek.

    Und erst sein Schreibstil. Kein verrissener Autor des Literarischen Quartetts könnte jemals so schlecht formulieren wie Karasek. Sehen Sie sich einmal diesen Satz an (Seite 91, im Kapitel über Peter Handke, es ging um eine Tagung der Gruppe 47):

    „Ich war erst zum zweiten Mal dabei und noch nicht so eingeschliffen in den Chor des als Regen über die Autoren nach der Lesung niederprasselnden Kritiker-Parlandos.“

    Wo war bloß der Lekor?

    „...in den Chor des als Regen über die Autoren nach der Lesung...“

    Wieviele Substantive (nur durch Präpositionen getrennt) will Karasek denn noch aneinanderreihen?

     Schließen wir mit den Worten von Elke Heidenreich. Die frühere Moderatorin der ZDF-Büchersendung Lesen wurde im Focus gefragt, ob sie sich vorstellen könne, Hellmuth Karasek in ihre Sendung einzuladen.
    „Nee“, antwortete sie.
    Focus: „Warum nicht?“
    Heidenreich: „Da hatten wir ja nun genug davon, all die Jahre. Das reicht erst mal.“

  11. Cover des Buches Zwölf (ISBN: 9783462316452)
    Nick McDonell

    Zwölf

     (201)
    Aktuelle Rezension von: Lolachen18
    Inhalt
    Der Roman "Zwölf" von Nick McDonell handelt von White Mike, der Drogendealer ist. Seit einem halben Jahr hat er nichts mehr zu tun, da er seinen Schulabschluss hat und ein Jahr Auszeit vor seinem Collegebeginn haben möchte. In der Zeit vertickt er Drogen - hauptsächlich an High-School-Schüler. Die meisten seiner Kunden sind Kinder reicher Eltern, die sich ihre freie Zeit mit Drogen und Partys vertreiben. White Mike ist selbst clean - er raucht, kifft und trinkt nicht. Dadurch bekommt er viele Sachen über die reichen Familien mit, die sonst in der Öffentlichkeit nicht preis gegeben werden. Zudem bekommt er auch einige Gewaltattentate mit, die in keinen Nachrichten oder Zeitungen erwähnt werden.
    Weihnachten ist gerade vorbei und Silvester soll eine besonders große Villenparty mit vielen Drogen stattfinden. Aber bis zu dieser Party hat White Mike noch einige Dinge zu erledigen.

    Meinung
    Gewöhnungsbedürftig ist die Ausdrucksweise des Autors, da er viele Kraftausdrücke verwendet und sehr jugendlich schreibt. Nick McDonell war zu dem Zeitpunkt des Schreibens selbst erst 17 Jahre alt. Nach einigen gelesenen Seiten habe ich mich an den Schreibstil gewöhnt.
    Ich habe den Film gesehen und wollte unbedingt das Buch lesen. Ich muss aber sagen, dass ich ausnahmsweise mal den Film dem Buch bevorzuge, da ich das Buch teilweise verwirrend finde und der Schreibstil mich anfänglich gestört hat.
    Die Story finde ich sehr gut und denke auch, dass sie das Leben der High-Society-Kids ganz gut darstellt.
    Die Kapitel in dem Buch sind sehr kurz, teilweise nur eine halbe Seite. Perspektivenwechsel ist zudem auch enthalten, was manchmal zu Verwirrung führt.
    Insgesamt ein ganz gutes Buch, welches jedoch nur gelsesen werden sollte, wenn man mit einer etwas vulgäreren Sprache im Buch zurechtkommt.
  12. Cover des Buches Medizin ohne Moral (ISBN: 9783990254226)
    Erich Freisleben

    Medizin ohne Moral

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Oliver Uschmann

    Ich habe dieses Buch zwei Jahre lang als Privatlektor begleitet und für den Autor den Verlag in Österreich aufgetan, der noch von einem Verleger mit Herz und Passion betrieben wird. "Medizin ohne Moral" kann dazu beitragen, die Risse zu heilen, die generell und in der Corona-Krise umso mehr durch das Land und sogar durch Familien und Freunschaften gehen. Es zeigt, dass man die Entwicklung des Gesundheitssystems hart kritisieren kann, ohne deswegen gleich numinose Verschwörungsnarrative zu eröffnen. Es zeigt, dass man Schulmedizin und Alternativmedizin vereinen kann, ohne entweder ein reiner Materialist oder ein reiner Spiritueller zu sein.

    Mit einem Füllhorn an Details, aber zugleich mit klarer Argumentation und einem spannenden erzählerischen Bogen, kritisiert Erich Freisleben, wie die Medizin, getrieben von Lobbyismus, Ökonomie und einer einseitig "eiskalten" Auslegung von "Wissenschaft", heute immer weniger den Bedürfnissen der Patienten und immer mehr dem unersättlichen Hunger von Big Pharma, Big Data und Big Business dient. Aber Freisleben belässt es nicht beim Kritisieren. Er gibt konkrete Hinweise auf den seelischen Grund vieler Krankheiten, die man auf sich selbst anwenden kann. Spitze, im Grunde amüsante Anekdoten über die Bigotterie der Pharma-Lobbyisten, die privat Naturheilkunde in Anspruch nehmen. Herzenswarme Beispielgeschichten. Aber auch dann wieder eine messerscharfe Kulturkritik, die auf eine hammerharte Pointe hinausläuft und die das Buch sogar lesbar für jene macht, die heutige Philosophen wie Hartmut Rosa oder damalige wie Günther Anders lesen.

    Das Buch fordert und inspiriert, kann immer wieder aus verschiedenen Gründen zur Hand genommen werden und nimmt das Publikum ernst. 

  13. Cover des Buches Wir amüsieren uns zu Tode (ISBN: 9783596242856)
    Neil Postman

    Wir amüsieren uns zu Tode

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft. Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten »Zeitalters der Erörterung« durch das bildbestimmte »Zeitalter des Showbusiness« werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die Ratio nun durch die Emotio bestimmt.
    Nach Postman nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird. Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik, haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie sieht.
    Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.
  14. Cover des Buches Die Dinge beim Namen nennen (ISBN: 9783455005301)
    Rebecca Solnit

    Die Dinge beim Namen nennen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: lielo99

    Rebecca Solnit lebt in San Francisco und sie ist eine der bedeutendsten Aktivistinnen der USA. Seit Anfang der achtziger Jahre gilt ihr Hauptanliegen den Menschenrechten und dem Umweltschutz. Mit dem Buch #DieDingeBeimNamenNennen.


    Denn der Aufstand gegen Brutalität beginnt mit einem Aufstand gegen die Sprache, die diese Brutalität verdeckt.“ Wer sich an die unsäglichen Sätze der „Amerikanischen Witzfigur“ gegenüber seiner Rivalin Hilary Clinton erinnert weiß, wie wahr dieser Ausspruch ist. Rebecca Solnit beschreibt in dem Buch #DieDingeBeimNamenNennen auf den Punkt genau, wie der Werdegang eben dieser „Witzfigur“ war. Auch ihr Urteil über den anderen Despoten namens Putin trifft es auf den Punkt.


    Ein Grund, warum dieser Präsident tatsächlich regieren darf ist dieser: Die Republikanische Partei bewahrt ihren Zugang zur Macht, indem sie die Wählerstimmen von People of Colors seit Jahrzehnten systematisch, strategisch und immer vehementer unterdrückt. (auch ein Zitat aus dem Buch #DieDingeBeimNamenNennen. Content, der wütend macht und den Zorn der Leser weckt ist viel erfolgreicher als jede mäßigende Einflussnahme der Medien. Wie an den Reden Trumps klar zu erkennen ist, dass Zorn durch aggressive Sprache geschürt wird. Nicht einmal im Ansatz vorhandene Fakten interessieren die Zuhören in dem Moment nicht.


    Reiche richten größtmöglichen Schaden an. Sie töten unzählige Menschen und müssen nichts dafür tun. Sie lassen Fabriken bauen, die dann einstürzen und hunderte von Menschen töten und zetteln Kriege an. Auch der Klimawandel ist ein Akt der Gewalt, von Menschen gemacht. Dies wird von diesen Machthabern konsequent geleugnet. Ein Zitat aus dem Buch „The hidden Brain“ von Shanker Vedanton bringt es auf den Punkt: „Wer mit der Strömung treibt, wird sich immer als guter Schwimmer fühlen. Wer aber gegen den Strom schwimmt, wird vielleicht nie merken, dass er ein besserer Schwimmer ist, als er denkt.


    Rebecca Solnit bringt viele Beispiel für das Versagen von Menschlichkeit. Dazu gehören unter anderem Colored People, die von weißen Polizisten grundlos ermordet wurden und die Täter niemals zur Rechenschaft gezogen wurden. Oder Denkmale, die es in vielen Städten Amerikas gibt, welche dann Sklavenhalter und Unterstützer der Sklaverei zeigen. Das Buch ist keine Anklage sondern wirklich nur eine Darlegung von Fakten der Ungerechtigkeiten. Gegenüber Farbigen, Muslimen und der indigenen Bevölkerung der USA. Frau Solnit schrieb einen Brief an Trump indem sie ihm erläutert, dass New York eine Stadt der Kulturen sei und er keine Ahnung habe. Dieses Schreiben ist in dem Buch #DieDingeBeimNamenNennen abgedruckt.


    Ein Sprichwort sagt: Frechheit siegt. In den USA traf es zu aber ist es tatsächlich immer so? Ich denke und hoffe nicht. Möge es immer Menschen geben, die sich mit alle ihrer Kraft dagegen stemmen.


    Bettina Münch übersetzte das Buch #DieDingeBeimNamenNennen und sie machte einen guten Job.


    Ich danke dem Verlag und NetgalleyDE dafür, dass ich das Buch lesen durfte.


  15. Cover des Buches Geborgenheit (ISBN: 9783423150378)
    Christopher Lasch

    Geborgenheit

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Entgegen dem Titel, entpuppte sich Christopher Lasch's Buch "Geborgenheit. Die Bedrohung der Familie in der modernen Welt" als eine Einführung in die Geschichte der Methoden und Ansätze in der Soziologie/-geschichte der letzten 150 Jahre. Lasch entwirft weniger ein eigenes kulturgeschichtliches Konzept, sondern rekapituliert nur die bereits diskutierten Modelle und Ansätze seit der Mitte des 19. Jh. Das war leider etwas enttäuschend, selbst wenn man optimistisch annimmt, dass sich aus vertretenen Modellen ein Zeitgefühl der jeweiligen Epoche ableiten lässt. Insoweit war das Buch leider nur eine mäßige Informationsquelle.
  16. Cover des Buches Blödmaschinen (ISBN: 9783518743799)
    Markus Metz

    Blödmaschinen

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Das Heerlager der Heiligen (ISBN: 9783891800041)
    Jean Raspail

    Das Heerlager der Heiligen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Die große Haifischjagd (ISBN: 9783893201266)
    Hunter S. Thompson

    Die große Haifischjagd

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Dalai Lama (ISBN: 9783865690210)
    Colin Goldner

    Dalai Lama

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Mister_Elvis
    Ich empfinde dieses Buch als eine schwere Zumutung. Der Autor scheint überhaupt nicht um Objektivität bemüht zu sein. Er lässt kein gutes Haar am Dalai Lama. Jede seiner Aussagen wird so gebogen, dass man kritisch darüber herfallen kann. Was können wohl die Motive für eine solche Sichtweise sein, die nur das Negative wahrnimmt? 
  20. Cover des Buches Der Aufstand der Massen (ISBN: 9783499550102)
    José Ortega y Gasset

    Der Aufstand der Massen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Interessant insoweit, als dass man bereits zu Beginn der Weimarer Republik die Gesellschaft als 'Massengesellschaft' wahrgenommen und als Bedrohung empfunden hat. Heute, wo die Anzahl der Menschen noch weit höher liegt und Städte noch viel bedrohlicher wirken müssen, sind viele der bereits damals geäußerten Bedenken zu Massenkultur, Dynamik (auch destruktiver) der Masse Mensch und dem kulturellen Fort- bzw. Abwärtsentwicklung menschlicher Zivilisation noch immer zutreffend, wahrscheinlich noch mehr als damals. Interessant ist dieses Buch auch insoweit, als dass man bereits zu Beginn der Weimarer Republik Massen(kultur) und Bewegung (auch politischer Art) von Massen bereits zu analysieren in der Lage war. Totalitäre Massenbewegungen waren an sich - zumindest in der Philosophie/Politologie/Psychologie - kein Neuland mehr; umso überraschender auch, als dass nur wenige die Zeichen der Zeit erkannt und richtig gedeutet haben. Dies könnte man m.E. ein weiteres Mal als Indiz dafür werten, dass die totalitären Entwicklungen ab den 20er Jahren in Europa offensichtlich von einem sehr breiten öffentlichen Konsens getragen wurden. Insoweit sollte sich die Forschung noch mehr mit kulturhistorischen Aspekten beschäftigen, um aufzuzeigen, woran Gesellschaften kranken, wenn sie totalitären Gedanken und Strukturen zu sehr folgen. Es wäre unglaublich wichtig zur Verhinderung einer Wiederholung!
  21. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks