Bücher mit dem Tag "kunstgeschichte"

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100 Bücher

  1. Cover des Buches Bretonische Verhältnisse (ISBN: 9783462054231)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Verhältnisse

    (609)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    In Port Aven, einem idyllischen Künstlerort an der bretonischen Küste, wird ein hochbetagter, angesehener Hotelier erstochen. Dupin, ein aus Paris strafversetzter Kriminalkommissar, übernimmt die Ermittlungen. Überall trifft er dabei auf die Spuren der bekannten Malerkolonie die den Ort einst berühmt gemacht hat. Der bekannteste von ihnen, Gauguin, wohnte einst in dem Hotel, das nun ein Tatort ist. Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord.

    Das Buch ist eine überzeugende Liebeserklärung an die Bretagne, die wundervolle Landschaft, der etwas eigene Menschenschlag, die Kultur und vor allem die hervorragende Küche. Dieser Lobgesang ist in einen spannend geschriebenen Krimi verpackt mit Dupin als etwas unkonventionellen Ermittler, welcher von interessant aufgebauten Protagonisten umgeben ist. Die Geschichte wird flüssig erzählt, kommt ganz ohne Action und Hektik aus, ist jedoch an keiner Stelle langweilig. Ein toller Einstieg in eine Krimireihe der ich gern folgen werde.

  2. Cover des Buches Die Geschichte der Kunst (ISBN: 9780714891378)
    Ernst H Gombrich

    Die Geschichte der Kunst

    (26)
    Aktuelle Rezension von: DanielaSchneiderheinze
    Ich liebe Schönes, aber ich umgebe mich nicht tagtäglich damit. Ich verstehe nicht immer, was manche Hypes auf sich haben. In diesem Werk wird erklärt, was für mich vorher im Nebel war. Ein Lesen wird kein Studium ersetzen, aber nachhaltig beeindrucken. Eine Empfehlung für alle Kunstinteressierten, die etwas hinter die Kulissen schauen wollen.
  3. Cover des Buches Ich und Kaminski (ISBN: B006MR6F3Q)
    Daniel Kehlmann

    Ich und Kaminski

    (258)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Daniel Kehlmann lässt einen erfolglosen,aber selbstverliebten Reporter Kontakt mit dem alten, blinden Maler Kaminski suchen, um  dessen Biographie zu veröffentlichen Er bemerkt nicht, wie sehr er von diesem manipuliert wird. 

    Der Reporter ist marxistischen,versucht Erfolg um jeden Preis zu erlangen, lebt auf Kosten anderer. Die flüchtiger der Kunstszene nimmt Kehlmann sehr gut ins Visier. Im Maler findet er seinen Meister, merkt auch,was wirklich zählt. Im Vergleich mit «Die Vermessung der Welt " aber deutlich schlechter 

  4. Cover des Buches Das Mädchen mit dem Perlenohrring (ISBN: 9783548288215)
    Tracy Chevalier

    Das Mädchen mit dem Perlenohrring

    (431)
    Aktuelle Rezension von: franzi__Franzi_

    as Gemälde Das Mädchen mit dem Perlenohrring habe ich schon oft und intensiv betrachtet. Es ist, als würde mich diese junge Frau in ihren Bann ziehen – kaum kann ich meine Augen von ihr lassen. So wie mir geht es wohl vielen Menschen auf dieser Welt. Mit diesem Werk hat Jan Vermeer ein wahres Meisterwerk geschaffen.


    Rezension: Das Mädchen mit dem Perlenohrring


    Auch Tracy Chevalier war von diesem Bild sichtlich fasziniert – so sehr, dass sie einen wunderbaren Roman um dieses geheimnisvolle Mädchen schrieb. Bis heute weiß man nicht, wer genau sie war. Es gibt nur Vermutungen. Doch während ich den Roman hörte, dachte ich immer wieder: Genau so könnte es sich zugetragen haben.


    Eine ruhige, interessante, authentische und zugleich packende Geschichte rund um das Mädchen mit dem Perlenohrring. Ein Buch, das einen ganz eigenen Zauber entfaltet – so wie das Bild selbst.

  5. Cover des Buches Die Tochter des Malers (ISBN: 9783746631820)
    Gloria Goldreich

    Die Tochter des Malers

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Schimmer

    Es ist in dieser umfangreichen Lebensgeschichte, erzählt von der Tochter des Ehepaares Marc und Bella, vielleicht nicht alles authentisch, aber die Grundzüge der Charaktere werden deutlich gezeichnet, die Fakten stimmen sowieso. Schade, dass das Buch keine Abbildungen der Gemälde enthält, die und deren Entstehung beschrieben wird. Kann man ja aber anderweitig nachschlagen.

     Mir hat das Lesen des Romans Freude gemacht, auch wenn er etwas kürzer hätte sein können, war es doch eine interessante und kurzweilige Lektüre.

    Befremdlich fand ich nur Idas Geduld mit ihrem Vater, und dieses oft wiederkehrende Traum-Thema.


  6. Cover des Buches Zauber der Stille (ISBN: 9783596523887)
    Florian Illies

    Zauber der Stille

    (71)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Die Superlative reichen kaum aus, um dieses Buch angemessen zu würdigen. Von Beginn an nimmt es den Leser gefangen, nimmt in mit auf eine Wanderschaft durch das Leben des großen Malers, eingebettet in historische Ereignisse jener Zeit, mit Schlenkern bis in die Jetztzeit, die mit einer Liebe zelebriert werden, die einzigartig ist. Das gilt sowohl für die Person Friedrichs als auch für seine Bilder. Man spürt, hier hat jemand den innigen Kontakt zu „seinem Thema“ gesucht, denn nur so ist ein derartiges Werk möglich.

    Es ist nicht nur eine persönliche Lebensreise, die hier so spannend wie eindrücklich geschildert wird, es sind auch die verschiedenen Reisen der Bilder, von ihrer Entstehung/Entwicklung bis zu den oft vielseitigen Besitzverhältnissen, während der sie entwendet verkauft, weiter-vermacht, verschenkt oder ergaunert werden, wie das Bild „Ansicht eines Hafens“. Bilder, die verschwinden und wieder auftauchen – um dann teils endgültig unterzutauchen oder zerstört zu werden (vorzugweise durch Feuer) – oder als sogenannte Beutekunst möglicherweise das eine oder andere russische Zimmer ziert.

    Die Beschreibungen einzelner Werke sind so eindrücklich, dass man, auch ohne diese Bilder jemals zu Gesicht bekommen zu haben, sich diese lebhaft vorstellen kann. Und im Übrigen, auch das wird hier deutlich, entsteht ja ein je unterschiedliches Bild im Kopf des jeweiligen Betrachters, versehen mit wechselnden Bezügen, angepasst an dessen oder deren Erfahrungen. 

    Oft werden Emotionen geweckt, die tief berühren, die tief hinabreichen, angereichert durch eigene Gedanken, in die Beweggründe allen Seins, hier beispielhaft skizziert am Bild „Mönch am Meer“: „‘Der Mönch am Meer‘“ ist das Bild eines verzweifelten Mannes. Gnadenlos lastet der düstere Himmel auf den Schultern des einsamen Mönchs am dunklen Wasser, er steht verloren auf einem kleinen Sandhügel am Rande des finsteren Ufers. Es formuliert letztlich die Paradoxie des Glaubens: eine Aufrechterhaltung der Hoffnung im Wissen um deren Aussichtslosigkeit. Friedrich malt das Bild, als er kurz hintereinander erst seine Schwester und dann seinen Vater verloren hat, das Bild ist von Monat zu Monat dunkler und radikaler geworden, wie wir von den Besuchern seines Ateliers wissen. Nie zuvor ist das Zweifeln an Gott, die Nichtigkeit des Einzelnen und seine Verlorenheit angesichts der Urkräfte der Natur kompromissloser dargestellt worden.“

    Offensichtlich möchte Friedrich dem emotionalen Ringen, dem Widerstreiten ganz unterschiedlicher Gefühle, den persönlichen Belastungen und Enttäuschungen etwas entgegensetzten, was ihm Fundament und Halt gibt im täglichen Leben. So verwandelt er seine sehnsüchtige Melancholie, seinen Schmerz sowie seine inneren Visionen, zu herzergreifenden Pinselstrichen. Was für ein Glück für uns …

    (4.2.2024)

  7. Cover des Buches Madame Picasso (ISBN: 9783746637624)
    Anne Girard

    Madame Picasso

    (173)
    Aktuelle Rezension von: angies_bücher

    Ich mag Picasso sehr gerne und habe schon einiges über ihn gelesen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich an viele Details dennoch nicht erinnern kann. Was ich zum Beispiel gar nicht mehr im Kopf hatte war Picassos Angst vor Krankheiten und Tod. 

    Das Buch ist ganz nett und man kann es gut lesen. Leider fand ich Eva (Madame Picasso) als etwas zu perfekt und heilig dargestellt. Am Ende war es mir auch etwas zu rührselig. 

  8. Cover des Buches Archipel (ISBN: 9783499291562)
    Inger-Maria Mahlke

    Archipel

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Den mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman "Archipel" hatte ich auf eine Empfehlung einer, nach Teneriffa eingeheirateten Deutschen auf dem Land knapp zwanzig Kilometer westlich von Puerto de la Cruz angefangen zu lesen, fand mich aber schnell im grünen Guagua sitzend auf dem Weg nach La Laguna wieder, mehr auf der Suche nach meinem Teegeschäft, von denen es nur zwei auf der Insel gibt, als nach dem Altenheim, wo, der jetzt hunderteinjährige, Julio Baute, el Portereo, in seiner Pförtnerloge sitzt, sich die Vuelta im Fernsehen ansieht und darauf achtet, dass sich die dementen Alten nicht durch die Tür schmuggeln.

    Von den vielen Eindrücken der Insel benebelt gelang es mir zuerst nicht, die zahlreichen, von Inga-Maria Mahlke entworfenen Puzzleteilchen zusammenzufügen, auch weil das Puzzle fragmentarisch ist und die Autorin zudem mit ihrer Geschichte am 9. Juli 2015 um 14.02 Uhr beginnt und in den ersten Minuten des Jahres 1920 endet.
    Deshalb habe ich die Lektüre erst in Deutschland fortgesetzt und sie am Silvesterabend 2020 beendet.

    "Archipel" erzählt die Geschichte von drei Familien; den aristokratischen Bernadottes, Nachkömmlinge von Kolonialherren, die die Falange gründeten; die Bautes, die für die Mittelschicht und für die Sozialisten stehen sowie die Frauen der Morales aus der Unterschicht, die sich eine Moral nicht leisten können.

    Ich kenne den Norden Teneriffas gut. Wenn Mahlke den kanarischen "Gofio" erwähnt, hatte ich sofort seinen Geruch in der Nase, höre auch das Quietschen der "Tranvía" in La Laguna.
    Trotzdem lieferte mir die Schriftstellerin so viele neue Informationen über den "Archipel", dass ich sie einerseits kaum fassen kann und andererseits schockiert bin.

    Zu Letzterem gehören die Salones de Faifes, faschistische Konzentrationslager in Santa Cruz. Oder, dass das Barranco Santos in den Cañadas ein Massengrab ist.

    Vor dem Lesen des Buches hatte ich nicht gewusst, dass die Briten größeres Interesse an den Kanaren hatten als die Spanier, denen Sahara Occidental wichtiger war. Natürlich hatte ich von Francisco Franco y Bahamonde gehört, wusste, dass er von 1939 bis 1975 Diktator Spaniens war. Aber, dass er Teneriffa unter anderem auch deshalb mied, weil das einzige Jagdgut dort Kaninchen sind, war mir unbekannt. Den Namen "Jose Antonio Primo de Rivera" hatte ich noch nie vernommen und deshalb nicht um seine Bedeutung für die Falange gewusst.

    Wie Inga-Maria Mahlke in einem Interview sagte, spiegelt Teneriffa als Insel das Weltgeschehen "en miniature" ab.
    Das leuchtet ein! Trotzdem finde ich es merkwürdig, dass sie, die auf der Insel aufgewachsen ist und so mit ihr und ihrer Sprache verwachsen ist, ihren Roman nur in deutscher Sprache geschrieben hat.
    Warum gibt es keine spanische Übersetzung von einem Buch mit dem Titel "Archipel"?

    Meine Erklärung ist, dass die Autorin den deutschen Lesern einen Spiegel vorhalten möchte; ihnen ihre Gegenwart mit Hilfe ihrer faschistischen Vergangenheit erklären möchte.

    Nicht nur dafür möchte ich ihr herzlich danken, sondern auch dafür, dass das erste Kapitel des Buches die Überschrift "San Borodón" trägt. Jedoch musste ich feststellen, dass damit nicht jene magische Insel im Westen gemeint ist, sondern eine neue, künstliche Insel.

    "Neu, durch und durch neu, ... Nicht von der Zeit deformiert, zurechtgerückt, geschliffen. Nicht mit Geschichte behangen, ... Keine Verwerfungen, aufgestautes Geröll, verkrustete Strukturen unter einer nur mit Mühe glattgezogenen Oberfläche."

    Ein Personenregister befindet sich am Anfang des Romans, im Glossar erklärt die Autorin die spanischen und kanarischen Begriffe, auch die ursprüngliche Bedeutung von San Borodón.
    Folgendes Gedicht schrieb ich hundert Jahre nach der Geburt von Julio Baute:

    San Borondón

    San Borondón
    Es el corazón
    Del islas ochos
    Trasnochos
    Tenerife la cabeza
    Alegría y tristeza
    El Hierro
    Los pies atierro
    Quatro cinco seis y siete
    Un grande zaguanete

    Dentro del nieblas
    Despueblas
    La isla magica
    Lo significa
    La veràs
    Quizàs
    Al solsticio
    El mìstico patricio
    Navidad
    Una visionad

     Vera Seidl 

     

  9. Cover des Buches Der Augenblick der Zeit (ISBN: 9783896675699)
    Stephanie Schuster

    Der Augenblick der Zeit

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Die Hauptfigur des Romans ist ein geheimisumwittertes Porträt. Er spielt auf zwei Zeitebenen,  die durch Kapitel gleicher Farbige stimmig verbunden sind. Ganz toll ist die zusätzliche Zunahme an Helligkeit i den Titeln. Beide Handlungsstränge erklären viel über Farben und Kunst 

    In der Gegenwart ist die Künstlerin Ina Kosmos fasziniert von dem Bild, das aus dem 19. Jahrhundert stammen soll. Sie erinnert es an Leonardo da  Vinci. Das ist aber nicht der Hauptgrund, dass sie es unbedingt erwerben möchte. In ihrem Leben bewirkt es große Umwälzungen. 

    Im Jahr 1493 wird der junge Astronom Georg Tannstetter, der vom Ziehvater medizinisches Wissen erworben hat und gerne Arzt werden würde, von Maximilian I nach Mailand gesandt, um seine mögliche Braut zu begutachten. Am Hof der Sforza erlebt er Überraschungen und lernt Leoardo da Vinci kennen  Spannend und oft humorvoll liest man über das Leben bei Hof, den Maler und Il Moro.

    Das Cover ist stimmig , die Sprache erzeugt Bilder.

    Ich finde nur viele Nebenfiguren schemenhaft. In der Renaissance allerdings lernt man Vorstellungen von der Welt und auch Behandlungsmethoden kennen und erfährt einiges über die Sforza,  Visconti, aber auch Maximilian.

    Empfehlenswert ganz besonders für alle, die sich für Malerei interessieren 

  10. Cover des Buches Das letzte Bild der Sara de Vos (ISBN: 9783548290515)
    Dominic Smith

    Das letzte Bild der Sara de Vos

    (71)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Kunst und Liebe, Fälschungen und Authentizität - emotional und fein geschrieben hat mich dieses Buch mitgenommen in seine Handlung und emotional und inhaltlich angesprochen.

    Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen ausgestattet. Es erzählt von Sara de Vos, der ersten Malerin die 1631 in die Malergilde aufgenommen wurde. Im New York des Jahres 1957 ist es Marty de Groot - Anwalg und Gentleman, bei dem im Schlafzimmer ein Gemälde der Malerin hängt. Seit Jahrunderten ist es im Besitz seiner Familie. Man stielt es ihm, er bemerkt es aber noch sofort, da die Diebe ihm eine Fälschung statt des echten aufhängen. Diese ist geradezu exzellent. Ellie Shipley (Kunststudentin) hat das Original kopiert. Die beiden verlieben sich .... wobei es eigentlich so ist, dass sie sich in ihn verliebt, er aber "nur" die Fälschung im Hinterkopf hat. Lange nach dieser Episode treffen Gemälde und Charaktere noch einmal aufeinander ...

    Leseprobe:
    =========

    "Ich hätte gern Eleanor Shipley gesprochen."
    "Ja, hier ist Ellie."
    !Äh, entschuldigen Sie, dass ich so spät noch anrufe, ich habe Ihren Namen ..." Er stockt, setzt neu an: "Ich heiße Jake Alpert, und ich bin auf der Suche ...

    Rundherum gelungen - Empfehlung !!! 

  11. Cover des Buches Das Tal der Loire. Kunst - Reiseführer. Schlösser, Kirchen und Städte im 'Garten Frankreichs' (ISBN: 9783770135554)
  12. Cover des Buches Die Malerin (ISBN: 9783746636344)
    Mary Basson

    Die Malerin

    (89)
    Aktuelle Rezension von: A_Kaiden

    Die Sprache der Autorin ist sehr schön und bildhaft. Dies hat mich dazu bewegt, weiterzulesen und den Roman erst in der Mitte abzubrechen. Denn die Story zieht sich leider extrem in die Länge und auch mit der Hauptfigur, sie sich auf ihren verheirateten Lehrer einlässt und von diesem jahrelang an der Nase herumführen lässt, wurde ich absolut nicht warm. Das Frauenbild hat mich ehrlich gesagt so genervt, dass ich letztendlich nach über 300 Seiten abgebrochen habe. Das ist allerdings Geschmackssache,  deswegen bon mir trotzdem 3 Sterne, auch wegen dem schönen Schreibstil.

  13. Cover des Buches Florenz und Bagdad (ISBN: 9783406632730)
  14. Cover des Buches Das Mädchen mit den Smaragdaugen (ISBN: 9783734102066)
    Carla Montero

    Das Mädchen mit den Smaragdaugen

    (35)
    Aktuelle Rezension von: NicoleP

    Die Kunsthistorikerin Ana García-Brest hat den Auftrag, ein Gemälde zu finden, von dem niemand weiß, ob es wirklich existiert oder nur eine Legende ist. Ihre Suche führt sie nach Paris. Dort trifft sie auf Dr. Alain Arnoux. Er ist spezialisiert auf durch Nazis enteignete Kunst. Denn Anas einzige Spur ist die Jüdin Sarah, welche der Deportation entkommen konnte. Die Suche nach dem Bild wird Ana in große Gefahr bringen.In der zweiten Handlung kann der Leser Sarahs Flucht und die Zeit danach verfolgen. Auf beiden Zeitebenen gibt es Rätsel, welche sich erst nach und nach auflösen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und beide Erzählebenen bieten Spannung bis zum Schluss. Wendungen sorgen dafür, dass man sich als Leser nie sicher sein kann, auf der richtige Spur zur Lösung zu sein.

    Die Geschichte liest sich flüssig, und ich empfehle „Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ gerne weiter.

  15. Cover des Buches Die Witwe der Brüder van Gogh (ISBN: 9783293207257)
    Camilo Sánchez

    Die Witwe der Brüder van Gogh

    (8)
    Aktuelle Rezension von: YukBook
    Künstlerbiografien lese ich wahnsinnig gern. Mindestens so spannend ist aber oftmals das Leben der nahestehenden Personen wie zum Beispiel die Tochter Chagalls, die Ehefrau von Franz Marc oder Hemingways Geliebte. Meist stehen sie im Schatten extravaganter Maler, Schriftsteller oder Komponisten, sind Muse und Inspirationsquelle oder Antreiber.

    Auch Johanna von Bonger-Gogh war mir bisher nicht bekannt, bis ich dieses Buch von Camilo Sánchez las. Sie war die Ehefrau von Theo van Gogh, dem Bruder des weltbekannten Impressionisten. Die Konstruktion der Romanbiografie ist ungewöhnlich, denn sie beginnt kurz nach dem Selbstmord von Vincent van Gogh im August 1890. So erfahren wir nur in Rückblicken und anhand von Johannas Tagebucheinträgen ausgewählte Details aus van Goghs Leben und künstlerischem Schaffen. Ihre Gedanken kreisen um ihren trauernden Ehemann Theo, den tödlichen Schuss und die Beerdigung Van Goghs sowie ihren kleinen Sohn Vincent. 

    Theo bemüht sich um eine Retrospektive und Biografie seines Bruders, studiert Vincents Briefe und lebt in einem Wechsel zwischen hektischer Betriebsamkeit und Apathie. Interessant fand ich, welche Reaktionen van Goghs Kunst auslöste. Der Galerist Durand-Rule lehnt eine Ausstellung ab, weil ihn die Wucht der Bilder und die radikalen Stilbrüche irritieren. Mehrmals wird Johanna von seltsamen Leuten behelligt, die dem Werk van Goghs dunkle Kraft zusprechen und ihr nahelegen, die Bilder zu zerstören. Unfassbar!

    Durch die erste Hälfte des Buches muss man sich etwas mühsam durchkämpfen, denn ständig ist von Theos nervlichen Zusammenbrüchen und seiner fortschreitenden Lähmung die Rede, die nicht nur Johanna, sondern auch den Leser mental herunterziehen. Johanna versucht, Theos schwieriges Verhalten durch ihr Tagebuch zu verarbeiten und schreibt ihre Gedanken nieder. 

    Nach dem Tod ihres Mannes nimmt die Geschichte jedoch an Fahrt auf. Nach Theos Tod vertieft sich Johanna in van Goghs Briefwechsel mit seinem Bruder, in der Hoffnung, mehr über ihren Ehemann zu erfahren. Überrascht stellt sie fest, welches schriftstellerische Talent in Vincent steckte. Sie beschließt eine Ferienpension zu eröffnen und kauft eine Villa in Bussum. Angespornt von Van Goghs Gemälden, die die Wände der Pension schmücken und seinen Briefen, bemüht sich Johanna, die Bilder ihres Schwagers in Umlauf zu bringen.

    Camilo Sánchez gibt mit dieser Biografie nicht nur einen interessanten Einblick in die Kunstwelt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, sondern porträtiert auch eine sensible, kluge und resolute Frau, der wir die Bewahrung eines der größten Kunstschätze zu verdanken haben.
  16. Cover des Buches Aquarius – Herz über Kopf durch die Zeit (ISBN: 9783492503488)
    Marina Neumeier

    Aquarius – Herz über Kopf durch die Zeit

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Anne_Sawyer

    „Wo viel Gefühl ist, da ist auch viel Leid.“ 

    Als Rosalie im Haus Ihres Professors bei einer Gemäldesammlung ein Bild berührt, findet sie sich plötzlich um 1480 in Florenz wieder. Und als ob das nicht genug ist, wird sie auch noch von Leo begleitet, mit dem sie wahrlich keinen guten Start hatte … 

    Seit langem hat mich kein Zeitreiseroman so abgeholt wie dieser. Rosalie hatte ich sofort ins Herz geschlossen und auch Leos Beweggründe, wenn er sich verhält, wie er sich nun mal leider anfangs verhält, konnte man sehr gut nachvollziehen, was ihn für mich trotz allem sympathisch gemacht hat. Ich fand die Chemie und vor allem die Kabbeleien der Beiden einfach großartig gezeichnet. Auch in Florenz habe ich mich sehr gerne befunden und habe sogar einige Personen und Begriffe aus dieser Zeit gegoogelt. Und das macht einen guten Zeitreiseroman für mich aus. 

    Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Der Schreibstil war schön humorvoll, dass ich einige Male kichern und lachen musste. Auch die Zeitreisefantasyelemente fand ich wunderbar.

  17. Cover des Buches Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (ISBN: 9783518461969)
    Walter Benjamin

    Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

    (31)
    Aktuelle Rezension von: SabWe

    Knapp 40 Seiten umfasst Walter Benjamins berühmter Aufsatz zur technischen Reproduzierbarkeit von Kunstwerken und gilt trotz dieser Kürze als „Gründungsdokument der modernen Medientheorie“.

    In seinem Essay befasst sich Benjamin mit der Frage, wie die Möglichkeit, Kunstwerke unendlich zu reproduzieren, unsere Wahrnehmung von Kunst und unsere Bewertung und Interpretation von Wirklichkeit verändert.

    Der Aufsatz entstand 1936, als Benjamin selbst sich bereits ins Exil flüchten musste, und entstand daher vor dem Hintergrund des sich zum Massenphänomen entwickelnden Faschismus. Doch hat er auch mehr als acht Jahrzehnte später noch nichts an Bedeutung verloren, weshalb er aus meiner Sicht unbedingt auf den Kanon jener Werke gehört, die in allen Schulen und Universitäten gelesen werden sollten.

     

    Fragen, mit denen ich dem Text begegne

    Gelesen habe ich Benjamins Essay mit ganz eigenen Fragen im Kopf. Ich befasse mich derzeit sehr intensiv mit der Frage, wie sich unsere sinnliche Wahrnehmung durch die Nutzung von Technologien verändert. Mich interessiert insbesondere das Phänomen des Gaffens, mit dem sich Rettungskräfte heute immer häufiger konfrontiert sehen. Dieses steht für mich in einem Zusammenhang mit einer neuen Form von Gewalt: Dem Cybermobbing und speziell dem Hochladen von entwürdigenden und gewalttätigen Aufnahmen am Smartphone.

    Meine Thesen dazu lauten, dass

    • sich durch den massenhaften Konsum von technisch vermittelten Bildern die Wahrnehmung vieler Menschen bereits vehement verändert hat.
    • Gaffer und Gewalttäter, die ihre Taten filmen, sich mit dem Smartphone verbinden, nicht aber mit dem Geschehen, das sie aufnehmen. Dies umso mehr, da es sich zumeist um Laien handelt, die die Technologie nicht „im Griff“ haben.
    • diese Menschen etwas „Einzigartiges“ schaffen wollen, was erst dadurch an Wert gewinnt, dass sie es anschließend wie ein Kunstwerk in ihre Netzwerke hochladen und präsentieren können.

     

    Alle drei Thesen sehe ich durch Benjamins Aufsatz bestätigt.

     

    Echtheit und Aura unterscheiden Original und Kopie

    Walter Benjamin thematisiert in seinem Essay wie die technologische Reproduzierbarkeit von Kunst unsere Wahrnehmung verändert. Das Werk legt den Schluss nahe, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen diesem Wandel und dem Aufkommen des Faschismus gibt, da Massenkultur und Faschismus verschiedene Aspekte eint.

    Um Benjamins Ausführungen folgen zu können, ist es allerdings notwendig, eine Prämisse zu akzeptieren, die wegen ihrer Begrifflichkeit zunächst irritieren dürfte. Benjamin unterschied das Kunstwerk als Original von seiner Kopie durch den Begriff der Echtheit, die schließlich dazu führt, dass das Original eine jeweils eigene „Aura“ umgibt. Damit ist allerdings kein Geistwesen oder eine spirituelle Energie gemeint. Die Aura des Kunstwerkes ergibt sich aus dessen

    • Einzigartigkeit,
    • Bezug zum Hier und Jetzt,
    • Entstehungsgeschichte,
    • Bezug zu einem Ritus oder einer Tradition.

    Die Aura sorgt für eine gewisse Distanz des Betrachters, durch die allein er das Kunstwerk genießen und wahrnehmen kann. Insgesamt erlangt das Original damit eine Autorität, die der Kopie fehlt. Die technische Reproduktion verfügt über keine solche Aura und verzichtet auf jeden Anspruch auf Echtheit.

     

    Verlust der Aura und Ausbettung führen zur Veränderung der sinnlichen Wahrnehmung

    Die technische Reproduktion hebt das Kunstwerk aus all diesen Zusammenhängen heraus. Es lässt sich beliebig oft kopieren, überall aufstellen oder an die Wand hängen, verliert den Anspruch auf Echtheit, Einzigartigkeit und Autorität. Der Konsum technisch reproduzierter Kunstwerke verändert damit auch die Wahrnehmung – und zwar nicht in einem irgendwie übertragenen Sinn, sondern ganz konkret.

    Denn die „Art und Weise, in der die menschliche Sinneswahrnehmung sich organisiert – das Medium, in dem sie erfolgt – ist nicht nur natürlich, sondern auch geschichtlich bedingt. Verschiedene Epochen haben nicht allein unterschiedliche Kunststile, sondern auch verschiedene Arten der Wahrnehmung“ (Kapitel III). Das Einzigartige weicht innerhalb einer unendlich kopierbaren Wirklichkeit dem Gleichartigen.

     

    Die Masse macht’s – Reproduktionstechnologien aus Sicht des Kapitals

    Die Investition und Weiterentwicklung in Reproduktionstechnologien lohnt sich aus wirtschaftlicher Sicht jedoch nur, wenn sie von den Massen angenommen werden oder für die Massenproduktion genutzt werden. Im vierten Kapitel seines Aufsatzes führt Benjamin diesen ökonomischen Ansatz seines Essays am Beispiel Film aus. In diesem sei „die Massenproduktion schon deshalb angelegt, weil die Produktion selbst so teuer ist, dass sie sonst nicht leistbar wäre“.

    Die Massenproduktion muss daher zwangsläufig einen allgemeinen Geschmack hervorbringen und wird gleichzeitig von dem, was die Masse wünscht und fordert, beeinflusst. Kunst, so interpretiere ich diesen Gedanken, steht dieser Masse dann nicht mehr als Gegenstand der Betrachtung zur Verfügung, sondern entspringt ihrer Vorstellung, was Kunst sein soll und sein darf. Diese Allgemeintauglichkeit aber geht mit einer Verflachung einher, da das, was allen gefallen soll, eben nicht einzigartig und besonders sein darf.

     

    Verbindung mit dem Apparat statt mit dem Kunstwerk oder dem Künstler

    Benjamin stellt der technischen Produktion von Filmen die Aufführung von Theaterstücken gegenüber. Er verdeutlicht dabei, dass das Theaterstück wesentlich von der Leistung der Darsteller abhängt, mit denen sich der Betrachter verbindet. Im Film dagegen kommt der schauspielerischen Leistung untergeordnete Bedeutung zu.

    Nicht er repräsentiert die Darbietung, sondern die technische Apparatur. In der Folge gibt es „keinen Kontakt zwischen Darsteller und Publikum. Dieses fühlt sich in den Darsteller nur rein, indem es sich in den Apparat einfühlt“ (Kapitel VIII). Auch der Darsteller und damit der Mensch verliert somit im Film seine Aura, an deren Stelle der „Starkult“ tritt, „der einem Warencharakter entspricht“ (Kapitel X).

     

    Schockwirkung statt Kontemplation

    Und während das Kunstwerk zur Kontemplation einlädt, setzen technologische Darstellungsmittel auf die Schockwirkung einer bis dato unbekannten, distanzlosen Betrachtungsweise.

    „Die beweglichen Bilder besetzen den Platz der eigenen Gedanken, der eigene Assoziationsablauf wird dadurch unterbrochen. Darauf beruht die Schockwirkung des Films, die wie jede Schockwirkung durch gesteigerte Geistesgegenwart aufgefangen sein will“ (Kapitel XIV).

    Diese Schockwirkung aber entspricht dem Gefühl der Bedrohung, der sich der Mensch in seiner Zeit ausgesetzt sieht. Der Film spiegelt damit auch Veränderungen im Wahrnehmungsapparat, wie sie beispielsweise „jeder Passant im Großstadtverkehr“ erlebt und vollziehen muss, um mit diesen Gefahren umgehen zu lernen (XIV).

     

    Verlust an Anspruch und Erfahrung

    Durch die Einbeziehung der Massen in die Rezeption von Kunst, wird bei diesen auch das Begehren geweckt, sich selbst als Künstler oder in verwandter Art zu betätigen. Benjamin führt dies am Beispiel „Schreiben“ aus. Während zunächst „einer geringen Zahl an Schreibenden eine vieltausendfache Zahl von Lesenden gegenüberstand“, zeigt sich der Wandel darin, dass um die Wende zum 20. Jahrhundert „immer größere Teile der Leserschaft […] unter die Schreibenden“ geriet (Kapitel X).

    Damit verliert nicht nur die Unterscheidung zwischen Autor und Publikum an Bedeutung. Verloren geht auch der Anspruch, dass es bestimmter Erfahrungen, Kenntnisse und Talente bedarf, um sich als Autor, Journalist oder Kommentator an ein Publikum zu wenden.

     

    Aus Fortschritt wird Lust am eigenen Untergang

    Das Fortschrittliche, das man in einer solchen Entwicklung sehen könnte, relativiert sich durch den Umstand, dass durch die technische Reproduzierbarkeit von Kunstwerken „die Lust am Schauen und am Erleben“ eine „innige Verbindung mit der Haltung des fachmännischen Beurteilers eingeht“. Dabei fallen „die kritische und die genießende Haltung im Publikum auseinander. Das Konventionelle wird kritiklos genossen, das wirklich Neue kritisiert man mit Widerwillen“ (Kapitel XII).

    In dieser Hinneigung zum Konventionellen besteht die Chance von Faschismus und Totalitarismus, den Massen das Gefühl zu geben, dass man ihnen zum Ausdruck verhelfen wolle, indem man ihre Sinneswahrnehmung mit technischen Reproduktionen bedient, besetzt und lenkt.

    „Die Menschheit, die einst bei Homer ein Schauobjekt für die Olympischen Götter war, ist es nun für sich selbst geworden. Ihre Selbstentfremdung hat jenen Grad erreicht, der sie ihre eigene Vernichtung als ästhetischen Genuß ersten Ranges erleben läßt“ (Nachwort).

     

    Bedeutung für die Gegenwart und Fazit

    Walter Benjamins Essay über das „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ ist von einer genialen Prägnanz und Voraussicht. Er geht über das Verständnis von Kunstwerken und deren Rezeption weit hinaus. Benjamin versuchte nicht, im Sinne einer Elite, die heilige Kunst für eine auserwählte Schar zu retten, sondern leistete einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Faschismus, indem er auf Aspekte und Zusammenhänge einging, wie sie in Werken zur politischen Ökonomie kaum vorkommen.

     

    Übertragung aufs Heute: Verlust an Wahrnehmung und Verbindung mit Apparaten

    Seine Ausführungen lassen sich auf die gegenwärtige Digitalisierung von Kunst, aber auch von gesellschaftlichen und politischen Prozessen übertragen und gedanklich weiterführen. Was wir derzeit erleben, gleicht einem evolutionsgeschichtlichen Bruch in der Geschichte des Sehens und Wahrnehmens. Gaffer und filmende Gewalttäter gehören bereits heute zu den Auswüchsen dieser Veränderung. Es sind Menschen, die sich voll und ganz mit der Apparatur verbinden, nicht aber mit der leidenden Kreatur.

     

    Tendenzen zu Faschismus und Totalitarismus

    Auch die Tendenzen zu Faschismus und Totalitarismus, die Beliebigkeit der Entstehung und Verbreitung von Nachrichten, die Meinungsbildung ohne jegliche Erfahrung oder Auseinandersetzung mit einer Thematik und mit den Medien zu ihrer Verbreitung gehören dazu und sind deutlich erkennbar. Und ganz im Geiste des Faschismus wenden sich heute bestimmte Parteien an die vermeintlich unerhörte Masse, der sie zum Ausdruck verhelfen wollen, aber „beileibe nicht zu ihrem Recht“. Wie damals versucht man heute, „die neu entstandenen proletarisierten Massen zu organisieren, ohne die Eigentumsverhältnisse, auf deren Beseitigung sie hindrängen, anzutasten“ (Nachwort).

     

    Fortschritt als Pakt mit dem Kapital: Mensch ohne Aura

    Doch sind es nicht die ewig Rückwärtsgewandten, die mir allergrößte Sorge bereiten. Es ist der Begriff des Fortschritts, der in Benjamins Schrift einen ungewohnten Stellenwert erhält. Auch heute ist jeder Fortschritt an einen ökonomischen Gegenwert gebunden. Er muss sich lohnen, muss die Masse erreichen, sie sich zunutze machen und von ihr angenommen werden.

    „Das Kapital“ braucht dafür ein Individuum ohne Aura – eines, das entwurzelt und beliebig sein kann, was immer es zu sein wünscht. Denn nur ein solches Individuum erfindet sich beständig selbst und neu und bleibt dabei doch purer Konsument von Reproduktionstechnologien – sei es nun im künstlerischen, sei es im medizinischen oder auch in jedem erdenklichen anderen Bereich.

     

    Automatisierung und Roboterisierung – es gibt Wichtigeres zu besprechen

    Die Ausbettung des Originals aus seinem Zusammenhang, die Täuschung unserer Wahrnehmung, die Verbindung mit Apparaten statt mit Kreaturen und der Verlust an praktischer Erfahrung sind wichtige Merkmale und Begleiterscheinungen jenes Prozesses, den wir als digitale Transformation bezeichnen.

    Im Gegensatz zu Automatisierung und Roboterisierung der Arbeitswelt, die letztlich nur das logische Ende der Rationalisierung darstellen, haben wir diese aber kaum im Blick. Nachdem ich Benjamins Essay gelesen habe, wird mir einmal mehr klar, dass es dringend an der Zeit ist, dies zu ändern.

    Unbedingte Leseempfehlung!

     

  18. Cover des Buches Mit einem Mann möcht ich nicht tauschen (ISBN: 9783786175070)
    Rainer Noltenius

    Mit einem Mann möcht ich nicht tauschen

    (10)
    Aktuelle Rezension von: friederickesblog

    Das Cover:

     

    Das Cover zeigt Marie Bruns-Bode, die Frau, deren Leben in dieser Biografie aufgezeigt wird und das Buch zu einem ganz besonderen Buch macht.

     

    Das Buch:

     

    Rainer Noltenius erzählt aus den Tagebüchern und Briefen seiner Großmutter Marie Bruns-Bode, Tochter des Wilhelm Bode, Generaldirektor der Berliner Museen. Mit seiner Hilfe wurde sie 1907 als Lehrerin für Kunstgeschichte an den Kaiserhof berufen. 1915 heiratete sie Viktor Bruns, einen internationalen Richter beim Völkerbund in Den Haag. Ausführlichere Hinweise auch im Klappentext.

     

     

    Meine Meinung:

     

    Der Name Bode sagt jedem etwas, der sich für Kultur interessiert, oder auch als Gast in Berlin war, denn das Bode Museum ist in jedem Stadtführer. Der Autor hat ein bemerkenswertes Zeitgemälde aus den Tagebüchern und Briefen (1885 – 1952) geschaffen, das mich sehr fasziniert und tief beeindruckt hat.

    So habe ich diese faszinierende und außergewöhnliche Frau einerseits über ihre Tagebucheinträge und anderseits aus Briefen von Verwandten und Bekannten kennenlernen dürfen. Zahlreiche Fotos untermauern das geschriebene Wort.

    Eine Biografie, ein Stück Familiengeschichte, wunderbar aufbereitet und in guter Gliederung geschrieben und beschrieben, dabei werden uns nicht nur das junge Mädchen und die Frau nähergebracht, sondern auch ein großes Stück Zeitgeschichte vermittelt, und zwar von ihrer Kindheit an, über die Ehe mit Volker Bruns, während der Weimarer Republik, sowie die NS Zeit, bis über den Krieg und ersten Jahre danach.

     

     

    Es ist meines Erachtens kein Buch, das man liest und dann ins Bücherregal stellt. Es ist ein Buch, das immer wieder einmal in die Hand genommen werden will, zumal es durch den Gebr. Manns Verlag in einer wunderbaren hochwertigen Ausstattung vorgelegt wurde. Danke an den Autor für dieses meisterliche Werk.

     

    Heidelinde von friederickes Bücherblog

  19. Cover des Buches Das Sandkorn (ISBN: 9783257243253)
    Christoph Poschenrieder

    Das Sandkorn

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Die Momente, in denen ein Roman nicht nur kurz aufleuchtet, sondern strahlt sind selten geworden. Hier ist ein solches Buch.

    Ein sensibles Thema eingebettet in eine opulente Wissens- und Erfahrungsfülle und alles fast schwerelos verpackt, so dass es nicht schwerfällt, sich den Handelnden in ihrer Zeit gedanklich zu nähern und sich ihnen emotional anzuvertrauen. So taucht man denn ein in eine Welt voller Tabus und   Vorurteile auf der einen Seite, um sodann, in der offenen Landschaft von Apulien (Südostitalien) eine aufblühende Liebe zu erspüren sowie den Spuren aus längst vergangenen Tagen zu folgen. 

    Es fällt schwer, diesen Roman irgendeiner Kategorie zuzuordnen, da er Vieles vereinigt und dicht gedrängte Möglichkeitsräume schafft, ohne ihn damit zu überfrachten oder die Akteure aus den Augen zu verlieren. Im weiteren Sinn ist es sicher ein Bildungsroman, es ist aber auch:

    • ein Liebes-/Gesellschaftsroman mit besonderer und besonders schwieriger Konstellation 
    • ein Historienroman – mit Friedrich II. und I. Weltkrieg: zweifelsohne
    • ein Kriminalroman, der dem Beziehungsgeschehen die nötige Spannung verleiht; mit einem Kommissar, der zunächst als „Hintergrunderheller“ eine wichtige Rolle übernimmt, später jedoch zur tragischen Figur wird
    • ein Reiseroman mit insgesamt drei Expeditionen 
    • eine Milieustudie mit den Schwerpunkten Berlin, Rom und Süditalien
    • eine populärwissenschaftliche Abhandlung aus den Bereichen Geologie (mit äußerst lesenswerten Informationen über Sand und den Möglichkeiten der räumlichen und zeitlichen Zuordnung; immerhin wird ein Sandkorn zum entscheidenden Element im „Kampf“ zwischen Vertrauen und Misstrauen …), Landeskunde, Fotografie und Kulturgeschichte
    • im weiteren Sinne auch eine Tragödie, sowohl einer persönlichen (des Protagonisten) wie auch einer gesellschaftlichen (durch den I. Weltkrieg)

    Man muss das Buch lesen, um den ganzen Zauber, die ganze Vielfalt aufnehmen und genießen zu können – eine Rezension oder kurze Nacherzählung kann immer nur hungrig machen. 

    (4.11.2016)

  20. Cover des Buches Versprechen der Nacht (ISBN: 9783802592843)
    Lara Adrian

    Versprechen der Nacht

    (124)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Lara Adrian – Midnight Breed Novelle, 2, Versprechen der Nacht


    Die Kunststudentin Savannah Dupree arbeitet nebenher und um Punkte fürs Studium zu sammeln zusätzlich in der Bibliothek der Universität. Dort soll sie Gegenstände katalogisieren. Ihre psychometrische Gabe hilft ihr dabei ungemein. Als sie mit ihrer Berührung die Geschichte eines antiken Schwertes erfährt, sieht sie nicht nur getötete Kinder, angsteinflößende Kreaturen sondern auch einen Krieger, an den sie immerzu denken muss. Als wenig später einer ihrer Professoren schwer verletzt und ihre Mitbewohnerin getötet wird, taucht ein riesiger, gutaussehender Mann auf, der ihr bekannt vorkommt.

    Gideon, der sich sofort zu Savannah hingezogen fühlt, will eigentlich nur Informationen zu dem Schwert, das gestohlen wurde, kann jedoch nicht von der hübschen Studentin lassen.

    Während Savannah glaubt sie würde verrückt werden, ist Gideon ihr eine Stütze und vernachlässigt sogar seine Arbeit im Orden. Noch kann er nicht ahnen, dass er es mit weitaus schlimmeren Gegnern zu tun bekommt.


    “Versprechen der Nacht” ist eine Novelle aus dem “Midnight Breed”-Universum und natürlich war ich sehr auf die Kennenlern-Geschichte von Gideon und Savannah gespannt. Deren Liebe ist bisher in sämtlichen Büchern der Reihe als unerschütterlich und liebevoll dargestellt.

    Die Story ist kurz, sinnlich und klärt auch endlich die Frage, warum Gideon nicht an Außeneinsätzen teilnimmt. Insgesamt fühlt sich die Story für mich zu glatt an, auch wenn es natürlich den einen oder anderen Twist gibt.

    Die Figuren sind gut ausgearbeitet, wirken lebendig und ich konnte mir alle gut vorstellen.

    Savannah ist von Anfang an sympathisch, ihre Gabe mit Berührungen die Geschichte des Gegenstandes zu erfassen ist interessant, ich frage mich aber, warum diese in Zukunft nicht öfter genutzt wird.

    Gideon kann Wärmesignaturen erkennen, auch durch meterdicke Wände. Ich habe überlegt, ob diese Gabe bereits schon mal in der Reihe erwähnt wurde, kann mich aber nicht erinnern.

    Die Novelle ist schön zu lesen, ist aber insgesamt doch sehr kurz. Ein bisschen Sinnlichkeit, eine gute Portion Gefühl, eine gute Mischung aus Crime und Geheimnissen, ich denke für Fans der Reihe ein absolutes Muss. Als Einstieg in die Reihe ist das Büchlein jedoch nicht geeignet.


    Das Cover passt auch hier wieder zur Reihe, hat hohen Wiedererkennungswert.


    Fazit: schöne, stimmige und sinnliche Novelle aus dem “Midnight-Breed”-Universum. Knappe 5 Sterne. 

  21. Cover des Buches A Fairy Tale (ISBN: 9783746043302)
    Anja Stephan

    A Fairy Tale

    (44)
    Aktuelle Rezension von: Rajet
    Scott McKenzie läuft im Quartier Latin (Paris) doch wirklich seine Erzfeindin aus Jugendtagen über den Weg – und das auch noch mehrfach. Er weiß sofort das Schicksal kann es nicht wirklich gut mit ihm meinen. Dabei hatte sich Scott der einst aus hohem Hause stammt in den letzten hundert Jahren mit einem gut gehenden Antiquariat ein ausgezeichnetes Leben aufgebaut.
    Nach und nach zieht in die eigenwillige Gwendolyn von Cleve in ein Abenteuer in die Pariser Unterwelt hinein, das ihn völlig überfordert. Auf der Suche nach dem blauen Herzen muss er sich mit der Vergangenheit der beiden verfeindeten Familien auseinandersetzen und sich gegen einen unbekannten Feind behaupten. Dabei wird ihm bewusst, dass sich sein Leben für immer verändern wird - und das Fräulein von Cleve ist schuld daran.

    Der Schreibstil ist flüssig und auch humorvoll – macht Spaß zu lesen.

    Das Cover wirkt in den Farben Gold und Braun edel, auch die Scherenschnittoptik wirkt überraschend gut und stimmig zum Roman und seinem Inhalt.

    Der Klappentext macht sehr neugierig: auf Elfen und ihr Leben heute in Paris.

    Fazit:
    Zauberhaft und fantastische Abenteuer von Elfen und Halbelfen im heutigen Paris.
    Wunderschön gezeichnete Charaktere (Protagonisten) mit einer guten Prise Humor.
    Mir hat gerade der Handlungsort Paris auch gut gefallen – die Stadt der Liebe schlecht hin. Der Roman ist mehr als Fantasy den auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Unterhalten und spannend – da einzige was komisch war: das „Gesieze“. Ich fand es gelungen - gerne noch mehr Fantasy Romane von der Autorin.
  22. Cover des Buches Der Mann in den Bildern (ISBN: 9783365005637)
    Leif Karpe

    Der Mann in den Bildern

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Piecewartenoch

    Kein Highlight, aber ein gelungener Kunstkrimi für Krimi-Laien wie mich. Der Kunstaspekt ist sehr toll ausgearbeitet und alleine, dass so etwas wie der Japonismus Erklärung findet, begeistert mich. Anfangs wirke die Geschichte auf mich etwas distanziert und langatmig, aber sobald der Protagonist in Frankreich ankommt und die einzelnen Schauplätze der Kunstgeschichte besucht werden, hatte mich der Schreibstil von sich überzeugt und Peter Falcon gewann auch an Sympathie. Das Nachwort fand ich auch sehr schön als Ergänzung und spannend.

  23. Cover des Buches Vincent van Gogh - Das Skizzenbuch aus Arles (ISBN: 9783957280350)
  24. Cover des Buches Perle um Perle (ISBN: 9783887695729)
    Ines Witka

    Perle um Perle

    (14)
    Aktuelle Rezension von: kris006

    Magarete Henner, die schüchterne junge Frau kommt an einem Antiquitätengeschäft vorbei und entdeckt dort im Schaufenster einer Perlenkette, die sie sofort in den Bann zieht. Also probiert sie die Kette an und möchte sie samt ihrer Geheimnisse besitzen. Leider ist die Kette sehr teuer, das Magarete sie sich nicht leisten kann. Doch Ignatz Steinfels der Antiquitätenhändler macht ihr ein etwas anderes Angebot - für jede erotische Geschichte die sie ihm von sich erzählt, bekommt sie eine Perle. Obwohl sie keine große Erfahrungen mit Männern hat lässt sie sich drauf ein ohne zu wissen welche Gedanken Ignatz hat.

    Das Cover hat mir sofort gefallen genauso wie Der Titel - ich finde sie fügen sich gut in die Geschichte. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, so das man schnell durchs Buch kommt. "Perle um Perle" ist ein spannendes Buch mit einem Hauch von Erotik, was mir persönlich gut gefällt. Wer hier "Shades of Grey" Niveau erwartet wird hier aber enttäuscht. Jedoch waren mir die Ausführungen von Ignatz bezüglich der Gemälde und Kunstobjekte manchmal etwas zu viel, was für mich einen Stern Abzug bedeutet.

    Insgesamt ein schöner erotischer Roman mit kleinen Mängeln. Wer hier keine Fetischspielchen erwartet, wird auf seine Kosten kommen.

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