Bücher mit dem Tag "kunstprojekt"
3 Bücher
- Lilian Loke
Auster und Klinge
(40)Aktuelle Rezension von: VictoriaGraderLilian Loke verdient ihre Auszeichnungen, das wird mit der Lektüre klar. Ich finde "Auster und Klinge" nochmal viel besser als "Gold in den Straßen". Normalerweise spreche ich das Cover nicht an. Aber hier? Es springt einem nur so ins Gesicht und ich liebte es von Anfang an. Die Handlung ist packend, die Charaktere sind vielschichtig, hier ist nichts glatt poliert. Das außergewöhnliche an dem Titel ist aber, dass die lebhafte und durchaus actionreiche Handlung in einem extrem hohen sprachlichen Niveau verpackt kommt. Sie ist modern und präzise, kennt allerhand Details, verzichtet auf blumige Ausschmückungen, trifft aber direkt ins Herz.
Inhaltlich möchte ich nicht zu viel verraten. Was passiert wohl, wenn ein Einbrecher und ein Künstler gemeinsam ein Restaurant eröffnen?...
Unbedingt lesen!
- Leïla Slimani
Der Duft der Blumen bei Nacht
(34)Aktuelle Rezension von: HerbstroseEine vorübergehende Schreibblockade ist für Leila Slimani der Anlass, das Angebot ihrer Lektorin anzunehmen, im Rahmen eines Projektes eine Nacht alleine im Museo Punta della Dogana in Venedig zu verbringen. Das in Form eines Schiffsbugs errichtete Bauwerk war einst das Zollgebäude der Serenissima und beherbergt heute ein Museum für moderne Kunst. Im Zentrum stehen zwei schwarze Monolithe. Es sind Terrarien die mit Nachtjasmin bepflanzt sind, einer Pflanze, die die Autorin aus ihrer Kindheit in Rabat kennt. Ihre Blüten öffnen sich nur nachts und verströmen dann einen Wohlgeruch: „Der Duft der Blumen bei Nacht“. Diese Installationen inspirieren sie und wecken Erinnerungen an ihre marokkanische Heimat. Sie reflektiert über Stationen in ihrem Leben als Frau und als Schriftstellerin und erlaubt uns einen tiefen Blick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Dabei gelingt es ihr ausgezeichnet, diese Fragmente vollendet zusammen zu fügen und daraus ein kluges, zum Nachdenken anregendes Buch zu gestalten.
Fazit: Ein Buch mit tiefsinnigen Gedanken, dennoch leicht zu lesen. Ein Lesevergnügen, das ich gerne weiter empfehle!
- Jan Böttcher
Am Anfang war der Krieg zu Ende
(24)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerAutor: Jan Böttcher
Titel: Y
Gattung: Roman, Erzählung, Familiengeschichte
Erschienen: 2016
Gelesene Ausgabe: aufbau, 2016
ISBN: 978-3-351-03640-9
Gelesen auf: Deutsch
Gelesen im: Dezember 2016
Zum Buch:
Ein in Berlin lebender Autor sieht sich einer neuen Geschichte gegenüber, als der Freund seines Sohnes verschwindet, nämlich der Geschichte von Lekas Eltern. Denn auf der Suche nach ihrem Sohn, trifft er auf Jakob Schütte, erfolgreicher Computerspieldesigner und Vater ohne Sohn. Schnell erfährt er ausführlich von seiner großen, unglücklichen Liebe zu seiner albanischen Schulfreundin Arjeta. Jahre nach dem Schulabschluss werden sie ein Paar, bis Arjeta mit ihrer Familie zurück nach Albanien geht. Als Jakob ihr nachreist, beginnen sie erneut eine Beziehung aus der Leka entsteht, doch Arjeta will nicht mit dem frisch gebackenen Vater zusammenleben und heiratet erneut. Und Jakob kehrt nach Deutschland zurück. Ihr Sohn ist nur das einzig Zeugnis der Liebe zwischen dem Kosovo und Deutschland.
Leider bin ich etwas zwiegespalten, einerseits erzählt Böttcher spannend und anschaulich von "Kosova" - wie es nach dem Krieg weiterhin im Chaos versinkt, nur ein Provisorium bleibt, auch was der Krieg mit Menschen anstellt, auch Generationen später. Andererseits ist die Handlung an sich furchtbar zusammengestoppelt, bemüht und nicht ganz rund. Dennoch ein berührendes Buch über die Grausamkeit der Menschheit und den Folgen eben dieser.Eine der Lieblingsstellen
Zitat: "Klar, ich konnte die Frau zu diesem Zeitpunkt nicht als Künstlerin betrachten, sah sie nur durch Jakob Schüttes Augen, in harten märchenhaften Konturen: die Kindesentzieherin, die Mutter mit Stiefmutterherz."[1]Stil und Sprache: wechselnd Umgangssprachlich und beschreibend poetisch
Zitat: "Rrustem starrte in den Straßenkrater, nach einer Weile sagte er: "Mein Job, weißt du, wir registrieren Waffen" "Ich dachte, für einen Job muss man Leute schmieren."[2]Schlüssigkeit der Handlung: Rekonstruiert aus Gesprächen, die Lebensgeschichten zweier Menschen
Das hat mir gefallen: Das Wissen über den Kosovo, das man nebenher mitbekommt.
Das hat mir nicht gefallen: Die vielleicht nicht ganz durchdachte und teilweise etwas wirre Geschichte.In One Sentence: Leider etwas hölzerne statt poetische Liebesgeschichte.
Sterne: 3


