Bücher mit dem Tag "kunstraub"
90 Bücher
- Jojo Moyes
Ein Bild von dir
(836)Aktuelle Rezension von: HeptavalentDieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht losgelassen. Zwei Frauen mit einem völlig unterschiedlichen Leben ähneln sich doch in mancher Weise. Und auch die Gesellschaft und ihre Dynamik in der Meinungsbildung bleibt wohl (leider) immer gleich.
Die Personen der Geschichte werden wunderbar anschaulich beschrieben, man hat das Gefühl, als stiller Beobachter dabei zu sein.
- Alena Schröder
Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
(397)Aktuelle Rezension von: pw1Ich hatte bereits den nachfolgenden Roman von Alena Schröder gelesen. Jener hatte mich auf diesen neugierig gemacht. Ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Ich habe den Eindruck, dass Alena Schröder ihre Figuren am Herzen liegen. Sie gibt sich mit jeder einzelnen, egal ob Haupt- oder Nebenfigur, so große Mühe, dass man sich als Leser*in in jede von ihnen hineinversetzen kann.
Die Figuren sind überhaupt ihre große Stärke. Wie sie miteinander umgehen, welche Gedanken und Gefühle sie haben. Alles ist einfach großartig geschildert.
Mit den zwei Zeitebenen, früher von den 1920er Jahren bis nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Gegenwart, schafft sie zwei ineinandergreifende Geschichten mit jeweils tollen Spannungsbögen.
Jeder Wechsel ist zugleich Cliffhanger in dem einen und Freude über die Fortsetzung der Geschichte in dem anderen Strang.
Auch das Ende hat mir total gut gefallen, mich jedoch mit ein bisschen Wehmut zurückgelassen, wie ich sie immer am Ende von großartigen Büchern empfinde, eben weil das Buch leider schon zu Ende ist.
Fazit: Empfehlenswerte Familiengeschichte im weiteren Sinne.
- Jean-Luc Bannalec
Bretonische Verhältnisse
(609)Aktuelle Rezension von: SatoIn Port Aven, einem idyllischen Künstlerort an der bretonischen Küste, wird ein hochbetagter, angesehener Hotelier erstochen. Dupin, ein aus Paris strafversetzter Kriminalkommissar, übernimmt die Ermittlungen. Überall trifft er dabei auf die Spuren der bekannten Malerkolonie die den Ort einst berühmt gemacht hat. Der bekannteste von ihnen, Gauguin, wohnte einst in dem Hotel, das nun ein Tatort ist. Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord.
Das Buch ist eine überzeugende Liebeserklärung an die Bretagne, die wundervolle Landschaft, der etwas eigene Menschenschlag, die Kultur und vor allem die hervorragende Küche. Dieser Lobgesang ist in einen spannend geschriebenen Krimi verpackt mit Dupin als etwas unkonventionellen Ermittler, welcher von interessant aufgebauten Protagonisten umgeben ist. Die Geschichte wird flüssig erzählt, kommt ganz ohne Action und Hektik aus, ist jedoch an keiner Stelle langweilig. Ein toller Einstieg in eine Krimireihe der ich gern folgen werde.
- Richard Castle
Heat Wave - Hitzewelle
(225)Aktuelle Rezension von: Sanne54Ich finde die Idee sehr spannend, dass es die Bücher aus der Serie tatsächlich gibt. Ich haben mir in "Vorbereitung" auf das Buch auch die erste Staffel der Serien nochmal angeschaut. Tatsächlich muss ich feststellen, dass "Heat Wave" unterhaltsam ist, mir aber ohne die Referenz auf die Serienvorbilder doch stellenweise zu übertrieben wäre. Gleichzeitig geht man natürlich auch mit großen Erwartungen an das Buch, dass der Krimi nicht ganz erfüllt. Richard Castle ist in der nach ihm benannten Serie immerhin ein absoluter Superstar seiner Branche, da erwartet man schon dass das Buch einen umhauen müsste.
Trotz allem hat das Buch aber alles, was man erwarten würde. Ein berühmter Immobilienmakler stürzt aus dem 6.Stock in den Tod. Nikki Heat gelingt es den Fall, der dann auch einige neue Ansätze und Wendungen bietet, mit Hilfe des Star-Journalisten Jameson Rock zu lösen, bringt sich dabei aber auch selbst in Gefahr. Wie Castle ist auch Rook zum Zwecke der Recherche der taffen Mordermittlerin zugeordnet, verfügt über beste Kontakte zu allerlei Promis und einflussreichen Persönlichkeiten, und kreative Einfälle. Dabei steht er Nikki Heat und ihrem Team aber durchaus auch mal im Weg, verfügt über ein sehr großes Ego, aber auch eine ordentliche Portion Charme, der die Ermittlerin auch viel schneller erliegt als es ihr Serien-Vorbild Kate tut.
Alles in allem kann man sich schon vorstellen, das Richard Castle tatsächlich so schreiben würde. Zur Abrundung gibt es noch eine Danksagung im Namen von Castle und ein fiktives Interview mit dem New Yorker Schriftsteller. Konsequent.
- Tom Hillenbrand
Die Erfindung des Lächelns
(166)Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:
„Die Erfindung des Lächelns“ von Tom Hillenbrand
Paris 1911 - 1913
Am 22. August 1911 wird im Louvre - im Salon Carré - ein Gemälde von Leonardo da Vinci vermisst. Es ist die Mona Lisa oder „La Joconde“ wie sie in Frankreich heißt.
Sofort versetzt der Polizeipräfekt seine Männer in höchste Alarmbereitschaft, lässt Straßen, Bahnhöfe und sogar Häfen sperren. Doch es ist zu spät, die La Joconde ist verschwunden. Commissaire Lenoir erhält nun den schwierigen Auftrag das Bild zu finden.
Auf seiner Jagd trifft der Ermittler auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Guillaume Apollinaire, die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan und ihren Guru, den Satanisten Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy, die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande und Frankreichs größten Detektiv, Alphonse Bertillon, den »lebenden Sherlock Holmes«. Wer von ihnen ist in die Geschichte des verschwundenen Bildes verwickelt“?
Fazit:
Alle die meinen Literaturblog verfolgen, haben bestimmt mitbekommen, dass ich immer wieder nach Literatur Ausschau halte in denen Kunst eine Rolle spielt und mit dem Roman von Tom Hillenbrand habe ich schon lange geliebäugelt. Handelt es sich hierbei doch um die aufregende Jagd nach der verschwundenen Mona Lisa im Paris der Belle Époque. Der Autor hat bei der Wahl seines Themas, eine sehr interessante Zeitepoche, sowie eine zauberhafte Stadt gewählt. Angefangen von Künstlercafés auf dem Montmartre bis hin zu den Absinth-getränkten Spelunken an der Place Pigalle.
Der Autor schafft es gekonnt die wahre Geschichte rund um den Raub der „Mona Lisa“ (das Gemälde wurde tatsächlich vom italienischen Vincenzo Peruggia aus dem Pariser Louvre gestohlen und erst im Dezember 1913 von ihm wieder zurückgeben), mit fiktiven Elementen zu verweben. Hier muss man dem Schriftsteller ein dickes Lob aussprechen, denn er hat hervorragend recherchiert und mir die Zeitepoche der „Belle Époque“ bildhaft vor Augen geführt. Auch wenn natürlich historisch einiges bekannt war, so habe ich die Zeitreise als sehr kurzweilig erlebt und manche Fakten erschienen mir durchaus präsenter.
Auch beschreibt Hillenbrand alle Protagonisten sehr detailliert und authentisch, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte. Hier muss erwähnt werden, dass es so einige interessante Charaktere gibt, die ja auch tatsächlich gelebt haben. Meines Erachtens wäre hier allerdings ein Personenregister am Anfang des Buch nicht verkehrt gewesen, denn wir sprechen schon von viel Personal in diesem Roman und gerade am Anfang der Geschichte wäre es hilfreich gewesen, eine kleine Einführung gehabt zu haben. Hinzu kommen relativ schnelle Perspektivwechsel, sodass wir anfangs viele lose Erzählstränge haben; dadurch wurde die Geschichte aber auch nie langatmig und die Spannung blieb wirklich bis zum Schluss erhalten. Der Erzählstil ist sehr flüssig und die Handlungen sind leicht und verständlich beschrieben, sodass man der Geschichte – trotz vieler Erzählperspektiven – gut folgen kann.
Mit seinem schönen sehr bildhaften Erzählstil, einer absolut fesselnden und sehr gut recherchierten Geschichte und last but not least diesen wunderbaren Protagonisten, die einen einfach durch die Geschichte tragen, hat Tom Hillenbrand mir herrliche geschichtsträchtige Lesestunden bereitet. Der Roman ist bereits im September 2023 erschienen und liegt auch schon als Taschenbuch vor.
Tom Hillenbrand schafft eine mitreißende Mischung aus Krimi und historischem Roman!
Die ganze Rezension auch auf meinem Literaturblog:
https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2025/04/21/die-erfindung-des-lachelns-von-tom-hillenbrand/
Besten Dank an den „Kiepenheuer & Witsch“ Verlag für das Rezensionsexemplar.
- Michael Römling
Schattenspieler
(104)Aktuelle Rezension von: MsChiliEin Buch, in dessen Cover ich mich gleich verliebt habe, das ich dennoch recht lange im Regal stehen hatte. Was ein wenig schade ist, da es mir doch recht gut gefallen hat.
Das Ende des Krieges steht bevor und die ungleichen Jungen Leo und Friedrich treffen aufeinander. Gerade weil sie so verschieden sind, freunden sie sich nach kurzen Startschwierigkeiten an und machen sich auf die Suche nach einem großen Geheimnis.
Das Buch ist allgemein recht düster, was natürlich auch an dem ernsten Thema liegt. Das Ende des Krieges, die grauenvolle Nazizeit mit der Judenverfolgung und die grausamen Morde. Man begleitet die beiden Jungen Leo und Friedrich im Wechsel auf ihrer Suche quer durch das zerbombte Berlin. Ich hatte hier noch auf mehr Informationen zur Kriegszeit und deren Ende gehofft, aber das Buch dreht sich hauptsächlich um die Suche der Kinder nach den geheimnisvollen Paketen. Man erfährt recht wenig über ihre Erlebnisse in dieser schweren Zeit und für mich blieb es so ein wenig oberflächlich, da ich keinen rechten Zugang zu den Charakteren gefunden habe. Aber die Geschichte selbst ist spannend geschrieben und ich habe sie gerne gelesen.
Zwei Jungen, die ein großes Abenteuer erleben in der doch gefährlichen (Nach-)Kriegszeit. Schön zu lesen, obwohl mir die Charaktere etwas fremd geblieben sind.
- Martin Suter
Allmen und die verschwundene María
(64)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderNachdem Allmen und Carlos das Rätsel um das Dahlienbild gelöst haben, durchfährt sie ein Schock. Maria Moreno ist verschwunden. Carlos hat Angst um seine große Liebe und Allmen ahnt schon, was bald Wirklichkeit ist. Maria wurde entführt und die Entführer fordern kein Lösegeld, sondern sie möchten das Dahlienbild. Also müssen die Beiden nochmal mit den Damen Kontakt aufnehmen, die mit dem Bild zu tun haben und sie erleben so manchen Überraschung und die Zeit wird knapp. Im vierten Band schickt Martin Suter auf eine ganz besondere Mission und mit viel Wortwitz, schönen Details und einem spannenden und überraschenden Fall, fasziniert der Schweizer aufs Neue.
- Miranda Beverly-Whittemore
Bittersweet
(152)Aktuelle Rezension von: dodo2025Eine perfekte Familie. Zu viele perfekte Lügen.
Buchrückseite: Als Mabel von ihrer weltgewandten Zimmergenossin Ev eingeladen wird, den Sommer mit ihr auf dem Landsitz ihrer Familie in Vermont zu verbringen, glaubt sie sich im Paradies: lange Tage am See, Segeltörns, ein Feuerwerk am Sternenhimmel - und die erste Liebe. Doch auf die flirrenden Tage fällt ein Schatten, als Mabel eine schreckliche Entdeckung macht und sich entscheiden muss, ob sie aus dem Paradies vertrieben werden will - oder die dunklen Geheimnisse der Familie bewahrt, um endlich eine der ihren zu werden.
Meine Meinung:
Interessanter Roman, teilweise spannend und leicht krimimäßig, was nicht so meins ist, aber auch leicht zu lesen.
- Bettina Storks
Leas Spuren
(139)Aktuelle Rezension von: Buechertanz_ChrissyIn ihrem Roman „Leas Spuren“ entführt Bettina Storks ihre Leser und Leserinnen auf eine hochemotionale Reise zwischen dem modernen Paris von 2016 und den düsteren Jahren der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Was als Suche nach einem verschollenen Gemälde beginnt, entwickelt sich schnell zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit Schuld, Verantwortung und der heilenden Kraft der Wahrheit.
„Sie würde in die Anfänge zurückgehen müssen, dorthin, wo alles begann. Sie würde Charlottes Leben erforschen. Mit dem Blick einer Wissenschaftlerin und dem Herzen einer Angehörigen. In den Keller der Familienarchive hinabsteigen und ihre Geschichte freischaufeln.“
[Seite 69, Kapitel 6]Die Geschichte besticht durch ihre meisterhafte Konstruktion: Zunächst scheinen die Ereignisse in der Vergangenheit und die moderne Recherche der Stuttgarter Historikerin Marie sowie des Journalisten Nicolas nur lose miteinander verbunden. Doch Bettina Storks versteht es glänzend, diese Fäden im Laufe der Handlung immer enger zu einer eindrücklichen Geschichte zu verweben.
Besonders beeindruckend ist die atmosphärische Darstellung von Paris. Während die Stadt in den Jahren 2016/2017 als Sehnsuchtsort voller Leichtigkeit und Lebensfreude geschildert wird, wirkt das Paris der Besatzungszeit unter der deutschen Herrschaft bedrückend und düster. Dieser Kontrast machte die Tragweite der historischen Ereignisse für mich spürbar.
Trotz der schweren Thematik des Kunstraubs, der Judenverfolgung und Deportation gelingt es der Autorin, Lichtblicke in die Erzählung einzubauen. Die Liebesgeschichten – sowohl zwischen Marie und Nicolas in der Gegenwart als auch zwischen Charlotte und Victor in der Vergangenheit – sind feinfühlig und absolut glaubwürdig gezeichnet. Es ist dieses typische „Storks-Knistern“, das bereits früh spürbar ist und die Leser und Leserinnen hoffen lässt, dass die Liebe auch in Zeiten größter Not bestehen kann.Ein zentraler Punkt des Buches ist die fundierte Aufarbeitung des NS-Kunstraubs. Für Leser/ Leserinnen, die sich bisher wenig mit dem „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ beschäftigt haben, eröffnet der Roman erschütternde Einblicke in die systematische Plünderung jüdischen Eigentums. „Leas Spuren“ macht deutlich, dass es beim Kunstraub nicht nur um materielle Werte ging, sondern um den Versuch, die Identität und Geschichte ganzer Familien auszulöschen. Die fiktive Suche nach Lea und ihrem Gemälde wird so zum Mahnmal für die realen Opfer dieser Zeit.
„Historische Fakten waren eine Sache. Den Namen der eigenen Familie auf einem Originaldokument der Nazis zu sehen, eine andere.“
[Seite 37, Kapitel 3]Bettina Storks hat mit dieser beeindruckenden Geschichte einmal mehr bewiesen, warum sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört – was für eine besondere und große Erzählerin. Es ist eine Geschichte, die ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde. Danke für dieses emotionale und mitreißende Leseerlebnis.
Fazit: Das Buch „Leas Spuren“ ist mehr als ein historischer Roman – es ist ein Plädoyer für das Erinnern. Bettina Storks verbindet akribische historische Recherche mit einer tief bewegenden Familiengeschichte. Wer Bücher liebt, die Herz und Verstand gleichermaßen fordern und die zeigen, wie sehr unsere Gegenwart in der Vergangenheit verwurzelt ist, wird dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen können. Absolut empfehlenswert! - Jörg Böhm
Niemandsblut
(32)Aktuelle Rezension von: itsbooklover[Rezension] - Jörg Böhm - "Niemandsblut"
"Das Leben schreibt die schönsten Geschichten. Aber die schönste Schriftart ist immer noch die des Herzens." *unbekannt* S. 350
Backcover:
Du hast ein schönes Leben. Denkst Du... Aber was ist, wenn es nicht dein Leben ist... Und du dafür töten musst, um eindlich du selbst zu sein...
Ein idyllischer Morgen in Palma de Mallorca endet für die Passagiere der >>Virgin of the Ocean<< jäh, als über dem Altar der Kathedrale eine Nonne hängt - ans Kreuz genagelt. Auf ihrem Habit steht das lateinische Wort Peccavi - "Ich habe gesündigt."
Nur ein grausamer Ritualmord? Oder gibt es eine Verbindung zu einem spektakulären Kunstraub, von dem auch das Kloster der Gottesfrau betroffen war?
Als in Ajaccio - einer weiteren Station der einwöchigen Kreuzfahrt - der Galerist des Schiffes ermordet wird, weiß der Kapitän Hauke Jensen, dass ein kaltblütiger Mörder ein perfides Spiel treibt und nicht eher ruhen wird, bis sich das Mittelmeer blutrot gefärbt hat.
Fazit:
Über jedem guten Buch muss das Gesicht des Lesers von Zeit zu Zeit hell werden. *Christian Morgenstern*
Jörg Böhm schafft es mit diesem Krimi seine Leser zu fesseln. Der Schreibstil ist sehr schön, sodass man dieses Buch flüssig lesen kann. Besonders möchte ich hier das Cover hervorheben, denn es passt super zum Buchtitel und des dahinterstehenden Krimis. Wer auf Krimis steht, sollte dieses Buch lesen.
5 von 5 Sterne
- Gerd Schilddorfer
Der Zerberus-Schlüssel
(43)Aktuelle Rezension von: Isar-12"Der Zerberus-Schlüssel" ist der vierte Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Als eine junge Architekturstudentin in Berlin ein halb verfallenes Haus begutachtet, macht sie die grausame Entdeckung einer mumifizierten Leiche, die bereits jahrelang an einem Balken hängt. Davor am Boden auf einem Zettel fixiert drei chinesische Schriftzeichen. Bevor sie die Polizei informiert, nimmt sie diese an sich. Zur gleichen Zeit werden in Berlin mehrere Männer exekutiert, alle auf identische Weise. Kommissar Callis wird auf den Fall angesetzt, tappt aber im Dunkeln bis sich ein sogenannter "Cleaner" dazu bekennt. Gleichzeitig wird in Großbritannien Major Llewellyn eine Namensliste von ehemaligen Ostagenten zugespielt, die alle auf mysteriöse Weise starben. Als auch noch die chinesischen Triaden an allem interessiert sind, wird das ganze zu einem undurchsichtigen Fall, der seine Verbindung anscheinend im dritten Reich hatte als 1940 ein Schiff von den Deutschen im Pazifik aufgebracht wurde. Gerd Schilddorfer springt in diesem Thriller durch einige verschiedene Zeitebenen mit unterschiedlichen Protagonisten. Als Leser muss man sich dabei erst mal zurechtfinden. Ebenso umfasst die Story in Summe gut 800 Seiten, wobei in diesem Band John Finch sehr lange fast nur eine Nebenrolle spielt, bevor auch er vermehrt ins Geschehen eingreift. Dies empfand ich selbst ein wenig schade, denn genau diese Hauptfigur mochte ich doch besonders aus den Vorgängerbänden. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, etliche der Figuren sind einem aus den anderen Bänden bereits bekannt und es ist schön sie auch in diesem Band wieder zu erleben. Obwohl dieser Thriller wieder spannend erzählt ist, hat er aber streckenweise diesmal ein paar Längen. Hier hätten vielleicht ein wenig Straffung gut getan. In Summe ist "Der Zerberus-Schlüssel" wieder ein gelungener Thriller, kommt aber für mich nicht ganz an die Vorgängerbände heran.
- Volker Klüpfel
Kluftinger (Kluftinger-Krimis 10)
(264)Aktuelle Rezension von: jaspermoDer zehnte Fall für Kommissar Kluftinger. Die Leichtigkeit und Originalität der ersten Bände sind kaum noch zu spüren. Schon beim letzten Teil schlichen sich erste Ermüdungserscheinungen ein, und diesmal wird das Gefühl noch deutlicher.
Die Spannung bleibt eher im Mittelfeld. Richtige Höhepunkte sucht man vergeblich, dafür gibt es nette Rückblicke in Kluftingers Jugend, für mich das stärkste Element des Buches. Hier blitzt noch etwas von dem Charme auf, den ich an der Reihe immer geschätzt habe.
Der Stil ist sprachlich wie gewohnt. Der Humor funktioniert stellenweise immer noch gut und hilft, über einige Längen hinwegzusehen. Aber insgesamt fehlt einfach der Biss, die erzählerische Frische.
Was mir gar nicht gefallen hat war das abrupte Ende mit Cliffhanger. Natürlich wird damit der elfte Band vorbereitet, aber das wirkt etwas zu kalkuliert und reißt einen unbefriedigt aus der Geschichte.
Kein schlechtes Buch, aber eben auch kein starker Kluftinger mehr. Hoffen wir, dass das Autorenduo beim nächsten Teil wieder etwas mutiger und frischer zu Werke geht.
- Donna Leon
Endstation Venedig
(307)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Er rief nicht an, und bei seinen Besprechungen mit Patta erwähnte er die Morde nicht, weder den einen, der so rasch von der Presse vergessen, noch den anderen, der niemals Mord genannt worden war.«
Warum habe ich eigentlich so lange keinen Fall mehr für Commissario Brunetti gelesen? Diese Frage stellte ich mir schon nach kurzer Zeit, denn das Buch gefiel mir sehr gut.
Ich fand es höchst erholsam, einen Ermittler zu erleben, der keine Traumata mit sich herumschleppt, kein Drogenproblem hat und nicht einmal geschieden ist. Morgens ist er ein Muffel und der pubertäre Sohn verhält sich altersgerecht – das war’s an privaten Problemen. Umso größer ist sein Potential, sich für seine Fälle einzusetzen. Und das ist auch notwendig, denn obwohl Brunetti fest davon überzeugt ist, dass der junge Mann, der tot aus dem Kanal gezogen wurde, nicht einfach nur das bedauerliche Opfer eines Raubüberfalls ist, werden ihm weitere Ermittlungen untersagt.
Brunetti jedoch lässt sich nicht so einfach ausschalten, sondern bohrt heimlich weiter. Schon bald erhält er von Bekannten den gutgemeinten Rat, sich besser zurückzuhalten, denn er stochert in einem Nest aus schmutzigen Geschäften…
Der Krimi ist einer von der ruhigen Sorte, für mich ist das fein, wenn alles andere stimmt. Ich mag Brunetti, ich mag seine Art zu ermitteln und die stimmungsvollen Beschreibungen der Stadt. Und die Frage, ob es gelingen wird, hier für etwas Gerechtigkeit zu sorgen, fand ich sehr spannend.
Fazit: Mit meinem nächsten Brunetti lasse ich mir nicht so lang Zeit. Ruhiger Krimi, stimmungsvoll und spannend zugleich.
- Beate Maly
Advent im Grandhotel
(31)Aktuelle Rezension von: ZauberberggastTrommelwirbel! Ich habe endlich alle Anton-und-Ernestine-Romane von Beate Maly gelesen.
“Advent im Grand Hotel” ist ein weihnachtlicher Sonderband, in dem es ausnahmsweise mal nicht um Mord und Totschlag geht. Beate Maly meint im Nachwort, sie habe es “ein bisserl problematisch” gefunden, die Balance zwischen Krimi und Vorweihnachtszeit zu halten. Ich denke aus diesem Grund und weil sich die Autorin selbst als “Weihnachtsfan” bezeichnet, wollte sie diesem “Sonderfall” von Anton und Ernestine keine weitere Leiche hinzufügen. Das ist ein bisschen verwunderlich, denn in “Mord im Stadtpalais”, das ebenfalls in der Vorweihnachtszeit spielt, gibt es durchaus Tote. Nun ja, jede Reihe ist auch anders und ich finde es sehr stimmig, dass das charmante Pensionist:innenpärchen diesmal nur in einem Kunstraub ermittelt.
Es ist Advent 1926 und ich habe es bereits in meiner Rezension zu “Mord im Planetarium” (spielt im Sommer 1927) angemerkt, dass das von der Chronologie der Fälle her nicht stimmen kann, denn Hilde, die Tochter von Anton, ist immer noch schwanger mit dem Kind, das sie bereits im Herbst 1925 (“Mord im Böhmischen Prater) unter dem Herzen getragen hat. Also hier hat sich definitiv ein kleiner Fehlerzwerg eingeschlichen, dem anscheinend außer mir niemand auf die Schliche gekommen ist. Aber sei’s drum! Dadurch fühle ich mich ein bisschen wie Ernestine - schließlich habe ich auch mal einen kleinen “Fall” gelöst.
Apropos Ernestine. Sie hat mal wieder etwas umsonst bekommen: Karten für eine Kunstauktion am Semmering. Über die Arbeiterbibliothek, wo sie seit neuestem ehrenamtlich arbeitet. Also packen sie und Anton Hildes Tochter Rosa und deren Freund Fritzi ein, um ein schönes Wochenende in einem Grand Hotel auf dem verschneiten Gebirgspass zu verbringen. Allerdings residieren sie im Südbahnhotel und nicht im “Panhans”, wo der erste Fall der beiden angesiedelt war. Doch von Ruhe und Erholung mit Schnee und kandierten Äpfeln ist keine Spur, denn verschiedene Künstler:innen, Balletttänzer:innen und Industrielle sorgen in Kombination mit begehrten und weniger begehrten Kunstwerken dafür, dass Ernestine mal wieder ermitteln darf.
Herrlich weihnachtlich cosy ist dieser Krimi. Natürlich werden auch hier wieder gesellschaftlich heiße Eisen angefasst, aber diesmal eben wesentlich unblutiger (obwohl es sogar Mini-Backgroundstorys mit Trigger-Potenzial - u.a. gezwungene Abtreibung - gibt). Ansonsten liebt Anton wie üblich alle Mehlspeisen, die vorkommen, und Ernestine ist neugierig wie eh und je. Außerhalb dieser Jahreszeit würde ich es vielleicht nicht unbedingt empfehlen, aber in der Advents- und Weihnachtszeit ist es ein wunderbar kleines, hübsch gestaltetes Buch, das man zusammen mit Tee und Plätzchen schnell weginhalieren kann.
- Martin Suter
Allmen und die Dahlien
(98)Aktuelle Rezension von: Schmuck_GuggerinWir sind sogleich in der Welt der Reichen und Schönen in der der eleganteste Detektiv, den die Krimiwelt kennt, seine Arbeit tun soll.
Ein Dahliengemälde von hohem Wert ist verschwunden. Es gehörte einer reichen Dame, die dieses Bild unter allen Umständen wiederbekommen möchte.
Diese Tatsache alleine verspricht sehr viel Arbeit für Johann Friedrich von Allmen, den engagierten Detektiv.
Dem Gemälde haftet an, dass die jeweilige Besitzerin immer in einer ganz besonderen emotionalen Beziehung zu diesem Bild steht: Es wurde immer als Zeichen einer tiefen Liebe geschenkt.
Wie im Leben, so kann aus tiefer Liebe sehr rasch ein anderes Gefühl erwachsen, was dem Roman einen interessanten Hintergrund verschafft.
Das Buch ist, in der dem Autoren eigenen Sprache, ein Genuss.
Man darf hoffen bald noch weitere Fälle mit Johann Friedrich von Allmen lesen zu dürfen.
- Jan Seghers
Die Akte Rosenherz
(96)Aktuelle Rezension von: IgnoFrankfurt im Jahr 1966. In ihrer Wohnung wird die Edelprostituierte Karin Rosenherz brutal abgeschlachtet aufgefunden. Das Verbrechen macht Schlagzeilen, nur neun Jahre stand Frankfurt mit durch den Mord an Rosemarie Nitribitt im Rampenlicht. Und ebenso wie im Fall Nitribitt kann kein Mörder überführt werden.
2005 wird Kommissar Marthaler auf den Fall aufmerksam gemacht. Ein Kunstraub, bei dem Tereza schwer verletzt wird, scheint im Zusammenhang mit dem Fall Rosenherz zu stehen. Marthaler macht sich daran, mit der Vergangenheit aufzuräumen.Die Akte Rosenherz erscheint seit 2010 bei Rowohlt und umfasst 480 Seiten. Das Buch ist der vierte Band in Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt.
Marthalers vierter Fall spielt zeitlich etwa 4 Monate nach Partitur des Todes, also im Jahr 2005. Tereza ist schwanger, Marthaler hat daher die neugegründete Cold-Case-Unit der Frankfurter Mordkommission übernommen, um mehr Zeit für Tereza und in Zukunft ihr Kind zu haben. Als Tereza ein Gemälde des Städels überstellen soll, wird der Transport überfallen und sie angeschossen und schwer verletzt. Durch Arne Grüter, den Chefreporter des City-Express‘, wird Marthaler auf eine Verbindung mit dem lange zurückliegenden Mord an Karin Rosenherz gebracht. Widerwillig lässt er sich auf einen Handel mit Grüter ein.
Als die junge Journalistenschülerin Anna Buchwald auf die Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Rosenherz aufmerksam wird, fährt sie kurzerhand nach Frankfurt, um sich an die Ermittler zu hängen. Für ihre Aufnahme an der Journalistenschule hat sie ein vielgelobtes Dossier über den Fall geschrieben und nie mit ihm abgeschlossen. Da das einzige verbliebene Exemplar der Rosenherz-Akte in Annas Händen ist, sieht sich Marthaler gezwungen, mit ihr zusammen zu arbeiten.
Als historische Vorlage dient Seghers der Fall Helga Matura, aus der er Karin Rosenherz gemacht hat. Verweise zum Fall Rosemarie Nitribitt, dem anderen großen Prostituiertenmord in Frankfurt, finden sich ebenfalls im Buch. Die historischen Hintergründe zum Fall Matura sind zwar korrekt, die Geschichte, die Seghers um den Mord konstruiert, ist aber Fiktion.
Die Akte Rosenherz ist in einiger Hinsicht anders als die bisherigen Fälle Marthalers. Sein Team von der MK1 kommt weitgehend nicht vor und wird auch nicht weiterentwickelt, da Marthaler durch den Wechsel in die Cold-Case-Unit sowieso nicht mehr an aktuellen Fällen arbeiten soll und seine Ermittlungen in diesem speziellen Fall weitgehend an den Behörden vorbei stattfinden. Verantwortlich dafür ist auch, dass er mit Arne Grüter kooperiert, was mir tatsächlich schwer zu glauben fiel. Die Geschichte der beiden ist so stark von Ablehnung geprägt und Grüter hat Marthaler in der Vergangenheit mehr als ein Mal übel mitgespielt. Dass Grüter ihn für eine Story ansprechen würde, wenn er ihn braucht, das würde ich nie bestreiten. Dass Marthaler sich aber darauf einlässt, das wollte mir wirklich nicht ganz in den Kopf.
Demzufolge finde ich es auch etwas schade, dass Seghers seine Medienkritik hier etwas abgeschwächt hat. Grüter, der bisher das Inbild unethischen Journalismusses war, wird ein gutes Stück reingewaschen und sympathisch gemacht. Das passiert in der Realität leider auch zu oft, wie das große Tagesblatt mit den vier Buchstaben immer wieder beweist, und dass es funktioniert, finde ich grundlegend falsch. Daher bin ich nicht allzu glücklich, wenn es in der Literatur auch noch gespiegelt wird.
Abseits dieser Kritik bleibt Die Akte Rosenherz aber ein spannender Hessenkrimi. Der Fall ist dieses Mal nicht so lange undurchsichtig, wie es in den vergangenen Bänden der Fall war. Trotzdem ist er spannend aufgebaut und durch die Vorlage auch mit einigen Fakten gespickt, über die man sonst wohl eher selten stolpert. Mit der Figur Anna Buchwald führt Seghers einen neuen Charakter ein, sie wird in Die Sterntaler-Verschwörung wieder eine Rolle spielen. Auch Hans-Dieter Herrmann, der geschasste Ex-Leiter der Mordkommissionen hat wieder eine Rolle.
Die Leseempfehlung bleibt, wie bei allen Marthaler-Bänden. Jan Seghers schreibt tolle Hessenkrimis, da steht auch Die Akte Rosenherz in nichts nach. Meine Kritikpunkte verbuche ich eher unter Geschmackssache.
- Klaus-Jürgen Wrede
Das Geheimnis des Genter Altars
(42)Aktuelle Rezension von: walli007Eines Tages findet Daniel die Wohnung seines Freundes Juri offen und Juri liegt tot in einem der durchwühlten Zimmer. Sofort informiert Daniel die Polizei, die zwar Einbruchsspuren findet, aber keinen Toten. Erst vor ein paar Jahren, gerade um die Zeit, als zwischen Daniel und seiner Freundin Schluss war, haben Daniel und Juri sich kennengelernt und waren seitdem gut befreundet. Soweit Daniel weiß, war Juri einer geheimnisvollen Sache auf der Spur. Kurz nach dem Einbruch taucht Mara vor Juris Wohnung auf, die erklärt, sie sei Juris Schwester. Gemeinsam mit Mara versucht Daniel herauszufinden, weshalb Juri umgekommen ist und worum es sich bei den geheimnisvollen Nachforschungen handelt, mit denen Juri beschäftigt war.
Letzteres ist schnell ausgemacht, Juri ging es um den noch immer nicht vollständig geklärten Diebstahl einer Tafel des Genter Altars. In einer kurzen Rückblende werden die Umstände des Diebstahls von 1934 geschildert. Schnell merken Mara und Daniel, dass sie nicht die Einzigen sind, die sich nach so langer Zeit an die Lösung dieses alten Kriminalfalls begeben. Ihre Gegenspieler schrecken dabei nicht davor zurück, andere in Gefahr zu bringen oder zu bedrohen, um an deren Forschungsergebnisse zu kommen. Dennoch gehen Daniel und Mara jedem Hinweis nach, den sie entweder bereits haben oder den sie noch finden. Es entspinnt sich eine abenteuerliche Reise in die Welt der Geheimnisse des Genter Altars.
Mit dem Geheimnis des Genter Altars ist dem Autor ein spannender Abenteuerroman gelungen, der seinen Ausgangspunkt an einem wahren Verbrechen hat. Ein Kunstraub, der nie vollständig aufgeklärt wurde. Ein Ansatz, der für eine tolle Geschichte einen Ausgangspunkt bilden kann. Beinahe wie bei Indiana Jones hasten Mara und Daniel von einem Hinweis zum anderen, eine abenteuerliche Fahrt führt sie von Deutschland über Belgien nach Südfrankreich. Verfolgt von bösen Häschern versuchen sie ihr Möglichstes das Geheimnis gleichzeitig zu entschlüsseln und zu schützen. Auch wenn es während dieser rasanten Verfolgung manchmal etwas zu hoch hergeht und man sich fragt, wieso sich die Lösungen ausgerechnet Mara und Daniel präsentieren und nicht schon jemandem vorher, so hat man doch ein packendes Leseabenteuer, das einen gut durchdachten Lösungsansatz bietet.
3,5 Sterne
- Marcus Wächtler
Der Grüner Dresdner: Ein Dresdenkrimi
(18)Aktuelle Rezension von: UteChristineIn Dresden war ich schon und war deshalb neugierig auf diesen Krimi. Das Cover fällt auf mit dem düsteren Himmel.
Der Autor Marcus Wächtler warnt zwar gleich davor, dass dieser Krimi sehr faktenreich ist, aber mir ist es dann doch zu viel. Es stört den Lesefluss zu sehr. Nicht alle recherchierten Fakten gehören meiner Meinung nach in einen Krimi. Das wichtigste hätte ich mir zum Schluss gewünscht.
Spannend war die Suche nach dem Grünen Dresdner, allerdings fand ich im Laufe der Handlung einiges abstrus.
Die Kapitelüberschriften sind die Namen der einzelnen Protagonisten, was aber das Wiederfinden schwierig macht. Vielleicht sollte es da noch einen kleinen Zusatz geben.
- Tess Gerritsen
Die Meisterdiebin
(27)Aktuelle Rezension von: TaurielDas Cover gefällt mir sehr gut,und wie ein roter Faden zieht sich die Suche nach dem Dolch mit Namen
"Das Auge von Kaschmir "
durch das Buch.
Die Protagonistin Clea stößt auf der Suche nach diesem Dolch mit Jordan zusammen,der sich als Einbrecher betätigt und nachts in ein Haus einbricht,um kompromittierende Briefe einer Bekannten zu suchen.Die Briefe sind gefunden ,doch der Dolch bleibt verschwunden.Auf der gemeinsamen Flucht beschützt Jordan Clea und sie versuchen die Hintergründe zu verstehen.Die Story nimmt an Fahrt auf und bleibt spannend.Dieser Thriller ist mit einer Lovestory gekoppelt und als Clea und Jordan eine Verschnaufpause einlegen kommt noch etwas Humor auf.
Die Figuren sind gut beschrieben und durch den flüssigen Schreibstil liest sich das Buch gut.Gerne mehr davon!
- Carla Montero
Das Mädchen mit den Smaragdaugen
(35)Aktuelle Rezension von: NicolePDie Kunsthistorikerin Ana García-Brest hat den Auftrag, ein Gemälde zu finden, von dem niemand weiß, ob es wirklich existiert oder nur eine Legende ist. Ihre Suche führt sie nach Paris. Dort trifft sie auf Dr. Alain Arnoux. Er ist spezialisiert auf durch Nazis enteignete Kunst. Denn Anas einzige Spur ist die Jüdin Sarah, welche der Deportation entkommen konnte. Die Suche nach dem Bild wird Ana in große Gefahr bringen.In der zweiten Handlung kann der Leser Sarahs Flucht und die Zeit danach verfolgen. Auf beiden Zeitebenen gibt es Rätsel, welche sich erst nach und nach auflösen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und beide Erzählebenen bieten Spannung bis zum Schluss. Wendungen sorgen dafür, dass man sich als Leser nie sicher sein kann, auf der richtige Spur zur Lösung zu sein.
Die Geschichte liest sich flüssig, und ich empfehle „Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ gerne weiter.
- Klaus Modick
Vierundzwanzig Türen
(34)Aktuelle Rezension von: stefan182Inhalt: Weihnachten hat im Haus des Erzählers Einzug gehalten. Und zwar in Form eines Adventskalenders, der so ganz anders ist als gewohnt. Nicht Schokolade verbirgt sich hinter jedem Türchen, sondern ein – auf den ersten Blick nichtssagendes – Bild. Doch je näher der 24. Dezember kommt, desto deutlicher wird: Der Adventskalender erzählt eine ganz eigene Geschichte.
Persönliche Meinung: „Vierundzwanzig Türen“ ist ein literarischer Adventskalender von Klaus Modick. Erzählt wird der Roman in zwei Handlungssträngen. In der Gegenwart, die gegen Ende der 1990er-Jahre spielt, steht die Vorweihnachtszeit im Hause des Ich-Erzählers im Fokus. So werden hier familiäre Weihnachtstraditionen, Vorbereitungen auf das Fest, aber auch Dispute innerhalb der Familie thematisiert. Denn: Der Erzähler verliert immer mehr den Draht zu seinen beiden jugendlichen Töchtern und kann sich nicht recht damit abfinden, dass sie bald erwachsen sind. Auch ihre „neumodischen“ Wünsche stoßen bei ihm auf Ablehnung (Da der Roman ursprünglich im Jahr 2000 erschien, ist er mit all seinen Dingen aus den 1990er-Jahren eine schöne Zeitkapsel für dieses Jahrzehnt). Der zweite Handlungsstrang wird durch die Bilder des Adventskalenders erzählt: Von einer personalen Instanz wird hier von einem Kriminalfall berichtet, der sich in der Nachkriegszeit zugetragen hat – und der ganz anders endet, als man vermutet. Die Entbehrungen und Schwierigkeiten der Nachkriegszeit werden in diesem Handlungsstrang detailliert beschrieben, sodass „Vierundzwanzig Türen“ auch Züge eines (zeit)historischen Romans erhält. Die beiden sich abwechselnden Erzählstränge verschränken sich in der Perspektive des Ich-Erzählers: Immer wieder wird der Ich-Erzähler durch die Bilder des Adventskalenders an seine eigene Jugend in der Nachkriegszeit erinnert, weshalb er über diese nachdenklich monologisiert und sie in Bezug zu der Kindheit seiner Töchter setzt. Oftmals schweift der Erzähler dabei auch in philosophische und entwicklungstheoretische Überlegungen ab. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, besitzt aber einen literarischen Anspruch, der sich in Wortwahl und Satzbau zeigt. Insgesamt ist „Vierundzwanzig Türen“ ein unaufgeregt erzählter Roman, der einerseits weihnachtliche Stimmung aufkommen lässt, andererseits eine Reise in die Nachkriegszeit sowie in die 90er-Jahre ist.
- Martin Suter
Allmen und die Libellen
(276)Aktuelle Rezension von: wanderer-of-wordsDas war er nun, mein erster Suter! Und endlich mal kann ich sagen: die Begeisterung für den Autor kann ich absolut nachvollziehen!
Mit knapp 200 Seiten ist es kein besonders langes Buch, kommt ohne allzu viel Nervenkitzel und Gewalt aus und die Krimihandlung ist an sich auch nicht besonders originell. Dass ich trotzdem bestens unterhalten wurde liegt daran, wie großartig Martin Suter erzählen und Protagonisten erschaffen kann.
Wobei Allmen ja eigentlich nur ein Taugenichts und Müßiggänger ist, aber eben so sympathisch geschrieben, dass man gemeinsam mit ihm entsetzt darüber ist, wenn die Gläubiger mal wieder die Forschheit besitzen, an die Bezahlung der Schulden zu erinnern.
Besonders gefallen hat mir Suters elegante Sprache, er fordert den Leser, aber überfordert nie. Mit viel Humor erzählt er wie Allmen sich einfallsreich durch die gehobenen Schweizer Kreise mogelt. Etwas über der Mitte begann die Handlung zwar ganz langsam etwas abzuflachen, aber genau dann gab es neue Entwicklungen, die der Geschichte eine frische Dynamik gaben.
Fazit
Eine toll erzählte Geschichte mit ausgefeilten, etwas schrägen Charakteren. Das muss man mögen, ich fand es super und freue mich nun richtig auf die nächsten Bände! Der Auftakt hat nämlich schon sehr vielversprechend angedeutet, wie es weitergeht. - Sabine Vöhringer
Schatten über Saint-Tropez
(33)Aktuelle Rezension von: ConzilieSpannender Krimi mit tollen Beschreibungen vom Leben an der Küste Südfrankreichs.
Die Handlung war für mich bis zum Ende überraschend. Die Charaktere und ihre Beweggründe waren nachvollziehbar und gut erzählt. Auch der Rückblick in die Vergangenheit war schlüssig und begründet gut die Geschehnisse in der Gegenwart.
Ich hatte Spaß der Hautprotagonistin durch ihre Ermittlungen zu folgen.
- Daniel Silva
Der Engländer
(57)Aktuelle Rezension von: TommyBBBDas Buch haut mich nicht wirklich um, aber es ist ziemlich rasant geschrieben, eine europäische Katz- und Mausjagd und ein netter Schluss. Wirklich nicht so ganz klar ist, wie die wesentlichen handelnden Figuren denn nun tatsächlich miteinander verbunden sind, bzw. warum sie es (immer noch) sind. Denn alle sind mehr oder weniger freiwillig dabei.























