Bücher mit dem Tag "kurt wallander"
16 Bücher
- Henning Mankell
Mörder ohne Gesicht
(1.008)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessHenning Mankells „Mörder ohne Gesicht", der erste Band der Wallander-Reihe, hat mich von Anfang an durch seinen prägnanten und reduzierten Erzählstil überzeugt. Der Schreibstil mag zunächst ungewohnt erscheinen, erinnert aber mit seiner präzisen, teils stakkatoartigen Erzählweise an die Direktheit eines „Maschinengewehrs". Diese Klarheit, gepaart mit dem Verzicht auf überflüssige Ausschmückungen, sorgt dafür, dass die Handlung stets auf den Punkt bleibt und nie ins Stocken gerät. Selbst alltägliche Handlungen, wie Wallanders Reisen von einem Ort zum anderen, werden aufs Wesentliche reduziert, ohne dass dabei etwas fehlt.
Die Handlung selbst ist geprägt von rea-litätsnaher Polizeiarbeit. Wer actiongela-dene Szenen, Explosionen oder filmreife Verfolgungsjagden sucht, wird hier nicht fündig. Stattdessen überzeugt das Buch durch die nüchterne und präzise Darstellung von Ermittlungsarbeit. Gerade diese sachliche Herangehensweise macht die Geschichte so fesselnd - die Spannung entsteht aus der Authentizitat der Arbeit und den falschen Fahrten, denen man als Leser ebenso auf den Leim geht wie die Ermittler. Mankell schafft es meisterhaft, den Leser in den Denkprozess der Ermittler einzubeziehen, sodass man selbst miträtseln kann.
Kurt Wallander ist eine Figur, die mich besonders beeindruckt hat. Mankell gibt einen tiefen Einblick in seine Persönlichkeit und Gefühlswelt. Wallander ist ein vielschichtiger Charakter, der manchmal unsympathisch wirkt, gleichzeitig aber auch seine menschliche und mitfühlende Seite zeigt. Diese Ambivalenz macht ihn glaubwürdig und interessant. Es ist spannend, Wallanders Entwicklung im Verlauf des Buches zu beobachten, und ich freue mich darauf, seine charakterliche Reise in den folgenden Büchern weiterzuverfolgen.
Ein weiteres Highlight des Buches ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Besonders auffällig ist, wie aktuell die Diskussionen über Themen wie Asylpolitik und Rassismus auch heute noch sind - mehr als 30 Jahre nach Erscheinen des Buches. Dies verleiht dem Werk eine zeitlose Relevanz und regt zum Nachdenken an. Ich bin gespannt, welche weiteren gesellschaftlichen Fragestellungen Mankell in den nächsten Bänder -'fgreifen wird.
Insgesamt ist „Mörder ohne Gesicht" ein beeindruckender Auftakt der Wallander-Reihe. Die Kombination aus realitätsnaher Ermittlungsarbeit, spannenden Wendun-gen, einem tiefgründigen Hauptcharakter und gesellschaftskritischen Themen macht das Buch zu einem echten Leseer-lebnis. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Reihe und bin gespannt, wie sich Kurt Wallander weiterentwickelt.
Fazit: Ein gelungener Start in eine der wohl bekanntesten Krimireihen - absolut empfehlenswert!
- Henning Mankell
Hunde von Riga
(689)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessSpoilerwarnung: Diese Rezension enthält inhaltliche Details zum Verlauf und Ende des Romans.
Nach Mörder ohne Gesicht war ich gespannt, wie es mit Kurt Wallander weitergeht – und fand mich schnell in einer Art Hass-Liebe wieder, die wahrscheinlich sinnbildlich für mein Verhältnis zu Henning Mankell steht.
Sein Schreibstil ist ruhig, fast schon einschläfernd. Normalerweise würde ich das als Kritikpunkt sehen, aber bei Mankell funktioniert es, weil diese Schwere so perfekt zu Wallanders Charakter passt. Wallander ist kein Held, er ist ein müder, zerrissener Mann, gefangen zwischen Routine, Einsamkeit und Selbstzweifeln. Wenn er spricht, hört man fast schon seine Müdigkeit atmen – und genau das macht ihn real.
Was Mankell unglaublich gut kann, ist Stimmung. Der Kontrast zwischen Schweden und Lettland zieht sich wie ein emotionaler Temperaturunterschied durchs ganze Buch. In Schweden spürt man noch Wärme, Nähe, kurz sogar Geborgenheit (besonders in den Szenen mit seiner Tochter). In Riga dagegen friert man mit – alles ist kalt, grau, gehetzt und trostlos. Diese Atmosphäre hat mich komplett abgeholt.
Der Plot dagegen: schwierig. Anfangs stark, mit einem mysteriösen Rettungsboot und zwei Toten, entwickelt sich die Geschichte zu einer Art Agenten-Thriller. Das funktioniert phasenweise gut – etwa in der Halle, als Wallander gefangen ist, oder später im Polizeirevier, wo man fast seinen Angstschweiß riecht. Aber Mankell verliert irgendwann die Kontrolle über seine eigene Geschichte. Figuren tauchen auf und verschwinden wieder, Handlungsstränge werden angerissen und fallen dann ins Leere. Beispielhaft: der Mann in der Jagdhütte – eingeführt, gefangen genommen, nie wieder erwähnt.
Auch die Romanze zwischen Wallander und Baiba wirkt leider gezwungen. Sie treffen sich, sehen sich zweimal – und plötzlich herrscht große Liebe. Das wirkt konstruiert, fast wie ein erzählerischer Fremdkörper, den Mankell unbedingt einbauen wollte.
Das Ende schließlich wirkt gehetzt. Oberst Putnis taucht auf und erklärt alles in wenigen Seiten – Dinge, die man theoretisch 100 Seiten früher hätte auflösen können. Wallander bleibt letztlich mehr Beobachter als Ermittler. Die anfängliche Bootsszene, so stark sie war, hängt inhaltlich fast lose in der Luft. Auch der Titel „Die Hunde von Riga“ wird erst spät und dann recht unmotiviert aufgegriffen – schade, denn das Potenzial war riesig.
Ein paar Szenen stechen dennoch hervor: Das Kapitel im Kaufhaus, die Verfolgung auf dem Dach, und diese Momente, in denen Wallander für einen Augenblick wieder klar denkt, analytisch wird, Pläne schmiedet. Da spürt man den alten, nüchternen Ermittler wieder – den Mankell eigentlich so gut schreiben kann.
Unterm Strich ist Die Hunde von Riga für mich ein solider, aber schwächerer Wallander. Atmosphärisch stark, psychologisch interessant, erzählerisch aber zu sprunghaft und unkonzentriert.
Fazit: Ein Roman voller Kälte, Melancholie und politischer Schatten – der zwar Tiefe hat, aber sein eigenes Rätsel am Ende nicht ganz zu Ende denkt.
- Henning Mankell
Der Mann, der lächelte
(574)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderKurt Wallander möchte eigentlich seinen Dienst quittieren. Bei einem Spaziergang am Strand trifft er auf einen Bekannten und dieser bittet ihn den tödlichen Unfall seines Vaters zu untersuchen. Wallander lehnt dies ab. Wenig später wird aber der Bekannte ermordet und es gibt eine weitere Leiche und Wallander steigt wieder in den Dienst ein. Immer tiefer graben sie sich in den Fall und es geht um wirtschaftliche Machenschaften und einen ]lächelnden[ Mörder. Solide, spannend erzählt. Wallander wirkt zu oft abgestürzt und irgendwie kaputt. Die seelischen Kämpfe kommen etwas zu kurz finde ich und der Fall ist einfach herunter gespuhlt.
- Henning Mankell
Mittsommermord
(755)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderSommer 1996. Während des Mittsommerfestes verschwinden ein paar Jugendliche. Die Polizei forscht nach und dann wird ein Kollege Wallanders ermordet aufgefunden. Als sie die Todesumstände näher beleuchten finden sie heraus, dass er auf eigene Faust an einem Fall dran war und das verschwinden der Jugendlichen aufklären wollte. Warum? Die Umstände werden immer seltsamer und dann findet man die Leichen der Jugendlichen. In Mittelalterlichen Kostümen. Spannend erzählt und zum Teil mit einer ungeheuren Grundstimmung und Wallanders Seelenleben kommt hier gut heraus. Mankell hat hier ganze Arbeit geleistet.
- Henning Mankell
Der Feind im Schatten
(268)Aktuelle Rezension von: MaFuMankell zwingt den Leser, langsam zu lesen, Schritt für Schritt und bedächtig alles zu durchdenken, wie auch Wallander es tut. Dabei bleiben die Emotionen irgendwie auf der Strecke, aber gerade die Emotionslosigkeit lässt den Leser mitfiebern und mitfühlen. Ein bisschen habe ich Wallanders Zusammenarbeit mit seinen Kollegen vermisst, er ist auf weiten Strecken allein unterwegs, aber seine Art zu ermitteln ist trotzdem einzigartig.
- Henning Mankell
Die falsche Fährte
(583)Aktuelle Rezension von: manomanIm Gegensatz zu "Standard-Krimis", bei denen man erst gegen Ende erfährt, wer der Mörder ist, erhält man in diesem Buch diese Information schon relativ bald. Die Ermittler tappen währenddessen noch im Dunkeln, obwohl sie dem Gesuchten schon ganz nah sind.
Mit gefällt diese Perspektive ganz gut, weil es einfach mal was anderes ist. Spannend ist es meiner Meinung nach trotzdem noch.
Man merkt dem Buch jedoch an, dass es nicht ganz aktuell ist, wenn z.B. nach einer Landkarte oder dem nächsten Telefon gefragt wird.
- Henning Mankell
Die weiße Löwin
(580)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderEine Immobilienmaklerin verschwindet. Alles ist seltsam, denn die beliebte Frau, hatte keine Geheimnisse. Zur gleichen Zeit lernen wir einen Attentäter kennen, der auf eine große he angesetzt wird. Er soll in Südafrika jemanden ermorden. Wen, dass bekommt er erst kurz davor gesagt. Er vermutet schon jemanden, und wir als Leser natürlich auch. Kommissar Wallander findet in Schweden bei seinen Ermittlungen Spuren von einem möglichen großen Attentat in Südafrika und es betrifft nun nicht mehr nur die Familie der Frau, sondern womöglich ein ganzes Volk und die Zeit drängt und dann wird seine Tochter entführt... Was sehr spannend beginnt, wird immer wieder total verworren und es scheint so, als ob Mankell mit Gewalt kritische Töne und brisante Themen einfließen lassen wollte. Das macht leider den Spannungsbogen kaputt und wirkt zum großen Teil sehr aufgesetzt. Es gibt so viele starke Momente in dem Buch und immer wieder wird man gefesselt, aber dann kommt wieder etwas krampfhaft etwas kritisches. Sehr schade, denn es hätte auch so ein großer und brisanter Thriller werden können.
- Henning Mankell
Vor dem Frost
(443)Aktuelle Rezension von: BeustHenning Mankell deutet in „Vor dem Forst“ den Generationenwechsel an: Linda Wallander steht kurz davor, in den Polizeidienst einzutreten und ihrem Vater nachzufolgen. Doch noch ehe sie den Dienst antritt, beginnen Linda und Kurt Wallander gemeinsam, getrennt, mit- und gegeneinander am neuesten Fall zu ermitteln. Dass die grausamen Tötungen von Tieren, die Schändungen von Kirchen und das seltsame Verhalten und Verschwinden von Lindas Freundin Anna zusammenhängen, ahnt der Leser sofort. Aber wie die beiden Wallander dem leicht konstruierten Plot auf die Spur kommen, ist toll erzählt. Linda macht mit Neugier und Unerschrockenheit (fast) wett, was Kurt mit Berufserfahrung und Instinkt gelingt.
Die Folie der Handlung bildet religiöser Fanatismus. Schon im Prolog werden die Leser in den Massenmord einer extremistischen Christensekte geworfen. Und Fanatismus zieht sich durch den ganzen Roman. Menschenleben – und erst recht das Leben von Tieren – gilt diesen Verblendeten nichts im Angesicht der eingebildeten Größe ihres „gottgegebenen Auftrags“.
Mankell hat eindrückliche Einfälle: Annas Mutter komponiert aus Lachern und Seufzern Musikstücke. In Flammen gesetzte Schwäne gehen brennend über einem schwedischen See nieder. Ein so qualvolles wie kräftiges Bild.
Dass es Längen gibt, stört nicht übermäßig, und auch die Vorhersehbarkeit des Endes ist nur ein kleiner Abstrich für die Bewertung dieses gelungenen Wallanders!
- Henning Mankell
Mord im Herbst
(140)Aktuelle Rezension von: HoldenKurt Wallander mal in der Kurzform, dabei nicht minder spannend: Wallander überlegt, seinem Kollegen Martinsson ein Haus abzukaufen, ein Haus auf dem Land, das dieser für den Cousin seiner Frau verkaufen möchte. Als Wallander sich das Haus ansieht, stellt ihm eine Hand ein Bein, genauer gesagt ragt eine skelettierte Hand aus der Erde. Schluß mit Haus Hund Frau, erst muß ermittelt werden. Wie immer spannend, die bleibenden Konflikte mit seiner Tochter, dem verstorbenen Vater und seinem Job treten auch hier auf, und am Ende möchte man den Walli eigentlich nur mal in den Arm nehmen (aber nur kurz).
- Henning Mankell
Die Brandmauer
(566)Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseiteZwei Teenager erstechen auf brutale Weise einen Taxifahrer. Kurz darauf bricht ein Mann vor einem Geldautomaten zusammen und stirbt, obwohl er scheinbar guter Gesundheit war. Kommissar Wallander, der in den Fällen ermittelt, sieht lange keine Zusammenhänge und muss doch bald erkennen, dass er einer großen Verschwörung auf der Spur ist…
Henning Mankell hat mit seinen Kriminalromanen um Kommissar Wallander entscheidend zum momentanen Trend des Nordic Noir-Genres beigetragen und so den guten alten Krimi neu belebt und mit neuen Facetten versehen. Und so ist auch in „Die Brandmauer“ die typische Schwermut zu spüren, den die Hauptfigur mit sich herumträgt: Er fühlt sich alt, müde und oft überlastet. Das kommt erneut sehr gut zur Geltung und lässt auch die Szenen aus seinem Privatleben wieder sehr lesenswert und eingängig werden. Sehr gelungen ist auch, wie er völlig selbstverständlich Gesellschaftskritik einbringt und auf Missstände aufmerksam zu machen, ohne eine einfache (und dann leider auch meist unrealistische) Lösung aus dem Hut zu zaubern. Sicherlich: Er prangert an, warnt, macht aufmerksam, aber eben immer ohne allzu hoch erhobenen Zeigefinger.
All das spielt vor de Kulisse zweier scheinbar unzusammenhängender Todesfälle, die aber auf sehr clevere Weise miteinander verstrickt und um viele weitere Facetten erweitert werden. Dabei hält er nicht alles zurück, um dem Ermittler am Ende eine triumphale Auflösung zu gönnen, sondern teilt immer wieder Zwischenerkenntnisse und Teilauflösungen mit dem Leser. Das macht das Ganze ziemlich komplex, durch die spannende Erzählweise fällt es aber leicht, die Übersicht zu behalten. Erstaunlich ist es, wie sich die Handlung in eine ganz andere Richtung als erwartet entwickelt und zu einer weltumspannenden Verschwörung führt, die mit vielen überraschenden Wendung und einer sehr gelungenen Auflösung führt.
„Die Brandmauer“ überzeugt mit ihrem scheinbar gewöhnlichen Start und führt den Leser aber in eine ganz andere Richtung. Dabei wird die komplexe Handlung verdichtet, packend und gut verständlich aufbereitet, wobei auch die dichte Stimmung sehr überzeugend ist – sowohl bei dem Hacker-Thema als auch bei Wallanders Privatleben. Sehr lesenswert! - Henning Mankell
Wallanders erster Fall und andere Erzählungen
(426)Aktuelle Rezension von: teilzeitbaeuerinDas Buch beinhaltet mehrere kürzere Krimis, die einen jungen Wallander zeigen. Besonders der erste Krimi zeigt Kurt, wie er zur Kriminalpolizei kommt. Er klärt dabei den Mord an seinem Nachbarn auf und erkennt, dass er für einen Kriminalbeamten noch viel lernen muss.
Die Geschichten sind kürzer - sehr zu meinem Wohlbefinden - und in sich abgeschlossen. Einzig Wallander und sein Umfeld ziehen sich durch die Geschichten. Hat mir sehr gut gefallen !
- Henning Mankell
Wallander. Fünf Hörspiele. 1. Staffel
(14)Aktuelle Rezension von: Hellena92Ein Banküberfall gerät außer Kontrolle. Ein geistig verwirrter Mann fordert die Überweisung eines hohen Geldbetrages auf ein bestimmtes Konto. Zuerst nimmt ihn niemand ernst, doch dann droht er, die Bank mit einer Bombe in die Luft zu sprengen. Kurt Wallander, Linda und Stefan Lindman stehen vor einem Rätsel
In diesem Hörspiel geht es heiß her. Linda ist mittlerweile erwachsen und ist Anwärterin für die Kriminalpolizei. Sehr zum Leidwesen ihres Vaters Kurt, der sie immer nur schützen wollte. Lindas erster Fall geht dann bereits heiß los. Ein junger Mann sprengt sich in einer Bank in die Luft.
Ich fand dieses Hörspiel besonders gut. Man hatte das Gefühl wirklich neben den Protagonisten zu stehen, selber den Fall mit zu lösen... ich war total begeistert! Ein Hörbuch, das mitreißt! - Henning Mankell
Mittsommermord
(26)Aktuelle Rezension von: sabistebKurt Wallanders Kollege Svedberg wird erschossen in seiner Wohnung gefunden. Svedberg ermittelte privat auf eigene Faust den Mord an drei Jugendlichen, die die von ihren Eltern nach einer Mittsommernachtsfeier als vermisst gemeldet wurden. Einzige mögliche Zeugin ist Isa Edengren, die bei der geheimen Mittsommernachtsfeier dabei sein sollte, jedoch kurz vorher erkrankte. Bald stellt sich heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Mord an den drei Jugendlichen, die in Kostümen des 18. Jahrhunderts fröhlich Mittsommer feierten und der Tötung Svedbergs gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass auch Wallander selber sich krank und erschöpft fühlt. Der Fall und sein Gesundheitszustand beginnen ihm über den Kopf zu wachsen und zusätzlich wird ihm bewusst, wie wenig er doch von seinem Kollegen Svedberg wusste, obwohl sie täglich zusammen waren. Dieser Fall ist für mich einer der besten, wenn nicht sogar der beste der Wallander Krimireihe. Hier endlich ein solide ermittelter Fall mit überraschenden Wendungen ohne die bei Mankell sonst so obligatorischen und leider meist bemüht wirkenden Verbindungen zu Afrika oder sonstiger politischer oder gesellschaftlicher Kritik. Zwei Fälle, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, erweisen sich auf mysteriöse Weise als doch verknüpft. Das Motiv ist unklar, der Täter ein Mysterium. Die Idee des Motivs und der Täter sind innovativ, nicht vorhersehbar und doch logisch und nachvollziehbar. Die Ermittlung ist sauber ausgeführt, dem Leser bzw. Hörer werden keine Informationen verschwiegen, um einen Knalleffekt zu bewirken. So soll ein Krimi sein. Die Umsetzung ist auch äußerst gelungen. Auch wenn es sich diesmal wieder um ein WDR Radiohörspiel handelt und nicht um eines der Hörverlages ist dies dem Hörspiel nicht anzumerken, obwohl Radiohörspiele oft vom Stil her anders sind als direkt für den Hörspielemarkt produzierte Hörspiele. Kurt Wallander wird anders als in den hörverlagseigenen Hörspielen von Ulrich Pleitgen gesprochen. Einerseits ein wenig irritierend, wenn man die Hörspiele der Reihe nach hört und die Sprecher zwischen den Fällen wechseln, andererseits ist Ulrich Pleitgen einer der ganz großen Sprecher und macht seine Sache wirklich ausgezeichnet. Das Hörspiel stammt aus dem Jahr 2001 und wurde 2008 mit dem Radio-Eins-Hörspielkino-Publikumspreis ausgezeichnet. Das Hörspiel wurde in Zwei Teilen produziert (Die verkleideten Kinder (1. Teil) + Der blutige Schleier (2. Teil)), war im Radio jedoch nur gekürzt hörbar in der üblichen Radiohörspielelänge von ca. 50 min. Die vollständige Produktion gibt es nur auf CD/MC. - Katharina Mahrenholtz
Krimi! Mord und Totschlag in der Literatur
(14)Aktuelle Rezension von: HoldenEin kurzes Büchlein über die Geschichte des Kriminalromans. Natürlich hätte man noch den einen oder anderen Autor hinzugefügt, den man hier sträflich vernachlässigt sieht. Mit schönen Einschüben über die verrücktesten Mordarten oder Mord weltweit. Die kurzen Zusammenfassungen scheinen die Inhalte ein wenig zu ironisieren, liest sich dabei ganz süffisant. Insgesamt mit zahlreichen Hinweisen zu Büchern, zu denen die Autoren "I kill people for money." sagen könnten. Für Heinz Strunk ist der Krimi übrigens das "dümmste Literaturgenre überhaupt", hat er so oder so ähnlich auf einer Lesung gesagt.
- Henning Mankell
Wallanders erster Fall
(29)Aktuelle Rezension von: angies_bücherFür mich ist es der erste Fall von Kurt Wallander. Ich hatte irgendwie nicht verstanden, dass das eigentlich der 9. Band der Reihe ist. Da es mir sehr gut gefallen hat, werde ich jetzt aber nochmal mit "Mörder ohne Gesicht" starten (oder vielleicht auch erst die "Pyramide", weil ich die schon habe).
Wallander ist ein guter Ermittler. Ich mochte sein Vorgehen, seine Beharrlichkeit und seine mehr oder weniger unaufgeregte Art. Das Verhältnis zu seinem Vater fand ich auch interessant. Und ich bin auch gespannt was aus Mona wird.
Freue mich sehr auf weitere Bände. Ulrich Pleitgen liest sehr angenehm. Seine Stimme passt für mich sehr gut
- Henning Mankell
Die fünfte Frau
(737)Aktuelle Rezension von: Svenja_KotzabIch mag es die alten Bücher auf meinem Kindl nochmals zu lesen. Diese mal ein echter Klassiker. Die fünfte Frau von Henning Mankell ist eines seiner bekanntesten Werke. Ich hatte gar nicht mehr in Erinnerung das dieses Buch mit fast 600 Seiten daher kommt.
Ein Mann wird als vermisst gemeldet. In einem Blumenladen wird ein Einbruch ohne Diebstahl gemeldet. Kurt Wallander ist an diesen kleinen Delikten nur mäßig interessiert. Doch als der verschwundene Mann Tod aufgefunden wird, auf grausame Art ermordet, ist die Polizei plötzlich gefragt.
Puhhhh das war eine Lage Geburt. Ich habe mich echt lange lange durch die 560 Seiten gequält. Ich versteh gar nicht warum mir das lesen so schwer gefallen ist. Die Geschichte ist spannend und interessant geschrieben. Aber leider entstehen so viele Längen. Da konnte ich nicht so motiviert am Ball bleiben. Für meinen Geschmack gibt es auch einfach zu viel nebensächliches, die Geschichte um den Vater, die Bürgerinitiative oder Wallanders persönliche Beziehung. Das alles hätte gern kürzer und knackiger sein können. Dann wäre die Geschichte sicher super gewesen! Ich mochte die Idee hinter der Geschichte. Auch die Gedanken des Mörders zu lesen war schon spannend. Aber auch zu wenig für meinen Geschmack. Wahnsinn das im Buch so gemeckert wird das alles so teuer ist, was würde die Menschen im Buch nur über die heutige Zeit sagen? Schad, die Story war an sich gut und spannend, aber die Umsetzung war leider viel zu ausführlich und ermüdend!
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