Bücher mit dem Tag "kurzgeschichte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kurzgeschichte" gekennzeichnet haben.

1.960 Bücher

  1. Cover des Buches Der letzte Wunsch (ISBN: 9783423262644)
    Andrzej Sapkowski

    Der letzte Wunsch

     (800)
    Aktuelle Rezension von: RattusExlibricus

    Kategorie: Action | Heldengeschichte | Abenteuer | Fantasy | Prequel | Kurzgeschichten

    [Fund aus dem öffentlichen Bücherregal, 1x gelesen]

    Worum dreht sich die Handlung?: Geralt von Riva, der "Hexer", ist kein normaler Mensch. Durch schmerzhafte Prozeduren schon als Kind zahlreichen Mutationen unterworfen und der Gesellschaft entrissen, fristet er sein Dasein mit dem Auftrag, die Bevölkerung vor Monstern wie Vampiren, Kikimoras und Werwölfen zu beschützen. Dabei zieht er rastlos von Ort zu Ort um seine Dienste anzubieten, erhält seriöse und fragwürdige Aufträge und erhält dabei oft interessante bis fragwürdige Einblicke in das Leben von Adligen und Dorfbewohnern. Immer wieder muss er hinter die Kulisse blicken, um die wahren Gegebenheiten zu durchschauen. Seine Arbeit ist kein einfacher und kein ungefährlicher Beruf und seit Jahren mehren sich bei ihm die Zweifel und die Grenzen zwischen Menschen und Ungeheuern verschwimmen immer wieder... In dieser Kurzgeschichtensammlung begleiten wir den Hexer ein Stück seines Weges, treffen Ungeheuer in monströser und menschlicher Gestalt und tauchen dabei auch tiefer in seine Gedankengänge ein.

    Große Themen im Hintergrund:  Moral und Scheinheiligkeit, Menschlichkeit und Sehnsüchte

    Persönliche Notiz: Das Buch war ein Bücherregalfund, ich wusste am Anfang weder, dass es ein Prequel ist, noch, dass es eine Serienadaptation gibt, die anscheinend ziemlich bekannt ist, ich bin also sehr naiv an das Buch herangegangen. Mein Anspruch war grundsätzlich, nach der Lektüre einer Reihe "schwererer" Geschichten mal wieder etwas unterhaltsames mit ein bisschen weniger Anspruch und viel Spannung zu lesen. Da ich keine häufige Fantasyleserin bin, schien das Buch gut geeignet, ein bisschen frischen Wind in meine Leseerfahrung zu bringen. In Teilen hat das alles gut geklappt, auch wenn die zweite Hälfte des Buches sich leider etwas mehr gezogen hat als die erste.

    Teilbewertung (Legende *= hat mich nicht überzeugt, **= ausbaufähig, ***=solide/gut zu lesen, ****= sehr gut/klare Empfehlung, *****= exzellent/schwer zu erreichen):


    1. Handlung ***

    Die Kurzgeschichten sind - vor allem am Anfang - abwechslungsreich und durchaus spannend. Vor allem das Einführen in eine neue Welt (mittelalterbasierte Fantasywelt mit Magie und mehr Wesensformen) ohne viel extra zu erklären - ein zweischneidiges Schwert - hat hier ganz gut funktioniert und Spannung generiert. Obwohl die einzelnen Geschichten oft nach einem ähnlichen Schema abzulaufen scheinen, sind sie doch alle unterschiedlich, legen ihren eigenen Akzent und kreieren ihren eigenen Spannungsbogen.  Insgesamt muss jedoch leider gesagt werden, dass sich sowohl der Reiz des Neuen als auch der Spannungsaufbau der einzelnen Geschichten nach hinten hin etwas verläuft. Hier wäre vielleicht mehr Potential gewesen, ich hätte gern noch mehr über die Welt und die vielfältigen Kreaturen erfahren. Nach hinten wird mehr Wert auf den Ausbau von Charakteren und Vergangenheiten gelegt - was vielleicht der Hauptreihe gut zu passe kommt, dem Einzelbuch aber nicht immer. Schön fand ich die zahlreichen Anspielungen auf europäische Märchenmotive, die stark verfremdet gut ins Setting integriert wurden - für mich jedes Mal eine spannende Erfahrung. Leider waren auch diese Integrationen in der zweiten Hälfte nicht mehr so prominent vertreten.

    1. Aufbau **°

    Die eigentlichen Kurzgeschichten sind großteils Rückblenden, die immer mit Kapiteln abgewechselt werden, in denen der Hexer sich im Heiligtum der Melitele (einer Acker- und Fruchtbarkeitsgöttin) aufhält, um sich von einem Kampf mit einem Ungeheuer zu erholen. Dabei ist die zeitliche Reihenfolge der "Abenteuerkapitel" nicht chronologisch, die Erzählung wird immer durch ein Gespräch oder eine Erinnerung während des Aufenthalts im Heiligtum ausgelöst. Außerdem fügen sich diese Kapitel später in den chronologischen Verlauf der Geschichte im Heiligtum ein. Auf diesen Erzählstil muss man sich einlassen, ich fand es okay, obwohl es manchmal etwas chaotisch war. Die "Heiligtumkapitel" sollen größtenteils dazu dienen, den Hexer etwas besser kennenzulernen, aber manchmal passierte da auch nicht so viel, so dass der Aufbau manchmal etwas gezwungen wirkte, vor allem nach hinten hin, als die Geschichten länger wurden und zur besseren Übersicht wiederum in Unterkapitel unterteilt wurden, um nicht mit dem bisherigen Schema zu brechen. Vielleicht wäre etwas weniger Striktheit hier entspannter gewesen.

    1. Charakterzeichnung ***°

    Es wurde Wert darauf gelegt, den Charakteren eigene Denkweisen, Charakterzüge und Eigenheiten zu verleihen, ohne Furcht vor unbequemen Ecken und Kanten. Der innere Konflikt des Hexers wurde glaubhaft und nachvollziehbar ausgearbeitet. Die Charaktere waren nicht alle immer realistisch, haben aber gut ihren Teil zur Geschichte beigetragen. Außerdem hatte man auch bei Nebencharakteren nicht das Gefühl, auf Klone oder heftige Schablonen zu treffen. Besonders gut wurde auch auf die Gefühlswelt von vermeintlichen Monstern und anderen Ausgestoßenen eingegangen. Manchmal wirkte die oft indirekte Charakterisierung ein klein wenig ungeschickt, aber im Großen und Ganzen konnte das Buch in diesem Punkt überzeugen.


    1. Sprache und Stil **°

    Die Sprache war großteils flüssig und greifbar zu lesen. Auf eine gute Integration der Sprache ins Setting wurde viel Wert gelegt. Das hat es einfach gemacht, sich auf die Welt einzulassen. Neue Begriffe die Welt, Kreaturen oder Gesellschaftsstruktur betreffend  wurden nicht groß erklärt, man durfte selbst herausfinden, was sich dahinter verbirgt - das fand ich sehr gut! Weniger gut war jedoch, dass auch für Vorgeschichten der Personen kaum direkte Erklärungen erfolgten, was dazu führte, dass diese in Dialogen in einer manchmal leider unauthentischen/hölzernen Art zu Tage kommen mussten. Generell waren manche Dialoge und innere Monologe, gerade in "Erklärkapiteln" nicht unbedingt authentisch zu lesen. Des weiteren wurden Gewaltbeschreibungen gerne, häufig und beiläufig eingestreut, nicht nur in Kampfszenen (derer es auch sehr viele gab). Das muss man mögen, meins ist es nicht unbedingt. Was mich am meisten gestört hat, war die ständige erotisch aufgeladene Stimmung der Geschichten, ständig fielen obszöne Nebenbemerkungen, ausführliche Beschreibungen von weiblichen Körpern oder einfach eine unnötige hintergründige sexuelle Spannung auch an unangebrachten Stellen. Als das Buch gleich im ersten Kapitel mit einer leicht pornösen Szene losging, hätte ich es ehrlich gesagt fast gleich schon wieder weggelegt, das war in meinen Augen unnötig.

    1. Zielgruppe(n)

    Mit Sicherheit etwas für Liebhaber ähnlicher Fantasywerke aber auch geeignet für Gelegenheitsfantasyleser. Das Buch ist in sich abgeschlossen auch wenn die Reihe weitergeht, wenn man also nur hereinschnuppern möchte, ist es gut geeignet (ich werde die Hauptreihe tatsächlich nicht lesen) Leser*innen sollten kein allzu großes Problem mit Gewaltbeschreibungen haben und auch die stark sexualisierten Teile mögen oder zumindest akzeptieren können. Obwohl hin und wieder philosophiert wird ist das Ganze doch eher der leichteren Lektüre zuzuordnen - es geht mehr um Action und Spannung, Nachdenklichkeit dient hauptsächlich der Charakterausschmückung und man läuft nicht gerade Gefahr von gewichtigen Gedanken erschlagen zu werden.


    1. Fazit ***

    Der erste Teil des Buches (die kürzeren Geschichten) haben mir sehr gut gefallen. Die Art, wie der Leser/die Leserin die neue Welt kennenlernt und die Weltkonzeption generell ist sehr interessant. Die Geschichten bauen mal mehr, mal weniger Spannung auf und gehen spielerisch-interessant mit Märchenmotiven um. Der Aufbau ist etwas verwickelt, aber in sich und stilistisch logisch, teils aber etwas gezwungen. Auch der Stil schwankt zwischen mitreißend und etwas hölzern, v.a. in Dialogen. Der Sogfaktor am Anfang hat auf jeden Fall gut funktioniert und die einzelnen Geschichten waren viel weniger redundant, als man das dem Konzept gemäß befürchten könnte. Die Charakterzeichnung wurde ernst genommen und kein Charakter ist lieblos behandelt. Innere Konflikte der Hauptperson inklusive gewisser moralisch-philosophischer Exkurse sind inkludiert. Die Sprache ist der Welt angemessen und unterstützt die Geschichten authentisch. Es gibt (nicht ganz so mein Fall) viele Gewaltbeschreibungen und eine Menge sexualisierte Beschreibungen und Szenen, sogar schon gleich im ersten Kapitel. Das hätte ich jetzt nicht gebraucht.



  2. Cover des Buches Das Café am Rande der Welt (ISBN: 9783423289849)
    John Strelecky

    Das Café am Rande der Welt

     (1.169)
    Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland

    [𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]

    𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Das Café am Rande der Welt - Eine Erzählung über den Sinn des Lebens
    𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: John Strelecky
    𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: dtv
    𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗: Deutsch
    𝕌𝕖𝕓𝕖𝕣𝕤𝕖𝕥𝕫𝕥 𝕧𝕠𝕟: Bettina Lemke (aus dem Englischen)
    𝕀𝕝𝕝𝕦𝕤𝕥𝕣𝕚𝕖𝕣𝕥 𝕧𝕠𝕟: Root Leeb

    𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Welches viel gelobte Buch hat euch zuletzt enttäuscht?

    𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
    NichtMeins - Nachdenklich - Belehrend

    𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
    Ein Café im Nirgendwo bringt John dazu, sein Leben neu zu betrachten. Denn hier bekommt er die wichtigten Fragen gestellt: Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?

    𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
    Ich habe so viel Gutes darüber gehört und nachdem meine Schwester es nochmal von ihrem Arbeitskollegen ans Herz gelegt bekommen hat, habe ich es auch einmal gelesen. 😊
    Puh, was soll ich dazu sagen. Das kleine Büchlein gibt viel zum Nachdenken. Gleichzeitig habe ich mich gefühlt, als würde die Geschichte mit der Holzhammermethode belehren und mir unbedingt einreden wollen, dass ich mit meinem Leben nicht zufrieden sein kann. 😅
    Vielleicht war die Geschichte einfach nicht meins. Denn auch wenn ich die ein oder andere Sache mitnehme werde ich den größten Teil davon schnell wieder vergessen.

    𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘?
    Mir hat es für eine Leseempfehlung zu wenig gegeben. Aber es gibt viele Leute die das Buch toll fanden. 😊

    𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️

  3. Cover des Buches Die Chroniken des Magnus Bane (ISBN: 9783401508191)
    Cassandra Clare

    Die Chroniken des Magnus Bane

     (748)
    Aktuelle Rezension von: _JustMee

    ☞ Die Chroniken des Magnus Bane - Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan & Maureen Johnson ☜
    Ein Einzelband

    Genre: Urban Fantasy
    Seitenanzahl: 568
    Sternebewertung: 3,4✰ / 5,0✰

    Mir gefällt die charismatische und charmante Art von Magnus Bane sehr. Er sprüht vor Lebensfreude und Energie und doch wissen wir recht wenig über ihn. Umso besser, dass er hier seinen eigenen Raum für seine Lebensgeschichte bekommen hat.

    Dieses Werk ist in verschiedene Kurzgeschichten gegliedert. Als Leser erfahren wir über Magnus Banes Freundschaften, die er zu Ragnor Fell, Tessa Gray, Catarina Loss und Raphael Santiago unterhält. Außerdem bieten sich Einblicke in Magnus bizarres und kurioses Leben über die Jahrhunderte hinweg. Wir erfahren Näheres über seine Lebensgeschichte, seine Erfahrungen und wie diese zu der schillernden Persönlichkeit geführt haben, die er nun einmal ist.

    Die Geschichten sind erfüllt mit Magnus unverwechselbarem Humor. Mir gefällt der Schreibstil sowie die Dynamik zwischen Magnus und Ragnor. Leider haben mir persönlich einige Geschichten aus Magnus Leben gefehlt und die Handlung war stellenweise etwas langatmig. Ich mag die Thematik und die Handlungen von Cassandra Clares Welt sehr, dennoch kann ich aber nicht gänzlich mitfiebern. Die Charaktere bleiben etwas leer und farblos.

    Mögt ihr es, wenn einzelne Nebencharaktere ihr eigenes Buch bekommen? Welche bekannten Nebenfiguren würdet ihr gerne in einem eigenen Werk sehen?

  4. Cover des Buches Noel & Noelle - Die Geburt (ISBN: B01F1RPB32)
    Nicky P. Kiesow

    Noel & Noelle - Die Geburt

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Karina_Lenhart
    Schon beim Einstieg in das Buch war ich überzeugt, dass es mir gefallen wird. Der Schreibstil - in der nacherzählenden Form, mit gedanklichen Einwürfen macht das Lesen total einfach und witzig. Noel der Tollpatsch dem die seltsamsten Dinge wiederfahren, und wie er davon erzählt, herrlich. Ich musste sooft schmunzeln.
    Die Idee mit den Drachen und ihren Fähigkeiten. Auch Noel und Noelle sind mega interessant dargestellt. Ich freu mich auf mehr
  5. Cover des Buches Hinter den Buchstaben (ISBN: 9783646601053)
    Felicitas Brandt

    Hinter den Buchstaben

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Alice_im_bookland
    Autorin: Felicitas Brandt
    Seitenanzahl: 74
    Verlag: Carlsen Verlag
    Preis: Ebook: 1,49


    Inhalt:
    Eigentlich ist für jeden Buchsüchtigen der Traum, einmal in die Welt seiner Helden zu springen, dieser Traum wird für Faith wahr. Faith deren Zuhause die Bibliothek ist. Eines Tages landet sie durch die Hilfe einer Fee in einen ihrer Lieblingsromane. Aber nun muss sie auch noch Robin Hood retten.


    Meine Meinung:
    Nur durch Zufall bin ich auf die Vorgeschichte von "Als die Bücher flüstern lernten" gelandet und fand sie wirklich sehr schön geschrieben. Auch der Schreibstil ist sehr locker gehalten und durch die Ich- Form bekommt man dieses Feeling, das man selber in der Geschichte drinnen steckt. Dennoch fehlt mir an manchen Stellen das Bildhafte, um sich wirklich alles gut vorstellen zu können. 


    Felicitas hat in Faith wirklich einen schönen Charakter geschaffen, die wirklich eine tolle Fähigkeit hat und zwar sie hört die Bücher flüstern. Für jeden Büchermensch, sicher ein schöner Traum. Faith hat das Herz am rechten Fleck und ist eine wirklich angenehme Person, die weiß, wann es am besten ist, die Klappe zuhalten.


    Alleine das Robin Hood, Will, Little John vorkommen, hat die Geschichte einen Stern mehr verdient, wer mag schließlich nicht die Geschichte um Robin Hood und seine Kameraden, die für das Recht der Armen kämpfen. Gut Sky, ein Charakter, der nicht in den Legenden von Robin Hood vorkommt, ist mir zwar am Anfang sehr sympathisch, doch mit der Zeit, nervt er mich leider einbisschen, doch Faith macht die Sache wieder weg.


    Das Faith, sobald sie in das Reich von Robin Hood kommt, indem sie durch ein Buch reist, plötzlich komische Fähigkeiten bekommt, dass sie aufeinmal mit einem Bogen super gut umgehen kann, welchen sie vorher nie im Leben benutzt hat. Gut es kann sicher auch am Feenstaub liegen.


    An sich hat mich die Geschichte dennoch von Anfang an sehr gefesselt und ich war doch einbisschen traurig, als die Reise von Faith plötzlich zu Ende war.


    Fazit:
    Um "Als die Bücher flüstern lernen" zu verstehen, sollte man unbedingt "Hinter den Buchstaben" vorher gelesen haben, damit man den Zusammenhang zwischen den beiden Büchern auch versteht. Trotz einigen Schwachstellen an dem Buch find ich es eine wunderschöne Reise, in die Welt von Robin Hood um ihn zu retten.
  6. Cover des Buches Im Herzen der Vollmond (ISBN: 9783646601107)
    Natalie Luca

    Im Herzen der Vollmond

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus
    Zum Inhalt (Booklet):
    Nachthell – Kühlvertraut – Bernsteinaugen… Während der Vollmond aufgeht, muss Lillys Zug in einer menschenleeren Gegend einen Nothalt einlegen. Entnervt verlässt sie den Zug, um sich selbst durchzuschlagen. Und stößt auf ein geheimnisvolles Dorf mitten im Nirgendwo.


    Das Buch:
    Als der Zug von Lilly Nothalten muss, scheint sie bis auf den Schaffner und den Lokführer die einzige Passagierin zu sein. Als sich der Lokführer und der Schaffner auf den Weg machen, um an der drei Kilometer Notrufsäule um Hilfe zu bitten, bleibt Lilly allein beim Zug zurück. Doch immer wieder fühlt sie sich beobachtet und bricht schließlich in die entgegen gesetzte Richtung auf, wo sie bald an einen Bahnübergang kommt. Dort sammelt sie eine alte Frau auf und bringt sie in ein einsames, abgelegenes Dorf, wo alles anders zu sein scheint, als Lilly es je kennen gelernt hat. Man begegnet ihr mit Abneigung und man will, dass sie sofort wieder verschwindet. Doch wo soll sie hin bei Nacht? So bringt die Alte sie zu dem Gästehaus von Julian von Hagen, einem Mann, bei dem Lilly nicht so recht weiß, was sie von ihm halten soll. Er scheint Dinge zu wissen und Gefühle zu riechen...


    Eigener Eindruck:
    Die Idee zu der Bittersweet-Geschichte hat für mich einen ganz romantischen Touch und hätte mich auch echt überzeugen können, wenn die Story an sich nicht so lückenhaft gewesen wäre und die Charaktere nicht so flach. Die Autorin beschreibt den Beginn der Geschichte noch detailliert, aber nach und nach werfen sich einfach immer mehr Fragen auf, die auch unbeantwortet bleiben. Man bekommt ein paar Brocken hingeschmissen, getreu dem Motto: Friss oder Stirb. Was mich schließlich dann gänzlich aus der Bahn geworfen hat ist das offene Ende und die Frage: Was wollte die Autorin uns mit dieser Geschichte nun sagen...?
    Mir fehlen Details, mir fehlen logische Übergänge und vor allem fehlt mir die gewisse Brise an Emotionen. Die Charaktere sind so flach und undurchsichtig und vor allem teilweise richtiggehend dumm, dass es einfach kein Spaß mehr beim Lesen macht. Lilly ist im wahrsten Sinne des Wortes so blöd, die stürzt sich von einem Problem ins nächste, auch wenn schon alle Alarmglocken auf Gefahr stehen – Lilly geht trotzdem locker luftig drauf los. Anstatt Angst zu haben oder panisch das weite zu suchen ist sie einfach nur naiv und verwundert. Julian als Gegenpart konnte mich auch nicht überzeugen. Mir haben die Details zu ihm gefehlt, man hätte ihn mysteriöser stricken können und vor allem hätte man auch mit ihm und Lilly mehr mit Emotionen spielen können. Stattdessen muss man sich immer wieder fragen, warum ist das jetzt so oder warum handelt er jetzt so oder, oder, oder.... Schade.

    Empfehlen kann ich diese Bittersweet-Geschichte rein gar nicht, weil sie mich selbst nicht überzeugen konnte. Es fehlt hier einfach an allem für mich. Da gibt es sogar FanFictions die von Laien besser geschrieben sind. Einfach schade ums Geld, so hart muss ich es sagen.


    Cover:
    Wie schon bei den anderen Covern der Reihe bleibt meine Meinung gleich: Zu den Bittersweet-Covern gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Sie werden lediglich durch ein Hintergrundbild – zumeist ein Muster – und dem Titel der Geschichte samt Autor zusammen gesetzt. Das Ganze ist jugendlich gehalten, aber das war es dann auch schon. Irgendwie nicht wirklich aussagekräftig und in meinen Augen auch nicht wirklich ansprechend.


    Daten:
    Format: Kindle Edition
    Dateigröße: 1470 KB
    Seitenzahl der Print-Ausgabe: 71 Seiten
    Verlag: bittersweet (14. Januar 2015)
    Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
    Sprache: Deutsch
    ASIN: B00QWVSI0A


    Idee: 4/5
    Charaktere: 2/5
    Emotionen: 2/5
    Details: 2/5
    Logik: 2/5

    Gesamt: 2/5
  7. Cover des Buches Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe (ISBN: 9783716027349)
    Alain Monnier

    Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe

     (36)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989
    "Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe" wartet nicht nur mit einem etwas ungewöhnlichen Titel auf, sondern auch das Cover ist ein Cover, was sofort ins Auge sticht, weil es schon alleine durch die unterschiedlichen Schriftarten, aber auch durch die verschiedenen Größen der Buchstaben auffällt und wann hat man denn schon mal Kühlschränke auf dem Cover? Also daher ist es ein Cover, was man nicht immer findet. Marie ist eine ganz normale Frau, die einfach nur einen Kühlschrank für ihre Wohnung in Toulouse bestellen will, doch leider wird ihr immer wieder ein defektes Teil geliefert oder es gibt einen anderen Grund, warum der Kühlschrank immer und immer wieder nicht funktioniert. Das Spielchen mit den Austauschen des Kühlschranks geht das über 16 Mal und nicht nur Maries Verzweiflung über die Misere wird immer größer, es werden auch nach und nach immer mehr Medien auf die Geschichte aufmerksam und so wird Marie immer mehr ein Magnet für die Öffentlichkeit.Doch es geht nicht nur um die Kühlschränke, Marie, die zu Beginn des Buches als recht normal erschien, kristallisiert sich im Laufe des Buches immer mehr als Frau heraus, die an sich ein Problem mit zwischenmenschlichen Beziehungen hat und das schwebt über der ganzen Geschichte mit den Kühlschränken, weil dadurch wird erst offensichtlich, wo das Problem von Marie liegt. Alain Monnier verpackt aber auch in seine Marie, dass sie eine weiche Seiten haben kann und bei weitem nicht immer so hart und direkt ist, wie es zu Beginn den Anschein hat. Die Geschichte wird von einem recht weit außenstehenden Erzähler erzählt, der immer eine gewissen Distanz zu allem behält und so lernt man nur die Sicht des Erzählers kennen und schafft es nicht wirklich, in Marie reinzuschauen und ihre Gefühlswelt zu entdecken. Der Vorteil des Erzählers ist aber, dass man als Leser mit zusätzlichen Informationen versorgt wird und so immer einen gewissen Wissensvorsprung hat, was dem Buch aber etwas den Charme nimmt. Alain Monnier verpackt auf gerade mal 160 Seiten einen kleinen Roman über ein recht normales Problem, was er aber in einer übergeordnete Geschichte verpackt. Sein Stil mutet etwas überheblich an und daran muss man sich etwas gewöhnen, weil er auch etwas schwer verständlich schreibt, daran muss man sich gewöhnen, weil der Stil schon etwas sehr eigenes ist. 

    Fazit:
    Alain Monnier schafft mit "Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe" ein Buch, was nun nicht mit viel Spannung aufwartet, aber es ist ein kleiner süsser Roman rund um Irrungen und Wirrungen rund um einen Kühlschrank und Maries Gefühlswelt. Man sollte bei dem Buch aber den französischen Humor, einen sehr eigenwilligen Autorenstil und etwas skurrile Themen mögen, sonst wird das Buch sicher nichts für einen werden.
  8. Cover des Buches Verrat (ISBN: 9783896675941)
    Jessica Schulte am Hülse

    Verrat

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Armillee
    Ich habe die Autorin vor kurzem in einer Talkshow gesehen. Dort berichtete sie von ihrem Leben mit ihrem Ex und wie sie es schaffte. sich aus diesem Teufelskreis aus Unterdrückung und Manipulation zu befreien. Ein steiniger Weg.
    Über ihre Erfahrungen schrieb sie dieses Buch und ihre Geschichte ist nach 6 anderen (von ihr recherchierten)  Schicksalen die Letzte.
    Ich fand alles Interessant, hatte allerdings das Gefühl bei zwei Schicksalen, dass etwas freie Interpretation mit eingebaut war.

    Das Leben der Anderen, gerne vergleiche ich mal mit meinen Erfahrungen, finde mich bestätigt, oder erkenne etwas wieder, was auch ich so erlebt habe. Ich kann mitfühlen und selbst noch einmal einen Blick auf mich und meine Entscheidungen werfen.

    Jessicas Bericht hat mich auf ihren Ex neugierig gemacht.
    Es ist nicht schwer, ihn im Internet zu finden. Die Bilder zeigen ihn gut aussehend und charismatisch. 
    Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht, dass man in keinen Menschen hinein schauen kann. Jeder zeigt nur einen Bruchteil von sich selbst. 
  9. Cover des Buches Sommer hinter Dornen (ISBN: 9783739230382)
    Regina Meißner

    Sommer hinter Dornen

     (47)
    Aktuelle Rezension von: svenja
    Das Buch ist zwar kein riesiger Roman aber der Autorin ist hier trotz der Kürze eine unterhaltsame Märchenadaption gelungen.  Der Schreibstil ist sehr bildlich und beschreibt die Personen und Orte sehr bildlich.  Die Stimmung wechselt zwischen Romantik und Humor und auch klassische Märchenstimmung kommt auf. Die Perspektive die hier gewählt wurde ist mal ganz was anderes und regt durchaus zum Nachdenken an. Schönes Leseerlebnis 
  10. Cover des Buches Endlich Schnurrlaub (ISBN: 9783499268335)
    Christiane Lind

    Endlich Schnurrlaub

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Tialda

    Rezension:

    Nachdem mich schon Christiane Linds erstes Katzenbuch “Weihnachtspunsch und Weihnachtskater” so begeistern konnte, habe ich mich richtig auf “Endlich Schnurrlaub: Katzen auf Reisen” gefreut – wie sich herausstellte zu Recht.

    In acht Kurzgeschichten wird von verschiedenen Arten der ‘Katzenreise’ berichtet – teils sehr witzig, wie z.B. die Geschichte von Lucky, der mit frecher ‘Berliner Schnauze’ erzählt, was er davon hält in ein Tierheim nach Braunschweig abgeschoben zu werden und wie er zurück in die geliebte Hauptstadt kommt, teils aber auch sehr traurig, wie die Story der streunenden, abgemagerten Struppi, die auf Madeira in eine Auffangstation für Katzen gebracht wird, und dort beinahe ihren Lebensmut verliert – hier konnte ich die Tränen kaum zurückhalten.

    Der Autorin ist es gelungen in ihren Geschichten völlig unterschiedliche Katzencharaktere und -leben wiederzugeben, sodass sicher nicht nur Katzenliebhaber ihr Herz an die eine oder andere Samtpfote verlieren. Die Storys sind aus verschiedenen Blickwinkeln – sowohl vom Tier als auch vom Mensch – geschildert und jede einzelne konnte mich fesseln, sodass ich das Buch innerhalb eines Abends zu Ende gelesen hatte.

    Abgerundet wird “Endlich Schnurrlaub” durch kleine schwarze Katzensilhouetten zwischen einigen Absätzen und einem Anhang, in dem die Autorin den Wahrheitsgehalt der einzelnen Kurzgeschichten offenlegt.

    Fazit:

    8 Kurzgeschichten – 8 verschiedene Katzencharaktere – 8 Mal wiedererkennend kichern oder auch mal zu Tränen gerührt sein. Christiane Lind – für mich die Meisterin der Katzengeschichten.

  11. Cover des Buches Die Leber wächst mit ihren Aufgaben (ISBN: 9783644401822)
    Eckart von Hirschhausen

    Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

     (720)
    Aktuelle Rezension von: Crazygirl1

    Das Buch ist absolut nicht witzig! Ganz im Gegenteil, ich habe mich zu Tode gelangweilt. Und informativ war es natürlich auch nicht....

    Sorry aber das war so dermaßen schlecht, dass dies das zweite Buch in meinen Leben ist welches ich abgebrochen habe 

  12. Cover des Buches Hundert minus einen Tag (ISBN: 9783746019062)
    Kim Leopold

    Hundert minus einen Tag

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Kallisto92

    Das Buch, " Hundert minus einen Tag", der Autorin Kim Leopold, ist eine Kurzgeschichte.

    Diese spielt zur Weihnachtszeit.

    Alina wird kurz vor Weihnachten von ihrem Freund abserviert, da ist sie gerade auf dem Weg zu ihm. Am Bahnhof trifft sie Cameron. Mit ihm erlebt sie ein Abendteuer , doch er hat auch ein Geheimnis vor ihr. Ist Cam vielleicht Alina ihr Weihnachtswunder und was verschweigt der junge Mann?

    Das Buch ist in Kapiteln unterteilt und in der Ich-Perspektive aus Alina´s Sichtweise geschrieben .

    Mein Fazit:

    Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Charaktere sind ausführlich und authentisch beschrieben. Die Liebesstory entwickelt sich sehr schnell, dass Buch hätte meiner Meinung nach gern mehr Seiten haben können. Das Ende wirkt sehr rund. Für mich persönlich gibt es jedoch noch Potenzial für ein weiteres Buch .

  13. Cover des Buches Wiedersehen im Café am Rande der Welt (ISBN: 9783423254083)
    John Strelecky

    Wiedersehen im Café am Rande der Welt

     (240)
    Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_Vinci

    John ist wieder zurück im Cafe. Dieses Mal ist das Cafe jedoch am Strand. Das Setting sagte mir noch mehr zu als in Teil eins, allerdings hat sich meiner Meinung nach sehr viel wiederholt. Die neuen Denkanstöße waren für mich nicht so greifbar wie in Teil eins. Ich bin auch kein Fan davon, dass ein Kind nun viele Weisheiten von sich gibt. Insgesamt war das Buch aber wieder sehr interessant und bekommt von mir eine Leseempfehlung.

  14. Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783492053624)
    Ferdinand von Schirach

    Verbrechen

     (742)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Eigentlich mag ich Kurzgeschichten nicht so gern, aber das hier ist etwas anderes und ganz großartiges. Ferdinand von Schirach arbeitet seit 1994 als Anwalt und Pflichtverteidiger in Berlin und hat schon die kuriosesten Fälle und Verhandlungen erlebt. In Verbrechen erzählt er aus seinem Alltag und berichtet in sehr spannendne Geschichten über die Abgründe, Ängste und Konflikte der Menschen. Er entführt uns zum Beispiel nach Rottweil wo ein beliebter und angesehener Arzt mit über 70 seine Frau zerstückelt und sich dann stellt. Es geht um die innige Liebe zwischen Geschwistern bis in den Tod, Drogendelikte, falschen Raubzügen und immer wieder um die Frage nach Schuld und Unschuld. Präzise ohne Schnörkel und Ausschmückungen lesen wir aus dem spannenden und manchmal kuriosen Alltag von Ferdinand von Schirach. Spannungsliteratur auf höchstem Niveau.


  15. Cover des Buches Wir sehen uns GESTERN (ISBN: 9783646601060)
    Tanja Voosen

    Wir sehen uns GESTERN

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Kleinbrina

    Da Kurzgeschichten bei mir immer gut ankommen und ich Carlsens neuestes Label „Bittersweet“ sehr interessant finde, musste ich unbedingt sämtliche Kurzgeschichten haben und selbstverständlich auch lesen. Den Anfang macht bei mir die hochgeschätzte Tanja Voosen, die schon lange nicht mehr nur als Geheimtipp gilt. Meine Erwartungen waren hoch und ich bin froh, dass ich dabei nicht enttäuscht wurde.

    Die knapp achtzig Seiten lange Geschichte handelt von Mallory, einer durch und durch organisierten Schülerin, die in ihrem Leben nichts dem Zufall überlässt. Obwohl die Geschichte nur so kurz ist und ich mir sicher bin, dass diese auch mit gut und gerne 150 Seiten mehr funktioniert hätte, werden die jeweiligen Figuren gut beschrieben und ich konnte mich in Mallory sehr gut hineinversetzen. Dazu sind die Dialoge oftmals sehr humorvoll und sarkastisch, sodass ich das ein oder andere mal wirklich lachen musste.

    Besonders die Figuren sind mehr als gut gelungen, sodass ich sie ins Herz geschlossen habe. Hierbei sticht Mallory besonders heraus, denn sie trägt ihr Herz auf der Zunge und ist dabei nicht auf den Kopf gefallen. Sie ist humorvoll, intelligent und durch und durch liebenswert, allerdings besitzt sie auch so manche Macke, die sie jedoch nur noch sympathischer macht. So ist sie verrückt nach Autos, was für ihr Alter doch eher ungewöhnlich ist, dazu ist sie von ihrem Kalender abhängig, da sie sich an alle Termine hält und zudem nichts dem Zufall überfallen möchte, sodass sie im Leben nur selten überrascht werden kann. Dies geschieht jedoch ausgerechnet dann, als ein Neuer an ihre Schule kommt und ihr den Kopf verdreht – auch wenn sie sich dies nur schwer eingestehen möchte. Was sie dabei jedoch nicht ahnt: So ganz unbekannt ist ihr der Neue nicht…

    Neben Mallory konnte mich auch ihre Großmutter überzeugen, die für ihr Alter noch recht jugendlich erscheint und einen besonders guten Humor besitzt. Sie überredet ihre Enkelin zu einem Diary-Slam, bei dem man alte Tagebücher aus seiner Kindheit und Jugend vor Publikum vorliest und dafür – wenn es gut läuft – auch Feedback erhält. Dabei erfährt man besonders lustige und auch peinliche Momente aus ihrer Kindheit, wo sich aber sicherlich auch viele Leser drin wiedererkennen werden.

    Neben den lustigen Themen wie dem Diary-Slam oder auch die kleine Liebesgeschichte, die in der Geschichte thematisiert wird, gibt es aber auch ein paar ernstere Themen, wie z.B. Druck, den man sich selbst macht. Was bereits Mallorys Schwester an Druck erleben musste, scheint nun auch fast schon Mallory zu betreffen, da sie sich selbst immer unter Druck setzt und aufgrund von finanziellen Problemen fast schon wie besessen für die Schule lernt, um ein Stipendium zu erhalten. Dabei ist besonders schön zu sehen, wie ihre Großmutter reagiert und ihre Enkelinnen unterstützt, damit man sieht, dass das Leben nicht nur aus Arbeit bestehen muss.

    Das Cover ist auf den ersten Blick relativ schlicht, allerdings gefällt es mir von der Farbgestaltung und mit den vielen Punkten richtig gut. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen, sodass ich von Anfang an wusste, dass ich dieses Ebook unbedingt lesen muss.

    „Wir sehen uns GESTERN“ ist insgesamt eine unterhaltsame Geschichte, die mich zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregen konnte. Wer früher oder auch jetzt noch selbst Tagebuch schreibt, wird sich zudem in der ein oder anderen Situation wiedererkennen können. Ich kann die Kurzgeschichte demnach nur empfehlen und freue mich auf viele weitere Werke von der Autorin.

  16. Cover des Buches Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (ISBN: 9783959911818)
    Christian Handel

    Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln

     (158)
    Aktuelle Rezension von: Buch_Eule


    Vom Drachenmond Verlag sind inzwischen einige wunderschöne Märchen-Anthologien erschienen. Wie auch dieses Buch. Ich habe es mir für mein Kindle gekauft, da die Kurzgeschichten sich gut dafür eignen sie in der Pause zu lesen. Die Illustrationen in den Prints lohnen sich allerdings ebenfalls sehr, was ich bei anderen Anthologien des Verlages feststellen musste.

    Da jede Geschichte von einem anderen Autor stammt, unterscheiden sie sich in Stimmung wie auch im Schreibstil. Einige sorgen für Gänsehaut, andere stimmen einen Traurig und wieder andere lassen einem das Herz vor Rührung zergehen. Es gab Geschichten die mir nicht ganz so gut gefallen haben wie andere, doch alle ließen sich flüssig lesen. Bei keiner konnte ich sagen, dass sie mir gar nicht gefallen hat. Sie alle waren wunderschön geschrieben, auch wenn einige mich mehr bewegten und rührten als andere.

    Obgleich es sich bei dem Buch um eine Märchensammlung handelt ist es keines für kleine Kinder, sondern eher für Jugendliche und Erwachsene. Überwiegend spielen die Märchen in den gewohnten fantastischen Welten, eines von ihnen spielt in der Moderne, doch obwohl es von der Umgebung her nicht zu den anderen passt, entpuppt es sich nicht als Störfaktor, sondern als Juwel, welches die Geschichte abrundet.

    Da die Geschichten so unterschiedlich sind, wird sich für jeden der Märchen gegenüber offen ist etwas passendes finden lassen. Perfekt ist es natürlich für die unter uns die in einem Buch keinen bestimmten Ton erwarten und Beispielsweise gerne von einer Romanze in einen Thriller stolpern. 😉
    Ich kann dieses Buch daher nur empfehlen

  17. Cover des Buches Vorsicht Schwiegermutter! (ISBN: 9783944296951)
    Anja Koeseling

    Vorsicht Schwiegermutter!

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Cappuccino-Mama

    Mit einer Heirat bekommt man nicht nur einen Mann (oder eine Frau), sondern auch gleich die (mehr oder weniger) liebe Verwandtschaft dazu – inklusive Schwiegermutter! Hilfe...

    Mit viel Humor und Augenzwinkern haben sich die beiden Herausgeberinnen Heike Abidi und Anja Koeseling dieses Themas angenommen. Und wer weiß – vielleicht findet man nach dem Lesen die eigene Schwiegermutter gar nicht mehr so schlimm!?


    Das Cover:

    Freundlich wirkt dieses Cover mit Sicherheit nicht auf den Betrachter! Eher abschreckend! Ein Alptraum von Schwiegermutter blickt (oder starrt) einem da ins Auge. Die grauen Haare am Oberkopf mit zwei Nadeln zum strengen Dutt frisiert, der Blick feindselig, und der halslose Kopf geht in einen „voluminösen“ Körper über, der in einem schwarzen Kleid steckt.

    Dazu der Buchtitel: VORSICHT SCHWIEGERMUTTER! - Klingt wie eine Warnung (ist es wohl auch), und aufgrund der roten Schrift (Rot ist bekanntlich eine Signalfarbe) wirkt es auch so. Das Cover ist matt gehalten, die Schrift dagegen glänzend hervorgehoben. Der Untertitel WIDERSTAND ZWECKLOS. SCHWIEGERTÖCHTER UND -SÖHNE BERICHTEN. macht sofort klar, dass es sich um keinen Roman, sondern um eine Anthologie (Sammlung von Kurzgeschichten) handelt.


    Inhalt und meine Meinung dazu:

    PROLOG: Ach, was habe ich gelacht, als hier zur Einstimmung auf das Thema, über die Erschaffung der Schwiegermutter berichtet wird – was hat sich die Natur nur dabei gedacht!? Was für eine humorvolle Geschichte!

    SCHWIERIG ODER NICHT? DAS SAGT DIE WISSENSCHAFT: Schwiegermütter sind von Natur aus böse! - Dies scheint zumindest die landläufige Meinung zum Thema Schwiegermutter zu sein. Doch wie sieht das Ganze wissenschaftlich betrachtet aus? Woher stammt das Wort Schwiegermutter? Sind Schwiegermütter etwa besser als ihr Ruf? Hierzu und zu weiteren Gesichtspunkten findet man hier einen recht unterhaltsamen Einblick.

    Kapitel 1:

    ERSTKONTAKT: DIE SCHWIEGERMUTTER, DAS UNBEKANNTE WESEN

    Nach der ersten Verliebtheit folgt das (böse?) Erwachen – Auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht!

    MEINE HOCHZEIT, ZWEI SCHAMANINNEN UND EIN ALBTRAUM AUS 1001 NACHT:

    Was geschieht, wenn sich die zukünftige Schwiegermutter als Althippie entpuppt? Ben und seine Frau erwarten Besuch – Hildegard kehrt nach jahrelangem Aufenthalt nach Deutschland zurück. Doch zuviel Macht sollte die künftige Schwiegermutter nicht bekommen, sonst...

    Hier gefiel mir der Schreibstil sehr gut – die Geschichte wurde als eine Art Countdown bis zur Trauung verfasst – noch 53,... Tage bis zur Hochzeit. Auch wenn ich die Handlung toll fand, so hatte ich doch manchmal meine Zweifel, ob sich die Handlung wirklich so zugetragen hatte. Manches wirkte doch recht unrealistisch. Aber ich habe gelacht über einen schwitzenden Buddha, Fruchtbarkeitsstatuen und die kreativen Einfälle Hildegards.

    DAS PERFEKTE SCHWIEGERDINNER:

    Der Besuch der Schwiegermutter steht an – da will man sich natürlich keinesfalls blamieren! Und so wird mit großem Eifer gekocht und aufgetafelt. Doch wie wird es der Schwiegermutter schmecken?...

    Eine humorvolle Geschichte, wobei allerdings der Mann nicht gerade eine gute Figur machte, sondern in Gegenwart der resoluten Mutter, die Zähne nicht auseinander bekam. Aber mir gefiel die überraschende Wendung.

    SCHWIEGERMÜTTER KÜSSEN BESSER:

    Der künftige Ehemann soll seine Schwiegermutter kennenlernen, doch leider ist seine Verlobte verhindert. Und so treffen sich Schwiegermutter und Schwiegersohn alleine. Den jungen Mann erwartet eine echte Überraschung...

    Tja, was soll ich dazu noch sagen – der Titel dieser Geschichte spricht für sich!

    MEINE LIEBSTE SCHWIEGERMUTTER:

    Ein Mann berichtet über seine Ehen. Er heiratet oft, und er heiratet immer recht schnell. Und so wechseln nicht nur die Ehefrauen, sondern auch die dazugehörenden Schwiegermütter...

    Nein, hier wirkte die Handlung für mich dann doch sehr weit hergeholt – zumal es heißt: Gebranntes Kind scheut das Feuer! Stürzt man sich so schnell von einer gescheiterten Ehe in die nächste? (Außer man heißt Lothar M. und war Profifußballer.) Und wer bitteschön, nimmt seine Schwiegermutter mit in die Flitterwochen?


    Kapitel 2:

    TYPISCH SCHWIEGERMUTTER - VERHALTENSMUSTER EINER DOMINANTEN SPEZIES

    Hätten Sie' s gewusst? 15 interessante Fakten über Schwiegermütter:

    Solche Informationen liebe ich immer sehr, auch wenn solche Aufzählungen unter „unnützes Wissen“ verbucht werden. Dass der Goldstachelkaktus als Schwiegermutterstuhl bezeichnet wird, wusste ich längst, dagegen war mir neu, dass es früher in den USA sogar einen Schwiegermutter-Tag gab.

    DER VERSCHWUNDENE PASS:

    Eine ägyptisch-russische Familie befindet sich auf der Durchreise und legt in Deutschland einen Zwischenstopp ein. Mit dabei ist ein sehr dominantes Exemplar von Schwiegermutter. Doch dann ist deren Reisepass plötzlich unauffindbar...

    Die Geschichte fand ich richtig gut. Alles hat auf die Schwiegermutter zu hören, sogar der Gastgeber. Der kleine Enkel wird wie ein Kronprinz behandelt. Und natürlich wird das Kind zwischen der russischen und der ägyptischen Kultur hin- und hergezerrt. Genau so könnte die Geschichte tatsächlich passiert sein.

    DER TEURE ENKEL:

    Ein Telefonat zwischen einer Schwiegermutter und der Schwiegertochter – schnell wird deutlich, dass die Großmutter kaum etwas über die Enkelkinder weiß. Doch die Schwiegertochter wünscht sich den Kontakt zwischen der Oma und den Kindern....

    Bei soviel Gleichgültigkeit seitens der Schwiegermutter – da fehlten mir fast die Worte. Blut ist eben doch nicht immer dicker als Wasser! Eine etwas beklemmende Situation und einfach traurig.

    LIISA- VERMUTUNGEN ÜBER EINE FINNIN:

    Wer in eine finnische Familie einheiratet, fühlt sich mitunter, als wäre er auf einem fremden Planeten gelandet. Und die Zeit bei den Schwiegereltern in Finnland ist ein Erlebnis für sich...

    Hier sieht man es, dass man sich auch ohne (viel) Worte verstehen kann, was auch nicht schlecht ist. Diese Geschichte ist ja fast schon eine Liebeserklärung an Liisa und an Finnland, das Land der tausend Seen und der Elche (die dort doch nicht so häufig zu sein scheinen).


    Kapitel 3:

    VORSICHTIGE ANNÄHERUNG – SCHWIEGERMÜTTER IM ALLTAGSTEST

    Auch Schwiegermütter brauchen Streicheleinheiten für die Seele. Die 7 ultimativen Einschleim-Tipps für sie und ihn:

    Die Einschleimtipps, die hier präsentiert werden - ja, die muss man wohl eher mit einem Augenzwinkern betrachten und darf sie nicht allzu ernst nehmen. Aber unterhaltsam zu lesen sind diese Tipps auf jeden Fall.

    YEAH, YEAH, YEAH:

    Schwiegermutter und Schwiegertochter reisen gemeinsam nach London. Dort will die Schwiegermutter sich einen Wunsch erfüllen und auf den Spuren der Beatles wandern. Schon bald ist die Schwiegertochter davon genervt...

    Die beiden Frauen scheinen sich recht gut zu verstehen. Doch gemeinsam einen Urlaub verbringen? Eigentlich die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, andere Seiten aneinander zu entdecken, fern des Alltags.

    HIGHWAY TO HELL

    Mit einer Schreckschraube zur Beerdigung einer anderen Schreckschraube – was für ein Alptraum! Vor allem dann, wenn man so ganz und gar nicht der Wunschschwiegersohn der Schwiegermutter ist. Da kann die Fahrt einem länger erscheinen, als sie ohnehin schon ist...

    So eine Schwiegermutter wünscht man wohl eher seinem schlimmsten Feind.

    IST DA SOJA DRIN?

    Die Familie fährt in Urlaub. Alles könnte so schön sein, wären nicht die Schwiegereltern mit von der Partie. Und kurzerhand übernimmt Oma Helga (die Disziplin in Person) auch schon das Kommando: So bestimmt sie auch, was auf den Tisch kommt und verordnet den Kindern eine gehörige Portion Bildung. Aber wenn es drauf ankommt, verteidigt Oma ihre Familie wie eine Löwin...

    Ein gemeinsamer Urlaub, um den Familienzusammenhalt zu stärken, ist ja nicht grundsätzlich schlecht. Wenn man sich gegenseitig Freiheiten lässt! Doch für Oma Helga bleibt wohl ihr Kind immer das Kind – und sie selbst die ewige Mutter, die keinen Widerspruch duldet.


    Kapitel 4:

    BRUTPFLEGE, BALZVERHALTEN UND REVIERVERTEIDIGUNG

    Die Gene und die Erziehung bestimmen darüber, wie ein Mensch sich entwickelt. Doch kaum kündigt sich ein Enkelkind an, wird auch schon die Schwiegermutter tätig – schließlich wurde aus dem eigenen Kind auch ein Prachtexemplar – findet zumindest die Schwiegermutter.

    GANZ PRAGMATISCH:

    Bea ist eine Schwiegermutter, wie man sie sich eine Schwiegermutter wünscht: Sie besucht Sohn und Schwiegertochter selten und verschwindet dann nach wenigen Tagen wieder. Doch kaum erblickt das Enkelkind das Licht der Welt, mutiert sie auch schon zu einem wahren Schwiegermonster: Sie reißt alles an sich, kritisiert und kommandiert, während der Sohn sich zur Arbeit flüchtet und seine Frau ihrem Schicksal überlässt. Da kann eine junge Mutter schon mal auf „dumme“ Gedanken kommen...

    Da kann der Schwiegertochter schon mal der Kragen platzen, wenn sich eine Schwiegermutter so zum Negativen entwickelt. Wobei ich dem Sohn, bzw. Ehemann den Vorwurf mache, sich nicht klar auf die Seite seiner Frau gestellt und der Mutter Einhalt geboten zu haben. Wie kann man sich so blind stellen, wenn die eigene Mutter über die Zukunft (Arbeitssuche,...) der Frau bestimmt!? Die Gefühle hat die Verfasserin treffend zum Ausdruck gebracht: Sie fühlte sich wie die Jungfrau in der Drachenhöhle – ständig der Gefahr ausgesetzt, gefressen zu werden, falls der Prinz nicht zur Rettung herbeieilen würde.

    MUTTI:

    Ein Ehepaar lädt die Eltern und die alleinstehende Mutter des Ehemannes ein, um die Schwangerschaft zu verkündigen – und das im angemessenen Rahmen als eine Art Theatervorführung. Doch dann will das Muttersöhnchen die "gebrechliche, pflegebedürftige" Mutter ins Haus holen - aber wer holt sich schon freiwillig den Folterknecht ins Haus!?...

    Diese Mutti ist ja ein furchtbares Exemplar – die Schwiegertochter ist ihr nicht gut genug, während der Sohn als eine Art Prinz dargestellt wird, dessen Zuneigung seine Frau ja gar nicht verdient. Mir gefiel die Geschichte sehr gut, zumal die Schwiegertochter gegen den Schwiegerdrachen die richtige Waffe parat hatte – im Krieg und in der Liebe ist eben alles erlaubt.

    GELASSENHEIT SAMT KALORIENTABELLE:

    Für ihren Sohn hätte Schwiegermama sich offenbar eine bessere Frau gewünscht – vor allem beim Essen scheiden sich die Geister. Und eine Arbeit daheim am Laptop kann ja auch mal warten – das bisschen „Geschreibsel“ kann frau doch auch später noch eben erledigen. Doch dann entdeckt die Schwiegermama, welche Fähigkeiten in der Schwiegertochter stecken...

    Auch in der dieser Geschichte spielt nochmals ein Schwiegerdrachen die Hauptrolle, und natürlich auch die des Prinzen unwürdige Schwiegertochter. Doch dann tritt eine Situation ein, mit der die Schwiegertochter den Respekt der Schwiegermutter erlangt. Was für ein wunderbarer Schluss – was hoffnungslos erschien wendet sich doch noch zum Guten.

    BEATRIX DIE GROSSE:

    Beatrix ist eine wirklich attraktive Frau, und obwohl sie schon älter ist, kann sie auch jungen Männern noch den Kopf verdrehen. Da lässt man(n) sich aber auch nur zu gerne locken. Doch der junge Mann ist leider der Schwiegersohn von Beatrix...

    Ja, Beatrix die Große hat sich ihren Namen verdient, denn offensichtlich ist sie ebenso mannstoll wie Katharina die Große. Was soll ich dazu sagen?


    5. Kapitel:

    POSITIVE MUTATIONEN – EIN RUF WIRD GERETTET

    Spaß mit Phrasen: Schwiegermutter-Bingo

    Was für eine wunderbare Idee! Wer kennt sie nicht, die typischen Schwiegermuttersprüche. Im Buch gibt es gleich zwei Varianten davon – Bingo für Schwiegertöchter und Bingo für Schwiegersöhne. Von „Stör ich?“ bis zu „Sie hat was Besseres verdient.“ oder „Du bügelst seine Unterwäsche nicht?“ sind die ungeliebten Sprüche reichlich vorhanden. Vielleicht sollte man dieses Bingo an einer gut sichtbaren Stelle in der Wohnung aufhängen, um der Schwiegermutter mal so richtig den Spiegel vorzuhalten!?

    ROSI UND DIE GARTENZWERGE:

    Schwiegermutter Rosi ist eine liebenswerte Person, die jedoch einen Fehler hat: Sie hat ein Talent, immer die scheußlichsten Geschenke auszusuchen, die sie mit viel Aufwand beschafft. Doch eines Tages hält sich die Schwiegertochter nicht mehr länger zurück, und sagt Rosi die Wahrheit über die ungeliebten Geschenke...

    Eine herrliche Geschichte, aber wie tat Rosi mir leid, nachdem sie ihrem Sohn und der Schwiegertochter doch mit den sorgsam ausgesuchten Geschenken nur Freude bereiten wollte. Doch der Wunsch des Paares, nach gemeinsamer Zeit mit Schwiegermutti, ist doch wohl das größte Kompliment, das eine Schwiegermutter bekommen kann. Also ich hätte Rosi gerne als Schwiegermutter – selbst dann, wenn sie mir eine pinkfarbene, beleuchtete Palme schenken würde.

    JUGENDSÜNDEN:

    Ein sehr persönliches Tattoo und dann steht man vor den Scherben seiner Beziehung – schlimmer geht es kaum. Doch wie gut, wenn die Mutter des Freundes einem in dieser Situation hilfreich zur Seite steht...

    Diese Geschichte stimmt nachdenklich, aber mitunter lohnt es sich eben, auch auf die weisen Worte der Schwiegermutter zu hören.

    ALS MEINE SCHWIEGERMUTTER SICH MIT GEORGE CLOONEY VERLOBTE:

    Als Oma Mathilde plötzlich behauptet, sie hätte sich mit George Clooney verlobt, denkt ihre Familie, Oma wäre verrückt geworden. Doch dann fährt Mathilde nach Berlin und die Familie schmiedet einen Plan...

    Auch wenn die Geschichte etwas übertrieben wirkte, gefiel sie mir recht gut. Und Mathilde hat ihrer Familie mal so richtig gezeigt, was in ihr steckt!

    DEINE MUDDA UND ICH:

    Der Freund zockt am PC, die Freundin ist genervt, und dann taucht noch die Mutter des jungen Mannes auf, und verhält sich nicht gerade ihrem Alter entsprechend – die ältere Dame will jung und cool wirken...

    Was für eine verrückte und skurrile Handlung – ich war hin- und hergerissen, was ich davon halten sollte. Alles wirkt so absurd, dass die Handlung schon wieder gut ist.


    6. Kapitel:

    DER ULTIMATIVE SELBSTVERSUCH

    Psychotest: Welcher Schwiegermutter-Typ sind Sie?

    Das durfte natürlich nicht fehlen – ein Test, um festzustellen, wie man in welcher Situation reagiert und zu welchem der vier Schwiegermutter-Typen man selbst gehört, oder irgendwann gehören wird. Zum Glück scheine ich weder ein „Schwiegermonster“, noch eine „Schwiegerperle“ oder ein „Schwiegerphantom“ zu werden, sondern zu 100% eine „Schwiegerfreundin“ - na das lässt ja hoffen.

    DER UND MEINE TOCHTER?

    Andi besucht erstmals die Familie seiner Freundin und wird ganz genau unter die Lupe genommen - und man testet ihn sehr gewissenhaft, schickt ihn sogar in die Arena des Kampfhahns...

    Andi konnte einem schon leid tun, bei diesen Tests, denen er sich stellen musste - aber die Geschichte war wunderbar unterhaltsam.

    DER SCHWIEGERMÜTTERCLUB:

    Regelmäßig treffen sich eine Gruppe Schwiegermütter, und sie berichten einander, wie sie die zukünftigen Schwiegertöchter schikanieren...

    Das sind keine Schwiegermütter, das sind echte Hexen! Leider (!?) gefiel mir diese bitterböse Geschichte, obwohl ich schon Mitleid mit den armen Opfern hatte. Ich hoffe mal, dass diese Geschichte reine Erfindung ist.

    SCHWIEGERMUTTER SEIN DAGEGEN SEHR:

    Es soll keine andere Schwiegermutter neben mir geben! Die Hochzeit des Sohnes soll perfekt sein, und so plant und backt die Mutter, als ginge es um ihr Leben. Und die „andere Schwiegermutter“ soll sich gefälligst aus allem heraushalten. Dabei bemerkt die zukünftige Schwiegermutter nicht, wie sie zu einem echten Schwiegermonster mutiert...

    Eine unterhaltsame Geschichte – und zum Glück zog die künftige Schwiegermutter letztendlich gerade noch die Notbremse.

    DER SCHWIEGERMUTTER-PARAGRAPH:

    Eines Tages steht vor der Tür eines unverheirateten Mannes eine ihm unbekannte Frau, die sich als seine Schwiegermutter vorstellt...

    Die Handlung wirkt doch sehr konstruiert, aber dennoch – auch nach einer Scheidung oder Trennung bleibt einem die Schwiegermutter laut Gesetz wohl erhalten. Für manche ist das sicherlich ein wahrer Alptraum.


    EPILOG: So unterhaltsam wie es begann, endet das Buch auch – mit der Fortsetzung der Geschichte aus dem Prolog – die Natur und die Schwiegermutter.

    DIE AUTOREN: Damit man auch weiß, wer die Verfasser dieser Berichte über die Schwiegermütter sind, werden im Anhang die 21 Autoren vorgestellt, leider nur anhand eines kurzen Textes. Wer welche Geschichte geschrieben hat, das bleibt für den Leser allerdings ein wohlgehütetes Geheimnis (auch wenn man hin und wieder einen Verdacht hat). Die Verfasser der Geschichten waren mir größtenteils unbekannt, doch den ein oder anderen Namen kannte ich, so z.B. Heike Abidi, Mara Andeck oder Andrea Schütze.


    Gesamteindruck:

    Ein andalusisches Sprichwort sagt: „Lobe den Brunnen, in den deine Schwiegermutter gefallen ist, aber schöpfe kein Wasser daraus.“ (S. 178) – klar, ein Brunnen, in den ein Drache gefallen ist, in dem ist das Wasser vermutlich vergiftet. Und auch die Mongolen scheinen nicht viel von Schwiegermüttern zu halten: „Gut ist, wenn die Schwiegermutter fern und Wasser und Brennstoff nahe sind.“ (S. 172). Ja, zweifellos gibt es böse Schwiegermütter, wie die Berichte in diesem Buch deutlich machen. Aber es gibt eben auch gute Schwiegermütter: Lieb, nett und hilfsbereit – oft nicht von Anfang an, sondern erst nach einer (langen) Zeit der Annäherung. Und oft sind Schwiegermütter auch für eine Überraschung gut – manchmal sogar eine der positiven Art.

    Mir persönlich gefiel die Übersichtlichkeit und Untergliederung des Buches sehr gut. Jede Geschichte wurde dem passenden Kapitel zugeordnet. Unterteilt ist das Buch in 6 Kapitel, wobei hier entweder nur Erlebnisberichte vorhanden sind, oder auch noch zusätzliche Tipps, Tests oder Infos / Fakten. Zu jedem Kapitel gibt es drei oder vier Berichte von Schwiegertöchtern und Schwiegersöhnen. Im 6. Kapitel kommen schließlich die Schwiegermütter selbst zu Wort – und diese sind oder waren letztendlich auch mal selbst Schwiegertöchter.

    Auffallend fand ich die Gestaltung des Buches – mit einigen Extras, aber vor allem mit in Fettdruck hervorgehobenen Textstellen, die bereits beim Durchblättern neugierig machen. Dieser Text befindet sich in einem eigenen kleinen Textfeld, und daneben befindet sich stets eine kleine Illustration – in Form eines Blitzes, einer Kaffeetasse oder eines Fragezeichens. Aber auch sonst trifft man während des Lesens auf die ein oder andere Illustration, was mir gut gefiel.

    Ich war nicht dabei, kann also insofern auch nicht beurteilen, inwieweit die Handlung der Wahrheit entsprechen. Manchmal war es aber recht offensichtlich, dass (maßlos) übertrieben wurde oder so manches unrealistisch wirkte. Aber im Vordergrund steht ja das Lesevergnügen – und gerade durch solche Übertreibungen unterhält so manche Geschichte erst richtig. Mir gefielen die meisten Geschichten, und auch das „Drumherum“ verlieh diesen einen adäquaten Rahmen.

    Abschließend möchte ich feststellen, dass hier zwar Schwiegermütter oft ihrem Ruf gerecht wurden, aber es mit Sicherheit sehr viele gute, nette, liebenswerte Schwiegermütter gibt, aber die sind eben in einem Buch weniger unterhaltsam. Die Schwiegerväter scheinen zur friedlicheren Gattung zu gehören (oder sind gar nicht erst vorhanden, da bereits verstorben). Die „Opfer“ sind größtenteils die Schwiegertöchter – vermutlich ist die Schwiegermutter einem Schwiegersohn gegenüber wohlwollender, weil er kein Geschlechtsgenosse ist (Stichwort: Stutenbissigkeit) und damit auch keine Konkurrenz.

    Man verliert mit der Hochzeit nicht ein Kind, sondern gewinnt ein neues dazu, heißt es. Und man sollte lernen, ein erwachsenes Kind loszulassen. Leider erwartet wohl so manche Mutter, dass der Sohn sich immer auf ihre Seite stellt. Und der Sohn sitzt zwischen den sprichwörtlichen Stühlen. Und das, wo man doch eigentlich eine Familie sein sollte, die zusammenhält wie Pech und Schwefel.


    Fazit:

    Sachbuch oder Anthologie? Das ist hier die Frage. Ich würde sagen, dass dieses Buch beides vereint. Wissenschaft trifft auf Erfahrungen, und beides trifft wiederum auf Humor. Das Buch kann unterhalten, aber auch trösten, wenn man bemerkt, dass die eigene Schwiegermutter doch nicht so schlimm ist, oder dass Hoffnung auf eine Besserung besteht. Manche der im Buch enthaltenen Ratschläge sollte man nicht allzu ernst nehmen, sondern vielmehr mit einem Augenzwinkern betrachten.

    Den beiden Herausgeberinnen Heike Abidi und Anja Koeseling ist es mit ihrem bunten Strauß an Schwiegermutter-Geschichten hervorragend gelungen, mich zu unterhalten. Es ist immer eine Herausforderung, denn den wenigsten Lesern wird jede Geschichte gleich gut gefallen. Hier stimmte die Zusammensetzung, daher möchte ich das Buch gerne weiterempfehlen und bewerte es mit 5 Sternen.


  18. Cover des Buches Die Verwandlung (ISBN: 9783150144336)
    Franz Kafka

    Die Verwandlung

     (1.786)
    Aktuelle Rezension von: nayezi

    „Die Verwandlung“ gehört zu meinen liebsten Büchern überhaupt. So ist er unfassbar fesselnd und bewegend geschrieben: Trotz der Kürze des Werkes gelingt es Kafka nämlich mit wenigen Worten große Gefühle zu übermitteln. Selbst Tage nach dem Lesen bewegt mich das Buch noch, wenn ich nur an dieses denke. 

    Letzteres ist etwas, das häufig passiert, da die inhaltlichen Themen - auf Grund ihrer vielen und tiefgründigen Facetten - sehr zum Nachdenken anregen. (Es geht dabei unter anderem um die Botschaften des Expressionismus, als auch um komplizierte Vater-Kind-Beziehungen.)

    Das Buch ist 100+ Jahre nach dessen Erstveröffentlichung, noch immer hoch aktuell, und ich lege den Erzähltext einem jeden ans Herz.

  19. Cover des Buches Ruhm (ISBN: 9783499257858)
    Daniel Kehlmann

    Ruhm

     (641)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte_09

    Die Idee von Daniel Kehlmann, einen Roman in 9 Geschichten zu erzählen, finde ich einen spannenden Ansatz. Den Bogen zwischen den einzelnen Geschichten bilden einzelne oder mehrere Figuren, die in den unterschiedlichen Erzählungen auftauchen. Doch für mich wirkte der Roman irgendwie hingeworfen, zusammengeschustert und ein wenig lieblos gewollt. Die Geschichten haben jeweils kein wirkliches Ende und der Schluss einer Geschichte ist nicht gleich ein Anfang für die nächste Geschichte. Das hat mir die Freude an der Lektüre getrübt.

    Berührt hat mich lediglich die Geschichte um die alte Frau Rosalie. Alle weiteren Geschichten haben mich entweder gar nicht berührt oder waren für mich zäh zu lesen. Wahrscheinlich hatte ich bei all den guten Kritiken und auch dem großen Namen der aktuellen deutschen Literatur Daniel Kehlmann einfach etwas ansprechenderes erwartet. Ruhm war für mich kein rühmlicher Roman, auch wenn an einigen Stellen die Erzählkunst Kehlmanns durchscheint und  ich die Grundidee nach wie vor spannend finde

  20. Cover des Buches Saint Falls (Sammelband): Märchen aus der Welt des Verbrechens (ISBN: B0713QX361)
    David Michel Rohlmann

    Saint Falls (Sammelband): Märchen aus der Welt des Verbrechens

     (41)
    Aktuelle Rezension von: FeFu

    Sechs verschiedene Autoren - eine große Geschichte!

    "Märchen aus der Welt des Verbrechens" - der Untertitel ist sehr passend. Begegnen einem hier doch Personen, Gegenstände, Schauplätze und Zitate, die man so - oder zumindest so ähnlich - doch eigentlich so gut kennt. Wäre man nicht in Saint Falls...

    Für zarte Gemüter ist das Buch eher nichts. Gewalt, Mord, Prostitution - an allen Ecken und Enden.
    Die einzelnen Kapitel sind jeweils von einem anderen Autor / einer anderen Autorin geschrieben. Der Lesefluß ist aber durchgehend so gut, dass einem dieser Autorenwechsel gar nicht auffällt.
    Es gibt zwar zwei Charaktere, die man als Hauptpersonen benennen könnte. Aber im Verlauf begegnet man weit über 40 Hauptpersonen die wichtig für die Geschichte sind. Manche begleiten einen nur sehr kurz. Anderen begegnet man bis zum Ende hin immer wieder.
    Die Sicht aus der die Geschichten erzählt werden wechselt immer wieder.

    Alles in allem ein sehr gelungenes Werk - eine wundervolle Zusammenarbeit der vielen Autoren / Autorinnen!
    Es war durch der Märchentouch irgendwie vertraut, aber auch einfach so ganz anderst.

  21. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499269356)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (1.035)
    Aktuelle Rezension von: bookstories

    Ich weiss nicht mehr, wann ich "Der alte Mann und das Meer" zum ersten Mal gelesen habe. Vermutlich irgendwann in der Schule. "The Old Man and the Sea", ist ein Literatur-Weltklassiker. Die Novelle wurde 1951 von Ernest Hemingway auf Kuba geschrieben und erstmals im August 1952 als Kurzroman in der Zeitschrift Life veröffentlicht. Noch im selben Jahr gab sie der Scribner Verlag in Buchform heraus. Charlie Scribner sowie dem Lektor Max Perkins hat Hemingway die Novelle gewidmet. Bis ins Jahr 2012 existierte nur eine einzige autorisierte Übertragung ins Deutsche, Annemarie Horschitz-Horst hat den Text übersetzt. Dann liess der Rowohlt Verlag die Geschichte von Werner Schmitz neu übersetzen. Bei meinem Buchexemplar handelt es sich um eine alte Lizenzausgabe für den Bertelsmann Lesering, mit acht Holzschnitten von Frans Masereel. Auch der Einband zeigt einen dieser Holzschnitte.


    "Der alte Mann und das Meer" ist Hemingways letzter Roman. Durch ihn erregte Hemingway noch einmal Aufsehen auf der Bühne der Weltliteratur. Es folgte der Pulitzerpreis für den Roman und der Nobelpreis für den Autor. Die Geschichte wurde auch mehrmals verfilmt. Wer kennt ihn nicht, den alten Fischer Santiago aus einem kleinen Fischerdorf auf Kuba, der im einsamen Kampf gegen einen Schwertfisch, gegen die Haie und gegen sich selbst Durchhaltevermögen beweisen muss. Auf den Buchplattformen findet man zahlreiche Rezensionen über dieses Buch, auch wird es gerne im Schul- oder Studienunterricht behandelt. Neues werde ich also nicht zu berichten wissen. Die Handlung ist einfach gestrickt und in wenigen Sätzen zusammengefasst. Nur zwei Personen spielen eine Rolle, der alte Mann Santiago und der Junge Manolin, der zu Beginn und am Ende der Geschichte in Szene kommt und dem alten Fischer in der Mitte des Buches fehlt, als diesen auf seinem abenteuerlichen Fischfang die Kräfte verlassen und er sich den Jungen zur Hilfe herbeiwünscht.


    Die Figuren werden eingeführt, indem der Alte und der Junge sich über den Fischfang und auch über Baseball unterhalten. Seit vierundachtzig Tagen hat der alte Mann keinen Fisch mehr gefangen, weshalb er von anderen Fischern mittlerweile gehänselt wird, woran er sich aber nicht zu stören scheint. Auf seinen Bootsfahrten begleitet ihn der Junge Manolin, der auch sonst für den alten Mann sorgt und der ihm hin und wieder zu essen bringt. Die beiden verbindet eine enge Freundschaft, beinahe eine Vater-Sohn-Beziehung. Doch die Eltern haben den Jungen angewiesen, auf einem anderen Fischerboot mitzufahren, da sie glauben, dass der alte Mann salao ist, was die schlimmste Form von Pechhaben bedeutet. So fährt der alte Mann eines frühen Morgens allein auf das Meer hinaus, lediglich begleitet von den guten Wünschen des Jungen. 


    Tatsächlich gelingt es ihm, schon gegen Mittag einen Marlin an den Haken zu bekommen, ein Riesenexpemplar von Schwertfisch. Ein Machtkampf zwischen den beiden beginnt. Zwei Tage und zwei Nächte lang zieht ihn der Fisch im Schlepptau immer weiter aufs offene Meer hinaus, bis er schliesslich zu kreisen beginnt und Anzeichen von Erschöpfung zeigt. Dem alten Mann fehlt der Junge, dies bringt er immer wieder laut zum Ausdruck. "Ich wünschte, ich hätte den Jungen da." Der Alte beginnt mit sich selbst zu sprechen, obwohl Schweigen beim Fischfang eine Tugend ist. Er spricht zu seinen Händen, die er wie eigenständige Werkzeuge betrachtet, und deren Linke ihn durch eine Verkrampfung stundenlang im Stich lässt, und er spricht mit dem Marlin, der ihm trotz der Jagd ans Herz gewachsen ist. "Er ist mein Bruder, aber ich muss ihn töten."


    Schliesslich kann er ihn mit der Harpune erledigen. Unter grosser Anstrengung vertäut er seinen Fang an die Bootsseite, ein Fisch, der zwei Fuss länger ist als das Boot. Aber auch der alte Mann ist müde geworden, nicht mehr voll bei Kräften, als die Haie kommen und den blutenden Marlin anzufressen beginnen. Einen Hai nach dem anderen kann der alte Mann erledigen, obwohl seine Hände vom Halten der Leine mittlerweile zerschunden sind, bis schliesslich des Nachts ein ganzes Rudel Galanos auftaucht und nichts mehr von der Beute übriglässt. Nur mit dem Gerippe an der Seite des Bootes kehrt der alte, von den rauhen Naturgesetzen bezwungene Fischer heim, wo der Junge ihn schon sorgenvoll erwartet.


    Hemingways Sprache ist leicht verständlich, er schreibt in einfachen Worten, verzichtet auf literarisch hochstehende Ausdrucksformen oder überflüssige Nebensätze. Was gesagt werden muss, wird gesagt, und dies stellenweise mit gnadenloser Härte. Das macht seine Texte lebensecht, man empfindet in sie hinein, selbst wenn man wie hier des Fischereihandwerks nicht kundig ist. Existenzialismus voller Poesie. Ich war schnell durch mit der Lektüre, zumal das Buch, das weder Kapitel noch Abschnitte enthält, auch einen überschaubaren Umfang hat. "Der alte Mann und das Meer" gehört zu den Büchern, die man immer wieder zur Hand nehmen kann und nie langweilig werden.


    Und doch besteht die Geschichte einzig und allein aus den Beschreibungen des Abenteuers auf See und den inneren Monologen und Gedankengängen des alten Mannes, die ein tragendes Element sind. Letzere sind in Präsenz formuliert, während die Erzählung in der Vergangenheitsform geschildert wird. Gewöhnen muss man sich an die vielen Fachwörter aus der Schiffswelt. Bug und Heck sind Begriffe, die man als Laie noch kennt, aber bei Pinne, Schott, Ducht, Beting, Plicht usw. muss man schon hie und da nachschlagen. Auch über bestimmte Fischarten kann man einiges erfahren, über die Galano- und Dentuso-Haie, von denen der alte Mann einige erledigen kann, und über den Marlin, und über Golmakrelen oder fliegende Fische.


    Für mich ist das Buch ein eindrücklicher und lesenswerter Abenteuerroman, der an Moby Dick anlehnt. Dadurch, dass er nur das eine Erlebnis des alten Mannes schildert, liegt der Verdacht nahe, dass Hemingway mit der Geschichte eine Botschaft transportieren will, zumal es auch sein letztes Werk ist. Botschaften, sofern sie nicht vom Autor selbst bestätigt sind, bleiben immer Interpretationen. Man müsste Hemingways Biografie gelesen haben, um mit Gewissheit sagen zu können, dass der alte Mann eine Essenz dessen verkörpert, was der Autor selbst erlebt hat. Die Worte des Fischers, "man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben", erlangten als Aphorismus Weltbekanntheit, und vielleicht spiegeln sie den harten Existenzkampf Hemingways wider. Vielleicht ist diese simple Erkenntnis, diese Duchhalteparole, eine Essenz aus Hemingways eigenen harten Lebenserfahrungen. Er kam viel herum in der Welt, hat zwei Weltkriege miterlebt und den spanischen Bürgerkrieg. Auch der Stierkampf hatte es ihm angetan. In der Zeit auf Key West verdiente er sein Geld als Grossfischfänger, was gewiss in "Der alte Mann und das Meer" Ausdruck findet.


    Die Kritik feierte die Novelle anfänglich als gelungene Fischergeschichte ohne irgendwelche Hintergründe, erst einige Jahre später kam dann die harsche Kritik, als man damit begann, Botschaften hinein zu interpretieren, und in dem Werk gar religiöse Anspielungen erkannt haben wollte, Anspielungen auf das Wüstenerlebnis Christi schon in der Exposition oder das Zusammenspiel von Gott und Mensch, wobei die Naturgewalten Gott verkörpern und der einsame alte Mann den Menschen.


    Eindrücklich in jeglicher Hinsicht ist die Beziehung, die der alte Mann zu seinem Fang während der Jagd aufbaut, wie sehr er das Wesen des Marlins mit Würde betrachtet, obwohl er den Fisch töten muss. Er muss der Stärkere sein, um sich und der Welt beweisen zu können, dass er noch zu etwas taugt, und doch identifiziert er sich mit seinem Opfer, bereits während der Jagd, und auch später, als die Haie dessen Leib vernichten. Er kann ihn danach nicht mehr ansehen, und er spricht auch nicht mehr zu ihm. Einzig die Entschuldigung bleibt ihm - dafür, zu weit hinausgefahren zu sein.


    Review mit Zitaten und Bildern auf https://www.bookstories.ch/gelesenes1/der-alte-mann-und-das-meer 

  22. Cover des Buches Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Gebunden in Cabra-Leder (ISBN: 9783730613948)
    Robert Louis Stevenson

    Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Gebunden in Cabra-Leder

     (635)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Die Verfilmung aus den 60-er Jahren (Der verrückte Professor mit Jerry Lewis) gesehen zu haben, erweist sich bei der Lektüre nicht ganz überraschend als großer Nachteil, zerstört er doch jegliches Spannungsmoment, auch wenn er natürlich sehr weit von der Romanvorlage entfernt ist. Deswegen ist das Leseerlebnis getrübt => 3 Sterne

  23. Cover des Buches Der Cowboy - Dangerous Love (ISBN: 9789963533428)
    Moni Kaspers

    Der Cowboy - Dangerous Love

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Nika488

    Ich liebe die Bücher von Moni Kaspers. Wirklich jedes konnte mich bisher begeistern. Naja, was soll ich sagen, auch der Cowboy hat mich mitgerissen. Definitiv kein Buch für zwischendurch, denn aus der Hand legen ist absolut keine Option. Ich musste es in einem Rutsch durchlesen.

    Moni Kaspers bringt mir die Handlung und die Personen durch ihren tollen Schreibstil nah. Sie hat die perfekte Mischung in diesem Buch von Dramatik, Liebe und Humor gefunden. Außerdem habe ich mit einigen Wendungen absolut nicht gerechnet. Irgendwie dachte ich, so jetzt hab ich den Dreh und zack passiert wieder etwas unerwartetes. Einfach perfekt. So war ich absolut gefesselt.

    Was diesen beiden Mädels passiert, ist mein persönlicher Albtraum.
    Die Story beginnt damit, daß Vivi in einem dunklen Keller erwacht und gar nicht weiß, wo sie ist. Plötzlich wird sie medizinisch versorgt und sie Cops wollen mit ihr sprechen. Doch wo ist ihre Schwester? Was ist ihnen passiert?
    Vivi und Lisa verbringen einen angenehmen Abend miteinander und werden von attraktiven Männern angesprochen. Den beiden ist null bewusst, was ihnen droht.
    Ich hab schon wieder Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Wie können Männer/Menschen so widerlich sein? Wie kann man so etwas tun? Ich krieg das echt nicht in meinen Kopf. Mich schüttelt es auch, wenn ich daran denke.
    Vivian wacht auf und die Angst um ihre Schwester ist so krass. Sie kann sich nur noch an die Augenfarbe ihres Retters erinnern. Wer war er? Was ist mit ihrer Schwester?

    Eine Romantic Thrill Story, die mich absolut gepackt und gefesselt hat. Genau so stell ich mir das Genre vor. Die Handlung lief wirklich bildhaft vor mir ab und ich habe mitgefiebert, wurde überrascht, hatte Angst, ein Kribbeln im Bauch und war einfach unfassbar begeistert von den Wendungen.

    Ein Buch, welches mir viel Freude bereitet hat und mit dem ich gerne meine Lesezeit verbracht habe.

    5 von 5 Sterne

  24. Cover des Buches Biss zum ersten Sonnenstrahl (ISBN: 9783551317421)
    Stephenie Meyer

    Biss zum ersten Sonnenstrahl

     (2.708)
    Aktuelle Rezension von: cxtxi_buecherliebe

    Ein kleiner Schmackofatz für alle Fans des Biss-Universums! 


    In dem kleinen Extrateil der Saga, welcher als Band 3,5 gilt, lernen wir die Neuvampirin Bree kennen, welche im dritten Band gegen die Cullens kämpfen sollte und sich letztendlich ergab. In “Biss zum ersten Sonnenstrahl” lernen wir alles über ihr neues Leben kennen und vor allem, wie die Armee der Neugeborenen erschaffen und trainiert wurde. 


    Der Schreibstil ist leicht abweichend von den anderen Bänden, meiner Meinung nach. Ich konnte hier nicht so viel Tiefe fühlen, was aber auch vielleicht an der Kürze und an der Figur Bree selbst liegt. 


    Es hat Spaß gemacht mal die Seite der Bösewichte kennenzulernen und ich habe mich sehr über das kleine Abendteuer gefreut.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks