Bücher mit dem Tag "kurzgeschichten"
1.657 Bücher
- Walter Moers
Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär
(2.263)Aktuelle Rezension von: butterflyintheskyich bin mit dem kleinem blaubär aufgewachsen (war für mich immer das highlight beim sandmann lol) und bin schon sooo oft in der bibliothek an dem buch vorbeigelaufen. habe es jetzt endlich mitgenommen und schon beim durchblättern dachte ich mir dass das gut wird. ich mag die illustrationen sehr! man merkt auch dass der autor richtig viel spass an dem buch hatte weil manche der stories so verrückt und an den haaren herbei gezogen sind dass man nur den kopf schütteln kann (im guten sinn). ich muss aber leider auch sage dass ich es bis atlantis geschafft habe OHNE gelangweilt zu sein, als dann die lügengeschichten und wettbewerbe anfingen, bin ich etwa abgedrift. nichtsdestotrotz hatte ich viel spass :)
- Andrzej Sapkowski
Der letzte Wunsch
(849)Aktuelle Rezension von: R_D1Viele geschlossene Fantasy-Zyklen haben das Problem eines langweiligen, langsam erzählten ersten Bandes.
Das ist hier anders!
Das Buch erzählt vom in sich gekehrten Hexer Geralt und seinem heiteren Gefährten, dem Barden Rittersporn, die wir durch ihre mittelalterliche Welt begleiten. Bereits in diesem ersten Band begegnen wir vielen verschiedenen Figuren und Spezies: Yennefer, Pavetta, Igel, Nenneke, Zauberinnen, Priesterinnen, Monster, Götter, Elfen, ... und werden über die Verquickung so mancher Schicksäle aufgeklärt. Diverse Anspielungen auf Märchen lassen uns in Geralts Welt schnell Orientierung finden.
Der Erzählstil ist dialogreich und folgt einem zügigen Tempo. Auf keiner einzigen Seite langweilte ich mich!
Über die Figurenrede werden Rückblenden, Binnenerzählungen und trockener Humor eingebaut. Glückseligkeiten, die den Figuren widerfahren, durchbrechen die düsteren Momente - und umgekehrt.
- Cassandra Clare
Die Chroniken des Magnus Bane
(740)Aktuelle Rezension von: tines_bookworld“To them, as to Magnus, time was like rain, glittering as it fell, changing the world, but something that could also be taken for granted.
Until you loved a mortal. Then time became gold in a miser's hands, every bright year counted out carefully, infinitely precious, and each one slipping through your fingers.“Dieses Buch sollte nach der Hauptreihe sowie den „Legenden der Schattenjäger-Akademie“ gelesen werden. Es ist, wie letztgenanntes, eine Sammlung von Kurzgeschichten aus Magnus‘ Leben, die alle zwar in sich geschlossen sind, aber trotzdem einen roten Faden haben und Magnus als Person noch mehr vervollständigen. In der Hauptreihe sind er (und Alec) eher kürzer gekommen bzw. wurden einige Momente aus Magnus‘ Vergangenheit erwähnt, dann aber nicht weiter darauf eingegangen - Magnus ist ja auch nicht der Gesprächigste gewesen. Hier werden einige dieser Szenen näher beleuchtet, z.B. wie Magnus Raphael oder Camille oder auch Alec kennengelernt hat. Auch seine Verbindungen zu den bekannten Schattenjäger-Familien und Tessa Gray sind näher ausgeführt. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch etliche Schlüsselszenen - Magnus ist ja auch mehrere Hundert Jahre alt - die weiterhin im Verborgenen bleiben; auf diese hoffe ich sehr in der „Infernal Devices“-Reihe! Egal, ob Clare sich hier überall bewusst Hintertürchen offengelassen hat oder ob die Komplexität der Welt von vorneherein geplant war: Der Lesesog nimmt keinen Abbruch!
Magnus‘ einzigartiger Charakter, den ich bereits in der „Mortal Instruments“-Reihe sehr ins Herz geschlossen habe, wird in diesem Buch vollumfänglich dargestellt. Mit viel Humor und Eleganz, aber auch Trauer und Hoffnungslosigkeit, fügen die Kurzgeschichten Magnus‘ Charakter noch mehr Tiefe hinzu. Dabei fehlt es jedoch, durch die reine Definition einer „Kurzgeschichte“, teilweise an Spannung und tieferer Emotionalität. Dies kann man sich jedoch auch mit Magnus‘ Alter zurechtreden, dass viele Momente in seinem langen Leben auch einfach untergehen. Es gefällt mir, wie scheinbare Kritik an der Autorin mit Logik des Charakters ausgeglichen werden kann.
“Die Chroniken des Magnus Bane“ sind ebenfalls eine tolle und sinnvolle Erweiterung des Schattenjäger- (oder eher Schattenweltler-)Universums und erhalten von mir 4,5/5 Sterne.
- Marc-Uwe Kling
Die Känguru-Chroniken
(1.254)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Eines Tages steht ein sprechendes Känguru bei dem Ich-Erzählers vor der Tür. Das Känguru zieht bei ihm ein und bringt Abwechslung, Schwung und Freude in sein Leben. Es ist der Beginn einer wunderbaren und außergewöhnlichen Freundschaft zwischen den beiden. Das Känguru fällt dem Ich-Erzähler aber auch des Öfteren ordentlich auf die Nerven. Es ist nämlich ziemlich frech und beratungsresistent. Außerdem eckt es manchmal mit seinen Ansichten zu gesellschaftlichen und politischen Themen an von denen es andere vehement zu überzeugen versucht…
„Was?“ ruft das Känguru. „Natürlich sind wir ein Paar, Mann! Wie Dick und Doof oder wie wie wie Stan & Olli oder oder oder…“ (S. 216)
Meine Meinung:
Die Grundidee ist originell und außergewöhnlich und wenn man sich darauf einlässt bekommt man eine erheiternde und kurzweilige Geschichte zu lesen.
Es gibt keine Handlungshöhepunkte auf die die Geschehnisse zusteuern und daher auch keinen klaren roten Faden der sich durch die Geschichte zieht. Es handelt eher um eine Aneinanderreihung von lustigen und skurrilen Begebenheiten, die der Ich-Erzähler zusammen mit dem Känguru erlebt. In jedem der kurzen Kapitel (jeweils max. 5 Seiten) wird ein lustiger Auszug aus einer Unterhaltung oder ein denkwürdiges Erlebnis erzählt. Diese anekdotenhafte Erzählweise sorgt für eine hohe Dichte an lustigen Momenten. Außerdem wird dadurch verhindert, dass das Buch Längen hat.
Der Nachteil dieser Erzählweise ist allerdings, dass man manchmal das Gefühl hat, dass die Geschichte ein wenig „dahinplätschert“. Außerdem lernt man das Känguru und den Ich-Erzähler nur relativ oberflächlich kennen, weil der Schwerpunkt auf spritzigen Dialogen und lustigen Wortgefechten liegt.
Das Känguru gibt einige wirklich lustige Bemerkungen von sich und stellt auch lustige Dinge an. Die Diskussionen zwischen dem Känguru und dem Ich-Erzähler sind stellenweise ziemlich erheiternd und haben mich für die Geschichte eingenommen. Hier ein paar Beispiele:
„Das Tolle am Internet ist, dass endlich jeder der ganzen Welt seine Meinung mitteilen kann. Das Furchtbare ist, dass auch jeder es tut.“ (S. 103)
„Pah“, sagt das Känguru. „Und mein Papa hat immer gesagt: Es ist besser, ein schlechter Gewinner zu sein, als ein guter Verlierer.“ (S. 27)
„Reden, Hören oder Sehen. Auf was würdest du verzichten?“ – „Das ist einfach“, sage ich. „Aufs Hören. […] Dann müsste ich dein Geschwätz nicht mehr ertragen.“ – „Ach ja?“ sagt das Känguru. „Und ich würde liebend gerne aufs Sehen verzichten, um deine Hackfresse nicht mehr ertragen zu müssen.“ – „Ich finde, du solltest lieber aufs Reden verzichten“, sage ich. „Dann müsste ich nicht aufs Hören verzichten.“ (S. 24)
Warum vergebe ich trotzdem bloß 3 Bewertungssterne?
Das liegt daran, dass mir die Geschichte in einigen Punkten etwas zu skurril, befremdlich und vulgär ist. Hier hat der Humor nicht meinen Geschmack getroffen. Dazu folgende Beispiele:
Das Känguru pöbelt einen sich vollkommen friedlich verhaltenden Fußballfan an, weil dieser anlässlich eines Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft in Deutschlandfarben gekleidet ist. Das Känguru sagt, dass ein solcher Patriotismus ein Zeichen von Idiotie sei, es von da aus nicht weit bis zum Nationalismus sei und dadurch Rassismus entstehe. Als der Fußballfan deswegen verständlicherweise beleidigt ist und verbal Kontra gibt schlägt das Känguru ihn einfach k.o. und das fand ich wirklich abstoßend und verachtenswert. Leider ist es auch nicht der einzige Fall in dem das Känguru gewalttätig wird. Es schlägt auch noch einen Mann bloß deshalb bewusstlos, weil dieser für die GEZ-Gebühr zuständig ist. Zudem gibt es einem Vorfall im Park. Das Känguru tritt einen Hund, der ihm zu laut bellt, sodass dieser in hohem Bogen über die Weise fliegt. Das alles fand ich nicht lustig.
Auch sonst verhält sich das Känguru schrecklich unhöflich und respektlos gegenüber Mitmenschen, die ihm überhaupt nichts getan haben. So fängt das Känguru z.B. absichtlich einen Streit mit einem McDonald’s-Mitarbeiter an indem es von diesem einen Whopper fordert, obwohl es genau weiß, dass es den nur bei Burger King gibt. Obwohl der Mitarbeiter höflich erklärt, dass das nicht geht und dem Känguru eine Alternative anbietet setzt es dem Mitarbeiter weiter zu und genießt das sichtlich.
Außerdem hat es mir gar nicht gefallen, dass das Känguru sich abfällig über die Demokratie äußert und sagt, dass es die deutsche Justiz nicht anerkennt. Hinzu kommt noch, dass das Känguru ein Anhänger von Verschwörungstheorien ist.
Hier noch einige weitere Beispiele für Humor, der nicht meinen Geschmack getroffen hat, weil er mir zu plump bzw. vulgär war:
„Der Titel ist ja total wichtig. Damit steht und fällt der Erfolg eines jeden Buches. Es muss was sein, wo die Leute sofort denken: Interessiert mich! Will ich! Kauf ich!“ Das Känguru nickt. […] „Wie wär’s mit ‚H*TLER, T*RROR, F*CK*N‘?“ (S. 199)
„Kennt ihr das Bild von Brittney Spears ohne Slip, wo man ihre M*sch* sieht? Dass sollten die lieber hier aufhängen.“ (S. 202)
Die genannten Beispiele haben das Lesevergnügen leider ziemlich geschmälert.
Fazit:
Es handelt sich um ein erheiterndes Buch, das man in kürzester Zeit ausgelesen hat und das einem mit einem positiven Gefühl zurücklässt. Manche der vorlauten Bemerkungen und frechen Aktionen des Kängurus sind richtig lustig. Es gibt jedoch leider auch so einige Stellen an denen die Geschichte meinen Humor nicht getroffen hat. Humor ist nun mal Geschmackssache! Ich bereue es dennoch insgesamt nicht, dass ich das Buch gelesen habe, aber noch einmal würde ich es nicht lesen.
Zum Schluss noch ein interessantes Zitat aus dem Buch, das erklärt wie das Känguru einst zu seinem Namen gekommen ist:
„Ich hab gehört, […] dass James Cook, der 1770 als erster Europäer ein Känguru zu Gesicht bekam, einen Aborigine gefragt haben soll ‚Was ist das für ein Tier?‘ – auf Englisch natürlich –, und der Aborigine antwortete ‚Känguru‘, weil er Cook nicht verstand und ‚Känguru‘ in seiner Sprache nun einmal ‚Ich verstehe such nicht‘ bedeutet.“ (S. 255/256)
- Andrzej Sapkowski
Das Schwert der Vorsehung
(436)Aktuelle Rezension von: R_D1In diesen Band erfahren wir von Yennefers Verflossenem, begegenen zusammen mit Rittersporn und Geralt der schönen Äuglein und treffen Dryaden und nicht zuletzt Geralts Überraschungskind.
Wieder arbeitet der Autor mit alten Märchen, Zeitsprüngen und Dialogen.
Am Ende laufen die einzelnen Geschichten wieder zusammen und wir stehen direkt vor dem Beginn der Saga.
- Stephen King
Basar der bösen Träume
(200)Aktuelle Rezension von: AleshaneeEine Sammlung aus vielen Kurzgeschichten vom Meister des Horrors! Wobei es bei diesen Bänden ja meist sehr unterschiedlich ist, wie einem die einzelnen Geschichten gefallen und ich muss sagen, dass die meisten mich nicht so recht begeistern wollten - dennoch waren einige wirklich gute dabei!
Spannend finde ich dabei ja, wie unterschiedlich sie sind! 20 völlig verschiedene Handlungen, Ereignisse, Schicksale, mit dem typischen King Stil erzählt und doch jede für sich speziell und einzigartig. Eine dabei sogar in Gedichtform (damit kann ich leider gar nichts anfangen)
Die meisten sind wirklich kurz und um die 30 Seiten lang, aber es gab auch vier etwas längere Episoden. Eine davon war "Nachrufe", die mir richtig gut gefallen hat! Hier geht es um einen aufstrebenden Journalisten, dessen Talent sich verselbständigt.
Ebenfalls gut gefallen hat mir "Der kleine grüne Gott der Qual". Hier geht´s um einen alten, schwerreichen Kranken, der glaubt, mit Geld alles kaufen zu können.
Am besten gefallen haben mir "Böser kleiner Junge" - eine sehr typische Geschichte mit tückischem Hintergrund und toll erzählt.
Außerdem "Ein bisschen angeschlagen" - eine makabre, aber irgendwie auch zu Herzen gehende Story.
Und als perfekten Abschluss gabs eine Weltuntergangsgeschichte, einen kurzen Einblick auf ein Ende, das wir uns alle gar nicht vorstellen wollen mit dem Titel "Sommerdonner"
Schön fand ich das Vorwort von Stephen King und dass er auch zu den einzelnen Geschichten ein paar einleitende Worte geschrieben hat, wie die Idee dazu zustande kam. Faszinierend, wie sich aus kleinen Alltagsmomenten die Inspirationen verselbständigen und zu Geschichten formen.
Ein buntes Sammelsurium aus kuriosen Fragmenten die sicher sehr unterschiedlich ankommen. Auch wenn mir einige sehr gut gefallen haben hatte ich mir insgesamt dennoch etwas mehr erhofft. - Christian Handel
Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln
(158)Aktuelle Rezension von: Buch_Eule
Vom Drachenmond Verlag sind inzwischen einige wunderschöne Märchen-Anthologien erschienen. Wie auch dieses Buch. Ich habe es mir für mein Kindle gekauft, da die Kurzgeschichten sich gut dafür eignen sie in der Pause zu lesen. Die Illustrationen in den Prints lohnen sich allerdings ebenfalls sehr, was ich bei anderen Anthologien des Verlages feststellen musste.
Da jede Geschichte von einem anderen Autor stammt, unterscheiden sie sich in Stimmung wie auch im Schreibstil. Einige sorgen für Gänsehaut, andere stimmen einen Traurig und wieder andere lassen einem das Herz vor Rührung zergehen. Es gab Geschichten die mir nicht ganz so gut gefallen haben wie andere, doch alle ließen sich flüssig lesen. Bei keiner konnte ich sagen, dass sie mir gar nicht gefallen hat. Sie alle waren wunderschön geschrieben, auch wenn einige mich mehr bewegten und rührten als andere.
Obgleich es sich bei dem Buch um eine Märchensammlung handelt ist es keines für kleine Kinder, sondern eher für Jugendliche und Erwachsene. Überwiegend spielen die Märchen in den gewohnten fantastischen Welten, eines von ihnen spielt in der Moderne, doch obwohl es von der Umgebung her nicht zu den anderen passt, entpuppt es sich nicht als Störfaktor, sondern als Juwel, welches die Geschichte abrundet.
Da die Geschichten so unterschiedlich sind, wird sich für jeden der Märchen gegenüber offen ist etwas passendes finden lassen. Perfekt ist es natürlich für die unter uns die in einem Buch keinen bestimmten Ton erwarten und Beispielsweise gerne von einer Romanze in einen Thriller stolpern. 😉
Ich kann dieses Buch daher nur empfehlen - John Green
Tage wie diese
(564)Aktuelle Rezension von: liszzlHach, wie immer - John Green. Aber auch: Maureen Johnson & Lauren Myracle. Großartig, wie die drei eine so umwerfend warme und herzliche Geschichte zusammengeschrieben haben. Ein lohnenswertes Buch, das man an einem kalten Tag gemütlich auf der Couch verschlingen kann. Sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen - Taschentücher bereithalten!
- Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes - Sämtliche Werke in drei Bänden
(35)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
London, Ende des 18. Jahrhunderts: Es gibt nur einen, der noch helfen kann, wenn man in Schwierigkeiten steckt und dringend einen Ermittler braucht, aber die Polizei nicht ins Vertrauen ziehen kann oder will: Der brillante Detektiv Sherlock Holmes. Gemeinsam mit seinem Freund Dr. John Watson nimmt er sich vermeintlich hoffnungsloser Fällen an und begibt sich in London und Umgebung auf Verbrecherjagd und auf die Spur rätselhafter Vorkommnisse aller Art. Selbst die Polizei bittet Sherlock Holmes zuweilen um Rat, wenn sie bei besonders kniffligen Kriminalfällen an ihre Grenzen stößt...
„Sicher würde niemand meinen Beruf ergreifen, den die Gefahr nicht reizt.“ (Die Erzählungen II, S. 732/733)
„Ich bin zwar nicht das Gesetz, aber ich repräsentiere die Gerechtigkeit, soweit meine schwachen Kräfte ausreichen.“ (Die Erzählungen II, S. 733)
Meine Meinung:
Ich bin mit hohen Erwartungen an die Romane und Kurzgeschichten über Sherlock Holmes und Dr. John Watson herangegangen, weil ich die beiden Charaktere zuvor bereits durch diverse Film- und Serienadaptionen liebgewonnen hatte, die ich allesamt toll gefunden hatte (u.a. 1940er-Jahre-Filme mit Basil Rathbone, die 2000er-Jahre-Filme mit Robert Downey Jr. und die moderne Serienadaption aus den 2010er-Jahren mit Benedict Cumberbatch). Entsprechend gespannt war ich nun endlich die Originalgeschichten kennenlernen mit denen vor über 100 Jahren (!) alles seinen Anfang genommen hat.
Sowohl die Romane als auch die Kurzgeschichten haben mich begeistert und ich fand sie sehr mitreißend. Es wird eine richtig gelungene Mischung aus spannenden, lustigen, gefährlichen, traurigen, dramatischen und nachdenklich stimmenden Momenten geboten. Manche Fälle sind sehr bewegend und traurig, weil man erfährt welche persönlichen Tragödien und individuellen Leidensgeschichten dahinterstecken. Zudem überraschen viele Geschichten mit Auflösungen bzw. Wendungen, die man (ebenso wie Watson und die Polizei) nicht hatte kommen sehen. Es kam für mich zudem unerwartet, dass es auch mal vorgekommen ist, dass Sherlock Holmes zu spät kam um eine Person zu retten und er ihren Tod zu seinem großen Bedauern nicht mehr verhindern konnte. Außerdem gibt es auch Fälle in denen Sherlock Holmes den Täter absichtlich davonkommen lässt, weil er Verständnis für dessen Tat und sein Motiv aufbringen kann.
Eine große Stärke der Sherlock-Holmes-Erzählungen ist das lebendige Bild, das vom London des 18. Jahrhunderts und dem damaligen Leben entworfen wird. Zudem werden die Schauplätze sehr atmosphärisch beschrieben. Manche Fälle führen Sherlock Holmes zu abgelegenen herrschaftlichen Anwesen mit Geheimgängen/-zimmern während er bei anderen Gelegenheiten die Armenviertel von London aufsuchen muss und es kommt auch mal vor, dass Watson seinen Freund Holmes in einer Opiumhöhle suchen muss. Die Bandbreite an Verbrechen, sonstigen Vergehen und Rätseln die Holmes und Watson versuchen aufzuklären ist groß und das sorgt für Abwechslung (u.a. Mord, Spionage, Körperverletzung, Betrug und Diebstahl). Neben diesen „klassischen“ Fällen bekommen die beiden es z.B. auch mit Heiratsschwindel zu tun und in einen besonders außergewöhnlichen Fall stellt sich heraus, dass das „Mordopfer“ in Wahrheit Selbstmord begangen hatte und es diesen aus Rache wie Mord hat aussehen lassen, damit eine bestimmte Person als Mörder im Gefängnis landet. In einem weiteren ungewöhnlichen Fall bekommen es Holmes und Watson mit einem vermeintlichen Vampir zu tun. Die Täter denen die beiden auf die Schliche kommen entstammen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und ihre Motive sind äußerst verschieden. Mit manchen Tätern sympathisiert man ein Stück weit und kann deren Motiv nachvollziehen während man es bei anderen abstoßend und erschrecken findet welche niedrigen Beweggründe sie hatten bzw. dass sie aus reine Boshaftigkeit heraus gehandelt haben.
Sherlock Holmes ist ein ungemein interessanter und vielschichtiger Protagonist mit Ecken und Kanten. Manchmal missfällt seinen Mitmenschen seine etwas exzentrische und direkte Art. Er ist alles andere als leicht zu durchschauen und nach außen hin wirkt er meist ziemlich unnahbar und abweisend. Umso schöner und interessanter sind daher die Momente, die einem hinter diese Fassade blicken lassen und die sein gutes Herz offenbaren. Diesbezüglich ist eine meiner liebsten Szenen der Moment in dem Sherlock Holmes bei einem ihrer Abenteuer zu seinem großen Erschrecken feststellt, dass Watson verletzt worden ist (siehe Erzählung „Die drei Garridebs“):
„Sie sind doch nicht verletzt, Watson? Um Himmels willen, sagen Sie, dass Sie nicht verletzt sind!“ Es war eine Wunde wert – es war viele Wunden wert – die Tiefe der Loyalität und Liebe hinter jener kalten Maske kennenzulernen. Die klaren, harten Augen waren einen Moment lang getrübt, und die festen Lippe zitterten. Dieses einzige Mal erhaschte ich einen Blick auf ein großes Herz, ebenso groß wie der Verstand. (Die Erzählungen II, S. 680)
Auch in der Erzählung „Die Mieterin hinter dem Schleier“ zeigt Holmes eine sensible Seite und es ist rührend wie er über seinen Schatten springt und sich bemüht eine Frau zu trösten, der das Schicksal wirklich übel mitgespielt hat:
Dann streckte Holmes einen seiner langen Arme aus und tätschelte ihr in einer mitfühlenden Geste die Hand, wie ich es nur höchst selten bei ihm erlebt hatte. „Armes Mädchen!“, sagte er. „Sie armes Mädchen! Manchmal sind die Wendungen, die das Schicksal nimmt, schwer zu begreifen. Wenn es keinen Ausgleich für solche Qualen im Jenseits gibt, dann ist die Welt ein grausiger Scherz.“ (Die Erzählungen II, S. 821)
Holmes Verhältnis zu Frauen ist etwas kompliziert. Er ist ein überzeugter Junggeselle und ist Frauen gegenüber ziemlich misstrauisch und voreingenommen. Ursprünglich meinte er einmal, dass ihm keine Frau intellektuell überlegen ist, aber bei den Ermittlungen zu einem seiner Fälle (siehe Erzählung „Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O.“) macht er dann die Bekanntschaft von Irene Adler. Ihr gelingt es Holmes auszutricksen und ihn zu „besiegen“. Watson berichtet dem Leser, dass er Holmes nach diesem Vorfall nie wieder hat sagen hören, dass es keine Frau gibt, die es mit ihm aufnehmen kann.
An Sherlock Holmes sind seine außergewöhnliche Beobachtungs-, Auffassungs- und Kombinationsgabe besonders bemerkenswert, aber das ist längst nicht alles. Was das Thema Spurensicherung und kriminaltechnische Untersuchungsmethoden anbelangt ist er seiner Zeit voraus. Er verfügt zudem über umfangreiche chemische Kenntnisse und kennt sich z.B. sehr gut mit exotischen Giften aus. Außerdem spricht er mehrere Sprachen (neben seiner Muttersprache Englisch versteht er auch Deutsch, Französisch, Italienisch und Latein). Entscheidend für seinen Ermittlungserfolg ist darüber hinaus seine hervorragende Menschenkenntnis und die Tatsache, dass er ein wahrer Verkleidungskünstler ist: Er versteht es meisterhaft nicht nur sein äußeres Erscheinungsbild komplett zu verändern, sondern auch seine Stimme, Mimik und Gestik zu verändern und er ist in der Lage die Umgangssprache einfacher Leute zu sprechen und mit Akzente zu sprechen. Auf diese Weise ist er in der Lage das Vertrauen unterschiedlichster Menschen zu gewinnen. Er verfügt auch über ein gutes Netzwerk aus Kontaktleuten und Informanten. Dazu zählt u.a. eine Bande von Straßenkindern, die er manchmal mit kleineren Aufgaben beauftragt. In gefährlichen Situationen und bei körperlichen Auseinandersetzung wird zudem deutlich, dass Holmes über gute Reflexe verfügt, ein guter Boxer ist und er generell sportlich ist.
Zum Leidwesen von der Polizei und dem armen Watson weiht Holmes sie in der Regel erst ganz am Schluss in seine Gedankengänge und Schlussfolgerungen ein. Davor macht er ihnen gegenüber wenn überhaupt nur kryptische Andeutungen, die sie mit Fragezeichen zurücklassen und hält sich nicht mit Erklärungen auf. So gibt es z.B. eine Szene in der Holmes Watson fragt, ob er abends Zeit hätte und Watson das ablehnt. Holmes sagt ihm dann daraufhin schlicht er solle trotzdem abends bei ihm vorbeikommen und dann verschwindet er ohne Erklärung und lässt den armen Watson einfach stehen. Ein weites unterhaltsames Beispiel dafür ist die folgende Szene aus der Erzählung „Der illustre Klient“:
„Ich stehe Ihnen zur Verfügung, Holmes.“ - „Gut, dann verbringen Sie die nächsten vierundzwanzig Stunden mit dem intensiven Studium chinesischer Keramik.“ Er gab keine Erklärungen und ich fragte auch nicht danach. Aus langjähriger Erfahrung hatte ich gelernt, dass es weise war, ihm zu gehorchen. (Die Erzählungen II, S. 705)
Eins der ersten Dinge, die mich besonders für Sherlock Holmes eingenommen haben ist die Tatsache, dass es ihm bei seiner Ermittlungsarbeit nicht um Ruhm oder Geld geht. Er lässt sich nicht davon beeindrucken, wenn ein potentieller Auftraggeber einflussreich und mächtig ist. Vielmehr sind es besonders raffinierte Verbrechen, rätselhafte Vorkommnisse und scheinbar aussichtslose Fälle denen er seine Aufmerksamkeit schenkt, denn er liebt die Herausforderung. Er nimmt sich Fällen an, die in besonderem Maße seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bedürfen. So kommt es, dass er nicht selten vermeintlich kleinen Fällen den Vorzug gibt, auch wenn ihm diese nur ein geringes bzw. gar kein Honorar einbringen. Dadurch dass Holmes kein Polizist ist, ist er auch nicht an Dienstvorschriften gebunden und kann zu recht unkonventionellen Ermittlungsmethoden greifen. Der Gute nimmt es mit den geltenden Gesetzen zuweilen nicht ganz so genau und bewegt sich auch gerne mal in gesetzlichen Graubereichen bzw. übertritt Gesetze einfach indem er z.B. heimlich eine illegale Hausdurchsuchung (oder sollte man Einbruch sagen?) durchführt um sich ein paar zusätzliche Beweise zu verschaffen. Das sorgt für spannende Momente und es ist dadurch weniger vorhersehbar was Holmes als nächstes vorhat. Interessant ist auch, dass es tatsächlich eine Handvoll Fälle gibt in denen Holmes den Täter davonkommen lässt, weil er dessen Verbrechen von einem moralischen Standpunkt aus gesehen nachvollziehen kann.
Bei all den Lobreden auf Sherlock Holmes darf man keinesfalls seinen treuen Freund und Ermittlungskollegen Watson vergessen, den man sehr schnell ins Herz schließt. Watson hat es wahrlich nicht immer ganz leicht mit seinem Freund Holmes, der ihn nicht oftmals ohne Erklärung mit irgendeinem ominösen Vorhaben überrumpelt, das die beiden dann nicht selten in Schwierigkeiten bringt. Watson ist ein richtig liebenswerter, netter, besonnener, geduldiger und loyaler Mann. Auf ihn kann sich Holmes immer verlassen und das ist besonders insofern wichtig als dass Holmes zuweilen auch etwas einsam wirkt und ziemlich niedergeschlagen ist. Insbesondere wenn Holmes gerade keinen spannenden Fall hat, der ihn auf andere Gedanken bringt, ist er manchmal sehr melancholisch, zieht sich zurück, sucht Trost im Opiumkonsum und scheint dem Leben nicht viel Schönes abgewinnen zu können. Gerade in solchen Momenten braucht es einen Freund wie Watson und bei der Aufklärung seiner Fälle wäre Holmes ohne ihn durchaus das eine oder andere Mal ziemlich aufgeschmissen gewesen.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es auch unter den relativ unbekannten Romanen bzw. Erzählungen richtig tolle gibt, die es verdient haben weitaus bekannter zu sein und bei denen es sich lohnt sie zu lesen. So hat mich beispielsweise der Roman „Das Tal des Grauens“ sehr begeistert, der für mich dem weitaus bekannteren Roman „Der Hund der Baskervilles“ in nichts nachsteht und mir sogar fast noch ein bisschen besser gefallen hat. Ich finde auch nicht, dass die späteren Erzählungen schwächer geraten sind als die früheren Erzählungen. So hat es mir z.B. sehr gefallen, dass zwei der zuletzt erschienenen Kurzgeschichten aus der Sicht von Holmes erzählt werden und nicht wie sonst aus der Sicht von Watson.
Fazit:
Ich kann es absolut verstehen, dass die Romane und Erzählungen über Sherlock Holmes und Dr. John Watson auch über 100 Jahre nach ihrem erstmaligen Erscheinen noch immer so beliebt sind. Ich habe sie sehr gemocht und fand sie richtig spannend, atmosphärisch und mitreißend. Natürlich haben mir manche noch besser gefallen als andere, aber gern gelesen habe ich sie allesamt.
Zudem kann ich Sherlock-Holmes-Fans auch das Buch „Das Geheimnis des weißen Bandes: Ein Sherlock-Holmes-Roman“ (von Anthony Horowitz) sehr empfehlen. Auch wenn es nicht von Arthur Conan Doyle geschrieben wurde macht es ihm alle Ehre und das Buch fühlt sich beim Lesen wie ein „echter“ Sherlock-Holmes-Roman an.
Zum Schluss noch ein unterhaltsames Zitat von Sherlock Holmes über Frauen:
„Das Herz und der Verstand einer Frau sind für einen Mann unlösbare Rätsel.“ (Die Erzählungen II, S. 691)
- Ferdinand von Schirach
Verbrechen
(772)Aktuelle Rezension von: EmmaWinterElf mal schauen wir hinter die Schlagzeile und lernen die Schicksale hinter den Verbrechen und Verbrechern kennen. Elf mal werden wir überrascht. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Bei "Verbrechen" aus dem Jahr 2009 möchte man fast schon von einem True-Crime-Klassiker sprechen. Der Anwalt Ferdinand von Schirach berichtet sehr lesenswert von Kriminalfällen, die auf wahren Ereignissen beruhen, von Fällen, die er selbst erlebt hat. Unser Rechtsempfinden wird auf die Probe gestellt, denn hier ist Mord nicht gleich Mord, wenn man erst die Hintergründe kennt. Verbrechen, die zum Nachdenken anregen und deutlich machen, dass Schuld unterschiedlich gewertet werden kann.
Die 200 Seiten des Buches hatte ich in kürzester Zeit durchgelesen; der eher nüchterne Schreibstil fesselt ungemein. Eine Leseempfehlung nicht nur True-Crime-Fans. Mit "Verbrechen" läutete von Schirach seine überaus erfolgreiche Karriere als Autor ein.
- Alexandra Flint
Christmas Kisses. Ein Adventskalender.
(110)Aktuelle Rezension von: VinnyIch hatte mich wirklich auf den Buchadventkalender gefreut. So richtig überzeugen konnte er mich aber nicht.
In einigen Geschichten kam für mich keine wirkliche Weihnachtsstimmung auf und mit Fantasy habe ich auch nicht wirklich gerechnet.
Andere Geschichten waren dagegen herzerwärmend und ich hätte bei einigen Geschichten noch gerne mehr gelesen.
Alles im allen war der Buchadventskalender ein netter Zeitvertreib.
- Daniel Kehlmann
Ruhm
(649)Aktuelle Rezension von: FeatherWer nach einem Roman mit sehr viel Tiefgang sucht, der ist bei "Ruhm" genau richtig. Hier muss man zweimal hinschauen, um alles verstehen zu können.
Was mich an diesem Buch so begeistert hat, war, dass sich diese neun einzelnen Geschichten, die man anfangs gar nicht in Verbindung gesetzt hat, plötzlich ein riesiges Konstrukt an versteckten Parallelen und Verbindungen ergeben haben. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die einzelnen, in sich abgeschlossenen Geschichten, so große Handlungsstränge teilen – vielleicht das Überthema, aber sonst? Relativ schnell hat sich das dann als Irrtum herausgestellt und zum Glück für ein außergewöhnliches Leseerlebnis gesorgt.
Der Schreibstil hat sich von Geschichte zu Geschichte unterschieden, war insgesamt auch flüssig, aber doch etwas langwierig. Vor allem anfangs ist es mir persönlich schwergefallen, in die erste Geschichte reinzukommen.
Die Charaktere hingegen waren sehr gut ausgearbeitet und auch erzählt; sie hatten Wiedererkennungswert und mir hat es sehr gefallen, dass sie in ihren Unterschieden einen lebendigen und passenden Eindruck erweckt haben.
Ich kann "Ruhm" jedem ans Herz legen, der gerne Bücher liest, über die man nachdenken und vielleicht sogar Stellen doppelt lesen muss. Es ist ein Roman zum kritischen Hinterfragen und Nachdenken, auch perfekt als Lektüre geeignet.
- Benedict Wells
Die Wahrheit über das Lügen
(187)Aktuelle Rezension von: KarenAydinIn der letzten Zeit habe ich Kurzgeschichten zu schätzen gelernt, in ihnen können auch mal Geschichten erzählt werden, die vielleicht nicht für einen Roman tragen, Geschichten mit interessanten Gedanken, seltsamen Konstellationen, ungewöhnlichen Plots oder Figuren. Meistens sind es, wie in diesem Fall auch, Geschichten, die einen nachdenken lassen. Über das Leben, Ziele, aber auch zum Beispiel darüber, wie es wäre, wenn man in der Zeit reisen könnte und George Lucas die Idee für Star Wars klauen.
Das war aus dieser Sammlung nicht einer meiner Favoriten, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Geschichte vielen gefällt. Nichtsdestotrotz habe ich alle Geschichten gern gelesen, was zum einen daran liegt, dass sie sprachlich leichtfüßig geschrieben sind, und zum anderen, dass sie interessante und ungewöhnliche Situationen beleuchten. Mir haben „Die Wanderung“ und „Die Muse“ am besten gefallen, das ist aber rein subjektiv. Insgesamt sind alle völlig unterschiedlich.
Wells erzählt bedächtig, eindrücklich-eindringlich, es kommt ihm auf die Inhalte und die Charaktere an, die Situationen entwickeln sich, er zieht keinen abenteuerlichen Plottwist wie Kaninchen aus dem Hut. Man muss schon genauer hinhören. Wer Spannung erwartet, der wird vielleicht nicht ganz so glücklich mit ihnen sein. Die wird eher aus den moralischen Konflikten, den Entscheidungen oder der Zuspitzung von Situationen generiert.
- Jennifer Benkau
December Dreams. Ein Adventskalender
(230)Aktuelle Rezension von: MissionbooksDas war also mein erstes Adventskalenderbuch!
Mir hat es gut gefallen, weil ich jeden/jeden zweiten Tag von einer anderen Autorin eine Geschichte lesen konnte und und teilweise sogar bekannt Protagonist*innen weidertreffen konnte! (Zum Beispiel bei den Kapiteln von Stella Tack ;)
Mein einziger Kritikpunkt war hier, dass die Kapitel teilweise sehr kurz waren und dahre manchmal zusammenhanglos.
Ansonsten habe ich das Buch gerne gelesen und kann es allen empfehlen, die täglich eine kleine Portion Weihnachtsstimmung lesen wollen.
- Stephen King
Ihr wollt es dunkler
(102)Aktuelle Rezension von: koechlInhalt:
Nach einer außerweltlichen Begegnung in den Wäldern von Maine machen zwei Freunde urplötzlich große Karriere; ihr Geheimnis nehmen sie mit in den Tod. Danny träumt von einer Leiche, die er dann tatsächlich findet; in den Augen der Polizei kann nur er der Mörder sein. Vic macht Ferien in Florida, wo er eine verschrobene alte Frau kennenlernt; eine Bekanntschaft, die in einem Horrorstrudel endet. Das sind nur drei von zwölf neuen Storys, die Stephen King in Ihr wollt es dunkler versammelt – viele Genres umspannende Geschichten über das gegenwärtige Amerika, über finstere Mächte und existenzielle Fragen.
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Meine Meinung:
Stephen King greift in dieser Sammlung viele verschiedene Themen wie zum Beispiel Verlust geliebter Menschen, Aliens, Geisterwesen, Entführung, Bedrohung und Wahrsagen auf. Die Vielseitigkeit der Kurzgeschichten fand ich toll!
Die kürzeren Geschichten habe mir leider weniger gefallen als die längeren. Ich hatte oft den Eindruck, dass die kurzen Storys abrupt enden und ohne, dass man einen richtigen Sinn dahinter versteht. Dafür haben mir die längeren Geschichten wie Klapperschlangen, Danny Coughlins böser Traum, die Träumenden oder der Antwortmann umso besser gefallen. Ich könnte mir bei diesen Geschichten auch gut Verfilmungen vorstellen. Mein Liebling von allen ist Klapperschlangen - ich habe mich teilweise arg gefürchtet!
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Gut fand ich außerdem, dass viele verschiedene Übersetzer an dem Buch mitwirkten. Schade nur, dass darunter nicht eine Frau ist.
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Fazit:
Vielseitige Geschichten voller mystischer Momente. Definitiv immer dunkel!
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Meine Bewertung:
4/5 Sterne
- Haruki Murakami
Von Männern, die keine Frauen haben
(175)Aktuelle Rezension von: Paperboat“Von Männern, die keine Frauen haben” ist eine Kurzgeschichtensammlung, deren Kern Männer stehen ohne Frauen stehen. Diese Männer werden innerhalb der Erzählung von unterschiedlichen Frauen ergänzt, entweder weil sie diese begehren oder generell einsam zu sein scheinen. Typisch Murakami sind von Melancholisch über Normal bis Skurril wieder diverse Facetten dabei.
Tja, war ich die richtige Person für dieses Buch? Ich bin nicht der größte Fan von Kurzgeschichten, aber dieses Buch hat mich so gar nicht erreicht. An mir sind die einzelnen Geschichten vorbeigezogen wie eine flüchtige Begegnung mit einem Fremden auf der Straße; noch bevor ich einen Sinn in ihnen erkennen konnte, waren sie auch schon zu Ende. Entsprechend ungerührt haben mich die Geschichten zurückgelassen. Gerade, wenn es sich da um einen Murakami handelt, von dem ich normalerweise sehr angetan bin, ist das besonders enttäuschend. Meine Hoffnung: Mein nächstes Buch von ihm wird hoffentlich besser! - Horst Evers
Für Eile fehlt mir die Zeit
(332)Aktuelle Rezension von: JorokaIch kannte Herrn Evers bisher nicht, konnte also völlig unvoreingenommen an das geschenkte Buch herantreten. Er berichtet als Ich-Erzähler von Begebenheiten und skurrilen Begegnungen aus seinem Leben, die ihm so passiert sein mögen oder auch nicht.
Ganz ökologisch ist Herr Evers gerne mit der Bahn unterwegs und kann so ganz nach dem Motto 'Wer eine Reise tut'.... einiges erzählen. Natürlich kommt die humoristische Seite nicht zu kurz, aber auch ein paar Lebensweisheiten werden zwischen den Zeilen mit auf den Weg gegeben. So erfährt der bedachte Leser unter anderem, weshalb es als kritisch zu betrachten sei, wenn man zum Geburtstag eine elektrische Saftpresse geschenkt bekommt.
Überschriften wie zum Beispiel: Ich könnte auch Heidi Klum sein; Der Plan der Außerirdischen; Mathematik macht schön; Wildschweine oder was würde Captain Kirk jetzt tun? oder 'In der Gewalt der Schlummertaste' machen doch durchaus neugierig.
Wie die Einteilung anhand der Jahreszeiten zustande kommt, bleibt mir jedoch schleierhaft.
Manchmal war sein Humor nicht so ganz meiner, aber keine der Kurzgeschichten war wirklich langweilig oder gar mies.
Fazit: Zum Lesen zwischendurch und gelegentlichen Schmunzeln durchaus geeignet
- Marc-Uwe Kling
Die Känguru-Offenbarung (Die Känguru-Werke 3)
(449)Aktuelle Rezension von: MayaBIch habe beim Lesen das ungekürzte Hörbuch gehört, und nachdem ich die ersten beiden Bände teils auch ohne Hörbuch gelesen habe: Das ist auf jeden Fall die richtige Art, diese Bücher zu "konsumieren". Kling arbeitet einfach so sehr mit seiner Stimme und haucht den Texten so viel leben ein, dass lustige Szenen noch lustiger werden, und weniger amüsante Szenen werden amüsant. Ich denke, dass die Geschichte auch ohne Hörbuch vermutlich lesenswert ist, weil ganz viel an dem Humor natürlich auch ohne Stimmen funktioniert, aber es macht einfach einen riesigen unterschied, ob man darüber liest, wie das Känguru und Marc-Uwe versuchen, die Welt zu retten, oder ob man dabei ist, wenn die beiden ihre ganzen Erlebnisse haben.
Was sich natürlich nicht ändert ist der Inhalt: Systemkritik, viele Witze, Anspielungen auf die echte Welt sowie zahlreiche Bücher und Buchreihen in diesem Band (eins meiner absoluten Highlights, muss ich sagen, fand ich jedes Mal wieder sehr lustig) sind genauso stark wie immer, aber während ich beim Lesen immer eher das Gefühl habe von "ja, kann man mal lesen", bin ich beim Hören wirklich regelmäßig laut am Lachen gewesen und kann mir auch absolut vorstellen, wieder zur Geschichte zurückzukehren (was ich beim Lesen oft eher nicht habe).
Insofern: Solide Geschichte, die als von Kling gelesenes Hörbuch noch mal einiges an Qualität gewinnt, wenn man mich fragt. - Marina Keegan
Das Gegenteil von Einsamkeit
(179)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeowIch bin mir sicher, vor Jahren schon einmal über dieses Buch gestolpert zu sein, das vor allem aufgrund des tragischen Schicksals seiner Autorin Bekanntheit erlangte.
Marina Keegan war eine 22-jährige Yale Absolventin, die nur wenige Tage nach ihrem Abschluss bei einem Autounfall ums Leben kam. Ihr aufgewecktes Wesen ist ihren Lehrern, Kommilitonen, Freunden und Familie in guter Erinnerung geblieben, genau wie ihre Geschichten und Essays.
Eine Sammlung davon findet sich in diesem Buch. Laut Einleitung, damit man sich nicht an sie erinnert, weil sie tot ist, sondern weil sie gut war.
Nun, ich kam leider nicht umhin, immer wieder daran zu denken, dass Marina tot und wie furchtbar ungerecht das Leben doch ist. Es kann doch nicht sein, dass wir nur diese eine Chance haben und wenn was schief geht, war es das für uns.
Die Texte erzählen von einer jungen Frau, die Pläne und bestimmt eine tollen Zukunft vor sich hatte. Trotzdem muss man sich fragen, ob diese Sammlung auch so in den Himmel gehoben worden wäre, wenn Marina nicht gestorben wäre. Tatsächlich wird auch erwähnt, dass sie die Texte nie so ohne den letzten Schliff herausgebracht hätte.
Das Buch teilt sich in ihre Abschlussrede, 9 Kurzgeschichten und 9 Essays auf.
Gerade die Rede hinterlässt ein melancholisches Gefühl, spricht Marina doch davon, dass sie noch so jung sind und so viel Zeit haben...
Den Großteil der Geschichten aber, fand ich nicht sonderlich gut. Sicher hatten diese einen tieferen Sinn, aber bei mir haben sie nur ein Hä-Gefühl ausgelöst.
Ironischerweise handelt gleich die erste Geschichte einen plötzlich verstorbenen Studenten, der von seinen Kommilitonen betrauert wird. Einige Geschichten handeln von jungen, nicht besonders sympathischen Menschen. Andere haben einen sehr ernsten Charakter und spielen im Kriegsgebiet oder an Bord eines verlorenen U-Boots. Letztere hat mir am besten gefallen und gab es nicht vor ein paar Jahren genauso einen Fall?Insgesamt fand ich die Essays besser, aber ebenfalls durchwachsen.
Es ist kurzweilig, man kann es lesen, aber sicher nicht so herausragend wie erwartet. - Stephen King
Im Kabinett des Todes
(232)Aktuelle Rezension von: Elle74Der Kurzgeschichtenband wartet mit absolut fesselnden Shortstories aus der Feder von King auf, wie "Autopsieraum vier", "1408" und "Achterbahn", um nur einige zu nennen. Er kann es einfach und versteht den Leser oder die Leserin auch wirklich erstaunt und nachdenklich zurückzulassen.
Mehr zum Buch auf meinem youtube-Kanal "Esses literarischer Salon".
- Stephen King
Frühling, Sommer, Herbst und Tod
(356)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich habe diesem Buch 3 Sterne gegeben, weil mich nicht alle 4 Geschichten angesprochen haben. Schön fand ich, dass alle unterschiedlich lang waren und verschiedene Themen beinhalteten. Spannend und gruselig wird in diesem Buch aus verschiedenen Personensichten erzählt. Manche Geschichten sind eher harmloser, andere haben mir jedoch vor schaudern die Haare zu Berge stehen lassen und waren inhaltlich besser gestaltet. Ein schöner bunter Mix, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte, der King mag.
- Christina Henry
Die Chroniken von Alice - Dunkelheit im Spiegelland
(154)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrIch fand die Kurzgeschichten gut. Sie haben noch ein paar Lücken in der Geschichte rund um Alice und Hatcher geschlossen. Gerade die Vorgeschichte zu Hatcher hat mich sehr interessiert und den Charakter in ein ganz anderes Licht gerückt.
Das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen - ist also super für Zwischendurch.
- Cassandra Clare
Die Geheimnisse des Schattenmarktes
(100)Aktuelle Rezension von: leseeule_astridIch habe dieses Buch nach den Chroniken der Schattenjäger, nach den dunklen Mächten und nach Schattenjäger Akademie gelesen. Somit erfuhr man von manchen Geschichten genaueres, wie z.B. über Kit und seine Eltern.
Es sind kurze Geschichten, die immer in verschiedenen Jahrzehnten abspielen und wo man eben hier und da näheres über eine schon bekannte Geschichte erfährt. In allen geht es aber immer auch um die Suche nach den verschollenen Herondales. Die zu finden hat sich Jem als Lebensaufgabe gesetzt. Dafür reist er durch die Schattenmärkte.
Als großer Fan der Schattenjäger Bücher, war ich eher skeptisch, ob so Kurgeschichten wirklich was sind. Aber ich fand sie sehr erfrischend zu lesen, weil es auch abwechlungsreich ist. Meine Empfehlung ist aber, daß man vorher schon einige Bücher gelesen haben sollte, um zu wissen, warum und wieso und wer die Personen sind. - Stephen King
Sunset
(187)Aktuelle Rezension von: NiWa„Sunset“ kündigt trotz sommerlicher Aufmachung Gänsehaut an: Stephen King greift in seine Horrorkiste und präsentiert fünfzehn Kurzgeschichten, die zum Fürchten einladen.
Wie üblich ist es schwierig, eine Rezension zu einer Anthologie zu schreiben. Verschiedene Geschichten sorgen für unterschiedliche Eindrücke und ich starte den Versuch, mein Leseempfinden überblicksmäßig in Worte zu fassen.
In „Willa“ warten Passagiere auf einen Zug, weil es einen Unfall gegeben hat. Nun ist David seine Verlobte abhandengekommen und er macht sich auf die Suche nach ihr.
„Das Pfefferkuchen-Mädchen“ läuft mit wehenden Armen in ihr Verderben, als sie sich nach einem Schicksalsschlag ganz dem Laufsport hingibt.
„Harveys Traum“ entpuppt sich als Albtraum, den niemand erleben möchte.
„Der Rastplatz“ ist ein gefährlicher Ort, noch dazu, wenn man sich mit einem Universitätsprofessor anlegt.
Die negativen Seiten des Sports werden in „Der Hometrainer“ beschrieben. Denn unter Umständen ist es dem eigenen Körper gar nicht so recht, dass man derart auf die Fitness achtet.
„Hinterlassenschaften“ konfrontiert Protagonist Scott Staley mit den Ereignissen des 11. Septembers als er nicht an seinem Arbeitsplatz im 110. Stock des World Trade Centers erschien.
Mit „N.“ nimmt sich ein empathischer Arzt zu sehr seines Patienten an, was ihn selbst ein Unglück beschert.
In „Die Höllenkatze“ beschreibt Stephen King schwarz auf weiß, was für jeden Katzenbesitzer Alltag ist.
„Die New York Times zum Vorzugspreis“ sorgt für Gruselstimmung, als Annie von ihrem verstorbenen Ehemann angerufen wird.
Während Arnie in „Stumm“ seine Sünden beichtet, obwohl niemand weiß, ob er überhaupt Schuld an der Misere trägt.
Hingegen bringt „Ayana“ ein Wunder in ein Krankenzimmer, welches sich von da an weiter ausbreitet.
Zum Abschluss steckt einer so richtig „In der Klemme“, was im wahrsten Sinne des Wortes beschissen ist.
Als meisterhaft empfand ich „In der Klemme“, weil es gar so minutiös und grausig beschrieben ist. Ich enthalte mich bewusst weiteren Details, denn dieses Schmankerl des Horrors sollte zweifellos selbst gustiert werden. Dafür braucht es unbedingt einen starken Magen und ich bewundere King für seine Vorstellungskraft.
Tiefgründig und schockierend waren die „Hinterlassenschaften“, welche Scott mit dem 11. September verbindet. Meiner Meinung nach hat der Autor mit seiner Geschichte Hinterbliebene geehrt, sowie die Tatsache, dass dieser Tag die ganze Welt in Atem hielt und das Grauen bis heute unvergessen bleibt.
„Die New York Times zum Vorzugspreis“ hat mich gleichfalls berührt, wobei ich für Kings Geschichten über Eheleute ohnehin empfänglich bin. Mich trifft er damit jedes Mal mitten ins Herz, weil er zeigt, dass Liebe und Verbundenheit etwas Besonderes sind.
Insgesamt empfand ich „Sunset“ als Sammlung etwas mager, weil mich nur drei von fünfzehn Geschichten überzeugt haben. Obwohl ich Stephen King äußerst schätze und seine Werke verschlinge, hat mir diese Auswahl weniger gefallen. Meinem Gefühl nach waren die meisten Eindrücke zu kurz, der Einstieg in die Episoden zog sich, während die Pointen zu schnell gekommen sind und die jeweilige Geschichte ein abrupt abgehandeltes Ende fand.
Meiner Meinung nach ist in „Sunset“ zwar für jeden Horror-Geschmack etwas dabei, aber seine Glanzstücke hat Stephen King eher für andere Sammlungen aufbewahrt.























