Bücher mit dem Tag "kz"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kz" gekennzeichnet haben.

53 Bücher

  1. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257073690)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

    (5.818)
    Aktuelle Rezension von: Naniboerger

    Der Vorleser zeigt auf, womit sich wohl teilweise auch noch heutige Generationenj auseinander setzen müssen: Böses ist zu verurteilen - was aber, wenn dir nahestehende und geliebte Personen bei diesem bösen Handeln mitbeteiligt waren? Wann kann man verzeihen, wann soll man verzeihen und vergeben? Wer trägt die Schuld?

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt, welche sich zeitlich unterscheiden. Die Erzählform ist aus der Perspektive des jungen Michaels, der mit 15 Jahren durch einen Zufall auf eine 36-jährige Frau, Hanna, trifft und mit ihr eine Liebesbeziehung eingeht. Diese zerbricht und sie begegnen sich Jahre später nichtsahnend in einem Gerichtssaal: Michael als Student und Zuschauer des Prozesses, Hanna als angeklagte. Es stellt sich heraus, dass sie KZ-Aufseherin war und Analphabetin ist (dadurch kann sie sich schlecht verteidigen). Hanna wird verurteilt und landet im Bau. Dort spielt der letzte Teil des Buches: Michael sendet Hanna Kassetten, auf welchen er Geschichten vorliest. Sie lernt lesen und schreiben und bedankt sich mit einer kurzen Dankesbotschaft. Als ihre Entlassung bevorsteht, hat Michael alles für eine Wiedereingliederung organisiert - daraus wird dann nichts (warum, wird an dieser Stelle nicht verraten, sonst droht Spoileralarm). 

    Das Buch ist ansprechend geschrieben, die deutsche Sprache wird vielfältig genutzt ohne schnörkelig zu sein. Der Grundgedanke der Geschichte, das Geflecht aus Schuld und Schuldzuweisung sowie Vergebung in Verbindung mit der Zeit des NS ist eine gute Ausgangslage, dies jedoch an einer Liebesgeschichte zwischen einem Minderjährigen und einer erwachsenen Frau, welche gut 20 Jahre älter ist als ihr Liebhaber, aufzuziehen, gefällt mir persönlich gar nicht. Michael leidet sein ganzes Leben lang darunter. Hanna wird aufgrund ihrer fehlenden Bildung als unmündig dargestellt, als könne sie nichts für ihr Handeln und als hätte sie das Ausmass ihrer Handlung erst im Gefängnis mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben verstanden. Das ist mir zu kurz gefasst und verfälscht das Bild der NS. 

    Im Buch selber wird der Leserschaft offen gelassen, wie sie über die Geschehnisse denken - es wird nicht verurteilt oder moralisiert. Daher würde sich das Buch wohl für eine Leserunde mit anschliessender Diskussion eignen. 

    Obschon das Buch als Klassiker gilt, bin ich nicht begeistert davon. Sprachlich ist es toll, inhaltlich weniger - keine Leseempfehlung. 

  2. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783352010323)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

    (656)
    Aktuelle Rezension von: Sophie0406

    𝗥𝗲𝘇𝗲𝗻𝘀𝗶𝗼𝗻:

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    -

    »Männer erzählen Geschichten. Frauen machen mit dem Leben weiter. Für uns war es ein Schattenkrieg. Und nachdem er vorbei war, gab es keine Paraden für uns, keine Orden und keinen Platz in den Geschichtsbüchern. Im Krieg taten wir, was wir tun mussten, und nachdem er vorbei war, sammelten wir die Scherben ein und fingen noch einmal von vorn an."

    -

    Bei diesem Zitat aus dem Buch bekomme ich immer noch Gänsehaut. Es ist eine Hommage an jede einzelne Frau. Und es sagt so viel über uns aus. Über unsere weibliche Stärke, über unseren Mut, über unseren Überlebenswillen und über das, was tief in uns drin schlummert. Dieses Zitat beschreibt so gut die Handlungen im Buch, dass es schon fast weh tut. Ich habe zwei sehr starke Protagonistinnen kennenlernen dürfen, die nicht ungleicher hätte sein können. Sie sind zwei Teile eines Ganzen, jede für sich eine Kostbarkeit. Isabelle, die Rebellin - die Mutige, die Realistische, die Kämpferin. Und Vianne, die Löwenmama - die Beschützerin, die Aufopferungsvolle, die Sanfte. Beide Frauen haben so viel Schreckliches erlebt, so viel Traumatisches und trotzdem waren sie für ihre Mitmenschen der Fels in der Brandung. Ich kann gar nicht sagen, wer von den beiden Frauen mir mehr gefallen hat. Sie waren beide etwas Besonderes. Das Buch zeigt die realistische und erschreckende Wahrheit des Zweiten Weltkrieges ohne irgendwas zu beschönigen. Und die letzten 100 Seiten habe ich öfters vollkommen hilflos und verzweifelt gefühlt. Die Tränen kamen und gingen. 

    Der Schreibstil an sich war zwischendurch sehr anspruchsvoll. Da ich noch nie in Frankreich war und auch kein Französisch sprechen kann, war mir der eine oder andere Ort, sowie die eine oder andere Aussprache etwas fremd, was den Lesefluss etwas eingedämmt hat. Der Inhalt des Buches war jedoch eine 10/10 und höchst emotional. Eine klare Leseempfehlung von mir. 

  3. Cover des Buches 28 Tage lang (ISBN: 9783499211768)
    David Safier

    28 Tage lang

    (574)
    Aktuelle Rezension von: yana27

    1943, Mira  lebt im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel in das Ghetto, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah durchzubringen. Ihr Bruder ist bei der verhassten Judenpolizei und ihre Mutter vegetiert seit dem Tod des Vaters vor sich hin. Die ganze Verantwortung der Familie liegt auf den zarten Schultern von der 16 jährigen Mira. Trotz der desolaten Lage wächst eine zarte Liebe zwischen Mira und Daniel, einem Waisenkind. 

    Es sind die letzten Tage des Warschauer Ghettos, da die Deutschen die Räumung und letztendlich die Tötung der Ghettobewohner beschlossen haben. Mira schließt sich dem Widerstand an, die von dem charismatischen Amos angeführt wird. 28 Tage lang haben die Juden- trotz bescheidenen Mitteln- Widerstand gegen die Nazis geleistet. Die Totgeweihten haben gezeigt, dass sie nicht kampflos ihrem Schicksal fügen werden. 

    Von David Safier haben ich lustige Bücher wie "mieses Karma" oder " Jesus liebt mich" gelesen- allesamt sehr lustig und amüsant.

    Ich hatte Zweifel, ob David Safier so ein sensibles Thema wie Judenverfolgung und Warschauer Ghetto ohne Klamauk handhaben kann.

    Und hat Safier mich überzeugen können?   Und ob!! 

    Die beengten und chaotischen Verhältnisse im Warschauer Ghetto wurden sehr gut dargestellt, die starke Figur Mira mit ihrer hoffnungslosem Schicksal war beeindruckend.

    Viele zeitgenössischen Figuren wie Janusz Korczak und deren Schicksale wurden dargelegt. Die Szene, wo eine Frau Mira wortlos ihr eigenes Baby in die Hand drückt, hat mir das  Herz gebrochen. 

    Ich bin angenehm überrascht, wie David Safier sensibel und ernst dieses Thema angegangen ist. 

    Fazit: Unbedingt lesen!


  4. Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783548061177)
    Annette Hess

    Deutsches Haus

    (239)
    Aktuelle Rezension von: Pepale

    Frankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.

    Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.

    Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.

    Die Autorin hat gut recherchiert.

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.

    Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.



  5. Cover des Buches Der Tätowierer von Auschwitz (ISBN: 9783492061377)
    Heather Morris

    Der Tätowierer von Auschwitz

    (268)
    Aktuelle Rezension von: Josefine

    Ein Buch dass man gelesen haben muss. Es lässt mich sprachlos zurück. Ein Buch, das man schwer in Worte fassen kann. Das Naachwort und die Ergänzungen der Autorin am Ende machen es umso wertvoller.

    Szenen aus diesem Buch brennen sich ein; das Fußballspiel der Häftlinge gegen die SS, während Asche aus den Krematorien auf sie herabregnet. Lales Begegnungen mit Mengele. So viele andere Kleinigkeiten, zwischen all dem stehen Gita und Lale und ihre Liebe zueinander.

    Unbedingt lesenswer!

  6. Cover des Buches Nackt unter Wölfen (ISBN: 9783746630267)
    Bruno Apitz

    Nackt unter Wölfen

    (146)
    Aktuelle Rezension von: Emili

                                                                                         

    "Nackt unter Wölfen" - ich hätte das Buch viel früher schon lesen sollen. Es hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

    Die Geschichte der Häftlinge vom Konzentrationslager Buchenwald im Frühjahr 1945, der kommunistischen Organisation unter den Gefangenen und eines kleinen Kindes, das in einem Koffer in das Lager eingeschleust worden ist, und von Häftlingen versteckt worden ist. Dieser dreijährige Junge wurde in dem Roman zu einem Symbol für den Zusammenhalt, Mitgefühl und Kampf gegen Nazi. Der Roman ließ mich nicht kalt.  

    Die Erzählweise hat entfernt an das Geschehen im KZ erinnert, stellenweise abgehackt, trocken und da, wo es notwendig war, sachlich. Wenn es zu emotional zuginge, hätte man solche Szenen, wie Gefangenen im Bunker, Leichen, die täglich nach Buchenwald gebracht worden sind oder im KZ hingerichtet oder verstorben waren, die Folter... gar nicht lesen können.

    Was mir noch sehr gut gefallen hat, war der Anhang. Eine ganz tolle Ausgabe des Romans, die auch die Biografie vom Autor, Geschichte der Entstehung des Romans und reale Briefe von Gefangenen des KZ, bietet. Sehr bewegend. 5 Sterne und eine Empfehlung.

                            

  7. Cover des Buches Schwere Knochen (ISBN: 9783462053401)
    David Schalko

    Schwere Knochen

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Buch erschien 2018 und ist der dritte Teil einer Trilogie mit dem Namen Gier. Die anderen beiden Teile sind allerdings Fernsehserien und keine Bücher. Das scheint mir eine seltsame Kombination, aber da ich die Serien nicht gesehen habe, kann ich mir darüber kein Urteil erlauben, d.h. die Rezension behandelt ausschließlich dieses Buch. Erzählt wird die Geschichte der sogenannten Erdberger Spedition und ihrer Mitglieder. Durch erste Gaunereien in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts miteinander verbunden, wurden die vier wichtigsten Mitglieder Krutzler, Wessely, Sikora und Praschak durch eine mehrjährige Haft im Konzentrationslager geprägt. Nach dem Krieg lassen sie ihre  Verbrecherorganisation wieder aufleben und beherrschten die Unterwelt der Nachkriegszeit über viele Jahre.

     Sprachlich erinnert mich der Roman sehr an die Romane von Wolf Haas, der, ebenfalls Österreicher, auch über einen ähnlich sarkastischen und schwarzen Humor verfügt wie der Autor. Diesen Stil muss man mögen, um etwas von dem Buch zu haben. Ist dies der Fall, erzählt der Autor kenntnisreich eine launige Geschichte, die – so der Klappentext – auf durch wahre Begebenheiten inspiriert ist. Die Launigkeit ist jedoch auch der Grund dafür, dass ich zumindest nicht mit den Personen mitfühlen konnte, egal, was ihnen Schreckliches widerfahren ist. Es wird alles zum Witz.

    Zwischendurch geht dem Autor leider immer mal wieder der rote Faden verloren und der Roman liest sich wie eine willkürliche Aneinanderreihung von Episoden und Anekdoten. Stellenweise  driftet der Text mit den Halluzinationen diverser Personen zu sehr in den Bereich Fantasy und Plumpheit ab.

    Uns insgesamt einige Seiten weniger an den Passagen mit Längen hätten dem Lesevergnügen auch gutgetan.

    Drei Zitate, die es wert sind, nochmals aufgeschrieben zu werden:
    „Man sah ein, dass sich der Österreicher ausschließlich für Führungspositionen eignete.“ (KiWi Tb, 1. Aufl. 2019, S. 55)
    „Der Krutzler seufzte so lange, bis er mit Gewissheit behaupten konnte, am Leben zu sein.“ (ebd., S.148)
     „Der Bleiche war so bleich, dass man auf seinem Gesicht hätte malen können.“ (ebd., S. 200)

    Fazit: Kein zweiter Wolf Haas, aber ein gefälliger Roman. Drei Sterne.

  8. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: B01KMLA6CI)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

    (39)
    Aktuelle Rezension von: m_massa


    Die Nachtigall ist eine wundervolle, berührende und gleichzeitig erschreckende Geschichte, die mich vollkommen überrascht hat. Ich bin normalerweise absolut nicht nah am Wasser gebaut, aber hier gab es tatsächlich zwei Stellen, die mich emotional komplett auseinandergelegt haben. Dieses Buch ist tiefsinnig, tragend und wirkt noch lange nach dem Hören nach.


    Auch die Sprecherleistung ist großartig – warm, eindringlich und atmosphärisch genau passend zur Geschichte.


    Ich habe das Hörbuch auf Spotify gehört und kann es wirklich jedem empfehlen, der eine ergreifende, starke und eindrucksvoll erzählte Geschichte sucht.

  9. Cover des Buches Aimee und Jaguar (ISBN: 9783462023350)
    Erica Fischer

    Aimee und Jaguar

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Wolf-Macbeth

    In 'Aimée und Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943' von Erica Fischer taucht man in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte ein, durchwoben mit wunderschönen Gedichten und zutiefst berührenden Liebesbriefen. Doch das Buch ist mehr als nur eine Liebeserzählung. Es vermittelt auf eindrückliche Weise, wie es war, im Schatten des Nazi-Regimes zu leben. Die Autorin zeichnet ein präzises Bild der schleichenden Verschärfung der Judenverfolgung bis hin zur grausamen Deportation. Dieses Werk berührt die Seele und erinnert daran, wozu menschliche Abgründe führen können, wenn blind einem Demagogen gefolgt wird. Eine bewegende Lektüre, die die Bedeutung des Erinnerns unterstreicht und ein Zeugnis der Liebe und des Widerstands in dunkelster Zeit ist.

  10. Cover des Buches Bronsteins Kinder (ISBN: 9783518731307)
    Jurek Becker

    Bronsteins Kinder

    (90)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena
    Dieses Buch hatte ich mal als Schullektüre und fand es richtig gut 🤗 habe es sogar ein 2. Mal gelesen und fand es da noch besser. "1973 entdeckt der achtzehnjährige Hans Bronstein, dass sein Vater zusammen mit zwei anderen Männern im Wochenendhaus einen ehemaligen KZ-Aufseher gefangen hält und von ihm ein Geständnis seiner Verbrechen erzwingen will, statt ihn einem staatlichen Gericht zu übergeben. Verzweifelt und erfolglos versucht der Gymnasiast, mit seinem Vater zu reden und angemessen auf dessen Vorgehensweise "richtig" zu reagieren..."
    Jurek Becker erzählt die erschütternde Geschichte aus der Sicht des Sohnes, der sich nach einem Jahr an die schrecklichen Ereignisse erinnert und versucht, nicht den Verstand zu verlieren, sondern darüber hinwegzukommen. Es gibt mehrere Strenge in dem Buch, einmal die Taten von Hans Vater und deren Freunden die den KZ Aufseher gefangen halten, dann die Liebe zwischen Hans und Marta die sehr kompliziert ist und die Beziehung zu seiner Schwester Ellen die in der Irrenanstalt sitzt.
    Das Buch hat seine Höhen und Tiefen, dennoch sehr gut geschrieben 😎

  11. Cover des Buches Das Lachen und der Tod (ISBN: 9783453418110)
    Pieter Webeling

    Das Lachen und der Tod

    (112)
    Aktuelle Rezension von: Schneewittchen95

    "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling dreht sich um den Komiker Ernst Hoffmann, der zu Beginn des Buchs in ein Konzentrationslager transportiert wird. Auf diesem Weg verliebt er sich. Diese Liebe wird ihn durch sein wechselhaftes Schicksal im Lager begleiten, genauso wie sein Humor.

    Zunächst denkt man vielleicht, Komik ist in Bezug auf ein solches Thema makaber. Der Autor hat es damit aber geschafft, die Grausamkeit und Absurdität im Lageralltag einprägsam abzubilden. Das Buch hat mich wirklich berührt und mir gezeigt, wie Menschen unvorstellbare Bedingungen und Ängste überleben können.

    Ein außerordentlich lehrreiches Buch. Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung!

  12. Cover des Buches Wir waren doch so jung (ISBN: 9783945025437)
    Jennifer Riemek

    Wir waren doch so jung

    (25)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989
    Jakob und Annie sind Juden in Aachen in der Zeit des Nationalsozialismus. Jedem, der sich mal ansatzweise mit dem Thema beschäftigt hat, weiss, welchen Anfeindungen Juden in diese Zeit ausgesetzt waren und wie hart in der Öffentlichkeit mit ihnen umgegangen wurde. Da war das Tragen des "Judenssterns" noch das Harmloseste. Der Judenstern findet sich auch auf dem sonst schlichten Cover des Buches wider, sonst ist der Cover eher grau gehalten. Die alter deutsche Schrift, die für den Titel genutzt wurde, hebt sich von sonstigen Covern ab, macht das Cover aber interessant. Jakob ist gerade 14 Jahre alt und erlebt immer wieder, sie mit Juden und auch mit ihm umgegangen wird, weil er eben Jude ist. Dieser Art der Repressalien verkraftet er nur schön, nur die Liebe zu Annie und eine alte Goldmünze seines Opa helfen ihm, die Zeit, die jahrelang mit Schikanen und Verspottung andauernd wird, zu überstehen... Mit Jakob und Annie schaffen Kuhn und Riemek zwei starke Charaktere, die man sofort ins Herz schliesst, weil sie einfach Opfer ihrer Zeit sind, doch sie finden sie mit der Opferrolle nicht einfach so ab. Das macht sie zu sehr starken Menschen in einer für Deutschland unrühmlichen Zeit.  Natürlich muss man sagen, dass das Thema Holocaust in Bücher nichts neues ist, aber gerade die Verbindung zwischen der fiktiven Geschichte, die gar nicht so sehr von den realen Grundlagen abweicht, gekoppelt mit dem Beleg der historischen Fakten macht es schon zu etwas besonderem.  Die Art, wie die Geschichte durch die Autoren Kuhn und Riemek erzählt werden, ist sehr feinfühlig und macht das Grausame, was in der Zeit besonders gegen die Juden gerichtet wurde, begreifbarer und für den Leser entwickelt sich eine neue Art von Verbundenheit mit Jakob und Annie. Man spürt richtig, dass die Autoren eben nicht nur eine einfache Geschichte schreiben wollten, sie haben ein Buch geschrieben, was nicht nur die Fakten sondern auch durch das Herzblut der Autoren überzeugt. Die Handlung des Buches basiert auf wahren Gegebenheiten, welche im Buch immer wieder belegt werden und so die Geschichte zweier Aachener Familien zwischen 1934 - 1945 erzählt, die einfach geprägt durch die Zeit und durch die Umgebung werden und dabei selber nicht viel dagegen tun können, was mit ihnen gemacht wurde.  Besonders an den Buch ist, dass die Aussagen der Zeitzeugen im Anhang wirklich nochmal durch die Autoren belegt werden und sogar Kurzbiografien der Zeitzeugen im Anhang niedergeschrieben sind, wodurch die Authentizität des Buches nochmal gewaltig gewinnt. 

    Fazit: Die Geschichte rund um Jakob und Annie und deren Familien wird von Michael Kuhn und Jennifer Riemek mit viel Feingefühl erzählt, trotzdem bekommt man beim Lesen leichte Beklemmungen, da alleine das allgemeine Wissen über das Leben der Juden in der Zeit unter den Nationalsozialisten gepaart mit der Geschichte, die auf Zeitzeugenaussagen und Dokumenten basiert, ein konkretes Bild des Lebens der Beiden gibt. Durch das Belegen der Geschichte durch Zeitzeugen und Dokumente wird die Geschichte noch tiefgreifender und berührt den Leser anders als eine fiktive Geschichte. 

  13. Cover des Buches Marie (ISBN: 9783961117567)
    Anja Lehmann

    Marie

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Bibabuch

    Fünf unterschiedliche Menschen begleiten wir durch die Jahre 1941 bis 1945. Fünf Schicksale, die auf die eine und andere Weise miteinander verbunden sind. 

    Eindrucksvoll erzählt Anja Lehmann von den Entbehrungen und Nöten der Kriegszeit. Man fiebert mit und malt sich im Geiste schon ein Ende aus. Ist es vielleicht zu hoffnungsvoll, oder wird es grausam enden? Auf jeden Fall hat mich das Buch gepackt und mir nochmal einen anderen Einblick in die Kriegszeit geliefert.

  14. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783548289823)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

    (159)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    ... Handtuch geworfen. Es sind gaaaaaaaanz viele verschiedene Geschichten miteinander verflochten und etwas wirr geschrieben. Das da jetzt ein Spiegel Bestseller Teil drauf ist, ist typisch, weil ich mag das Buch nicht. Selten bin ich mit dem Aufkleber eine Einheit. 


    Nun ja, aber es war echt zu langweilig, als dass ich da die normalen 2 Sterne fürs Abbrechen hätte geben können. 

  15. Cover des Buches Der letzte Überlebende (ISBN: 9783534273317)
    Sam Pivnik

    Der letzte Überlebende

    (109)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Über die Bedeutung von Büchern wie diesem gibt es keine zwei Meinungen. Sie sind wichtig! Und es genauso wichtig, dass sie verlegt und gelesen werden. Was diesem Buch einen zusätzlichen Pluspunkt verleiht, ist die nüchterne Schreibweise einer aufwühlenden Zeit.

    Die ersten Erinnerungen an seine Kindheit verbindet Sam Pivnik mit Leckereien in den Sommermonaten. In einer kleinen Stadt im späteren Gau Oberschlesien wächst er mit seinen Geschwistern und seinen Eltern auf. Der Vater ist angesehener Schneider. Doch schon im Jugendalter sind allesamt Fabrikarbeiter. Kriegswichtig. Was zum Einem ein Glücksfall ist, zum Anderen die Perfidität der neuen Herrscher so grausam darstellt. Denn nur wer kriegswichtig ist, darf überleben. Führt man sich dies vor Augen, steigt die Wut automatisch in einem hoch.

    Sam Pivnik ereilt dasselbe Schicksal wie die meisten Juden in den Dreißiger- und Vierzigerjahren. Bis er in Auschwitz landet. Er sieht wie mit einem Fingerzeig das Schicksal entschieden wird. Rechts ins Lager, links in die Gaskammer. Binnen Sekunden ist das Leben entschieden, sind Familien zerrissen, beginnt die Hölle aufs Neuerliche. In Będzin, wo er aufwuchs, wo er den Garten Eden erlebte, wie er schreibt, wurde mit der Machtübernahme der Nazis per Aushänge über die Veränderungen informiert. Rechte wurde beschnitten, Verbote übernahmen den Alltag. Doch man lebte. Konnte fast einen Alltag gestalten.

    Im vom Stacheldraht umzäunten Auschwitz war nichts mehr wie zuvor. Er zerrt Leichen aus den Waggons. Zuvor stiegen Menschen aus Zügen, um anzukommen, oder bestiegen sie beschwingt, um zu verreisen. Sam sieht schreiende Kinder, die ihren Müttern entrissen werden. Zuvor trocknete die Mutter die Tränen ihrer Kleinen. Er verschleppt nun lieber eine Krankheit als Mengele über den Weg zu laufen. Denn Hauptkrankenbau heißt Tod. Zuvor ging man zum Arzt oder verkoch sich unter der Bettdecke und nahm eine Aspirin.

    Würde es diese Aufzeichnungen nicht geben, man würde es nicht glauben können, was an Unmöglichem möglich ist. Ein Durchlesen ohne Absetzen ist nicht möglich. Stoisch, unverhohlen, zielstrebig berichtet Sam Pivnik von seinem Leben, besonders des Teils seines Lebens, der ihn und seine Generation prägte. Auschwitz als Hölle auf Erden, der man nur durch unerschütterlichen Hoffnungszwang entgehen kann. Oft, zu oft stand er am Abgrund. Er ließ sich nicht in die Schlucht stürzen, ging niemals zu weit, um allem ein Ende zu machen. Das zu lesen, es lesen zu könne, macht auf eine Art auch wieder Mut. Gerade wenn die Welt sich momentan wieder in eine Richtung zu entwickeln droht, die man schon hinter sich zu lassen geglaubt hatte.

  16. Cover des Buches Morgenland (ISBN: 9783453419902)
    Stephan Abarbanell

    Morgenland

    (49)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    Fast inhaliert habe ich dieses Buch über die Zeit, als sowohl die Nachfolgestaaten des Deutschen Reichs als auch Israel noch vor der Gründung standen; man kann es lesen als historischen Roman, gar historischen Krimi, spannend genug finde ich es allemal, ein wenig Liebesgeschichte kommt dazu (nein, KEIN Kitschroman), ein Hauch Agentengeschichte und viel Hintergrundwissen.

    Lilya Wasserfall erhält einen Auftrag: sie soll von Palästina aus nach Deutschland, jetzt, 1946, und recherchieren zu dem vermeintlich in der Zeit des Nationalsozialismus umgekommenen älteren Bruder eines knapp vorher ausgewanderten Schriftstellers. Der hat das Gefühl, dass da etwas nicht stimmen kann an der ihm aufgetischten Geschichte: Warum teilen ihm ausgerechnet die Briten, die im Land verhassten Mandatsträger, die die Einwanderung von Holocaust-Überlebenden zu verhindern trachten, den Tod seines Bruders mit? Und was hat es mit dem seltsamen Lesezeichen auf sich, das ihm zusammen mit einem Buch aus der früheren Bibliothek seines Bruders zugespielt wurde?

    Lilya wurde in Palästina geboren, beide Eltern hatten bereits 1920 von Posen aus die Alyah gemacht, die Rückkehr aus der Diaspora ins Gelobte Land, als Anhänger von Herzls politischem Zionismus, die Tochter selbst ist in der Hagana, von der sie diesen Auftrag erhält, der paramilitärischen Untergrundorganisation während des britischen Mandats (man KANN das Buch auch lesen, ohne hier jeweils nachzuschlagen, doch es empfehlen sich ohne entsprechende Kenntnisse schon vielleicht knappe 10 Minuten Wikipedia, nichts Wildes). Ihre Recherche führt sie nach Großbritannien und quer durch Deutschland. Während sie über den sie faszinierenden David Guggenheim Einblick erhält in die noch weit nach Kriegsende schwierige Lage der überlebenden Juden in Europa, fühlt sie sich zunehmend verfolgt. Noch ahnt sie nicht, welche Konsequenzen sich durch ihre Ermittlungen auch für sie ergeben werden…

    Das Buch lässt sich flott weglesen, ich habe fleißig mit ermittelt und fand es spannend (nein, bitte, KEIN moderner Thriller oder ähnliches), es gab hinlänglich viel zum Nachschlagen und Lernen (mit dringend fälligem Folgebuch), ich mochte das Personal und es gab häufig eine angenehm leise Ironie in den Sätzen, so beim Konzert "...eine Gitarre mit Strom habe ich noch nie zuvor gehört. ich weiß allerdings nicht, ob dieses Experiment eine Zukunft hat. Sie ist so laut." S. 237 Die leichte Schwäche ist bei dem etwas „glatten“ Ende und den doch durchgängig eher  unterstützenden Begegnungen Lilyas (wobei sie zugegeben natürlich  weniger bei früheren Nazis ermittelt, sondern bei überlebenden Juden, Hilfsorganisationen etc.). Definitiv eine Leseempfehlung!

    Folgebuch:
    Leon Uris: „Exodus“ über die Gründung des Staates Israel, die Hagana, die Irgun, die Briten in Palästina. Es ist wirklich viele Jahre her, dass mir eine Freundin das geliehen hat, ich muss es dringend wieder lesen. Auch die Verfilmung mit Paul Newman ist toll, ich meine, man hat nur aus der Abtreibung o.ä. eine Fehlgeburt gemacht?! Irgendetwas war da wohl aus „politscher Korrektheit“…

    Brigitte Glasers „Bühlerhöhe“ wäre ein Tipp für wenig später in der Zeit der jungen Bundesrepublik, etwas stärker in Richtung des Krimis tendierend, um einen zu der Zeit heruntergespielten Attentatsversuch auf Adenauer und was die Staatsgründung Israels damit zu tun haben könnte, mit wesentlich mehr zur deutschen Zivilbevölkerung, von Gewinnlern über Opfer über Unbelehrbare.

  17. Cover des Buches Amon (ISBN: 9783499613272)
    Jennifer Teege

    Amon

    (137)
    Aktuelle Rezension von: Babsi123

    Mein Fazit:

    Zitat: „Ruth Irene Kalder,behauptete auch, Amon Göth habe nur einige Juden erschossen. Aus hygienischen Gründen." 

    " Meine Mutter sagte, die Juden seien nie auf die Toilette gegangen, deshalb hätten sich Seuchen ausgebreitet."


    Jennifer Teege, auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und der Suche nach Antworten. " Wer bin ich?" Ihr Großvater, Amon Göth, KZ -Kommandant, Kriegsverbrecher, Massenmörder … Ein Mann ohne Gewissen? 

    Wie erklärt man es seinen Freunden und seiner Familie, wenn man als Halb-Nigerianerin erfährt: Der Großvater war ein KZ-Kommandant, den man bislang nur aus dem Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg kannte, und der einen damals im KZ Płaszów skrupellos hingerichtet hätte? Weil man anderer Hautfarbe ist? Wie kann man als Betroffener damit leben? Wie erklärt man, dass der Großvater, den man nie kennengelernt hat, aus lauter Sadismus Menschen umgebracht hat? Ich möchte mir nicht vorstellen, wie die Autorin sich gefühlt haben muss. Auch wenn die Verbrechen im Nationalsozialismus langsam verblassen, die Zeitzeugen fast alle verstorben sind, so ist es doch ein Stück deutscher Geschichte, das man vergessen möchte. Der Schreibstil der Autorin ist brillant, flüssig zu lesen, modern gehalten und sehr berührend. Eindrucksvoll schildert die Autorin ihre Gefühlswelt und ihre Erfahrungen im Umgang mit den Fakten. Ein wunderbares Buch voller Emotionen und großer Gefühle.

  18. Cover des Buches Ich bin ein Stern (ISBN: 9783407789495)
    Inge Auerbacher

    Ich bin ein Stern

    (21)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Besonders für jüngere Leser geeignet

    Dieses Buch bewegt in vielerlei Hinsicht: es beschreibt das Grauen in Theresienstadt aus der Sicht eines kleinen Mädchens, aber auch den Terror, den es hier mitten unter uns in süddeutschen Kleinstädten erlebte.
    Jedem, der sich für authentische Zeitzeugenberichte über dieses schreckliche Kapitel deutscher Zeitgeschichte interessiert, sei dieses Büchlein wärmstens empfohlen.

  19. Cover des Buches Wenn die Liebe ruht (ISBN: 9783552059504)
    Drago Jančar

    Wenn die Liebe ruht

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Miamou

    „Wenn die Liebe ruht“ ist so ein Buch, das ich in einer Buchhandlung sehe und dann nicht einfach so daran vorbeigehen kann. Auch wenn der Klappentext recht rasch klar macht, dass es „wieder“ ein Buch ist, das im zweiten Weltkrieg spielt und irgendwie ist der Buchmarkt ja „doch schon übersättigt mit dem Thema“. Vielleicht ist er das, aber es gibt immer wieder neue, erschreckende Seiten in diesem dunklen Kapitel unserer Geschichte, die es zu entdecken gilt und auf jeden Fall auch noch aufzuarbeiten gibt. Drago Jančar leistet mit seinem Roman einen entscheidenden Beitrag dazu.

    Der Schauplatz dieses Kriegsromans ist Slowenien. Die junge Sonja begegnet auf der Straße ihrem Jugendschwarm Ludek, der jetzt Ludwig heißt und Karriere bei der deutschen Wehrmacht gemacht hat. Sonjas Freund Valentin sitzt in einer Folterkammer der SS und Sonja verbürgt sich für ihn bei Ludwig. Sie zahlt einen hohen Preis dafür. Valentin jedoch dankt ihr ihre Hilfe nicht und zieht mit den Partisanen in die letzten ermüdenden Kriegsmonate.  

    Mit diesen wenigen Zeilen ist die Handlung des Buches eigentlich schon erzählt. Denn der Autor legt viel mehr den Fokus auf das Innenleben seiner Protagonisten. Da ist Ludek, der bei seinem Medizinstudium in Graz mit der NSDAP in Kontakt gekommen ist und sich Feuer und Flamme dafür begeistern konnte. Als er in seine Heimatstadt Maribor versetzt wird, so wird er zu Beginn dort mit Freuden aufgenommen, besonders von den deutschsprachigen Einwohneren, die Slowenien wieder im Großen Deutschen Reich sehen wollen. In der Zeit, in der die Handlung des Romans spielt (Ende 1944) sind jedoch auch schon die begeistertsten Anhänger der deutschen Wehrmacht nur mehr die Glut unter dem abgebrannten Holz, denn in Wahrheit wünscht sich jeder nur mehr, dass endlich wieder Friede ist. Auch Ludwig beginnt das System zu hinterfragen, wenn er überlegt, warum alte und junge Menschen im „Volkssturm geopfert werden müssen!“. Trotzdem hält er an seiner Aufgabe fest und es ist ihm ein Leichtes Sonja zu überzeugen, was sie machen soll, damit ihr Valentin aus dem Gefängnis entlassen wird. Sonja hat eigentlich eine tragende Rolle in diesem ganzen Geschehen und kommt, meines Erachtens, dafür in der Geschichte viel zu kurz. Dafür wird Valentins Geschichte sehr ausgebreitet und plötzlich befindet man sich als Leser mittendrin in Partisanenkämpfen des slowenischen Widerstands. Aber auch diese sind vor Angriffen aus den eigenen Reihen nicht gefeit.

    Dieses „Zu – Kurz – Kommen“ von Sonja und die ausgedehnten Partisanenkämpfe haben mich dann doch dazu bewogen dem Buch einen Stern abzuziehen.

    Und trotzdem schafft Jančar es wirklich ausgezeichnet die Atmosphäre der letzten Kriegsmonate in Slowenien zu Papier zu bringen. Seine wichtigste Botschaft ist allerdings, die Sinnlosigkeit des Zweiten Weltkriegs im Besonderen, jedoch die Sinnlosigkeit von Kriegen im Allgemeinen zu veranschaulichen. Er macht dies mit wenig Aufsehen, sprich: er führt dem Leser jetzt nicht seitenlang vor Augen, wie die Foltermethoden der SS aussahen oder wie grausam es in KZs zugegangen ist. Er macht dies wesentlich subtiler durch seine Figuren und fordert den Leser auf, dass er unbedingt zwischen den Zeilen lesen muss.

    Für mich eine besondere Entdeckung, die ich gerne weiterempfehle, auch wenn es einige Schwächen gibt. Ein Autor, der mich neugierig auf ihn gemacht hat…

  20. Cover des Buches Der Fotograf von Auschwitz (ISBN: 9783570312360)
    Reiner Engelmann

    Der Fotograf von Auschwitz

    (57)
    Aktuelle Rezension von: buch_klatsch

    ╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗟𝗘𝗦𝗘𝗘𝗜𝗡𝗗𝗥𝗨𝗖𝗞 

    Dieses Buch erzählt eine Geschichte die unter die Haut geht. Es erzählt die Erlebnisse von Wilhelm Brasse, einem Häftling in Auschwitz der als Fotograf für die SS arbeiten musste.


    Die teilweise zurückhaltende Sprache macht das Gelesene noch schwerer zu ertragen. Besonders berührt haben mich die Momente in denen Wilhelm Brasse trotz der ständigen Angst versucht anderen zu helfen. Man erhält durch seine Erzählung nicht nur Einblicke in das Grauen des Lageralltags, sondern auch in seinen inneren Kampf, während er das Unaussprechliche dokumentieren musste. 


    Obwohl es als Jugendbuch gilt, würde ich es nicht uneingeschränkt empfehlen. Viele Szenen sind schwer zu verkraften und ich denke, es braucht eine Begleitung, um das Gelesene zu verarbeiten.


    ╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧 

    Ein bewegendes Buch das eindrucksvoll zeigt, wie wichtig es ist Erinnerung zu bewahren und weiterzugeben.


    ╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡𝗘 𝗕𝗘𝗪𝗘𝗥𝗧𝗨𝗡𝗚 

    4,5 / 5 ⭐️

  21. Cover des Buches Fieber am Morgen (ISBN: 9783455002102)
    Péter Gárdos

    Fieber am Morgen

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    In dieser herzerwärmenden Geschichte, erzählt Péter Gárdos die Geschichte seiner Eltern. Es ist 1945. Miklós ist dem Krieg gerade so entkommen und befindet sich als Ungar in einem schwedischen Krankenhaus. Er hat Tuberkulose und die Ärzte räumen ihm nur noch etwa 6 Monate Lebenszeit ein. Doch Miklós, der das Konzentrationslager überlebte und dadurch seine gesamten Zähne verlor, will heiraten. Er schreibt Briefe an junge Ungarinnen, die sich ebenfalls in Schweden aufhalten. Doch nur mit einer behält er das Briefeschreiben bei: Lili.

    Miklós ist ein Dichter, ein Schreiber, ein Wortkünstler und Lili verfällt ihm nach und nach. Natürlich verschweigt er ihr seinen Gesundheitszustand und den Zustand seiner Zähne – denn sein Gebiss glänzt silbrig und verscheucht eher, als dass es anzieht. Die beiden wollen sich besuchen, doch Miklós' Arzt ist dagegen und auch Lilis eine Freundin stellt sich den beiden in den Weg. Unermüdlich arbeiten die jung Verliebten daran sich sehen und heiraten zu können.

    Als Leser bangt man mit den beiden und ist betrübt über die vielen Ereignisse in den beiden „Auffanglagern“. Man wünscht sich so sehr, dass die beiden sich sehen können, dass es ein gutes Ende nimmt. Und obwohl man weiß, dass Péter geboren worden sein muss, kann man sich nicht vorstellen, wie die beiden je zusammenkommen. Sie schweigen verständlicherweise über die Geschehnisse im Krieg. Erzählen sich alles, nur nichts darüber. Lili spricht nur immer wieder über ihre Mutter und ihr Heimweh. Beide wollen zurück nach Ungarn. Dort sind sie zu Hause und obwohl nicht mehr viel Ihrer Heimat übrig ist, ist es verständlich, dass man zurück möchte, wenn man gewaltsam entfernt wurde.

    Eine schöne Geschichte, leicht poetisch und noch dazu basierend auf einer wahren Geschichte, 3,5 Sterne für diese Lebens- und Liebesgeschichte.

  22. Cover des Buches Marlene (ISBN: 9783492309479)
    Hanni Münzer

    Marlene

    (142)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Marlene arbeitet als Spionin. Sie tut alles, um gegen Hitlers Regime anzukämpfen. Doch ihre Tarnung fliegt auf und sie wird nach Auschwitz deportiert. Dort hat sie unter grausamen Bedingungen täglich um ihr Überleben zu kämpfen. Um ihr Überleben und das der ihr nahestehenden Frauen.

     

    Meine Meinung:

    Mit „Marlene“ endet schon die Honigtot-Dilogie von Hanni Münzer. Und wie auch der erste Teil ist dieses Buch wieder unheimlich eindrucksvoll geschrieben. Die Autorin erschafft Bilder mit Worten, erzeugt Grauen und schreibt die Geschichte tief unter die Haut ihrer LeserInnen.

     

    In diesem Teil begleiten wir Marlene, die wir schon im ersten Teil kennenlernen durften. Sie hatte mir bereits damals gefallen und umso mehr habe ich mich darauf gefreut, über ihr Leben lesen zu dürfen. Marlene ist wirklich eine eindrucksvolle Person. Auch einigen alten Bekannten begegnen wir wieder, u.a. Deborah, die im ersten Teil eine Hauptrolle hatte. Ernst, den ehemaligen Liebhaber von Marlene. Und Ottilie, für die ich mich am Ende besonders gefreut habe. Auch Wolfang dürfen wir wiedersehen und daneben lernen wir viele weitere, starke Charaktere kennen, wie z.B. Jolanta und Olga.

     

    Die Geschichte von Marlene und den anderen ist wirklich intensiv. Es war fast noch emotionaler und erschreckender, als der erste Band. Hier lässt uns die Autorin die dunklen Seiten des Krieges wirklich hautnah miterleben. Es ist erschreckend, wieviel Grauen wir hier erleben müssen. Wir kommen nach Auschwitz. Erleben eine Deportation mit. Ein Bombenattentat. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und ich möchte auch nicht spoilern, daher nur so viel: Die Mischung von Fakten und Fiktion ist wieder absolut perfekt. Dieses Buch ging mir total unter die Haut! Es hat mich in meinen Träumen verfolgt und das Grauen, das die Menschen damals erleben mussten, erschreckende Realität werden lassen. Auch das Kriegsende erleben wir mit und wie Marlene und ihre Freundinnen sich durchgeschlagen haben. Hunger, Verlust, Ängste, Vergewaltigungen. Aber auch Freude dürfen wir miterleben. Hoffnung. Neuanfänge. So schrecklich die Schicksale in diesem Buch sind, so viele schöne Momente bekommen wir doch auch. Es ist grausam, diese vielen Szenen mitzuerleben und gedanklich mit zu durchleben. Und umso mehr konnte ich mich am Ende mit Marlene, Jolanta und all den anderen freuen. Ein intensives Buch, das es wirklich in sich hat und das den Krieg erschreckend und beängstigend real werden lässt. Von mir eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die nächsten Bücher der Autorin, die bereits lesebereit neben mir liegen.

     

    Fazit:

    Mit „Marlene“ hat mich Hanni Münzer wirklich umgehauen. Wir treffen liebgewonnene Personen wieder und insbesondere Marlene, die mich schon im ersten Teil der Dilogie beeindruckt hat, dürfen wir näher begleiten. Dabei erleben wir viele intensive, erschreckende und grausame Szenen mit. Aber auch, wie Hoffnung und Liebe in den Menschen wieder erstarken. Das Buch ging mir wirklich unter die Haut und hat mich in meinen Träumen verfolgt, aber es war auch schön zu lesen, wie gerecht das Schicksal am Ende mit allen Personen war. Fakt und Fiktion waren wieder perfekt vermischt und ich habe das Buch regelrecht verschlungen.

     

    5 Sterne von mir und ich bin mir sicher, dass mich Marlenes Geschichte noch eine Weile verfolgen wird.

  23. Cover des Buches Mischling (ISBN: 9783746634555)
    Affinity Konar

    Mischling

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Anni121
    Perle und Stasia sind zwölf und unzertrennlich, als sie 1944 deportiert werden. Doktor Mengele sucht eineiige Zwillinge für seine grausamen Forschungen. Um zu überleben, flüchten sich die Geschwister in magische Welten, schmeicheln sich sogar beim Arzt ein. Doch eines Tages, kurz vor der Befreiung, verschwindet Perle. Ein Verlust, den Stasia nicht zu verwinden vermag. Zusammen mit Feliks, einem weiteren Opfer Mengeles, reist sie durch die verwüsteten Landschaften Polens auf der Suche nach ihrer Schwester.

    Das Buch von Affinity Konar nimmt sich einem sehr ernsten Thema an, welches einem aufzeigt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen, damit solche Grausamkeiten nie wieder geschehen.
    Mir hat das Buch gut gefallen, allerdings musste ich aufgrund des doch sehr bedrückenden Thema immer wieder Pausen machen.  Mich hat das Buch sehr mitgenommen und die darin geschilderten Grausamkeiten waren erschreckend. Der Sprachstil ermöglichte es mir weiterzulesen, denn er war sehr poetisch und verschleierte das ein oder andere mal die ganzen Ausmaße der Gräueltaten.
    Auch wenn ich ihn manchmal nicht ganz passend für zwei zwölfjährige Mädchen empfand.
    Ein gutes Buch über ein dunkles Kapitel der Geschichte, das nachhallt und einen auch noch nach dem Lesen beschäftigt.
  24. Cover des Buches Wir haben das KZ überlebt - Zeitzeugen berichten (ISBN: 9783570314104)
    Reiner Engelmann

    Wir haben das KZ überlebt - Zeitzeugen berichten

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Witch-Journal

    Ich habe schon viel über den Holocaust gelesen, doch bei diesem Buch stockte mir der Atem. Was ist der Mensch doch für eine Bestie? Die Erzählungen der Überlebenden haben mich bis in die Knochen erschüttert. Diese Zeit darf nicht in vergessenheit geraten. Der Autor - Reiner Engelmann - berichtet über diesen Irrsinn, der damals an der Tagesordnung war. Er schreibt in seinen bewährten Schreibstil ohne Ecken und Kanten und mit einem großen Wortschatz. Den brauchte er für dieses Buch auch. Die Erzählungen der Betroffenen sind einfach nur furchtbar und grausam. Kein Tier tut das seiner Gattung an. Nur wir Menschen stellen uns über andere Menschen. Ich bin Reiner Engelmann sehr dankbar, das er aufklärt und nicht verschönt. Ich habe beim Lesen manchmal gezittert und es liefen mir die Tränen über das Gesicht. Ich wurde von den Erzählung eingezogen. Dies Buch sollte in keinem Geschichtsunterricht fehlen. Vielleicht würde es viele zur Besinnung bringen. Die Erzählungen der Betroffenen sind Zeitzeugnis und müssen es auch bleiben.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks