Bücher mit dem Tag "landleben"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "landleben" gekennzeichnet haben.

272 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150207680)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (4.090)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Ich habe mit einer Buchfreundin beschlossen, Stolz und Vorurteil im Buddy Read zu lesen, wofür ich sehr dankbar bin. So konnte ich das Buch zu Ende lesen und kann nun von mir behaupten, einen Jane-Austen-Roman gelesen zu haben.


    Ich muss das so betonen, weil ich es alleine wahrscheinlich abgebrochen hätte – nicht, weil er schlecht geschrieben ist. Im Gegenteil: Ich denke, er trifft genau den Nerv von Fans dieses Genres. Nicht ohne Grund ist dieses Buch eines ihrer berühmtesten, sondern genau aus dem Grund, dass es einfach nicht mein bevorzugtes Thema ist.


    Ich hatte es zwar schon länger auf meinem SuB, weil ich gerne Klassiker lese, aber ich hätte es wahrscheinlich nicht zu Ende geführt.


    Trotz alledem kann ich mich nur positiv über das Buch äußern. Auch wenn ich nur drei Sterne vergeben habe, würde ich sagen, dass das in etwa dem entspricht, was jemand aus diesem Genre vielleicht mit 4–5 Sternen bewerten würde.


    Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, und man bekommt schnell einen Überblick über die Situationen. Ich finde auch, dass in den 61 Kapiteln unglaublich viel passiert – eine klassische Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen, die am Ende ihr Happy End findet.


    Ich denke, was manche noch erfreuen wird: Wir erleben hier nicht nur eine Heiratsgeschichte, sondern gleich mehrere. Es geht um eine Familie oder besser gesagt um eine Mutter, die sich unter großen gesellschaftlichen Druck gesetzt fühlt, weil ihre Töchter noch nicht verheiratet sind, und die sehr darauf bedacht ist, dass diese „unter die Haube“ kommen.


    Meiner Meinung nach spiegelt dieses Buch auch sehr schön wider, was passiert, wenn man sich zum Sklaven der Meinung anderer macht und ihr Urteil fürchtet, anstatt auf sich selbst zu hören.


    Für Fans von Romantik, die sich entwickelt und erkämpft werden muss, ist Stolz und Vorurteil ein absolutes Muss. Es ist ein Klassiker, der diesen Ruf auch verdient.

  2. Cover des Buches Die Chemie des Todes (ISBN: 9783499256462)
    Simon Beckett

    Die Chemie des Todes

    (7.430)
    Aktuelle Rezension von: Simply_Another_Bookaholic

    Mit "Die Chemie des Todes" startet Simon Beckets David-Hunter-Reihe und für mich ist es ein Thriller, bei dem die Atmosphäre fast genauso wichtig ist wie der eigentliche Fall.

    David Hunter hat sich eigentlich aus seinem früheren Leben zurückgezogen. Doch als in einem abgelegenen englischen Dorf eine Leiche gefunden wird, wird seine Expertise als forensischer Anthropologe gebraucht. Während Hunter versucht, die Spuren des Todes zu lesen, wächst gleichzeitig das Misstrauen innerhalb der Dorfgemeinschaft angestachelt durch den örtlichen Pfarrer. Denn hier scheint jeder etwas zu verbergen.

    Mein großes Highlight sind die forensischen Details. Die Beschreibungen der Verwesungsprozesse und Untersuchungen, machen den Fall gerade dadurch unglaublich greifbar. Beckett schafft es, wissenschaftliche Aspekte spannend in die Handlung einzubauen, ohne dass es wie ein Lehrbuch wirkt.

    Dazu kommt diese unangenehm düstere Atmosphäre: das abgelegene Dorf, die Moore, die feuchte Landschaft und dieses ständige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Spannung entsteht dabei weniger durch permanente Action, sondern vielmehr durch ein langsam wachsendes Unbehagen.

    Auch David Hunter selbst hat mir als Hauptfigur gut gefallen. Seine eigene Vergangenheit gibt der Geschichte eine zusätzliche emotionale Ebene und macht ihn mehr als nur zum Beobachter des Falls.

    Besonders spannend fand ich außerdem das Misstrauen innerhalb der Dorfgemeinschaft. Jeder könnte etwas wissen, jeder könnte etwas verschweigen und genau dadurch beginnt man irgendwann selbst, jedem zu misstrauen. Außerdem hat am Ende keine meiner Theorien gestimmt, was bei mir automatisch Thriller Pluspunkte gibt. 

  3. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

    (689)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwurm76

    Mit „Unterleuten” ist Juli Zeh ein beeindruckend vielschichtiger Roman gelungen, der ein ganzes Dorf zum Brennpunkt gesellschaftlicher, politischer und moralischer Spannungen macht. Das Buch spielt im fiktiven brandenburgischen Dorf Unterleuten, die Handlung ist im Jahr 2010 angesiedelt. Was auf den ersten Blick wie eine idyllische Ortsbeschreibung wirkt, entpuppt sich als Darstellung eines Ortes, der durch alte Feindschaften, neue Interessen und äußere Einflüsse rapide aus dem Gleichgewicht gerät.


    Auslöser ist der geplante Bau eines Windparks, der das soziale Gefüge des Dorfes komplett sprengt. Einheimische und Zugezogene, Idealisten und Opportunisten, Naturschützer und Investoren verfolgen ihre jeweiligen Ziele und wechseln je nach persönlichem Vorteil ihre Allianzen. Der Roman zeigt eindringlich, wie schnell ein Dorf mit nur rund 200 Einwohnern in einen Strudel aus Misstrauen, Manipulation und Machtkämpfen geraten kann. Die eigentliche Tragik liegt darin, dass fast alle Beteiligten von ihrer eigenen Rechtmäßigkeit überzeugt sind.


    Multiperspektivisches Erzählen – Wahrheit ist subjektiv:

    Die narrative Kraft des Romans basiert darauf, dass Zeh bewusst auf simplen Gut-Böse-Schemata verzichtet. Stattdessen arbeitet sie mit häufigem Kapitelwechsel aus unterschiedlichen Figurenperspektiven. Jede Figur handelt aus ihrer eigenen, subjektiven Logik heraus. Diese Konstruktion verdeutlicht pointiert: Es gibt nicht DIE objektive Wahrheit in diesem Streit. Die verschiedenen Standpunkte führen zwangsläufig zu tragischen Missverständnissen und eskalierenden Situationen. Dieser Ansatz fordert den Leser aktiv zur Reflexion über Mehrdeutigkeit und Partialwahrheiten heraus.


    Stil und Wirkung

    Zeh schreibt präzise, analytisch und zugleich unterhaltsam. Ihr Stil lässt sich als scharf beobachtend, politisch, psychologisch feinfühlig und oft ironisch beschreiben. Bemerkenswert ist, dass sich die über 600 Seiten trotz der inhaltlichen Komplexität erstaunlich flüssig lesen, da jeder Perspektivenwechsel neue narrative Dynamik ins Spiel bringt. Der Leser wird vom Sog des Ganzen erfasst, obwohl es keine klassische Krimi-Struktur gibt.


    Fazit

    „Unterleuten” ist ein herausragender Gesellschaftsroman, der eindrücklich demonstriert, wie fragil Gemeinschaften tatsächlich sind – und wie schnell Menschen zu Gegnern werden, sobald Interessenskonflikte auftreten. Juli Zeh entwirft ein präzises, spannungsgeladenes und oft erschreckend realistisches Bild ländlicher Machtstrukturen sowie menschlicher Abgründe.

    Dies ist kein gemütliches Dorfgeschichtenbuch. Es handelt sich vielmehr um eine schonungslose Gesellschaftsanalyse, die lange nachhallt und zum Nachdenken zwingt. Besondere Stärken liegen in der brillanten Figurenzeichnung – jede Figur ist glaubwürdig, widersprüchlich und authentisch menschlich –, der thematischen Relevanz (Energiewende, Demokratie, soziale Spaltung) sowie der unerwarteten Spannungsentwicklung trotz fehlender genre-typischer Strukturen.

    Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die anspruchsvolle zeitgenössische Literatur schätzen und verstehen möchten, wie das moderne Deutschland an den Schnittstellen von Ökologie, Politik und Menschlichkeit zerrieben wird.

  4. Cover des Buches Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick (ISBN: 9783499275388)
    Kelly Moran

    Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick

    (1.251)
    Aktuelle Rezension von: Beelesen

    Avery möchte nach ihrer Scheidung einen Neuanfang – für sich und ihre autistische Tochter Hailey. Da ihre Mutter schon seit einiger Zeit in Redwood lebt und nur Gutes über die kleine Stadt erzählt, beschließt Avery, ebenfalls dorthin zu ziehen. Redwood ist ein typisches Kleinstadt-Setting, in dem jeder jeden kennt und Zusammenhalt großgeschrieben wird. Und natürlich lassen es sich die Bewohner nicht nehmen, Avery mit dem Tierarzt Cade O’Grady verkuppeln zu wollen. 

    Doch ob das wirklich so einfach klappt?


    Ich habe diese Reihe vor Jahren gelesen und damals schon geliebt. Nun dachte ich mir, es wird langsam Zeit für einen Reread. Und was soll ich sagen? Ich liebe die Geschichte immer noch genauso! 🥹❤️


    Ich liebe einfach das Kleinstadt-Setting, Kelly Morans Schreibstil und vor allem ihren Humor. Ich liebe die Protagonisten und die Dynamik zwischen ihnen. Eigentlich liebe ich einfach alles an dieser Geschichte.


    Die Geschichte ist eine emotionale Achterbahnfahrt – von humorvollen und herzerwärmenden Momenten bis hin zu Szenen, die einem wirklich ans Herz gehen.


    Und ganz ehrlich? Ich würde am liebsten selbst nach Redwood ziehen. 🍂 


    Ich habe wirklich jede einzelne Seite genossen und freue mich jetzt schon darauf, die gesamte Reihe noch einmal zu rereaden. 


  5. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

    (767)
    Aktuelle Rezension von: a_dreamer

    Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen wurde es endlich Zeit dafür. Fazit: "Altes Land" las sich so gut und war perfekt geeignet für unsere April-Runde. Die 1,5 Stunden Austausch vergingen wie im Flug.

    Dörte Hansen erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte der Frauen Vera Eckhoff und ihrer Nichte Anne. Beide verlieren ihren Halt, ihr Zuhause - aus ganz unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Lebzeiten. Beide finden nach großen Startschwierigkeiten ihre neue Heimat in einem Bauernhaus im Alten Land. Vera kommt zu Kriegszeiten als Flüchtling mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und erbt später als adoptiertes Kind das Bauernhaus. Richtiger Teil der Dorfgemeinschaft wird sie nie. Jahrzehnte später flieht Anne aus Hamburg, genau dorthin - vor dem Betrug ihres Partners und Vater ihrer Kinder, vor der Großstadt, vor ihrem eingestürzten Leben. Beide sind grundverschieden und doch entsteht Stück für Stück ein zartes Band. Eine Familie. Ein Neuanfang.

    Ich mochte vieles an diesem Buch. Die Beschreibungen des Alten Landes, die sehr authentisch erscheinen - Dörte Hansen lebt dort seit vielen Jahren und das habe ich in jeder Zeile gespürt. Ich fand Themen wie Flucht, Heimatlosigkeit oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft in all ihren Facetten ganz wunderbar erzählt. Feinfühlig und gleichzeitig trocken, aber dennoch mit einer großen Prise Humor. Die Hauptcharaktere sind ehrlich, glaubwürdig. Die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls berichtet wird, machen die Geschichte rund. Anschaulich. Mehrdimensional. Und am Ende hat mich sehr berührt, wie sich Vera und Anne annähern. Wie sich Stück für Stück ihr Leben wandelt. Wie sagt man so schön? Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.

  6. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783352010323)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

    (667)
    Aktuelle Rezension von: Unser_BücherGarten

    Seit längerem wollte ich „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah lesen, nachdem ich sehr viele begeisterte Leseeindrücke gelesen und gehört habe. Viele loben den Schreibstil von Kristin Hannah als emotional und spannend. Sie schreibt überwiegend über Frauen in Verbindung mit der Weltgeschichte. 

    So auch in „Die Nachtigall“. Im Zentrum des Romans stehen die Schwestern Vianne und Isabelle, die beide früh ihre Mutter verlieren. Der überforderte Vater gibt seine Töchter in die Obhut von Pflegefamilien bzw. Internate. Beide Schwestern entwickeln sich unterschiedlich. Vianne gründet eine kleine Familie und muss im von den Deutschen besetzten Frankreich irgendwie überleben. Isabelle schließt sich der Résistance an und führt ein gefährliches Doppelleben. 

    Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen haben wir eine ältere Dame im Jahre 1995, die eine Einladung zu einem Treffen nach Paris erhält und etwas vor ihrem Sohn verheimlicht. Zum anderen lernen wir die Geschichte der Schwestern Vianne und Isabelle kennen. Beide Schwestern können gegensätzlicher nicht sein. Vianne ist behutsam und vorsichtig, während Isabelle impulsiv und freiheitsliebend ist. Hier hat mir sehr gut gefallen, wie die Autorin die zwei unterschiedlichen Schwestercharaktere herausgearbeitet hat. Der Zwiespalt zwischen beiden Schwestern ist gut erkennbar, aber auch deren Wunsch nach Zusammenhalt. Es hat mich sehr berührt zu sehen, wie sie eigentlich zusammen sein möchten, es aber aufgrund der Umstände um sie herum nicht schaffen können. Wie viel Missverständnisse, fehlende Kommunikation, aber auch falscher Stolz, Risse in einem Verhältnis machen können!

    Sehr eindrücklich wird die grausame Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich beschrieben. Hier wird nichts beschönigt. Alle Beteiligten im Roman kämpfen auf ihre eigene Weise ums Überleben. Die Autorin gibt auch den Besatzern viele Gesichter. Man sieht auch hier, dass nicht alle grausam waren und dass Widerstand oft auch leise möglich war. Hier war ich sehr vom Mut vieler Menschen beeindruckt. 

    Schade fand ich, dass manche Szenen etwas zu kitschig und klischeehaft geschrieben waren. Ich hatte hier zeitweise das Gefühl ein Drehbuch zu einem Hollywoodfilm zu lesen. 

    Fazit:

    Dennoch hat mir „Die Nachtigall“ insgesamt gut gefallen. Es ist spannend geschrieben und leicht zu lesen. Die Grausamkeiten des Krieges und die traurige Familiengeschichte gingen mir nahe. Ohne die etwas kitschigen Szenen wäre es für mich sicherlich ein Highlight geworden.  

  7. Cover des Buches Offene See (ISBN: 9783832165987)
    Benjamin Myers

    Offene See

    (448)
    Aktuelle Rezension von: PunktundKomma

    Der junge Robert hat die Schule beendet und steht vor einer Zukunft, die ihm wenig erstrebenswert erscheint. Nach dem Ende des Krieges bricht er kurzerhand auf, um noch einmal die Freiheit zu spüren und die offene See zu erleben. Auf seiner Wanderschaft gelangt er zu einem abgelegenen Cottage, wo er die unkonventionelle Dulcie kennenlernt. Aus einer zufälligen Begegnung entwickelt sich ein besonderer Sommer, der Roberts Leben nachhaltig verändern wird.

    Myers erzählt mit wenigen Figuren und in einer sehr ruhigen, beinahe kammerspielartigen Atmosphäre. Dabei sind es vor allem seine poetische Sprache und die eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft, die den Roman auszeichnen. Gerüche, Geräusche und kleine Beobachtungen werden so lebendig, dass beim Lesen sofort Bilder vor dem inneren Auge entstehen.

    Robert und Dulcie tragen die Geschichte beinahe allein. Gerade diese Konzentration auf die beiden Figuren hat mir gut gefallen, denn ihre Gespräche und Gedanken entwickeln eine ganz eigene Tiefe. Hinter der stillen Handlung verbergen sich außerdem einige schwere und schmerzhafte Themen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Der Umgang damit ist jedoch sehr behutsam und gelungen.

    Für mich ist »Offene See« ein starkes, berührendes Buch über die Poesie des Kleinen und einen Sommer, der alles verändern kann. Besonders Leserinnen und Leser, die sprachlich anspruchsvolle und atmosphärische Romane mögen, dürften an diesem Buch Freude haben.

    Mehr dazu hier: https://www.buchleserin.de/2026/09/02/offene-see/

  8. Cover des Buches Alte Sorten (ISBN: 9783832165307)
    Ewald Arenz

    Alte Sorten

    (627)
    Aktuelle Rezension von: einbisschenbuecherei

    Ewald Arenz’ „Alte Sorten“ ist wiedermal ein sehr schönes und gefühlvolles Buch. Zwei grundverschiedene Frauen treffen aufeinander und lernen sich kennen. Beide tragen Probleme und eine bewegte Vergangenheit mit sich. 

    Die Geschichte ist tiefgründig und authentisch und erzählt von zwei starken Frauen, die sich gegenseitig stützen und brauchen. Wie alle Bücher von Ewald Arenz ist auch dieses extrem entschleunigt. Ich schätze die ruhige Erzählweise, und obwohl die Dramatik nicht zu kurz kommt, ist die Geschichte sehr schön zu lesen. 

    Von mir gibt es wieder eine klare Empfehlung für Ewald Arenz. 

  9. Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)
    Juli Zeh

    Über Menschen

    (451)
    Aktuelle Rezension von: JanaRuh

    Juli Zehs Über Menschen erzählt die Geschichte von Dora, die aus der Großstadt aufs Land zieht, um Abstand von ihrem bisherigen Leben zu gewinnen. Dort trifft sie auf Menschen, die so ganz anders sind als sie selbst – und genau daraus entstehen spannende, manchmal unbequeme, aber sehr menschliche Begegnungen. Ohne zu viel vorwegzunehmen zeigt der Roman, wie schnell Vorurteile entstehen und wie wichtig es ist, hinter Fassaden zu schauen.

    Besonders beeindruckt haben mich die Figuren des Romans. Juli Zeh schafft es, ihre Charaktere unglaublich nahbar und authentisch wirken zu lassen. Niemand ist nur „gut“ oder „schlecht“ – alle tragen Widersprüche in sich, genau wie im echten Leben. Gerade dadurch wird die Menschlichkeit in den Mittelpunkt gestellt.

    Am meisten geblieben ist mir die Botschaft, dass ein „Gutmensch“ nicht unbedingt derjenige ist, der die Welt retten oder moralisch über anderen stehen will. Viel wichtiger erscheint im Roman die konkrete Nächstenliebe: Menschen zuzuhören, Verständnis zu zeigen und trotz unterschiedlicher Meinungen respektvoll miteinander umzugehen. Diese leise, unaufdringliche Menschlichkeit macht das Buch besonders lesenswert.

    Der Schreibstil ist angenehm klar und gleichzeitig tiefgründig. Juli Zeh regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken. Für mich ist Über Menschen ein Roman, der noch lange nach dem Lesen nachhallt.



  10. Cover des Buches Mittagsstunde (ISBN: 9783328106340)
    Dörte Hansen

    Mittagsstunde

    (291)
    Aktuelle Rezension von: mrs_overcity

    Das perfekte Buch für die norddeutsche Provinz.aber auch überall sonst absolut lesenswert! Warmherzig und mit viel Humor erzählt die Autorin die kleinen und großen Dramen eines Dorfes im Wandel.

    Es wird viel getanzt: Vom Line-Dance der 'Brinkbüll Buffalos' in Kunstleder-Cowboystiefeln bis zum letzten Schneewalzer ist alles dabei,.

  11. Cover des Buches Ich schreib dir morgen wieder (ISBN: 9783492312950)
    Cecelia Ahern

    Ich schreib dir morgen wieder

    (1.102)
    Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicis

    Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen und das lag vor allem an dieser schrecklichen und egozentrischen Protagonistin. Tamara Goodwin ist eine verwöhnte, undankbare, vorlaute und rotzfreche Göre, die mir einfach nur höllisch auf den Senkel gegangen ist. Sie soll scheinbar 17 Jahre alt sein und gemäß ihren Aussagen fühlte sie sich doppelt so alt – im wahrsten Sinne des Wortes sagte sie «Aber in den letzten Monaten bin ich um Jahre gealtert.». Ah ja? Wo denn? Sie verhält sich wie eine Zwölfjährige, die mit der Situation und ihren Gefühlen nicht klarkommt. Von Reife keine Spur. Von den elendig langen Monologen und Erzählungen ganz zu schweigen. Es war zum Haareraufen. 

    Von allen anderen Charakteren waren höchstens noch ihre Tante und die Klosterschwester (ich glaube, ihr Name war Schwester Ignatius) interessant, da die beiden Personen etwas Geheimnisvolles umgaben. Die Tante im negativen und die Klosterschwester im positiven Sinne. Mehr kann ich dazu, aufgrund der Spoilergefahr, nicht verraten.

    Die Idee fand ich eigentlich recht interessant. Ich meine: Ein Tagebuch, dass die Zukunft zeigt? Das ist doch wirklich interessant. Leider war die Umsetzung mies, nicht sonderlich spannend oder gut durchdacht. Über das Tagebuch erfährt man nicht wirklich viel. Es ist einfach da. Woher es kommt? Wie es funktioniert? Das erfährt der Leser mit keiner Silbe. Es ist da. Punkt. Komm damit klar. Und Tamara selber hegt keinerlei Ambitionen hinter das Geheimnis des Tagebuchs zu kommen. Sehr schade.

    Die Geschichte an sich ist größtenteils langweilig und fade. Die Handlung plätschert vor sich hin und es geschieht nicht wirklich viel Interessantes. Stattdessen verliert sich die Autorin in Nebensächlichkeiten und vielen Wiederholungen. Die interessanten Dinge werden auf die letzten 100 Seiten gepresst. Plötzlich geht alles Schlag auf Schlag und das gut behütete Familiengeheimnis wird gelüftet. Bäm! Da hast du es! … Äh? Warum? WARUM tut die Autorin denn sowas? Ich begreife es nicht. Dieses Familiengeheimnis wäre ein toller Spannungsbogen gewesen, der sich durch die gesamte Geschichte hätte ziehen können. Aber nein, warum auch? 

    Der Schreibstil an sich – tja… Da die Geschichte aus Tamaras Sicht geschrieben wurde, passte der Schreibstil hervorragend zu dieser unreifen 17-Jährigen. Sorry, ich weiß, ich höre mich gerade sehr herablassend an, aber diese Hauptprotagonistin hat mir total die Geschichte vermiest. Ich kann ihr kaum etwas Positives abgewinnen – zumindest hatte sie mich gegen Ende etwas milder gestimmt und sie schien tatsächlich etwas reifer geworden zu sein.

    Fazit:

    Die unausstehliche Protagonistin und eine größtenteils langweilige Geschichte… Ich bin echt enttäuscht. Diese Geschichte hätte spannend werden können.

  12. Cover des Buches Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville (ISBN: 9783954187065)
    Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville

    (465)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Ich habe den Roman in der Übersetzung von Gisbert Haefs gelesen.

    Doyles Roman verbindet gekonnt Schauergeschichte und Detektivroman: In der düsteren Moorlandschaft wird ein möglicherweise übernatürliches Verbrechen durch Holmes’ kühle Logik aufgelöst. Die Auflösung ist vollständig und berücksichtigt alle zuvor verstreuten Hinweise – ein Paradebeispiel für klassische Kriminallogik.

    Aus heutiger Sicht wirkt es unfreiwillig komisch, dass das Übernatürliche im Namen der Wissenschaft als Aberglaube einfacher Leute abgetan wird, während gleichzeitig die Phrenologie – das Deuten von Charakter und Intelligenz anhand der Schädelform – als ernsthafte wissenschaftliche Beschäftigung dargestellt wird. Die weiblichen Figuren sind passiv, klischeehaft und rein funktional. Insgesamt spiegeln sich hier sehr verstaubte Weltbilder. 

    Dennoch – oder gerade deshalb – bleibt der Roman sehr lesenswert, nicht nur als Krimi, sondern auch als spannendes Dokument seiner Zeit.

  13. Cover des Buches A Place to Belong (ISBN: 9783426528631)
    Lilly Lucas

    A Place to Belong

    (349)
    Aktuelle Rezension von: Ines_Balkow

    Die Cherry-Hill-Reihe der Autorin gefällt mir richtig gut. So hat mich auch der dritte Band der Serie voll überzeugt. Und meine Lieblingsfigur wird im vierten Teil in den Fokus gerückt - da freue ich mich jetzt schon sehr ☺️ 

    In diesem Band geht es um Magnolia und ihre Geschichte ist sehr spannend. Neben den Familienverwicklungen, mit denen sie sich herumschlägt, verdreht auch noch der verschlossene Finn ihr den Kopf. Und der ist leider sehr misstrauisch, sodass ihre Beziehung durch Höhen und Tiefen geht.

    Ich will gar nicht zu viel zum Inhalt sagen. Nur so viel: Fans der Reihe werden wieder voll auf ihre Kosten kommen. Die Handlung findet wieder auf Cherry Hill statt und der Autorin gelingt es jedes Mal, die Atmosphäre und Umgebung so schön zu beschreiben, dass man sich dorthin wünscht 😉 

    Diese Buchserie ist eine meiner liebsten und ich bin gespannt, ob der letzte Band mit den bisherigen mithalten kann. Für diesen Teil gibt es von mir auf jeden fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung für Fans von Liebesgeschichten.

  14. Cover des Buches Alles, was du suchst (ISBN: 9783596036288)
    Marie Force

    Alles, was du suchst

    (503)
    Aktuelle Rezension von: Landi

    Für alle, die einfach nur eine schöne Liebesgeschichte lesen wollen: einfühlsam und voller Emotionen, fröhlich und witzig, leicht, aber nie langweilig oder oberflächlich. Wer Dramen, komplizierte Verstrikungen oder Nervenkitzel sucht, soll irgendwo anders lesen und mir nicht meine 5 Sterne schlechtreden :-)

  15. Cover des Buches Fingerhut-Sommer (ISBN: 9783423216029)
    Ben Aaronovitch

    Fingerhut-Sommer

    (382)
    Aktuelle Rezension von: Sofatex

    Auch wenn Peter nicht viel Lust hat, bringen ihn dich einige Umstände aufs Land. Dort bekommt er es mit vermissten Kindern zu tun und jeder Menge Magie. 

    Ohne Nightingale sucht sich Peter Rat bei einem passionierten Magier aus der Umgebung und findet schnell Spuren, die in Richtung der Feenwesen deuten.

    Eine Abenteuerliche Suche nach Antworten beginnt und Peter muss sich viel auf seine eigene Intuition und seon können verlassen. Zwar stehen ihm Freunde zur Seite, dich die Skepsis Im Dorf machen ihm das Leben nicht unbedingt leichter. 

  16. Cover des Buches Tess (ISBN: 9783423144032)
    Thomas Hardy

    Tess

    (113)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich habe mich durch Fifty Shades of Grey inspirieren lassen, finde das Buch allerdings echt schlecht. Ich habe bis Seite 182 gelesen und fand es langweilig und teilweise unverständlich. Das erste Buch, das ich abgebrochen habe. Vielleicht gebe ich dem irgendwann nochmal eine Chance.

  17. Cover des Buches Man kann auch in die Höhe fallen (ISBN: 9783462011647)
    Joachim Meyerhoff

    Man kann auch in die Höhe fallen

    (92)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Nach einem in Wien erlittenen Schlaganfall hoffte Joachim Meyerhoff, in Berlin neu anfangen zu können. Doch seine Nerven lagen blank, da er seine Arbeit als Schriftsteller und Schauspieler nicht mehr bewältigen konnte. Ein unangenehmer Zwischenfall auf der Geburtstagsfeier seines Sohnes war der endgültige Anlass, Berlin zu verlassen und zu seiner noch sehr rüstigen 86jährigen Mutter aufs Land nach Schleswig-Holstein nahe der Ostsee zu ziehen. Er hofft bei ihr seine Krise zu überwinden und auf dem wunderschönen Grundstück wieder zu sich selbst zu finden. Mutter und Sohn standen sich schon immer sehr nahe, so weiß sie genau, wie sie ihm helfen kann. Sie überhäuft Joachim mit Gartenarbeit, die ihm zunächst schwerfällt, ihn aber nach und nach wieder erdet. Zorn und Nervosität fallen allmählich von ihm ab und er beginnt wieder zu schreiben … 

    Joachim Meyerhoff, geb. 1967 in Homburg/Saar, ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller. Er spielte über 13 Jahre am Wiener Burgtheater, wechselte nach seinem Schlaganfall 2019 an die Berliner Schaubühne, wo er bis 2024 Mitglied des Ensembles war und seither dort Gast ist. Er schrieb bisher sechs Bücher über verschiedene Stationen seines Lebens. Meyerhoff hat zwei Töchter und einen Sohn und lebt heute in Berlin. 

    „Man kann auch in die Höhe fallen“ ist Band Nr. 6 von Joachim Meyerhoffs autobiografischem Romanzyklus „Alle Toten fliegen hoch“. Wie gewohnt ist sein Schreibstil auch hier literarisch anspruchsvoll, sehr ausdrucksstark und emotional berührend. Die Handlung ist eine gekonnte Mischung zwischen Komik und Tragik. Er erzählt selbstironisch und humorvoll, ohne seine Figuren lächerlich zu machen. Wir erfahren Anekdoten aus Kindheit, Jugend und seiner Karriere als Schauspieler und erleben, wie Meyerhoff persönliche Krisen zu meistern versucht. Die Geschichte liest sich wie eine Mischung aus Roman und Erinnerung, wobei die Nachwirkung des Schlaganfalls und die Suche nach der verlorenen Inspiration im Mittelpunkt stehen. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn ist eine sehr herzliche. Er beschreibt sie, trotz ihres hohen Alters, als sehr fit, aktiv und unabhängig, die mit gesundem Menschenverstand und viel Humor ausgestattet noch mitten im Leben steht. 

    Fazit: Ein sehr menschliches Buch – authentisch, komisch und tragisch – trotz einiger kleiner Übertreibungen höchst unterhaltsam. 

  18. Cover des Buches Björnstadt (ISBN: 9783442493906)
    Fredrik Backman

    Björnstadt

    (218)
    Aktuelle Rezension von: Aukje

    Für die Einwohner der kleinen schwedischen Stadt Björnstadt, fernab einer Großstadt mitten im Wald, ist Eishockey das wichtigste in ihrem Leben. Da mittlerweile nach und nach die jüngeren Einwohner weggezogen sind, erhoffen sich die Björnstädter nun das sich das Schicksal ihres Dorfes wendet, wenn die erfolgreiche Jugendmannschaft des 'Björnstädter Eishockeyclub' ins Finale kommt und der Rest der Welt auf sie aufmerksam wird. Als die Mannschaft das Heimspiel gewinnt und somit den Einzug ins Finale, artet die private After-Party ein wenig aus und die 15jährige Maya, die auch die Tochter des Clubdirektors des Vereins ist, wird von dem 17jährigen Starspieler der Mannschaft Kevin vergewaltigt. Als sie sich endlich traut sich ihren Eltern anzuvertrauen und diese daraufhin Kevin anzeigen, beginnt sich die Stimmung im Dorf zu kippen. Viele der Einwohner können nicht glauben das ihr Star so etwas tun könnte oder sie trauen sich einfach nicht die Wahrheit zu sagen, da sie Angst haben nachher gemieden zu werden und geben daher Maya und dadurch auch ihrem Vater Peter die Schuld den Eishockeyclub zu schaden. Von nun an sind Maya, ihre Familie und die Menschen die ihr glauben einer Lynchjustiz ausgesetzt.

    Ich muss zugeben das ich mich durch die ersten paar Seiten etwas durchquälen musste. Als ich jedoch in die Story reingefunden habe konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen, da ich unbedingt wissen musste wie es weiter geht. Mir persönlich gefiel der ruhige und nicht zu dramatische Schreibstil und das langsame und allmähliche aufbauen bis zum Finale. Man konnte sich in die Charaktere gut hineinversetzen und dadurch ihre Handlungen nachvollziehen, auch wenn nicht alle richtig waren.

  19. Cover des Buches A Place to Grow (ISBN: 9783426528624)
    Lilly Lucas

    A Place to Grow

    (425)
    Aktuelle Rezension von: abouteverybook

    Nachdem ich den ersten Band vor etwa vier Jahren gelesen habe (und nebenbei bemerkt sehr schön fand), wurde es langsam einmal Zeit die Reihe fortzusetzen.
    Lilac hat einen wundervollen Charakter. Neben allem was sie täglich stemmt, ist sie absolut liebenswürdig und so unglaublich stark. Sie ist immer für ihre Familie sowie für die Farm da und man merkt direkt, dass sie liebt was sie tut. In ein paar ihrer Züge habe ich mich auch selber wiedererkannt. Für mich ist sie einfach zu gut für diese Welt.
    Mit Bo bin ich eine ganze Weile nicht richtig warm geworden. Obwohl ich zunächst nicht die ganze Hintergrundgeschichte kannte, habe ich mir recht schnell eine Meinung über ihn gebildet und die fiel nicht unbedingt positiv aus. Darüber hinaus hat mich etwas gestört, dass er auf eine Art und Weise versucht hat Lilac, was das Peach Festival angeht, zu sabotieren. An der Stelle war das für mich etwas unlogisch, denn wenn er sie doch immer noch mögen würde, hätte er sich ihr gegenüber anders verhalten. Zumindest habe ich mir gewünscht, dass er sich anders verhält. Letztendlich fand ich ihn dann gar nicht so schlimm, aber trotzdem konnte ich nicht vergessen, wie er sich zuvor verhalten hat.
    Wie auch im ersten Teil wird man direkt in einen sommerlichen Farm-Vibe gezogen und fühlt sich einfach nur rundum wohl. Das Setting war traumhaft schön beschrieben und teilweise hatte ich auch echt Lust mal auf der Farm und im Farmladen vorbeizuschauen. Lillys Schreibstil hat dazu auch eine ganze Menge beigetragen.
    Ich gebe dem Buch 4/5 Sterne. Auch wenn ich mit Bo nicht ganz warmgeworden bin, habe ich die Geschichte wirklich so gerne gelesen und freue mich, nicht zuletzt aufgrund des atemberaubenden Settings, auf die weiteren Teile der Reihe.

  20. Cover des Buches Frag nicht nach Sonnenschein (ISBN: 9783442485505)
    Sophie Kinsella

    Frag nicht nach Sonnenschein

    (182)
    Aktuelle Rezension von: love1988

    Das Cover von Frag nicht nach Sonnenschein ist liebevoll gestaltet und zieht sofort mit seinen warmen Farben und dem verspielten Design die Aufmerksamkeit auf sich. Es vermittelt eine positive, leichte Stimmung, die perfekt zum Ton des Buches passt.

    Die Hauptfigur ist wunderbar authentisch und sympathisch beschrieben. Man kann sich leicht in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen, ihre Unsicherheiten und Stärken wirken realistisch und nahbar. Besonders beeindruckend ist, wie Sophie Kinsella es schafft, die Entwicklung der Protagonistin nachvollziehbar und glaubwürdig zu gestalten.

    Auch die Nebencharaktere sind liebevoll gezeichnet und tragen viel zur Tiefe der Geschichte bei. Sie bringen verschiedene Facetten ins Spiel, sei es durch Humor, Unterstützung oder Konflikte, und machen die Handlung dadurch lebendig und abwechslungsreich.

    Sophie Kinsellas Schreibstil ist wie gewohnt leicht, humorvoll und flüssig, was das Lesen zum echten Vergnügen macht. Das Setting ist lebendig und gut ausgearbeitet, es schafft eine einladende Atmosphäre, die perfekt zu der Geschichte passt.

    Von mir eine klare Leseempfehlung!!!!!

  21. Cover des Buches Das flüssige Land (ISBN: 9783608964363)
    Raphaela Edelbauer

    Das flüssige Land

    (126)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Ruth Schwarz ist Physikerin in Wien, die schon einige Zeit an ihrer Habilitation schreibt. Als ihre Eltern bei einem Autounfall sterben, möchten sie deren Wunsch erfüllen und die Beerdigung im Geburtsort Groß-Einland arrangieren. Aber wo befindet sich dieser Ort, den Ruth nur vom Hörensagen kennt, gelegen irgendwo zwischen Niederösterreich und der Steiermark? Auf ihrer tagelangen Irrfahrt gelangt Ruth irgendwann in die Gastwirtschaft zur tausendjährigen Eiche und damit findet sie den ersten Anhaltspunkt. Groß-Einland entpuppt sich als geheimnisvoller Ort, den Ruth mehrere Jahre nicht verlassen wird, was wir schon auf Seite 11 erfahren. Der Ort gleicht einem Museumsdorf und steht wortwörtlich auf wackeligen Beinen, denn unter ihm befindet sich das "Loch", das von allen Einwohnern konsequent ignoriert wird.

    Was für eine Geschichte! Eine Naturwissenschaftlerin wird mit einem Naturphänomen konfrontiert und gleichzeitig wird alles in eine unglaublich phantasievolle, fantastische Geschichte verpackt, die letztlich die Vergangenheit anprangert. Mir hat das alles sehr gut gefallen. Die vielen sprachlichen Anspielungen: da ist ein "Raster verrutscht", da "hängt alles schief" und da werden "Leerstellen gestopft", das alles ist doppeldeutig und passt so gut. Gemeinsam mit der Protagonistin verliert man zudem den Bezug zu Zeit und Raum. Die Geschichte ist voller skurriler Figuren und es ist beeindruckend, mit welchem Gleichmut die wunderlichsten Dinge beschrieben und von diesen Figuren durchgeführt und akzeptiert werden. Für mich hält der Klappentext die Ankündigung eines "unheimlich, spannend, aberwitzig und kaum zu fassenden" Textes absolut ein. Ein gelungener Debütroman, der es zu Recht auf die Shortlist des Deutschen und des Österreichischen Buchpreises 2019 geschafft hat. Wer einmal einen "Heimatroman" der ganz anderen Art lesen möchte, sollte zugreifen.

  22. Cover des Buches Meter pro Sekunde (ISBN: 9783985680771)
    Stine Pilgaard

    Meter pro Sekunde

    (62)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Eine junge Familie zieht nach Westjütland und versucht den Herausforderungen des Lebens zu trotzen. Zwischen Kühen, Windrädern und Alltagsherausforderungen wie Mutterschaft, Ehe und Fahrprüfung gibt die Protagonistin sich Mühe ihren eigenen Weg zu finden und zu verfolgen. Ihr Mann arbeitet als Dozent in einer Internatsschule, sie selbst wird Kummerkasten-Redakteurin der lokalen Zeitung und teilt so die eigene Sicht und manchen seltsamen Tipp mit der Allgemeinheit.

    Stine PilgaaRad hat hier einen Roman geschrieben, der mich gut unterhalten hat. Das Buch ist nicht dick und lässt sich schnell weglesen. Es hat mich oft schmunzeln lassen, denn die Gedanken und Weisheiten der Protagonistin, sowie manche Eigenart der WestjütländerInnen fand ich wirklich amüsant. Der Roman spielt mitten im Leben. Die Protagonistin war mir sehr sympathisch. Sie scheint irgendwie regelmäßig überrascht oder überrumpelt vom Erwachsenenleben. Manchmal habe ich mich darin auch wiederfinden können, denn das Gefühl im Kopf noch zu jung zu sein, für manche erwachsene Entscheidung kenne ich irgendwie. Ich kann das Buch absolut empfehlen, wenn man keine riesig aufgebaute Geschichte braucht, denn es beschreibt voller Witz die Krisen des Alltags und zeigt, dass es viele Menschen gibt, die damit manchmal überfordert sind. 

  23. Cover des Buches Ich bleibe hier (ISBN: 9783257261806)
    Marco Balzano

    Ich bleibe hier

    (283)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Es gibt Regionen in Europa, die haben eine besonders dramatische, eine besonders leidvolle Geschichte. Süd-Tirol oder Alto Adige Sudtirolo (ital.) gehört sicher dazu. Die alternative Namensgebung verweist schon auf das politische, teils kriegerische Hin und Her in dieser inzwischen (1972) autonomen Provinz Italiens. Und zwischen den Mühlsteinen widerstreitender „Interessen“ reibt sich die Bevölkerung auf. Und nicht nur einmal stellt sich ihnen die Frage: Bleiben oder Fortgehen, Verharren oder Neuanfang?

    „Bis zum Marsch auf Bozen [1922] verlief das Leben in den Grenztälern im Rhythmus des Jahreszeiten. Es schien, als käme die Geschichte nicht bis hier herauf.“ Doch dann sind es gleich zwei Großereignisse, die die Bevölkerung in der Nordostecke Südtirols nachhaltig beeinflussen: der Zweite Weltkrieg (den Faschisten Mussolinis trotzen oder dem „Gröfaz“ hinterherlaufen?) sowie ein gewaltiges Staudammprojekt (mit Umsiedlungen). In einer anrührenden Geschichte werden die daraus entstehenden Konflikte im Großen wie die persönlichen Kämpfe innerhalb einer Familie geschildert.  Und über dieser ohnehin am Existenzminimum lebenden Familie schwebt, meist unausgesprochen, die Sehnsucht nach der in jungen Jahren fortgegangenen der Tochter (erzwungen oder freiwillig?). 

    Diese Sehnsucht bildet sich auch in der Erzählweise (Ich-Erzählerin) der Geschichte ab, die auch als eine Art Berichterstattung der Mutter an die Tochter gelesen werden kann – inklusive der immer wieder anbrandenden Gefühle: „Die wenigen Fotos, die ich noch [von dir] habe, hole ich nur selten hervor, mit der Zeit ist man nah am Wasser gebaut. Und ich hasse es zu weinen […], weil es mich nicht tröstet.“

    In diesem Roman wird nicht nur eine bewegende Geschichte erzählt, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte sichtbar gemacht – sowie eine, trotz aller Unbilden des Lebens, aufmunternde Lebenshaltung der Erzählerin: „Die einzige Möglichkeit weiterzuleben ist vielleicht, sich zu verändern und nicht zu erstarren.“

    (9.4.2022)

  24. Cover des Buches Am grünen Rand der Welt (ISBN: 9783423086455)
    Thomas Hardy

    Am grünen Rand der Welt

    (85)
    Aktuelle Rezension von: Aukje

    Als die junge und verarmte Bathsheba Everdene gerade auf dem Weg zu ihrer Tante ist wird der nur fünf Jahre ältere Farmer und künftiger Nachbar, Gabriel Oaks auf sie aufmerksam. Für Gabriel ist es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick und es dauert nicht lange das er sie bittet ihn zu heiraten. Doch Bathsheba, für damalige Verhältnisse eher unüblich, sieht sich nicht als Ehefrau und lehnt ihn ab. Kurze Zeit darauf verliert Gabriel sein ganzes Guthaben durch einen Schicksalsschlag und Bathsheba steigt in der gesellschafft auf, da sie reich erbt. Nun befindet sich Gabriel in der Lage das er gesellschaftlich unter ihr steht und sich gezwungen sieht bei ihr die Stellung des Schäfers anzunehmen. Teils aus Verzweiflung teils aus Sehnsucht in ihrer Nähe zu sein nimmt er die Stelle an. Von nun an muss er zusehen wie Bathsheba mit den Gefühlen des älteren und vermögenden Nachbar William Boldwood spielt und sich der charmante und zwieträchtige Soldat Francis Troy sich und ihr Leben schleicht. Doch immer um sie besorgt steht er ihr bei.

    Ein wie ich persönlich finde, unheimlich rührendes und liebevolles Buch. Ich muss zugeben das ich ein wenig brauchte um in das Buch zu finden, doch von dem Moment an, an dem ich es tat konnte ich nicht mehr aufhören. Es ist zwar mittlerweile ein älteres Buch das zur klassischen englischen Literatur gezählt wird aber einfach wunderschön und aus heutiger Sicht amüsant ist.

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