Bücher mit dem Tag "lateinamerika"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "lateinamerika" gekennzeichnet haben.

204 Bücher

  1. Cover des Buches Frida Kahlo und die Farben des Lebens (ISBN: 9783746635910)
    Caroline Bernard

    Frida Kahlo und die Farben des Lebens

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Frida hatte schon Kinderlähmung überstanden und wird dann als Jugendliche bei einem Busunglück schwer verletzt. Aber auch da kämpft sie sich wieder ins Leben. Sie verliert mehrere Kinder in den ersten Schwangerschaftsmonaten woran sie fast verzweifelt.
    Sie verliebt sich in das Malergenie Diego Rivera, der jedoch die freie Liebe praktiziert. Sie erduldet auch das.
    Um an ihren Lebensumständen nicht zu zerbrechen findet sie für sich die Malerei. In vielen Bildern drückt sie ihren Schmerz aus und stülpt ihr innerstes nach außen.

    Das Cover zeigt die Mexikanerin in ihren typisch farbenfrohen Kleidern. Das entsprach so ganz meinen Vorstellungen. Es hat mir gut gefallen.

    Ich habe das Hörbuch ausgewählt, da ich mehr über die Künstlerin erfahren wollte. Das habe ich hier nun in Romanform auch erhalten. Das Leben Frida Kahlos an der Seite ihres Mannes Diego, der sie immer wieder mit vielen anderen Frauen betrügt, obwohl sie die Liebe seines Lebens ist.
    Frida, die eigentlich eine starke Frau ist lässt sich das auch immer wieder gefallen, da sie ihm eigentlich in gewisser Weise hörig ist.
    Als sie ihn einmal allerdings erwischt ist sie so am Boden zerstört das sie eine lange Zeit den Kontakt zu ihm und zu ihrer Familie meidet. Hieran zerbricht sie fast.
    Aber trotz aller Schmerzen und Demütigungen die sie erleiden muss verliert sie nie ihren Lebensmut.
    In ihren Bildern drückt sie den Schmerz aus. Hier im Roman wird auch immer wieder auf verschiedene Bilder die sie zu den einzelnen Lebensphasen gemalt hat eingegangen. Man erfährt auch vieles über die Lebensumstände, die Politik und die Weltanschauungen des frühen 20. Jahrhunderts.
    Mir hat das Hörbuch schon gefallen, allerdings war es mir am Ende hin einfach zu lang. Hier hätte ich mir gewünscht das es ein wenig schneller voran ging, da sich doch alles irgendwo wiederholte. Sie liebten sich aber sie konnten nicht wirklich zu jeder Zeit miteinander sein. Er hatte viele Frauen und sie hatte wenige Männer, wovon es einer in meinen Augen wirklich verdient hätte mit ihr Leben zu dürfen.
    Ich konnte nicht alles nachvollziehen was sie in ihrem Leben so getan hat, aber es ist ja auch nicht mein
    Leben .
    Auf jeden Fall eine sehr interessante Frau und ein interessanter, aber hin und wieder doch etwas langatmiger Roman über ihr Leben und ihre Liebe.

  2. Cover des Buches Der Alchimist (ISBN: 9783257261165)
    Paulo Coelho

    Der Alchimist

     (1.491)
    Aktuelle Rezension von: thepassionsofalice

    "Erst die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen, macht unser Leben lebenswert."

    "Denn Mut ist die wichtigste Gabe für denjenigen, der die Sprache der Welt sucht."

     

     

    Diese kleine, feine Literatur hat mich eine lange Zeit begleitet. Unterwegs mit einem Bleistift lag sie, wie ein wertvoller Schatz, in meinen Taschen. 

    Sie wurde gezeichnet. 

    Voller Granitstriche, 

    voller Gedanken, 

    voller Eselsohren, 

    voller Leserillen. 

    Schiefgelesen.

    Umgekippte Kaffeeflecken. 

    Ich bin dankbar dafür, dass ich diesen Roman nicht in einem Zug verschlungen habe, sondern er ein längerer Begleiter war und mich hat viel und oft über den Inhalt nachdenken lassen. Über mein eigenes Leben, über meine eigenen Visionen. 

    Eine Lektüre voller Gebrauchsspuren, voller Leben. 

    Wortwörtlich eine Lektüre fürs Leben. 

     

    Eine 'klassische Rezension' wird und kann es für dieses Meisterwerk von meiner Seite aus nicht geben. Ich glaube, dass Vielen, die diese Geschichte kennen, bewusst ist, welch wertvollen Schlüssel für ein erfülltes Leben dieser Roman darstellt. Ich glaube, ich habe noch nie solch eine große qualitative Menge an Zitaten aus einem Buch herausgeschrieben, wie aus diesem. Wenn man sich darauf einlässt, ist es eine riesige Sammlung an Lebenstipps und Weisheiten, die man sich wirklich zu Herzen nehmen kann. Eingebettet in eine magische und wunder-volle Geschichte, die einen an Wunschträume glauben lässt. Um diese meisterlich aneinandergereihten Wörter zu würdigen, die eine wundersame Geschichte erzählen, an der wir uns alle ein Beispiel nehmen sollten, wird es hier in der kommenden Zeit immer wieder Postings mit den bereichernden Zitaten aus dem Alchimisten geben. 

    Zitaten, die mich umdenken ließen. 

    Zitaten, die meinen Blickwinkel auf die Welt veränderten. 

    Zitaten, die mich angestoßen haben, an meine Wunschträume ganz fest zu glauben. 

     

     

    "Das Leben ist wirklich sehr großzügig mit dem, der seinem persönlichen Lebensweg folgt."

     

     

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  3. Cover des Buches Das Flüstern der Bienen (ISBN: 9783471360354)
    Sofia Segovia

    Das Flüstern der Bienen

     (138)
    Aktuelle Rezension von: mapefue

    Gott liebt die Gezeichneten.

    Nana Reja ist eine uralte Amme. Das halbe Dorf hat sie mit ihrer Milch versorgt. Nun sitzt sie jeden Tag unbeweglich in ihrem Schaukelstuhl. Plötzlich ist sie verschwunden und kehrt mit einem Baby zurück, dessen Körper mit Bienen bedeckt ist. Wer die Mutter ist, werden wir nie erfahren.

    Simonopio genannt, hat ein besonderes Verhältnis zu diesem Bienenschwarm. Sie warnen ihn vor Gefahren und lassen ihn in die Zukunft schauen. Er kann ihre Botschaften den Menschen allerdings nicht mitteilen. Weil sein Kiefer gespalten ist, kann er nicht sprechen.

    Etwas Märchenhaftes und Magisches durchzieht Sofía Segovias Roman "Das Flüstern der Bienen". Die Geschichte beginnt 1910 und erzählt von einer mexikanischen Familie, Großgrundbesitzer, der eine große Hacienda mit vielen Beschäftigten gehört. Die Autorin verwendet einige historische Elemente als Hintergrund. Soldaten durchziehen das Land, der Weltkrieg macht auch vor Mexiko nicht halt. Und die spanische Grippe wütet im Dorf, das nicht weit entfernt von der Hacienda liegt. Simonopio schafft es, die Familie von der Seuche fernzuhalten, ohne ein Wort zu sagen.

    Sofía Segovia erzählt unaufdringlich treffend, mit suptilem Humor, mit Sinn für Dramatik. Alle paar Kapitel widmet sie sich einer Hauptfigur etwas intensiver. Und schreibt, wie sie denkt, fühlt, was sie bisher erlebt hat. So lernt man einen nach dem anderen besser kennen, ein ganzer Kosmos entfaltet sich. Eine lebendige Welt entsteht, in die man sich hineinträumen kann. Die aber auch genug Bodenhaftung hat, um realistisch zu bleiben. 

    Auch wenn die Schilderungen der Spanischen Grippe hier und da an die aktuelle Pandemie erinnern, ist "Das Flüstern der Bienen" ein Buch voller Lebensfreude und Hoffnung. Es gibt abergläubische Menschen, die Simonopio nach dem Leben trachten. Aber auch eine Familie, die ihn aufnimmt und nicht nur seine Behinderung, sondern seine besonderen Fähigkeiten sieht. 

    Ein großes Lesevergnügen.

  4. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518463857)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (791)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese

    Das Geisterhaus von Isabel Allende erscheint im Suhrkamp Verlag.


    Isabell Allende erzählt die Geschichte der Truebas, einer Großgrundbesitzerfamilie aus Chile, über vier Generationen hinweg. Es ist eine spannende Familiensaga, die alle Themen in sich vereint. So gibt es Liebesgeschichten, politisches Geschehen und Alltagsleben, aber auch eine übersinnliche Geistergeschichte.    

    Schon gleich vorab mein Kritikpunkt, das Geisterhaus liest sich durch den Wechsel der Erzählperspektive, mal ist es die  auktoriale Perspektive, dann wieder die Ich-Perspektive, etwas kompliziert. Dadurch hatte ich immer wieder Probleme, mich von dem Erzählten richtig fesseln zu können. 

     

    Diese Familiensaga  besitzt autobiografische Züge der Autorin, sie beschreibt die Geschichte Chiles im 20. Jahrhundert. Die verschiedenen Protagonisten werden vorgestellt, sie alle haben auch als Nebenrollen eigene Handlungsstränge und alle werden mit politischen Stimmungen und familiärem Hintergrundwissen zu einer komplexen Geschichte verbunden. Der Leser ist bei diesem Buch wirklich gefordert und muss sich den vielen Figuren und ihren Lebenswegen stellen. Doch das lohnt sich, denn die einzigartige Sprache, die spürbare Fantasie und das Zeitgeschehen bringen den Leser in eine besondere Story voller Liebe, Gewalt und auch Hass. Dieses Buch zeigt uns das Leben in Südamerika

    Interessant ist, dass Allende nicht nur politisch gesehen Machtmissbrauch aufzeigt, sondern auch die Macht eines Familienoberhauptes über seine Familie. Die Familie funktioniert wie ein Staat im kleinen, der durch den Spiritismus der Ehefrau allerdings beeinflusst wird. 


    Diese vielschichtige und fantasievolle Familiensaga illustriert die Geschichte Chiles und lässt uns die Autobiografie Isabell Allende nachspüren.  

     

  5. Cover des Buches Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (ISBN: 9783570102060)
    Andrea Wulf

    Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Ich liebe historische Reise- und Wissenschaftsbeschreibungen ohnehin sehr, und hier hat mich auch der lebendige Schreibstil mitgerissen. Das Werk befasst sich mit interdisziplinärem und universalem Weltwissen, das die Jahrhunderte überdauert: Philosophie, Geschichte, Naturwissenschaft, Kunst, Soziologie … Auch machte Humboldt damals schon auf beginnende Umweltzerstörung aufmerksam und kritisierte den Kolonialismus und seine Auswirkungen auf Mensch und Natur durch Ausbeutung. Natürlich lässt sich nicht verhehlen, dass auch er selbst zwangsläufig ein europäischer Eindringling auf dem südamerikanischen Kontinent war und aus heutiger Sicht mit Sicherheit Ausbeutung betrieben hat – allein schon das Sammeln von Pflanzen und Tieren etc. Dennoch schien er für die damalige Zeit umsichtig vorzugehen und wirklich vor allem Wissensdurst stillen wollen, nicht sich selbst bereichern. Ein herrliches Buch, das ich Nächte durchgelesen habe. Sehr zu empfehlen.

  6. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.388)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Buchbesprechung geht es hier: 

    https://www.podbean.com/media/share/pb-mg5c6-faaa43

    Vorsicht, Spoiler!

  7. Cover des Buches Nocturna - Das Spiel des Fuchses (ISBN: 9783734161889)
    Maya Motayne

    Nocturna - Das Spiel des Fuchses

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaub

    Die Geschichte hat ihren eigenen Reiz, allerdings verschenkt sie einiges an Potential. Lateinamerikanisch sind eigentlich nur die eingestreuten spanischen Worte, leider. Ich hatte einen guten Einstieg in die Geschichte & war auch begeistert, allerdings verlor sich diese mit der Zeit, bei ca. 1/4 der Geschichte. Warum? Da es gehäuft wiederkehrende Wortformulierungen, ein paar Logikfehler z.B. Verwechslung der Protagonisten, wer gerade sprach etc. & zu viele Rechtschreibfehler gab. Die Figuren schwanken in ihrem Verhalten etwas hin & her und wiederholen sich auch öfters. Ich habe mein Herz dennoch an die zwei Protagonisten Finn & Alfehr verloren, denn sie haben beide mit Verletzungen & Verlusten zu kämpfen, könnten nicht unterschiedlicher sein & entwickeln sich durch ihre Reise gemeinsam weiter & nähern sich auch gefühlsmäßig an. Luka mag ich auch, er hat nochmal eine Prise extra Schwung hineingebracht & ist auch wichtig in unterschiedlichen Hinsichten. Neben den Figuren, mochte ich die Magie am liebsten in der Geschichte, teilweise erinnerte sie mich z.B. an die Grischareihe von Leigh Bardugo. Sie ist recht vielfältig und somit auch spannend. Der Antagonist ist wirklich gruselig, psychopathisch, manipulierend, es schüttelnd einen schon beim Lesen. Obwohl ich etwas enttäuscht vom verschenkten Potential bin, werde ich vermutlich dennoch die Reihe weiterlesen, denn es interessiert mich schon, wie sie weiter geht & was mit meinen Lieblingen passiert. Ich hoffe allerdings, das der nächste Band etwas weiter ausgereift ist.

  8. Cover des Buches Das Papierhaus (ISBN: 9783458176152)
    Carlos María Domínguez

    Das Papierhaus

     (234)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hatte diese märchenhafte, mystische Atmosphäre, wie sie irgendwie nur südamerikanische Autoren kreieren können. Die Geschichte ist sehr kurz, dafür aber umso intensiver und "nachwirkender". Das Setting rund um einen Bücherliebhaber und sein Haus aus Büchern am Strand ist einzigartig und eine wirklich interessante, lesenswerte Idee für eine Erzählung.

  9. Cover des Buches Chroniken der Weltensucher - Die Stadt der Regenfresser (ISBN: 9783785574096)
    Thomas Thiemeyer

    Chroniken der Weltensucher - Die Stadt der Regenfresser

     (277)
    Aktuelle Rezension von: verena_voss

    Ausgelesen! 5/5🌟

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    Autor: @tthiemeyer 

    Titel: Chroniken der Weltensucher "Die Stadt der Regenfresser" (1. Band)

    Verlag: @loewe.verlag

    Selten: 448 Seiten (ET 2012)

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    Wunderbar, gelungener Auftakt!

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    Was für ein toller Auftakt dieses Abenteuer-Romans "Die Stadt der Regenfresser" von Thomas Thiemeyer aus dem Loewe Verlag. 

    Mit 448 Seiten ist dieses Jugendbuch (12 - 15 Jahre) kein Schmöker für Zwischendurch, doch man fliegt regelrecht mit dem Forscher Humboldt und seinen Gefährten durch die Geschichte. 

    Das Cover, egal ob mit oder ohne Schutzumschlag, ist ein Augenschmauß. Wunderschön illustriert, macht es ordentlich was her. 

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    Wir reisen mit C. Friedrich Donhauser "Humboldt', Oskar, einem kleinen sehr sympathischen Straßendieb, Charlotte  seine Nichte und Eliza, über den Globus, nach Südamerika, in die Anden. 

    Dort ist ein bekannter Fotograf verschollen und mehrere geheimnisvolle Fotoplatten des Vermissten, aufgetaucht. Der Inhalt lässt auf eine große Entdeckung schließen und das Forscherteam macht sich sofort auf die Reise. Doch sie sind nicht die einzigen, die eine Sensation wittern. Alte Rivalen sind ebenfalls auf dem Weg in die Hochebenen und versuchen alles um Humboldt aufzuhalten. 

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    Thomas Thiemeyers Werk, ist fantastisch ausgearbeitet. Starke Charaktere, rasante Handlungen, wunderschöne Schauplätze und ein glaubhaft, erzählter Schreibstil, machen dieses spannende Abenteuer zu etwas ganz besonderem. 

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    Ich freue mich, diese Bücher meinen Kindern weiterzugeben und mit ihnen die folgenden Bände der Weltensucher zu entdecken. 

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    Eine ganz große Leseempfehlung!!

    Danke Thomas, für diese wahnsinnig tolle Geschichte! 📚🙏🥰



  10. Cover des Buches Hundert Jahre Einsamkeit (ISBN: 9783462050219)
    Gabriel García Márquez

    Hundert Jahre Einsamkeit

     (533)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck
    Umgeben von fiebrigen Sümpfen, wucherndem Urwald und steiniger Sierra versteckt sich das Dorf Macondo vor dem Rest der Welt. Die Menschen bestellen ihre Felder und züchten ihr Vieh, leben im Einklang mit der Natur und im Glauben an die Beständigkeit der von Generation zu Generation überlieferten Legenden. Die Verheißungen der großen Welt scheinen die kleine Siedlung zu verschonen. Doch selbst hierher verirren sich heimatlose Zigeuner: Mit ihnen kommen der Geist des Fortschritts und das Sehnen nach Ferne. Wie ein Virus ergreifen sie die Menschen, machen sie unstet und nervös, treiben sie an und treiben sie um. Und wie der Welt im Großen ergeht es den Menschen hier im Kleinen... Man braucht Zeit für dieses Epos und es ist gewöhnungsbedürftig und zeitweise anstrengend, die vielen Personen mit fast identischen Namen auseinander zu halten. Aber die Sprache ist so bildreich und die Erzählung so phantastisch und phantasiereich, dass man sich mit der Zeit beim Lesen immer mehr in die Geschichte und die Gefühle der Protagonisten hineinliest. Dies ist kein Thriller, den man so leicht vor dem Schlafengehen lesen kann, für mich persönlich brauchte dies eine grosse Angewöhnung. Aber die Lektüre lohnt sich und gibt einen guten Einblick in die Südamerikanische Kultur. Leider ist die Deutsche Übersetzung teilweise holprig, so dass ich das Buch parallel passagenweise auch in Spanisch lese, was das Gefühl dafür vertieft.
  11. Cover des Buches Nacht in Caracas (ISBN: 9783103974614)
    Karina Sainz Borgo

    Nacht in Caracas

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86

    Klappentext:

    „Adelaida beerdigt ihre Mutter, aber sie bleibt nur kurz am Grab stehen. Auf dem Friedhof ist es gefährlich, genau wie an jedem anderen Ort in Venezuela. Noch vor kurzem kamen die Menschen aus Europa, um hier ihr Glück zu machen. Nun versinkt das Land in Chaos und Elend. Als Adelaida gewaltsam aus ihrer Wohnung vertrieben wird, weiß sie nicht wohin. Alles, was sie geliebt hat, existiert nur noch in ihrer Erinnerung. Wenn sie sich retten will, bleibt ihr nur die Flucht.“


    „Warum zerstören Menschen (ihre) Heimat?“ genau diese aber auch noch unheimlich viele andere Fragen kommen nach beenden dieses Buches einem in den Sinn. „Nacht in Caracas“ ist das Debüt von Karina Sainz Borgo und es ist fulminant! Es ist so extrem, so schmerzvoll, so voller Gefühl, das es wirklich weht tut. Protagonistin Adelaida begegnet man sofort mit Mitleid und dem Gefühl ihr helfen zu wollen, aber sie ist allein und der Kampf gegen die Landesgegener, die Kämpfer ist enorm. Die Vertreibung aus ihrem Heim, gleicht einer Hexenjagd. Die Autorin verstrickt hier so viele Dinge so extrem gut miteinander, das für mich ein sehr großer Lesesog, anhaltend bis zum Schluss, da war. Mit ihrer Protagonistin zeigt die Autorin das wahre Bild eines Landes auf, welches fast nicht real scheint, es aber ist. Da ich Venezuela kenne, kann ich hier nur klar sagen: die Autorin hat hier treffsicher, laut und mit einem sehr starken Mittel, der Erzählung dieser Geschichte, ihr Land authentisch gezeigt. Hier und da webt sie fiktive Parts mit ein, aber schlussendlich überwiegt die klare Realität. Mit ihrem Sprachstil (und der sehr guten deutschen Übersetzung), ist Karina Sainz Borgo ein besonders Werk gelungen, welches fesselt. Adelaida trauert und man kann sich richtig gut in ihre Seele vertiefen, dennoch ist hier viel Zweideutigkeit im Spiel und wie gesagt, Sainz Borgo hält uns mit Adelaida den Spiegel der Zeit in Venezuela hin. Dieses Werk ist politisch ohne direkt politisch zu sein, es ist ehrlich, ohne jemanden dabei zu verletzen, es ist schmerzhaft ohne dabei in den offenen Wundern zu bohren...Ein Land kurz vor dem Zerfall...

    5 von 5 Sterne für dieses Debüt sowie eine klare Leseempfehlung!

  12. Cover des Buches 2666 (ISBN: 9783596187843)
    Roberto Bolaño

    2666

     (119)
    Aktuelle Rezension von: itwt69
    Ich kann mich der allgemeinen Euphorie über dieses vermeintliche "Meisterwerk" leider nicht anschließen. Teil 1 über die leidenschaftlichen Anhänger des Benno von Archimboldi fängt sehr gut an und lässt ein großes Buch erwarten und erhoffen. Teil 2+3 fallen dann schon stark ab, in denen 2 Nebenpersonen bis aufs kleinste Detail beschrieben werden. Teil 4 über die Verbrechen mit fast 400 Seiten finde ich ganz schwach. Wieso muss man sehr ähnlich gelagerte Fälle mehrere dutzend Mal wiederholen? Teil 5, in der es eine Aufklärung des gesamten Komplexes gibt, ist dann wieder in Ordnung, reicht aber nicht, um das ganze Buch als lesenswert zu beurteilen. Besonders die unglaublich weitreichenden Abschweifungen, die fast jede einzelne Erzählung nimmt, kann ich nicht nachvollziehen. Das Buch wäre locker mit 400-500 Seiten weniger ausgekommen. Ich musste mich doch allzu oft durchquälen. Sprachlich allerdings sehr gelungen, auch wenn dadurch das Lesen sehr viel Konzentration erforderte (es gibt Sätze, die sich über eine komplette Seite ziehen). Dem Übersetzer muss dafür ein großes Lob gewährt werden, eine fast unmenschliche Leistung, ein solch komplexes Werk vom Spanischen ins Deutsche zu übersetzen!
  13. Cover des Buches Der Ruf des Kolibris (ISBN: 9783551310019)
    Christine Lehmann

    Der Ruf des Kolibris

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Hannah_S_

    Zuerst einmal vorweg: Mit knapp 15 Jahren habe ich das Buch zum ersten Mal gelesen und fand es einfach genial. Jetzt, 5 Jahre später, finde ich die Geschichte zwar immer noch schön, jedoch fallen mir auch einige Schwächen auf. Die Zielgruppe des Buches sind also definitiv Jugendliche.

    Besonders schnell ist mir aufgefallen, wie sprunghaft die Hauptcharakterin Jasmin ist. Sie hat Damian einmal gesehen und schon verkündet sie ihren Eltern, unsterblich verliebt zu sein und ihn heiraten zu wollen. Vermutlich wollte die Autorin damit die typische "alles-oder-nichts"-Mentalität des Jugendalters transportieren oder auch zeigen, dass einen die erste Liebe wie ein Schlag treffen kann. Als Leser wirkt es jedoch eher übereilt und so, als müsste es schnell zum eigentlichen Teil der Handlung übergehen. Auch die Chemie zwischen Jasmin und Damian wirkt manchmal etwas hastig, hat jedoch auch zarte Momente der Romantik und viele Rückschläge, wodurch sie doch realistisch wirkt.

    Fazit

    Die Handlung selbst finde ich sehr spannend und schön geschrieben. Vor allem wer ein Faible für Lateinamerika hat findet sich hier wieder. Was bei den Charakteren zu kurz kommt, holt die Autorin durch Umgebungsbeschreibungen wieder raus, wodurch man sich die kolumbianische Atmosphäre sehr schön vorstellen kann.

    Alles in allem konnte ich definitiv nachvollziehen, warum mich das Buch schon damals so fasziniert hat. Wer also über Charakterschwächen hinwegsehen kann, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Ansonsten lieber Finger weg davon, es wird euch vermutlich langweilen.

  14. Cover des Buches Eva Luna (ISBN: 9783518383971)
    Isabel Allende

    Eva Luna

     (146)
    Aktuelle Rezension von: ladyliest

    Eines der schönsten Bücher Isabelle Allendes, wo die Geschichte der Eva Luna mit derjenigen des nicht näher genannten südamerikanischen Landes verwoben wird. Eva, die erste Frau in der Bibel mit dem Nachnamen Luna (Mond), wird von einem sterbenden Indio gezeugt und ist nach dem frühen Tod der Mutter auf sich allein gestellt. Eva Luna erschafft ihre Lebensgeschichte selbst und erzählt sie zusammen mit vielen anderen Geschichten, geschmückt durch ihre sprudelnde Phantasie. Die Realität wird, wie üblich bei Allende, durch Mystisches gewürzt.

  15. Cover des Buches Paula (ISBN: 9783518393406)
    Isabel Allende

    Paula

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin

    "Paula" von Isabel Allende hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Trotzdem, für mich ist dies das schönste und mitreißendste Buch Isabelle Allendes, das ich je gelesen habe. "Paula" zeugt von der bedingungslosen Liebe einer Mutter zu ihrer erwachsenen Tochter.


    Isabelle Allendes Tochter Paula, schon lange erwachsen und von zu Hause ausgezogen, kommt 1991 als todkranke Frau nach Hause zurück. Isabelle Allende sitzt abwechselnd mit ihrer eigenen Mutter am Krankenbett ihrer Tochter und bangt und wacht über die im Koma liegende junge Frau. Im Grunde weiß Isabelle, dass Paula nie wieder aufwachen sondern an dieser unheilbaren Stoffwechselerkrankung sterben wird.


    Um das Unerträgliche aushalten zu können, fängt Isabelle an und schreibt während dieser quälenden Zeit am Krankenbett von Paula ihre Familiengeschichte nieder. "Hör mir zu Paula, ich erzähle dir eine Geschichte, damit du nicht so verloren bist, wenn du aufwachst".


    Hier wird nicht nur ein Roman erzählt, sondern die Entwicklung der Familie Allende vor dem geschichtlichen Hintergrund von Chile ausgebreitet. S. Allende, Präsident von Chile will das Land in eine moderne Zukunft führen, wird aber 1973 gestürzt und Chile versinkt im Chaos, von dem es sich sehr lange nicht erholt.


    Isabelle Allende fasst die Angst in Worte, so dass dem Leser das Schicksal der Menschen unter die Haut  geht und weh tut. Sie schreibt über die Flucht um überleben zu können und auch den Tod der Menschen ihres Heimatlandes. Die Umwälzungen dieser Revolution bekommt der Leser aus erster Hand. Die Angst, die Gefahr. Und später das friedliche Leben Isabell Allendes in Kalifornien, wie sie an der Seite eines Mannes das neue Glück findet und zu Schreiben beginn, dass ihre Seele frei wird.


    Das Buch lässt sich nicht lesen wie ein Schmöker. Es hat einen sehr ernsten Hintergrund und zeigt das endlose Leid der chilen. Bevölkerung.


    Für mich ist es das schönsten und faszinierendste Buchern von Isabelle Allende - ein biographischer Roman. Eins weiß ich: In meinen Regalen liegen sehr viele Bücher die ich irgendwann verschenke und von noch mehr Büchern habe ich mich in der Vergangeheit bereits getrennt und weiter gegeben, da ich der Meinung bin, Bücher sollen gelesen werden und nicht in irgendwelchen Regalen einstauben. Doch dies wird eines der Bücher sein, die bei mir bleiben.

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. 

  16. Cover des Buches Traurige Tropen (ISBN: 9783518278406)
    Claude Lévi-Strauss

    Traurige Tropen

     (10)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Die Liebe in den Zeiten der Cholera (ISBN: 9783596907083)
    Gabriel García Márquez

    Die Liebe in den Zeiten der Cholera

     (475)
    Aktuelle Rezension von: Zweimalelf

    Eine etwas andere Liebesgeschichte, die der Autor in einer unglaublich schönen Sprache präsentiert. Die Charaktere sind sehr facettenreich gestaltet, so dass z.B. der Protagonist manchmal höchste Sympathie in einem weckt, dann wieder verachtenswert erscheint und oft einfach nur erbärmlich rüberkommt. Auf jeden Fall tat ich mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil es dem Autor sehr gut gelingt, den Leser in diese bunte und zugleich erschreckende Karibikatmosphäre des späten 19. Jahrhunderts zu hineinzuziehen. 

  18. Cover des Buches Von der Liebe und anderen Dämonen (ISBN: 9783462037210)
    Gabriel García Márquez

    Von der Liebe und anderen Dämonen

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Fürchten Sie nicht, sich zu verdammen?«
    »Ich glaube, ich bin es schon, aber nicht vom Heiligen Geist. … Ich habe schon immer geglaubt, daß der mehr auf die Liebe als auf den Glauben gibt.«

     

    Cartagena im ausgehenden 18. Jahrhundert. Sierva María de Todos los Angeles ist die einzige Tochter des Marqués de Casalduero. Von ihren nur um sich selbst kreisenden Eltern vernachlässigt, wächst sie unter den schwarzen Sklaven des Hauses auf, lernt ihre Sprache und Bräuche. Als sie mit 12 Jahren von einem tollwütigen Hund gebissen wird, besinnt sich der Vater erstmalig auf seine Tochter und beschließt, sie zu retten. Obwohl sie keine Anzeichen der Krankheit zeigt, wird sie einer Reihe von Ärzten und Heilern ausgesetzt. Als es ihr nach den Behandlungen richtig schlecht geht, kann es dafür nur eine Ursache geben: Besessenheit! Sierva wird in ein Kloster gebracht, in dem ihr die Dämonen ausgetrieben werden sollen. Mitten in all dem Wahnsinn zweifelt einzig ein Pater, dass in dem zarten Mädchen mit den wunderschönen Haaren tatsächlich der Teufel steckt. Und er zweifelt nicht nur, sondern verliebt sich auch noch.

     

    Gerade einmal 224 Seiten umfasst dieses Buch und präsentiert dem Leser doch eine richtig große Geschichte. Dem Autor gelingt das Kunststück, mit wenigen, aber auf den Punkt gewählten Worten, seine Charaktere und die Schauplätze so bildhaft und präzise zu beschreiben, dass man sie von der ersten Seite an vor Augen hat.

    Er spart nicht mit Kritik. Das Bild der adligen Gesellschaft, das er zeigt, zeugt von Dekadenz und Selbstsucht. Siervas Eltern baden sich in selbstgeschaffenen Problemen, jeder bemitleidet sich selbst am meisten und ist blind für die Sorgen der Mitmenschen. Die Existenz der Sklaven ist eine Selbstverständlichkeit und niemand kommt auf die Idee, die praktizierten Unmenschlichkeiten zu erkennen oder gar in Frage zu stellen. Und über allem schwebt der angeblich streng gelebte Katholizismus und die Inquisition. Grausam. Tragisch.

    Ich gestehe, dass mich die Geschichte sehr berührt hat. Und wütend gemacht hat sie mich - auch jetzt noch wühlt in mir der Zorn auf so manchen Charakter! Ein kurzes Buch und doch so intensiv geschrieben, dass es nachwirkt und die Gedanken immer wieder zur Handlung zurückkehren lässt.

     

    Fazit: Eine tragische Geschichte mit wunderschönen Worten erzählt. Sehr lesenswert!

  19. Cover des Buches Das Perlenmädchen (ISBN: 9783596158843)
    Barbara Wood

    Das Perlenmädchen

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Nala73
    Sie ist die beste Perlentaucherin ihres Stammes. Aber Tonina darf nicht auf der tropischen Insel bleiben, die ihre Heimat ist. Allein muss sie auf das Festland, um dort die heilbringende Pflanze zu suchen, die das Leben ihres Großvaters retten kann. Ihr Ziel ist die Hauptstadt des Maya-Reiches. In den legendären Gärten des Herrscherpalastes trifft sie auf den berühmten Wettkämpfer Chac. Unwissentlich wird sie zum Werkzeug einer Intrige, durch die Chac und sie am heiligen Ort Chichen Itza den Opfertod erleiden sollen. Tonina gelingt das Unmögliche: Sie rettet Chacs Leben. Aber damit gerät sie selbst in Gefahr. Als sie aus der Mayastadt flüchtet, weiß sie noch nicht, dass ihr abenteuerlicher Weg sie zum Geheimnis ihrer eigenen Herkunft führen wird…
  20. Cover des Buches Drei Minuten mit der Wirklichkeit (ISBN: 9783426197851)
    Wolfram Fleischhauer

    Drei Minuten mit der Wirklichkeit

     (197)
    Aktuelle Rezension von: MilaIlbach

    Fleischhauer schafft es mit seiner Sprache, Tanz unheimlich lebendig zu machen. Man ist gefesselt und hat das Gefühl selbst mit im Saal zu stehen und den Tänzern zuzuschauen. 

    Das Buch an sich ist in drei Teile unterteilt, von denen der zweite mir am besten gefallen hat. Der erste fängt recht langsam an, es stehen sehr viele Fragen offen und man weiß noch nicht so richtig in welche Richtung sich die Geschichte eigentlich entwickeln soll. 

    Im zweiten Teil scheint das Bild dann klarer zu werden. Interessante Figuren werden vorgestellt und die Handlung schreitet deutlich schneller, wenn auch vorhersehbar, voran. 

    Im dritten Teil ging meine Aufmerksamkeit dann leider verloren. Leider war das Ende sehr vorhersehbar und ehrlich gesagt, ohne spoilern zu wollen, entfloh mir einfach nur ein "Igitt", als ich fertig war. Wer das Buch gelesen hat, weiß, was ich meine. 

    Insgesamt habe ich dennoch auch sehr interessante Moment in dem Buch erlebt und kann es trotz fragwürdiger inhaltlicher Entscheidungen empfehlen. 

  21. Cover des Buches Das Blut des Teufels (ISBN: 9783442378234)
    James Rollins

    Das Blut des Teufels

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Nala73
    Fast fünfhundert Jahre alt ist die Mumie, die der Archäologe Henry Conklin in einer Höhle hoch oben in den peruanischen Anden gefunden hat. Rasch stellt sich heraus, dass es sich bei seinem sensationellen Fund nicht um einen Inka, sondern um die Überreste eines spanischen Priesters handelt. Und die Mumie ist seltsam präpariert: Ihr Schädel wurde mit einer Substanz gefüllt, die aussieht wie reines, flüssiges Gold und verheerende Eigenschaften besitzt …
  22. Cover des Buches Tante Julia und der Kunstschreiber (ISBN: 9783518380208)
    Mario Vargas Llosa

    Tante Julia und der Kunstschreiber

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Pedro Camacho kann wie kein Zweiter Hörspiele aus dem Hut zaubern und Geschichten zusammenschreiben, dass es kracht. Er wird als Autor in dem Radiosender in Lima eingestellt und als Star hofiert, in dem der der Erzähler – nicht zufällig ein Mario mit autobiographischen Details – als Nachrichtenredakteur an den tasten stümpert. Eigentlich will er Schriftsteller werden. Zunächst aber verliebt er sich in seine angeheiratete Tante Julia – fast doppelt so alt wie er, erfahren in allen Dingen und auf der Suche nach einem neuen Ehemann. Die beiden beginnen eine Beziehung gegen die Konventionen und den Widerstand der Familie. Abwechselnd widmet Vargas Llosa ein Kapitel der Liebeshandlung und eines den Geschichten aus der Feder Pedro Camachos.

    Diese Geschichten entdeckt man beim Lesen erst nach und nach als die Hörspielhandlungen, die in Peru Furore machen. Sie steigern sich in ihrer Absurdität und wuchern fantasievoll und grenzenlos in der Lust des Erzählens. Das in ihnen auftretende Personal ist bunt gefiedert, aber so zahlreich, dass man alsbald den Überblick verliert. Die Kunst des Fabulierens wird hier zelebriert und ausgelebt – aber die Fabeln sind nicht immer auch gleich Kunstwerke des Lesens. Mitunter wirkten sie auf mich ziellos und fremd – ging es nun um Mario und Julia oder um Dr. Quinteros und die vielgestaltige Nomenklatur Limas? Um beides, und das war mir ein bisschen zu viel.

    Die Figuren der Liebeshandlung sind Vargas Llosa super gelungen – allem voran der Workaholic Pedro Camacho, der sich seines Genius in aller Unbescheidenheit zu bewusst ist, dass man schon Anstoß nimmt.

  23. Cover des Buches Tim und Struppi 5: Der Arumbaya-Fetisch (ISBN: 9783551732255)
    Hergé

    Tim und Struppi 5: Der Arumbaya-Fetisch

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Tim wird darauf aufmerksam, daß im Völkerkundemuseum der legendäre Arumbaya-Fetisch gestohlen wurde, jedoch einen Tag später wieder zurückgestellt wurde. Allerdings ist beim zurückgebrachten Fetisch das Ohr ganz, was nicht der Originalstatue entspricht. Demnach liegt also eine Kopie vor. Er findet heraus, daß zwei Mordbuben hinter dem Fetisch her sind, folgt diesen nach Südamerika und wird dort prompt in einen Staatsstreich verwickelt. Die Passagen über die wechselnden Regime in dem fiktiven südamerikanischen Land sind am lustigsten, ansonsten weiß man nicht so ganz, was die ganze Südamerikarumreiserei mit des Rätsels Lösun g zu tun haben soll. Aber sehr amüsant.
  24. Cover des Buches Fortunas Tochter (ISBN: 9783518463833)
    Isabel Allende

    Fortunas Tochter

     (186)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Eliza wurde als Baby in einem Waschpulverkarton ausgesetzt. Sie wächst im großen Haus von Miss Rose und deren Bruder Jeremy auf und bekommt eine hervorragende englische Erziehung. Alles endet an dem Tag, an dem Eliza feststellen muss, dass sie vom Angestellten ihres Ziehonkels schwanger ist – eine unauslöschliche Schande. Heimlich macht sie sich auf Joaquín zu suchen, der dem Ruf des Goldes nach Kalifornien gefolgt ist. Wenn er sie heiratet, wird alles gut. Doch die Suche dauert lange, Kalifornien ist groß und für eine alleinstehende, junge Frau gefährlich.

    Allendes Sprache ist überwältigend. Farbig, bildgewaltig und voller Poesie lässt sie das Chile und Kalifornien des 19. Jahrhunderts vor einem auferstehen. Brillant schildert sie längst vergangene Zeiten, lebendig und echt, dass man sich in ihnen zu bewegen meint.

    Leider konnte ich mich mit der Geschichte selbst überhaupt nicht anfreunden. Sie hat in mir gar nichts berührt. Der magische Sog fehlte. Auch nach 480 Seiten konnte das Buch kein Interesse in mir wecken. Sehr schade, doch für mich nicht das richtige.

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