Bücher mit dem Tag "lebensabend"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "lebensabend" gekennzeichnet haben.

55 Bücher

  1. Cover des Buches Albertos verlorener Geburtstag (ISBN: 9783426653937)
    Diana Rosie

    Albertos verlorener Geburtstag

     (126)
    Aktuelle Rezension von: printbalance

    Inhaltsangabe:
    Alberto Romero ist ein alter Mann, der es genießt die warmen Tage auf seiner Plantage zu verbringen. Dort gibt es nicht nur einige Zitronen die gepflückt werden müssen, sondern auch zahlreiche Mandelbäumchen die zur Ernte bereit stehen. Seit Jahren beliefert der Spanier mit seinem Ertrag sämtliche Cafes und Restaurants. Als Alberto nach getaner Arbeit mit seinem Moped zurück in sein Dorf fährt, stellt er fest, dass die Eingangstüre seines Hauses offen steht. Mit einem unbehaglichen Gefühl tritt er ein und sieht seine Tochter Rosa weinend am Tisch sitzen. In der Firma ihres geliebten Ehemannes Juan Carlos gab es einen Arbeitsunfall, der ihn schwer verwundet hat. Durch die starke Wucht der Explosion eines Boilers bangen die Ärzte derzeit um sein Leben. Tino, der 7-jährige Enkel von Alberto versteht das Ausmaß der Situation noch nicht und versucht seine Mutter zu trösten.
    Nachdem der kleine Junge nicht mit auf die Intensivstation darf, bittet Rosa ihren Vater auf Tino aufzupassen. Dieser willigt ein und so verlässt seine Tochter ohne den Kleinen das Haus um zurück ins Krankenhaus zu fahren.
    Währenddessen erzählt Tino seinem Opa, dass er in wenigen Tagen Geburtstag hat. Da er sich schon sehr auf seinen großen Tag freut, erkundigt sich der Bub wann sein Apu hat. Doch Alberto kann sich beim besten Willen nicht daran erinnern. Er hat sein Gedächtnis verloren, als er im Spanischen Bürgerkrieg zum Waisen wurde. Durch die Armut und die schwere Situation hat Alberto stets ums Überleben gekämpft und sich somit nie mehr auf Spurensuche nach seiner Herkunft begeben. Bis zum jetzigen Zeitpunkt: Tino findet, dass jeder Mensch Geburtstag haben, und diesen auch mit einer großen Party feiern muss. Zum ersten Mal seit dem Vorfall mit Juan Carlos lächelt der Junge, sodass Alberto ihm verspricht, mit ihm zusammen nach seinem Geburtstag zu suchen.
    Die einzige Erinnerung die der Greis noch hat ist das Waisenhaus, welches auf der anderen Seite von Spanien liegt. Dort wuchs der alte Mann einige Jahre unter einer strengen Leitung auf. Mit dem Einverständnis von Tino's Mutter machen sich die beiden gemeinsam auf den Weg in Albertos Vergangenheit, in der sein Großvater viele alte Bekannte wiederfindet, das ein- oder andere Geheimnis aufdeckt und sich seiner größten Angst stellt: Der Erinnerung.
    Während dieser mehrtägigen Reise die bei Tino für Ablenkung sorgt, kämpft sein Vater weiterhin um sein Leben, welches am seidenen Faden hängt...
    Wird Tinos Vater wieder gesund und können Großvater und Enkel doch noch den verloren geglaubten Geburtstag herausfinden?

    Eigene Meinung:
    Diana Rosie hat mit dem Roman "Albertos verlorener Geburtstag" einen Roman verfasst der unter die Haut geht. Mit warmen Tönen, gespikt mit schonungsloser Ehrlichkeit beschreibt sie die Zeit vor über 60 Jahren, in denen der Spanische Bürgerkrieg ausgebrochen ist.
    Tino, der 7-jährige Enkel von Alberto kann nicht nachvollziehen, warum sein Großvater noch nie seinen eigenen Geburtstag feierte. Er findet nämlich, dass jeder so einen Tag haben muss und besteht darauf, gemeinsam mit seinem Apu diesen zu suchen. Alberto, der sich von seinem Enkel überzeugen lässt, reist mit dem Zug quer durch Spanien zu jenem Waisenhaus, worin Albertos letzten Erinnerungen liegen.
    Zitat: Buch S. 95 "Er weiß weder den Namen seines Dorfes, noch, ob er Familie hat. Das Einzige, an das er sich erinnern kann, ist sein Name - Alberto Romero. Und an ein Auto. Er sagt, dass er sich an ein Fahrzeug erinnert. Er ist gelaufen und gelaufen, sagt er, hat aber keine Ahnung, wie lang."
    Dort angekommen, findet er tatsächlich eine Spur, die leider schnell im Sande verläuft. Aber durch die Beharrlichkeit seines Enkels gibt Alberto nicht auf und findet nach und nach Überlebende, die alle eine Geschichte aus der damaligen Zeit zu erzählen haben. Stück für Stück fügen sich die Puzzleteile zusammen bis die komplette Wahrheit über Alberto Romero ans Tageslicht kommt.
    Die Geschichte wurde aus verschiedenen Perspektiven verfasst. Zum einen erzählt die Autorin wie sich Alberto und Tino auf Spurensuche begeben und auf welche Bekannte diese von früher stoßen, dann gibt es immer wieder Einblenden aus den 30ger Jahren von damaligen Personen, die alle mit Alberto in direktem oder indirektem Zusammenhang standen. Ob Küchenmagd, der Pfarrer, ein Offizier oder seine Eltern- die Handlung nimmt dadurch eine ungewöhnliche Form an. Leider gefiel mir das Ende dieses traurig-schönen Romans nicht. Ich hätte mir eine etwas andere Auflösung gewünscht. Das Buch ließ mich mit einem etwas bitteren Beigeschmack zurück.
    Fazit: Ein Buch welches tiefgründig und einfach nur herzzerreißend ist. Ein spanischer Roman eines Mannes, der sich gemeinsam mit seinem Enkel auf Spurensuche nach seiner Herkunft und dem Tag seiner Geburt aufmacht.
    Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

  2. Cover des Buches Widerfahrnis (ISBN: 9783627002282)
    Bodo Kirchhoff

    Widerfahrnis

     (92)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Reither hat sich auf seinen Altersruhesitz im Weißbachtal zurückgezogen. Seinen Verlag hat er verkauft, weil er feststellte, „dass es allmählich mehr Schreibende als Lesende gab“ (Seite 10). Noch hat er sich alte Gewohnheiten erhalten: er liebt nach wie vor Bücher, überlegt bei jedem Satz, ob er druckreif ist und spricht dem Rotwein zu. Als er ein Büchlein aus der hauseigenen Bibliothek mitnimmt, wird er von Leonie Palm, der Leiterin des Lesekreises, beobachtet. Da sie es geschrieben hat, wüsste sie gerne sein Urteil. Deshalb besucht sie ihn abends, um für den nächsten Tag einen Termin zu vereinbaren. Doch es kommt anders als gedacht. Zwischen den beiden entwickelt sich ein Gespräch, das sie noch in der Nacht zu einem Ausflug an den Achensee aufbrechen lässt. Der erhoffte Sonnenaufgang ist noch weit und zum Warten darauf ist es zu kalt, also geht die Fahrt weiter. Die beiden kommen sich zögernd näher und das späte Glück scheint zum Greifen nah zu sein.

    Ich habe die beiden gerne auf ihrer Reise über den Brenner und durch Italien begleitet. Ich spürte richtig, wie es nach und nach wärmer wurde und die kalten Tage im Gebirge in den Hintergrund rückten. Die im Alter der Protagonisten ungewohnte Spontanität lud mich zum Träumen ein. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches häuften sich die Überraschungen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Fazit: Kirchhoff ist ein begnadeter Erzähler.

  3. Cover des Buches Besser als Bus fahren (ISBN: 9783499290947)
    Renate Bergmann

    Besser als Bus fahren

     (71)
    Aktuelle Rezension von: DrunkenCherry

    Dieses Buch war echt niedlich. Renate beschließt, dass sie noch einmal eine große Reise machen möchte und lädt ihre Freundin Gertrud auf eine Kreuzfahrt ein.

    Natürlich sorgen die alten Damen dort ordentlich für Trubel, als Gertrud schon nach kurzer Zeit für eine Ärztin gehalten wird und gar nicht daran denkt, dieses Missverständnis aufzulösen - schließlich muss sie sich schon mit ihrer Seekrankheit herumschlagen!

    Renate beschreibt wunderbar, wie es auf so einer Kreuzfahrt zugeht und scheut sich nicht, zuzugeben, dass es besonders was für das fortgeschrittene Alter ist. Selbst das Programm auf dem Schiff scheint perfekt auf die älteren Semester zugeschnitten.

    Renate und Gertrud stolpern von einem Abenteuer ins nächste und ich war gerne bei ihnen. Ich fand es schön, Renate mal mit ihrer Freundin zusammen zu sehen - und habe die anderen Figuren, die sonst in den Büchern auftauchen dennoch irgendwie vermisst.

    Trotzdem war es ein sehr schönes Buch und ich freue mich schon auf den nächsten Band. 

  4. Cover des Buches Mauersegler (ISBN: 9783257069341)
    Christoph Poschenrieder

    Mauersegler

     (65)
    Aktuelle Rezension von: kingofmusic
    "Residenz - als ob das Alter eine Form von Adel mit sich brächte." (S. 22)

    Da schenkt mir meine Schwester zum 40. Geburtstag ein Buch und ich lasse es fast vier Jahre vor sich hin vegetieren. Unglaublich, oder? Darf ich mich trotzdem weiterhin Nerd nennen? Wenn ich mir die Menge an Büchern angucke, die ich seitdem gelesen habe, so muss ich mir diese Frage selber eindeutig mit "Ja" beantworten ha ha ha.

    Aber vielleicht verzeiht mir Christoph Poschenrieder, wenn er wüsste, dass ich "Mauersegler" an etwa einem Tag gelesen habe :-)

    In besagtem Roman gründen fünf in die Jahre gekommene Herren, die sich schon seit Kindertagen kennen (ein Jurist, ein Lebensmitteltechniker, ein Computernerd, ein Schauspielintendant sowie der Ich-Erzähler, der als Journalist gearbeitet hat) eine sehr spezielle WG. Sie wollen im wahrsten Sinne des Wortes zusammen alt werden und selbstbestimmt sterben. Helfen soll ihnen dabei ein von dem Computernerd Ernst entwickeltes Programm namens "Todesengel".

    Nach einiger Suche finden die fünf Freunde schließlich eine Villa am See.

    "Ich habe in vielen Häusern an vielen Orten gelebt. Das ist jetzt das letzte, [...]. Das letzte vor dem Holzhäuschen, in dem man die Arme nicht ausstrecken kann." (S. 37)

    So leben sie mit allen Annehmlichkeiten, aber auch mit den Schwierigkeiten des Alters, bis - ja, bis der "Todesengel" ins Spiel kommt.

    Die Frage des selbstbestimmten Sterbens sprich aktiver Sterbehilfe ist ja in den letzten Jahren immer mal wieder aufgekommen und diskutiert worden, aber europaweit konnte man sich nicht auf einen einheitlichen Konsens einigen.

    Den Großteil des skurril-witzigen Romans nehmen jedoch Erzählungen über das Älterwerden im Allgemeinen, die Schwierigkeiten des Zusammenlebens von fünf unterschiedlichen Individuen sowie philosophische Gedanken ein:

    "Das ganze Denken ist doch nichts als eine unübersichtliche Installation fallender Dominosteine. Aber wer stößt den ersten Stein um? Und was kommt nach dem letzten?" (S. 180)

    Christoph Poschenrieder hat mit "Mauersegler" (der selbstverständlich im Roman auch mehrere kleinere Auftritte hat) einen herrlich augenzwinkernden Roman mit durchaus ernster Fragestellung geschrieben und ich habe ständig lachen müssen. Verdiente 5*

  5. Cover des Buches Töchter (ISBN: 9783499290152)
    Lucy Fricke

    Töchter

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Minijane


    Bewertet mit 4 Sternen

    Martha und Betty verbindet eine lange Freundschaft, deshalb lehnt Betty auch nicht ab, als Martha sie um einen besonderen Gefallen bittet. Martha's Vater Kurt ist todkrank und möchte zum Sterben in die Schweiz gebracht werden. Da Martha nach einem traumatischen Unfall nicht mehr Auto fährt, soll ihre beste Freundin Betty als Fahrerin diese Reise begleiten. Im Grunde empfindet Martha die Bitte ihres Vaters als Zumutung, denn in ihrem Leben war er eigentlich immer nur abwesend. Jetzt zum Sterben meldet er sich wieder und appelliert an ihr Mitgefühl und ihre Liebe.

    Ich muss gestehen, ich habe eine ganz andere Geschichte bekommen, als die, die ich erwartet hatte. Der Roadtrip mit dem röchelnden Vater auf der Rückbank seines klapprigen Golfs endet doch nicht so schnell im Sterbehilfeinstitut wie die beiden Frauen und auch ich gedacht haben. Stattdessen wird es eine Reise in die Vergangenheit, auch in die von Betty und eine intensive Aufarbeitung der eigenen Kindheit, mit Vätern, die ihre Töchter so oder so verlassen haben.

    Während Martha ihr Kindheitstrauma kompensiert hat, indem sie permanent aber bisher erfolglos versucht hat noch schwanger zu werden ( mit 40 wird es langsam immer schwieriger), weil sie es unbedingt besser machen will, hat Betty einer eigenen Familie völlig abgeschworen. Als ruhelose Schriftstellerin jettet sie durch die Welt , vermietet ihre teure Berliner Wohnung derweil über Airbnb und kann nicht verwinden, dass ihr Ziehvater Ernesto sie und ihre Mutter von heute auf morgen verlassen hat. Die Ich-Erzählerin Betty ist so zynisch, dass es schon weh tut. Je hoffnungsloser die Situation ist desto öfter blitzt der schwarze Humor zwischen den Zeilen auf.

    "Ich wollte hier nicht zur asozialen Alkoholikerin verkommen und wusste sehr genau, dass es von der sozialen zur asozialen Trinkerin nur ein Schritt war, und dieser Schritt war die Uhrzeit. Nicht grundlos war ich ein Nachtmensch, so hatte ich mehr Zeit für den Alkohol."

    Leider hat das Buch zur Mitte hin ein paar Längen und der letzte Reiseabschnitt, der auf eine griechische Insel führt, war nach meinem Geschmack etwas zu abgedreht.  Der Schreibstil, wie es im Klappentext, wie ich finde treffend beschrieben ist als Humor aus Notwehr, macht das Buch schon zu einem Lesegenuss, auch wenn mich der Plot nicht 100% überzeugen konnte.

  6. Cover des Buches Böse Leute (ISBN: 9783423216777)
    Dora Heldt

    Böse Leute

     (135)
    Aktuelle Rezension von: 1007merle

    Dora Heldt - eine Autorin, die meine Mutter sehr gerne liest,  dementsprechend hatte ich gewissermaßen hohe Erwartungen. Ich muss auch echt sagen, dass mich das Buch im Ganzen überzeugt hat. Ich mag den Schreibstil, es lässt sich sehr flüssig und angenehm lesen, und die Handlung hat mir auch für einen Krimi ganz gut gefallen. Jedenfalls habe ich mich des Öfteren dabei erwischt, große Teile am Stück gelesen zu haben oder dass es mir schwerer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Passiert mir eigentlich nicht so oft.

    Etwas Kritik muss an dieser Stelle aber eben doch sein. Ich bin eigentlich sehr gut in das Buch gestartet, das Insel-Feeling kam sofort gut rüber und spannend und interessant fand ich es auch, allerdings war ich mit den vielen Personen und Namen und Beziehungen zueinander etwas überfordert, sodass ich immer mal wieder zurückblättern musste, um zu schauen, welcher der Handlungsstränge jetzt nochmal zu einem bestimmten Namen gehörte.

    Nicht gefallen hat mir außerdem das viele Fluchen und die wirklich sehr weltliche Orientierung in Bezug auf Beziehungen, Alkohol und Gewalt etc. Sehr schade!

  7. Cover des Buches Ein Gesicht in der Menge (ISBN: 9783499227943)
    Stephen King

    Ein Gesicht in der Menge

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Wayland

    Nach dem Tod seiner Frau ist Dean Evers nach Florida gezogen und genehmigt sich den ein oder anderen Drink, um seiner Einsamkeit zu entfliehen. Dabei sieht er gerne Baseball.

    Da die Geschichte auf nur 58 Seiten erzählt wird, ist es schwer eine Bindung zu Dean aufzubauen. Dennoch kommt die düstere Stimmung und die Melancholie sehr gut durch. Man wird selbst fast trübsinnig und still beim Lesen. 

    Mit dem Sport Baseball kann ich leider nicht so viel anfangen, weshalb mir auch diese Erzählungen nicht wirklich viel geben konnten.

    Ein klarer Pluspunkt für die Geschichte ist der mystische Aspekt, der mir durchaus Gänsehaut verursacht hat. Dean fängt an in den Zuschauermengen verstorbene Menschen zu sehen und eines Tages sieht er auch seine verstorbene Frau. 

    Es ist schon sehr unheimlich beschrieben und es macht Spaß zu lesen, da es auch spannend ist. Man darf aber einfach nicht zu viel erwarten und muss sich vor dem Lesen vor Augen halten, dass es ein kleiner Snack ist - und nicht mehr. 

  8. Cover des Buches Etta und Otto und Russell und James (ISBN: 9783426305461)
    Emma Hooper

    Etta und Otto und Russell und James

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Als Otto aufwacht, ist Etta gegangen. Seine Etta, die er vor mehr als 50 Jahren kennenlernte - auf und davon. Doch Etta hat ihn nicht verlassen, vielmehr will sie sich einen Traum erfüllen und zieht los das Meer zu besuchen. Nur Russell, Ottos und Ettas Freund und Nachbar, hält es nicht und er zieht los Etta zu finden ... Doch auch in ihm löst sie etwas aus, was er kaum glaubte gesucht zu haben.

    Emma Hoopers Roman ist hinreißend - und das schreibe ich im vollsten Ernst - denn er ist weder kitschig noch rührseelig, vielmehr einfach hinreißend. Die Geschichte von Otto, Russell und Etta handelt von Freundschaft, von Liebe. Vom Leben auf dem Land, von verschiedenen Lebenskrisen und -träumen. Und ohne dass Hooper, die Geschichten der drei bis ins kleinste Detail auslotet - was eben auch Spielraum für eigene Gedanken lässt - ist sie hinreichend gut gestrickt. 

    Wir folgen vor allem Otto und Etta in ihrem 80-jährigen Dasein und erhalten gleichzeitig ihre und auch Russells Lebensgeschichte im ländlichen Kanada der 1940er Jahre. Ein Leben das hart war, das Entbehrungen mit sich brachte, aber eben auch familiäre Bande über die Kernfamilie hinaus zuließ und Kinder in eine Welt hinausziehen ließ, von der nicht immer klar war, dass sie sie heil zurückbrachte. 

    Kurzum: Hoopers Roman ist hinreißend, leicht, ohne sentimental zu sein und dabei noch kurzweilig zu lesen. 

  9. Cover des Buches Das Leben ist ein listiger Kater (ISBN: 9783423253765)
    Marie-Sabine Roger

    Das Leben ist ein listiger Kater

     (173)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    An die Ursachen kann er sich nicht erinnern. Er weiß nur, er ist in die Seine gefallen und hat sich dabei so schwere Verletzungen zugezogen, dass er wochenlang ans Krankenhausbett gefesselt sein wird. Ein Albtraum für den menschenscheuen Griesgram Jean-Pierre! Denn ständig platzen die unterschiedlichsten Menschen ungebeten in sein Krankenzimmer: die 14-jährige Maëva, der junge Polizist Maxime oder Camille, der Student, der ihn aus dem Fluss gefischt hat. Dabei sind es gerade diese Störfaktoren, die Jean-Pierre helfen, wieder gesund zu werden – und die seine Misanthropie aus den Angeln heben. (Klappentext)


    Zu allererst einmal muss ich sagen: Die Geschichte war wundervoll. Es war schön, Jean-Pierre kennenzulernen und seine Vergangenheit, seinen Wandel und seine mögliche Zukunft als Leserin mitzuerleben.

    Der Schreibstil ist flüssig, allerdings mich haben anfangs die gestreuten Einblicke in sein Leben, das er niederschreiben möchte, irritiert. Es gab keine Erklärung, kein Zeichen, keine Markierung. Im nächsten Absatz ging es dann plötzlich einfach um etwas völlig anderes. Ich habe mich zwar schnell daran gewöhnt und wusste, was los war, doch ich hätte mir irgendein Zeichen oder eine Markierung gewünscht.

    Außerdem haben mich seine Beschreibungen der Leute gestört. Sowohl der Besucher und Mitarbeiter im Krankenhaus, als auch in seiner Vergangenheit. Das mag zwar mit seinem Charakter zu tun haben, nichtsdestotrotz stieß es mir negativ auf.

    All das konnte jedoch nicht den Charme zunichte machen, den das Buch besaß.

    Auch die lustigen und teils skurrilen Begebenheiten waren ein absolutes Highlight der Geschichte.


  10. Cover des Buches Antonio im Wunderland (ISBN: 9783499332562)
    Jan Weiler

    Antonio im Wunderland

     (434)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der zweite Teil von Weilers Familiengeschichten, diesmal aufgeteilt zwischen einem Familien-Italien-Urlaub mit Jan und alleman, bei dem sich eine Scherbe im Fuß nach tetanus-Spritze als Glücksfall gestaltet (man hat endlich seine Ruhe und wird von Nonna Anna umsorgt), natürlich nur mit mitgebrachter Matratze, und einem New-York-Trip mit Toni und Benno Tiggelkamp, die schon den Check-in am Düsseldorfer Flughafen aufmischen und später zu diversen Verhaftungen im Big apple sorgen. Nur die Robert-de-Niro-Passage kann man kaum glauben, ist dies wirklich passiert? Oder geht hier die Pretty-woman-Phantasie mit dem Autor durch? Sehr mysteriös, wohlwahr, und nur einfach schön mit der Onkelwerdung am Ende des Buchs.

  11. Cover des Buches Die langen Abende (ISBN: 9783442770496)
    Elizabeth Strout

    Die langen Abende

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Elina_moro

    Es ist eine Fortsetzung von „Mit Blick aufs Meer“ über Olive, die langsam älter wird. Jedoch auch mit 80 Jahren kann man große Veränderungen im Leben haben. Das Buch besteht aus 13 Geschichten über Olive und die anderen Bewohner von Crosby. Dieses Buch hat mir mehr gefallen, als das erste. Die Selbstironie der Protagonistin war so kühn dargestellt. Olive ist mutig, streng und ehrlich. Sie hat ihre Prinzipien und sagt, was sie denkt, obwohl es manchmal schroff und unhöflich vorkommt. Das ist eine Geschichte über eine Person im Herbst ihres Lebens, die mich sehr berührt hat. Trotz der Ironie sieht man die Schwierigkeiten, mit denen die älteren Menschen konfrontiert werden.
    Die Figuren sind hier lebendig und verschieden. Das Thema Altern steht im Zentrum. Die Autorin zeigt das Leben einer älteren Person sehr geschickt. Der Leser erfährt viel über die Probleme, die Sorgen, die Ängste und generell die Gedanken von Olive in ihrem Alter. Es war für mich ein vielseitiger und tiefgründiger Roman

  12. Cover des Buches Die letzte Liebe des Monsieur Armand (ISBN: 9783257239034)
    Françoise Dorner

    Die letzte Liebe des Monsieur Armand

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Monsieur Armand, pensionierter Philosophielehrer und Pauline, eine Verkäuferin, trennen 50 Jahre Lebenszeit. Der Pensionär, allein lebend und mit einer Familie, die verstreut lebt und sich nur noch zu bestimmten Feiertagen sieht, trifft zufällig Pauline, die sich von Beziehung zu Beziehung hangelt, ohne das zu finden, was ihr am wichtigsten erscheint: eine gewisse Grundgeborgenheit. Zusammen erleben sie eine Zeit, in der es weder um Sex, noch Beziehung oder um die Liebe im Grunde geht, sondern erkennen ihre wahren Bedürfnisse, ihre Fehler, die sie bisher im Leben machten und die Gründe ihres Scheiterns. Mit einer scheuen Distanz, aber engen geistigen Nähe finden sie jeder für sich Antworten auf Fragen, die sie sich vorher nicht in angemessener Form gestellt haben.
    Francoise Dorner hat ihre Thematik so gut und sensibel angesprochen, wie man es nicht oft findet. Zart und Schritt für Schritt beschreibt sie die Gefühle der Protagonisten, nichts ist unschlüssig, nichts ist überflüssig und der Stil passt ganz hervorragend zu dieser einfühlsamen Geschichte: Zurückhaltend, ohne Lärm, die Zwischentöne ganz leise herausgearbeitet. Das Reslultat ist ein Roman, der direkt ins Herz geht, wenn man das so klischeebefrachtet formulieren darf, aber es trifft den Kern. Traurig nimmt man am Ende des Romans Abschied von Armand und Pauline, glücklich ist man, dass man diese kurze Zeit mit ihnen verbringen durfte.
  13. Cover des Buches Pferde stehlen (ISBN: 9783596510733)
    Per Petterson

    Pferde stehlen

     (117)
    Aktuelle Rezension von: judipudi
    Bevor ich mehr sage nur schonmal vorab: ich glaube ich bin noch 2, 3 Jahre zu jung für das Buch (20) und zudem lese ich oft lieber Bücher mit weiblicher Hauptrolle (ich kann mich dann besser reinlesen). Dementsprechend hat das Buch mich nicht mega umgehauen, schlecht war es jedoch auch nicht. 
  14. Cover des Buches Solange sie tanzen (ISBN: 9783548063089)
    Barbara Leciejewski

    Solange sie tanzen

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Drea62

    Ein etwas anderes Buch über die Liebe, das Alter, das Vergessen und die Erinnerung. Das Buch ist schon speziell, aber es lohnt sich zu lesen und meiner Meinung einfach nur ganz toll umgesetzt

    Ein wunderschönes emotionales Buch. Die Übergänge von heute ins früher sind so super gut umgesetzt das es ganz normal ist, ohne dass ich überlegen musste wo ich bin. Bekommen nicht viele Autoren hin. Hier ist das meiner Meinung nach perfekt gelungen. Mir sind Ada und ihre Mitmenschen im Laufe des Buches sehr ans Herz gewachsen. Das Ende des Romans, Hochachtung sehr gut umgesetzt. Sehr emotional mit wenigen Worten.

    Liebe Barbara Leciejewski von meiner Seite vielen, vielen Dank für diesen tollen Roman


  15. Cover des Buches Baba Dunjas letzte Liebe (ISBN: 9783462054729)
    Alina Bronsky

    Baba Dunjas letzte Liebe

     (281)
    Aktuelle Rezension von: Tokall

    Im Roman „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky kehrt die ehemalige Krankenschwester Evdokija Anatoljewna, im Buch stets Baba Dunja genannt, in das Dorf Tschernowo zurück, das unweit von Tschernobyl in der sog. Todeszone liegt, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Zusammen mit anderen Gleichgesinnten baut sich die über 80-jährige dort ein neues Leben auf, ohne viel Komfort, aber immerhin in ihrer alten Heimat, die sie vermisst hat. Wir lernen den sterbenskranken, lesebegeisterten Petrov dabei ebenso kennen wie die gebildeten, etwas egoistischen Eheleute Gavrilov und Baba Dunjas schwergewichtige, leicht depressive Nachbarin Marja, die einen gut gefüllten Medizinschrank besitzt, sowie den fast 100-jährigen Sidorov, mit seinem mysteriösen Telefon, der auf der Suche nach einer heiratswilligen Frau ist. Das Dorfleben verläuft weitestgehend ruhig und unspektakulär. Baba Dunja ist Selbstversorgerin, sie fährt ab und zu in die nächstgelegene Stadt Malyschi, um Briefe und Pakete ihrer Tochter Irina und Enkelin Laura aus Deutschland in Empfang zu nehmen. Beide vermisst sie sehr, schließlich scheuen sich junge, gesunde Leute davor, sich länger in der Todeszone aufzuhalten. Mit Besuch ist also nicht zu rechnen. Doch Baba Dunja blickt auf ein erfülltes Leben zurück, sie ist mit sich im Reinen, sie erwartet nichts mehr vom Leben. Das Dorfleben gestaltet sich etwas sonderbar und schrullig. Die Alten leben zwar miteinander und wissen auch alles voneinander, doch man lässt sich in Ruhe. Jeder Bewohner wird liebevoll und mit einem Augenzwinkern in seinen Eigenheiten präsentiert. Baba Dunjas Wahrnehmung zeichnet sich z.B. dadurch aus, dass sie toten Tieren und Menschen, z.B. ihrem Ehemann Jegor, immer mal wieder begegnet. Aufregung macht sich erst im Dorf breit, als eines Tages ein unbekannter Mann mit seiner jungen Tochter dort auftaucht, um dort zu leben. Baba Dunja hält dies für unverantwortlich und will die beiden dazu drängen, das Dorf wieder zu verlassen. Diese Entscheidung sorgt für einen tragischen Vorfall im Dorf, der das weitere Leben der Bewohner verändert. 

    Die Charaktere sind rührselig gestaltet, die Beziehung der Figuren zueinander wird humorvoll und warmherzig gezeichnet. Was mir ebenfalls gefällt, ist der Umstand, dass die Autorin sich auf reale Vorfällt bezieht, denn solche Rückkehrer, sog. „Samosely“ (Selbstsiedler), wie Baba Dunja, gab und gibt es tatsächlich, es werden nur immer weniger. 

    Besonders hervorzuheben ist der sprachliche Stil der Erzählung, der typische Bronsky-Stil, der auch hier wieder deutlich wird. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas erzählt die Autorin leichtfüßig, scherzend, geradlinig, mit klaren, pointierten Sätzen, mit amüsanten Vergleichen und mit einem komischen Blick für ausgefallene Details. Diesen Erzählstil mag ich sehr und aus diesem Grund, wegen dieses unverkennbaren Stils, schätze ich die Autorin sehr. 

     

    Fazit: Eine schrullige Dorfgemeinschaft, eigensinnig und rührselig konzipiert, in typischem Bronsky-Erzählstil, absolut lesenswert.

  16. Cover des Buches Kalt ist der Abendhauch (ISBN: 9783257230239)
    Ingrid Noll

    Kalt ist der Abendhauch

     (192)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ich habe mich Dank des umwerfenden Schreibstils der Autorin hervorragend beim Lesen amüsiert und unterhalten.

    Die Erzählerin beschreibt ihr Leben im Alter, ihre schwierige Lebensgeschichte und ihre Verwandtschaft mit trockenem Humor und viel Situationskomik. Eigentlich ist es eine eher tragische Geschichte von unerfüllter Liebe, Selbsttötung und Todesfällen im engsten Familienkreis, Problemen im Alter und schwierigen verwandtschaftlichen Verhältnissen, aber derart locker erzählt, dass es für mich eher eine Komödie darstellt.

    Ich werde mir von dieser wunderbaren Autorin mit Sicherheit noch weitere Titel kaufen.  

  17. Cover des Buches Ein Leben mehr (ISBN: 9783518470640)
    Jocelyne Saucier

    Ein Leben mehr

     (167)
    Aktuelle Rezension von: Lillith54w

    Dies ist eine Geschichte, in der es um drei alte Menschen geht, die fern der Zivilisation ihre letzten Jahre verbringen, um einen Todespakt und um die Liebe...
    Drei alte Männer: Tom, ein ehemaliger Alkoholiker, Charlie, der ein Nierenversagen überlebt hat und Ted, ein Überlebender der Großen Brände, leben in den Wäldern Kanadas. In selbstgebauten Hütten sind sie im Grunde Selbstversorger. Das Nötigste, was sie brauchen, besorgen ihnen Bruno und Steve, denen eine Hanfplantage in der Nähe der ungewöhnlichen "Siedlung" gehört.
    Nicht nur die Winter sind sehr hart. Der Tod ist in ihren Gesprächen allgegenwärtig. Die alten Männer denken nicht darüber nach, ob sie glücklich sind. Sie haben nicht das Glück, sondern die Freiheit gesucht.
    „Man ist frei, wenn man sich aussuchen kann, wie man lebt.“ „Und wie man stirbt.“ Jeder der Drei hat vorgesorgt, für den Fall, dass das Leben zu beschwerlich wird...
    Dann taucht plötzlich eine Fotografin auf. Sie ist auf der Suche nach dem letzten Überlebenden der großen Brände - ein Ed, Ted, oder Edward Boychuck....Doch der ist kurz vorher gestorben, einfach so, weil er alt war....
    Er hinterlässt Hunderte von selbst gemalten Bildern in seiner Hütte...die erst Marie-Desneige zu erklären weiß, eine eigensinnige, zierliche Dame von 80 Jahren, zart wie ein Vögelchen. Ihr Neffe hat sie zu den Alten gebracht, denn wie er erfahren hatte, verbrachte sie 66 Jahre in einer Nervenheilanstalt, obwohl ihr Verstand klar ist...
    Mit Marie-Desneiges Ankunft verändert sich das Leben in der "Siedlung" und es geschieht etwas...nein, mehr sei jetzt nicht verraten.
    Das Buch ist zart, melancholisch, hart, traurig, lustig... und man ist fast enttäuscht, wenn man es ausgelesen hat - nicht wegen seines Inhalts, sondern weil man noch mehr lesen möchte, Anteil haben am Leben der Protagonisten, die einem ans Herz gewachsen sind...
    Wunderbar geschrieben, eine ganz andere Sicht auf das Alter, das Altern...
    Mich hat es zutiefst berührt!


  18. Cover des Buches Der Himmel über Tasmanien (ISBN: 9783404168514)
    Tamara McKinley

    Der Himmel über Tasmanien

     (20)
    Aktuelle Rezension von: AmberStClair

    Klappentext:

    Dort am Horizont lag der unverkennbare Landfleck, den sie seit sechzehn Jahren nicht gesehen hatte. Ihr Herz hämmerte, und sie hielt sich an der Reling fest, vor Tränen fast blind, während die Rotamahana Richtung Süden dampfte und der Fleck immer deutlicher wurde. Tasmanien - Als Lulu nach vielen Jahren in ihre Heimat zurückkehrt, folgt sie einem rätselhaften Brief: Ein Fremder teilt ihr mit, dass sie auf der australischen Insel ein wertvolles Rennpferd besitzt. Doch in Tasmanien schlägt ihr nichts als Feindseligkeit entgegen. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird sie beinahe von einem Wagen überrollt - ein dreister Anschlag auf ihr Leben. Lulu ahnt: In ihrer Familie gibt es ein dunkles Geheimnis, das den Hass vieler Menschen auf sie zieht. Nur Joe Reilly, der sympathische Trainer ihres Rennpferds, hält zu ihr. Er verliebt sich in die mutige Frau und bringt sie - ohne es zu ahnen - erst recht in Gefahr ...



    Meine Meinung:

    Wieder einmal ein wunderschönes Buch von Tamara McKinley. Traurig und bewegend kommt die Geschichte, Stück für Stück von Lulu und ihrer Tante ans Tageslicht. Die Autorin hat dieses Buch so schön, in einem flüssigem Schreibstil geschrieben, das man gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Die ganze Atmosphäre konnte man so richtig mit fühlen, da Personen und Landschaft sehr schön beschrieben wurden. Richtig mitfühlen konnte man das Schicksal von Lulu und die Schmerzvollen Erinnerungen, die Wehmut und die Ungewissheit nicht geliebt zu werden von einer grausamen Mutter, gingen einen ans Herz.

    Eine zauberhafte Landschaft Tasmaniens wurde hier dem Leser dargestellt. Man konnte sich das ganze sehr Bildlich vorstellen. Die Geräusche und Gerüche mit wahrnehmen. Einfach wundervoll was die Autorin hier wieder geschrieben hat.

    Mir persönlich hat dieses Buch so gut gefallen das ich unbedingt noch weitere Bücher die in meinem Regal stehen, noch lesen werde (muß).

  19. Cover des Buches Mutti steigt aus (ISBN: 9783548609676)
    Tessa Hennig

    Mutti steigt aus

     (36)
    Aktuelle Rezension von: UteChristine

    3 Freundinnen entfliehen Deutschland um auf Gran Canaria ihren "Lebensabend" zu verbringen. Das ist verbunden mit allerhand Schwierigkeiten. Zum einen der Sohn, dem es nicht Recht ist, dann Schwierigkeiten beim Hauskauf. Da möchte ich aber nicht zu viel verraten. 

    Mutti steigt aus ist eine witzige Geschichte für Zwischendurch.

  20. Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere (ISBN: 9783453441606)
    Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere

     (1.922)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG: 
    Nur zwei Dinge waren es, die Louis Creed und seiner Familie nach dem Umzug nach Ludlow vom perfekten Zuhause trennten. Zum einen die stark befahrene Route 15 direkt vor der Tür und zum anderen der Friedhof der Kuscheltiere; gut eine Meile hinter dem Haus im Wald versteckt. Ersteres war immer eine Gefahr für Mensch und Tier, zweiteres weckte in Louis Frau Rachel dunkle Erinnerungen an den frühen Tod ihrer Schwester Zelda. Als Arzt der Universität von Maine sieht der dreißigjährige Mann dies jedoch als natürliche Sache dem Leben zugehörend an. Bis eines Tages der Familien-Kater Churchill Winston eben auf jener Straße überfahren wird. Da Rachel, Tochter Ellie und Sohn Gage bei seinen Schwiegereltern sind, nimmt Louis die eigenartige Hilfe des Nachbarn Jud Crandall an und begräbt das Tier auf einem alten Indianer-Friedhof hinter dem für die Kuscheltiere. Church kommt tatsächlich wieder, wenn auch verändert und emotionslos erscheinend. So richtig fällt dies aber nicht auf. Als jedoch das Drama seinen Lauf nimmt und Louis Sohn der Route 15 zum Opfer fällt, will der Vater trotz aller Warnungen und Geschehnissen in der Vergangenheit Gage auf dem Friedhof begraben und ihn zurückholen...

    KOMMENTAR:
    Auch bei dem erneuten Lesen des Romans 'Friedhof der Kuscheltiere' fühlte ich die drückende Stimmung, die durch das Thema Tod in dem Buch vorherrscht. Der amerikanische Autor Stephen King empfand die Story selber als harten Stoff, trotzdem wurde sie 1983 auf dem Markt gebracht - erfolgreich, denn es landete auf Platz Eins der Bestsellerliste. Dabei ist der Roman nun wirklich kein acition-geladener Stoff oder mit typischen Figuren aus klassischen Horror-Geschichten geladen; nein - King spielt einfach mit den natürlichen Ängsten des Menschen und dies ziemlich erfolgreich. Gerade Louis Frau Rachel und ihre kindlichen Erlebnisse innerhalb der Familie ist glaube für nicht wenige Menschen ein Horror-Szenario, dass sie nicht selber durchschreiten wollen. Natürlich kann man jetzt von Untoten reden, allerdings ist dies hier durch diesen mystischen Friedhof doch etwas anders konstruiert. Der Roman fesselt durch seine intimen Gedanken zu dem Thema des Todes und dem Sterben, und hat dafür doch verschiedenste Charaktere parat. Kam er mir beim ersten Lesen gar nicht so in den großen Fokus, ist der alte Nachbar Jud eine wirklich wunderbare Figur, die der Schriftsteller in diesen Roman eingebaut hat. King beweist auch mit diesem Werk, was mit seinen über sechshundert Seiten nicht gerade einen kurzweiligen Lesestoff bietet, seine erzählerische Kunst durch die Erlebnisse seiner Charaktere in deren Vergangenheit und ihren sehr tiefgründigen Gedanken. Immer noch begeistert mich, dass King in dem Roman mehrfach die Punk-Rocker RAMONES erwähnt, welche ja zu dem Film aus den Achtzigern sogar einen Song lieferten. 'Hey Ho, let's go' wurde ja sogar zum Schlachtruf der Hauptfigur. 'Friedhof der Kuscheltiere' ist ein wirklich gelungener Roman, der dosierten Horror vermittelt, immer wieder ein unwohles Schaudern verbreitet und den Leser wunderbar an die Seiten bindet. Eigentlich ein schöner Roman, um in die Welt von Stephen King einzusteigen. Und ein zweites Mal kann man das Buch ebenfalls nochmal sehr gut lesen...

    9,0 Sterne

  21. Cover des Buches Alte Liebe (ISBN: 9783596512027)
    Elke Heidenreich

    Alte Liebe

     (129)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Es kommt einem fast so vor, wie wenn man von einem Nebentisch zwangsläufig ein Gespräch mitbekommt, man sich nicht mehr auf die eigene Lektüre konzentrieren kann und doch die Ohren nicht abwenden kann, weil einem das Erzählte gefangen nimmt. Ganz einfach darum, weil es die meisten Menschen interessiert, wie andere Leute ticken, welchen Umgang sie mit ihren Liebsten pflegen oder welche Gefühle sie bewegen.


    So erzählt dieser Roman die Geschichte von Lore und Harry, einem älteren Ehepaar, welches sich zwar noch immer liebt, aber der Alltag doch immer wieder zu Entfremdungen führt. Unterschiedliche Charakteren und Interessen machen das Zusammenleben nicht einfacher, im Gegenteil, genau dies erfordert stets von neuem die aktive Zuwendung zum Partner und das Verständnis für einander.


    Es handelt sich um eine leicht zu lesende, unterhaltsame Lektüre, bei der man ganz nebenbei noch ein paar Lesetipps der Autorin bekommt.

  22. Cover des Buches Der menschliche Makel (ISBN: 9783446262386)
    Philip Roth

    Der menschliche Makel

     (350)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Wenn ich mich bei meinen Buch-Freunden umsehe, dann fällt auf, dass dieses Werk extrem stark polarisiert. Die einen lieben es, die anderen finden kein gutes Haar an ihm.  Ich bin diesmal wie so oft in der Mitte und kann sowohl die Begeisterung als auch die Ablehnung verstehen, so wie ich hier auch die Stärken und Schwächen dieses Werkes anmerken kann.

    Im Gesamtplot finde ich die Geschichte echt grandios. Ein sehr heller Schwarzer konsturiert seine Lebenslüge als weiße Identität, inklusive sagenhaftem akademischen und gesellschaftlichen Aufstieg, aus der er nicht mehr herauskann. Irgendwie rächt sich diese Bitch von Karma, da er wegen eines Missverständnisses als Rassist gegen Schwarze diffamiert wird. In dieser von Roth konstruierten Konstellation bekommt der Begriff Zwickmühle eine Bedeutung, die der griechischen Tragödie gleichkommt. In einer Doppelmühle kann der falsche Protagonist SilkySilk wählen zwischen: Weißer Rassist, der akademisch in den neuen politisch korrekten Zeiten einfach erledigt ist oder Neger, der sich durch Schwindel einen ihm nicht angemessenen akademischen Posten erschlichen hat bzw. nur ein verdammter dreckiger Lügner, der auch seine Familie an der Nase herumgeführt hat. Vor allem der Verrat an der Familie und seinen Kindern wiegt so schwer, dass er nicht mehr zurück kann und den weißen Rassisten stehenlassen muss, unpackbar wenn rauskäme, dass er seine Familie lebenslang angelogen hat und die Beziehungen seiner Kinder der Katastrophe ausgesetzt hätte, dass in Filialgeneration 3 ein reinrassiger Neger rausschlüpft. Er hat die Wahl zwischen Pest und Cholera

    Auch die Sprachfabulier und Erzählkunst ist streckenweise ausgezeichnet, bis sie in die furchtbar typische amerikanische eitle Schwadronierkunst ausufert, die fast jedem US-Autor im Verlauf seines Romans ein bisschen entgleist. Eine epische Landstraße wäre oft angemessener als ein breiter 10spuriger highway. Vor allem die Kapitel 3-4 strotzen nur so vor epischem sinnlosen Füllmaterial. Das beginnt mit den beschissenen Krähenszenen über das elaborierte oft sehr substanzlose philosophische Geschwafel des amerikanischen Pildungspürgers über Rousseau, Heidegger und andere Philosophen, deren Theorien aber nicht konsistent wirklich in den Plot eingebaut werden, sondern nur zitiert werden, damit man damit prahlen kann, was man alles gelesen hat und wie man seichte Querverweise mit der Mistgabel in den Roman hineinschaufelt. WTF das hier ist Literatur und keine wissenschaftliche Arbeit, in der jener gewinnt, der von den meisten Quellen "abgeschrieben" ( natürlich zitiert - das ist ein Wissenschaftswitz) hat.
    Es endet übrigens in einem verdammten elitären Kulturpessimismus (Szene Ernestine und Zuckerman), ala früher waren alle klüger, den ich einfach nicht mehr ertragen kann, weil er auch heutzutage von Literaturprofessoren, die offensichtlich noch nie was von lebenslangem Lernen gehört haben und sich gegen jede Literatur- und Medientransformation mit überheblichem eltärem Geschwafel sperren, noch immer angewandt wird.

    Die Analogien zur griechischen Tragödie und mehrfache Zitierung derselben halte ich jedoch in zweierlei Hinsicht für wundervoll. Erstens ist der Protagonist Professor für klassische Literatur, die vor allem das griechische Drama umfasst. Zweitens ist das gesamte Werk als ziemlich geniale griechische Tragödie aufgebaut. Am Ende kommen die größten Schurken gottgleich auch noch davon und profitieren sogar vom Unglück des Protagonisten.

    Inhaltlich spielt der Roman dann auch noch ein bisschen Gesellschaftskritik an der amerikanischen Scheinheiligkeit der akademischen Schichten. Selbst dort bei den ach so humanitären Wesen wird die political correctness als sehr effektive Waffe gleich einer Atombombe in den Ränkespielen und Intrigen der universitären Welt eingesetzt. Jaja das kenne ich sehr gut. Nirgends fliegen die intriganten Hackln so tief und effizient wie auf den Fluren der Universitätsinstitute.

    Was für mich inhaltlich auch extrem störend ist, sind die geilen unrealistischen Altherrenphantasien, die von ärgerlich über peinlich, grotesk bis total armselig reichen. Ist schon arg traurig, wenn sich fast ein Drittel des Romans über die schwindende Manneskraft, Sex, der Segen von Viagra und die Erhöhung des alten klugen Mannes über die jungen Frauen definiert.

    Das Bildnis der Frauen in diesem Roman  also die Figuren sind auch voll von Stereotypen und Klischees, die platter und peinlicher gar nicht gehen. Die ungebildete, Katastrophen wie ein Magnet anziehende Hure mit dem goldenen Herzen und die gebildete, etwas einsam verklemmte pöhse Intrigantin. Coleman Silks Frau Iris wird dann sowieso nur mehr ganz flach auf ihre Haare und auf ihren politischen Kampfgeist reduziert. Für einen dritten Frauentypus etwas differenzierter gestaltet hat offensichtlich die Fantasie des Autors nicht mehr gereicht. Ach ja und dann auch noch die brave duldende kulturpessimistische Lehrerin in einer kleinen Nebenrolle.

    Etwas ungewöhnlich sind auch die völlig randomisierten Wechsel der Erzählperspektiven. Ich habe lange überlegt, ob sie mich nerven, bin aber draufgekommen, dass sie mich herausfordern, aber irritieren.

    Fazit: Die Story ist prinzipiell grandios, hätte man ordentlich lektoriert und das ganzee Füllmaterial herausgestrichen, wäre schon mal ein guter Roman herausgekommen. Die Figuren sind klischeehaft und das intellektuelle Geschwafel ist einerseits himmlisch, dort wo es dazupasst und dort wo es als eitles Geschwätz eingesetzt wird, das mit der Handlung nichts zu tun hat, ist es nur unerträglich. So kommt bei Abwägung aller Faktoren für mich in Summe zwar kein schlechter, aber ein recht mediokres Werk heraus.
  23. Cover des Buches Ade, geliebte Amelie! Das Bilder-Erzählbuch vom Älterwerden und Sterben (ISBN: 9783903085992)
    Sigrun Eder

    Ade, geliebte Amelie! Das Bilder-Erzählbuch vom Älterwerden und Sterben

     (12)
    Aktuelle Rezension von: sternenstaubhh
    In diesem Band der Sowas-Reihe geht es um das Älterwerden und Sterben. Für Kinder kein leichtes Thema. Die kindgerechte Umsetzung hat mir hierbei sehr gut gefallen. Das in zwei Teile untergliederte Buch erzählt im ersten Teil eine Bilder Geschichte über Amelie. Amelie ist eine Leitstute, die sehr alt und weise ist. Miko, das Hengstfohlen, erkennt das Amelie anders als die anderen ist. Er bemerkt das Alter und die Schwäche Amelies und begreift langsam was es heißt Älter zu werden und zu sterben. Im zweiten Teil des Buches können die jungen Leser ihre Gedanken, Sorgen und Ängste verarbeiten. Desweiteren ist Platz für Erinnerungen mit der Familie. Die Gestaltung dieses Bandes ist rundum gelungen. Ein ruhiges Buch, das sehr behutsam mit den Themen Älterwerden und Sterben umgeht.
  24. Cover des Buches Dieses Buch wird Ihr Leben retten (ISBN: 9783462054293)
    A.M. Homes

    Dieses Buch wird Ihr Leben retten

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Dilla_Smilla

    Dieses Buch mochte ich sehr.

    Richard Novak hat eigentlich alles. Arbeiten muss er schon lange nicht mehr, ein riesiges Haus am Meer, lebt Richard in L.A. mit einer Vollzeit Haushaltshilfe und gesundem Essen von seiner Ernährungsberaterin.
    Eines morgens endet er mit unerträglichen und zunächst unerklärlichen Schmerzen im Krankenhaus und steht vor der Frage, wen er denn eigentlich anrufen kann, wenn er nur noch einen Anruf hätte.

    "Er lag da und wurde sich bewusst, wie gründlich er sich von der Welt und allen Verpflichtungen freigemacht hatte, wie blödsinnig unabhängig er geworden war: Er brauchte niemanden, kannte niemanden, hatte in niemandes Leben einen Platz. So gründlich, wie er sich von der Welt der Abhängigkeiten und Verpflichtungen freigemacht hatte, war er nicht sicher, ob er überhaupt noch existierte."

    Er ruft seine Ex-Frau an. Wie auch der Rest des Buches verläuft dieses Gespräch kurios, auf dem Nachhauseweg beschließt Richard, dass es so nicht weitergeht. Die (bisher nicht wirklich vorhandene) Beziehung zu seinem Sohn muss sich ändern und überhaupt sind zwischenmenschliche Beziehungen ein großes Thema in #diesesbuchwirdihrlebenretten.


    Dieses Buch beschreibt so herrlich merkwürdige und liebenswerte Charaktere, reiht eine kuriose Situation und Konversation an die andere und hebt trotzdem nicht ab. Witzig, manchmal traurig und nie oberflächlich. Ich hab es so gern gelesen und wer bei dem Buch keinen Hunger auf Donuts bekommt, dem ist nicht zu helfen.


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