Bücher mit dem Tag "lebensende"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "lebensende" gekennzeichnet haben.

33 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783570585016)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (5.857)
    Aktuelle Rezension von: Jana03

    Ein sehr tolles Buch, das viel schwarzen Humor und Ironie enthält.                                                  Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Der Schreibstil von Jonasson ist sehr humorvoll und flüssig, sodass es viel Freude beim Lesen bereitet.                                    Allerdings ist an manchen Passagen das Buch etwas langatmig, aber das macht der Autor mit dem schon benannten Schreibstil wieder gut.

    Diesen Autor kann ich nur weiterempfehlen und ich werde auf jeden Fall noch mehr Bücher von ihm lesen.                  

  2. Cover des Buches Das Schicksal ist ein mieser Verräter (ISBN: 9783446240094)
    John Green

    Das Schicksal ist ein mieser Verräter

     (12.689)
    Aktuelle Rezension von: Alltagsbeat

    Ich war zuerst skeptisch als ich den Klappentext las, doch war meine Neugier schon bei der ersten Seite geweckt. Was ich an diesem Buch wirklich liebe und bewundere, sind all die philosophischen Gedankengänge und Gespräche der Figuren. Es klang teilweise als wäre es das leichteste der Welt, so wie die Protagonisten ihre Weisheiten einander erklärten und ich noch Stunden später darüber nachdachte, weil es halt nicht so einfach zu verstehen war.

    Die Geschichte hat mich fasziniert, wie sich die beiden kennenlernten bis zum unerwartenden Ende, welches der Titel passend beschreibt.

    Ich kann dieses Buch den Leuten empfehlen, die etwas über das Leben nachdenken wollen und den einen oder anderen Denkanstoß brauchen und zusätzlich eine bewegende Geschichte lesen möchten.

  3. Cover des Buches Die dreizehnte Geschichte (ISBN: 9783453405493)
    Diane Setterfield

    Die dreizehnte Geschichte

     (292)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Margaret Lea lebt ein eher zurückgezogenes Leben. Die junge Frau betreibt gemeinsam mit ihrem Vater ein Antiquariat, liebt Bücher - vor allem über tote Menschen - und schreibt gelegentlich Biografien. Als sie eines Tages einen Brief der Bestseller-Autorin Vida Winter erhält, ist sie daher zunächst verunsichert: Warum soll gerade sie eine Biografie über die sagenumwobene Autorin schreiben? Doch dann packt sie die Neugierde und sie macht sich auf zu dem geheimnisvollen Anwesen von Vida Winter in den Mooren Englands...


    Ihr liebt Geschichten über Bücher, könnt euch in düsteren Familiendramen verlieren und habt einen Faible für atmosphärische Settings? Dann seid ihr hier genau richtig - denn "Die dreizehnte Geschichte" wartet mit allem davon auf! Diane Setterfields Roman, übersetzt von Anke Kreutzer, war für mich das perfekte Buch für dunkle Lesestunden im Herbst, er passt aber auch ganz wunderbar in den Winter.


    Die Autorin hat es geschafft, mich mit ihrer langsamen und düsteren Erzählweise absolut in ihren Bann zu schlagen. Es gibt sozusagen eine Geschichte in der Geschichte, denn Vida Winter erzählt Margaret Lea zum ersten Mal von ihrer Vergangenheit auf dem Familiensitz der Angelfields, von der Zwillingsschwester Emmeline und den anderen Bewohner*innen des Anwesens. Dieser Erzählstrang war teilweise so spannend, dass ich das Buch nur sehr, sehr wiederwillig aus der Hand legen konnte. Aber auch Margarets Leben und Handeln steckt voller Wendungen und schauriger Ereignisse.


    Besonders gut haben mir hier zwei Dinge gefallen. Einerseits waren die verschiedenen Settings wirklich klasse: Ein Antiquariat, ein herrschaftlicher Familiensitz, ein verwunschener Garten, hauseigene Bibliotheken, eine Kapelle - da ging mir als Liebhaberin von Schauerromanen wirklich das Herz auf. Zum Anderen habe ich es auch so sehr gemocht, dass im Buch so viele Anspielungen auf Klassiker gemacht wurden. Ich habe jetzt riesige Lust, beispielsweise "Jane Eyre" zu lesen - besser kann es nicht laufen.


    "Die dreizehnte Geschichte" ist geheimnisvoll, gespenstisch, stimmungsvoll und vor allem: lesenswert! Leider gibt es das Buch im Handel wohl nicht mehr zu kaufen (schändlich!), gebraucht ist es aber für wenig Geld fast auf allen gängigen Portalen zu erstehen. Lasst euch diesen besonderen Roman von Diane Setterfield auf keinen Fall entgehen!

  4. Cover des Buches Sonntags bei Sophie (ISBN: 9783746625386)
    Clara Sternberg

    Sonntags bei Sophie

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Becky_loves_books
    Cover:  Die Farben und das Arrangement des Covers gefallen mir wirklich gut. Es wirkt freundlich und heiter und lässt nicht unbedingt die ernste Geschichte vermuten, die sich im Inneren verbirgt.
    Meinung: Möchte ich ein Buch lesen von dem ich schon vorher weiß, dass es mich zum Weinen bringen wird? Ja, denn auch ernste Themen gehören zum Leben, also auch zum Lesen dazu. In diesem Buch erzählt Rosa (Mitte 40) die Geschichte ihrer Freundschaft zu Sophie und Melanie. Am Anfang ist alles wunderbar, aber die Nachricht von Sophies erneuter Krebserkrankung trifft die Freundinnen wie ein Schlag. Da Sophie sich gegen eine Behandlung entschieden hat, verbringen die Frauen von nun an jeden Sonntag zusammen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn Melanie ist schwanger und Sophie möchte das Baby unbedingt noch sehen. Dieser Roman ist sehr emotional, aber er erdrückt einen nicht. Es herrscht viel Freunde und Liebe in diesem Buch. Clara Sternberg nimmt ihre Leser mit viel Gefühl mit, lässt sie oft lächeln und manchmal eben auch weinen. So eine Freundschaft wie die hier beschriebene wünscht man sich und ich bin auch sicher, dass es sie gibt. Dieser wunderbare Roman ließ mich nachdenken. Ja, was wäre wenn? Hätte ich den Mut, mein Leben zu überdenken und nochmal einen neuen Weg einzuschlagen?
    Fazit:  "Sonntags bei Sophie" hat mich berührt - auf sanfte und leise Art und Weise. Ein wundervolles Buch über Freundschaft, Hoffnung, die Liebe und das Leben. Absolute Leseempfehlung für alle, die sich nicht zu schade sind, auch mal ein Tränchen zu verdrücken.
  5. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423212120)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (977)
    Aktuelle Rezension von: AmaraSummer

    „Mörder ohne Gesicht“ ist der erste Fall für Kommissar Kurt Wallander. Wallander sucht nach einem Mörder, der keine Grenzen kennt und tappt dabei lange Zeit im Dunkeln. Dabei stößt er nicht nur auf interne, sondern auch auf externe Probleme.

    Mir wurde die Reihe empfohlen. Zwar standen die Bücher schon seit längerer Zeit auf meinem Wunschzettel, sie konnten meine Neugierde aber nie so sehr wecken, dass ich sie unbedingt lesen wollte. Letzten Endes habe ich das Buch also nur gelesen, weil eine Bekannte es mir geschenkt hat.

    Kurt Wallander ist ein Zeitgenosse voller Ecken und Kanten, der meilenweit davon entfernt ist perfekt zu sein. Natürlich wirkt er dadurch authentischer, was die Geschichte deutlich realistischer macht. Leider war ein Großteil seiner Eigenschaften alles andere als positiv. Aus diesem Grund war mir Kurt Wallander extrem unsympathisch.

    Der Klappentext klang sehr vielversprechend und konnte meine Neugierde auf Anhieb wecken. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Ein Großteil davon wurde leider nicht erfüllt. Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich die Reihe vorsetzten werde.

    Wallander ermittelt im Laufe der Geschichte in mehreren Mordfällen gleichzeitig. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass das für ordentlich Spannung sorgt. Leider war dem nicht so. Die verschiedenen Handlungsstränge haben vielmehr für Verwirrung und Chaos gesorgt. Spannend war das Ganze zu keinem Zeitpunkt. Die Auflösung sorgte am Ende dann für noch mehr Enttäuschung. Irgendwie war das Ganze zwar schlüssig, für meinen Geschmack hat es aber zu viele Zufälle gegeben, was dem Faktor „realistisch“ einen gehörigen Dämpfer verpasst. Am aller schlimmsten ist für mich aber die Tatsache, dass der Kriminalfall nur eine kleine Nebenrolle spielt.

    Die deutsche Übersetzung von Henning Mankells Schreibstil lässt sich halbwegs flüssig lesen und die Wortwahl hat größtenteils zum Genre gepasst. Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Kurt Wallander. Die Kapitel waren extrem lang, was das Buch unglaublich langatmig gemacht hat.

     

    Fazit

    Die ganzen positiven Reaktionen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. „Mörder ohne Gesicht“ ist für mich kein Krimi, sondern lediglich ein Roman mit ein paar eingestreuten Krimi-Elementen. Von mir gibt es keine Leseempfehlung und nur 2 von 5 Sterne.

  6. Cover des Buches Ein seltsamer Ort zum Sterben (ISBN: 9783499230868)
    Derek B. Miller

    Ein seltsamer Ort zum Sterben

     (86)
    Aktuelle Rezension von: twentytwo
    Sheldon Horowitz, 82 Jahre jung, hat sich entgegen seiner inneren Überzeugung, von seiner Enkelin dazu überreden lassen seinem Heimatland den Rücken zu kehren undihr nach Oslo, in das für ihn unbekannte Norwegen zu folgen. Kurz darauf und ohne ihm eine Chance gelassen zu haben sich einzuleben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und er wird in einen Anschlag mit tödlichem Ausgang verwickelt. Zurück bleibt ein kleiner schwer traumatisierter Junge, dessen Rettung für Sheldon Mission und Sühne zugleich bedeutet. So wird die Flucht vor den Verfolgern letztendlich zu einer gedanklichen Zeitreise, die sich zwischen Zukunft und Vergangenheit bewegt, bevor sie in einem dramatischen Showdown ihr Ende findet.

    Fazit
    Eine beeindruckende Geschichte, die sowohl politisch wie auch philosophisch gesehen, alles andere als leichte Kost ist und für zahlreiche Denkanstöße sorgt.
  7. Cover des Buches Töchter (ISBN: 9783499290152)
    Lucy Fricke

    Töchter

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Minijane


    Bewertet mit 4 Sternen

    Martha und Betty verbindet eine lange Freundschaft, deshalb lehnt Betty auch nicht ab, als Martha sie um einen besonderen Gefallen bittet. Martha's Vater Kurt ist todkrank und möchte zum Sterben in die Schweiz gebracht werden. Da Martha nach einem traumatischen Unfall nicht mehr Auto fährt, soll ihre beste Freundin Betty als Fahrerin diese Reise begleiten. Im Grunde empfindet Martha die Bitte ihres Vaters als Zumutung, denn in ihrem Leben war er eigentlich immer nur abwesend. Jetzt zum Sterben meldet er sich wieder und appelliert an ihr Mitgefühl und ihre Liebe.

    Ich muss gestehen, ich habe eine ganz andere Geschichte bekommen, als die, die ich erwartet hatte. Der Roadtrip mit dem röchelnden Vater auf der Rückbank seines klapprigen Golfs endet doch nicht so schnell im Sterbehilfeinstitut wie die beiden Frauen und auch ich gedacht haben. Stattdessen wird es eine Reise in die Vergangenheit, auch in die von Betty und eine intensive Aufarbeitung der eigenen Kindheit, mit Vätern, die ihre Töchter so oder so verlassen haben.

    Während Martha ihr Kindheitstrauma kompensiert hat, indem sie permanent aber bisher erfolglos versucht hat noch schwanger zu werden ( mit 40 wird es langsam immer schwieriger), weil sie es unbedingt besser machen will, hat Betty einer eigenen Familie völlig abgeschworen. Als ruhelose Schriftstellerin jettet sie durch die Welt , vermietet ihre teure Berliner Wohnung derweil über Airbnb und kann nicht verwinden, dass ihr Ziehvater Ernesto sie und ihre Mutter von heute auf morgen verlassen hat. Die Ich-Erzählerin Betty ist so zynisch, dass es schon weh tut. Je hoffnungsloser die Situation ist desto öfter blitzt der schwarze Humor zwischen den Zeilen auf.

    "Ich wollte hier nicht zur asozialen Alkoholikerin verkommen und wusste sehr genau, dass es von der sozialen zur asozialen Trinkerin nur ein Schritt war, und dieser Schritt war die Uhrzeit. Nicht grundlos war ich ein Nachtmensch, so hatte ich mehr Zeit für den Alkohol."

    Leider hat das Buch zur Mitte hin ein paar Längen und der letzte Reiseabschnitt, der auf eine griechische Insel führt, war nach meinem Geschmack etwas zu abgedreht.  Der Schreibstil, wie es im Klappentext, wie ich finde treffend beschrieben ist als Humor aus Notwehr, macht das Buch schon zu einem Lesegenuss, auch wenn mich der Plot nicht 100% überzeugen konnte.

  8. Cover des Buches Ein Gesicht in der Menge (ISBN: 9783499227943)
    Stephen King

    Ein Gesicht in der Menge

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Wayland

    Nach dem Tod seiner Frau ist Dean Evers nach Florida gezogen und genehmigt sich den ein oder anderen Drink, um seiner Einsamkeit zu entfliehen. Dabei sieht er gerne Baseball.

    Da die Geschichte auf nur 58 Seiten erzählt wird, ist es schwer eine Bindung zu Dean aufzubauen. Dennoch kommt die düstere Stimmung und die Melancholie sehr gut durch. Man wird selbst fast trübsinnig und still beim Lesen. 

    Mit dem Sport Baseball kann ich leider nicht so viel anfangen, weshalb mir auch diese Erzählungen nicht wirklich viel geben konnten.

    Ein klarer Pluspunkt für die Geschichte ist der mystische Aspekt, der mir durchaus Gänsehaut verursacht hat. Dean fängt an in den Zuschauermengen verstorbene Menschen zu sehen und eines Tages sieht er auch seine verstorbene Frau. 

    Es ist schon sehr unheimlich beschrieben und es macht Spaß zu lesen, da es auch spannend ist. Man darf aber einfach nicht zu viel erwarten und muss sich vor dem Lesen vor Augen halten, dass es ein kleiner Snack ist - und nicht mehr. 

  9. Cover des Buches Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster (ISBN: 9783462051865)
    Susann Pásztor

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

     (105)
    Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book

    Erst letztens habe ich wieder darüber gelesen, dass manche Krankenhausangestellte das Fenster in dem Raum öffnen, in dem jemand gerade gestorben ist. Sie wollen der Seele die Möglichkeit geben, frei zu sein. Deshalb hat mich der Titel, nachdem ich ihn entdeckte, auch sofort angezogen.

    Ich hatte mich, ehrlich gesagt, auf eine Lektüre wie "Dienstags bei Morrie" von Mitch Albom eingestellt. Zugegeben, Alboms Werk hatte mich erst beim Hören völlig umgehauen. Nach dem Lesen war ich einfach nur ernüchtert. Daher hatte ich mir von "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" direkt das Hörbuch besorgt.

    Leider ist es nur bedingt so, wie ich es mir vorgestellt hatte ... und ich bin hin- und hergerissen, ob ich eine Hörempfehlung aussprechen soll.

    Das Thema ist absolut wichtig! Ich habe selbst meine Uroma mit 15 Jahren beim Sterben begleitet. Ein Abschnitt in meinem Leben, den ich nie wieder vergessen werde. Sie durfte, wie von ihr gewünscht, zu Hause sterben, auch wenn nicht alle damit einverstanden waren. Ich denke, man muss erst selbst in solch eine Situation kommen, um zu begreifen, was hinter diesem Wunsch steckt.

    Ich hatte es damals nachvollziehen können.

    Susann Pásztor, selbst ehrenamtliche Sterbebegleiterin, hat versucht, in ihrem Roman der Figur eines Sterbebegleiters eine Stimme zu geben. Bedauerlicherweise ist die Umsetzung in meinen Augen nicht wirklich gelungen.

    Die Handlung plätschert so vor sich hin und ist kein bisschen spannend. Ich war mehrmals kurz davor, das Hörbuch abzubrechen. Hätte ich es als Printvariante gehabt, wäre dies definitiv eine Abbruchrezension.

    Natürlich ist es interessant zu sehen, welchen Konflikten man als Sterbebegleiter*in ausgesetzt ist.
    Es ist ebenso interessant zu sehen, welche Gefühle dieses Thema bei jungen Menschen auslöst.
    Und man sollte auch nicht vergessen, mit welchen Gedanken sich die Sterbenden selbst auseinander setzen müssen und / oder wollen - sofern sie noch in der Lage dazu sind.

    Doch die Geschichte drumherum muss ebenfalls stimmen.

    Es wird zu sehr an der Oberfläche gekratzt. Es werden Passagen eingestreut, die auf den 280 Seiten einfach keinen Platz haben, weil darunter die Tiefe leidet. Ich hätte mir mehr Fokus gewünscht.

    Daher kann ich nur eine bedingte Hörempfehlung aussprechen.
    Ja, es ist ein superwichtiges Thema.
    Nein, es wurde in meinen Augen nicht gut umgesetzt.

    ©2021 a_different_look_at_the_book

  10. Cover des Buches Die Brooklyn-Revue (ISBN: 9783499257926)
    Paul Auster

    Die Brooklyn-Revue

     (136)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    „Ich suchte nach einem ruhigen Ort zum Sterben. Jemand empfahl mir Brooklyn“… Es ist Nathan Glass, dem diese Gedanken durch den Kopf gehen. Er ist geschieden, lebt im Vorruhestand und hat (zumindest vorläufig) einen Lungenkrebs überstanden. Vor 59 Jahren wurde er in Brooklyn/New York geboren, dort soll nun auch der Kreislauf seines Lebens enden – so sein Plan. Doch es sollte anders kommen. Nathan trifft zufällig seinen Neffen Tom Wood, der in einer antiquarischen Buchhandlung arbeitet, lernt dessen Chef Harry Brightman kennen und nimmt Lucy, die neunjährige Nichte Toms, bei sich auf. Das Sterben muss vorläufig warten, da die Herren einen großen Coup vorhaben. Außerdem beabsichtigt Nathan noch „Das Buch menschlicher Torheiten“ zu schreiben, in dem er plant, jede Blamage, jede Peinlichkeit, jede Dummheit, jedes Unvermögen und jede Albernheit, die er im Laufe seines Lebens als Mann begangen hat, festzuhalten. Dafür sammelt er bereits eifrig Material, das auch entsprechende Anekdoten von Freunden und Bekannten mit einschließt. Doch zuerst müssen noch einige familiäre Probleme gelöst werden … 

    Paul Auster ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, dessen zahlreiche Werke in über vierzig Sprachen übersetzt worden sind. Er wurde 1947 in Newark (New Jersey) geboren. Nach seinem Studium der Literaturwissenschaft und der Anglistik verbrachte er zunächst einige Jahre in Frankreich und lehrte dann an der Columbia University. Sein großer Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm 1987 mit seiner „New-York-Trilogie“.  Aus seiner ersten Ehe mit der Schriftstellerin und Übersetzerin Lydia Davis hat Auster einen Sohn. In zweiter Ehe ist er seit 1982 mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet, mit der er eine Tochter hat. Außer seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist Paul Auster auch als Regisseur, Kritiker, Übersetzer und Herausgeber tätig. Er lebt mit seiner Familie in Brooklyn. 

    Bereits die ersten Sätze beeindrucken, machen neugierig auf das Buch, überraschen und lassen uns schmunzeln. Brooklyn soll ein ruhiger Ort sein, ein Ort um in Ruhe zu sterben? Wie so oft bei Paul Auster kommt es auch in „Die Brooklyn-Revue“ ganz anders. Unserem Helden Nathan Glass kommt einiges dazwischen beim Plan zu sterben, der Zufall hat seine Hand im Spiel, unvorhergesehene Ereignisse treten ein und sein Leben nimmt eine ungeahnte Wendung. Nur wenige Personen sind Akteure in diesen mit Humor gespickten Anekdoten einer Familie, die der Autor als Erinnerungen des Protagonisten geschickt in die laufende Handlung einfließen lässt. Es sind Geschichten aus dem Leben, mal heiter, mal traurig, über Freud und Leid, über Hoffnung und geplatzte Träume, über Leben und Tod. 

    Die Ereignisse sind so lebendig geschrieben, als wäre man dabei. Die Personen, besonders natürlich Nathan, wirken sehr real und lebensnah, als würde es sich um Nachbarn handeln und in den Orten der Handlung, besonders in Brooklyn, findet man sich sehr schnell zurecht. Das Buch endet ähnlich überraschend, wie es begonnen hat – am 11. September 2001 um 8.oo Uhr, sechsundvierzig Minuten bevor das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Center rast. 

    Fazit: Ein herrliches Buch über die Unwägbarkeiten im Leben, über Veränderungen und Neuerungen, über Hoffnungen und Wünsche – sehr empfehlenswert! 

  11. Cover des Buches Tod eines Handlungsreisenden (ISBN: 9783596270958)
    Arthur Miller

    Tod eines Handlungsreisenden

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Matalina85
    Viel und nichts hat sich geändert in der amerikanischen Wirklichkeit, seit der 'Handlungsreisende' zum ersten Mal seine Musterkoffer auf die Bühne schleppte. Entlassen würde er heute wohl früher als mit 63, Biff wäre auch mit 32 noch arbeitslos, wenn er den Wettkampf mit seinem Nächsten ablehnt, ein Haus abzuzahlen dauert länger als 25 Jahre, und mit 40 Dollar die Woche käme keiner mehr über die Runde. Und doch gibt es den amerikanischen Traum noch, den Traum, dass jeder es zur Nummer Eins bringen kann. Obwohl wir ihn durchschauen, verhalten wir uns noch danach. Ich habe dieses Buch damals in der Schule lesen müssen, aber im Gegensatz zu den bisherigen Schullektüren fand ich dieses Buch sehr interessant. Erzählungen gibt es keine. Das gesamte Buch ist wie ein einziges Gespräch aufgebaut und sehr tragisch wie die Inhaltsangabe schon unter Beweis stellt. Fazit: Wenn es in der Schule auseinander gepflückt wird, macht es weniger Spaß dieses Buch zu lesen, aber wenn man es sich nach ein paar Jahren mal wieder hervorholt, ist es ein kurzes Lesevergnügen wert.
  12. Cover des Buches Wolf Shadow - Dunkles Verlangen (ISBN: 9783802582219)
    Eileen Wilks

    Wolf Shadow - Dunkles Verlangen

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Wilhelminas

    Für mich ist es bereits der dritte Teil der Wolf Shadow - Reihe, den ich innerhalb von kurzer Zeit höre. Das liegt natürlich auch daran, dass mir diese Buchreihe sehr gefällt. Ich genieße es sehr, dass sie nicht wie viele Vertreter ihres Genres extrem sexlastig ist, hier herrscht ein gesundes Gleichgewicht.

    Die Welt der Gestaltwandler ist in meinen Augen sehr durchdacht aufgebaut worden. Dieses führt dazu, dass es dem Leser leicht gemacht wird, sich immer wieder in dieser Welt zurechtzufinden und vertraute Aspekte wiederzuerkennen. Trotzdem werden die Sitten und Gebräuche der Lupi immer weiter verfeinert, wobei bereits getroffene Aussagen immer berücksichtigt werden. Das spricht für mich für ein rundherum durchdachtes Gerüst der Geschichten.

    Die Personen werden glaubwürdig wiedergegeben. Insbesondere Cynna Weaver ist hier eine Persönlichkeit, an der sehr mein Herz hängt. Sie wird sehr komplex präsentiert und ich konnte mich ausgesprochen gut in ihre Gefühle und ihr Verhalten hineindenken. Lily Yu kommt mir stellenweise ein wenig nichtssagend vor. Aus diesem Charakter hätte man meines Erachtens nach noch mehr herausholen können. Wer mir immer wieder ein Lächeln des Entzückens entlockt sind Lily Yus Großmutter und ihre Freundin. Ihre herrische Art und ihre Versuche, ihr großes Herz zu kaschieren haben ihr von mir alle möglichen Sympathiepunkte eingebracht. Rule und Cullen treten gewohnt souverän auf.

    Die Handlung ist gewohnt spannend und nicht unbedingt vorhersehbar. Dieses ist für mich immer ein sehr wichtiger Aspekt.  Der Schwenker von der Suche nach korrupten Politikern zu einem erneuten Übergriff wurde gekonnt dargestellt und zeigt wieder einmal, dass sich in den Geschichten von Eileen Wilks nichts so entwickelt wie erwartet. Ich freue mich jedoch auch schon darauf, im nächsten Teil zu erfahren, wie Cynna und Cullen mit Cynnas Schwangerschaft und ihrer beginnenden Beziehung umgehen werden, nachdem sie beide ja eigentlich immer eher Einzelgänger waren.  Alles in allem ein rundherum gelungenes Werk dieses Genres mit kleinen Schwächen.

  13. Cover des Buches Ein Leben und eine Nacht (ISBN: 9783499275159)
    Anne Griffin

    Ein Leben und eine Nacht

     (25)
    Aktuelle Rezension von: sollhaben

    Maurice sieht auf 84 Jahre Leben zurück. Er sitzt an der Bar eines Hotels, um sich zu erinnern. An diesem Abend wird er 5 Mal das Glas erheben, auf fünf besondere Menschen, die sein Leben geprägt haben.
    Geboren im Irland der 30er Jahre, war sein Leben nicht einfach aber er war sich der Unterstützung seiner Familie immer sicher. Ein Zusammenhalt, der die Zeiten überstand und bis in die Gegenwart hält. Er wagt einen ehrlichen Blick in die Vergangenheit, erkennt seine Fehler und merkt, dass diese sich nicht einfach abschütteln lassen, sondern dass er selbst an der Lösung arbeiten muss.

    Mein Eindruck:
    Was für eine wundervolle Geschichte, unaufgeregt und leise erzählt. Anne Griffin hat mit Maurice eine Figur erschaffen, die so viele Eigenschaften in sich vereint. Eine zutiefst menschliche Figur, die mir ungemein sympathisch war. Maurice erzählt über sein Leben und versucht natürlich hin und wieder dieses zu beschönigen, schlimme Dinge nicht so furchtbar aussehen zu lassen. Das liegt in der Natur der Menschen, wie ich finde. Wir versuchen uns in einem besseren Licht darzustellen. Doch am Ende gelingt es ihm, seine Vergangenheit mit all den Konsequenzen zu akzeptieren und auch Weichen für die Zukunft zu stellen.
    Neben Maurice sind es auch die fünf Menschen, auf die er einen Toast in dieser einen Nacht ausbringt, die die Geschichte ungemein bereichern. Sie wachsen einem ans Herz, weil Maurice sie so schön beschreibt, sie emporhebt, weil er sie so liebt. Diese uneingeschränkte Liebe bleibt mir für ewig in Erinnerung.

  14. Cover des Buches Philadelphia (ISBN: 9783442425280)
    Christopher Davis

    Philadelphia

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Als ich dieses Buch vor kurzem in einem Secondhand-Bücherladen entdeckt habe, war ich skeptisch ob ich es tatsächlich kaufen sollte. Es ist eine halbe Ewigkeit her, seit ich den Film zum ersten und letzten Mal gesehen habe und darum konnte ich mich auch nicht mehr ganz an das Ende erinnern. 
    Wird mir dieses Buch gefallen, obwohl es den Film zu erst gab und erst dann das Buch? In diesem Bereich wurde ich schon ein mal enttäuscht. 

    Ich hab das Buch dann doch gekauft und anders als erwartet in einem Zug durchgelesen. Die Geschichte des Aids-Kranken Andrew hat mich einfach nicht mehr losgelassen. 
    Ich finde, der Autor, hat die schwere Aufgabe, ein Buch nach einem Drehbuch zu verfassen mit Bravour gemeistert. Mich hat diese Geschichte unglaublich berührt und nachdenklich gestimmt. Und ich glaube, DAS ist es, was dieses Buch so gut macht. Das Thema lässt einen nicht kalt. 
    Ich hab es mit Freuden gelesen und werde mir nun auch mal wieder den Film zu Gemüte führen. Ich freu mich drauf. 
  15. Cover des Buches Über das Sterben (ISBN: 9783406629792)
    Gian Domenico Borasio

    Über das Sterben

     (20)
    Aktuelle Rezension von: BettinaKok

    Gian Domenico Borasio ist nicht nur einer der führenden Palliativmediziner im deutschsprachigen Raum, sondern auch ein Arzt, der in der Lage ist, sich für Laien verständlich auszudrücken. Sein Buch enthält zwar schwere Kost, ist aber verhältnismäßig leicht zu lesen. Das allerdings, ohne in irgendeiner Weise populärwissenschaftlich zu argumentieren.

    Borasio bringt die Dinge auf den Punkt und beantwortet Fragen zum Thema Sterben, die viele von uns niemals zu fragen gewagt hätten. Der Erkenntnisgewinn ist groß. Für mich persönlich unglaublich erhellend war die eigentlich schlichte Weisheit "Man stirbt nicht, weil man nicht mehr isst. Man isst nicht mehr, weil man stirbt."

    Ich würde dieses Buch als Standardwerk jedem empfehlen, der mehr über das Sterben erfahren möchte. Die Wahrscheinlichkeit, dass das hier erworbene Wissen irgendwann einmal lebenswichtig wird, ist groß.

  16. Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere (ISBN: 9783453441606)
    Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere

     (1.919)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG: 
    Nur zwei Dinge waren es, die Louis Creed und seiner Familie nach dem Umzug nach Ludlow vom perfekten Zuhause trennten. Zum einen die stark befahrene Route 15 direkt vor der Tür und zum anderen der Friedhof der Kuscheltiere; gut eine Meile hinter dem Haus im Wald versteckt. Ersteres war immer eine Gefahr für Mensch und Tier, zweiteres weckte in Louis Frau Rachel dunkle Erinnerungen an den frühen Tod ihrer Schwester Zelda. Als Arzt der Universität von Maine sieht der dreißigjährige Mann dies jedoch als natürliche Sache dem Leben zugehörend an. Bis eines Tages der Familien-Kater Churchill Winston eben auf jener Straße überfahren wird. Da Rachel, Tochter Ellie und Sohn Gage bei seinen Schwiegereltern sind, nimmt Louis die eigenartige Hilfe des Nachbarn Jud Crandall an und begräbt das Tier auf einem alten Indianer-Friedhof hinter dem für die Kuscheltiere. Church kommt tatsächlich wieder, wenn auch verändert und emotionslos erscheinend. So richtig fällt dies aber nicht auf. Als jedoch das Drama seinen Lauf nimmt und Louis Sohn der Route 15 zum Opfer fällt, will der Vater trotz aller Warnungen und Geschehnissen in der Vergangenheit Gage auf dem Friedhof begraben und ihn zurückholen...

    KOMMENTAR:
    Auch bei dem erneuten Lesen des Romans 'Friedhof der Kuscheltiere' fühlte ich die drückende Stimmung, die durch das Thema Tod in dem Buch vorherrscht. Der amerikanische Autor Stephen King empfand die Story selber als harten Stoff, trotzdem wurde sie 1983 auf dem Markt gebracht - erfolgreich, denn es landete auf Platz Eins der Bestsellerliste. Dabei ist der Roman nun wirklich kein acition-geladener Stoff oder mit typischen Figuren aus klassischen Horror-Geschichten geladen; nein - King spielt einfach mit den natürlichen Ängsten des Menschen und dies ziemlich erfolgreich. Gerade Louis Frau Rachel und ihre kindlichen Erlebnisse innerhalb der Familie ist glaube für nicht wenige Menschen ein Horror-Szenario, dass sie nicht selber durchschreiten wollen. Natürlich kann man jetzt von Untoten reden, allerdings ist dies hier durch diesen mystischen Friedhof doch etwas anders konstruiert. Der Roman fesselt durch seine intimen Gedanken zu dem Thema des Todes und dem Sterben, und hat dafür doch verschiedenste Charaktere parat. Kam er mir beim ersten Lesen gar nicht so in den großen Fokus, ist der alte Nachbar Jud eine wirklich wunderbare Figur, die der Schriftsteller in diesen Roman eingebaut hat. King beweist auch mit diesem Werk, was mit seinen über sechshundert Seiten nicht gerade einen kurzweiligen Lesestoff bietet, seine erzählerische Kunst durch die Erlebnisse seiner Charaktere in deren Vergangenheit und ihren sehr tiefgründigen Gedanken. Immer noch begeistert mich, dass King in dem Roman mehrfach die Punk-Rocker RAMONES erwähnt, welche ja zu dem Film aus den Achtzigern sogar einen Song lieferten. 'Hey Ho, let's go' wurde ja sogar zum Schlachtruf der Hauptfigur. 'Friedhof der Kuscheltiere' ist ein wirklich gelungener Roman, der dosierten Horror vermittelt, immer wieder ein unwohles Schaudern verbreitet und den Leser wunderbar an die Seiten bindet. Eigentlich ein schöner Roman, um in die Welt von Stephen King einzusteigen. Und ein zweites Mal kann man das Buch ebenfalls nochmal sehr gut lesen...

    9,0 Sterne

  17. Cover des Buches Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky (ISBN: 9783423217552)
    Jean-Paul Didierlaurent

    Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Katja1979

    Ich möchte gar nicht so viele Worte über das Buch verlieren, denn man muss es selbst gelesen haben. Mich hat die Story sehr berührt, denn ich musste mich mit der Frage beschäftigen was ich tun würde, wenn ich unheilbar krank wäre und nur noch paar Monate zu leben hätte. Diese Frage wird in diesen Buch für vier unterschiedliche Menschen zu einem Roadtrip der besonderen Art. Es kommt immer wieder zu Wendungen in der Story, die ich wirklich grandios fand.

  18. Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)
    Beate Lakotta

    Noch mal leben vor dem Tod

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk

    🕷 Cover 🕷
    Ein besagtes Portrait, von dem auch schon im Klappentext die Rede ist und welches ebenfalls im Buch zu finden ist, ziert die Vorderseite des Buches. In Verbindung mit dem Titel des Buch erfährt man schnell was genau wir sehen. Es strahlt Ruhe aus und ist gleichzeitig aufwühlend. Selbstverständlich passt das Bild zum Inhalt des Buches und gibt diesem außerdem eine intensive Ausstrahlung.

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    🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
    ~ Wechsel zwischen Erzähler und Ich-Erzähler Perspektive (kursiv) ~

    Kapitel
    Das Buch ist in 24 Kapitel unterteilt (+ Vorwort, Dank, ausgewählte Literatur).
    Dabei werden diese nicht, wie sonst üblich, mit Zahlen eröffnet, sondern mit den entsprechenden Namen der verstorbenen. Außerdem sind weitere Daten, wie Geburtsdatum, Alter, Aufnahme des ersten und letzten Portraits und Ort des Hospiz. Je nach dem, welche Menschen die Autoren begleiten durften oder wenn ein Mensch mitteilungsbedürftiger war, kann das Kapitel mal länger, mal kürzer ausfallen.

    Atmosphäre
    Die Atmosphäre, beim Lesen des Buch, ist dem Thema entsprechend angepasst. Manchmal löst es Trauer aus oder auch Bedauern und dann geben die Zeilen wieder Hoffnung und Frieden.

    Schreibstil
    Der Schreibstil ist sachlich.
    Oftmals werden die Worte von den Sterbenden direkt wiedergegeben und der Schreibstil ist dementsprechend individuell.

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    🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
    Lange betrachtete ich die Portraits und dachte nach. Frieden? Erlösung? Vielleicht sogar ein Lächeln auf den Lippen? Wie sieht der Tod aus? Alles um mich herum wurde still. Kein Geräusch drang mehr an mein Ohr. Keine anderen Gedanken in meinem Kopf. All dies schien nicht mehr länger von Bedeutung zu sein. Im den Augen der portraitieren ist so viel zu lesen und später ist alles fort. Die Muskeln sind erschlaff, das Leben ist aus dem Körper gewichen. Ich versuche auf den Bildern den genauen Unterschied zu erkennen und bilden mir ein, dass auch dem vorigen Bild deutlich die Seele des Menschen zu erkennen ist. Dann ist sie fort. Für immer?

    Wir begleiten die Sterbenden und erfahren ihre Lebensgeschichten. Was haben sie bereut, was hätten sie anders gemacht? Was haben sie  genossen? 

    Viele sterbende Menschen beschäftigte eine Frage: warum ich? Eine Frage, die mich wiederum erwachen ließ. Es gibt keine genaue Ankündigung, keine genaue Zeitspanne, keine Antwort auf diese Frage. Es kann jederzeit einfach so zu Ende gehen. Bewusster, ließ mich das Buch zurück. Bewusst jeden Tag erleben, um am Sterbebett nichts zu bereuen. Bewusst für mich selbst zu leben und nicht für andere. All dies wurde bei mir mithilfe des Buches ausgelöst.

    Sterben gehört zum Leben dazu, wie das Atmen. Nur weil man es verdrängt, wird man nicht unsterblich. Wenn es dann soweit ist, so zeigt das Buch auf aus, ist es zu spät. Dieses Buch bricht endlich das Thema sterben und enttabuisiert es. Sterben ist, auch wenn es ein Ende benötigt, vielleicht nicht das eine Ende. Vielleicht gibt es mehr? 

    Als ich in dem Buch las, kamen viele Gefühle in mir hoch. Es ist wundervoll, was dieses Buch in einem auslöst und vor allem, was für eine andere Änderung es mit sich bringt. Denn auch wenn die genannten Menschen nun verstorben sind, so haben sie doch noch Einfluss auf mein Leben genommen. 

    Dieses Buch ist eines meiner Jahreshighlights. Es nimmt Ängste, gibt Hoffnung und regt zum Nachdenken, nein sogar zum Handeln an. Deshalb ganz klar 5 von 5 Spinnen. 

  19. Cover des Buches Windows on the world (ISBN: 9783548262413)
    Frédéric Beigbeder

    Windows on the world

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch war das erste von einem bedeutenderen Autor, das nach 9/11 erschienen ist und die Terroranschläge thematisiert (2003 genaugenommen): Ein Immobilienmakler nimmt seine beiden Söhne mit in das Restaurant unter dem Dach des Nordtrums des World Trade Centers, als kurz danach die Hölle ausbricht und Rettung unmöglich ist. Beigbeder erspart keine grausigen Details, er selbst sagt, man kann sich nur vorstellen, was wirklich an diesem Morgen in dem Hochhaus passierte.
  20. Cover des Buches Endlich (ISBN: 9783570552186)
    Christopher Hitchens

    Endlich

     (3)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick

    Er war ein kritischer, aufrechter und engagierter Journalist, mutig und unbestechlich. Genauso unbestechlich zeigte er sich 2009  in seinem Buch „Der Herr ist kein  Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet“, in dem er klar machte, warum für ihn  nur der Atheismus als Weltanschauung in Frage kommt. Immer im Zusammenhang mit der radikalen und wenig reflektierten Religionskritik von Richard Dawkins erwähnt, erfuhr er dafür auch viel Kritik.

     

    Nun hat Christopher Hitchens sein Sterben beschrieben. Ein Sterben ohne Gott und ohne Hoffnung auf Transzendenz oder ein irgendwie vorgestelltes Weiterleben nach dem Tod. Dabei zählt er durchaus viele gläubige Menschen aus unterschiedlichen Religionen zu seinen vielen Freunden, mit denen er auch nach Ausbruch seines Speisenröhrenkrebses spricht.

     

    Er denkt in seinem langsamen Sterben mit zunehmend nachlassender Kraft schreibend nach über heilige Schriften und was die über den Tod sagen, über ihm wichtig gewordene Bücher aus der Literaturgeschichte und über Liedtexte. So zitiert er – durchaus beeindruckt - eine Textzeile aus einen Song von Leonard Cohen, ohne näher auf ihn eingehen:

     

    „If it be your will,

    That I speak no more,

    And my voice be still

    As it was before …“

     

    Hitchens Nachdenken über seinen Tod und sein langsames Sterben erinnert an etliche Berichte anderer Menschen, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurden, in denen dieses ihr Sterben und ihre Gedanken dabei beschrieben haben. Ich denke dabei besonders an das Buch des Pädagogen Wolfgang Bergmann „Sterben lernen“, das 2011 erschienen ist.

     

    Dort schreibt er insgesamt 23 kurze Texte, die sich alle mit dem Sterben auseinandersetzen: "Ich schreibe. Der Tod ist das Nichts, die reine Negation, es ist lächerlich, in ihm nach Sinn zu suchen."
    Und er spürt: indem er den Tod so heftig ablehnt, empfängt er die größtmögliche Ermutigung. Obwohl es keine Antworten gibt, auch keine ihn wirklich überzeugenden spirituellen, fragt er weiter, ringt um Worte, die ausdrücken können, was er fühlt und was doch sich dem sprachlichen Verstehen immer wieder entzieht.

    Es sind ehrliche, stellenweise harte Worte der Introspektion, die er notiert, Worte die sich dem schnellen Trost entziehen wollen: "Keine Begütigung, keine Beschwichtigung, kein verschwiemelter Trost, das macht alles nur noch dumpfer und leerer." Und in diesem Erkennen des Todes als Erlöschen der Zeit, als Gleichmacher, als dem Gegenprinzip der Liebe, erinnert er sich an Jesu zitternde Knie am Leichnam von Lazarus und an seine Todesangst in der Nacht von Gethsemane.

    In dichter Sprache nähert er sich immer mehr seinem Ende, wehrt sich und wird doch mit jedem Eintrag mehr auf eine bewegende und auch dem Leser Trost vermittelnde Weise mit ihm eins. Mechthild von Magdeburg, die "von Liebesgewissheit durchströmten Sätze des Johannes" und der Apostel Paulus sind ihm dabei späte Lehrer, an die er sich erinnert und er fragt sich erstaunt:
    "Was ist das für eine Wahrheit, die ich nur zaghaft am Zipfel zu fassen bekomme? Sie ist immer noch da, wie eine unerschütterliche Realität. Ich begreife sie nicht, So wenig wie das Sterben.
    Aber sie trägt. Gott trägt sie? Aber wohin?"

     

    Der Tod ist eine Grenze, die alles aufhebt, was vorher wichtig schien. Connie Palmen hat in ihren beiden Büchern „I.M.“ und „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“ beschrieben, wie sich das Sterben und der Tod eines geliebten Menschen für den anfühlt, der bleibt und den anderen gehen lassen muss.

     

    Ich bin sicher, wir werden in der nächsten Zeit noch mehr Bücher zu diesen Themen sehen, denn mit dem Verlust der auch für gläubige Menschen nicht mehr nachvollziehbaren Jenseitshoffnung tut sich eine Sinnlücke auf, die geschlossen werden muss.

  21. Cover des Buches Das mechanische Klavier (ISBN: 9783442458561)
    William Gaddis

    Das mechanische Klavier

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    DAS MECHANISCHE KLAVIER ist eine zynisch-sarkastische Kulturkritik, geschrieben als ein einziger langer Absatz, ein galliger Monolog eines im Sterben liegenden Schriftstellers, der sich über den Untergang der Kunst auslässt. Das titelgebende Klavier ist für ihn der Anfang vom Ende, eine Maschine, die es jedem Hans und Franz erlaubt, hohe Kunst zu schaffen, ohne sie zu studieren, geschweige denn zu verstehen. Der Text enthält Dutzende Querverweise und Anspielungen und wird immer wieder unterbrochen vom Gejammere des Schimpfenden über seinen miserablen Zustand.
    Fazit: Herrlich böse mit einer ordentlichen Prise Humor. Ich war die ganze Zeit am Grinsen – 5 Sterne
  22. Cover des Buches Haus der Schildkröten (ISBN: 9783492964562)
    Annette Pehnt

    Haus der Schildkröten

     (25)
    Aktuelle Rezension von: BeateW
    In Haus Ulmen, einem renommierten Altersheim, scheint die Zeit stillzustehen. Nur sonntags erwacht das Haus zum Leben und die in der Eingangshalle sitzenden "Immergleichen", die auf niemanden warten, beobachten neugierig und ein wenig neidvoll die regelmäßig einströmenden Besucher. Nach zwei Stunden, so lange sollte man anstandshalber bleiben, wird es wieder ruhig. Mit entspannten Gesichtern und erleichtert, den Pflichtbesuch für diese Woche hinter sich zu haben, verlassen die Angehörigen das Altersheim. Die Immergleichen verfallen wieder in Lethargie und starren auf den sich leerenden Parkplatz. Nur Frau Kanter und der Professor erhalten am Dienstag Besuch. Sie von ihrer Tochter Renate und er von seinem Sohn Ernst. Die beiden begegnen sich und entdecken hier, umgeben von Krankheit, Siechtum und Tod, ihre Liebe. Die sensiblen Beschreibungen der Charaktere aller Beteiligten, sowie die realistische Schilderung der Lebensumstände in einem Altersheim lassen auf eine gute Beobachtungsgabe der erst 39 Jahre alten Autorin schließen. Pointiert, ohne Sentimentalität und dennoch einfühlsam berichtet Annette Pehnt über die kleinen Freuden, Sorgen, Probleme und zwischenmenschlichen Beziehungen von Bewohnern, Angehörigen und Personal. Ein wenig geschmälert wird das Lesevergnügen dadurch, dass Frau Pehnt bis auf Punkte und Kommas keinerlei Satzzeichen verwendet. Das macht das Lesen zwar anstrengend, ändert aber nichts an meinem Gesamturteil: Ein lesenswertes Buch!
  23. Cover des Buches Süßer Vogel Jugend (ISBN: 9783455812077)
    Hellmuth Karasek

    Süßer Vogel Jugend

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Crimeking
    Kann ich mir eigentlich anmassen, einen der bedeutestenden Film-,Theater und Literarturkritker zu rezensieren? Nein, wohl eher nicht, dennoch habe ich einige Gedanken und Anschauungen zusammengefasst, da dieses Buch ein kleiner Schatz ist, wenn auch mit unangenehmen Fakten. Karasek legt sich mit dem Alter an. Ja sicher, zutreffend. Unterteilt in recht kurze Kapitel erzählt er vom Älterwerden und Altsein. Als noch junger Leser wird man schmunzeln und ein angehender 40iger wie ich kommt ins Grübeln. Wobei - dies setzt schon meistens mit Mitte 30 ein, ob man will oder nicht. Die schlechte Nachricht vorweg: es macht keinen Spaß alt zu werden, auch dann nicht wenn man keine "großen" Krankheiten hat. Alleine der Gedanke am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen kann einen an den Rand des Wahnsinns treiben. Karasek schafft es dieses Gefühl so genau an den Leser weiterzugeben, das man spürt wie diese Angst von einem Besitz ergreift. Nein, es gibt nichts was Einen Hoffnung macht, das Ende kommt unweigerlich und keiner stirbt gerne. Und an diesem Punkt - wo alles schwarz ist - leitet der Autor die Wende ein. Mit Auszügen aus dem wunderbaren Klassiker Gullivers Reisen von Swift. Und als er dann die Frage stellt: Was ist die Alternative zum Leben? Und die logische Antwort auf dem Fuße folgt: Keine! - da merkt der Leser wie eine innere Ruhe eintritt. Man "hört" die Würfel fallen. Denn der von Karasek angeprangerte Schönheitswahnsinn, Anti-Aging Maßnahmen, die Spa`s- und Wellnesstempel, welche alle nicht das Ende aufhalten können; als auch die zu verlierenden Fähigkeiten im Alter nehmen langsam aber sich den Schrecken des Todes, denn es gibt keine erträgliche Alternative. Nebenbei, was mir sehr gut gefallen hat: Der große Karasek schenkt uns in Auszügen und Abrissen wertvolle Literaturtipps und Anekdoten der feinsten Art. Zum Thema Alter und Tod führt er Schiller, Goethe aber auch Billy Wilder,Charly Chaplin oder auch den Autor Philip Roth an. Den einen oder anderen kleinen Seitenhieb auf ehemalige Freunde und/oder Kollegen kann er sich nicht verkneifen. So hält dieses Buch einem die eigene Endlichkeit vor Augen aus der es kein Entrinnen gibt. Es regt zum Nachdenken an, über das eigene Wirken, den Sinn und sein persönliches Glück zu finden. Aber es schenkt auch (große) Gelassenheit, denn Alternativen zum Leben gibt es keine.
  24. Cover des Buches Henning flieht vor dem Vergessen (ISBN: 9783938295748)
    Hilda Röder

    Henning flieht vor dem Vergessen

     (38)
    Aktuelle Rezension von: itwt69
    Ein mitreißendes und hochemotionales Buch über das Leben und das Sterben: Henning ist 68, als er die Diagnose Alzheimer bekommt. Für ihn steht schnell fest, dass er sich nicht zu Tode pflegen lassen will und er erkundigt sich über Sterbehilfe (die in den Niederlanden in bestimmten Fällen erlaubt ist). Da auf einer wahren Begebenheit basierend, ist die Geschichte umso dramatischer: Henning erfährt als Jugendlicher die ganze Grausamkeit dieser Krankheit - sein Großvater leidet und stirbt daran. Doch das ist nicht alles, was das Leben an Schlimmem zu bieten hat, er verliert  noch einige liebe Menschen auf dramatische Weise. Das bringt ihn auch dazu, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Das Buch ist spannend und mit allerlei Erinnerungen gespickt, wird er den letzten Schritt gehen? Ein sehr nachdenklich machendes Buch und man stellt sich unweigerlich die Frage: Was wäre wenn? Nun da es in Deutschland keinerlei Möglichkeit gibt, begleitet aus dem Leben zu scheiden, wird das Thema Patientenverfügung auf einmal sehr wichtig und hochaktuell. Denn wer weiß schon, wann es soweit ist?

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