Bücher mit dem Tag "lebenslauf"
20 Bücher
- Meg Wolitzer
Die Interessanten
(117)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinJulie Jacobson erhält nach dem Tod ihres Vaters durch ein Stipendium die Chance, an dem Sommercamp "Spirit-in-the-Woods", ein Ferienlager für künstlerisch ausgerichtete Schüler und Schülerinnen, teilzunehmen. Dort trifft sie auf eine elitäre, privilegierte Gruppe von Jugendlichen aus New York City, mit denen sie sich anfreundet. Aus einer Laune heraus nennen sie sich "Die Interessanten". Jeder von ihnen hat andere Talente und Ziele. Ethan Figman möchte Trickfilmzeichner werden, Cathy Kiplinger träumt von einer Karriere als Tänzerin, Jonah Bay möchte in die Fußstapfen seiner Mutter, einer berühmten Folksängerin, treten und Musiker werden, Goodman Wolf möchte Architektur studieren, während seine Schwester Ash Schauspielerin werden möchte.
Jules und Ash werden enge Freundinnen und Jules orientiert sich stark an ihr, möchte auch Schauspielerin werden, obwohl ihr das Talent dafür fehlt. An der Seite der reichen Jugendlichen fühlt sich das Mädchen aus dem Vorort stets unzulänglich und nicht wirklich zugehörig, auch wenn den anderen ihre Herkunft gleichgültig ist.
Drei Sommer verbringen sie miteinander, aber im letzten ist alles anders. Ein Ereignis zum Jahreswechsel 1976 stellt die Freundschaft auf eine harte Probe und von sechs Freunden sind am Ende nur noch vier übrig.
Der Roman beginnt im Sommer 1974 und wechselt dann in die Gegenwart in das Jahr 2009, als Jules verheiratet, Mutter einer Tochter und Psychotherapeutin ist. Anschließend erfolgt wiederum eine Rückblende in die Vergangenheit und eine chronologische Schilderung der Lebenswege der "Interessanten".
Nur Ethan hat es geschafft, seinen Traum zu verwirklichen und sich erfolgreich in der Trickfilmbranche einen Namen zu machen. Er ist inzwischen mit Ash verheiratet, die als Theater-Regisseurin um Anerkennung kämpft. Cathy konnte aufgrund ihres Körperbaus keine Tänzerin werden und Goodman hat sich durch einen fatalen Fehler seine Zukunft verbaut. Jonah wurde durch ein traumatisches Erlebnis die Lust an der Musik genommen, weshalb rt sich komplett umorientiert und Maschinenbau studiert hat.
"Die Interessanten" erzählt von einer langjährigen Freundschaft, die als Teenager begann und Höhen und Tiefen erlebte. Die Jugendlichen haben sich weiterentwickelt und sind erwachsen geworden, haben selbst Kinder bekommen.
Der Fokus der Geschichte rückt im Erwachsenenalter insbesondere auf die beiden Paare Ash und Ethan sowie Jules, die unabhängig von den Sommern im Camp den Ultraschalltechniker Dennis Boyd geheiratet hat. Die Paare führen unterschiedliche Leben, denn während Ethan und Ash im Luxus leben, haben Jules und Dennis stets mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Jedes der Paare hat zudem eigene Probleme, hat mit Krankheiten, Geheimnissen und den Belastungen des Alltags zu kämpfen.
Erzählt werden 40 Jahre, in denen sich naturgemäß nicht immer viel ereignet, weshalb der Roman seine Längen hat. Durch kleinere und größere Dramen, die die Protagonisten erleben und durchmachen müssen, erhält die Geschichte immer wieder neuen Schwung.
Der Roman handelt von den Wünschen, Träumen und Vorstellungen, die die Jugendlichen haben und was letztlich aus ihnen geworden ist. Es geht um Selbstverwirklichung und das Streben nach Glück.
Das starke Band der Freundschaft hält die Clique - oder Teile davon - zusammen. Es geht dabei um Zusammenhalt und Vertrauen, Geheimnisse, die trennen und zusammenschweißen, um Vergleiche, Eifersucht und Neid. Der Roman ist geprägt von vielen ernsthaften Themen, mit denen die Figuren umgehen müssen und auch zeitgeschichtliche Ereignisse und gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen werden stimmig in die fiktive Geschichte eingearbeitet. Die Charaktere bleiben jedoch unnahbar und auf Distanz, so dass ihre Schicksale trotz aller Dramatik nicht emotional berühren können.
Nach einem langatmigen Mittelteil fehlte mir ein befriedigender Abschluss der Geschichte. Auch wenn es keine offenen Handlungsstränge gab, die zwingend hätten weitererzählt werden müssen, endet der Roman einfalls- und belanglos ohne noch einmal einen Bezug zu den wirklich interessanten Jahren der Jugendlichen und jungen Erwachsenen herzustellen.
- Monika Hürlimann
Mutters Lüge
(192)Aktuelle Rezension von: Babsi123Mein Fazit:
Das Cover ist wunderschön gestaltet und gefällt mir sehr gut. Es strahlt so viel Melancholie aus.....
Für mich ist"Mutters Lüge" eine Reise in die Vergangenheit, denn meine Mutter stammt aus Breslau und sie musste mit ihrer Mutter und 7 Geschwistern aus Breslau fliehen, wobei ein Bruder mit 7 Monaten an Lungenentzündung starb....
Die Hauptprotagonistin Marta und ihr Bruder Tomek sind noch klein, als sie mit ihrer Mutter aus Breslau nach Deutschland fliehen. Was sind die Gründe für diese gefährliche Reise in ein fremdes Land und welches Geheimnis umgibt die Mutter? Ihre Kindheit verläuft eigentlich schön , nur dass sie häufig sich selbst überlassen sind. So wie viele andere Kinder in dieser Zeit...... Marta ist ein ganz toller Charakter. Trotz der fehlenden Liebe und Gefühlskälte ihrer Mutter entwickelt sich Marta sehr gut in Deutschland. Sie möchte Ärztin werden und ihre Erfolge muss sie sich hart erkämpfen. Ihr Bruder Tomek dagegen wird von der Mutter vergöttert. Trotz alledem liebt Marta ihren Bruder über alles. Ihr harter Lebensweg hat mich emotional sehr berührt und tief beeindruckt. Was für eine starke Frau mit solch einem Lebenswillen ...
Die Autorin beschreibt sehr authentisch, wie Martha die entbehrungsreiche Zeit in Breslau als Kind erlebt und die Zeit in" ihrer neuen Welt" in Hamburg genießt. Die erste Banane isst, die Zeit in der Schule erlebt, die Freundlichkeit der Menschen, wie schön es ist, Freunde zu haben, aber auch die Trennung von ihrer geliebten Hündin Joka. Freud und Leid liegen oft dicht beieinander.... Wird sich Martas Traum erfüllen, dass sie Medizin studieren kann? Was hat die Mutter so hart werden lassen, dass sie Marta nicht lieben kann? Es bleibt spannend bis zur letzten Seite...
Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig, modern, mitreißend, sie spielt mit den Emotionen, schreibt sehr gefühlvoll, mit viel Herzblut geschrieben und sie kann mit Worten wunderbar Gefühle ausdrücken. Es flossen einige Tränchen, besonders als das Geheimnis der Mutter ans Licht kam. Was mich am meisten betroffen gemacht hat, war die Kälte der Mutter gegenüber Marta. Man spürt förmlich die Eiseskälte, die die Mutter umgibt und wie gefühllos sie mit Martha umgeht. Kein liebes Wort zu bekommen, kenne ich von meiner Mutter. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich emotional so fasziniert, aber total berührt hat. Ein wunderbares Lesevergnügen!
- Tamara Schrammel
Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende
(76)Aktuelle Rezension von: piatraEin sehr gutes Buch für eine umfassende Übersicht zum Thema Schulabschluss, Berufswahl und Bewerbungen. Nach einer eher allgemein gehaltenen Einführung zu Schulformen, Berufsorientierung und Selbstreflexion wird es in den nächsten Kapiteln sehr konkret. Es geht um die verschiedenen Bewerbungen noch während der Schulzeit, nach der Schulzeit, vor, während und nach dem Studium. Anhand von Beispielen werden die verschiedenen Bewerbungswege und die äußere Form für eine erfolgreiche Bewerbung besprochen. Es gibt Tipps und Erklärungen zu Eignungstests und Bewerbungsgesprächen. Auch die verschiedenen Möglichkeiten für ein Gap-Jahr werden erwähnt und erklärt. Viele Literaturhinweise runden das Buch gut ab. Der Text ist gut verständlich geschrieben. Ich empfinde den Ratgeber als sehr umfassend und ein sehr hilfreiches Werkzeug für Alle, die erstmals eine Bewerbung schreiben müssen.
- Nathan Hill
Geister
(133)Aktuelle Rezension von: SikalSamuel ist erst 11 Jahre alt als ihn seine Mutter Faye verlässt und er allein bei seinem Vater Henry zurückbleibt. Was war geschehen und wie soll ein kleiner Junge dies verstehen können? Jahre später – Samuel ist mittlerweile Dozent an einem College - erhält er eine Nachricht von einem Anwalt, der seine Mutter verteidigen soll. Faye wurde als Attentäterin verhaftet und genießt zweifelhafte Medienpräsenz.
Samuel hat als Dozent einige Schwierigkeiten am College als eine Studentin gegen ihn wettert, weil er von ihr Leistungen einfordert. Doch diese Studentin ist mit allen Wassern gewaschen und so steht Samuel plötzlich einer Wand aus Misstrauen und Intrigen gegenüber.
Samuel ist mit seinem derzeitigen Leben unzufrieden, so verbringt er den Großteil seiner Zeit damit, in einem Computerspiel zu punkten während alles andere an ihm vorbeizuziehen scheint. Auch das Buch, das er eigentlich schreiben möchte und einem Literaturagenten bereits seit Jahren versprochen ist, scheint nicht mehr zustande zu kommen. Als jedoch die Attentats-Geschichte seiner Mutter aufkommt, wittert Samuel seine Chance und beginnt über die tatsächlichen Hintergründe zu recherchieren.
Die Geschichte rund um diese Mutter-Sohn-Beziehung reicht zurück bis in die 68-er-Bewegung, in eine Zeit als seine Mutter als junge Studentin zwischen Hippies, radikalen Protestbewegungen und dem Gesetz hin und her schwankt. Begleitet von einem Geist, dem Nix, dessen Reise quer über den Erdball führt.
Der Autor Nathan Hill hat hier eine wunderbare Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit geschaffen. Er schwadroniert immer wieder über die politischen und gesellschaftlichen Wirrungen, verknüpft diese mit der gegenwärtigen Computerwelt und schafft den Spagat zu den 68ern ohne dabei in eine sentimentale Fantasiewelt abzudriften.
Humorvoll vor allem der Part, den die Studentin mit Samuel ausficht – herrlich.
Das Buch war jetzt schon einige Zeit bei mir im Regal und hat auf einen geeigneten Moment gewartet. Der war wohl jetzt, denn das Buch hat mich gefesselt und gerne lasse ich es nochmal Revue passieren. Trotz einiger Längen zwischendurch, hat mich die Geschichte letztendlich überzeugt. 4 Sterne
- Ulla-Lena Lundberg
Eis
(65)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Man muss gucken, wie man zurechtkommt, wenn man auf einer Insel lebt.«
Die Örar-Inseln, einsam gelegen zwischen Finnland und Schweden, Mitte der 1940er Jahre. Pastor Petter Kummel, seine Frau Mona und die kleine Tochter Sanna wollen hier ein neues Leben beginnen. Der Krieg ist vorbei, das ist das eine. Noch gravierender ist aber, dass sowohl Petter als auch Mona aus Familien kommen, in denen die jungen Leute sich eingezwängt und von elterlichen Forderungen bedrängt fühlten. Hier nun, am gefühlten Ende der Welt, können sie selbständig schalten und walten – beide können es kaum erwarten.
Auch die Gemeinde auf Örar freut sich auf die junge Familie. Die Lebensumstände sind hart, weshalb es kein Vorgänger lang bei ihnen aushielt. Die Kummels aber sind von ihrem neuen Heim begeistert, sie lieben die Natur mit all ihren Herausforderungen und den rauen Charme der Bewohner. Auch die mögen sich eine Zukunft ohne den charismatischen Geistlichen und seine zupackende Frau nicht mehr vorstellen, niemals zuvor passten Neuhinzugezogene so perfekt in die Gemeinschaft.
Das Buch schildert die nächsten Jahre, in denen die Kummels Eis und Sturm trotzen, Nordlichter bestaunen, ein weiteres Kind bekommen und in der Gemeinde zu wichtigen und guten Entwicklungen beitragen. Natürlich geht das nicht ohne Reibereien ab, in der Ehe herrscht nicht immer eitel Sonnenschein und der junge Geistliche zweifelt mehr als einmal an sich.
Obwohl es ein ruhiges Buch ist, packte mich der Stil und ich genoss die großartigen Beschreibungen der Natur und der Lebensumstände. Ich fühlte mich richtig in die Handlung hereingezogen, ärgerte mich manches Mal über die ihren Kindern gegenüber oft ungeduldige Mona und liebte den grundguten, manchmal etwas naiven jungen Pastor.
Vermutlich war es diese Nähe zur Handlung, die dann auch dafür sorgte, dass mich ein schlimmes Unglück nicht nur erschütterte, sondern mir die Freude am Weiterlesen nahm. Von diesem Moment an war alles nur noch schrecklich, dazu noch intensiv geschildert, geradezu unerbittlich. Ich habe mich wirklich gefragt, warum das sein musste, warum die Autorin dem Buch kein gutes oder zumindest versöhnliches Ende gönnen konnte. Was soll man da für eine Lehre entnehmen? Egal, wie sehr man sich bemüht, egal, was man in Kauf nimmt, am Ende verliert man? Und alle anderen mit? Es gibt am Ende des Buchs nur Verlierer und leider zähle auch ich mich dazu.
Fazit: Über weite Teile ein wirklich schöner Roman, intensiv, berührend, voller großartiger Beschreibungen. Aber dann raubte mir eine fiese, und wie ich finde unnötige, Wendung alle Freude am Buch.
- Steffen Kopetzky
Grand Tour
(18)Aktuelle Rezension von: SpinelldeteDas Buch ist ein wilder Ritt durch mehrere unordentliche Leben, und genau das ist seine Stärke und Schwäche zugleich. Wie bei einem Ensemblefilm, fällt es einem schwer herauszufinden, wer Protagonist und wer Antagonist ist. Mit der Fülle der auftauchenden Figuren (es sind 53) werden hier und da Handlungsstränge begonnen und nicht mehr sauber zu Ende gebracht - das macht das Lesen gelegentlich anstrengend. Der Autor hatte überdies wohl keinen konstruierten Plot beim Schreiben (worauf er selbst im Buch versteckt hingewiesen hat), daher gibt es füllende und überbrückende Passagen, die mit den Personen des Buch nichts oder nur kaum etwas zu tun haben. Der Kölner sagt: Et zieht sich ... Ob eine der zentralen Figuren nur Schaffner bleibt oder zum "Herrn Schaffner" wird, muss der Leser nach 750 Seiten selbst beantworten. Figurenentwicklung findet statt, leidet aber unter den beschriebenen Problemen des "Plots".
Ein großer Pluspunkt im Buch sind die sprachlichen Qualitäten, die vor allem bei längeren Dialogpassagen offenbar werden.
Insgesamt auch nach 25 Jahren ein gut lesbarer Roman, wenn man über die beschriebenen Ecken und Kanten hinweglesen kann. Wer linear verlaufende Handlungen mag, wird nicht viel Freude an diesem Buch haben. - Ken Krimstein
Die drei Leben der Hannah Arendt
(62)Aktuelle Rezension von: Linda_NicklischAm Internationalen Frauentag wollte ich etwas über eine berühmte weibliche Persönlichkeit lesen. Ken Krimsteins Graphic Novel über Hannah Arendt bot sich da direkt an.
Natürlich ist mir Hannah Arendt ein Begriff, ebenso einiger ihrer philosophischen Ansätze, aber vor allem ihre 'Banalität des Bösen' nach dem Eichmann-Prozess. Und doch fehlte mir einiges aus ihrer Biographie. Die vorliegende Graphic Novel ist ein wunderbarer Einstieg in ihr Leben, ein Überblick in einzelnen Ausschnitten. Ich kann ich euch vorher sagen, nach dem Lesen dieser Lektüre wollt ihr mehr. Mehr von Hannah Arendt aber auch mehr von Ken Krimstein. Zu letzterem werde ich später im März noch etwas vorstellen
Nun zu Hannah Arendt. Ich fùhlte mich sofort mit ihr verbunden, allein der Tatsache Schuldendienst, dass sie ebenso aus Königsberg stammte, wie meine geliebte Omi Hilde.
Schon als junges Mädchen ist Hannah beeindruckend. Mit 14 hat sie alles von Kant gelesen, stellt selbst eine Theatergruppe mit sich selbst in (fast) allen Rollen auf die Beine und spielt auf Altgriechisch. Bereits vor dem ersten Ersten Weltkrieg erfährt sie antisemitische Äußerungen, wird aber von ihren Eltern aufgefangen. Ihre Mutter Martha beeindruckt mich sehr.
Wir erfahren von ihrer Zeit in Marburg und der Beziehung Zeitlebens zu Heidegger, ihrer Heirat mit Günter Stern, ihrer Fluchten nach Paris und später über Umwege nach New York. Ihre Heirat mit Heinrich Blücher, ihre Verhaftungen und ihre Begegnung mit den Größen ihrer Zeit sind ebenfalls Themen. Aber vor allem werden wir Teil ihres Denkens und ihres Diskutierens und Philosophierens mit anderen aber sehr umfangreich auch mit sich selbst.
Ken Krimstein zeigt wie perfekt Comic und Tiefe zueinander passen. Die hauptsächlich in schwarz weiß gehaltenen Zeichnungen (nur Hannah Arendt hebt sich in grün ab) unterstützen den Ernst, die Emotionen und den Intellekt dieser faszinierenden Frau.
Wer denkt, dass Literatur und Comic nicht zueinander passen, wird hier eines besseren belehrt.
- Fabio Geda
Im Winter Schnee, nachts Sterne. Geschichte einer Heimkehr
(44)Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecherDer Roman ist sozusagen die Fortsetzung der Lebensgeschichte von Enaiatollah Akbari ("Im Meer schwimmen Krokodile"). Es beginnt mit seiner Ankunft in Italien. Sich zurecht zu finden in einer für ihn fremden Welt. Das Ausloten was er beruflich machen möchte und sein Weg zur Universität. Seine neuen Freunde. Aber alles mit dem Wissen, dass seine Familie immer noch in Afghanistan und dort nicht sicher ist. Daher versucht er alles mögliche erst Kontakt zu ihnen aufzunehmen und dann die große Reise in die Heimat zu wagen, um seine Familie wieder in die Arme schließen zu können.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich bin froh, dass ich die beiden Bücher auch innerhalb weniger Monate gelesen habe. Somit hatte ich die Geschichte von Akbari's Flucht noch genau im Kopf. Es freut einen so sehr, wenn man sieht was er alles auf sich genommen hat und nun so ein sicheres und erfülltes Leben hat. In dieser Geschichte schwingt zwar auch viel Schmerz und Sehnsucht mit, aber es überwiegt die Freude am Leben und auch die Ironie darf nicht zu kurz kommen (ich sage nur: Deutschland ist nicht das bürokratischste Land der Welt, es gibt noch ganz andere🤪).
- Robert Dugoni
Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell
(15)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book"Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell" fiel mir in die Hände, als ich nach Geschichten suchte, in denen Albinismus eine Rolle spielt.
Meine Erwartungen waren daher sehr hoch und wurden - zumindest in Bezug auf die Krankheit - eher enttäuscht.Wir begleiten 3 (junge) Menschen, die alle auf ihre Art und Weise mit der Welt zu kämpfen haben.
Die Mutter wird als sehr resolut beschrieben und setzt sich auch gegen Diskriminierung ein. Ein wirklich positives Beispiel in einer Umgebung voller Grausamkeiten.
Generell sind vor allem die drei Hauptprotagonisten toll charakterisiert. Auch Nebendarsteller kommen nicht zu kurz und es entsteht ein ganzheitliches Bild.
Doch Robert Dugoni greift oft in die Klischeekiste und seine Figuren sind eher stereotyp. Es finden kaum Entwicklungen statt. Daher passiert auch wenig Unvorhergesehenes.Mich konnte die Lektüre leider nicht überzeugen und ich werde sie ganz schnell wieder vergessen haben.
©2023 a_different_look_at_the_book
- Otto Waalkes
Kleinhirn an alle
(21)Aktuelle Rezension von: HubertMAlles Otto, alles gut. Im wahren Leben wie im Buch.
- Holger Langlotz
Praktikum erfolgreich!
(7)Aktuelle Rezension von: thelauraverseEin Buch, das garantieren soll, jede Form des Praktikums erfolgreich zu absolvieren? Ein Buch für die unübersichtliche Praktikantenwelt?
Vor der Lektüre von "Praktikum erfolgreich!" von Holger Langlotz war ich durchaus skeptisch, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein kleines Büchlein genug Informationen und Hinweise beinhalten sollte, die den riesigen Bereich der Praktika abdecken sollte.
Doch ich wurde eines besseren belehrt, als bereits in den ersten Kapiteln systematisch und sehr übersichtlich begonnen wurde, dieses breite Feld abzuarbeiten. Zuerst wurde schon die Entscheidung für ein bestimmtes Praktikum genauer erläutert, dem Leser wird geholfen, ein Praktikum zu finden, das genau seinen Interessen entspricht und für seine berufliche Karriere das richtige ist.
Nach dieser fundamentalen Entscheidung erlangt der Leser nach und nach Einblicke in die Thematik, die ein Außenstehender niemals ergründen könnte. Wie findet man geeignete Praktika? Warum sollte man seine Praktika bis zu einem gewissen Grad aufeinander abstimmen? Wann ist überhaupt der richtige Zeitpunkt dafür?
Egal ob Student, Abiturient (Maturant) oder Azubi - in "Praktikum erfolgreich!" wird keine Personengruppe ausgeschlossen.
In den Kapiteln "Praktikumsstellen finden und auswählen" werden nach und nach verschiedenste Möglichkeiten des Zugangs beschrieben, die der zukünftige Praktikant für eine Bewerbung hat (ausgeschriebene Praktika, Initiativbewerbung, Firmenkontaktmessen, Praxisworkshops etc.) Im Anschluss wird jeder Themenpunkt genau erläutert und auch gleich jeweils die Vor- und Nachteile eines jeden Punktes genannt.
Ein relativ großer Teil des Buches widmet sich dem Bewerbungsprozess. Von der Pike an lernt der Leser was man bei einer Bewerbung alles beachten sollte und wie man sich seiner Eignung überhaupt bewusst wird. Danach wird das Erstellen der Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben/Motivationsschreiben, Zeugnisse) Punkt für Punkt erklärt und speziell auf Dos und Donts hingewiesen. Sogar für das Bewerbungsgespräch bietet Langlotz wichtige Anhaltspunkte - von der eigentlichen Anreise zum Gespräch über die geeignete Kleidung des Bewerbers - nichts wird ausgelassen.
Der letzte große Abschnitt des Buches widmet sich schließlich dem Praktikum selbst. Es soll garantiert werden, dass der Praktikant seinen persönlichen Lerneffekt maximiert und so viel wie möglich vom Praktikum profitieren kann.
Die Sprache von "Praktikum erfolgreich!" ist zwar sachlich und neutral gehalten, der Zugang zur Thematik ist jedoch keineswegs trocken oder gar langweilig. Flüssig und ohne überflüssigen Schnickschnack (was sich im in Grautönen gehaltenen Layout widerspiegelt) führt Holger Langlotz gekonnt durch die Wirren des Praktikumsalltags und schafft es, all sein erworbenes Wissen in ein kleines Büchlein zu verpacken.
Besonders hilfreich erschienen mir die Merkboxen, die man am Ende jedes Kapitels findet. Sie helfen auch unaufmerksamen Lesern, das Wichtigste zu behalten und ermöglichen schnelles Nachschlagen auch nach der Lektüre.
"Praktikum erfolgreich!" ist für mich ein durch und durch gelungener Ratgeber, den ich jedem zukünftigen Praktikanten ans Herz legen kann, da er eine großartige Hilfestellung für den Einstieg ins Berufsleben darstellt!
*Die in dieser Rezension gewählte männliche Form (besonders beim Wort "Praktikant") bezieht selbstverständlich immer gleichermaßen auch die weibliche Form mit ein und wird nur aufgrund von ökonomischen Gründen verwendet. - Lu Fraser
Ava und der Baum des Lebens
(48)Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:
„Ava und der Baum des Lebens“ von Lu Fraser und Paddy Donnelly
Ava und ihr Großvater begleiten eine alte Eiche gemeinsam durch die Jahreszeiten.
„Die Eiche hier ist alt und weise“, erklärt nun Opa Ava leise. „Mit jedem Jahr lernt sie dazu. Ich lernte mit ihr. Und jetzt du.““
Im Winter aber stürzt der alte Baum um und Ava ist ganz traurig und verzweifelt. Aber im nächsten Frühling zeigt der Großvater, Ava eine Eichel und diese pflanzen sie gemeinsam in den Boden und ein neuer Baum fängt an zu wachsen. Neues Leben beginnt.
„Sie war von unserem Baum ein Stück. Das Leben kehrt durch sie zurück.““
Fazit:Die preisgekrönte Bilderbuch Autorin Lu Fraser erzählt eine wunderschöne, poetische Geschichte über den Wechsel der Jahreszeiten - letztendlich über den Kreislauf des Lebens. Das ganze skizziert sie an einer alten Eiche. Sie formuliert ihre Geschichte sehr einfühlsam und verständlich für Kinder, auch nicht ganz so kurz, sodass das Bilderbuch, auch gut noch für ältere Kinder genommen werden kann. Mit Ava und ihrem Großvater hat die Autorin zwei sehr liebenswerte Charaktere geschaffen, durch die Kinder eine tolle Botschaft von Liebe, Abschied und Neuanfang, vermittelt bekommen.
Mit seinen schönen, farbigen, sehr stimmigen Illustrationen im graphisch - malerischen Stil, lässt Paddy Donnelly diese Geschichte dann so richtig lebendig werden, denn die Bilder sind sehr liebevoll und detailliert gezeichnet, sodass die Gemütsverfassungen der beiden Charaktere wunderbar zum Vorschein kommen.
Der Text selber ist in Reimform geschrieben, an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas holprig, aber immer noch gut verständlich. Hier darf natürlich nicht vergessen werden, dass es sich um eine Übersetzung handelt und da passt es nicht immer eins zu eins.
Eine kleine Besonderheit ist, dass dem Bilderbuch ein kostenloses Hörbuch – gesprochen von Gabi Gerlach – beigefügt ist, welches ganz einfach über einen QR-Code im Buch abrufbar ist.
Ein wunderbares, philosophisches Bilderbuch für Gespräche über Abschied und Neuanfang!
Die ganze Rezension auch auf meinem Literaturblog:
https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2025/06/18/ava-und-der-baum-des-lebens-von-lu-fraser-und-paddy-donnelly/
Besten Dank an den "Dorling Kindersley Verlag" / „Lovelybooks“ für das Rezensionsexemplar.
- Care Santos
Als das Leben vor uns lag
(36)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerCover: Das Cover ist sehr hübsch und wirkt nostalgisch weshalb es sehr gut zum Buch passt. Leider fehlt mir der inhaltliche Bezug ein wenig. Vielleicht wäre ein anderes nostalgisches Bild besser gewesen.Charaktere: Die vier Mädels sind alle sehr gut ausgearbeitet. Man erkennt ihr Komplexität, die im Laufe des Buches immer mehr Form annimmt. Die Verschiedenheit ihrer Charaktere und Leben zeichnet ein ziemliches gutes Bild der Gesellschaft.Inhalt: Vier Mädchen die sich aus dem Internat kennen und nach der letzten Nacht nie wieder etwas voneinander hören. Unausgesprochen liegen die Geschehnisse der letzten Nacht zwischen ihnen. Nach all den Jahren beschließt eine von ihnen ein Treffen zu arrangieren und jede von Ihnen bringt ihre eigenen Probleme mit. Das Thema hat von Anfang an Spannung versprochen. Das Setting ist eher ruhig und unspektakulär, dafür sind die Gespräche umso spannender. Stück für Stück offenbaren sich die Frauen einander und finden dabei mehr über sich selbst heraus als sie dachten. - Marco Linke
RUN RUN RUN
(6)Aktuelle Rezension von: Svenja_KotzabAls Teenager habe ich eine gewisse Zeit mal Tagebuch geschrieben. Wer weiß, vielleicht werde ich ja noch berühmt und meine Werke veröffentlicht 😂 es gibt ja unendlich viele Biografien, Menschen die berühmt sind; Menschen die unglaubliches erlebt und durchlebt haben, Menschen die beeinträchtigt sind oder die ganz große Liebe finden wollen. Ich war sehr gespannt in welche Richtung Run run run gehen wird
Die Gesichte beginnt ungefähr zur Wende. Ein junger Mann erzählt aus seinem Leben. Der Eintritt in die Welt der Teenager und die damit verbundenen Höhen und Tiefen. Der Autor beschreibt einen spannenden Weg zu sich selbst. Es ist nicht leicht herauszufinden wer man selber ist und was man im Leben erreichen möchte. Im Buch werden die einzelnen Lebensabschnitt genau beschrieben.
Für mich ein sehr erfrischendes Buch. Nach den ersten Seiten war ich zunächst skeptisch. Der Schreibstile war anfangs schon etwas plump und man konnte herauslesen das hier kein absolute Profi am Werk war. Aber genau das hat für mich den Charme des Buches ausgemacht. Die ehrlichen Formulierungen ohne Beschönigungen und ohne Blatt vor dem Mund! Mit dem Herzen direkt auf der Zunge! Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Wahnsinn was ein Menschen in seinem Leben alles erlebt und aushalten muss. Schon in jungen Jahren hat der Autor ja schon so viele schlimme und unschöne Erfahrungen machen müssen. Mich beeindruckt aber wie er es geschafft hat wieder einen positiven Bezug zum Leben zu finden. Dies geschieht an drei Wendepunkten im Leben! Toll das dann diese positive Energie auf das Leben überschwappt! Ich finde auch am Schreibstile merkt man wie viel glücklicher der Autor am Ende des Buches mit seiner Lebenssituation ist. Ich mag auch die Idee der Kapitel. Der Autor denkt bei einer sportlichen Jogging Runde über sein Leben nach! Coole Idee! Das einzige was mir nicht gefallen hat waren die Seiten über Corona. Klar Corona gehört zum Leben dazu und die letzten Jahre waren für alle sehr aufreibend und bewegend. Aber gerade weil ich alles am lebendigen Leibe miterlebt habe muss ich den ganz genauen Ablauf von Corona nicht schriftlich nochmal haben. Man spürt das den Autor Corona sehr zugesetzte haben muss, ich finde aber leider am Ende die Geschichte etwas abflacht und sich zu sehr um das eine dreht! Schade! Trotzdem ein tolles Buch, viele Emotionen , viel Mut und Liebe stecken in diesem Buch und in dieser Lebensgeschichte, danke dafür!
- Julie Cohen
Die andere Welt
(46)Aktuelle Rezension von: Lisi_WirthIn diesem Buch werden zwei Geschichten gleichzeitig erzählt. Louis ist männlich, hat Probleme mit seiner Frau und kehrt nach Hause zurück um die Mutter zu pflegen. Louise lebt mit ihrer Tochter alleine und kommt auch nach Hause um ihre Mutter zu pflegen. Es werden beide Lebensgeschichten nebeneinander erzählt. Handelt es sich um die gleichen Personen? Ist etwas schwierig zum Herausfinden.
- Dave Eggers
Eure Väter, wo sind sie? Und die Propheten, leben sie ewig?
(28)Aktuelle Rezension von: rkuehneEin hölzernes Kammerspiel auf einem verlassenen Kasernengelände. Thomas, Mitdreißiger in einer Lebenskrise holt nach und nach einen Astronauten, Abgeordneten, Polizisten, seine Mutter, einen Lehrer und eine Krankenschwester in eine der Kasernen, fesselt sie an einen Pfeiler und beginnt ihnen Fragen zu stellen um ihre jeweilige Schuld an seinem verkorksten Leben zu belegen. Der „gewaltlose“ Amoklauf auf der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft ist vom Ansatz her gut, könnte Wutbürger, soziale Scheren und viele andere Gesellschaftliche Probleme personalisieren, ist aber sprachlich wenig ambitioniert und teils zu moralisch und hinterlässt mich am Ende rat- und lustlos.
- Monica Brown
Frida Kahlo und ihre Tiere
(5)Aktuelle Rezension von: RamgardiaEin Buch, das mir total begeistert. Wunderschöne großformatige Bilder und ein kindgerechter Text. Am Anfang des Buches ist Frida noch ganz kleine und malt ihre Tiere. Von denen hat sie eine ganze Menagerie. Die Malerin hat sich oft mit ihren Tieren gemalt und auch wenn sie sie wohl als Kind noch nicht hatte, gefällt es mir für das Buch sehr gut, dass die Tiere sie ein Leben lang begleitet haben. Mit sechs Jahren muss Frida lange das Bett hüten, weil sie Kinderlähmung hat. Mit Hilfe ihrer Fantasie erfindet sie eine Freundin, die tanzt und spielt. Sie hat Freunde und Klammeräffchen mit denen sie spielt. Mit 18 Jahren verunglückt Frida im einem Bus. Und wieder hilft ihr ihre Neugierde und ihr Fantasie mit der Situation fertig zu werden. Mit ihrem Adler kann sie schwindelerregende Höhen erreichen und in dieser Zeit fängt Frida an ernsthaft zu malen. Ihr Ehemann Diego Rivera baut eine Kletterpyramide, die heute noch im Casa Azul, dem Haus Fridas zu besichtigen ist.
Ein Bilderbuch, dass für jedes Alter geeignet ist. Es macht Spaß im Internet nach den Bildern Frida Kahlos zu googlen oder sich den Film über ihr Leben noch einmal anzusehen.
So ein Buch kann bei den Kindern das Interesse an der Kunst wecken und vielleicht malen die Zuhörenden auch eine Bild von ihrem Tier.
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