Bücher mit dem Tag "lebenslust"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "lebenslust" gekennzeichnet haben.

38 Bücher

  1. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499013218)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

    (2.975)
    Aktuelle Rezension von: Feather

    Ich habe schon länger gehört, dass viele Leute Tschick einmal im Leben gelesen haben und es auch inspirierend genug ist, dass man es gerne als Schullektüre nimmt. Für mich unverständlich.

    Das ganze Buch hat sich leider gezogen und gezogen und das lag vor allem an den Charakteren. Ich habe nichts gegen Figuren, die herausstechen und anders sind, aber Tschick ist wirklich ein Negativbeispiel, wenn es um die Einführung solcher Charaktere geht. Ich konnte mich nicht mit ihnen anfreunden und sie haben mich ab einem bestimmten Punkt nur noch genervt mit ihren völlig hirnrissigen Entscheidungen.

    Dass diese Entscheidungen dann immer zu vollkommen wirren Nebenplots wurden, war auch keine Besserung und so hatte ich das Gefühl in einem nicht enden wollenden Traum gefangen zu sein, wo nichts irgendeinen Sinn ergab.

    Den Schreibstil habe ich als zäh und relativ einfach empfunden und er hat in Kombination mit Figuren und Plot nichts Positives beitragen können. Für mich leider ein absoluter Flop und das Buch würde ich nicht empfehlen.

  2. Cover des Buches Liebe findet uns (ISBN: 9783548062266)
    J. P. Monninger

    Liebe findet uns

    (427)
    Aktuelle Rezension von: Aukje

    Heather macht mit ihren zwei Freundinnen Constance und Amy nach ihrem Collegeabschluss, eine Rundreise durch Europa. Während einer Zugfahrt von Paris nach Amsterdam lernt sie durch Zufall Jack kennen der auch eine Rundreise durch Europa macht, aber geleitet durch ein Tagebuch seines Großvaters der durch Europa als Soldat nach dem zweiten Weltkrieg durch Europa wanderte. Die beiden entwickeln ziemlich schnell Gefühle für einander, verlieben sich haben eine wunderbare Zeit in Europa und beginnen eine Zukunft in New York zu planen, da Heather nach ihrer Reise dort einen Job anfangen wird. Als sie nun am Ende ihrer Reise am Flughafen in Paris stehen um zurück zu fliegen, verschwindet plötzlich Jack spurlos. Heather ist verzweifelt da sie nicht verstehen kann, warum Jack einfach verschwunden ist und kommt einfach nicht über ihn hinweg. Als sie plötzlich einen Hinweis erhält beginnt sie ihn zu suchen und erfährt mehr über sein Geheimnis.

    Hatte mich sehr auf das Buch gefreut, da man mich immer mit Stories die um eine Reise in einem Zug durch Europa handeln hat. Schließlich gehört der Film 'Before Sunrise' bis heute zu einem meiner absoluten Lieblingsfilmen. Dennoch fand ich das Buch teilweise anstrengend zu lesen, da es sich streckenweise gezogen hat. Auch der Charakter von Jack empfand ich eher als kühl und etwas abgeklärt und arrogant und konnte die Anziehung zwischen ihm und Heather überhaupt nicht nachvollziehen. Das Buch ist OK, hat aber seine Fehler und kann gelesen werden, aber gehört nicht zu den Büchern die man gelesen haben muss.

  3. Cover des Buches Das große Los (ISBN: 9783328110859)
    Meike Winnemuth

    Das große Los

    (255)
    Aktuelle Rezension von: schokobook

    Meike Winnemuth hatte 2010 bei Günther Jauch eine halbe Million Euro in der Sendung Wer wird Millionär gewonnen.

    Was macht man mit 500.000 Euro? Meike packt ihren Koffer . Nicht in die Luxushotels Europas, sondern sie reist, ein Jahr lang und jeden Monat ein anderes Land und  wohnt in airbnb. Alleine! Mit einem Koffer und nur das nötigste. Ihre Erlebnisse hält die Journalistin in einem Blog fest und per Mails an ihre Freunde und Bekannten. Am Ende stellt sie fest, dass sie das Geld nicht unbedingt brauchte, da sie ja weiter gearbeitet hatte, als Journalistin ist das sicher auch so machbar. Aber das Geld hat den Mut gegeben JETZT. Und ich finde das Buch ist inspirierend und das nochmals anders als Eat,Pray Love. Was sich für Möglichkeiten auf tun ist absolut interessant. Das Buch ist locker geschrieben. Hat immer mal wieder Bildmaterial und macht nachdenklich. 

  4. Cover des Buches Die Leopardin (ISBN: 9783404173402)
    Tina Dreher

    Die Leopardin

    (356)
    Aktuelle Rezension von: Mike_Leseratte

    Es geht um die Britische Agentin Flick, die unter widrigen Umständen mit ihrem Team eine entscheidende deutsche Fernmeldezentrale in Frankreich zerstören soll. Doch dabei ist ihr der deutsche Dieter Franck immer scharf auf der Spur.


    Es ist super spannend geschrieben und auch einfallsreich, über welche verschiedenen Methoden Verfolger abgehängt, Dinge verborgen und Ziele erreicht wurden. Natürlich wirkt es besonders an einigen Stellen unrealistisch, wie viel Glück im Spiel ist, doch das fällt nicht wirklich auf. Es ist vor allem aber auch interessant, wie viel Recherche dahinter steckt. Über die Technik die verbaut ist, die Waffen, die Flugzeuge und den ganzen Ablauf von solchen Missionen und alles. Es wirkt dadurch sehr realistisch und könnte genau so in der Realität passiert sein. Für mich sollte ein Buch über eine Spionin genau so sein.

  5. Cover des Buches Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt (ISBN: 9783802597565)
    Alex Morel

    Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt

    (464)
    Aktuelle Rezension von: Fantasticfox

    Das Cover ist einfach traumhaft und der Klappentext hat ich direkt berührt und zum Nachdenken angeregt. 

    So habe ich auch direkt mit dem Lesen angefangen und wurde von einem wunderbar emotionalen und angenehmen Schreibstil gefesselt, auch an Spannung hat es nicht gemangelt.

    Dementsprechend hat es auch nicht lange gedauert, bis ich mit dem Buch durch war. Ich wollte es nicht aus der Hand legen und gleichzeitig nicht, dass es zu Ende geht.

    Sehr tolles Buch.

  6. Cover des Buches Freie Liebe und andere Geschichten (ISBN: 9783442713554)
    Ali Smith

    Freie Liebe und andere Geschichten

    (5)
    Aktuelle Rezension von: BettinasBuechereck
    Der Roman enthält 12 verschiedene Geschichten, die zwischen zehn und 26 Seiten lang sind - es sind also relativ kurze Geschichten, die ganz unterschiedlich und vielfältig sind. Der Stil der Autorin ist meiner Meinung nach ganz besonders. Er ist sehr poeitsch und gefühlvoll mit einer teils sehr bildhaften Sprache.
    Man wird jedes Mal in die Geschichte reingeworfen und genauso fliegt man auch wieder aus der Geschichte heraus.  Es ist nicht immer sofort klar, um was es überhaupt geht. Im Einleitungstext ist von Aufbruch und auch von Sehnsucht die Rede - die Charaktere treffen Entscheidungen, verhalten sich anders als sonst, oft auch für ihre Mitmenschen nicht nachvollziehbar, brechen ins Ungewise auf, lassen ihr altes Leben hinter sich oder laufen davon.
    Bei der wörtlichen Rede werden keine Anführungszeichen verwendet, wodurch diese eine andere Wirkung erzielt, die aber zum Rest des Buches passt.
    Fazit: Mir hat das Buch insgesamt ziemlich gut gefallen. Es ist auf jeden Fall etwas anderes und hat mich ein wenig an Alice Munro oder Herbjorg Wassmo erinnert. Die Geschichten hinterlassen durchaus etwas in einem, wenn man sich für sie öffnet. Man hat dabei viel Interpretationsspielraum und kann die Geschichten getrost häufiger lesen. Die sehr kurzen Geschichten bieten jedes Mal nur einen kleinen Einblick in das Leben der Charaktere und was sie in diesem Moment tun - und es ist jedes Mal sehr besonders. Für's Lesen braucht man meiner Meinung nach Zeit, da die einzelnen Geschichten erst einmal nachwirken müssen. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der verworrene Geschichten mag, die einen auch teilweise verwirren und zum Nachdenken bringen.
    Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
  7. Cover des Buches Das Bücherschiff des Monsieur Perdu (ISBN: 9783426519899)
    Nina George

    Das Bücherschiff des Monsieur Perdu

    (135)
    Aktuelle Rezension von: PunktundKomma

    Der Roman ist die vielfach gefeierte Fortsetzung des Bestseller-Romans »Das Lavendelzimmer«, den ich bereits vor einiger Zeit auf meinem Buchblog besprochen habe. Das Bücherschiff und sein buchverliebter Kapitän mussten aus den dort genannten Gründen zunächst auf die nächste große Fahrt warten. Doch jetzt wurde der Anker gelichtet … ️

    Worum es geht: Jean Perdu lebt nun einige Jahre zusammen mit der Bildhauerin Catherine in der Provence, umgeben von seinen lieben Freunden und Verwandten. Das Bücherschiff hat er seinem Freund Cuneo überlassen, der daraus ein schwimmendes Bistro gemacht hat.

    So richtig angekommen scheint Perdu jedoch nicht zu sein, was spätestens dann offensichtlich wird, als ihn der Brief des Schriftstellers Saramago mit dessen letztem Willen erreicht. Wie in »Das Lavendelzimmer« sträubt sich Perdu, den Brief ohne Weiteres zu öffnen. Seine Freunde überreden ihn schließlich dazu, noch einmal die Reise mit dem Bücherschiff anzutreten, dieses Mal hinauf nach Norden, nach Paris, um endlich die Rastlosigkeit und Unruhe zu überwinden.

    Was mir gefallen hat: das französische Flair, emotionale Momente und die literarischen Liebeserklärungen sowie weiterhin die Idee zum schwimmenden Buchladen auf Reisen.

    Was mir gefehlt hat: echte Überraschungen. Die Handlung bleibt vorhersehbar, Figuren wirken oft zu glatt, Konflikte verlaufen allzu sanft. Wer Tiefgang sucht, könnte enttäuscht werden.

    Fazit: Für alle, die dem Alltag entfliehen wollen und sich nach literarischer Leichtigkeit sehnen – mit ein paar Längen, aber viel Atmosphäre. Eben ein Roman für Fans von Wohlfühllektüre mit Romantik und einer Prise Lebensphilosophie.

    Mehr zu meinem Leseempfinden und warum für mich das Buch eben kein literarisches Highlight ist, liest man hier: https://www.buchleserin.de/2025/09/26/das-buecherschiff-des-monsieur-perdu/ 📚

  8. Cover des Buches Wie viel wiegt mein Leben? (ISBN: 9783959102889)
    Antonia C. Wesseling

    Wie viel wiegt mein Leben?

    (105)
    Aktuelle Rezension von: SinaAnis

    Als selbst Betroffene fand ich dieses Buch super einfach verständlich und habe mich total verstanden gefühlt.

    Das Buch beinhaltet null Prozent Triggerinhalte und ist daher super für Betroffene.

    Aber auch für Angehörige ist das Buch passend. Es sind Meinungen und Gedanken von ihren Eltern und ihrer älteren Schwester drin, die ebenfalls helfen können, die Betroffenen zu verstehen.

    Neben zahlreichen Tipps enthält das Buch aber auch Interviews mit ihrem Psychologen.

    Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, da Antonia C. Wesseling so unterhalsam und leicht über dieses komplexe Thema!


    Eine Top Leseempfehlung für Betroffene, die Halt suchen (oder auch Mut) aber auch ein Buch für alle Angehörigen um etwas Hoffung zu erhalten!

  9. Cover des Buches Wenn du dich traust (ISBN: 9783401511634)
    Kira Gembri

    Wenn du dich traust

    (542)
    Aktuelle Rezension von: mxchellex678

    Die Geschichte an sich war süß und die Lovestory echt schön. Aber: für mich ging einfach alles viel zu schnell. Probleme, die eigentlich groß und schwer hätten sein können, wurden viel zu einfach und teilweise unrealistisch gelöst.


    Dadurch konnte ich nicht so richtig mitfühlen – es wirkte alles ein bisschen oberflächlich. Schade, weil die Idee echt gut war, aber so hat mir am Ende was gefehlt.


  10. Cover des Buches Achtsam morden im Hier und Jetzt (ISBN: 9783453427648)
    Karsten Dusse

    Achtsam morden im Hier und Jetzt

    (133)
    Aktuelle Rezension von: Burkhard_Hanke

    Mit „Achtsam morden im Hier und Jetzt“ legt Carsten Dusse den vierten Band seiner Erfolgsreihe vor – und er sprüht vor schwarzem Witz. Die grotesken Tantra-Treffen und herrlich überzeichneten Charaktere liefern Pointen am laufenden Band. Dazu gesellen sich bissige Dialoge, absurder Humor und der gewohnte Mix aus Selbsthilfe und Kriminalroman. Eine Fortsetzung, die zeigt: Björn Diemels Weg zur Erleuchtung ist mörderisch komisch.  

  11. Cover des Buches Das Leben ist nur ein Moment (ISBN: 9783548289335)
    Heike Fröhling

    Das Leben ist nur ein Moment

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Jeanette_Lube

    Dieses Buch erschien 2016 und beinhaltet 222 Seiten.

    Isabell findet im Nachlass der Großmutter Hinweise auf eine rätselhafte Vergangenheit. Aus diesem Grund reist sie nach Island, um dort Antworten zu finden. Sie lernt Gabriel, eine jungen Isländer, kennen, der ihr bei ihrer Spurensuche hilft. Sie finden gemeinsam immer mehr Hinweise, dass Isabells Großmutter nie die Frau war, die sie vorgab, zu sein, und dass das Schicksal der Verstorbenen bis heute sogar ihr eigenes Leben bestimmt. Dies ist ein Roman über Island und die Liebe, die stärker ist als die Schatten der Vergangenheit.

    Ich habe bereits einige Bücher der Autorin Heike Fröhling gelesen und finde hier den Titel wunderschön und das Cover einfach traumhaft. Emma, Isabells Großmutter, ist gestorben und bevor sie starb, tätigte sie noch einen Anruf… Nun muss sich Isabell um den Nachlass kümmern und findet eine Kiste, der sie Geheimnisse entlockt, von denen sie bisher noch nichts wusste. Kurzerhand entscheidet sie sich, nach Island zu reisen, um mehr darüber zu erfahren. Gemeinsam mit Gabriel kommt sie dabei auf eine Spur… Ich möchte aber nicht mehr darüber verraten. Mich hat die Geschichte von der ersten Seite an mitgenommen und ich begab mich mit Isabell auf eine abenteuerliche Reise, die mich echt überrascht hat. Ich liebe Geschichten, die auf zwei Zeitebenen erzählt werden und finde es toll, dass Isabell so viel herausfinden konnte. Manchmal gibt es Zwänge, in denen man steckt, die einen auf unglaubliche Wege leiten. Das Schicksal Emmas ging mir sehr zu Herzen und ich habe mit ihr gelitten, gebangt und gehofft. Wenn ihr erfahren möchte, was Isabell herausgefunden habt, dann lest unbedingt dieses Buch. Ich hatte wunderbare Lesestunden, die mir eine unglaublich schöne Zeit in Island beschert haben, denn die Landschaft wurde einzigartig beschrieben, sodass ich alles genau vor meinen Augen sah und auch genießen konnte. Letztendlich hat Isabell eine Entscheidung getroffen, die mich echt überrascht hat. Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter. Wieder einmal konnte mich die Autorin Heike Fröhling begeistern, faszinieren und komplett überzeugen und ich frage mich, warum dieses Buch so lange ungelesen in meinem Regal stand. Einfach toll!    

  12. Cover des Buches Mein schlimmster schönster Sommer (ISBN: 9783746633213)
    Stefanie Gregg

    Mein schlimmster schönster Sommer

    (110)
    Aktuelle Rezension von: schatziiboo

    "Mein schlimmster schönster Sommer" hat mich tief berührt und auf eine emotionale Reise mitgenommen. Die Geschichte ist eine wunderschöne Mischung aus Tragik und Hoffnung, die das Leben in all seinen Facetten zeigt. Die Charaktere sind authentisch und man fühlt sofort mit ihnen mit. Besonders gelungen ist die Darstellung der Konflikte und Gefühle, die das Buch so real und nachvollziehbar machen. Die Autorin schafft es, sowohl zum Lachen als auch zum Weinen zu bringen, und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Einzig die manchmal vorhersehbare Handlung und einige Klischees verhindern die volle Punktzahl. Dennoch absolut empfehlenswert!

  13. Cover des Buches Fünf Wörter für Glück (ISBN: 9783499000799)
    Ella Dove

    Fünf Wörter für Glück

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Heidi ist Ende zwanzig und versucht in London als Schauspielerin ihren Durchbruch zu schaffen. Aber dann kommt es anders. Beim joggen passiert etwas und sie erinnert sich an einen Mann und dann an nichts mehr, nur noch an Schmerzen und dann wachte sie in einer Klinik auf. Amputation und dann ein Neustart in der Reha. Wie in einem Nebel gehen die Tage dahin und sie kann sich auf nichts freuen oder konzentrieren und will auch nicht mit machen. Aber die achtzig jährige Maud bringt wieder Leben in Heid und plötzlich fasst sie neuen Mut und auch ihr Herz beginnt wieder für die Liebe zu schlagen.

    Das Buch ist echt toll geschrieben und sehr einfühlsam und ist keineswegs kitschig oder albern. Einfach ein Buch fürs Glück.

  14. Cover des Buches Wir waren keine Helden (ISBN: 9783862826933)
    Candy Bukowski

    Wir waren keine Helden

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „Wir waren keine Helden“ von Candy Bukowski wurde mir 2016 vom Verlag edel & electric zur Rezension angeboten. Mein Grund, dieses Angebot anzunehmen, scheint ein wenig banal: in der Inhaltsangabe ist die Rede von einem Punker. Aufgrund meiner eigenen Vergangenheit mit bunten Haaren, glänzenden Nieten und schweren Stiefeln werde ich da stets hellhörig. Ich hoffte auf einen Roman, mit dem ich mich identifizieren konnte und der mich an meine wilden Jahre erinnerte. Vermutlich brauchte ich deshalb sehr lange, um mich für die Lektüre bereit zu fühlen. Ein Nostalgietrip verlangt eben die richtige Stimmung.

    Als der Punker Pete vom Himmel fällt, ändert sich für Sugar alles. Überzeugt, erwachsen zu sein, verlässt sie ihr Kaff im Nirgendwo und stürmt der weiten Welt entgegen, in der Liebe, Schmerz, Traurigkeit, Hoffnung und vollkommenes Glück auf sie warten. Sie reitet die Wellen des Lebens, wird brutal unter Wasser gedrückt und taucht doch jedes Mal wieder auf. Sie ergreift Chancen, scheitert, traut sich, zu springen, um herauszufinden, ob sie fliegen kann und begreift irgendwann, dass Durchschnittlichkeit auf ihre Fragen keine Antworten bietet. Sie kämpft, um ihren Platz im verwirrenden Gefüge des Universums zu finden. Aufgeben ist keine Option. Denn Helden geben niemals auf.

    Ich bin zwiegespalten. Wie bereits erwähnt, hoffte ich, mich mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren zu können. Einerseits konnte ich das – und andererseits auch wieder nicht. Es ist kompliziert. Obwohl die Leser_innen die Protagonistin des Romans unter dem Namen Sugar kennenlernen, wurde für mich schnell deutlich, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Autobiografie handeln muss oder es zumindest starke autobiografische Züge aufweist. In einem Interview bestätigte Candy Bukowski diesen Eindruck; sie erklärte: „Candy und Sugar sind eins. In jung und gereift“. Candy alias Sugar wuchs in einem kleinen Dorf in Westdeutschland auf und verbrachte den Großteil ihrer Jugend in einer abgeranzten Kneipe, in der man es mit dem Jugendschutz nicht so genau nahm. Mit 17 zog sie Zuhause aus und entschied sich für eine Ausbildung zur Buchhändlerin. „Wir waren keine Helden“ fokussiert allerdings weniger die harten Fakten ihres Lebens, sondern konzentriert sich auf Candys/Sugars emotionale Erlebenswelt. Ihre Beziehungen stehen im Mittelpunkt, sowohl ihre romantischen und freundschaftlichen Beziehungen, als auch ihre Beziehung zu sich selbst. Bukowski sorgt selbstverständlich für den nötigen Kontext, damit ihre Leser_innen verstehen, welche Begegnungen in welcher Lebenssituation eine Rolle für sie spielten, doch meist bleibt sie vage und beschränkt sich auf das absolute Mindestmaß an Informationen. Für ihre Geschichte ist es kaum von Bedeutung, wann sie wo lebte und welchen Beruf sie dort ausübte, entscheidend sind die Menschen und Gefühle, die sie in ihren Lebensabschnitten begleiteten. Candy/Sugar ist eine Stehauffigur, die sich trotz herber Rückschläge niemals davon abhalten lässt, ihr Bedürfnis nach einem freien, wilden Leben zu erfüllen. Diese Autobiografie versprüht ungeheure Lebenslust, nahezu unstillbaren Lebenshunger und darin erkannte ich mich durchaus wieder. In diesem Sinne konnte ich mich also definitiv mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren. Was mir jedoch Schwierigkeiten bereitete, war der große Altersunterschied. Candy Bukowski wurde 1967 geboren und ist demzufolge 22 Jahre älter als ich. Sie könnte meine Mutter sein. Diese Spanne ist zu weit, als dass wir viele Berührungspunkte hätten. Ich kann nicht nachempfinden, wie es war, Anfang bzw. Mitte der 80er ein Teenager zu sein und ihre Erfahrungen in der Zeit, als ich jugendlich war, sind von einem erwachsenen Blickwinkel geprägt. Uns trennt eine ganze Generation, wodurch ich ihre stellvertretende Protagonistin Sugar eher objektiv betrachtete, als eine intensive persönliche Bindung zu ihr aufzubauen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich ihren Schreibstil als übertrieben literarisch empfand. Ihre verschleiernde blumige Poetik, die ab und zu durch provozierende Direktheit aufgebrochen wird, erschien mir zu abgehoben und lyrisch. Wie alle Leser_innen weiß auch ich einen bildhaften, üppigen Schreibstil zu schätzen, doch Candy Bukowski überschritt die Grenze zum Gekünstelten, als wollte sie ihrem Werk mehr Gewicht verleihen, als es eigentlich hat. Letztendlich handelt es sich eben doch „nur“ um die Geschichte eines Lebens, die trotz aller unkonventioneller Pfade lediglich eine außergewöhnliche, einmalige Biografie unter vielen ist. Candy Bukowski ist genauso einzigartig wie ich, wie ihr, wie jeder Mensch auf der Welt. Ihr Schreibstil vermittelte mir, dass sie sich selbst als besonders besonders sieht, obwohl sie das vielleicht gar nicht beabsichtigte. Dadurch wirkte „Wir waren keine Helden“ leicht pathetisch, womit ich bloß bedingt zurechtkam.

    „Wir waren keine Helden“ ist ein sehr ehrlicher Seelenstrip, der die Grenzen zwischen Autobiografie und Fiktion im Ungewissen lässt. Obwohl sich der Generationenunterschied als schwierig erwies und ich Candy Bukowskis Schreibstil etwas affektiert fand, erkenne ich uneingeschränkt an, dass sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist und ihr (emotionales) Leben in diesem Roman schonungslos offenlegt. Das erfordert Mut und verdient meinen Respekt. Sie ist zweifellos eine beeindruckende Frau, deren furchtlose Bereitschaft, außerhalb der Norm zu denken und zu leben, zu scheitern und dennoch immer wieder aufzustehen, bemerkenswert ist. Nichtsdestotrotz ist „Wir waren keine Helden“ meiner Ansicht nach ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Wer Interesse an Autobiografien hat und gern Einblicke in die Lebensweise anderer Menschen erhält, ist hier an der richtigen Adresse. Wer hingegen lieber zum klassischen Roman greift, sollte vielleicht noch einmal überlegen, ob eine andere Lektüre eventuell passender ist.

    Vielen Dank an den Verlag edel & electric für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

  15. Cover des Buches Rache im Odenwald (Alexandra König ermittelt 3) (ISBN: 9783958192744)
    Susanne Roßbach

    Rache im Odenwald (Alexandra König ermittelt 3)

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Christianes_Buecherschatzkiste

    Natürlich musste ich auch den driteen Teil, der Krimireihe aus dem Odenwald lesen. Wie auch im ersten Teil findet Alex eine Leiche, nur das diesmal Tom auch dabei ist. Und da es nun aufgrund des Fundortes nicht sein Fall ist, lässt es sich Alex natürlich nicht nehmen mal wieder selbst zu ermitteln. Da sie weiß wie Tom reagiert, wenn er es heraus findet, verpackt sie die Ermittlung in das ausprobieren neuer Hobbys. Unter anderem nimmt sie dafür Reitstunden und besucht ein Treffen eines Tierschutzvereins. Tom ahnt das natürlich und heftet sich in seiner freien Zeit an ihre Fersen. Während dieser Zeit bekommt Alex auch Besuch von ihrem Ex aus Hamburg und es kommt zu einer ziemlich witzigen Begegnung zwischen ihm und Tom nachdem Alex ihm klar gemacht hat, das sie nicht zu ihm zurück kehrern wird. Das Buch hat wieder den gleichen angenehmen Erzählstil aus der Sicht von Alex wie die anderen beiden Teile. Die Mischung zwischen Krimi uns Romantik hat mir auch diesmal wieder sehr gefallen. Leider ist meine Reise mit den beiden vorerst zu Ende, bisher ist noch kein weiterer Teil der Reihe in Arbeit. Finde ich persönlich sehr schade, aber vielleicht muss ich einfach nur ein wenig Geduld haben. Vielen Dank an die Autorin für diese unterhaltsamen Geschichten aus meiner Heimat.

  16. Cover des Buches Nur kurz leben (ISBN: B08PC8HZGB)
    Catherine Strefford

    Nur kurz leben

    (2)
    Aktuelle Rezension von: ckfree

    Nachdem ich jüngst das Folgewerk „Zwischeneinander“ gehört und dabei für mich eine Lücke festgestellt habe, habe ich jene mit diesem Werk schließen wollen. Das gelingt ganz gut, denn auf einem ungewollten Roadtrip verbindet sich die Geschichte um Richie und Leon.

    Kilometer um Kilometer nähern sich die beiden Personen, die unfreiwillig miteinander zu tun haben, an. Sie bearbeiten dabei in ihren Gesprächen mitunter schwierige Themen wie Familie, Freundschaft und Tod. Nicht nur, dass für die beiden die ein oder andere Erkenntnis fürs Leben drin ist, es ergeben sich auch Mitnahmeeffekte für den Leser/Hörer.

    Insofern sind die beiden sehr authentisch gezeichnet, wenngleich nicht jede Aktion so nachvollziehbar ist.

    Die Kapitel werden in der Ich-Form Richies geschildert, einige später auch in Leons. Richies Sätze, vielleicht auch getrieben durch seine Gedanken, sind manchmal nur Fragmente. Auch seine Ausdrucksweise ist an einigen Stellen für einen schon 28-Jährigen unpassend/unerwachsen.

    Der Sprecher passt mit seiner Stimme gut zum Alter Richies. Sprechtempo und Intonation sind den Situationen angepasst.

    Insgesamt ist auch dieses Buch der Autorin sehr emotional gehalten und stimmt durch seine realistischen Züge an der ein oder anderen Stelle nachdenklich.

  17. Cover des Buches Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2) (ISBN: 9783548291215)
    Beate Sauer

    Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)

    (107)
    Aktuelle Rezension von: biancasch

     Friederike Matthée ermittelt in einem Mordfall. Das Opfer ist eine ehemalige Kriminalbeamtin und die Täterin ist sofort gefunden… Natürlich nicht! Das Opfer war in der Vergangenheit auch Täterin und die Tatverdächtige ein Opfer. Und ist sie überhaupt die Täterin? 

    Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit und die Liebe darf auch nicht fehlen.

    Mehr möchte ich gar nicht schreiben. Das Buch ist unterhaltsam, kurzweilig und leicht zu lesen. 

    Eine tolle Urlaubslektüre.

  18. Cover des Buches Ich und du und der Drache Fu (ISBN: 9783407820204)
  19. Cover des Buches heimelig (ISBN: 9783037633182)
    Blanca Imboden

    heimelig

    (34)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Ich war skeptisch, ob ich dieses Buch mögen würde. Die Situation mit meinen in die Jahre gekommenen Eltern hat mich sehr belastet. Dann habe ich es doch angefangen und habe sehr viel Hoffnung daraus geschöpft. 

    Nelly fühlt sich von ihrer Tochter abgeschoben ins Altersheim. Sie hat dort viele Leute um sich, und auch sympathische und weniger sympathische Menschen. Ihre Tochter kommt immer nur kurz zum Besuch, aber ihre Enkelin ist einfach nur toll! Wie die sich um ihre "Grosi" kümmert und was für Gespräche die beiden führen, das hat mich fasziniert.

    Mehr möchte ich nicht verraten, möchte jedem die Lesefreude lassen!

    Eine absolute Leseempfehlung für Menschen mit Herz!

  20. Cover des Buches Meine freie deutsche Jugend (ISBN: 9783104912608)
    Claudia Rusch

    Meine freie deutsche Jugend

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    "für Irmgard, ganz herzlich, Weimar 16.10.03" lautet die Widmung, dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen, nur das hier die Lebensgeschichte eines Vorbilds an Zivilcourage anschaulich präsentiert wird. Wäre man selbst so tapfer gewesen, man weiß es nicht, aber durch die Erziehung zum Querdenken durch ihre Mutter und deren Freunde wurden die Energien der kleinen Claudia in die richtigen Bahnen gelenkt. Das DDR-Unrecht wird drastisch angeklagt, so daß kein Platz mehr für Ostalgie und Verklärung bleibt, erst mit der "Wende" wurden die Oppostitionellen zu "echten" DDR-Bürgern, aber aufhalten ließ sich der hier schreibende Wirbelwind nicht. Auch ein Vorbild an Lebensenergie und der Beweis dafür, was man als Individuum erleben kann.

  21. Cover des Buches Hinter dem Lächeln (ISBN: 9783492320085)
    Michaela May

    Hinter dem Lächeln

    (6)
    Aktuelle Rezension von: gaby2707

    Nachdem ich Michaela May in dem Einpersonenstück „Oskar und die Dame in Rosa" bewundert hatte, wollte ich unbedingt mehr über diese charismatische und beeindruckende Schauspielerin wissen. So kam ich auf ihre Autobiografie „Hinter dem Lächeln“.  

    In diesem Buch erzählt sie über ihre Familie: die lustige Oma Fanny; ihre Eltern, durch die sie ihre Liebe zur Bühne und zur Musik entdeckte; und ihre Geschwister Hans, Karl und die kleine Gundi, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Ich lerne Traudi Mittermayr, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, als Kind kennen. Aufgewachsen in der Münchner Stöberlstraße in München-Laim, liebt sie das freie Leben in der Natur in Riederau am Ammersee, wo ihre Eltern ein Wochenendhaus hatten. Über das Ballett, wo sie das erste mal vor Publikum auftritt, bekommt sie ihre erste Rolle in einer Milchwerbung. Und von da an weiß sie, sie will auf die Bretter, die die Welt bedeuten und schauspielern. Und ich darf sie in diesem Roman auf ihrer Reise begleiten.

    Ganz schnell bin ich in dieses interessante, unterhaltsame, spannende und teils sehr berührende Leben eingetaucht und konnte das Buch bis zum Schluss kaum aus der Hand legen. Ich fand es sehr bewegend, wie schonungslos offen sie mich an ihrem Leben, das von Höhen und Tiefen geprägt ist, teilnehmen lässt. Ich erlebe sie hier nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Tochter, Schwester, Mutter zweier Töchter, Freundin und Partnerin. Gerade auch die Schicksalsschläge, die sie mit ihrer Familie verkraften muss, haben mich erschüttert. Sie zeigt mir aber auch, dass man trotz dieser ganzen Verluste und Schicksalsschläge die Gegenwart genießen und voller Lebensfreude auskosten kann.

    Beeindruckt hat mich auch ihr soziales Engagement für Kinder und alte Menschen, von dem ich bisher nur wenig wusste.

    Bei den Filmen und Serien ab 1962 merkt man erst, wie viel diese Frau schon gedreht und uns damit bestens unterhalten hat. Das 31 Seiten starke Bildmaterial aus ihrem Privatleben und mit ihren Künstlerkolleg*innen im Inneren des Buches gefällt mir auch ausgesprochen gut. Besonders ein Foto mit Hannelore Elsner, die ich ebenfalls sehr verehrt habe.


    Die Geschichte einer sehr sympathischen, ausdrucksstarken und klugen Frau, die ich sehr gerne gelesen habe.

  22. Cover des Buches Im Takt des Herzens (ISBN: 9783596709250)
    Clara Langenbach

    Im Takt des Herzens

    (12)
    Aktuelle Rezension von: BiblioJess

    Die Zukunft von Iwa lässt als Tochter aus reichem Hause in den 1920er Jahren nicht viel Spielraum. Gut heiraten, Kinder kriegen. Doch weder das eine noch das andere wünscht sie sich für sich selbst. Sie will frei sein, und ihre Leidenschaft als Tänzerin ausleben. Als Iwa diese schon fast verloren glaubt, entfacht ausgerechnet William, ein Klavierspieler, sie erneut. Angetrieben von neuem Mut plant sie, nach Dresden zu gehen, an die Schule der berühmten Mary Wigman. Doch kann sie wirklich Fuß fassen oder riskiert sie, am Ende mit nichts dazustehen?

    »Im Takt des Herzens« ist ein sehr atmosphärisches, schön geschriebenes Buch mit einer tollen Protagonistin. Die Autorin fängt sehr gut den Zeitgeist ein, die Stimmung in den 20ern. Nicht nur durch Schilderungen der politischen Lage oder Konventionen, auch das zum Leben erwecken der Städte und Gebäude trägt seinen Teil dazu bei. Ich hab mich komplett in München bzw. Dresden dieser Zeit hineinversetzt gefühlt, das hat mir sehr gut gefallen. Außerdem mochte ich, dass das Buch eine Leichtigkeit beibehalten konnte, obwohl viele dunkle Ereignisse die Handlung überschatten (sowohl privat als auch in größerem Rahmen). Die wirkten aber auch nie deplatziert, es fügte sich gut zusammen.

    Iwa hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Sie schlägt sich durch in einer Welt, die sie nicht sein lassen will, wer sie ist. Sie war direkt zu Beginn sehr forsch gegenüber ihrer Großmutter oder Verehrern, weshalb ich erst gedacht hatte, das mehr Entwicklung im Laufe des Buches schön gewesen wäre (sie sich also zu Anfang noch nicht so viel traut). Aber je weiter man liest, desto besser passt es, wie es gestartet ist. Denn sie macht noch einiges an Entwicklungen – und natürlich Zweifeln – durch. Und ich liebe es, dass sie trotz aller Überlegungen, ob sie ihre Träume verwirklichen kann, sich selbst und ihren Wünschen/ihrer Persönlichkeit treu geblieben ist. Weiterentwicklung, ohne die Prinzipien über den Haufen zu werfen. Das ist hier gut gelungen. 

    Die Liebesgeschichte ist eher nebensächlich und hat mich nicht ganz so sehr gepackt, da fehlte für mich etwas der Funke. William war im Vergleich zu Iwa ziemlich im Hintergrund und hat nicht so viel Raum bekommen, wodurch ich nicht hundertprozentig Iwas Gefühle für ihn nachemfpinden konnte.. Aber generell fand ich es gar nicht schlimm, das der Fokus gewollt vor allem auf ihr lag und nicht auf der Beziehung, eigentlich war das sogar gerade das erfrischende. Und trotzdem mochte ich William und wie er mit Iwa umgegangen ist. Wie auch er wächst und sie beide aufeinander zu gehen. Ebenso die anderen Charaktere haben dazu beigetragen, dass die Handlung rund wird.

    Insgesamt hab ich das Buch wirklich gerne gelesen, ich mochte Schreibstil und Protagonistin sehr. Von mir gibt es eine Empfehlung und 4,5 Sterne.

  23. Cover des Buches Fiesta – Das Mexiko-Kochbuch – mit edler Ausstattung und farbigem Buchblock (ISBN: 9783745932157)
    Tanja Dusy

    Fiesta – Das Mexiko-Kochbuch – mit edler Ausstattung und farbigem Buchblock

    (9)
    Aktuelle Rezension von: CoffeeToGo

    Was einem sofort auffällt ist, dass das Kochbuch unglaublich farbenfroh ist. Man bekommt sofort gute Laune beim Durchblättern.

    Man sollte sich bewusst sein, dass man, sollte man wirklich die authentische Küche Mexikos auf seinen Teller bringen möchte, viele spezielle Zutaten benötigen wird. Hat man einen mexikanischen Spezialitätenladen in der Nähe, oder bestellt gerne die benötigten Sachen im Internet, super! Ansonsten ist man ein bisschen aufgeschmissen, alleine schon bei den vielen verschiedenen Chilisorten. Man kann zwar auch die stinknormalen nehmen, dann wird's aber eben nicht authentisch.
    Außerdem wird ziemlich oft mit Koriandergrün gekocht bzw abgeschmeckt. Mag man das nicht, ist es wohl auch die falsche Küche.

    Die Schrift fand ich zwar hübsch anzusehen, leider kann man sie sehr schlecht lesen. Gut, dass nur die Titel der Rezepte so geschrieben sind.
    Die Rezepte an sich empfand ich als ziemlich lang und komplex. Eher nichts für Kochanfänger. Und eine Angabe zur Zubereitungszeit hätte ich mir ebenfalls gewünscht, vor allem weil öfter mit getrockneten Hülsenfrüchten gekocht wird, die nun Mal über Nacht eingeweicht werden müssen. Alternativ kann man natürlich auch einfach vorher das Rezept ausführlich durchlesen ;)

    Das Buch startet mit einem sehr umfangreichen Kapitel über Snacks, Suppen und Salate. Wobei die Snacks definitiv überwiegen. Es gibt Tortillarezepte, tolle Saucen und Dips, die mir persönlich am besten gefallen haben und ein paar Suppen und Salate. Wobei ich die Salate am schwächsten fand.

    Es folgt ein sehr fleisch- und fischlastiges Kapitel mit Hauptgerichten. Hauptsächlich drehen sich die Gerichte um Wraps, Quesadillas, Enchiladas, Tacos usw. Vielleicht liege ich falsch, aber die Küche Mexikos hat doch ein bisschen mehr zu bieten, als nur die bekannten "Fastfood"-Varianten. Letzteres ist nicht so böse gemeint, wie es klingt, denn die Rezepte sind durchaus gut und lassen das Wasser im Munde zusammen laufen.
    Ich hätte mir irgendwie ein wenig mehr Abwechslung gewünscht, mehr verschiedene Eintöpfe oder ähnliches.

    Die Desserts waren gar nichts für mich. Ich bin bei süßem aber auch ein wenig eigen und ich mag keine Churros. Zusätzlich gibt es noch ein paar mexikanische Getränke. Die klingen alle sehr schmackhaft.

    Wann ist das Buch etwas für mich?
    Wenn du gerne mexikanische Küche/Gewürze magst, diese auch im Supermarkt nebenan bekommst, bei Wraps, Quesadillas und Co gerne zugreifst und Fleisch liebst.
    Wann sollte ich das Buch links liegen lassen?
    Wenn du Vegetarier oder sogar Veganer bist, keinen Koriander magst, generell nicht gerne würzig isst und du lieber Alternativen zu Wraps, Quesadillas und Co haben möchtest.

  24. Cover des Buches Die Nacht unterm Schnee (ISBN: 9783518473672)
    Ralf Rothmann

    Die Nacht unterm Schnee

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Nicolai_Levin

    Das Personal aus "Die Nacht unterm Schnee" ist dem geneigten Publikum bereits aus den Vorgängerbänden in Ralf Rothmanns Zyklus über die Erlebnisse seine Familie im Zweiten Weltkrieg ("Im Frühling Sterben" und "Der Gott jenes Sommers") vertraut: Die Handlung berichtet vom weiteren Lebensweg des Melkers Walter und seiner Frau Elisabeth, die den Eltern des Autors enstsprechen, nach dem Kriegsende 1945. 

    Walter ist allein und ohne Melkmaschine verantwortlich für einen großen Milchbetrieb in Holstein, seine Verlobte Elisabeth arbeitet als Bedienung in der Gaststätte, die von der Familie der Ich-Erzählerin, Luisa, in Kiel bewirtschaftet wird. Während Luisa Abitur macht und zu studieren beginnt, schöpft Elisabeth ihre Freiheit in den Vollen aus - als leichtes Mädchen oder als Gelegenheitsprostituierte, je nachdem, wie man es sehen will, jedenfalls geht sie mit Gästen ins Bett und verbessert auf diese Weise ihre materielle Lage in jenen harten Zeiten. Das geht so, bis sie ihren Walter heiratet, den Sohn Wolf (der im wahren Leben Ralf heißt) bekommt und ihren Mann in seinem harten Tagwerk im Gut an der Schlei unterstützt. Luisa besucht die beiden zweimal für ein paar Wochen in ihrer ländlichen Abgeschiedenheit und lernt so das unerbittliche Melkerleben mit seinen endlos langen Arbeitstagen kennen. Als das zweite Kind kommt, nicht ohne Komplikationen, wird Elisabeth Ruhe verordnet, sie kann nicht mehr mit anpacken und so zieht die Familie ins Ruhrgebiet, wo Walter als Bergmann unter Tage arbeitet, ein Dasein, dessen materielle Umstände in der Oberhausener Bergarbeitersiedlung bürgerlicher und komfortabler wirken als das primitive Leben in der Melkerhütte; aber am Ende bleibt es eine Existenz, die mindestens ebenso an der Gesundheit aller Beteiligten zehrt - am Ende werden beide, Elisabeth und Walter, schon im Alter von sechzig Jahren sterben. Luisa, der ihr Sprung in die beschauliche Bürgerlichkeit gelungen ist, hat in Kiel einen Hochschuldozenten geheiratet und leitet eine Bibliothek; sie besucht ihre alte Freundin noch einmal in den Sechzigern auf ihrem Weg in den Italienurlaub, danach wird sie erst wieder Kontakt zu Elisabeth haben, wenn diese im Sterben liegt.

    Zwischen diesen Erzählungsstrang sind Abschnitte gefügt, die, aus Sicht von Elisabeth und in dritter Person geschrieben, von ihrer Zeit berichten, unmittelbar bevor sie im Winter 1945 als Flüchtling auf einem Gut in Holstein ihren Walter kennenlernen wird. Die Sechzehnjährige flieht im Schnee aus dem zerbombten Danzig nach Westen, wird von einer Gruppe sowjetischer Soldaten vergewaltigt und anschließend von einem russischen Deserteur gerettet und versorgt, ehe sie sich wieder auf den Weg nach Westen macht.

    Dieser Erzählungsstrang ist ein Wagnis. Als Mann eine Vergewaltigung und deren Folgen zu schildern, noch dazu jene, die an der eigenen Mutter begangen wurde, das erfordert schon allerhand Mut und Kunstfertigkeit von einem Schriftsteller. Ralf Rothmann hat beides und meistert diese Klippen (soweit ich als Mann, dem derartige Erfahrungen bislang gottlob erspart geblieben sind, das beurteilen kann und darf) bravourös.

    Es ist ja bemerkenswert, wie wenig Widerhall die hunderttausende Fälle von Vergewaltigungen deutscher Frauen durch sowjetische Soldaten sonst in unserem kollektiven Gedächtnis gefunden haben. Natürlich, direkt zu jener Zeit hatten die Deutschen das Maul zu halten, egal was man ihnen antat, sie waren besiegt und schließlich hatten die Männer und Brüder jener beklagenswerten Frauen bis kurz zuvor ihrerseits unsagbare Gräueltaten in den deutsch besetzten Gebieten zu verantworten. Später in der DDR konnte nicht gewesen sein, was nicht sein durfte: Die Sowjets waren Brudervolk, Vorreiter auf dem Weg zum Kommunismus und auch sonst unantastbar. Undenkbar, dass sie je zu etwas Schlimmem in der Lage sein könnten (die Haltung, die wir heute noch bei Wagenknecht und ihren Putinfreunden finden). Im Westen aber kehrte man den Krieg und seine Schrecklichkeiten am liebsten unter den Teppich, auch wenn das hieß, das selbsterfahrene Leid in Bombennächten und vielleicht auch als Vergewaltigungsopfer mit zu verdrängen und zu verschweigen. Vielleicht kam hinzu, dass sowjetische Männer, die sich brutal an Frauen vergehen, zu nah an dem Bild waren, das Goebbels einst den Deutschen von den "wilden asiatischen Horden aus der Steppe" gezeichnet hatte, um den Kampfwillen der Heimatfront anzufachen.

    Zu beanstanden gibt es auch an der Nachkriegsgeschichte von Elisabeth, Walter und Luisa eigentlich nichts. Ralf Rothmann versteht sich auf die Details für den Zeitkolorit, und er schließt mit diesem Buch elegant die Brücke zwischen seinen in Holstein angesiedelten Kriegsezählungen und den - später spielenden und früher erschienenen - Geschichten aus seiner eigenen Jugend im Ruhrpott der sechziger Jahre, wie etwa in "Milch und Kohle". Die handelnden Figuren sind dieselben, und wir verstehen sie jetzt ein gutes Stück besser.

    Was mir allerdings fehlt zu meinem restlosen Glück, ist jene Wendung zum Allgemeingültigen, die für mich die beiden Kriegsbücher so groß gemacht hat. Das Melkerschicksal taugt nicht recht zur Blaupause für das westdeutsche Wirtschaftswunder, auch wenn Rothmann sich in Ansätzen daran versucht: das Fliehen vor Problemen in die Arbeit, das Zugrundeschuften ohne Rücksicht auf körperliche Verluste, das Verdrängen der Vergangenheit (beispielhaft an der Ahnungslosigkeit, mit der die Frauen die SS-Blutgruppentätowierungen mancher Männer betrachten), die Spießigkeit, die Kontinuität der Täter (wie Luisas erstem Liebhaber, dem italienischen Arzt mit der finsteren SS-Vergangenheit). Während in den Kriegsbüchern das Zeitgeschehen brutal die Familienschicksale durcheinandergebracht hat und nicht auszublenden war, finden wir in "Die Nacht unterm Schnee" nichts von den großen Ereignissen, nichts Politisches und nichts historisch Relevantes. Die kleine Welt der kleinen Leute existiert ohne Bezug zum Zeitgeschehen, das ist zwar auch eine Aussage (eine, die dann von den 68-ern moniert wurde, die schimpften, es könne kein richtiges Leben im falschen geben), aber es begrenzt den Roman doch auf eine spezielle Familiengeschichte, so gut sie auch erzählt sein mag.

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