Bücher mit dem Tag "lebensweg"
98 Bücher
- Matt Haig
Die Mitternachtsbibliothek
(1.634)Aktuelle Rezension von: Donnie_DarkoIn 'Die Mitternachtsbibliothek' greift Matt Haig eine Idee auf, die auf den ersten Blick wirklich spannend klingt. Ein Ort zwischen Leben und Tod, an dem man all die nicht geführten Leben ausprobieren kann, verspricht ein Konzept mit enormen Potenzial. Leider konnte mich die Umsetzung am Ende deutlich weniger überzeugen, als ich es erwartet hatte.
Im Zentrum der Geschichte steht Nora Seed, die mit ihrem Leben zutiefst unzufrieden ist. Vieles ist anders gelaufen, als sie es sich früher vorgestellt hatte. Beziehungen sind zerbrochen, Chancen wurden verpasst und nach und nach entsteht bei ihr das Gefühl, an jeder falschen Abzweigung ihres Lebens gestanden zu haben. In einem Moment völliger Verzweiflung trifft sie schließlich eine drastische Entscheidung. Doch statt einfach zu sterben, erwacht sie in der sogenannten Mitternachtsbibliothek. Dort begegnet sie einer alten Bekannten, welche ihr mögliche Alternativen von ihrem Leben in Form von Büchern präsentiert. Nora bekommt nun die Chance, all diese Versionen auszuprobieren. Genau an diesem Punkt beginnt auch der Kern der Geschichte. Nora springt von Leben zu Leben und erlebt verschiedene Varianten dessen, was aus ihr hätte werden können. Mal ist sie erfolgreich, mal lebt sie ein völlig anderes Leben als das, das sie bisher kannte. Die Idee dahinter fand ich tatsächlich sehr interessant. Gerade dieser Gedanke, dass kleine Entscheidungen den gesamten Lebensweg verändern können, bietet eigentlich viel Raum für spannende Entwicklungen. Allerdings stellte sich bei mir relativ schnell Ernüchterung ein. Viele der alternativen Leben wirkten auf mich recht vorhersehbar, sodass der Überraschungseffekt oft ausblieb. Statt immer neue Perspektiven zu eröffnen, fühlten sich einige Abschnitte eher wie Variationen desselben Gedankens an. Dadurch verlor die Geschichte für mich nach und nach an Spannung. Teilweise erinnerte mich das Ganze an eine vereinfachte Variante des Butterfly-Effekts, nur ohne dessen wirkliche Komplexität.
Auch die emotionale Ebene konnte mich leider nicht wirklich erreichen. Das Buch versucht immer wieder große Themen wie Reue, Lebensentscheidungen oder Selbstakzeptanz anzusprechen. Zwar sind die Ansätze dafür durchaus vorhanden, doch für mich blieb vieles eher an der Oberfläche. Statt wirklich tief in Noras Gedankenwelt einzutauchen, wirkten manche Passagen eher wie vereinfachte Lebensweisheiten. Dadurch entstand bei mir stellenweise das Gefühl, dass hier viel über Lebensphilosophie gesprochen wird, ohne wirklich neue Perspektiven zu eröffnen.
Ähnlich ging es mir auch mit dem Schreibstil. Grundsätzlich lässt sich das Buch schnell lesen durch den simplen Schreibstil, allerdings empfand ich viele Stellen als recht repetitiv. Einige Gedanken tauchen immer wieder auf, nur leicht anders formuliert, wodurch sich die Handlung zieht. Ein richtiger Lesefluss wollte bei mir deshalb nicht entstehen und gegen Ende musste ich mich ehrlich gesagt ein wenig durch das Buch kämpfen. Auch die Figuren bleiben für mich eher blass. Obwohl Nora im Mittelpunkt der Geschichte steht, hatte ich selten das Gefühl, wirklich eine starke Verbindung zu ihr aufzubauen. Ihre Emotionen werden zwar beschrieben, bleiben aber oft recht distanziert. Viele Nebenfiguren tauchen zudem nur kurz auf und verschwinden genauso schnell wieder aus der Handlung. Insbesondere das Ende konnte diesen Eindruck für mich leider auch nicht mehr verändern. Bis zum Schluss zieht sich die Handlung abermals unnötig in die Länge und wirkt dadurch etwas vorhersehbar. Zwar wird die Botschaft des Buches deutlich, überrascht aber nicht wirklich und platziert diese eher im Mittelfeld.
Kurzfazit:
Insgesamt ist 'Die Mitternachtsbibliothek' für mich deshalb kein schlechtes Buch, aber auch keines, das mich nachhaltig begeistern konnte. Die Grundidee ist interessant und hätte viel Potenzial gehabt, doch in der Umsetzung bleibt vieles zu oberflächlich. Am Ende bleibt für mich deshalb ein eher durchschnittlicher Eindruck. Es ist nur solide, aber weit entfernt von dem Hype um dieses Buch.
- Jojo Moyes
Ein ganz neues Leben
(1.947)Aktuelle Rezension von: Katrin1Ich habe dieses Buch in einer Bücherecke gesehen und kannte nur die Autorin aufgrund des Films "Ein ganzes halbes Jahr" welcher mich tief berührt hat. Als ich feststellte, dass es sich bei Ein ganz neues Leben um die Fortsetzung handelte, konnte ich es kaum erwarten und ich wurde nicht enttäuscht. Ein wunderschönes Buch, eine gelungene Fortsetzung mit allen Gefühlen, die nach so einem Erlebnis dazugehören um zurück in ein ganz neues Leben zu finden.
- Paulo Coelho
Der Alchimist
(2.163)Aktuelle Rezension von: Mira_SternPaulo Coelhos Der Alchimist ist eine inspirierende Parabel über die Suche nach dem eigenen Lebensweg und die Bedeutung von Träumen. Santiago, der junge Schafhirte, führt uns auf eine Reise voller Prüfungen, Begegnungen und Zeichen, die zeigen, dass wahre Erfüllung nur durch das Hören auf das eigene Herz und die eigene Bestimmung zu finden ist. Coelhos Sprache ist klar und zugleich tiefgründig – sie lädt zum Nachdenken über Mut, Vertrauen und das Zusammenspiel von Schicksal und Freiheit ein. Ein Buch, das sanft ermutigt, den eigenen inneren Schatz zu entdecken.
- Donna Tartt
Der Distelfink
(530)Aktuelle Rezension von: MEvaEine interessante Geschichte über jahrelange Konsequenzen einer einzigen Handlung, die leider etwas unnachvollziehbar in die Substanzen-Ecke taumelt.
Theo Decker ist unter einem schlechten Stern geboren - vermutlich würde sein alkohol- und Glücksspielkranker Vater mir hier zustimmen. Im Alter von 13 Jahren verliert er seine alleinerziehende Mutter bei einem terroristischen Anschlag im Museum. Zeitgleich stellt das Schicksal die Weichen für lebenslange Bindungen: An ein Antiquariat und den "Distelfink" - das Gemälde, was er im Affekt stiehlt. Die Jahre gehen ins Land, er verliert Angehörige und seine Tat verfolgt ihn - bis ein Freund aus der Vergangenheit auftaucht.
Spoilerwarnung:
Meiner Meinung nach hätten 200 Seiten weniger das Thema auch rübergebracht. Theo leidet an PTSD und wurde mehrfach entwurzelt, was eine mögliche Erklärung für seinen heftigen Drogenkonsum ist den ich schon als recht unrealistisch für seinen komplexen Lifestyle als betrügerischer Antiquitätenhändler halte. Das Thema des Kunstraubs und seiner Konsequenzen - auch auf philosophischer Ebene - finde ich interessant. Theo selbst bleibt etwas blass denn seine eigenen Moralvorstellungen werden vom Gutmensch Hobie und dem selbstgerechten Boris überschattet. Am Ende wird der Leser genauso hin- und hergerissen. Was würden wir tun? - Elena Ferrante
Meine geniale Freundin
(683)Aktuelle Rezension von: Alina35Ein Buch, das lange nachhallt. Ferrante zeichnet die Freundschaft zwischen Elena und Lila mit einer solchen Tiefe, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Die Sprache ist klar, eindringlich und voller Zwischentöne. Ein meisterhaftes Porträt zweier Mädchen, die sich gegenseitig prägen und herausfordern. Für mich ein echtes Highlight.
- Rachel Joyce
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
(1.384)Aktuelle Rezension von: HerzenswegeDie Handlung beginnt sanft und ohne besondere Spannung, schafft es aber einem rasch in ihren Bann zu ziehen. Harold läuft einfach los quer durch England, um ? Wegzulaufen - oder eine Kranke zu retten? Oder? Die Autorin führt den Leser, die Leserin wunderbar sensibel in die Innenwelten der Hauptpersonen Harold und Maureen und lässt uns miterleben wie Harold während seiner Reise seine eigene Geschichte und sein Leben reflektiert und sich entscheidende Fragen zum Leben stellt. Die täglichen Herausforderungen eines Lebens alleine auf der Straße, die Kontakte zu anderen Menschen und die Naturerlebnisse vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre welche den Leser, die Leserin Harolds Gefühle, Tragik, Hilflosigkeit aber auch Mut, neue Hoffnung sowie Freude und Liebe miterleben lassen.
Mich hat das buch beeindruckt und berührt - 5 Sterne
- Hermann Hesse
Siddhartha
(951)Aktuelle Rezension von: Mira_SternHermann Hesses Siddhartha hat mich wieder einmal tief berührt. Die Reise des jungen Brahmanen auf der Suche nach innerer Wahrheit und Erfüllung ist zugleich poetisch und nachdenklich stimmend. Besonders beeindruckt hat mich, wie Hesse zeigt, dass Weisheit nicht gelehrt, sondern erlebt wird – durch Erfahrungen, Begegnungen und die Bereitschaft, den eigenen Weg zu gehen. Dieses Buch lädt dazu ein, über das eigene Leben, die eigene Spiritualität und die Balance zwischen Tun und Sein nachzudenken. Wer sich gern auf eine stille, tiefgründige Reise einlässt, wird hier viele wertvolle Impulse finden.
- Lucinda Riley
Die Schattenschwester
(710)Aktuelle Rezension von: miahAchtung! Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe! Die Bücher können unabängig voneinander gelesen werden.
Inhalt:
Star ist die dritte der sieben Schwestern und besonders eng mit CeCe verbunden. Die beiden sind unzertrennlich und machen alles gemeinsam. Doch nach dem Tod ihres Vaters bekommt jede Schwester ihr eigenes Rätsel zu ihrer Herkunft. Star beginnt in einem Antiquariat in London mit ihrer Suche und ist schon bald gefesselt von der Vergangenheit...
Meine Meinung:
Es ist schon sehr lange her, dass ich die ersten beiden Bände der Reihe gelesen habe, doch die Geschichten der Schwestern sind im Prinzip auch unabhängig voneinander lesbar. Dadurch braucht es an sich kein Hintergrundwissen, um sich in dieser Geschichte zurechtzufinden.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Star ist eher zurückhaltend und schüchtern. Sie spricht wenig und weiß mit ihren 27 Jahren noch nicht, was sie mit ihren Leben anfangen möchte. Mit ihrer Schwester CeCe ist sie so eng verbunden, dass man die beiden immer nur gemeinsam antrifft. Sie sind zusammen um die Welt gereist und leben nun gemeinsam in London. CeCe gibt immer den Ton an.
Schnell ist klar, dass sich die beiden Schwestern voneinander lösen müssen. Mir war ihre Beziehung schon fast zu eng und ich war froh, dass Star das nun auch zu merken schien. Die perfekte Gelegenheit ergibt sich, als Star endlich den Mut findet, den Brief ihres verstorbenen Vaters zu öffnen und sich mit ihrer Herkunft zu beschäftigen. Mir hat sie ein bisschen zu lange damit gehadert, aber danach kam Star relativ leicht und schnell ans Ziel.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Star erzählt und wechselt irgendwann in die Vergangenheit. Mir haben die Rückblenden viel besser gefallen als die Geschichte in der Gegenwart.
Mit Star hatte ich meine Schwierigkeiten. Ihre Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Bei vielen Sachen hat sie sich sehr zurückgehalten, aber anscheinend hat sie sich einfach ihr Leben lang ihrer Schwester CeCe untergeordnet. Das Verhältnis der beiden kann man nur als toxisch beschreiben.
Aber auch die Nebenfiguren in der Gegenwart empfand ich als schwierig. Alle stecken irgendwie in ihrem eigenen Leben fest und hegen einen Groll gegeneinander. Einzig Rory hat mir sehr gefallen.
Die Liebesgeschichte war leider auch absolut nicht meins. Bei mir kamen da keine Gefühle an und es wirkte eher erzwungen und altbacken. Star bekam ständig ein Ultimatum gesetzt, da konnte sich einfach nichts entwickeln.
Insgesamt fand ich Stars Reise interessant. Ihre Familiengeschichte ist verworren und ein Stammbaum hätte sicher geholfen, den Überblick zu behalten. Die Vergangenheit an sich hat mit Flora eine für mich starke Heldin gefunden und ich habe mich immer über ihre Kapitel gefreut.
Die Gegenwart ging mir generell tatsächlich ein bisschen zu schnell. Am Ende waren alle zu versöhnlich und alle Probleme haben sich schnell aufgelöst.
Ich werde die Reihe vermutlich noch weiterverfolgen, da sich die Bücher schnell lesen lassen und mich die Hintergründe zu den Schwestern interessieren. Aber ich werde mir damit weiterhin Zeit lassen. - Laetitia Colombani
Der Zopf
(887)Aktuelle Rezension von: pudelohnekern"Der Zopf" von Laetitia Colombani handelt von drei starken Frauen, die schwere Schicksale durchleben und ihnen trotzen. Im Laufe des Buches wird deutlich, dass ihre Leben auf indirekte Weise miteinander verbunden sind, wie die Stränge eines Zopfes. Smita lebt in Indien und gehört zur untersten Kaste der Dalits, Giulia arbeitet in der Perückenwerkstatt ihres Vaters auf Sizilien und Sarah ist eine erfolgreiche Anwältin in Kanada. Jede von ihnen gerät in eine existenzielle Krise und muss Entscheidungen treffen, die ihr Leben verändern.
Der Roman ist in einer klaren, eher schmucklosen Sprache geschrieben, dadurch lässt sich die Handlung sehr leicht verfolgen. Aufgrund seines relativ geringen Umfangs kann man das Buch problemlos in kurzer Zeit lesen. Gleichzeitig ist diese Knappheit auch die wesentliche Schwäche des Romans. Die Geschichte entwickelt sich sehr schnell und schon nach den ersten Kapiteln wird die Handlung vorhersehbar. Dadurch entsteht kaum ein Spannungsaufbau. Die Charaktere können in der Kürze der Zeit gar keine Tiefe bekommen und bleiben daher eindimensional.
Dabei besitzt der Roman thematisch großes Potenzial. Fragen nach sozialer Ungleichheit, Geschlechterrollen und Globalität werden immer wieder angesprochen. Besonders die Geschichte von Smita und die Diskriminierung der Dalits hat mich als Leserin berührt. Gerade hier hätte ich mir daher mehr erzählerische Tiefe gewünscht. Die Darstellung bleibt meist vereinfacht und reduziert komplexe gesellschaftliche Strukturen auf wenige prägnante Szenen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Klischees von Armut und Unterdrückung vor allem zur emotionalen Wirkung eingesetzt werden. Der Handlungsstrang wirkt auf mich dadurch eher wie eine zugespitzte Inszenierung als wie eine differenzierte Auseinandersetzung mit den sozialen Realitäten. (Was nicht heißt, dass die dargestellten Szenen an sich nicht realistisch wären.)
Dies zieht sich leider durch das gesamte Buch: Konflikte werden aufgebaut, aber relativ schnell und sehr einfach aufgelöst. Spannnungsbögen werden nicht zu Ende geführt. Auf das Ende möchte ich nicht näher eingehen, um Spoiler zu vermeiden, aber auch hier wurde meiner Ansicht nach der leichte, umkomplizierte Weg gewählt, was der Geschichte leider die Glaubwürdigkeit nahm.
Insgesamt bietet „Der Zopf“ meiner Meinung nach viele interessante Ansätze und eine starke Grundidee. Der Roman spricht wichtige gesellschaftliche Themen an und erzählt drei bewegende Schicksale. Gleichzeitig bleibt er erzählerisch an der Oberfläche und entscheidet sich eher für eine leicht zugängliche, emotionale Erzählweise. Als kurze, gut lesbare Geschichte über Mut und Selbstbestimmung funktioniert das Buch jedoch.
- Benjamin Myers
Offene See
(439)Aktuelle Rezension von: Lina_CleeWas soll ich sagen? Das Buch hat mich einfach von Anfang bis Ende abgeholt. Eine tolle, bodenständige Geschichte die unfassbar nahbar ist. Dazu kommt noch das die Hauptprotagonisten so unfassbar toll zueinander passen und selbst einfach total spannend und erfrischend sind. Ich habe es sehr geliebt!!
- Robert Seethaler
Ein ganzes Leben
(474)Aktuelle Rezension von: winniccxxDas Buch "Ein ganzes Leben" des österreichischen Authors Robert Seethaler handelt von Andreas Egger und erzählt dessen gesamte Lebensgeschichte. Dabei werden die verschiedenen Etappen aus dem Leben des Protagonisten anschaulich beschrieben. Besonders hat mir die ruhige, sehr angenehme Erzählweise gefallen, die auch in stressigernen Situationen im Roman sehr gut gewirkt hat. Ein zentrales Thema war für mich der Fortschritt und die Erschließung des Alpenraums, mit dem Egger stetig umgehen zu lernen musste. Diese rasante Entwicklung des mittleren 20. Jahrhunderts hat natürlich in seinem Leben Spuren hinterlassen, nichtsdestotrotz hat er sich nicht unterkriegen lassen. Für mich waren diese Schilderungen dennoch spannend zu lesen.
Das Buch ist ein angenehm zu lesendes Buch für zwischendurch, am Ende des Tages war es jedoch auch nichts extrem außergewöhnliches für mich. Der nette Erzählstil half dabei, sehr gut mit dem Protagonisten mitfühlen zu können, trotz dessen teilweise eigenwilligen Charakters. Ein Bonus-Punkt war die schön geschilderte Alpenlandschaft, die in dem Buch auch eine besondere Rolle spielt, und mir noch einmal mehr Spaß beim Lesen verschafft hat. Insgesamt gibt es so von mir 4 von 5 Sterne.
- Trude Teige
Als Großmutter im Regen tanzte
(344)Aktuelle Rezension von: ChiarraEine bewegende deutsch-norwegische Geschichte. Die die Facetten der Grausamkeiten des Krieges, aber auch seltene Momente der Menschlichkeit zeigt und wie ein Mensch nach so viel erfahrenen Leid durch Verdrängung, Vergessen, Verschweigen weitermachen kann. Ein Schweigen, das jedoch große Auswirkungen auf das Leben von Teklas Tochter und Enkeltochter hat.
Ein bewegender Roman, der mich abgeholt und neugierig auf den nächsten Teil gemacht hat. Vier Sterne, da ich sehr viel vorhersehen konnte. Vielleicht hatte ich im Vorfeld bereits zu viel über dieses Buch gehört.
- Chris Whitaker
In den Farben des Dunkels
(171)Aktuelle Rezension von: paulkretzschmar"In den Farben des Dunkels" ist mein erstes, aber bestimmt nicht mein letztes Buch vom Bestseller-Autor Chris Whitaker.
Es ist so viel mehr als ein beliebiger Thriller, sondern gleichzeitig ein romantischer Liebesroman, ein tragischer Schicksalsroman und auch ein unfassbar faszinierender Gesellschaftsroman, der tief berührend und bezaubernd schön, ohne kitschig zu wirken, über viele Handlungsjahre ganze Lebensgeschichten erzählt.
Die zahlreichen, ganz kurzen Kapitel lassen sich angenehm lesen. Die einfühlsame und wahnsinnig spannende Story, sowie der fein abgestimmte Humor passen perfekt zusammen.
Tragik und Hoffnung, aber auch tiefe Traurigkeit und Verzweiflung, sowie unbändige Willenskraft, sind höchst emotional und untrennbar miteinander verbunden.
Ich war von der Handlung so gefesselt, dass ich es, einmal abgefangen, nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die vielen Nebenhandlungen und Protagonisten, die mir mit all ihren Eigenarten und Taten größtenteils regelrecht ans Herz gewachsen waren, haben noch eine besondere Würze ins Spiel gebracht.
Dieses einzigartige, gewaltige Epos hat mich zutiefst beeindruckt und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich habe die ganze Zeit mitgelitten, mitgefiebert und mitgehofft.
Für eine Serienverfilmung halte ich es bestens geeignet.
Ein Lesehighlight, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, sonst hat man wirklich ein Meisterwerk verpasst, und für das 5 Sterne fast zu wenig sind! Ich habe mich jedenfalls prächtig unterhalten gefühlt!
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- Elena Ferrante
Die Geschichte eines neuen Namens
(372)Aktuelle Rezension von: Alina35Die Geschichte eines neuen Namens ist ein beeindruckend intensiver zweiter Band der Neapolitanischen Saga. Ferrante erzählt die Freundschaft zwischen Elena und Lila mit einer schonungslosen Ehrlichkeit, die unter die Haut geht. Die Figuren wirken lebendig, widersprüchlich und zutiefst menschlich, und die Atmosphäre Neapels ist so greifbar, dass man völlig in diese Welt eintaucht. Die Dynamik zwischen den beiden Frauen ist brillant gezeichnet – voller Nähe, Rivalität und unausgesprochener Sehnsüchte. Ein kraftvoller, emotionaler Roman, der lange nachhallt.
- Alex Capus
Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
(193)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWas verbindet die drei Personen dieses glänzend verfassten Romans, in dem dennoch das Faktische anspruchsvoll die Geschichten bereichern? Drei (historische) Personen, wie sie unterschiedlicher auf den ersten Blick nicht sein könnten. Da wäre zunächst der Kunstmaler (und Fälscher) Emile Gilliéron, ein Schweizer Maler und Restaurator, der dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann bei der Rekonstruktion seiner Funde zur Seite steht. Gefolgt von der verkannten Sängerin Laura d’Oriano, die schließlich wegen ihrer Spionagetätigkeit zum Tode verurteilt wird. Und schließlich Physiker Felix Bloch, der am Bau der Atombombe in Los Alamos beteiligt war.
Das Bindeglied zwischen diesen drei Personen, ist ihr jugendlicher Enthusiasmus, der ihnen zunächst die Welt zu Füßen legt. Sie alle streben ihren Leidenschaften nach (heute würde man wohl von Potentialentfaltung sprechen …), entwickeln darin Größe und – scheitern doch schließlich an ihren ursprünglichen Zielen. Mal mehr mal weniger drastisch. Die Fäden dieser drei Lebensgeschichten werden geschickt verwoben, ohne sie in eine direkte zeitliche Parallelität einzubinden. Daraus entstehen Rückblicke, die uns die Personen sehr nahebringen und es sogar erlauben, in die jeweiligen Rollen zu schlüpfen. Man ist sozusagen hautnah dabei.
Bewundernswert sind auch die (teil metaphorischen) Darstellungen der historischen Hintergründe, beispielsweise zum Ersten Weltkrieg: „Nach tausendfünfhundert Tagen war die Maschine [Kriegsmaschine] kurz vor Felix Blochs dreizehntem Geburtstag mangels Treibstoff ins Stottern geraten und widerwillig zum Stillstand gekommen. Seither hat sich einigermaßen ruhig verhalten, das ist wahr, aber jetzt brummt sie schon wieder; bald wird sie wieder ruckeln und rattern, und über kurz oder lang werden ihre Schwungräder wieder zu drehen anfangen und ihre Schredderzähne sich aufs Neue durch die Landschaften und das Fleisch und die Seelen der Menschen fressen. Mag sein, dass die Maschine nicht aufzuhalten ist, sagt sich der junge Mann, aber mich wird sie nicht kriegen.“
Wieso es dann doch anders kommt, und wie Leidenschaft und Neugier für eine Sache dennoch nicht totzukriegen sind, erfährt hier eine kraftvolle Bestätigung. Immerhin erhält Felix Bloch „für seine Entdeckung der Kerninduktion“ 1952 den Nobelpreis für Physik – und diese Entdeckung „führt auf dem direkten Weg zur Magnetresonanztomographie, welche die medizinische Diagnostik in den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts revolutionierte.“
(14.9.2024)
- Kate Eberlen
Miss you
(216)Aktuelle Rezension von: MonikaisreadingEine total schöne Liebesgeschichte um zwei Menschen die sich im Laufe des Lebens immer wieder knapp verpassen. Ich habe mit beiden geweint, geflucht gelitten und mich gefreut. Ich zähle es zu meinen Lieblingsbüchern
- Samuel Burr
Das größte Rätsel aller Zeiten
(139)Aktuelle Rezension von: JohannaWojtasIch hab das Buch geschenkt bekommen und habe mich sehr darüber gefreut, mal wieder etwas ,,anderes‘‘ zu lesen. Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, ich konnte mich jedoch nur schwer in die Hauptcharaktere hineinversetzten und mich von der Geschichte mitreißen lassen. Ich hatte am Ende des Buches irgendwie das Gefühl, dass man aus der Geschichte mehr hätte herausholen können.
- Frieda Bergmann
Sonnenblumentage
(56)Aktuelle Rezension von: mamenuMeine Meinung
Sonnenblumentage“ von Frieda Bergmann hat mich von der ersten Seite an gepackt nicht mit Spannung im klassischen Sinn, sondern mit einer leisen, ehrlichen Wärme, die mich sofort in Maries Welt hineingezogen hat.
Marie führt eigentlich ein gutes Leben: Sie lebt mit ihrem Freund Fabian in einem kleinen Dorf bei Bamberg und arbeitet als Floristin. Alles ist ruhig, sicher, vertraut – und doch spürt man schon früh, dass sie innerlich unruhig ist. Ich konnte so gut nachvollziehen, wie sie sich fragt, ob sie wirklich glücklich ist oder ob sie sich einfach nur mit dem abgefunden hat, was sie kennt. Diese Gedanken fand ich unglaublich menschlich und echt – ich glaube, jeder hat sich schon einmal gefragt: Was wäre, wenn ich damals einen anderen Weg gewählt hätte?
Als Marie gemeinsam mit ihrer Tante zu einem Spa-Wochenende aufbricht, beginnt für sie (und auch für mich als Leserin) eine ganz besondere Reise. Eine kleine Entscheidung verändert alles und plötzlich gibt es zwei Wege: „Wenn sie geht“ und „Wenn sie bleibt“.
Anfangs hat mich dieses Hin- und Herspringen zwischen den beiden Handlungssträngen etwas verwirrt, aber schon nach wenigen Kapiteln habe ich mich gut hineingefunden. Ich fand es dann richtig spannend, beide Lebenswege zu verfolgen und zu sehen, wie unterschiedlich Maries Leben verlaufen könnte – und wie beide Entscheidungen ihre eigenen schönen, aber auch schmerzhaften Seiten haben.Marie war mir als Figur schnell sympathisch, auch wenn ich sie zwischendurch wirklich gern mal geschüttelt hätte – vor allem, wenn es um ihren Freund Fabian ging, der für mich ziemlich kühl und distanziert wirkte. Trotzdem mochte ich, wie ehrlich und verletzlich sie dargestellt wurde. Ich habe richtig mit ihr mitgefühlt, besonders gegen Ende, als es noch einmal richtig emotional wurde. An einer Stelle musste ich das Buch sogar kurz zur Seite legen, weil mich die Szene so berührt hat.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass das Buch so viele Gefühle in sich trägt es gibt traurige, nachdenkliche, aber auch humorvolle und hoffnungsvolle Momente. Genau diese Mischung hat es für mich so besonders gemacht. Ich habe gelacht, mit gefiebert und manchmal auch ein bisschen geweint.
Frieda Bergmann schreibt mit einer wunderschönen, warmen Sprache, die trotzdem nie kitschig wirkt. Man spürt, dass sie ihre Figuren liebt und ihnen Raum gibt, Fehler zu machen und zu wachsen. Sonnenblumentage ist kein lauter Roman, sondern einer, der ganz sanft ins Herz kriecht und dort bleibt.
Dieses Buch hat mich tief berührt und zum Nachdenken gebracht. Es erinnert daran, dass jede Entscheidung egal wie klein sie scheint unser Leben verändern kann. Sonnenblumentage ist ein gefühlvoller, lebensnaher Roman über Mut, Liebe und das Glück, seinen eigenen Weg zu finden.
Ich habe jede Seite genossen und vergebe aus vollem Herzen - Elif Shafak
Der Geruch des Paradieses
(79)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannEs gibt zig Möglichkeiten sich den Fragen des Lebens zu nähern, um so sein Weltbild und seine Stellung in der Welt nach und nach zu verfeinern, respektive zu stabilisieren. Trotz aller Bemühungen wird es immer nur ein Fragment bleiben, eine allgemeingültige Wahrheit gibt es nicht. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass elementare Fragen des Lebens mit einer derartigen Tiefgründigkeit bei gleichzeitiger Leichtigkeit der Darstellung abbildet wie dieses. Man wird durch die vielseitige und spannend dargebotene Geschichte getragen, beim Hadern und Ringen mit den Dingen dieser Welt nicht fallengelassen, und bei all dem bleibt ein weiter Raum für Rückblicke in das eigene Leben sowie möglich Zukunftsszenarien.
Die Rahmengeschichte ist so gewählt, dass die Extrempositionen (die Pole) menschlichen Denkens und Handelns deutlich werden und quasi nach einem ausgleichenden Weg rufen lassen. Man kann sich sehr leicht in die jeweiligen Positionen hineindenken, ihnen folgen, zustimmend oder ablehnend – oder eben nach den zahlreichen Graustufen Ausschau haltend, die ebenfalls möglich sind, ohne sein bisheriges (Erfahrungs-)Wissen über Bord werfen zu müssen. Man ringt mit den verschiedenen Personen um Erkenntnis und um den bestmöglichen Weg. Dabei ist die Geschichte spannend erzählt, hat einen gekonnten Handlungsbogen und versöhnt insofern, dass … Nun ja, spätestens hier sollte man seiner eigenen Neugier folgen. Von der ursprünglichen Skepsis gegenüber dem grundlegenden Thema (religiöses Gedudel annehmend …) ist jedenfalls nichts übriggeblieben; es gibt eben viele Wege der Erkenntnis.
Die Geschichte spielt hauptsächlich in zwei Zeitabschnitten an zwei verschiedenen Orten. Von dem aktuellen in Istanbul spielenden Teil (der innerhalb eines Tages abläuft) erfolgen die Rückblicke in die Vergangenheit, die im Wesentlichen in Oxford angesiedelt ist. Beide Handlungsstränge laufen aufeinander zu und sorgen damit für eine außergewöhnliche Intensität des Geschehens. Es gibt hier nicht die einfachen, die naheliegenden Lösungen, sondern es ist dieses bereits genannte Ringen um Erkenntnis, um Aufmerksamkeit, um die Stellung in der Welt, letztlich um Liebe, die diesen Roman zu einem ganz außergewöhnlichen Werk macht.
Ironie, Persiflage, Sarkasmus, auch Zynismus werden nicht ausgespart, Bandagen zwischen den handelnden Personen erscheinen oft notwendig und machen traurig, wenn die Mittel ungleich verteilt sind und das „Böse“ scheinbar die Oberhand gewinnt (u.a. durch das Stilmittel der indirekten Namensgebung gefördert: der mächtige wahlweise konservative Zeitungsunternehmer bzw. Zeitungsmogul, der amerikanische Hedgefondmanager, der Schönheitschirurg, die Innenarchitektin usw.). Divergierende Lebensentwürfe, scheinbar unauflösliche Gegensätze und ein Versuch diese Gegensätze in einem „Experiment“ zu überwinden usw. usw. Man kann diesem Roman mit einer Beschreibung nicht gerecht werden. Auch hier gilt: Es kann nur bei einer Auswahl (einem Fragment) der Darstellung bleiben.
Natürlich ginge es auch kürzer: Drei junge Frauen suchen, zusammen mit ihrem Professor, nach dem wahren, dem aufrichtigen, dem unverfälschten Leben – kann das gelingen?
(1.10.2017)
- Barbara Leciejewski
Fritz und Emma
(249)Aktuelle Rezension von: eldora151Fritz und Emma von Barbara Leciejewski ist für mich eines der schönsten Bücher der letzten Jahre. Es hat mich tief bewegt, ich habe gelacht, geweint und mich oft geärgert – besonders über die beiden Hauptfiguren, die so stur sind, dass sie ihre große Liebe nicht einfach leben können. Diese Mischung aus Wut, Trauer und Hoffnung hat mich sehr berührt und lange beschäftigt.
Eine besondere Rolle spielt Marie, die mit ihrem Mann, dem neuen Pfarrer, ins Dorf zieht. Sie hadert zunächst mit dem Landleben, doch nach und nach öffnet sie sich den Menschen und gewinnt Vertrauen. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen versucht sie schließlich, Fritz und Emma wieder zueinander zu bringen.
Ein Roman voller Emotionen, der zeigt, wie kostbar die Liebe ist – und wie sehr Entscheidungen, aber auch Sturheit, ein Leben prägen können. Ein Buch, das noch lange nachhallt.
- Ada Dorian
Betrunkene Bäume
(107)Aktuelle Rezension von: FortiDas Buch startet in Sibirien, schätzungsweise irgendwann in den 1960'er Jahren. Weiter geht es dann in Berlin im 21. Jahrhundert. Dort spielt sich die Handlung dann größtenteils ab – irgendwie hatte ich mehr Wechsel zwischen den Zeitebenen erwartet, vielleicht mein Fehler. Die beiden Zeitstränge sind durch Erich verbunden – einem Baumliebhaber und -forscher. Das Thema Bäume fand ich interessant behandelt. Das hätte gerne noch vertieft werden können, denn die Geschichte in der Gegenwart mit Katharina fand ich nicht so überzeugend. Auch die angekündigte Freundschaftsgeschichte zwischen Katharina und Erich wurde etwas kurz abgehandelt. Was das Buch aber schafft (soweit ich das beurteilen kann): das Altern ehrlich zu beschreiben.
Erzählt ist das Buch in einer sehr klaren, schnörkellosen Sprache. Vielleicht auch dadurch erinnerten mich die Passagen über Katharina manchmal an ein Jugendbuch (was nicht schlimm ist).
Auf garkeinen Fall ein schlechtes Buch, aber auch nicht herausragend. Vielleicht wurde hier einfach zu viel zusammen gemischt. - Antoine Laurain
Der Hut des Präsidenten
(175)Aktuelle Rezension von: sansolTypisch französisch und voller Charme - dieses kurze Buch erfüllt einen Lesenachmittag voller Magie.
Der eher unscheinbare Buchhalter Daniel sitzt in einer Brasserie zufällig am Nachbartisch von Präsident Mitterand als dieser dort seinen Hut vergisst. Daniel ist fasziniert und nimmt den Hut mit. Die nächsten Tage passieren so viele Dinge, sein Leben verändert sich entscheidend zum Guten, doch leider verliert er den Hut.
Dieser wird von einer jungen Frau gefunden, die mit dem Hut ebenfalls Veränderungen erreicht. So wandert der Hut weiter und die jeweiligen Besitzer fassen den Mut, wichtige Entscheidungen zu treffen.
Auch ohne diesen besonderen Hut - jeder kann sein Leben positiv verändern. - Stephanie Schuster
Glückstöchter - Einfach leben
(88)Aktuelle Rezension von: Renate1964Stephanie Schuster beschreibt einerseits Anna, die adelige Tochter des Naturforschers von Quast, die auf einem Gut aufwächst, dann alles verliert, andererseits über Eva 1976, die ebenfalls neu in einer WG anfangen muss.
Anna ist sehr sympathisch, in der Geschichte begegnen uns auch bekannte Persönlichkeiten und ich habe den Teil sehr genossen. Mit Eva und ihren Freunden kann ich weniger anfangen. Sie erscheinen oft zu rigide und egoistisch. Cover und Sprache des Buches sind aber sehr gut, insgesamt lesenswert
- Mikki Brammer
Dieses schöne Leben
(193)Aktuelle Rezension von: AnnieHallNachdem sie ihre Eltern bei einem Unfall verloren hat, lebt Clover bei ihrem Großvater in New York. Als auch er unerwartet stirbt, während sie verreist ist, trifft sie die Entscheidung Sterbebegleiterin zu werden. Mit ihrer ruhigen und mitfühlenden Art ist Clover hervorragend in ihrem Beruf. Doch während sie andere durch ihre letzten Stunden begleitet, droht ihr eigenes Leben zwischen Arbeit und einsamen Abenden stillzustehen. Das ändert sich schlagartig, als die quirlige Sylvie nebenan einzieht. Anders als die meisten Menschen begegnet sie Clovers Beruf nicht mit Befangenheit, sondern mit ehrlicher Neugier. Gleichzeitig übernimmt Clover eine neue Klientin, die sie auf die Suche nach ihrer verlorenen großen Liebe schickt – und Clover damit zwingt, sich auch mit den eigenen Sehnsüchten auseinanderzusetzen.
Dieses schöne Leben ist eine berührende und warmherzige Geschichte vom Abschiednehmen und davon, wie wichtig es ist, das eigene Leben nicht zu vergessen. Nach dem Tod ihres Großvaters hat sich Clover vorgenommen, alles dafür zu tun, dass niemand einsam sterben muss. Sie sammelt die letzten Worte ihrer Klientinnen und Klienten, reflektiert deren Reue und unerfüllte Wünsche und vernachlässigt dabei ihr eigenes Leben. Ihre Abende verbringt sie allein mit romantischen Filmen und während sie beruflich große Nähe zulässt, hält sie privat Abstand. Clover ist keine perfekte Heldin, sondern eine Figur mit Ecken, Ängsten und einem großen Herzen für andere, aber wenig Fürsorge für sich selbst.
Die lebensfrohe Sylvie bildet einen starken Gegenpol zur introvertierten Clover. Mit ihrer offenen Art bringt sie Bewegung in Clovers streng geordneten Alltag. Auch die resolute Claudia fordert Clover heraus und reißt sie aus ihrer Komfortzone, indem sie sie auf die Suche nach ihrer verlorenen großen Liebe schickt.
Mikki Brammer zeichnet ihre Figuren lebensnah und mit großem Feingefühl für deren Sorgen und Sehnsüchte. Trotz der schweren Themen ist der Roman nie erdrückend, leiser Humor und eine sanfte Melancholie halten sich die Waage und Clovers Geschichte erinnert daran, dass es nie zu spät ist, sich selbst wichtig zu nehmen und das Leben bewusst zu leben.
Dieses schöne Leben ist ein ebenso tröstlicher wie inspirierender Roman über den Tod und das Leben und über die Frage, wie wir unsere begrenzte Zeit sinnvoll gestalten können. Eine emotionale, nachdenkliche und zu Herzen gehende Geschichte, die trotz ernster Themen Hoffnung schenkt und positiv nachwirkt.























