Bücher mit dem Tag "lesbenroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "lesbenroman" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Nennen wir sie Eugenie (ISBN: 9783956670619)
    Maria Braig

    Nennen wir sie Eugenie

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Koriko

    Story:
    Eugenies Leben ist perfekt – sie hat liberale Eltern, liebevolle Brüder und in Seraba eine Partnerin, auf die sie bauen kann. Dass ihre Liebe in Senegal unter Strafe steht und mit Gefängnis geahndet wird, stört die beiden Frauen nicht, da sie ihre Beziehung im Geheimen ausleben. Das ändert sich, als ihre Familie einige SMS lesen und herausfinden, dass Eugenie mit einer Frau zusammen ist. Schneller als Eugenie denkt, wird sie fallengelassen – von ihrer Familie und ihren Freunden. Um der Polizei zu entkommen, die schon bald steckbrieflich nach ihr sucht, flieht sie mit Serabas Hilfe nach Deutschland, in der Hoffnung dort Asyl zu bekommen und ein neues Leben zu beginnen. Doch der Asylprozess ist langwierig und zermürbend, und die Aussichten auf Anerkennung ihres Antrags verschwindend gering …

    Eigene Meinung:
    Mit dem Kurzroman „Nennen wir sie Eugenie“ spricht Maria Braig einmal mehr die Themen Flüchtling und LGBT an. Dieses Mal widmet sie sich der lesbischen Eugenie, die es laut Nachwort wirklich gab. Natürlich sind nicht alle Ereignisse originalgetreu – vieles entspringt der Fantasie der Autorin oder wurde von anderen Schicksal beeinflusst – dennoch dürften Fälle wie Eugenies nicht so selten sein, wie man vielleicht glaubt.

    Innerhalb weniger Seiten ist an in der Geschichte, lernt die junge Frau kennen, die mit ihrer Freundin Seraba trotz widriger Umstände in Senegal glücklich ist. Sie träumt von einem Studium und hofft darauf irgendwann mit ihrer Partnerin zusammen zu sein. Der Traum platzt binnen weniger Tage – Hass, Verachtung und Ekel schlagen ihr entgegen und zwingen sie dazu ihre Heimat zu verlassen. Im Gegensatz zu „Spanische Dörfer“ hat Eugenie eine recht „leichte“ Flucht, da sie mit Serabas Hilfe nach Deutschland fliegt. Dort gestaltet sich der Asylantrag schwierig, da die junge Frau keinerlei Beweise vorlegen kann, dass sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wird. Zwar findet sie Unterstützung und Freunde, doch im Laufe der Zeit schwindet in den menschenunwürdigen Massenunterkünften die Hoffnung auf eine Zukunft in Europa.
    Eugenies Schicksal geht durchaus zu Herz – man leidet mit ihr, als sie von ihrer Familie verstoßen wird und findet es schrecklich, was ihr in Deutschland wiederfährt. Dennoch fehlt mir einmal mehr der Tiefgang, sprich der Einblick in Eugninies Gefühlswelt. Nur hin und wieder erahnt man, was in der jungen Frau vor sich geht und wie sehr die Ereignisse an ihr nagen. „Nennen wir sie Eugenie“ ist einfach zu kurz geraten. Für einen Tatsachenbericht fehlen die realen Belege und Hintergründe, für einen Roman vermisst man die Bindung zum Hauptcharakter. Dabei ist es wichtig die Missstände in Deutschland anzusprechen und auf die Probleme hinzuweisen, die Flüchtlinge haben. Dennoch wäre es schön gewesen, all das noch greifbarer mitzuerleben, als in Form von kurzen Zusammenfassungen und Ausblendungen. Gerade bei en Dialogen ist es schade, wenn sie nicht ausformuliert sind, sondern lediglich nachträglich erzählt werden.

    Trotzdem kann man sich gut in Eugenie reinversetzen und schließt die junge Frau ins Herz. Man bangt mit ihr und hofft, dass es für sie gut ausgeht. Ebenso mag man Seraba, die alles daran setzt ihrer Partnerin zu helfen, jedoch nur wenig Möglichkeiten hat, da auch sie ihre Liebe verborgen halten muss. Die üblichen Figuren wirken realistisch, jedoch etwas blass, da sie nur am Rande vorkommen und keine besondere Tiefe entwickeln können.

    Stilistisch bietet „Nennen wir sie Eugenie“ einen leicht lesbare, flüssige Geschichte, die ein wenig umfangreicher hätte ausfallen können. Maria Braig hat einen sehr nüchternen, direkten Stil, der sich auf das wesentliche beschränkt. Wie schon bei den anderen Werken der Autorin wünscht man sich einfach mehr, um noch tiefer in die Geschichte einsteigen zu können und eine größere emotionale Bindung mit Eugenie aufbauen zu können, insbesondere als sie in Deutschland ist und sich in diesem, ihr fremden Land zurechtfinden muss.

    Fazit:
    „Nennen wir sie Eugenie“ ist ein schöner Kurzroman mit Potenzial nach oben. Maria Braig spricht zwei wichtige Themen an: Homosexualität in Afrika (Senegal) und das deutsche Asylverfahren. Sehr nüchtern und direkt schildert sie Eugenies Leben, ihre Ängste, Sorgen und Probleme. Hin und wieder fehlt dem Leser zwar die Bindung zur Hauptfigur, doch man kann sich gut in Eugenie hineinversetzen. Wer sich für die Thematik interessiert, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren

  2. Cover des Buches Bittersüßes Vermächtnis (ISBN: 9783940611352)
    C.R. Forster

    Bittersüßes Vermächtnis

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    (eigentliches Rating: 3.5)

    Ich muss damit beginnen, dass ich kein Fan von historischen Büchern bin. Nicht, weil ich nicht an der Geschichte oder der Vergangenheit interessiert wäre, sondern wegen der Sprache. Dieser Roman benutzt die übliche 'theatralische' Sprache wie so viele andere historische Bücher (besonders Romanzen). Beispielsweise wäre ich gut mit weniger Adjektiven zurecht gekommen. Aber das ist persönlicher Geschmack.

    Die Geschichte an sich hat mich gefesselt, besonders Sofies Teil. Sie muss so viele Hindernisse überwinden und dabei überleben... und ihre Entwicklung ist interessant. Das Leben ihrer Expartnerin hat mich weniger interessiert. Rhona war eher langweilig in meinen Augen. Vielleicht hätte sich das geändert, wenn die Bedrohung der arrangierte Ehe größer gewesen wäre, aber vielleicht auch nicht.

    Obwohl das Hauptaugenmerk auf der Romanze liegt, sind politische Geschehnisse wie die Revolution in Irland ebenfalls ein Thema. Es gibt sehr viel Drama in diesem Roman, zum Teil dank der politischen Situation, aber größtenfalls durch die vielen verschiedenen romantischen Affären.

    Bittersüßes Vermächtnis ist C.R. Forsters erster Roman, soweit ich weiß (jedenfalls habe ich keine weiteren Bücher finden können) und es ist vielversprechend. Falls ein Buch erscheinen sollte, das nicht dem historischen Genre zu zuordnen ist, werde ich es gerne lesen.

    Disclaimer: Ich habe vom Butze Verlag ein kostenloses Exemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension erhalten. Vielen Dank.
  3. Cover des Buches Rubinroter Dschungel (ISBN: 9783548289915)
    Rita Mae Brown

    Rubinroter Dschungel

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Lovely_Lila
    * Spoilerfreie Rezension! *

    ~ Rita Mae Browns biographisch beeinflusster Entwicklungsroman ist nicht grundlos zu einem Klassiker feministischer Literatur geworden. „Rubinroter Dschungel“ schildert nicht nur authentisch das Aufwachsen, die Selbstfindung und den hindernisreichen Lebensweg einer jungen, lesbischen Frau, die in den 50er Jahren in Amerika geboren wird, sondern kritisiert gleichzeitig die Gesellschaft wirkungsvoll. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und entwaffnend direkt, die Protagonistin zeigt sich intelligent, mutig und stark, und die wichtigen Themen werden von der Autorin mit der nötigen Tiefe behandelt. Lediglich etwas mehr Spannung hätte es im Mittelteil sein dürfen. Sein Alter merkt man dem Buch an den Mietpreisen und an der noch engstirnigeren, konservativeren Gesellschaft an, dennoch verfehlt „Rubinroter Dschungel“ auch im Jahre 2018 nicht seine Wirkung, denn: Kein Land der Welt hat bisher absolute Gleichstellung erreicht und immer noch haben wir massive Probleme mit Sexismus, Rassismus und Homophobie. „Rubinroter Dschungel“ verdeutlicht uns, dass schon ein großer Teil des Weges in eine gleichberechtigte, offene, friedliche Gesellschaft hinter uns liegt, erinnert uns aber gleichzeitig auch daran, dass wir noch ein großes Stück vor uns haben.
    Deshalb: Bitte (noch) nicht die Beine hochlegen! ~

    Inhalt

    Molly Bolt wächst in den 50er-Jahren in den Südstaaten auf. Sie ist ein Adoptivkind, die Beziehung zur konservativen Mutter, die eine perfekte Hausfrau aus Molly machen möchte, ist schwierig, und auch sonst scheint das selbstbewusste, intelligente und willensstarke Mädchen nicht in ihr Umfeld zu passen. Gesellschaftliche Erwartungen sind Molly schon im Kindesalter egal, ohne Scham und sehr neugierig experimentiert sie mit ihrer Sexualität und findet früh heraus, dass sie lesbisch ist. Molly will Regisseurin werden und hat große Pläne, und als sie endlich ein Stipendium für eine Filmhochschule in New York erhält, scheinen sie endlich in greifbare Nähe zu rücken…

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
    Seitenzahl: 304
    Erzählweise: Ich-Erzähler, Präteritum
    Perspektive: aus weiblicher Perspektive (Molly Bolt)
    Kapitellänge: mittel
    Tiere im Buch: + Eine der Figuren arbeitet zwar im Metzgerladen und es wird einmal Lammeintopf verzehrt, jedoch werden in der Geschichte selbst keine Tiere verletzt oder getötet. Weil auch in diesem Roman eine Katze alleine gehalten wird, hier wieder meine Anmerkung: Katzen sind alleine niemals glücklich (sind sind EinzelJÄGER, keine EinzelGÄNGER), sondern sehr einsam und unglücklich. Sie können verschiedene Verhaltensstörungen entwickeln und depressiv und/oder aggressiv werden. Wer seine Katze liebt, schenkt ihr deshalb mindestens einen Gefährten.

    Warum dieses Buch?

    Das Cover des Romans fand ich zunächst eher nichtssagend, als ich dann jedoch herausfand, dass es sich bei „Rubinroter Dschungel“ um die Neuveröffentlichung eines Klassikers der feministischen Literatur handelt, der erstmals 1973 erschienen ist, war meine Neugier geweckt. Als Feministin bin ich an dieser Art von Literatur natürlich immer interessiert, besonders spannend fand ich es natürlich, herauszufinden, wie feministische Literatur in den 70er-Jahren geschrieben wurde und wie aktuell sie heute noch ist!

    Meine Meinung

    Einstieg (+)


    Der Einstieg gelang mir ohne Probleme, Mollys charmant direkte, selbstbewusste Erzählstimme hat mich sofort meinen Weg in die Geschichte finden lassen.

    „‘Du kannst kein Arzt sein. Nur Jungens können Ärzte werden. Leroy muß der Arzt sein.‘
    ‚Du hast sie ja nicht mehr alle, Spiegelglass, Leroy ist dümmer als ich. Ich muß unbedingt der Arzt sein, da ich die Gescheitere bin, und ob man ein Mädchen ist, spielt dabei keine Rolle.‘“
    E-Book, Position 443

    Schreibstil (+)

    Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich überzeugen, er zeigt sich am Beginn des Buches noch kindlicher und wird dann gemeinsam mit Molly langsam erwachsen. Die Sprache ist flüssig und angenehm, anschaulich, emotional, dabei oft entwaffnend direkt und ungeniert, die Dialoge sind lebendig und wirken echt. Ich war sehr überrascht davon, wie sehr bei Mollys sexuellen Experimenten ins Detail gegangen wird, wie „schamlos“ und unbefangen ihre Beziehungen und ihre Denkweise geschildert werden – vor allem, wenn man bedenkt, dass dieses Buch in den 70er-Jahren im prüden Amerika erstmals erschienen ist. Immer wieder kommt es zu kuriosen Situationen, die ihre eigene Art von Humor entfalten und mich mehrmals zum Schmunzeln oder Lachen gebracht haben.

    „‘Du muss doch wenigstens ‚etwas‘ von dem tun, was alle machen. Sonst mögen die Leute dich nicht.‘
    ‚Ist mir egal, ob sie mich mögen oder nicht. Jeder ist blöd, das ist es, was ich denke. Mir ist wichtig, daß ich mich mag, das ist mir wirklich wichtig.‘
    “ E-Book, Position 528

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (♥)

    Rita Mae Browns Entwicklungsroman, der sich hauptsächlich mit dem Erwachsenwerden und der Emanzipation der Protagonistin, mit den Themen Selbstbestimmung und sexuelle Freiheit beschäftigt, ist von der Biografie der Autorin stark beeinflusst. Molly wächst in der Unterschicht auf, an einem Ort und zu einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Erwartungen und die Forderung nach traditionellen Rollenbildern erdrückend waren. Wie revolutionär dieses Buch damals gewesen sein muss, kann man sich aus heutiger Sicht vermutlich kaum vorstellen. Nicht nur bricht die Protagonistin radikal mit Genderstereotypen, sondern sie ist noch dazu eine „Lesbierin“, eine, die „andersrum“ ist. Damals wurde ein solches Verhalten noch als krankhaft angesehen, als therapierbar. Die junge Molly, die trotz ihrer konservativen Erziehung beeindruckend moderne Einstellungen entwickelt, muss schnell lernen, dass die Chancen für Frauen und Homosexuelle im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ganz und gar nicht unbegrenzt sind. Im Gegenteil, sie muss sich mit Sexisten, Konservativen und Homophoben herumschlagen, erleidet immer wieder harte Rückschläge (obwohl sie intelligent, talentiert und ehrgeizig ist) – und hört dennoch nie auf, für ihre Träume zu kämpfen.

    Die Autorin erzählt eine authentische Geschichte, die uns die vielen (unerwarteten) Wendungen vor Augen führt, die ein Menschenleben oftmals nimmt. Die Autorin kritisiert die Gesellschaft, behandelt viele wichtige Themen wie Rassismus, Sexismus und Homophobie mit der nötigen Tiefe und zeigt auf, wie uns unsere Herkunft prägt und unsere Chancen und Möglichkeiten bestimmt. Auch das Ende fand ich gelungen – vor allem, weil es so offen ist, kann es Denkprozesse anstoßen und zum Nachdenken anregen.

    Obwohl man merkt, dass die Gesellschaft damals noch viel engstirniger und konservativer war und obwohl man heutzutage mit vielen der beschriebenen, diskriminierenden Verhaltensweisen glücklicherweise nicht mehr durchkommen würde, verfehlt „Rubinroter Dschungel“ auch im Jahre 2018 nicht seine Wirkung, denn: Kein Land der Welt hat bisher absolute Gleichstellung erreicht, immer noch haben wir massive Probleme mit Sexismus, Rassismus und Homophobie in unserer modernen Gesellschaft, und manche der diskriminierenden Aussagen im Buch kann man (leider!) bestimmt auch heute noch genau so hören. „Rubinroter Dschungel“ verdeutlicht uns, dass schon ein großes Stück des Weges hinter uns liegt, erinnert uns aber gleichzeitig auch daran, dass wir noch einiges vor uns haben.

    Protagonistin & Figuren (♥)

    Molly Bolt ist eine wunderbare Protagonistin mit einem ganz eigenen Charme. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist intelligent, wissbegierig, mutig, stark, wild (manchmal vielleicht sogar schon etwas zu wild) und furchtlos, liebt ihre Freiheit und lässt sich von niemandem sagen, wie sie zu sein und was sie zu tun hat. So rennt sie als Kind mit zerrissenen Kleidern auf den Feldern herum, weigert sich, Kleider zu tragen und schwört sich, niemals zu heiraten. Molly ist mit Sicherheit eine starke Frau mit Vorbildwirkung – es ist zweifellos beeindruckend, welche klaren Ziele sie sich setzt und wie zielstrebig sie diese verfolgt. Egal, welche Hindernisse ihr in den Weg geworfen werden: Sie klettert einfach drüber und weigert sich, aufzugeben – auch wenn sie es als Frau, als Arme, als Lesbe viel schwerer als die meisten anderen hat.

    Auch die anderen Figuren sind großteils liebevoll gezeichnet (wenn auch nicht immer sympathisch!), auch wenn viele Molly nur sehr kurz auf ihrem Lebensweg begleiten. Besonders beeindruckt und gerührt hat mich Mollys Vater, der als Einziger das Potential seiner Tochter erkennt und fest entschlossen ist, ihr ein besseres Leben zu ermöglichen.

    „‘Molly wird aufs College gehen.‘
    ‚Große Worte.‘
    ‚Meine Tochter geht aufs College.‘“
    E-Book, Position 574

    Spannung & Atmosphäre (+/-)

    Ich war ständig neugierig, wie es weitergeht, und bin Molly sehr gerne in der Geschichte gefolgt. Dennoch wäre das Buch meiner Meinung nach noch besser geworden, wenn man ihm Mittelteil noch etwas mehr Spannung beigefügt hätte. Sehr gut gefallen haben mir die glaubwürdigen, ungeschönten Milieubeschreibungen und die Südstaatenatmosphäre in den 50ern, die die Autorin auf den ersten Seiten heraufbeschwört.

    „‘Ich begann mich zu fragen, ob Mädchen Mädchen heiraten können, weil ich mir sicher war, daß ich Leota heiraten und für immer in ihre grünen Augen sehen wollte. Aber ich sollte sie nur heiraten, wenn ich nichts mit der Hausarbeit zu tun hätte.‘“ E-Book, Position 631

    Geschlechterrollen & Vielfältigkeit (♥)

    Dieses Buch ist nicht grundlos zum Klassiker feministischer Literatur geworden, sondern kritisiert Sexismus, Rassismus und Homophobie wirkungsvoll. Die starke Protagonistin beeindruckt und hat Vorbildwirkung. Einen winzigen Kritikpunkt gibt es trotzdem: Mollys leichte Oberflächlichkeit, ihr Bodyshaming, ihre Fixierung auf Äußerlichkeiten und die seltene Verwendung von frauenfeindlicher / homophobe Sprache (die aber teilweise notwendig sind, um das Milieu zu charakterisieren).

    Mein Fazit

    Rita Mae Browns biographisch beeinflusster Entwicklungsroman ist nicht grundlos zu einem Klassiker feministischer Literatur geworden. „Rubinroter Dschungel“ schildert nicht nur authentisch das Aufwachsen, die Selbstfindung und den hindernisreichen Lebensweg einer jungen, lesbischen Frau, die in den 50er Jahren in Amerika geboren wird, sondern kritisiert gleichzeitig die Gesellschaft wirkungsvoll. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und entwaffnend direkt, die Protagonistin zeigt sich intelligent, mutig und stark, und die wichtigen Themen werden von der Autorin mit der nötigen Tiefe behandelt. Lediglich etwas mehr Spannung hätte es im Mittelteil sein dürfen. Sein Alter merkt man dem Buch an den  Mietpreisen und an der noch engstirnigeren, konservativeren Gesellschaft an, dennoch verfehlt „Rubinroter Dschungel“ auch im Jahre 2018 nicht seine Wirkung, denn: Kein Land der Welt hat bisher absolute Gleichstellung erreicht und immer noch haben wir massive Probleme mit Sexismus, Rassismus und Homophobie. „Rubinroter Dschungel“ verdeutlicht uns, dass schon ein großer Teil des Weges in eine gleichberechtigte, offene, friedliche Gesellschaft hinter uns liegt, erinnert uns aber gleichzeitig auch daran, dass wir noch ein großes Stück vor uns haben. Deshalb: Bitte (noch) nicht die Beine hochlegen!

    Leseempfehlung: Jenen LeserInnen, die sich für das Thema interessieren, sei dieses Buch ans Herz gelegt!

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 5 Sterne ♥
    Worldbuilding: 4 Sterne
    Ausführung: 4 Sterne
    Einstieg: 5 Sterne
    Schreibstil: 4 Sterne
    Protagonistin: 5 Sterne ♥
    (Neben)Figuren: 4-5 Sterne
    Atmosphäre: 4 Sterne
    Spannung: 3 Sterne
    Ende: 4 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 4-5 Sterne
    Geschlechterrollen: ♥
    Regt zum Nachdenken an, denn vieles, was kritisiert wird, ist leider heute noch aktuell!

    Insgesamt:

    ❀❀❀❀ Lilien

    Dieses Buch bekommt von mir 4 Lilien!
  4. Cover des Buches Amra und Amir (ISBN: 9783956671371)
    Maria Braig

    Amra und Amir

     (10)
    Aktuelle Rezension von: LadySamira091062
    Kurz nach ihrem 18.Geburtstag wird Amra,deren Eltern während des Kosovokrieges nach Deutschland geflohen waren , in den Kosovo abgeschoben.Mit nichts als dem was sie  anhatte steht Amra nun in einem ihr völlig fremden Land ohne Geld oder Unterkunft, ohne Freunde und ohne   die Sprache zu kennen.
    Amra  war schon in Deutschland  anders als die anderen Mädchen ,sie  basteltet gern an Autos rum und  ihr Aussehen war  ihr nie so wichtig .Um im Kosovo zu überleben   wird sie zu Amir ,einem jungen  Mann der aus Deutschland kommt.So schafft sie es ihr Leben  einigermassen selbständig zu  führen.Mit gelegentlichen Diebstählen und  dem Müllsuchen schafft sie es zu überleben.Es gelingt ihr sogar auf einem alten Schrottplatz  manchmal Arbeit zu bekommen und  darf dort in einem alten Auto übernachten.

    Den Kontakt nach Deutschland zur Mutter und ihrer besten Freundin Nina läßt sie  nur noch sporadisch zu ,denn die Angst und der tägliche Kampf ums Überleben lassen ihr / ihm nicht viel Spielraum für Gefühle,denn Amir muss  einfach nur funktionieren.
    Doch  in mach einsamen Stunden   wird Amir klar ,das seien Gefühle für Nina  nicht nur  platonisch sind ,doch solange sie im Kosovo ist  bleibt  ihr eh nichts als die Hoffnung  übrig.

    Doch dann tauchen Nina und Stefan bei ihr auf und die Realität holt alle Beteiligten sehr schnell ein .Auch wenn sie  drei  schöne Wochen mit einander verbringen ,Nina und Amir sich darüber klar werden wie sie zu einander stehen, so  muss Amir dennoch im Kosovo  bleiben.Doch Nina und Stefan setzten alles daran Amir wieder nach Deutschland zu holen.

    Derweil steht der  strenge Winter bevor und der Zufall kommt  Amir  in Form  eines Mannes  zu Hilfe,bei dem er überwintern kann.Und  dieser Mann ist eigentlich genau wie Amir eine Frau,die vor langer Zeit beschlossen hatte ihr Leben  als Mann zu verbringen Haki ist ein Burrnesha, ein Mann ,der als Frau geboren wurde ,doch  nicht als solcher leben kann  oder darf .Im Kosovo  ist es manchmal Brauch ,das ,wenn das einzige Kind  ein Mädchen ist und  das Vater aber  unbedingt  einen Sohn wollte,dieses Mädchen einfach als Junge erzogen wird.


    Doch Haki wird schnell klar das  Amir  bei  ihm nicht glücklich wird und so geht Amir  mit Nina und Stefan   in einer waghalsigen Aktion  mit nach Deutschland. Doch wird es ihm  endlich gelingen dort glücklich zu werden  oder wird er wieder zurück müssen?


    Dieses Buch  wurde nach Tatsachenberichten junger Menschen geschrieben ,denen  genau das passierte .Es macht einen betroffen und auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte ,so ist doch die Realität oft grausam  und somit konnte das Buch auch  gar nicht anders enden.
    Wenn man diese Buch gelesen hat beginnt man sich mit der Situation dieser jungen Menschen auseinander zu setzen und man betrachtet unsere Gesetzgebung kritischer als vorher.Es kann nicht angehen ,da man Jugendliche einfach in ein Land abschiebt ,das zwar laut der Herkunft der Eltern als ihr Heimatland gilt,das sie jedoch nie zuvor gesehen haben und in dem sie völlig fremd sind .Ich denke  es wird da noch vieles getan werden müssen um  weiter junge Menschen vor einem ähnlich grausamen Schicksal zu beschützen
  5. Cover des Buches Lesbisch für Anfängerinnen 2 (ISBN: 9783940611154)
    Celia Martin

    Lesbisch für Anfängerinnen 2

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich habe Willkommen in der WG sehr gemocht. Die Fortsetzung konnte ich leider gar nicht genießen, stattdessen habe ich mich durchkämpfen müssen.

    Für mich gab es einfach zu viel Drama und dann wurde es auch noch zu einfach gelöst. Um ehrlich zu sein, kam es mir recht unrealistisch vor, weil... hätten sie einfach mal miteinander gesprochen... es gab einen Grund, warum das nicht ging, aber der erschien mir ebenfalls unrealistisch.

    Dazu fehlte mir der Humor des ersten Teils. Stattdessen gab es unnötige Szenen mit Tinas Eltern (besonders ihre Mutter). Unnötig für mich, natürlich. Andere mögen anders denken.

    Disclaimer: Ich habe vom Butze Verlag eine kostenlose Ausgabe im Austausch für eine ehrliche Rezension erhalten. Vielen Dank.
  6. Cover des Buches Lesbisch für Anfängerinnen 3 (ISBN: 9783940611390)
    Celia Martin

    Lesbisch für Anfängerinnen 3

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Glücklicherweise habe ich Damenwahl und Cappuccino-Küsse zusammen erhalten. Ansonsten hätte ich den dritten Band nicht gelesen, welchen ich wieder genießen konnte. Ich weiß nicht, warum das zweite Buch so anders ist?

    Dieses war interesannt, aber ihm fehlt der Humor des ersten Buchs. Glücklicherweise hat er mir hier nicht gefehlt. Das könnte damit zu tun haben, dass Damenwahl sehr spannend ist. Ich kann nicht viel sagen, ohne zu spoilern, aber man sollte darauf vorbereitet sein, etwas oder auch etwas mehr Wut zu verspüren.

    Disclaimer: Der Butze Verlag hat mir eine kostenlose Ausgabe im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.
  7. Cover des Buches Lesbisch für Anfängerinnen (ISBN: 9783940611086)
    Celia Martin

    Lesbisch für Anfängerinnen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Lesemaus_im_Schafspelz
    Als Tina ihren untreuen Freund verlässt, braucht sie zunächst nur eins: Ein Dach über dem Kopf! Wie gut, dass ihr da direkt ein Anschlag am Schwarzen Brett auffällt und sie sofort in der WG „vorsprechen“ darf. Kurzerhand landet sie in der reinen Frauen-WG, ohne sich zunächst wirklich Gedanken darüber zu machen, doch bald schon fällt der Groschen – und beide Seiten sind entsetzt! Da bleiben Missverständnisse nicht aus…

    Im ersten Teil der „Lesben-WG-Trilogie“ greift Celia Martin gleich ein typisches Klischee auf: die männerhassenden Lesben, die nur unter sich bleiben wollen und – ganz intolerant – selbst Skepsis gegenüber der neuen Mitbewohnerin hegen, diese Hetera ist ihnen nicht ganz geheuer.
    Tina hingegen stolpert unvermittelt in eine neue Situation und ist zunächst schwer irritiert, lernt jedoch schnell, dass irgendwie doch alles recht ähnlich ist, es gibt Eifersucht, Exen und Liebeskummer.
    Humorvoll lernt der Leser (und Hörer) die Frauen kennen, die diese ganz besondere WG ausmachen, ebenso deren Nöte.
    Auf eine ganz sympathische Art und Weise dürfen wir in das Gefühlschaos Tinas hineinblicken, das sich im Laufe der Wochen ergibt, denn Frauen sind doch gar nicht soo uninteressant…
    Dass ihr Ex plötzlich reumütig vor der Tür steht, macht die Situation für die 30jährige nicht leichter.

    Witziger Roman über die lesbische Liebe, gespickt mit Klischees und dem Gefühlschaos mitten im unverhofften coming out.
    Stellenweise ein bisschen zu überzogen, aber ich hatte Spaß und freue mich auf den nächsten Teil!
    Genau das richtige für Zwischendurch :-)
  8. Cover des Buches Koalas fressen Eukalyptus (ISBN: 9783837020632)
    Nele Tabler

    Koalas fressen Eukalyptus

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Senta und Ulla (ISBN: 9783837065770)
    Bea Wagner

    Senta und Ulla

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Und täglich grüßt die Erinnerung (ISBN: 9783940611109)
    Sabine Brandl

    Und täglich grüßt die Erinnerung

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Nubsi

    …. an zwei Nachmittagen habe ich dieses Buch quasi verschlungen und es immer wieder kurz zur Seite legen müssen um über Textstellen intensiver nachzudenken!

    Lisa lebt das von außen perfekte Familienleben und ist damit glücklich, bis sie ihre Jungendliebe Carmen auf einem Klassentreffen wieder trifft. Lisas bisheriges Leben gerät völlig aus den Fugen. Sie stellt ihr Leben immer wieder in Frage und auch ihr sonst so liebevoller Ehemann entwickelt plötzlich ganz neue Fassetten. Ein Roman mit Romantik, viel Drama und Herz.

    Ein kleines Manko ist meiner Meinung nach der Schluss. Ohne zu viel zu verraten, ist das Ende alles andere als ein Happy end. Sehr unrealistisch, ungewöhnlich aber trotzdem spannend und schön bis zur letzten Zeile. Ein absoluter Lesetipp.  

  11. Cover des Buches Indian Summer in New Hampshire: Lesbischer Kurzroman (deutsch) (ISBN: 9798633649673)
    Vanessa Talisker

    Indian Summer in New Hampshire: Lesbischer Kurzroman (deutsch)

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Melanie_Strom

    Diese Geschichte hat mich sofort mitgerissen und nach Neuengland versetzt. Einerseits finde ich es schön, wie die Landschaft und das Leben beschrieben wird und andererseits ist die Protagonistin Selina eine Frau mit wunderbaren Eigenschaften.

    Sehr empfehlenswert!

  12. Zeige:
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