Bücher mit dem Tag "lesbisch"
181 Bücher
- Laura Kneidl
Someone New: Special Edition
(1.684)Aktuelle Rezension von: Christineleifert1Die Geschichte von Micah und Julian war super schön und das Julian sich seinen Freunden öffnet in bezug auf seine Geheimnisse die er verbergen wollte aus angst vor den Reaktionen fand ich auch richtig gut. Ich kann dieses Buch immer wieder lesen es gehört zu meinen lieblings Büchern. Kann ich wirklich nur empfehlen
- David Levithan
Letztendlich sind wir dem Universum egal
(1.328)Aktuelle Rezension von: Buecherfreak_M"LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL" 🪐✨️ 4/5 Sterne - eine Rezension ohne Spoiler
"Letztendlich sind wir dem Universum egal" erzählt die außergewöhnliche Geschichte von A, einer Seele ohne festen Körper. Jeden Tag erwacht A in einem neuen Körper und lebt ein neues Leben. Die Grundidee finde ich total interessant und einzigartig - sowas habe ich noch nie zuvor gelesen! Die Geschichte von A wird gefühlvoll und flüssig erzählt, mir gefällt der Aufbau des Buches sehr, nämlich dass jeder Tag ein neues Kapitel ist. Es ähnelt dem Aufbau eines Tagebuchs wie ich finde.
Was mir ebenfalls total gut gefallen hat, ist dass der Autor A in so viele ganz verschiedene Menschen gesteckt hat: Depressionen, familiäre Probleme, Übergewicht, LGBTQ - all das und noch viel mehr hat dabei in dem Buch Platz gefunden.
Ziemlich unerwartet für mich war die Tiefe an einigen Stellen des Buches. Ich habe mir tatsächlich einen Marker genommen und ein paar Zitate bzw. Aussagen hervorgehoben, die ich super schön geschrieben fand. Hier ein paar Beispiele:
⋆。𖦹° "Wenn ich eins gelernt habe, dann das: Wir alle wollen, dass immer alles okay ist. Wir streben gar nicht so nach so sehr nach phantastisch oder grandios oder hervorragend. Wir geben uns gerne mit okay zufrieden, denn in den meisten Fällen ist okay völlig ausreichend." ⋆❀˖° (Seite 14)
♡₊˚ "Ich denke so oft ans Ausbrechen - da ist es echt schön, es tatsächlich mal zu tun. Für einen Tag. Statt ewig aus dem Fenster zu starren, tut es gut, mal auf der anderen Seite vom Fenster zu sein."・₊✧ (Seite 22)
Einziger Minuspunkt ist, dass ich die Beziehung zwischen A und Rhiannon etwas schnell und unrealistisch fand. A war an einigen Stellen ziemlich voreilig (auch körperlich, er wollte sie echt früh küssen, Händchen halten usw). In Wirklichkeit hätte Rhiannon wohl schon ziemlich schnell das Weite gesucht. Rhiannons Charakter finde ich ebenfalls nicht so gut gelungen. Er ist leider nicht tiefgründig genug beschrieben und sie kommt mir manchmal sehr oberflächlich und unentschlossen vor. Trotzdem war die Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr schön und regt zum Nachdenken an: Zählt, wer wir sind - oder wie wir aussehen?
- Taylor Jenkins Reid
Die sieben Männer der Evelyn Hugo
(821)Aktuelle Rezension von: i1arieIch bin absolut sprachlos. Seit Jahren wollte ich „Die sieben Männer des Evelyn Hugo“ von Taylor Jenkins Reid lesen. Jetzt habe ich es endlich getan und bin überwältigt.
Ich wusste zu Beginn nicht, was mich erwarten würde, außer, dass es sich um einen absoluten Bestseller handeln würde und man ihn mal gelesen haben sollte.
Ich war sofort begeistert von dem Format des Interviews und Evelyns Erzählpassagen. Sie hat eine Aura in dem Buch, die mich absolut überwältigt hat. Ihre Art zu erzählen, es fühlt sich wirklich so an, als würde man die Biografie einer echten Person lesen.
Die Autorin verfügt über eine unglaublich gute Schreibweise. Ich konnte das Buch wirklich keine Sekunde weglegen. Immer wieder habe ich mich nach der Geschichte über Eveyln Hugo den Kopf zerbrochen.
Ich habe definitiv die Handlung nicht vorhersehen können und war daher wirklich überrascht von einigen Erzählungen und Wendungen. Schade, dass es schon vorbei war.
Ich bin definitiv Fan von dem Buch und auch von Taylor Jenkins Reid und hoffentlich werde ich noch viel von ihr lesen.
- Anne Freytag
Den Mund voll ungesagter Dinge
(695)Aktuelle Rezension von: downey_jr"Und ich gebe es ja nur sehr ungern zu, weil es so traurig und langweilig ist, aber irgendwie ist normal zu sein auch beruhigend. Weil man kein einzelner Fisch, sondern Teil eines riesigen Schwarms ist. Weil man Deckung und Schutz in der Masse findet. Weil man weiß, dass man nicht allein ist."
Das Leben der 17jährigen Sophie war von Anfang an nicht einfach: Ihre Mutter verließ sie gleich nach ihrer Geburt und sie wuchs alleine bei ihrem Vater Christian in Hamburg auf. Ihr bester Freund Lukas, mit dem sie von klein auf unzertrennlich war, ist zu seiner Freundin nach Frankreich gezogen, um dort sein Abitur zu machen.
Sophie selbst war noch nie richtig verliebt, obwohl sie schon was mit dem einen oder anderen Jungen hatte.
Als ihre Vater eine ernsthafte Beziehung eingeht, muss Sophie gegen ihren Willen zu Lena und ihren Söhne Leon und Valentin nach München ziehen.
Sophie ist fest entschlossen, Lena und ihre Söhne nicht zu mögen, doch Lena ist so ganz das Gegenteil einer "typischen" Stiefmutter.
Und dann ist da noch das Nachbarsmädchen Alex, von der Sophie gleich fasziniert ist.
Das Leben in der neuen Stadt ist besser, als Sophie erwartet hätte, doch ein unerwarteter Kuss bringt alles durcheinander...
Anne Freytags Erzählstil hat mir auch bei diesem Jugendbuch sehr gut gefallen. Sophies Verhalten konnte ich (vor allem Jungs gegenüber) nicht immer nachempfinden oder gut finden, ihre Selbstzweifel und Ängste kamen jedoch sehr gut rüber.
Besonders liebenswert fand ich die Charaktere von Leon und Lena. Auch Alex fand ich recht authentisch getroffen, und einen besten Freund wie Lukas hätten wohl viele Mädchen gerne.
Schön ist, dass Anne Freytag nicht explizit die sexuelle Orientierung hervorhebt, sondern das Gefühl, geliebt zu werden und zu lieben.
Die stets treffend formulierten Kapitelüberschriften sowie die am Ende des Buchs aufgeführte Playlist sind schon typisch für Anne Freytag und gefallen mir richtig gut.
Ein sehr schöner, emotionaler Coming-of-Age-Roman (nicht nur) für Jugendliche.
- Samantha Shannon
The Priory of the Orange Tree
(45)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch habe die letzten 400 Seiten des Buchs an einem Tag durchgelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Aber dazwischen habe ich mich aber auch über einige Sachen beschwert.
[Spoiler] Kit war nutzlos als Charakter, und sein Tod war bescheuert. "Hey wir gehen auf ein Abenteuer! Oh nein, ein Erdbeben!" Was sollte das? Sein Tod hat keinerlei Konsequenzen für die Geschichte, schon gar nicht für Loth. Er wird danach fast komplett vergessen. Samantha Shannon hätte ihn ohne Probleme weglassen können.
Die Wiederholungen. Besonders der Ursprungsmythos aus Sicht der Priory wird mehrfach im Detail erwähnt, gleichzeitig werden andere Sachen nie wieder angerissen. Es ist so merkwürdig. Lustigerweise werden dann manche Sachen (wie z.B. die Bedeutung der Schmetterlinge) erst dann erwähnt, wenn man es braucht.
Doktor Roos. Ich kann den Typen nicht ausstehen. Ich fand seinen POV ziemlich nutzlos, und mehr anstrengend als alles andere. Bis zum Schluss habe ich den Sinn dahinter nicht verstehen können, weswegen wir ihn lesen mussten.
Gleichzeitig fand ich aber Ead und Tané super und ihre Wege unfassbar spannend zu lesen (auch wenn ich die Implikation von Tanés Ende scheiße finde). Das Worldbuilding war inspirierend und ich konnte jede Ecke der Welt beim Lesen vor meinem inneren Auge sehen. Gerade die letzte Hälfte hat mich gegriffen.
Also.
Keine Ahnung.
Irgendwie lieb ich es?
- Nicholas Sparks
Seit du bei mir bist
(174)Aktuelle Rezension von: luckytimmiRuss ist glücklich mit seiner Frau Vivian und seiner 5jährigen Tochter London. Als er sich selbständig macht, fängt seine Frau an zu arbeiten und ist immer seltener zu Hause. Plötzlich bekommt ihre Ehe Risse. Sein neuer Job läuft nicht gut, und da Vivian den ganzen Tag weg ist, auch mal über Nacht, muss er sich mehr um seine Tochter kümmern. Und er merkt, wie schön es ist, sich mit seiner Tochter abzugeben, aber auch, dass Vivians Verhalten immer komischer und unberechenbar wird. Doch sein Leben ist ein weiteres Auf und Ab …
Ich fand das Buch einfach wunderschön. Ich habe mit Russ mitgelitten und mich mitgefreut. Es passiert so viel, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Und Russ war mir total sympathisch, während Vivian megaunsympathisch war. Für Fans von emotionalen Romanen ist das Buch ein absolutes Muss.
- Coco Mellors
Blue Sisters
(192)Aktuelle Rezension von: FirebeeDie Familie Blue hatte vier Töchter. Nicki stirbt und zurück bleiben drei. Avery die Verantwortungsbewusste Karrierefrau, Bonnie die eigentlich schüchterne "Boxerin" und Lucky das Nesthäckchen und viel zu früh aus dem Nest gefallene Model.
Coco Mellors spannt die Fäden der Beziehungen der Schwestern untereinander gekonnt. Sie arbeitet die sehr unterschiedlichen Phasen der Trauer und auch individuelle Trauer der drei Schwester sehr gut heraus.
Die Sucht als genetischer Faktor und als zusätzliche Belastung der Familie Blue wird realitätsnah dargestellt.
Ich habe dieses Buch einer dysfunktionalen Familie, von vier sehr unterschiedlichen, jede auf ihrer Art aber auch sehr starken Frauen gerne gelesen.
- Malou Bichon
Und ich leuchte mit den Wolken
(149)Aktuelle Rezension von: abouteverybookDieses Buch liegt schon ewig auf meinem SuB und ich weiß gar nicht, wieso ich so lange gebraucht habe, um es anzufangen, denn ich habe es wirklich sehr genossen. Neben der coolen Mignon und der mutigen Lilou, die man auch einfach nur ins Herz schließen musste, gab es auch großartige Nebencharaktere. Benoît war schon irgendwie mein Favorit.
Ebenfalls gut gefallen hat mir das Setting und die Handlung an sich. Ich habe zwar recht schnell die richtigen Vermutungen angestellt, aber trotzdem wurde es nicht langweilig. An der ein oder anderen Stelle gab es für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Misskommunikation oder auch Situationen in denen Kommunikation definitiv geholfen hätte. Gegen Ende fand ich Lilous Verhalten gegenüber ihrem Vater auch nicht so toll und ziemlich unfair, daran konnte man aber gut merken, dass sie wirklich noch jung ist.
Ein größerer Kritikpunkt war für mich die Länge der Kapitel. Dadurch musste man viel Zeit für ein komplettes Kapitel aufbringen, was leider manchmal im Alltag nicht gegeben war. Das hat dazu geführt, dass es etwas schwierig war immer wieder in die Geschichte reinzukommen.
Ich gebe dem Buch 4/5 Sterne. Ich habe es sehr genossen und auch die Charaktere haben mir gut gefallen. - Lucy Clarke
One of the Girls
(497)Aktuelle Rezension von: HelefloDieses Buch hat mich sehr überrascht. Es ist kein Thriller im herkömmlichen Sinne sondern mehr ein Drama in mehreren Akten bis es dann doch noch in einen Thriller umswitcht.
Zuerst ist es mehr ein Kammerspiel mit Charakterstudien der 6 Freundinnen. So nach und nach kommen Geheimnisse und Animositäten unter ihnen zum Vorschein und man fragt sich wohin das führen soll. Jedes Kapitel ist einer der Mädels gewidmet aus deren Sicht dann wieder erzählt wird. Die Kapitel sind schön kurz und enden immer mit einem Cliffhanger, so daß man immer an der Stange gehalten wird und weiterlesen will.
Es gibt viele Twists, die ich so nie vorhergesehen hätte und das hat mir sehr gut gefallen.
Wer einen ruhigen, sich langsam entwickelnden Plot sucht ist hier genau richtig. Spannend ohne viel Blutvergießen.
- Judith Vogt
Schildmaid
(45)Aktuelle Rezension von: mattderDie Frau der Wikinger stehen in diesen Buch in Vordergrund. Sie geben sich auf ein Raubzug nach England. Überfallen die Krieche und Brandschatzen dort. Klauen die Verfüllen Gegenstände. Die Koggen werden auch gut beschrieben. Die Überfahrten gegen auch nicht leicht von der Hand. Müssen gegen Sturm kämpfen.
- Samantha Shannon
Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin
(238)Aktuelle Rezension von: Leseratte1286Eine Welt, zeitlich etwa Mittelalter, Drachen und Monster, Magie und Alchemie.
Die Geschichte ist aus 4 Perspektiven und aus 2 verschieden Weltteilen (Ost/West).
Mich hat total verwirrt, dass die Karte des Ostens vorn im Buch, also links war und die Karte des Westens hinten im Buch also rechts. Auf den realen Karten ist es genau anders herum. Das hin her switchen fand ich sehr verwirrend.
2 der 4 Charaktere fand ich zudem nicht besonders sympathisch. Und da die 4 sich halt das buch teilen müssen, fehlt irgendwie auch der Tiefgang in die einzelnen Charaktere. Das reiten der Drachen, was ja eigentlich das anziehende an de Geschichte wäre, kam total kurz.
Ich habe mich sehr durchgequält und oft überlegt abzubrechen.
Handlung 2/5
Charaktere 1/5
Ende 2/5
Schreibstil 2/5
Idee 3/5
Setting 3/5
Genuss 0/5
Worldbuilding 3/5
- Nina George
Die Schönheit der Nacht
(210)Aktuelle Rezension von: BumbilouDer Roman handelt von Claire, erfolgreiche Verhaltensbiologin, Mutter und verheiratet & von Julie, halb so alt wie Claire und unsicher, was sie sich vom Leben erwartet.
Das erste Mal treffen die beiden im Flur eines Hotels aufeinander - Julie putzt dort die Zimmer und Claire ist nach einem Treffen mit einem Liebhaber auf dem Weg nachhause.
Die zweite Begegnung findet in Claires Wohnung statt, denn ihr Sohn ist zum Essen eingeladen um seinen Eltern seine Freundin vorzustellen: Julie.
In diesem Sommer lernen die zwei Frauen sich selbst besser kennen, entdecken, was für sie "leben" bedeutet und wie sie das Feuer (wieder)finden können. Sie sind leidenschaftlich, verletzlich und mutig.
Große Leseempfehlung !
- Nina LaCour
Alles okay
(200)Aktuelle Rezension von: writtenby-celineDie Geschichte von Marin ist eine ruhige, traurige und emotionale Geschichte.
Marin wächst mit ihrem Grossvater und ihrer besten Freundin Mabel auf. Doch plötzlich erfährt sie etwas, was ihr Leben aus der Bahn bringt.
Marin sucht nach Halt in ihrem Leben, doch sie verliert immer wieder Menschen, die ihr lieb sind. Sie gewöhnt sich an die Einsamkeit und lässt zu, dass diese ein Teil von ihr wird. Durch die kurzen und aussagekräftigen Sätze im Dialog und in der Prosa ist klar, wie sich Marin fühlt und was sie denkt.Die Geschichte ist einfach erzählt und lässt sich fliessend lesen. Man wechselt zwischen Gegenwart und Zukunft, und ich fand diese Kombination sehr gut.
Dieses Buch empfehle ich allen, die es zwischendurch gerne gemütlich haben und sich wieder in die Teenager-Zeit zurückversetzen möchten.
Es ist eine Geschichte über Freundschaft, erwiderte und unerwiderte Liebe, über das Einsam sein und Verlassenwerden, aber auch über das Zusammenfinden und Verzeihen. Es ist eine lebensechte Geschichte, verpackt mit poetischen Passagen, die zum Nachdenken anregen. - Cynthia D'Aprix Sweeney
Das Nest
(200)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin"Das Nest" ist ein Treuhandfonds, den der bereits verstorbene Familienvater Leonard Plumb für seine vier Kinder angelegt hat. Dieser sollte am 40. Geburtstag der jüngsten Tochter Melody ausgezahlt werden. Wenige Monate zuvor verursacht der älteste Sohn Leo jedoch einen Unfall, weshalb Mutter Francie den Fonds als Schweigegeld für das Unfallopfer verwendet, um einen Skandal zu verhindern. Dummerweise hatten die Kinder jedoch mit der Auszahlung eines millionenschweren Erbes gerechnet, so dass sie sich nicht aus ihren bestehenden Finanzkrisen heraushelfen können. Leo vertröstet seine Geschwister zunächst und verspricht, sich um einen Ausgleich zu kümmern, aber dann verschwindet der Lebemann klammheimlich.
Der Roman ist aus der Perspektive zahlreicher Charaktere geschrieben, dass es zunächst schwerfällt, einen Überblick über alle Figuren zu erhalten und die Zusammenhänge zu erkennen. Es werden nicht nur Szenen aus dem Leben der vier Geschwister Plumb geschildert, sondern auch aus denen von Nebencharakteren, die für die Handlung keine wesentliche Rolle spielen. Auf diese Weise kommt man keinem Charakter wirklich nah, sie blieben distanziert und undurchsichtig. Auch stört die am Anfang sprunghafte Erzählweise den Lesefluss. Die einzelnen Episoden und Rückblenden wirken zusammenhanglos und es fehlt an einer aktiven Handlung, da sich der Roman mehr mit den Gedanken und Sorgen der Protagonisten beschäftigt.Erst als der Fokus stärker auf Leo rückt und sein Charakter, der sich als eine arrogante, überhebliche und egoistische Persönlichkeit entpuppt, die keinerlei Unrechtsbewusstsein zu haben scheint, sich seine Schuld nicht eingesteht und für sich selbst einen Neuanfang möchte, wird das Buch interessanter und spannender. Leider verliert sich die Handlung dann erneut in Nebenschauplätzen, so dass sie am Ende nicht spannender sondern ermüdender wird.
"Das Nest" ist für mich kein klassischer Familienroman, denn dafür fehlte mir eine durchgehende Interaktion der Geschwister. Es bleibt vage, wie die Geschwister gemeinsam aufgewachsen sind und in welchen Verhältnissen sie zueinander stehen. Verbindendes Element scheint einzig der Treuhandfonds zu sein, weshalb sie sich überhaupt um Treffen bemühen. Details aus den Leben der jeweils anderen kennen sie nicht. Die Rolle von Mutter Francie ist nebulös und warum sie das Erbe eingesetzt hat, um negative Schlagzeilen zu vermeiden, wird nicht klar.Auch wenn der rote Faden die ausstehende Wiedergutmachung Leos ist, auf die sich die Geschwister verlassen, um ihre finanziellen Probleme zu lösen, verliert sich der Roman in diversen Nebenhandlungen, die völlig beliebig und für den Fortgang der Handlung unerheblich sind, so dass er etwas langatmig und unfokussiert erscheint. Auch die fehlende Nähe zu den Charakteren erschwert es, an ihren Schicksalen teilzuhaben, so dass die Handlung weder sonderlich fesselt noch emotional berührt. - Anne Pätzold
A Night of Promises and Blood
(92)Aktuelle Rezension von: Francesca_MIch bin ohne große Erwartungen oder Vorabinformationen in A Night of Promises and Blood gestartet, einfach als Teil einer queeren Bücher, ohne Klappentext. Umso überraschender war es für mich, dass sich hinter dem Buch nicht einfach ein typisches New-Adult-Werk verbirgt, sondern tatsächlich Fantasy-Elemente eine Rolle spielen. Diese enthüllen sich erst nach und nach im Verlauf der Handlung und sorgen so für einige spannende Momente, die ich so nicht erwartet hatte. Das hat mir richtig gut gefallen.
Im Zentrum steht eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, was ich als sehr erfrischend empfunden habe. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren war angenehm und authentisch, wenn auch noch recht zaghaft. Wer hier große Romantik oder Dramatik erwartet, wird eventuell enttäuscht sein, es geht eher um das erste Kennenlernen, vorsichtige Annäherungen und einen Einstieg in die Welt der Charaktere.
Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Dadurch bekommt man einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt der Figuren und fühlt sich ihnen schnell näher. Trotzdem bleibt die Handlung im ersten Band recht ruhig. Es passiert nicht viel, und das Buch wirkt eher wie ein langes Intro in eine größere Geschichte. Für sich genommen fand ich den Band eher unspektakulär. Aber: Er macht definitiv neugierig auf mehr. Das Ende war spannend genug, dass ich direkt am nächsten Tag mit Band zwei weitergemacht habe.
Insgesamt vergebe ich drei Sterne, ein solider Auftakt mit atmosphärischer Erzählweise und interessanten Figuren, aber noch mit Luft nach oben in Bezug auf Handlung und Emotionstiefe. Ich bin gespannt, wie sich die Reihe weiterentwickelt.
- Jonas Zauels
Alle Farben der Nacht
(19)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerRezension
Alle Farben der Nacht von Jonas Zauels
Genre: Drama
Seiten: 175
Verlag: U.Helmer
Klappentext:
Schwarz. Wie immer. Die dicken Vorhänge sind zugezogen, das Licht ist aus und draußen greift die Nacht langsam, aber unaufhaltsam um sich.
Sie weiß, dass es falsch ist; dass sie eigentlich ein ganz normales Leben führen sollte. Sich Ziele setzen und diesen folgen sollte, doch fällt es ihr so schwer. Sie würde sich gerne treiben lassen, wie die anderen in ihrem Alter, von denen sie nicht einen richtig kennt. Sie hört ihnen manchmal heimlich zu.
Meine Meinung:
Das war mal was anderes. Es ist eine Geschichte über die ich erstmal nachdenken musste, bevor ich diese Rezension schreibe. Es geht um Emilia und ihr wirklich schweres Leben. Sie stürzt immer mehr ab und es passieren ihr auch wirklich schlimme Dinge. Aber nichts ist so wie es scheint. Mit Emilia bin ich leider nicht ganz warm geworden. Es lag jetzt aber eher an mir und nicht an der schaffensweise des Autors. Ich komme im echten Leben schon nicht mit solchen Menschen klar und kann sie nicht verstehen. Der Autor hat da echt Charaktere geschaffen die meiner Meinung nach stark polarisieren. Das Cover mag ich mit seinen kräftigen Farben sehr gerne obwohl ich nicht so genau sagen kann ob es zum Inhalt passt.
Fazit:
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und einen manchmal ein bisschen schockiert. Es ist nichts wie es scheint. Ich kann es Drama Liebhabern empfehlen, die auf wirren Tiefgang stehen. Ich brauchte am Ende eine Weile bis alles geordnet war. Wirklich toll! - Cornelia Jönsson
Spieler wie wir
(20)Aktuelle Rezension von: SimoneBDieses Buch hat mein Herz gebrochen!
(Und das werde ich ihm nie verzeihen)
Von Anfang an: Spieler wie wir ist der Auftakt einer Triologie von Cornelia Jönsson um eine Gruppe von Freunden, die polyamor und BDSM-affin in Berlin leben und sich mehr schlecht als Recht mit Nebenjobs/Promotion/Kunstprojekten durchs Leben schlagen: Franzi, ihr Partner Marius, die beste Freundin und Protagonistin Pauline, sowie verschiedene teils wechselnde, teils beständige Nebencharaktere. Der Plot des ersten Bands kommt in Fahrt, als die ziellos und dekonstruierend durchs Leben treibende Pauline in einem SM-Club Bekanntschaft mit der viel älteren und gnadenlos schönen Professorin Ann macht. Sie verliebt sich und unterwirft sich ihr fortan. Doch Ann wird von dem extremer werdenden, kompromisslosen Begehren Paulines und ihrer besinnungslosen Liebe überfordert, ihr eigener Ehemann ist ein ziemlich arroganter Typ, und Marius und Franzi haben auch ihre ganz eigenen Sorgen. So endet die Geschichte dann auch in einer Katastrophe. Da ich mich sehr in die Charaktere hineinversetzen konnte, ging mir das ziemlich nahe, ich kann also nur ausdrücklich eine Warnung aussprechen: das hier ist kein romantisches Buch, und es gibt kein Happy End.
Die Gedankenwelt der Protagonisten ist lebendig und anschaulich beschrieben. Manchmal driftet die Autorin in einen für meinen Geschmack etwas ausschweifenden Stil ab, aber im ersten Band ist das noch viel weniger der Fall als in Band 2 und 3, auch die gesellschaftskritischen Mono- und Dialoge halten sich hier noch in Grenzen. Trotzdem gibt es für die teilweise sehr eigenwilligen Metaphern und Abschweifungen einen Stern Abzug.
Stattdessen geht es um die Wünsche und Bedürfnisse der sehr real wirkenden jungen Menschen, und natürlich auch um Sex. Dieser ist direkt und in klarer, einfacher Sprache beschrieben. Natürlich wird gedemütigt und gezüchtigt - immerhin ist Pauline eine masochistische Sub, wie sie im Buche steht, und Franzi eine energiegeladene Switch. Wenn überhaupt, könnte man sagen, dass die Charaktere etwas überzeichnet sind: Ann etwas zu göttlich, Pauline etwas zu gierig auf Schmerz und Selbstaufgabe. Doch das Scheitern der Figuren an ihren eigenen Zwängen relativiert diese Überzeichnung wieder.
Sehr lobenswert ist, dass die BDSM-Szene, in der sich die Charaktere bewegen, ihre Einstellungen und die ganze Art und Weise, wie sie ihre Lustspiele ausleben, absolut realistisch sind. (Naja, abgesehen davon, dass es unrealistisch viele junge, hübsche Leute in den Clubs gibt. Aber das ist ein anderes Thema) Hier merkt man, dass die Autorin Ahnung davon hat, was im echten BDSM-Leben vor sich geht. Die Konflikte, Nöte und Ängste sind ebenfalls allzu plausibel und keineswegs an den Haaren herbeikonstruiert. Mitfiebern und Mitleiden ist also vorprogrammiert.
Die Geschichte ist für mich etwas Besonderes, da sie mein Einstieg in die literarische Welt der Erotik war. Damals traf mich das eher ambivalente, teils sogar deprimierende Ende vollkommen unvorbereitet. :'( Heute stehe ich dem Ganzen mit etwas mehr Distanz gegenüber. Dennoch lautet mein Fazit:
Realistische, 100% authentische BDSM-Geschichte im modernen Berlin - aber nichts zum Wohlfühlen und Fallenlassen.
- Tara Isabella Burton
So schöne Lügen
(142)Aktuelle Rezension von: LinaLinaIch bin über die Rezensionen, die ich hier teilweise finde, ziemlich überrascht. Ja, die Protagonistin ist nicht sehr sympathisch, doch genau das hat mir richtig gut gefallen. Ich lese nicht oft Bücher, in denen die Protagonistin so weit weg von mir selbst ist und ich doch verstehen kann, warum sie etwas tut.
Mit jedem Kapitel wurde ich wieder überrascht.Dass Lavinia und Lulu beide offensichtlich einige Probleme mit ihrer psychischen Gesundheit haben und deren Beziehung beiden nur noch mehr schadet, macht das Buch zu etwas sehr Ungewöhnlichem.
Durch die ganzen Prolepsen wusste man als Leser*in, was noch passieren wird und doch kamen die Wendungen sehr unvorhersehbar. Dass mich das Ende erneut überrascht, hätte ich mir nicht vorstellen können. Es bleibt die ganze Zeit eine Spannung erhalten, weil man auf das angekündigte Ergebnis wartet.
Das offene Ende kam etwas abrupt, ich hätte gern erfahren, wie das ganze wirklich ausgeht (insbesondere für Lavinias Schwester). Ich kann aber gut verstehen, wieso das Ende offen gehalten wurde.
Der Schreibstil des Buchs macht sehr gut deutlich wie wirr der Kopf von Lulu ist. Das Ende zeigt uns, dass sie so einfach ein weiteres Problem lösen kann und als wäre nichts dabei ein neues Leben starten kann. Es ist einfach (positiv) gruselig.Ich werde das Buch definitiv weiterempfehlen!
- Erica Fischer
Aimee und Jaguar
(45)Aktuelle Rezension von: Wolf-MacbethIn 'Aimée und Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943' von Erica Fischer taucht man in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte ein, durchwoben mit wunderschönen Gedichten und zutiefst berührenden Liebesbriefen. Doch das Buch ist mehr als nur eine Liebeserzählung. Es vermittelt auf eindrückliche Weise, wie es war, im Schatten des Nazi-Regimes zu leben. Die Autorin zeichnet ein präzises Bild der schleichenden Verschärfung der Judenverfolgung bis hin zur grausamen Deportation. Dieses Werk berührt die Seele und erinnert daran, wozu menschliche Abgründe führen können, wenn blind einem Demagogen gefolgt wird. Eine bewegende Lektüre, die die Bedeutung des Erinnerns unterstreicht und ein Zeugnis der Liebe und des Widerstands in dunkelster Zeit ist.
- Juno Dawson
How to Be Gay
(37)Aktuelle Rezension von: Bücher_TiniDieses Buch wurde mir empfohlen als ich auf der Suche für Bücher für eine Schulbibliothek war . Ich muss gestehen es ist gut, es ist locker geschrieben und man liest es sehr flott , ohne große Umwege wird erklärt und begrifflichkeiten nahe gebracht. Sowohl für Jugendliche als auch für mich als Mutter ist es ein wirklich gelungenes aufklärendes Buch um sich besser zu verständigen.
Es ist kein plattes Sachbuch , was nur erklärt , nein hier komm auch betroffene ( das klingt blöd) zu Wort und das ohne ihre Texte umzuschreiben, man merkt das es aus ihnen heraus kommt und das macht es verständlich und nahbar.
- Jenny Downham
Die Ungehörigkeit des Glücks
(165)Aktuelle Rezension von: lui_1907Inhalt
Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück ...
Nach „Bevor ich sterbe“ von der Autorin Jenny Downham gefiel mir so gut, dass ich dachte da kann bei „Die Ungehörigkeit des Glücks“ nichts schief gehen. Aber leider wurde ich enttäuscht. Die Geschichte ist irgendwie nicht neu und die Charaktere, bis auf Mary und Katie, sind unsympathisch und kalt. Zum Ende hin wurde alles sehr langatmig und das „Familiengeheimnis“ ist sehr vorhersehbar.
Fazit: Leider nicht sehr fesselnd.
- Christian Handel
Rosen & Knochen
(271)Aktuelle Rezension von: sechmetMit „Rosen und Knochen“ erschafft Christian Handel eine eindrucksvolle, düstere Märchenadaption. Im Mittelpunkt stehen die Dämonenjägerinnen Schneeweißchen (Muireann) und Rosenrot (Rose), die von den Bewohnern eines abgelegenen Dorfes gerufen werden, um den Geist einer alten Hexe zu bannen. Doch trotz all ihrer Erfahrung stoßen sie an Grenzen, die weit über das Erwartbare hinausgehen.
„Rosen und Knochen“ ist mein erstes Buch von Christian Handel und ich liebe alles daran. Besonders fasziniert hat mich die konsequent dunkle, beinahe unheimliche Atmosphäre, mit der bekannte Märchenmotive neu und mutig interpretiert werden. Der angenehme, flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Schneeweißchen (Muireann) und Rosenrot (Rose) sind zwei hervorragende Charaktere, es macht große Freude, sie auf ihrem gefährlichen Weg zu begleiten, vor allem, weil sie nicht als makellose Heldinnen auftreten, sondern als Figuren mit Tiefe, Zweifeln und Entwicklung.
Ich liebe düstere Märchenadaptionen mit leichten Horrorelementen, insbesondere weil sie den Märchen wieder näherkommen, wie sie ursprünglich gedacht waren: unheimlich, warnend und alles andere als harmlos. Besonders gelungen fand ich auch das Nachwort, in dem Christian Handel die Entwicklung und Ursprünge der Märchen erläutert. Es macht deutlich, dass man bei dieser Geschichte bewusst Abstand von den weichgespülten Versionen aus Kindheitstagen nehmen sollte.
Alles in allem ist „Rosen und Knochen“ eine kurzweilige, atmosphärisch dichte und absolut lesenswerte Märchenadaption. Ich werde definitiv weitere Bücher von Christian Handel lesen. Wer düstere Märchen liebt und sich gerne in finstere, magische Welten entführen lässt, sollte hier unbedingt zugreifen.
- Tanya Byrne
Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus
(106)Aktuelle Rezension von: LeoLorisLifeDas Buch ist so schön geschrieben. Poppys & Ashs Liebe fühlt sich so süß an & geht über den Tod hinaus. Das Ende ist nicht schlecht, allerdings hätte ich mir persönlich ein anderes gewünscht. Trotzdem hat es sich in mein Herz geschlichen.
Für mich ist das Buch auf jeden Fall in meinen Top 10 2024. 💜
- Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger 4 - Untotentanz
(6)Aktuelle Rezension von: KorikoStory:
Nach dem letzten großen Kampf gegen die Anderswelthexe Carmun ist es ruhiger in London geworden und Berlingtons Geisterjäger haben sich in alle Winde zerstreut: Victor und Alec sind nach Paris geflüchtet, nachdem das Gerücht verbreitet wurde, sie seien ein Paar, Giselle ist ebenfalls in Frankreich und lebt bei ihrer Tochter. Lediglich Fiona, ihre Partnerin Nica und Eliott sind noch in London, haben im alltäglichen Leben jedoch nur wenige Berührungspunkt. Das ändert sich, als sie gleichzeitig nach Paris aufbrechen – Fiona und Nica um einer Zusammenkunft der magischen Gemeinde teilzunehmen, Eliott wegen eines Auftrages des Britischen Museums. Er soll vier gestohlene, altägyptische Artefakte zurückbringen. Als kurz darauf eine seltsame Seuche in Paris ausbricht, bei der Erkrankte nicht nur lichtempfindlich sind, sondern auch Hunger auf blutiges Fleisch bekommen, schließen sich die alten Freunde auf der Suche nach Antworten zusammen. Sie suchen nach Antworten und einer Möglichkeit die Kranken zu heilen, denn Eliott hat sich angesteckt …Eigene Meinung:
Mit „Untotentanz“ entführt Amalia Zeichnerin ihre Leser*innen einmal mehr in die viktorianische Zeit, dieses Mal jedoch nach Paris. Der Roman ist in sich abgeschlossen und knüpft lose an die Ereignisse der ersten drei Bände an, allerdings kann man ihn auch weitestgehend ohne Vorkenntnisse lesen – wenngleich in dem Fall die Masse an Figuren verwirren dürfte. Nach aktuellem Stand ist es der letzte Teil der Reihe „Berlingtons Geisterjäger“.Die Geschichte spielt 1889 und einmal mehr sind die Freunde um Berlington einem übernatürlichen Phänomen auf der Spur, genauer gesagt einer seltsamen Krankheit, die Betroffene nach und nach in zombieähnliche Kreaturen verwandelt. Amalia Zeichnerin lässt sich Zeit, die Ereignisse voranzutreiben und allen Charakteren Platz zur Entwicklung zu geben – nahezu jede tragende Figur darf einen Teil der Geschichte aus seiner/ihrer Sicht beitragen – auch Alec, der in den ersten drei Büchern leider keine eigene Stimme bekam. So dauert es, bis die Gruppe auf die Ursachen der Krankheit stößt, ebenso lange dauert es, ein Heilmittel zu erschaffen, um Eliott und die anderen Erkrankten zu heilen. Währenddessen befindet sich Paris im Ausnahmezustand, was jeder zu spüren bekommt.
Wie immer ist der Genremix aus Steampunk, Fantasy und historisch realen Elementen sehr gelungen Man steigt schnell in die Geschichte ein und fiebert mit den Helden mit, die sich dieses Mal einer kaum greifbaren und bekämpfbaren Bedrohung stellen dürfen. Amalia Zeichnerin wendet viel Zeit auf, das Paris des 19. Jahrhunderts zu beschreiben und zum Leben zu erwecken. Man spürt bei den Beschreibungen der Straßenzüge, Gebäude und Hintergründe auch, wie viel Zeit die Autorin in der Recherche gesteckt hat – das viktorianische Paris wirkt lebendig und authentisch, man hat wirklich das Gefühl mit den Figuren durch die Straßen zu wandeln. Auch die Beschreibungen der Krankheit und die Herangehensweise der Charaktere, die Probleme in den Griff zu bekommen sind gelungen – Amalia Zeichnerin lässt genügend Zeit für Entdeckungen und Lösungsstrategien der Gruppe. Sie baut die komplexe Geschichte mit der nötigen Ruhe und Vielschichtigkeit auf. Leider gelingt es ihr nicht, dies bis zum Ende durchzuhalten, denn der Schluss wirkt sehr überstürzt, das Finale sehr gehetzt. Es wird zwar alles aufgelöst und zu einem zufriedenstellenden Ende geführt, aber das Tempo passt nicht zum Rest des Buches. Im letzten Kapitel wird quasi alles im Eiltempo aufgelöst – das ist sehr schade, zumal sich dann auch Logikfehler häufen.Die Figuren sind lebendig und gut in Szene gesetzt – dieses Mal kommt jeder zu Wort und darf den Leser ein Stück weit durch die Geschichte führen. Wie immer ist der Mix queerer Figuren toll, man hat ein lesbisches und ein schwules Pärchen, die vollkommen gleichberechtigt sind und ihren Platz im Buch haben. Auch eine leichte Romanze zwischen Eliott und der indischen Zauberkundigen Amrita Jhadav findet einen Platz, die eine größere Rolle einnimmt als in den bisherigen Büchern. Es ist schön, dass weitere Figuren hinzukommen und teils wichtigere Rollen übernehmen. Das sorgt für Abwechslung und Spannung.
Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Amalia Zeichnerin hat einen sehr flüssigen, soliden Schreibstil, der gut zur Geschichte und den Figuren passt. Sie erzählt aus wechselnden Perspektiven, was man mögen muss um die Reihe zu genießen und bemüht sich jeder Figur gerecht zu werden. Das birgt die einzige Schwäche, die das Buch stilistisch hat – die Perspektiven klingen zu gleichförmig, es gibt keine Varianzen zwischen den einzelnen Erzählenden. Gerade bei der Masse an Perspektivwechseln fällt dies auf. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der das Lesevergnügen nur teilweise schmälert.
Fazit:
Auch der 4. Teil der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe kann überzeugen und punktet durch eine solide Geschichte, authentische und lebendige Beschreibungen und Charaktere, und einen stimmungsvollen Schreibstil. Wer die ersten Bände der Reihe mochte, sollte auf jeden Fall auch zu „Untotentanz“ greifen, Neueinsteigern empfehle ich aufgrund der vielen Charaktere und Perspektiven doch zu den ersten Bänden, um die Figuren kennenzulernen und die Zusammenhänge zu verstehen. Wer historische Romane mit fantastischen Elementen mag, sollte auf jeden Fall reinschauen – zu empfehlen.























