Bücher mit dem Tag "linguistik"

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141 Bücher

  1. Cover des Buches Vox (ISBN: 9783596704514)
    Christina Dalcher

    Vox

     (380)
    Aktuelle Rezension von: Nosimi

    „Vox“ beginnt als Dystopie der besonders verstörenden Art: Nach der Machtübernahme der christlichen Fundamentalisten, die sich „Die Reinen“ nennen, werden die Rechte der Frauen plötzlich massiv eingeschränkt: Sie dürfen nicht mehr arbeiten, dürfen nicht mehr wählen und benötigen das Einverständnis ihres nächsten männlichen Angehörigen, Ehemann oder Vaters. Zudem werden Frauen mit einem Wortzähler ausgestattet, der ihnen maximal 100 Worte pro Tag erlaubt. So werden Frauen in diesem dystopischen Amerika des 21. Jahrhunderts praktisch mundtot gemacht. Mädchen wird die Bildung verwehrt, außer der Fächer, die sie für die Haushaltsführung brauchen können. So werden Frauen zu angepassten, stummen und willenlosen Hausmütterchen, die sich nicht am Weltgeschehen beteiligen und immer mehr verstummen. Die Protagonistin Jean war einst Wissenschaftlerin und Neuro-Linguistin, führend auf ihrem Gebiet, bevor sie zum Schweigen verdammt wurde. Nun ist die Mutter von vier Kindern zu Hause und verbrennt innerlich beinahe vor Wut auf die ihr und allen anderen Frauen angetane Ungerechtigkeit. Ihr Ehemann, ein enger Berater des Präsidenten, scheint ihr sehr entfremdet zu sein. Eines Tages klopfen jedoch hochrangige Regierungsbeamte an ihre Tür, die ihre Expertise benötigen. Das ist Jeans Chance zu kämpfen, für ihre Freiheit, ihre Kinder und alle unterdrückten Frauen.

    Der Roman beginnt vielversprechend mit einem spannenden Szenario und einem beklemmenden, intensiven Thema. Wie „Der Report der Magd“ befinden wir uns in einem, von christlichen Fundamentalisten neu gegründeten Staat, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, systematisch und konsequent Frauen zu unterdrücken. Bereits in den ersten paar Seiten ist man voll im Thema drinnen und bekommt den Alltag der mit Wortzählern ausgestatteten Frauen und Mädchen mit. Gleichzeitig wird die Gesellschaft, in der wir uns nun befinden, eingeführt und mittels erster Rückblenden wird angedeutet, wie es soweit kommen konnte. Hätte die Autorin sich auf diesen Plot konzentriert und ihn auch besser und detailliert ausgearbeitet, wäre es wohl in meinen Augen ein richtig gutes Buch geworden.
    Aber Christina Dalcher hat noch mehr gewollt. Und so schwenkt der Inhalt nach dem Hilferuf des Präsidenten in eine andere Richtung und entwickelt sich zu eine Politthriller mit einer strahlenden Heldin, einer vor Klischees triefenden Liebesgeschichte und gut eingestreuten wissenschaftlichen Ausführungen (Christina Dalcher selbst ist Linguistin), die der Geschichte dann etwas mehr Gehalt verleihen sollen. Leider ist da für mich viel zu viel gewollt worden. Nach einem langsamen Auftakt, der die Protagonisten, die Situation in der sie leben und wie dieses Situation den Alltag bestimmt, darstellt, wird es immer rasanter und vollgepackter. Jetzt will sich die Story zu einem richtig guten Thriller entwickeln mit allem, was man dafür braucht: Strahlende Heldin, stark und beinahe omnipotent, einen wirklich einfach gestrickten, dummen, dabei aber mächtigen Gegenspieler, eine große Verschwörung und eine – wie schon erwähnt wirklich klischeehafte – Liebesgeschichte.
    Das ist das große Problem des Buches, dass sich die Autorin nicht entscheiden konnte, was sie schreiben will: Eine misogyne Dystopie oder einen Politthriller mit Sci-Fi-Elementen.
    Für ersteres ist die Story nicht dicht genug, die „neue Welt“ ist nicht komplett durchdacht und viele Fragen bleiben für meinen Geschmack unbeantwortet (im Gegensatz zu Margaret Atwoods Roman). Für letzteres ist die Story zu kurz und zu einfach gestrickt, da hätte ich mir mehr Raffinesse gewünscht. Sprachlich ist das Buch einfach zu lesen und liest sich auch schnell. Das war dann gerade gegen Ende schwierig, als sich die Ereignisse überschlugen.
     Insgesamt halte ich das Buch für ein durchschnittlich gutes Buch, auf jeden Fall spannend, mit einem beklemmenden und sehr ernsten Thema, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Leider hat es jedoch keine Stringenz darin, die misogyne Dystopie wirklich aufzuarbeiten und will dann am Ende doch ein actiongeladener Thriller sein. Dem Vergleich mit Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ hält Christina Dalchers Buch leider nicht stand.

  2. Cover des Buches Undying – Das Vermächtnis (ISBN: 9783737356008)
    Meagan Spooner

    Undying – Das Vermächtnis

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Ava_lon

    Inhalt

    Auf der Erde hätten Jules und Amelia sich gehasst: Er ein verwöhntes Oxfordgenie, sie eine Plünderin aus der Unterwelt Chicagos. Zwei wie Feuer und Wasser – doch als sie sich auf dem Planeten Gaia begegnen, ist sofort klar, dass sie einander brauchen werden. Eine pragmatische Zweckgemeinschaft für eine halsbrecherische Mission, nichts weiter. Oder ist da etwa doch mehr?

    Cover

    Ein Portal in eine andere Welt und zwei Silhouetten die durch dieses Portal schweben. Die Farben wirken gefällig, wobei das Cover in Natur viel besser wirkt als auf dem Bild.

    Mein Eindruck 

    Dieses Buch lag nun schon etwas länger auf meinem SuB und von daher habe ich mich jetzt entschieden, es zu lesen. 

    Die ersten Seiten habe ich mich etwas schwergetan und konnte weder zu Mia noch zu Jules eine Verbindung herstellen. Auch der Start auf dem Planeten Gaia hat mich nicht wirklich gefesselt. Erst allmählich gelang es mir der Geschichte zu folgen und nachdem ich den fremden Planeten ausgeblendet hatte und mich auf den Kern der Geschichte über die Unsterblichen und ihre Tempel konzentriert habe, fing die Geschichte an mich abzuholen.

    Mia und Jules ergänzen sich gut mit ihren Fähigkeiten – er ein kleines Oxford Genie mit einem Hang zu Archäologie und Geschichte sowie Mia mit einem super funktionierenden mathematischen Verständnis lösen Rätsel für Rätsel und dringen immer weiter in das innere des Tempels vor. Dicht verfolgt von einer Gruppe Plünderer, die zudem äußerst brutal handeln. Mia und Jules agieren zeitgleich an zwei Fronten und geraten unter Druck.

    Zum Ende hin offenbarte sich für mich eine gut durchdachte Geschichte, allerdings stellte sich bei mir keine Befriedigung ein. Irgendwann hatte ich mein AHA Erlebnis und wusste was mir fehlte. Es gibt kein gemeinsames Ziel von Mia und Jules, zumindest nicht bis zum Schluss. Beide haben jeweils ein eigenes Ziel – Mia möchte ihre Schwester freikaufen und deswegen geht sie Plündern um Geld zu verdienen und Jules möchte seinen Vater rehabilitieren, der wegen seiner Meinung zu den Unsterblichen im Gefängnis sitzt. Obwohl beide ums Überleben kämpfen und sich einander annähern,  schließt sich erst auf den letzten 10 Seiten der Kreis und ein gemeinsames Ziel entwickelt sich. Der Schwerpunkt liegt nun im Folgeband, der allerdings bislang nicht erschienen ist. 

    Fazit

    Ein gut aufgebauter Roman für Jugendliche, der sich allerdings auf einer Ebene bewegt, die außerhalb jeglichen Mainstreams liegt. Eine gut ausgestaltete Entwicklung die von Gegensätzen und Ablehnung zu Freundschaft (mit kleiner Romanze) und Vertrauen führt. Dadurch dass den Protagonisten in ihrer Entwicklung sehr viel Raum gegeben wird, führt es zu einigen Längen und der Spannungsbogen ist dann stellenweise sehr niedrig. Erst zum Schluss hat mich dieses Abenteuer von Jules und Mia gepackt. Leider war es nur ein kleiner Moment.

  3. Cover des Buches Das Affenhaus (ISBN: 9783499256196)
    Sara Gruen

    Das Affenhaus

     (171)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Die junge Forscherin Isabel Duncan beschäftigt sich mit Menschenaffen. Die zutraulichen und hochintelligenten Bonobos kommunizieren mit ASL. Ihre großartige Gabe für Sprache macht es Isabel und ihrem Team leicht, von ihnen zu lernen.

    Die Forschungsergebnisse sind fantastisch, bis eines Nachmittags vor dem Labor eine Bombe explodiert. Isabel wird dabei schwer verletzt. Für die Tat stehen zahlreiche Tierschutzorganisationen Pate. Doch die Ermittlungen laufen vorerst ins Leere.

    Nach der Explosion ist die Bonobo Gruppe ins Freie geflohen. Isabel kann nur vom Krankenbett aus zusehen, wie die Suche nach den Affen beginnt.

    Für die Journalisten beginnt ein Spießroutenlauf. Ausgerechnet John, der am Tag vor der Explosion ein Exklusiv-Interview mit den Affen führen durfte, wird entlassen. Doch so leicht gibt er nicht auf, denn auch ihm liegen die Affen am Herzen.

    Mit einem Knaller startet urplötzlich eine neue Bezahlshow im Fernen. Der schwerreiche und skrupellose Pornokönig Faulks bringt das „Affenhaus“ ins Fernsehen. Isabel kann das nur schwer verkraften, ihre Schützlinge dort anzusehen.

    Sie trifft auf Celia, ihre ehemalige Assistentin und gemeinsam treten die beiden gegen Faulks an. Doch der kämpft mit harten Bandagen um sein Imperium.

    Politisch wie auch emotional geht es hoch her. Bei John stehen familiäre Veränderungen bevor und Isabel muss mehr als eine bittere Wahrheit verkraften. Beide gehen gestärkt aus diesen hervor und die nächste Runde zur Befreiung der Bonobos kann beginnen.

     

    Sara Gruen lässt einen zweifeln. Wie weit muss und kann Forschung gehen? Anfänglich betrachtet man die Situation skeptisch, bis der Kommerz auch hier Einzug hält. Der Schutz solcher Tiere steht im Vordergrund, auch wenn sich diese Sprachforschung für uns Menschen als wahrer Segen zeigt.

    Gruen beleuchtet auch diverse Tierschutzorganisationen. Hier zu erkennen, ob militant oder nicht, ist nur schwer zu unterscheiden. Wie weit darf man hier gehen, um Tiere zu retten?

    Das Affenhaus hat mich schwer beeindruckt und einen genaueren Blick auf diese Forschung und ihr Engagement zum Schutz dieser Tiere ist sehr zu empfehlen.

  4. Cover des Buches Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. (ISBN: 9783442489640)
    Neal Stephenson

    Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Shoko

     Erstmal speziell. Es wird Quasi keine Geschichte erzählt, sondern das Buch ist eine Art Dokumentensammlung. Eine Diachronik von einer Person, Tagebucheinträge einer anderen, Briefe, Chatverläufe und mehr.  Trotzdem baut man Bindung zu den Hauptcharas, schließlich begleitet man sie fast 900 Seiten lang. 


    Es spielt in der heutigen Zeit. Magie gibt es natürlich nicht. Doch dann findet jemand heraus, dass diese mal existierte. Doch warum nicht mehr? Ein Team schafft es Magie in unsere Zeit wieder bringen und Mithilfe dieser Magie Zeitreisen.


    Es ist ein sehr spannender Fantasy- Zeitreisen Roman mit ein wenig Liebe. Ich war sehr positiv überrascht. Es liest sich schnell und ich mag den Wechsel von den Ich-Erzählern. 


  5. Cover des Buches Ein Lied vom Ende der Welt (ISBN: 9783442316786)
    Erica Ferencik

    Ein Lied vom Ende der Welt

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Ruby-Celtic

    Dieses Buch hätte wohl niemals auf normalem Weg in Mein Bücherregal gefunden, einfach weil es nicht so richtig meine tatsächliche Lektürewahl gewesen wäre.

    Die Beschreibung des Buches lässt ziemlich viel Spielraum für die Geschichte und man kann von daher nur bedingt erahnen was einen erwarten wird. Tatsächlich empfängt den Leser eine düstere, schon etwas Sciencefictionmäßige und manchmal etwas überrannte Story.

    Valerie ist eine zurückhaltende, verängstigende und nicht ganz einfache Persönlichkeit. Dennoch begibt sie sich auf eine gefährliche Reise zum Ort, an welchem ihr Bruder gestorben ist um mehr darüber herauszufinden. Sie wächst innerhalb des Buches mehrfach über sich hinaus, wenn sie auch immer mal wieder ihre Rückfälle und Probleme hat.

    Neben Valerie gibt es noch einige andere Charaktere welche einen Platz in der Geschichte gefunden haben. Sie alle haben ihre Päckchen zu tragen, man erhält einen kleinen Einblick in sie und dennoch konnte ich nicht immer alles ganz zusammen spannen.

    Naaja wirft jedoch das größte Rätsel auf, denn sie ist auf sehr verquere Art und Weise zu dieser Gruppe gekommen und soll von Valerie und den anderen nun im Grunde erforscht werden.

    Die Grundidee ist mal etwas völlig anderes und finde ich auch irgendwie etwas zu abgehoben, aber so funktioniert Sciencefiction nun mal. Die Entwicklung der Geschichte verläuft insgesamt nur sehr schleppend voran, sodass man sich durch das erste drittel ziemlich durchkämpfen muss. Danach wird es durchaus spannender und dennoch war es für mich immer wieder schwer einen Angelpunkt zu finden, an welchem ich mich festhalten konnte.

    Die Schreibweise der Autorin bzw. der Übersetzer ist flüssig, durchaus bildhaft und leicht nachzuvollziehen. Man kommt relativ schnell voran beim Lesen und kann der Geschichte folgen.

    Insgesamt muss ich sagen, dass dieses Buch interessant aufgebaut und umgesetzt ist, es mich aber dennoch nicht wirklich von sich überzeugen konnte. Es war teilweise ziemlich langatmig und für mich persönlich dadurch und durch einige Charakterinterne Geschichten oftmals einfach zu schwierig zu lesen. Ich bin nicht richtig reingekommen, was es mir letztlich unglaublich schwierig gemacht.

    Mein Gesamtfazit:

    Mit „Ein Lied vom Ende der Welt“ konnte mich Erica Ferencik leider nicht vollkommen für sich einnehmen, was aber auch schon daran scheitert das ich für Sciencefiction nicht ganz so gut zu begeistern bin. Ich denke, wer solche Bereich liebt wird hier durchaus seine Freuden haben. Für mich war es teilweise einfach zu abgehoben und im gesamten etwas zu langatmig gehalten.

  6. Cover des Buches Das Flüstern der Stadt (ISBN: 9783499234620)
    Rosa Ribas

    Das Flüstern der Stadt

     (51)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Die seit zwei Jahren verwitwete Mariona wird in ihrer Wohnung ermordet. Im Barcelona der 1950er Jahre kann es geschehen, dass eine polizeiliche Ermittlung von oben gelenkt wird. Der Staatsanwalt bestimmt den Ermittler Castro als leitenden Beamten. Dieser wiederum möchte, dass die Zeitung in seinem Sinne über den Fall berichtet. Allerdings ist sein üblicher Kontakt erkrankt und so bekommt die junge Journalistin Ana Martí den Auftrag, mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Zunächst darf Ana einem Verhör beiwohnen, bei dem ihr gleich klar wird, wie Untersuchungen unter der Franco-Diktatur laufen. Es fehlt nicht viel und Castro hätte ihr den anschließenden Bericht in die Feder diktiert. 


    Hierbei handelt es sich um den ersten Band einer bisher dreiteiligen Reihe um die Journalistin Ana Martí und ihre Cousine Beatriz, eine Literaturwissenschaftlerin. Beide Frauen sind nicht frei in ihrer Berufsausübung. Dennoch fühlen sich sowohl Ana als auch Beatriz der Wahrheit verpflichtet. Und so erfüllt sich der Wunsch der Polizei, die Berichterstattung zu steuern zwar, aber nicht der Wunsch, dass es Ana damit auch bewenden lässt. Und die journalistische Art, Sachverhalte zu hinterfragen, ist der polizeilichen nicht so unähnlich. Es überrascht daher nicht, dass Ana Hinweise finden, die der Polizei nicht bedeutend genug erschienen.


    Eine spannende Stadt in einer spannenden Zeit. Besonders am Anfang macht das Autorinnenduo Rosa Ribas und Sabine Hofmann klar, wie schwierig und eingeschränkt das freiheitliche Leben in der Diktatur war. Im weiteren Verlauf konzentriert sich die Handlung mehr auf die Nachforschungen der gewitzten Reporterin und ihrer vielleicht etwas phlegmatischen, aber keineswegs dummen Cousine. Mit einfachen Mitteln und ihrer Hartnäckigkeit lassen sie sich einfach nicht einbremsen. Da fallen die obrigkeitshörigen Polizisten doch ab. Dieser Kriminalroman gibt einen packenden Eindruck vom Spanien unter Franco, fokussiert sich aber letztlich auf den verzwickten Fall mit einer überraschenden Auflösung.


  7. Cover des Buches Zuerst der Tee (ISBN: 9783950399172)
    Gabor Fonyad

    Zuerst der Tee

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Aqua__
    Edward ist ein Sprachwissenschaftler der besonderen Art. Er wirkt leicht verschroben und für mich auf eine Art und Weise autistisch, wobei ich nicht sagen kann, ob er es wirklich ist.
    Er fährt in das kleine Örtchen Rye, um dort weiter an seiner Arbeit und Forschungen zu schreiben. Der Hauptprotagonist mietet sich in einer kleines Pension ein, in der er Pauline kennen lernt. Sie stammt aus Frankreich und möchte sich auf eine Klavierprüfung vorbereiten, ist dabei jedoch nicht sonderlich konsequent.
    Insgesamt fand ich das Buch ganz interessant, aber nicht so reizvoll. Die Charaktere sind ganz gut geschrieben, haben mich aber nicht besonders umgehauen.
    Den Preis für das Buch finde ich etwas hoch, da würde ich bessere Bücher und mehr Lesestoff bekommen.
  8. Cover des Buches Die Entdeckung des Himmels (ISBN: 9783499247521)
    Harry Mulisch

    Die Entdeckung des Himmels

     (279)
    Aktuelle Rezension von: Ferrum
    Was macht der Himmel, wenn er mit den Menschen unzufrieden ist? Richtig, er will seine 10 Gebote zurückholen und somit die Verbindung zur Erde auflösen. Und darum gehts, beginnend vor der Zeugung der Akteure bis hin zum großen FInale in Jerusalem. 

    Kaum eines der großen gesellschaftspolitischen Themen wird dabei ausgelassen, und dennoch hat man nie das Gefühl, dem hocherhobenen, moralinsaurem Zeigefinger ausgesetzt zu sein. Hat einen ewigen Ehrenplatz in meiner Bibliothek.
  9. Cover des Buches Deutsch für Kenner (ISBN: 9783492244619)
    Wolf Schneider

    Deutsch für Kenner

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Das Buch ist sehr unterhaltsam und lustig.

    Schneider gibt Tipps und Hinweise zum Schreiben, aber vor allem fühle ich mich ermutigt, darüber nachzudenken, wie ich rede und schreibe und es selber zu entscheiden. Schneider hegt ein gesundes Misstrauen gegen Sprache, die durch Bürokraten und Akademiker geprägt ist und nur Klassenbewusstsein signalisiert. 

  10. Cover des Buches Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 1 (ISBN: 9783462301106)
    Bastian Sick

    Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 1

     (1.861)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe dieses Buch beim Herumstöbern im Bücherregal meiner Oma gefunden, und als Germanistikstudentin hat es mich sofort angesprochen. Bei vielen Beiträgen konnte ich zustimmend mit dem Kopf nicken, einige Sachen haben auch mich überrascht.

    Ich kann jedem dieses Buch ans Herz legen - nicht nur denen, die sich für die deutsche Sprache interessieren, sondern auch jenen, die vielleicht ein paar Probleme mit dieser haben und manche Formen, Wörter und Konstruktionen nicht auseinanderhalten können.

    Der Humor war zwar, vor allem zum Ende nicht, nicht wirklich meiner, dennoch hat mich das Buch unterhalten. Insbesondere "Das kleine Abc des Zwiebelfisches" auf den letzten Seiten hat mich begeistert, weil dort noch einmal gängige Fehler erklärt und berichtigt wurden. Auch die vielen Tabellen im Buch, die einen kurzen, zusammenfassenden Überblick zur jeweiligen Thematik gegeben haben, sind lehrreich und interessant gewesen.

    Viele hier kritisieren, dass der Autor sich so hinstellen würde, als wären alle anderen "doof" und "falsch", nur er nicht. Dies würde ich nicht so unterschreiben, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich einfach nur sehr intensiv mit der Thematik beschäftigt und Informationen zu den jeweiligen Bereichen gesammelt hat und diese kurz und verständlich aufführen wollte. Somit soll das Buch keine besserwisserische Seite des Autors aufzeigen, sondern lediglich ein Handbuch zu den meisten Fehlern in der deutschen Sprache darstellen, welches Hilfestellungen und Lösungansätze bietet.

    Zum Ende hin haben sich der Humor und die Pointen etwas verlaufen, was teilweise dazu geführt hat, dass vor allem die letzten Abschnitte etwas ermüdend waren. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch 4 Sterne.

  11. Cover des Buches Feuerland (ISBN: 9783423282697)
    Michael Hugentobler

    Feuerland

     (14)
    Aktuelle Rezension von: lesefreude_book

    Thomas Bridges ist fasziniert von den Yamana im argentinischen Feuerland. Als Ziehsohn eines britischen Missionars lebt er hier am Ende der Welt. Er will die Sprache der Yamana zu verstehen. Sein Lebenswerk ist es die Wörter und die Sprache der Yamana festzuhalten. Dies verfolgt er obsessiv.


    Jahrzehnte später wird das Buch gestohlen und fällt dem deutschen Völkerkundler Ferdinand Hestermann in die Händer. Hestermann spürt sofort, dass es sich hierbei um einen wahren Schatz handelt. Als die Nazis beginnen Bücher einzusammeln und zu verbrennen, muss er es irgendwie außer Land schaffen.


    „Feuerland“ ist in drei Teile gegliedert. Schade fand ich, dass sich zwei der drei Teile mit Hestermann under seiner Person, der Völkerkunde per se und Hestermanns Angst um das Buch beschäftigen. Lediglich im Mittelteil geht es um Thomas Bridges und seine Zeit bei den Yamana. Hier hätte ich mir wesentlich mehr Einblicke in die Lebensweise gewünscht.


    Nichtsdestotrotz fängt „Feuerland“ super spannend an. Der Schreibstil ist mitreißend und von großer Genauigkeit geprägt – zumindest empfinde ich das als Laie auf dem Gebiet so. Es werden viele unterschiedliche Sprachen und Bücher der Anthropologie erwähnt.


    Im letzten Teil wird es mir zu skurrile. Es fühlt sich mehr wie ein Drogenwahn als die Erzählung einer wahren Geschichte an.

  12. Cover des Buches Die Idiotin (ISBN: 9783596198214)
    Elif Batuman

    Die Idiotin

     (12)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin
    Der Roman spielt im Jahr 1995, als die türkischstämmige Selin in Harvard ihr Literaturstudium beginnt. Sie teilt sich ein Wohnheim-Apartment mit Hannah und Angela, freundet sich aber mehr mit Svetlana aus Serbien an. In ihrem Russischkurs lernt sie den ungarischen Mathematikstudenten Ivan kennen, mit dem sie einen regen E-Mailverkehr eingeht und in den sie sich verliebt. Sie gesteht es aber weder sich selbst gegenüber ein, noch zeigt sie es Ivan direkt. 
    Während ihres Erstsemesters lernt sie Spanisch und Russisch und schreibt einen Essay, für den sie sogar einen Preis erhält. Daneben gibt sie Schülern Nachhilfe in Mathematik und Englisch, wobei ihr pädagogisches Geschick wenig ausgeprägt ist und es ihr vor allem an der notwendigen Strenge mit ihren Schülern fehlt. In den Semesterferien reist sie zunächst nach Paris und anschließend nach Ungarn und reist dabei mehr oder weniger zufällig ihrem Schwarm Ivan hinterher. Ihre letzte Station ist ihre Heimat die Türkei, bevor das nächste Semester beginnt, in dem sie sich für Linguistik einschreibt und alle anderen Kurse nicht fortsetzt. 
    Selin ist eine unsichere, 18-Jährige, deren erstes Studienjahr in Harvard beschrieben wird. Sie ist eine intelligente junge Frau, die sich vor allem für Sprachen interessiert, ist aber im sozialen Umgang mit anderen unerfahren und ungeschickt. Sie lässt sich deshalb von anderen leicht beeinflussen und tut sich schwer damit, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. 
    Die erste Hälfte des autobiographischen Romans empfand ich als langatmig. Es ist eine reine Beschreibung des Alltags einer Studentin und trivial, weil nicht wirklich viel passierte. Das mag ein sehr realistisches Szenario sein, mir war es schlicht zu langweilig. 
    Die zweite Hälfte war dagegen eingängiger zu lesen, da Selin mehr erlebte und in Europa mit vielen neuen Eindrücken konfrontiert wurde. Aber auch dort hat sie Probleme, sich auf sich zu konzentrieren und auf das, was sie möchte. Unweigerlich reist sie Ivan hinterher und nimmt das Angebot an, in Ungarn Schülern Englischunterricht zu erteilen. Dabei lässt sie sich aber auch von den Familien der Schüler überrumpeln und vereinnahmen und ist froh, wenn sie einmal allein sein kann, um selbst einmal nicht lernen zu müssen oder anderen etwas beizubringen, wobei sie weiterhin viel zu nachsichtig ist. Ivan kommt sie dabei aber keinen Schritt näher. 
    "Die Idiotin" ist ein Coming-of-Age-Roman über eine schüchterne Studentin, die ihren Weg im Leben erst noch finden muss. Mit trockenem Humor wird ihr Alltag in Harvard und ihre Begegnungen mit den etwas skurrilen Menschen in Ungarn bei ihrem Auslandsaufenthalt beschrieben. Am Ende ist sich Selin sicher, dass sie Schriftstellerin werden will, eine charakterliche Weiterentwicklung konnte ich allerdings nicht feststellen. Ist Selin deshalb die Idiotin? Oder weil sie für Ivan schwärmt, der innerhalb des Jahres mindestens zwei Freundinnen hatte und sich offensichtlich nicht wirklich für eine Liebesbeziehung mit Selin interessierte? 
    "Die Idiotin" ist keine befriedigende Lektüre. Das Buch ist in keine Kapitel untergliedert und eine Betrachtung der offensichtlich langweiligsten Teile des Studentenlebens: des grauen Alltags aus der Belegung von Kursen und Nachhilfe für Schüler. Darüber hinaus ist es eine Beschreibung des täglichen Scheiterns von Selin in alltäglichen Situationen. Zwischenmenschliches ist reduziert auf einzelne Begegnungen mit vielen verschiedenen Personen, seien es ihre Kommiliton(inne)n oder die schrägen Familien in Ungarn. 
    Wer sich nicht von der Banalität des Romans abschrecken lässt und ein Faible für Literatur und Sprachwissenschaften hat, für den ist Elif Batumans autobiographischer Roman die geeignete Lektüre. 
  13. Cover des Buches Das Gedankenexperiment (ISBN: 9783426281055)
    Jonas Winner

    Das Gedankenexperiment

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Lutra
    "Das Gedankenexperiment" beginnt spannend: Ein Wissenschaftler, der die Entstehung der Sprache erforscht, scheitert daran, dass seine geplanten Experimente nicht gefördert werden und zieht stattdessen bei einem eremitisch lebenden Kollegen ein, um dessen Archiv zu ordnen. Dabei entdeckt er ebenfalls eine Theorie zur Sprache, die ihn aus der Bahn wirft. 

    Nicht ganz zufällig, wie sich herausstellt. Das ganze bedroht nach und nach mehr oder weniger alle Akteure dieses Buches und droht, übel zu enden. 

    Ich hatte von diesem Buch einen Krimi erwartet, wurde aber etwas enttäuscht von der doch schwer überwiegenden Philosophie-Stunde die der Autor uns erteilt. Auch das Format mit den immer wieder eingestreuten Interviews und Auszügen aus fiktiven Berichten haben die Geschichte für mich vertrocknen lassen. Nur stellenweise kam wirkliche Spannung auf, um danach wieder im philosophischen Diskurs zu verschwinden. Zu viel Fachgeplänkel für meinen Geschmack, und zu wenig Krimi. Eine Kriminalermittlung fehlt dann auch ganz.

    Wenn man sich für grundlegende Philosophie interessiert, hat man bestimmt Spass an dem Buch, doch hat man aber wiederum mehr Ahnung vom Fach (Sprachentwicklung/Bewusstseinsphilosophie), bleibt es wahrscheinlich wiederum hinter den Erwartungen zurück. Dies erzeugte bei mir einen Eindruck von "weder Fisch noch Fleisch", denn Descartes und Platon zu wiederholen, dafür hatte ich das Buch eigentlich nicht zur Hand genommen. Wahrscheinlich hatte ich einfach die falschen Erwartungen, da ich es als "Krimi" in einer zehnbändigen ZEIT-Krimiedition gekauft hatte. 


  14. Cover des Buches Das Wörterbuch des Viktor Vau (ISBN: 9783492268745)
    Gerd Ruebenstrunk

    Das Wörterbuch des Viktor Vau

     (60)
    Aktuelle Rezension von: MarieEyre

    Das Wörterbuch des Victor Vau ist unglaublich. Es ist wissenschaftlich und interessant, aber auch für einen Laien gut verständlich. 

    Ich habe Victor sofort ins Herz geschlossen, er ist sowohl schlau und gewitzt, als auch unbeholfen und liebenswert.

    Die Geschichte ist Atemberaubend spannend und kreativ. 

    Danke für dieses fabelhafte Buch. 

  15. Cover des Buches Du Jane, ich Goethe (ISBN: 9783423346559)
    Guy Deutscher

    Du Jane, ich Goethe

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Schroeder

  16. Cover des Buches Wörter machen Leute (ISBN: 9783492204798)
    Wolf Schneider

    Wörter machen Leute

     (14)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches The Mother Tongue (ISBN: 0380715430)
    Bill Bryson

    The Mother Tongue

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Bill Bryson ist hauptsächlich bekannt für seine Reiseliteratur. In "Mother Tongue" untersucht er allerdings die englische Sprache, und dies auf eine äußerst unterhaltsame Weise. Linguistik macht selten so viel Spaß, wie mit diesem Buch. Es gab mehr als genug Stellen, an denen ich laut lachen musste und dementsprechend komisch angeguckt wurde. Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für englische Linguistik interessiert.
  18. Cover des Buches Im Spiegel der Sprache (ISBN: 9783406606892)
    Guy Deutscher

    Im Spiegel der Sprache

     (11)
    Aktuelle Rezension von: HelmuthSantler
    “Ich spreche Spanisch zu Gott, Italienisch zu den Frauen, Französisch zu Männern und Deutsch zu meinem Pferd.” So fasste Karl V. seine Überzeugung zusammen, dass jede Sprache für eine eigenständige Version der Welt steht. Diese Auffassung – Sprache als Verbalisierung von Weltanschauung, diese prägend oder sogar bedingend – wird gemeinhin als gegeben hingenommen. Guy Deutscher, Linguist und Mathematiker aus Tel Aviv, stellt der Volksmeinung die harten, sprachwissenschaftlichen Fakten entgegen, wobei er uns auf den verschlungenen Pfaden wissenschaftlicher Erkenntnis zunächst einmal gekonnt durch die Irrungen und Wirrungen der einschlägigen Wissenschaftshistorie führt. Deutscher ist als Pfadfinder großartig: Nicht nur verliert er trotz labyrinthischer Kurssetzung nie das Ziel aus den Augen, er weiß sich seiner Leserschaft auch an jeder schwierigen Weggabelung oder potenziell lang(weilig)en Geraden mit Beispielen und Anekdoten zu versichern. Der an der Universität Manchester Lehrende ist ein unnachgiebiger Analytiker, der den korrekten wissenschaftlichen Erkenntnisweg unbeirrbar bis zum Ende geht – und steckt dabei voller sprühendem Humor. Wer wissen will, “Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht”, ist mit Deutschers Arbeit bestens bedient: Sie ist präzise, hinterfragt Klischees, klärt Missverständnisse, liefert viele kluge Antworten und präsentiert all dies auf so erfrischende und geistreiche Art, dass hier tatsächlich ein Sachbuch vorliegt, das zugleich ein wahrer Lesegenuss ist.
  19. Cover des Buches Eine kurze Geschichte der Sprachen (ISBN: 9783827417787)
    Tore Janson

    Eine kurze Geschichte der Sprachen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Wie bitte? (ISBN: 9783453407749)
    David Lodge

    Wie bitte?

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610

    Der Klappentext:

    Der Linguistikprofessor Desmond Bates hat sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen lassen, aber genießen kann er den nicht. Er vermisst die Universitätsroutine und seine Studenten, er hat jeden Neugierde verloren.
    Seine jüngere Frau Winifred macht hingegen ein späte Karriere und blüht geradezu auf, was dazu führt, dass Desmond mehr und mehr auf die Rolle eines Anhängsels reduziert wird. Winifreds jugendlicher Enthusiasmus macht Desmond den zwischen ihnen stehenden Altersunterschied nur noch schmerzlicher bewusst. Sorgen macht er sich außerdem um seinen greisen Vater, einen ehemaligen Tanzmusiker, der eigentlich längst nicht mehr in der Lage ist, allein zu wohnen, sich aber beharrlich weigert, sein Haus zu verlassen und in ein Heim zu ziehen.
    Doch es ist vor allem anderen der schleichende Verlust seines Gehörs, der Desmond das Leben vergällt und ihn immer wieder in peinliche Situationen und eheliche Konflikte treibt. Auf Gesellschaften und in größeren Gruppen ist er außerstande, sich zu unterhalten.
    Durch eine dieser peinlichen Situationen lernt er unfreiwillig eine Studentin kennen, die ihn mit ihrer gefährlichen Unberechenbarkeit vollends aus der Bahn zu werfen droht.

    Meine Meinung:

    Der pensionierte Linguistikprofessor Desmond Bates wird von seiner Schwerhörigkeit geplagt. Nicht nur sein schlechtes Gehör macht ihm das Leben schwer, auch mit seiner Frau Winifred, kurz Fred, und seinem alten, anstrengenden Vater Harry muss er sich ärgern. Und als wenn das nicht alles schon genug wäre, taucht dann auch noch die junge, nicht minder attraktive Doktorandin Alex Loom auf, die Desmond auf Gedeih und Verderb als Berater und Korrekturleser haben möchte. Und um das zu erreichen, sind der jungen Frau fast alle Mittel recht...

    Leider habe ich ein ganzes Buchdrittel gebraucht, bis ich mich eingelesen habe. Ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen (mein erstes!) - obwohl ich eigentlich keine Buchabbrecherin bin. Gott sei Dank habe ich aber durchgehalten, denn ab dem 2. Drittel war ich endlich drin in der Geschichte um Desmond, der sich scheinbar nur mit Problemen herumschlagen muss - sei es jetzt familiärer, partnerschaftlicher, außerhäuslicher oder hörgerätemäßiger Natur. Es passiert ihm so allerhand Witziges, vor allem was die Sprache und das Hören selbiger betrifft. Auch das ganze Geplänkel mit seiner Frau Fred und seinem Vater Harry war amüsant. Und das Hin und Her mit dieser unberechenbaren Alex Loom mitzuverfolgen war sowieso beste Unterhaltung.

    Der gehobene Schreib- und Erzählstil ist in meinen Augen ganz einzigartig. Auffällig waren die teils sehr langen und verschachtelten Sätze, die oft alles andere als einfach zu lesen waren, vor allem, wenn man nicht immer hundertprozentig bei der Sache war.

    Alles in allem war ich ziemlich zufrieden mit dieser anspruchsvolleren Art der Unterhaltung - und das sogar noch nach längerer Einlesezeit.

  21. Cover des Buches Die siebte Sprachfunktion (ISBN: 9783499272219)
    Laurent Binet

    Die siebte Sprachfunktion

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Achtung: könnte einen Spoiler enthalten

    Roland Barthes, gefeierter Linguist (Semiotiker), wird überfahren. Der scheinbare Unfall ruft schnell die Polizei aufs Parkett. Kommissar Bayard wird mit dem Fall betraut und holt sich Simon Herzog, Doktorand, selber Linguist und beschäftigt mit der Bedeutung von Zeichen, zur Hilfe. Dieser dient ihm als Landkarte, um sich im Dschungel der intellektuellen Elite der poststrukturalistischen 80er in Frankreich zu Recht zu finden. Es stellt sich heraus: Roland Barthes muss im Besitz einer Schrift seines Lehrers, Roman Jakobson, gewesen sein, welche Auskunft über eine siebte Sprachfunktion gibt. Eine Theorie des performativen Gebrauchs von Sprache. Der Heilige Gral für Linguisten. Und für jeden, der Reden zu gewinnen hat. Denn mit ihr sei es möglich, jede Diskussion für sich zu entscheiden und damit die Massen zu gewinnen. Natürlich haben alle möglichen Parteien ein Interesse daran, sich diese Schrift anzueignen. Die Recherchen des ungleichen Paares (konservativer Polizist und linker Doktorand), den Verbleib der Schrift ausfindig zu machen, führt sie vom intellektuellen Moloch in Paris über Bologna (ein Besuch bei Umberto Eco), nach Ithaca in den USA (Besuch eines Podiums, bei dem analytische Philosophie und Kontinentalphilosophie aufeinandertreffen), nach Venedig zum großen Finale. Zudem geraten sie in die Hände einer Gesellschaft, dem „Logos-Club“, eine Art Geheimbund für Rhetoren, bei dem Verlieren die Finger abgehackt werden. Natürlich ist ein jeder potentieller Interessent. Jeder will diese siebte Sprachfunktion. Es gibt eine Liebesgeschichte. Es gibt Action. Es gibt Drama. Es gibt ein Happy End. Was fehlt?

    Im Verlauf des Romans werden unheimlich viele Handlungstüren aufgemacht. Teilweise seicht, sich anbahnend, teilweise abrupt aufgestoßen. Zwar gelingt es dadurch die Paranoia der Zeit, in der sich das Absterben der kommunistischen Idee immer mehr anzudeuten scheint, das verblassen der 68er-Ideale deutlich wird, einzufangen und somit das Lebensgefühl darzustellen, allerdings stellen sich diese ganzen Türen, die Verwirrung stiften im Nachhinein häufig als völlig irrelevant und unsinnig heraus. Doch das ist nicht das Problem mit diesem Roman / Krimi.

    Das eigentliche Problem mit diesem Buch ist, dass die ganze Zeit über einer Idee nachgejagt wird. Was an sich nicht schlimm und durch die wilden Pop-Elemente abgegolten wäre (der Mythos der Pop-Philosophen, die sich mit LSD wegdröhnen und wilde Orgien feiern, Judith (als Judith Butler), die Lesbe, befriedigt Bayard mit einem Dildo anal, während er eine andere Frau penertiert) Aber da diese Idee ein Konstrukt, ein Phantasma ist, und dies im Buch auch bleibt, um den Konflikt von fiktivem Gehalt und Fakten aufrechtzuerhalten, ist die Tatsache, dass sich das Konstrukt, die siebte Sprachfunktion als leere Idee herausstellt, eine Enttäuschung. Der erwartete Höhepunkt, auf den in 450 Seiten zugesteuert wird, verkommt dadurch zur bloßen Formel der Demaskierung. Es war nur ein Bild. Die ganze Story ist nur ein gewaltiger Irrtum. Eben so wie die Auffassung, dass es diese Sprachfunktion tatsächlich gäbe, Genial. Auf der Metaebene. Aber zugleich unendlich enttäuschend. Ja. Vorherbestimmt zu enttäuschen auf der unterhaltenden Ebene. Ganz im Sinne der Poststrukturalisten: die Widersprüche der Kategorien (Fiktion und Realität) werden aufgezeigt, sie kommen ins Wanken und reißen die gesamte Kategorie gleich mit sich. Alles ist nur noch abhängig von subjektiver Anschauung. Das ist alternativlos. Aber konsequent. Der Roman ist zum Scheitern verurteilt und muss notwendigerweise als gescheitert enden. Das ist seine Genialität.

    Moment. Das ist alternativlos? So wäre es ausgegangen. Wäre da nicht das eigentliche Ende. Die letzten 50 oder 60 Seiten schaffen es, die Verve, den intellektuellen Witz der 450 Seiten des Zusteuerns auf diese Enttäuschung in die Jauchegrube zu werfen. Schöne scheiße. Tatsächlich gelang die originale Version der Sprachfunktion in die Hände von Mitterrand. Damit war ihm der Präsidentenplatz sicher. Er brilliert im TV-Duell gegen Giscard d’Estaing. Alles zu Nichte. Auch die Auflösung des mäandernden Autors, der immer wieder, am Ende fast gar nicht mehr, zu Wort kommen kann, das letzte Zucken, das die scheinbare Dichotomie von Fiktion und Roman poststrukturalistisch aufbrechen könnte, verkommt zum schwachen Twist in einem noch schwächeren Ende. Ein viel zu triviales Ende. Es offenbart: die karikierte Welt der Intellektuellen um Derrida, Searle, Lévi-Strauss, Althusser, Kristeva, Sartre, Foucault und und und, die ganzen genialen Anspielungen und die Hoffnungen der Semiotik, die sich im „Logos-Club“ manifestiert, sind allesamt nichts weiter als intellektuelle Selbstbefriedigung. Das alles verkommt durch dieses Ende zu einem rein fiktiven Krimi… Der nicht einmal so konsequent ist, in sich konsistent zu sein… Sicher. Er ist gut. Aber nicht das, was er vorgibt zu sein.
  22. Cover des Buches Happy Aua (ISBN: 9783462039030)
    Bastian Sick

    Happy Aua

     (227)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry
    Für mich ist die deutsche Sprache einfach wunderschön, auch wenn sie viele Tücken hat. Fehler laufen mir ständig zu und es macht mich halb wahnsinnig, wenn die Verursacher einfach nur mit der Schulter zucken. In der Dorfbäckerei steht seit Jahren ein Schild mit „Holzluckenbrot“. Meine Finger jucken, es einfach abzureißen! Wen wundert es also, dass ich über diese Sammlung hellauf begeistert bin?

    Bastian Sick ist mein Held – er kämpft für die Einhaltung der Rechtschreibung und macht mir immer wieder Mut. Nein, das meine ich keinesfalls ironisch! Solange es seine Kolumne und seine Bücher gibt, besteht noch die Hoffnung, dass die Leute doch noch ein paar Rechtschreibregeln lernen und/oder zum Wörterbuch greifen, wenn sie unsicher sind. Mal im Ernst: Gurge, Blaubärmarmelade, Bohlingtaschen, Reberaturen und Führsprecher sind schon krass. Falsch gesetzte Apostrophe und mehr oder weniger witzige Schilder gibt es noch on top.

    Der Wahnsinn kennt keine Grenzen, denn nicht nur handgeschriebene Fehler sind gesammelt, sondern auch jede Menge Fehler aus Zeitungsberichten und Onlinetexten. Da mir viele dieser Fehler tatsächlich körperliche Schmerzen bereiten ist „Happy Aua“ schon ein doppelt gut gewählter Titel.

    Von mir fünf Sterne!
  23. Cover des Buches Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3 (ISBN: 9783898135665)
    Bastian Sick

    Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3

     (18)
    Aktuelle Rezension von: sabisteb
    Dieser Teil reicht auch nicht so wirklich an Teil 1 ran, weil auch diesmal viele wirklich spezialisierte Dinge dabei sind, die mir als Süddeutsche teilweise nicht nachvollziebar sind, die aber immer noch sehr unterhaltsam vorgetragen werden. Mittlerweile kennt man aber Herr Sicks Freundeskreis und freut sich immer wieder über Neuigkeiten von ihnen zu hören. Währen Der Autor in Teil 2 noch nicht mit seiner französischen Freundin zusammen war, scheint er in Teil 3 bereits mit ihr zusammen zu wohnen. Meine Lieblingsepisode ist die letzte mit dem Buchhändler, der alle Höflichkeitsfloskeln seiner Kunden wörtlich nimmt, einfach wunderbar.
  24. Cover des Buches 'Hello in the round!' (ISBN: 9783406777646)
    Peter Littger

    'Hello in the round!'

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86

    Klappentext:

    „Nr. 1-Bestseller-Autor und Kolumnist Peter Littger hat genau hingehört: in 

    video calls und Job-iInterviews, in mehrsprachigen Partnerschaften, beim 

    small talk und auf der großen Bühne. Sein Fazit: Unser Englisch ist gut, doch oft auch zum Brüllen komisch! Schonungslos, aber immer mit einem Augenzwinkern schildert er unseren deutsch-englischen Sprachalltag und klärt Patzer und Missverständnisse auf: etwa wenn wir das Team mit «Hello also from my side in the round!» begrüßen oder achtlos «I hear you» sagen. Wenn wir Jürgen Klopp zum «trainer» erklären oder an der Bar «revenge» für ein Bier ankündigen, als wäre Krieg ... Dieses Buch richtet sich an alle, die ihr Englisch verbessern wollen und denen language apps nicht ausreichen. Ein sprachliches troubleshooting, das Spaß macht und zum Ziel führt, ist garantiert!“


    Kennen Sie noch den hier: „Peter, Paul and Mary are sitting in the kitchen - Peter, Paul und Mary sitzen im Kitchen“. Otto war schon immer ein großer Vorreiter und mit seinen Übersetzungen ein Garant für große Lacher. 

    Autor des Buches Peter Littger zeigt uns aber nicht Otto auf der Bühne sondern das ganz normale deutsche Leben mit englischer Sprache. Anglizismen gehören mittlerweile zum normalen Sprachjargon. Für die Einen ein Graus ist es für die Anderen eine Selbstverständlichkeit und zeigt, das man weltoffen und mit der Zeit geht. Nur werden sie auch richtig genutzt? Wird die englische Sprache denn wirklich richtig benutzt? Scheinbar nicht. Sonst wäre nicht solche urkomischen Analysen von Littger möglich gewesen. Dieser nimmt mit gewissen Feingefühl und gehörigem Humor unsere englische Aussprache und deren Verständnis genauer unter die Lupe. Fest steht: wir machen alle Fehler, da können wir noch so gut im englischen sein aber es gibt eine Menge Tricks, diese zu umgehen. Littger bohrt hier und da in der Wunde und das tut auch gut. Wir müssen schließlich verstehen, warum wir manches Mal so einen Kauderwelsch reden. Fakt ist: in diesem Buch kann jeder noch eine Menge lernen. Diese Fakten bringt Littger so sympathisch rüber, das man ihn dafür nur mögen kann. 

    Five from five stars…Moment! Daraus wird eher ein Schuh: five stars out of five…wir sind ja schließlich lernfähig!

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