Bücher mit dem Tag "linke"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "linke" gekennzeichnet haben.

31 Bücher

  1. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518463857)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (797)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Diese 1982 erschienene Erzählung, die zu einem Welterfolg wurde, mit Starbesetzung verfilmt wurde und in mehreren Sprachen als Übersetzung aus dem Spanischen vorliegt, ist der Debütroman von Isabel Allende. Die stark autobiografisch eingefärbte Geschichte erzählt von einer grossbürgerlichen Familie im Chile der 20er Jahre. Chile ist zu dieser Zeit stark gespalten, es wechseln sich Militärdiktatur und Sozialismus ab und die Wirtschaft des Landes wird systematisch destabilisiert.

    Isabel Allende widmet das Buch allen aussergewöhnlichen Frauen dieser Geschichte. Sie tragen Namen wie Nivea, Clara, Blanca, Alba, was hell, klar, weiss bedeutet. Es geht vor allem um die persönlichen Schicksale, die über vier Generationen hinweg miteinander verwoben werden. Der machtbesessene und jähzornige Patriarch und Senator Esteban Trueba kann weder zu seiner Familie liebevolle Beziehungen aufbauen, noch kann er sich in seinem politischen Amt längerfristig behaupten.

    Die Stunde der Wahrheit, und mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, zeigt sich am Ende des Buches und des Lebens von Esteban Trueba.

    Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er fesselt, ist geistvoll geschrieben und macht ihn verdientermassen zu einem Bestseller.

  2. Cover des Buches Das Wochenende (ISBN: 9783257239652)
    Bernhard Schlink

    Das Wochenende

     (140)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Ich gehöre wohl zu den wenigen Leser*innen, die an diesem Buch mindestens genau so viel Gefallen finden wie an Schlinks bekanntestem Werk "der Vorleser". In meinem Fall sogar noch ein Ticken mehr. Dagegen hat "Das Wochenende" von vielen Literaturkritikern eine eher dürftige Bewertung erhalten. 


    Ich habe das Buch zweimal hintereinander als Hörbuch gehört, weil ich an einigen Stellen unaufmerksam war und es so kompensieren wollte. Ich kann auf jeden Fall empfehlen, es direkt mit der gedruckten Version zu versuchen. Nicht, weil die Vertonung zu wünschen übrig ließe, sondern weil ich mir vieles markieren wollte und es nicht konnte. Eine Eigenheit des Romans sind die verschlüsselten Elemente bezüglich der Figurenkonstellation. Wer ist jetzt nochmal wer und auf welcher Erzählebene befinden wir uns? Ich mag sowas ja, allerdings hat das Audioformat die Orientierung nochmal erschwert. 


    Wer sich intensiv mit der RAF-Thematik beschäftigen will, der ist hier vielleicht nicht richtig. Das Thema wird oberflächlich bzw. aus philosophischer, ethischer Perspektive aufgegriffen (Kann Schuld verjähren? Welche Strafe ist angemessen? Bis zu welchem Punkt sind Revolutionen gerechtfertigt? Inwiefern sind die Taten der RAF besser als die eines jeden anderen Terrorismus oder sogar des Nationalsozialismus?), was einer der Hauptpunkte der Kritik ist. Ich kann diesen Punkt nicht nachvollziehen, da nie der Anspruch erhoben wurde, es handle sich um eine aufklärende Schrift. Ich fand es spannend zu sehen, wie die Vergangenheit Keile zwischen die Freunde treibt und Risse in der neu gebildeten bürgerlichen Fassade hinterlassen. Müsste ich zusammenfassen, worum es geht (Grins), so würde ich die Rolle des Terrorismus gar nicht in den Mittelpunkt stellen, sondern das Spannungsverhältnis von Vergangenheit und Gegenwart: Können wir unsere Werte und uns selbst im Laufe unseres Lebens verändern? Hier gibt es genug Zündstoff für solche und noch mehr Gedanken. 

    Ich fand es in diesem Sinne auch gut, dass durch das Zusammentreffen auch andere, belanglosere Themen aufkamen. Ce la vie! 


    Wiedermal typisch für Schlink, ein geschichtspolitisches Thema aus Sicht der Gegenwart aufzuarbeiten und dabei auch sexuelle Themen mit ins Spiel zu bringen. Die Sprache ist reich an wörtlicher Rede, hier und da auch ein wenig derb.

  3. Cover des Buches Sturmzeit - Die Stunde der Erben (ISBN: 9783734106064)
    Charlotte Link

    Sturmzeit - Die Stunde der Erben

     (274)
    Aktuelle Rezension von: Monalisa73

    Im dritten Buch ist die Enkelin Alexandra an der Reihe, sie bekommt von ihrer Oma Felicia die große Aufgabe, deren Firma weiterzuführen. Doch schon bald muss Alex feststellen, dass sie den beruflichen Anforderungen kaum gerecht werden kann. Auch die wirtschafliche Lage, setzt sie zusätzlich unter Druck. Außerdem muss sie im privaten Umfeld so einiges außhalten und durchstehen. Leicht wird es für sie jedenfalls nicht...

    Im dritten Band fehlte mir die Fortführung des Stammbaumes, es kommen doch so manche neuen Personen hinzu und andere sterben. Was im zweiten Band super war.

    Auch bleiben am Schluss ein paar Lebensläufe unvollendet, so dass man ein bischen das Gefühl hat, die Geschichte reist irgendwo ab. 

    Die Geschichte um Felicia wird aber rundherum abgeschlossen.

    Es ist ansonsten sehr gut recheriert, was die Geschehnisse in der DDR und zur Wendezeit angeht. Man bekommt noch einmal Hintergrundwissen dazu.

     


  4. Cover des Buches Nach der Empörung (ISBN: 9783552063136)
    Klaus Werner-Lobo

    Nach der Empörung

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Sommerregen
    Laut einer Studie der Freien Universität Berlin denken "mehr als 60% der Deutschen, dass in ihrem Heimatland keine echte Demokratie herrsche, da die Wirtschaft und nicht die WählerInnen das Sagen hätten". (S. 44) Doch wie soll man der Politikerverdrossenheit entgegenwirken, wie kann man mit eigenem Engagement in Themen wie Tier-, Umwelt- und Klimaschutz, Asylpolitik, Arbeitsrecht oder Gleichberechtigung etwas bewegen?
    Auf 208 Seiten widmet sich der Aktivist und Autor Klaus Werner-Lobo dieser Thematik in vier Kapiteln. Dabei wird zuerst in dem wachrüttelnden Kapitel "Was kommt nach der Wut" auf die Missstände in unserer Gesellschaft und die allgemein herrschende Stimmung in Bezug auf Politik und Politiker eingegangen. Von Korruption und Misswirtschaft über Umweltzerstörung, Kriege und Flüchtlingspolitik bis hin zu der Frage, ob Politiker und Partein in der Lage sind, solche gesellschaftlichen Probleme zu lösen in der Lage sind, ist hier eine große Bandbreite an Aspekten verteten.
    In dem darauf folgenden Kapitel "Was tun?" werden zahlreiche Möglichkeiten aufgezeigt, wie man selbst aktiv werden und somit etwas bewegen kann. Dazu wird unter anderem darauf eingegangen, wie man sich organisiert oder welche Aktionsmethoden (z.B. Boykotte, Kulturveranstaltungen, Demonstrationen oder ziviler Ungehorsam) es gibt, welche Gefahren sie bergen, wann sie überhaupt in Betracht zu ziehen sind und so weiter. Dabei wird auf auch Aktionen verwiesen die bereits etwas bewirken konnten, was dem Leser Mut zu handeln vermittelt.
    Im nächsten kurzen Kapitel "Demokratie neu gestalten" werden Alternativen für eine Demokratie wie sie zur Zeit praktiziert wird gegeben und zur Entmachtung der Herrschenden und Ermächtigung der Zivilbevölkerung aufgerufen.
    Schließlich befasst sich das letzte Kapitel mit erfolgreichen Initiativen und Aktionen verschiedener Tätigkeitsbereiche. Diese werden sehr anschaulich, übersichtlich und verständlich vorgestellt, wobei auch auf Aktionsraum, Träger, Gegner, Ziele, Aktionsmethoden, Erfolge, die Frage wie man sich dort einbringen kann und ähnliche Initiativen eingegangen. So erhält man einen guten Überblick und kann sich darüber hinaus noch weiter informieren, was mir sehr gefällt.

    Mir gefällt das Buch aufgrund der sachlichen Schreibweise sehr, auch die vielen Studien und anderen Belege zeigen, dass sich der Autor intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Auch ist das Buch sehr verständlich und macht Mut, endlich aktiv zu werden.

    Deswegen kann ich dieses Buch jedem, der etwas verändern möchte sehr ans Herz legen und vergebe 5/5 Sterne
  5. Cover des Buches Weiberwirtschaft (ISBN: 9783548288024)
    Maria Linke

    Weiberwirtschaft

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    An dem Buch haben mich vor allen Dingen zwei Sachen interessiert, zum einen die Zeit, 50er Jahre und zum anderen die Stadt, Köln. In den Fünfzigern sind meine Eltern, Tanten und Onkels aufgewachsen, Köln, die Stadt in der ich studiert habe, so war meine Neugier geweckt. Das Cover ist meiner Meinung nach gut gewählt, da es die Zeit sehr gut einfängt, der Klappentext ist in der Rückschau eher irreführend. So suggeriert er doch, dass beide Zeitebenen ungefähr gleich viel Raum im Roman einnehmen, doch dies ist leider nicht so und dies ist auch mein großer Kritikpunkt. Mir kamen die 50er einfach zu kurz, die Geschichte der Gegenwart hat für meinen Geschmack einfach zu viel Raum eingenommen. Sicherlich ist es so, dass wir schon einiges erfahren, über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Aber dieser Erzählstrang ist längst nicht gleichwertig zu setzen mit dem der Gegenwart. Somit ist dieser Roman eher ein netter Frauenroman, in dem die Protagonistin Tagebucheinträge ihrer Mutter liest, aber sicherlich kein historischer Roman, wo wir Leser in eine vergangene Zeit eintauchen, wirklich sehr schade, da hatte ich mir mehr versprochen.

    Als Frauenroman lässt sich die Story wirklich sehr gut lesen, innerhalb von zwei Tagen, absolut kein Problem eine nette Geschichte über Vergangenheit, Familienprobleme, Pubertät und Patchwork-Familien. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, die Dialoge überwiegen und tragen somit zu einem sehr flotten Lesetempo bei.

    Mit der Hauptfigur Hanna konnte ich mich leider nicht so richtig identifizieren, Grete und auch Lotte waren mir da mit ihrer resoluteren Art doch etwas näher. Die Männer bleiben in dem Roman relativ blass, einzig Erwin, der jetzige Wirt des Pfaus, bekommt von der Autorin mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

    Der Teil der Gegenwart wird stringent chronologisch erzählt, der der Vergangenheit leider nicht, hier sind immer wieder Sprünge und man muss im Kopf die Reihenfolge sortieren, was sehr schade ist. Auch die Verzahnung der beiden Ebenen hätte besser sein können, die Tagebucheinträge sind das eine, zum Ende der Geschichte tritt noch ein Zeitzeuge auf, der Hannah die Geschichte ihrer Mutter aus seiner Perspektive erzählt.

    Die Zielgruppe dieses Romans sind definitiv Frauen, aber sicherlich nicht Männer oder geschichtsinteressierte Leser, denn diese würden so wie ich enttäuscht werden. Ich habe den Roman als Frauenroman eingestuft und bewertet, hätte ich ihn als historischen Roman oder Zeitzeugnis bewertet, wäre die Bewertung leider noch schlechter ausgefallen. So kann ich aber für einen unterhaltsamen Frauenroman, eine Leseempfehlung aussprechen. Leichte Urlaubs- bzw. Freizeitlektüre, mehr aber auch nicht.

    Ich bedanke mich beim Ullstein Verlag und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

  6. Cover des Buches Abgewirtschaftet (ISBN: 9783426785201)
    Thomas Wieczorek

    Abgewirtschaftet

     (4)
    Aktuelle Rezension von: sabisteb

    Deutschland 2013: Das Umfeld wird nicht mehr nach den Vorstellungen der Menschen geschaffen, nach der Frage, ob sich darin irgendjemand wohl fühlt, sondern danach, ob es „sich rechnet“, also der vollständigen, hemmungslosen und moralfreien Profitmaximierung nutzt. (S. 14)

    Dieser These geht der Autor in 13 Kapiteln nach.

    1.       Die Parasitären Eliten

    „Zu faul zum Arbeiten, stattdessen lieber sich mit Drogen volldröhnen, N*t*en v*geln […] dabei auch noch abkassieren und hinterher noch mehr wollen. Was würde der Gesellschaft eigentlich fehlen, wenn die steinreiche Schmarotzergilde über Nacht von der Bildfläche verschwände.“ (S. 26) – Abgesehen von seinem sehr polemischen Ton, stellt sich Ayn Rand in „Atlas shrugged“ genau diese Frage. Letztendlich geht es in diesem Kapitel darum, dass keiner der Superreichen sein Geld auf ehrliche Weise erworben hat. Oft ist es noch Blutgeld aus der Nazizeit und letztendlich alles nur ererbt und nicht erarbeitet.

     

    2.       Sicherheit – nur was für Gruftis und Weicheier?

    Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf. Die obere Kaste sichert sich ab, das Fußvolk soll flexibel bleiben.

     

    3.       Deutschland verfällt

    Verfall der Infrastruktur (Straßen, Schulen…) und das übliche Herumhacken auf der Deutschen Bahn mit ein paar besonders abschreckenden Beispielen wie mit Kindern und Jugendlichen umgegangen wurde. Danach bekommt die Deutsche Post noch ihr Fett weg, es wird (zu Recht) gegen die Privatisierung des Wassers gewettert, Monopolismus bei den Stromversorgern und der Fall Mappus, neue Energien und Feinstaub werden auch gleich mit abgehandelt.

     

    4.       Nur Reichen brauchen den armen Staat

    „Händler sind nichts als eine Art von Spielern, die miteinander um die Arbeitsergebnisse der Armen spielen, ohne selbst etwas hervorzubringen.“ (S. 126). Hier bekommen die deutschen Superreichen wie Karl und Theo Albrecht, Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland), Klatten, Quandt und Co ihr Fett weg. Es geht um PPP und das Euro Debakel.

     

    5.       Politik

    Bestechung, Betrug, gefälschte Doktortitel. Es geht um den zu recht schlechten Ruf der Politiker und die Skandale der letzten Jahre, die nie wirklich aufgeklärt wurden. Es geht um den Homo oeconomicus, Gier und Habsucht der Herrschenden Kaste. Liebe zum Geld als Besitz als geistige Erkrankung (ein Ausspruch von Keynes, der von den Keynsianern gerne verschwiegen wird). Auch wird erwähnt, dass unsere aktuelle Regierung gerne ein paar Beschlüsse am Parlament vorbei durchdrücken würde in Manier des Ermächtigungsgesetzes von 1933, aber vom Verfassungsgericht am 7. 9.2011 noch mal gestoppt werden konnte. Es geht in diesem Kapitel um Korruption, Lobbyismus und Raubtierkapitalismus gegen den Volkswillen und um Politikverdrossenheit und die Gründe des Wahlboykotts.

     

    6.       Menschenwürde und Solidarität

    „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund auf erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. (Ahlener Programm der CDU 3.02.1947).

    Geschichte wiederholt sich immer wieder, die CDU verrät ihre Wurzeln. In diesem Kapitel geht es um das Mysterium des Existenzminimums, den Umgang mit den Alten (Wohlstandsmüll) und Rüstungsexporte.

     

    7.       Menschenwürde und Primaten

    Selbst Spitzenpolitikern fällt es schwer, den Unterschied zwischen Stasi und Verfassungsschutz zu erklären (S. 223)

     

    8.       Gewaltenteilung

    Nicht funktionierende Trennung von Politik und Justiz, außergerichtliche Deals für die Eliten und dass ein Polizeistaat zum Glück derzeitig einfach zu teuer ist.

     

    9.       Wirtschaft: Der kriminell-korrupte Saustall

     

    10.   Halbbildung ist auch `ne Bildung

    Ein ärgerliches Kapitel. Hier bläst der Autor unreflektiert in das Horn des angeblichen Fachkräftemangels, den es de facto gar nicht gibt. Dazu noch Kritik des dreigliedrigen Schulsystems, Schröder bashing und Verunglimpfung von Quereinsteigern in das Lehrfach. Keine Ahnung woher die Informationen des Autors stammen, aber Lehrer sehen Schüler definitiv schon mehrfach in Praxissemestern während des Studiums (zumindest in BW), was der Autor da schreibt ist Großteiles schlichtweg falsch. Auch sein Wissen zu Drittmitteln an der Uni kann man maximal als Halbwissen bezeichnen, genau das, was er in diesem Kapitel kritisiert. In der Biologie zumindest stammen über 90% der Drittmittel von der DFG und vom BMBF, Industriegelder sind so selten wie Eisbären in Deutschland. Es gibt sie, einzeln, in Zoos. Deswegen gleich die universitäre Forschung pauschal als korrupt hinzustellen ist eine polemische Verallgemeinerung.

     

    11.   Russisch Roulette mit unserer Gesundheit

    Betrug im Gesundheitssystem, erfundene Krankheiten, Organhandel, ein alter Hut.

     

    12.   Lichtgestalt Schröder als Garantin des deutschen Volkes

    13.   Wie soll es weitergehen?

    Ich bin recht Zwiegestalten, was dieses Buch angeht. Einerseits spricht der Autor viele Dinge, die alle eigentlich wissen, sehr direkt an, und im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, hat er wenigstens einen ordentlichen Zitateanhang. Der jedoch ist teilweise in der Reihenfolge der Zitate durcheinandergewürfelt (304, 307, 305), das wäre mit Verwendung einer vernünftigen Zitiersoftware sicherlich nicht passiert. Dazu extrem peinliche Tippfehler wie die Krankenversicherung wurde 1884 und nicht 1984 eingeführt (S. 194). Sein Sprachstil ist mir deutlich zu polemisch und unsachlich, so bezeichnet er Merkel als FDJ- Trude (S. 232) und einige der Zitate habe ich oben in der Kapitelübersicht auch schon ein wenig entschärfen müssen. Das ist BILD Niveau. So genau die ersten Kapitel auch recherchiert sein mögen, verrennt sich der Autor selber in dem von ihm so angeprangerten Halbwissen, besonders in Kapitel 10. Wieczorek neigt mir zu stark zu Verallgemeinerung und Polemik, auch wenn er in vielen Punkten sicherlich recht hat.

  7. Cover des Buches Unter Linken (ISBN: 9783499624780)
    Jan Fleischhauer

    Unter Linken

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski
    Wer die Linken verstehen bzw. entlarven möchte kommt an diesem Buch nicht vorbei. ein humorvoller Einblick in die Welt der linken Lebenswelten und -lügen.
  8. Cover des Buches The Hitch (ISBN: 9783896674142)
    Christopher Hitchens

    The Hitch

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Clari
    Ein Leben in Autonomie und mit freiheitlicher Gesinnung. Nachdem Christopher Hitchens im Juni 2010 seine Autobiographie veröffentlicht hat wurde kurz darauf bei Ihm Krebs diagnostiziert. So beginnt er die Einleitung zu seinen Aufzeichnungen mit seinen Vorstellungen zum Sterben und dem Tod. Diese zeugen von realistischer Klarheit und ehrlichen Einsichten. Er ist und bleibt Atheist. Er hat nicht viel Zeit, denn im Dezember 2011 stirbt er und hinterlässt in der Intellektuellenszene bei Kollegen und Freunden eine schmerzliche Lücke. Geboren 1949 und aufgewachsen in England genießt er eine vorzügliche Ausbildung, die ihm besonders seine Mutter erkämpft hat. Er besucht die besten Schulen und Universitäten des Landes. Beide Eltern werden von ihm in ihrer jeweiligen Eigenart liebevoll gezeichnet. Die Mutter hat ihm lebenslang ihre jüdische Herkunft verheimlicht und ging zuletzt sehr eigenwilliger Wege, die mit ihrem ungewöhnlichen Tod enden. Der Vater, ein ehemaliger Offizier der Royal Navy, schlägt sich bis zum Ende seines Lebens wacker durch. Hitchens ist ein bissiger, ironischer und sehr witziger Beobachter der Weltgeschichte der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Fast zu allem und jedem hat er etwas zu sagen und folgt niemals dem allgemeinen Mainstream. Er setzt sich im Gegenteil unbestechlich mit den moralischen und rechtlichen Fragen der politischen Vorkommnisse in seinem und unser aller Leben auseinander. In schneller Folge skizziert er Schulzeit und Universitätsstudium und hat ein Auge auf die englische Gesellschaft mit ihrem Upper Class feeling. Fast sieht es so aus, als wäre ihm ein kritisches Gen eingepflanzt, mit dem er Recht von Unrecht zu unterscheiden vermag. Politiker gleich welcher Couleur sind seinem scharfen analytischen Blicken ausgesetzt, und er bringt seine kritischen Einsichten unbeleckt von Konvention und Form zum Ausdruck. Zahlreiche uns bekannte Politiker, die entscheidend die Politik Amerikas und Europas mit gestaltet haben, werden namentlich genannt und in ihren Funktionen teilweise heftig kritisiert. Hitchens sympathisiert mit Sozialisten, Kommunisten und Trotzkisten und geht erst nach dem Anschlag von 9/11 auf Distanz zu diesen. Die Autobiographie gleicht einer Enzyklopädie der Geschichte und des gesellschaftlich-politischen Wandels in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Von der Frankfurter Schule über Herbert Marcuse zu D.H. Laing, dem bekannten englischen Antipsychiater, reichen seine zahlreichen Essays, in denen er alles und jedes hinterfragt. Er bekannte sich zur kubanischen Revolution, verkehrte in einschlägigen Intellektuellenkreisen in aller Welt und meldete sich unbestechlich überall zu Wort. Portugal, Spanien und Argentinien gehören ebenfalls zu seinen bevorzugten Reisezielen. Er berichtet für zahlreiche Magazine und Zeitschriften über die jeweiligen politischen Verhältnisse, bis er zuletzt Amerika zu seiner zweiten Heimat wählte. In diesem umfassenden Werk lernt man aus berufenem Blick die spektakulären Ereignisse des letzten Jahrhunderts neu einzuschätzen. Das gelungene und kenntnisreiche Buch kann gleichsam als Vermächtnis eines leidenschaftlichen und engagierten Journalisten angesehen werden.
  9. Cover des Buches Black Box BRD (ISBN: 9783596159857)
    Andres Veiel

    Black Box BRD

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Penelope1
    Ein beeindruckendes Buch mit Hintergründen zum Leben und "Werk" des Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, der 1989 einem Attentat zum Opfer fiel. Gleichzeitig eine Biographie des RAF-Mitgliedes Wolfgang Grams, der 1993 bei einem Schusswechsel ums Leben kommt. Beide Tode haben viele Fragen aufgestellt, die bis heute nicht ausreichend beantwortet werden können. Dieses Buch - ebenso wie der gleichnamige und vielfach ausgezeichnete Film, gibt durch vielfältige und fundiert recherchierte Fakten Einblicke in das Leben und Handeln der Personen Herrhausen und Grams - ihre ZIele, ihre Hoffnungen. -Gleichzeitig gibt es viele interessante HIntergrundinformationen über Ziele und Taten der RAF, ihrer Mitglieder, und der Deutschen Bank, wie sie sicherlich nicht oft zu finden sind. Egal ob die allseits bekannten RAF-Mitglieder Meinhof, Bader, die Entführung von Martin Schleyer oder die mysteriösen Tode einiger führender RAF-Mitglieder während ihrer Gefangenschaft - all diese Themen finden ihren Platz in "Black Box BRD". I'ch finde dieses Buch auch heute, 20-30 Jahre nach den beschriebenen Geschehnissen, überaus interessant. Es hat mir viele Informationen geboten, die mir bisher unbekannt waren und die zum Nachdenken anregen - und dies alles in einem leicht verständlichen und flüssigen Schreibstil.
  10. Cover des Buches Das sogenannte Gute (ISBN: 9783499168727)
    Gerhard Szczesny

    Das sogenannte Gute

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Drei Tote für Benni (ISBN: 9783898126748)
    Titus Simon

    Drei Tote für Benni

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Federchen
    Armes Magdeburg... --------------------------------- Benni wird in Magdeburg brutal von Jugendlichen rechter Orientierung zusammen geschlagen. So sehr, dass er ab da sein Leben in einem Rollstuhl verbringt und geistig behindert ist. Es kommt zum Prozess und die Täter, vier Jungen und ein Mädchen, werden frei gesprochen. Es beginnt ein Hass die Stadt zu durchfluten, der seines Gleichen sucht. Verschiedene Gruppierungen der linken Szene überlegen, diskutieren, versuchen einen Plan zu finden, um sich zu rächen. Dabei steht sowohl der Bruder des Opfers als auch der Lehrer des Bruders im Kreuzfeuer der Debatten. Beide sind selbst nicht zimperlich bei der Vergabe von Schlägen. Es kommt, wie bereits geahnt, drei Täter werden getötet, zwei Jungen und das Mädchen. Die Magdeburger Polizei, allen voran Hauptkommissar Bertram wird mit der Aufklärung betraut. Doch erst ein Freund von Bertram, ein ehemaliger Polizist, jetzt Vorruheständler kann die Ermittlungen vorantreiben. ---------------------------------- Soviel zum Plot, der eigentlich für sich sehr interessant und sagen wir mal, recht gut geschrieben ist. Allerdings stören mich an der Art und Weise so einige Sachen. Nach einigen Seiten gingen mir die immer wieder eingeworfenen verschiedenen Dialekte der Mitwirkenden gehörig gegen den Strich. Ich hatte bereits nach wenigen Seiten verstanden, wer aus welchem Bundesland kam. Das hätte sich der Autor sparen können. Desweiteren fielen mir ständig zwei Worte unangenehm auf, „Ossis“ und „Wessis“. Ich dachte, wir wären eine Nation und die Wiedervereinigung war ja nicht erst gestern. Warum also nicht auch „Südis“ und „Nordis“. Eine Fortführung meines Frustes resultierte auch aus der Feststellung, dass ein pensionierter Schwabe, die drei Morde aufklärt und nicht die „ostdeutsche“ Polizei. Aber nicht genug mit meinem Frust, ich dachte auch immer, dass Magdeburg mehr zu bieten hat als Demonstrationen und Gewalt der Linken gegen die Rechten und andersherum. Nach Beendigung des Krimis war ich da nicht mehr so sicher. Sicherlich soll es vorwiegend um die Aufklärung der Morde gehen, aber muss man deswegen ständig nur von Gewalt schreiben. Ich habe mir das Buch auf der Leipziger Messe gekauft, weil auf dem Klappentext keine Rede von den beiden Szenen war. Das sollte es aber, denn das ist für mich das Hauptthema dieses Buches. Den Täter hatte ich bereits in der Hälfte des Buches ermittelt und der Höhepunkt, bzw. eben die Aufklärung zog sich für mich unendlich weit hin. Für mich ein in vielerlei Hinsicht enttäuschender Krimi.
  12. Cover des Buches Wie ich mal rot wurde (ISBN: 9783630873527)
    Tobias Haberl

    Wie ich mal rot wurde

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Euro 2000 (ISBN: 9783328008606)
    Marcel Reif

    Euro 2000

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Zeit der Stasis (ISBN: B002AG26SQ)
    Thomas Ziegler

    Zeit der Stasis

     (1)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Ordentlicher deutscher SF Roman über ein Attentäter der 5 Bewußtseine in sich hat, damit er die brutalen verhörmethoden der ehrrschenden Nazis übersteht
  15. Cover des Buches Mein Erzengel (ISBN: 9783499253256)
    Erica Fischer

    Mein Erzengel

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Die Pension in der Via Saffi (ISBN: 9783644304918)
    Valerio Varesi

    Die Pension in der Via Saffi

     (11)
    Aktuelle Rezension von: ribanna
    Commissario Soneri ist ein scheuer Einzelgänger, den Errungenschaften der modernen Technik eher abgeneigt. Als in einer Pension in Parmas Altstadt die alte Wirtin vermisst wird, führt ihn dieser Fall an den Ort zurück, an dem er einst seine inzwischen verstorbene Frau kennenlernte. Er findet die Wirtin brutal erstochen. Wer könnte die alte Frau so sehr gehasst haben? Der Commissario ermittelt vorwiegend nachts, auf eine ruhige, beobachtende Art. So löst er nicht nur den Mordfall, sondern kommt auch hinter ein gut gehütetes Geheimnis seiner Frau. Ein eher melancholischer, ruhiger, unaufgeregter Krimi. Die Protagonisten sind mit viel Wärme gezeichnet. Wer keine Action sucht und sich für psychologische Hintergründe interessiert, ist hier richtig.
  17. Cover des Buches Freiheit statt Kapitalismus (ISBN: 9783593397313)
    Sahra Wagenknecht

    Freiheit statt Kapitalismus

     (12)
    Aktuelle Rezension von: MattisLundqvist
    Das Buch wurde einst von mir auf einer viel zu langen Zugfahrt mit der deutschen Bahn gelesen - und war allein DADURCH schon eine gute Werbung gegen die "Verschleuderung von Volksvermögen"...

    ...aber ich schweife ab: Inhaltlich ist der Analysteil über Allem erhaben und die teils gewählten Beispiele z.B. bei Zeiss sind sehr erhellend. Die entwickelten Lösungsansätze sind durch die realen Beispiele eigentlich weit weniger revolutionär als man zuerst denken könnte. Definitiv erweitern sie den Horizont. 

    Wem nach der Lektüre immer noch nicht klar ist, warum man eigentlich jegliches Erbe über 10mio€ komplett verstaatlichen müsste, damit es keine mächtigen Superreichen über wenige Generationen gibt, wird es wohl nie verstehen....im Prinzip bringt Frau Wagenknecht mit ihren Ideen auf eine kreative Art und Weise das "jüdische Sabbatjahr" in unser Wirtschaftswesen - was extrem viele Probleme minimieren würde.

    Als kleiner (wirklich kleiner) Malus muss ich anmerken, dass es mir gegen Ende hin dann doch zu utopisch wird. Um die Konzentration von Vermögen langfristig in wenigen Händen zu verhindern, wird es immer wieder - so lehrt uns die Geschichte - früher oder später große...ähm....Brüche geben. Ich bezweifle, dass Frau Wagenknechts "Volkseigentumsaktiengesellschaftsmodellgedanken", um ihre Gedankenwelt in ein Wort zu packen, dem 100% ein humanerer Ersatz sein können. Was bei Zeiss funktioniert, muss noch lange nicht auf volkswirtschaftlicher Ebene gut gehen. 
  18. Cover des Buches Regierung verzweifelt gesucht (ISBN: 9783548373584)
  19. Cover des Buches Das Ende der Geduld (ISBN: 9783451069123)
    Kirsten Heisig

    Das Ende der Geduld

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind
    Das Manuskript dieses Buches lag vor, die Bearbeitung war abgeschlossen, als die Autorin, Jugendrichterin Kirsten Heisig, ermordet wurde. Man kann da einen Zusammenhang vermuten, aber nachdem die Ermittlungen boykottiert wurden, kann man nichts beweisen.

    Das ist allerdings auch ein deutliches Zeichen dafür, daß die Autorin etwas zu sagen hatte. Was kristallklar wird, wenn man es selbst liest: Kirsten Heisig kannte nicht nur die Probleme aus ihrem Berufsalltag, sie hat sich auch ihrer Verantwortung gestellt und Problemlösungen erarbeitet, in weit größerem Ausmaß als man von ihr verlangen konnte.

    In diesem  kleinen Buch steckt nicht nur die Kompetenz einer erfahrenen Richterin, sondern auch das Einfühlungsvermögen einer Mutter und das Gerechtigkeitsempfinden einer gesetzestreuen Bürgerin. Wenn wir die Entwicklung in unserem Staat noch in eine positive Richtung treiben wollen, sollten wir auf das Vermächtnis von Kirsten Heisig hören und nicht die Augen für das verschließen, was sie mit ihrem geschulten Auge schon vor Jahren auf uns hat zukommen sehen.
  20. Cover des Buches Die Studentenproteste der 60er Jahre (ISBN: 9783412077006)
  21. Cover des Buches Deutsche Suite (ISBN: 9783257203288)
    Herbert Rosendorfer

    Deutsche Suite

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Argent

    Der Roman beginnt sozusagen mit Prinzessin Judiths Schwängerung durch einen Gorilla. Ob es sich tatsächlich um ein Tier oder wohlmöglich nur einen verkleideten Studenten handelte wird nicht geklärt ...

    Deutsche Suite ist eine Satire mit spritzigen Dialogen, obskuren Gegebenheiten und äusserst eloquent geschrieben. Leider verlor ich aber im Verlauf des Lesens irgendwie den roten Faden, die Übersicht über die Personen und irgendwie auch anfängliche Freude. Nach über 2/3 kapitulierte ich.

  22. Cover des Buches Vorsicht Bürgerkrieg! (ISBN: 9783864453588)
    Udo Ulfkotte

    Vorsicht Bürgerkrieg!

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Mit dem vorliegenden Buch möchte uns sein Autor auf einen kommenden Bürgerkrieg in Deutschland oder gar in ganz Europa vorbereiten. Er stützt sich dabei auf ihm offenbar vorliegende geheime Studien, die ein solches Szenario für die kommenden Jahre voraussagen. Als Vorboten solcher Ereignisse wertet Ulfkotte zum Beispiel die immer schlimmer werdenden Mai-Krawalle in den Berliner Problembezirken, tagelange Straßenschlachten in Athen und die uns allen noch in Erinnerung stehenden brennenden Migranten-Vorstädte von Paris.

    Ulfkotte beschreibt im ersten Teil seines Buches den angeblichen wirtschaftlichen Niedergang in Deutschland und meint damit die gegenwärtige durch amerikanische Institutionen absichtlich in die ganze Welt exportierte Schuldenkrise, die sich inzwischen zu einer weltweiten Wirtschaftskrise ausgeweitet hat. Man merkt leider, dass der Autor sich hier nicht auf seinem Spezialgebiet bewegt. Wahrscheinlich streift er die Wirtschaftskrise deshalb nur kurz und argumentiert doch recht flach. Immer wieder kommt er dabei jedoch auf sein eigentliches Anliegen zurück: Er beschreibt die zunehmenden Spannungen in Deutschland und Westeuropa an Hand von zahlreichen mitunter sehr konkreten Beispielen und sehr vielen inhaltlichen Wiederholungen, die jedoch stets unter einem etwas anderen Gesichtspunkt zelebriert werden.

    Bereits auf Seite 58 lesen wir, dass immer mehr Menschen die folgenden Zutaten als persönliche Kriegserklärung auffassen: Finanzcrash und Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Zerfall der sozialen Sicherungssysteme und Sozialabbau, Rückkehr der Zwei-Klassen-Gesellschaft, Entchristianisierung und Islamisierung, Perspektivlosigkeit, Entmündigung durch den Moloch Europäische Union und Abbau bürgerlicher Freiheitsrechte. Als Folgen nennt er: Politikverdrossenheit, Werteverfall, Aufweichung der staatlichen Rechtsordnung, Verfall der Autorität, ethnische Spannungen zwischen verschiedenen zugewanderten Bevölkerungsgruppen und Gettobildung, wachsende Kriminalität, Aggressivität und extreme Polarisierung der Bevölkerung.

    In den weiteren Teilen wird dann detailliert auf die einzelnen Punkte eingegangen. Dabei arbeitet der Autor mit zahlreichen Beispielen aus im Anhang angeführten Quellen. Er verdichtet diese Beispiele in suggestiver Weise. Dadurch entsteht der Eindruck einer unmittelbaren Bedrohung, die zumindest so jetzt in weiten Teilen Deutschlands nicht auszumachen ist. Dazu passt eine beiliegende Karte mit den Orten erhöhter Gefahr. Diese Aufzählung ist nicht nur recht unvollständig, sondern auch überflüssig, weil jeder wache Mensch genau weiß, wo in seiner Gegend die Problemgebiete liegen.

    Natürlich kann man diese Art der Darstellung und den reichlich polemischen und in der Wortwahl manchmal drastischen Stil des Autors bemängeln. An den von ihm richtig beschriebenen Tatsachen kommt man dennoch nicht vorbei. Ulfkotte erklärt ein ums andere Mal wie uns naive, dumme und/oder überforderte Politiker in diese schlimme Situation gebracht haben. Neben der nicht aufzuhaltenden Erosion der Sozialsysteme durch immer weniger Einzahler und immer mehr auch schmarotzende Nutznießer beschreibt er in seinem Buch die zunehmende Aggressivität zugewanderter ethnischer Gruppen, die sich mehr und mehr in ihren Gettos verschanzen und dort rechtsfreie Räume bilden, die von der an Autorität verlierenden Staatsmacht toleriert werden. Es gelte nicht mehr gleiches Recht für alle, schreibt Ulfkotte. Die Integration der zugewanderten ausländischen Bevölkerung sei völlig gescheitert. Dies ist eine Einsicht, mit der er in diesem Land nicht alleine steht und die inzwischen sogar von Teilen einer Presse vertreten wird, die einst die intellektuelle Kopfgeburt einer möglichen Integration von Millionen Türken in die deutsche Gesellschaft mit hervorbrachte. Wie blödsinnig ein solches Ziel ist, kann man sich leicht klarmachen, wenn man sich vorstellt, was passieren würde, wenn man die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland mit umgekehrten Vorzeichen in die Türkei projizieren würde.

    Ob es in Deutschland tatsächlich zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen kommen kann, werden wir sehen. Leider hat der Autor mit seinen vielen Warnungen nicht Unrecht. Probleme, die man nicht rechtzeitig löst, holen einen in verschärfter Form irgendwann ein, und dies meistens genau dann, wenn man sie gerade nicht braucht.

    Man kann dem Autor sicherlich vorwerfen, dass er nur zweitrangige Quellen benutzt. Ein solcher Vorwurf trifft ihn aber nicht wirklich, denn es ist nicht seine Schuld, dass Tatsachenbeschreibungen, wie zum Beispiel Kriminalstatistiken, die die Rolle ausländischer Mitbürger beleuchten würden, bewusst unterdrückt oder gar gefälscht werden.

    Am Ende seines Buches gibt uns der Autor Ratschläge, wie wir uns auf die uns drohenden Ereignisse vorbereiten sollen. Das klingt sicher für viele surreal. Aber Menschen neigen immer dazu, den gegenwärtigen Zustand linear fortzuschreiben. Ganz in den Skat drücken können wir das Horrorszenario dieses Buches mit Sicherheit nicht.

    Fazit.
    Dies ist ein sehr lesenswertes Buch, das allerdings auch kritisch betrachtet werden sollte, da es in einer recht suggestiven Weise und sehr polemisch geschrieben wurde. Die von Ulfkotte angeführten Gefahren existieren dagegen sehr wohl. Auf keinen Fall kann man diesem glücklicherweise politisch völlig inkorrekten Buch jedoch eine rechte ideologische Grundrichtung unterstellen. Diejenigen, die das sicher versuchen werden, sollten sich fragen, ob es nicht gerade eine den Tatsachen aus dem Wege gehende ideologisch gesteuerte Politik ist, die erst Stimmungen im Land produziert, die man nicht wollen kann.
  23. Cover des Buches Werkauswahl in Einzelbänden / Schritte im Schatten (ISBN: 9783455400618)
    Doris Lessing

    Werkauswahl in Einzelbänden / Schritte im Schatten

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Minje
    "Schritte im Schatten" von Doris Lessing erschien 2008 im Hoffmann und Campe Verlag.

    Inhalt
    Doris Lessings Leben zwischen 1949 und 1962 in Groß Britannien. Über ihre Werke, ihre Beziehungen. Über Journalismus, Rezensionen und über Verleger. Über den Kommunismus.

    Meinung
    Cover
    Das Cover ist einfach gehalten, was mich nicht weiter stört.
    Stil
    Mir gefällt die Art, wie Doris Lessing schreibt. In meinem Teeniealter hatte ich eine vorübergehende Phase, in der ich nur noch ihre Bücher gelesen habe. Darum hat eine Autobiographie von ihr mich brennend interessiert.
    Lessing schreibt schonungslos. Sie lässt kein Thema aus, hat keine Hemmungen , auch mal über Unangenehmes zu schreiben. So schreibt sie auch darüber, dass sie eine Affäre hatte und das diese allerdings zerbrochen ist. Ihre Offenheit macht sie sympatisch.
    Sie schreibt schonungslos über die finanziellen Schwierigkeiten, die man als Schriftsteller haben kann.
    Dieses Schonungslose- dazu gehört ein großer Mut. Es ist ein Unterschied, ob ich einen Roman herausgebe, in dem eine Frau XY auftaucht und niemand weiß, das Frau XY aus Anteilen von Frau A, B und C besteht. Oder ob ich in einer Autobiographie dazu stehe.
    Gesellschaft
    Lessing schreibt nie "nur" über sich.Sie schreibt immer auch über andere Menschen: Über Begegnungen, über Treffen, die bei ihr oder woanders stattgefunden haben, über diverse Gruppen (Schriftstellergruppen, Kommunisten). Dadurch gewährt sie dem Leser durch ihr Schreiben einen interessanten Einblick in die Gesellschaft Englands zu ihrer Zeit.
    Allgemeingültigkeit
    Manche Dinge, die Lessing schreibt, treffen jedoch nicht nur auf die damalige Zeit zu, sondern sind allgemeingültig.
    "Der Druck auf Schriftsteller (...)etwas anderes zu tun, als zu schreiben (...)hält bis heute unvermindert an."(Position 400)
    "Ich glaube, das wahre Leben eines Schriftstellers kann nur ein Schriftsteller verstehen." (Position 1965)
    Das sind jetzt nur einige Beispiele. Es gibt noch mehr, und wer das Buch aufmerksam liest, wird sie finden.

    Fazit
    Lessing gewährt uns in diesem Buch sowohl einen Einblick in ihr schriftstellerisches wie auch privates Leben als auch einen Einblick in die Zeit, in der sie lebte.
    Was mich allerdings noch viel mehr interessiert, ist Lessings erster Teil der Biographie, in dem es um ihr Leben in "Persien" und Afrika geht.

  24. Cover des Buches Die Dilettanten (ISBN: 9783426782668)
    Thomas Wieczorek

    Die Dilettanten

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Dieses Buch müsste eine Auflage von 60 Millionen haben. Und dann müsste es jeder lesen. Denn dann wüsste jeder, wie und warum, mit wem und für was Deutschland so geworden ist, wie es sich heute darstellt. Ein Crashkurs in Sachen Dilettantismus, Verknüpfungen von Wirtschaft und Politik, Parteienwillkür, Geld und Macht. Niemand hat den erbarmungswürdigen Zustand dieses Landes hinsichtlich der politischen Kultur auf 300 Seiten besser und klarer schildern können. Dazu noch diese unglaublichen Politikerbiografien und die Zusammenhänge mit ihren Ämtern (nämlich keine), alles belegt und nachweisbar. Fast könnte man an Fiktion denken, manchmal muss man betroffen kurz auflachen, die Fakten jedoch sind allesamt zum Resignieren. Sollte Pflichtlektüre werden und das nicht nur, weil gerade Wahlen ins Haus stehen. Eine der besten und leider auch aufwühlendsten Dokumentation der letzten Zeit!

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