Bücher mit dem Tag "linwood barclay"

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16 Bücher

  1. Cover des Buches Ohne ein Wort (ISBN: 9783548283418)
    Linwood Barclay

    Ohne ein Wort

     (826)
    Aktuelle Rezension von: Sjard_Seliger

    Mein zweites Buch vom kanadischen Autor Linwood Barclay. Vorher las ich "Kein Entkommen" von ihm und muss sagen: Dieses Buch hier ist sogar noch ein bisschen besser geraten. Es ist wieder ein absolut solider und schön aufgebauter Thriller mit gutem Timing, sympathischen Charakteren,  interessanter Story und den typischen Merkmalen des Autors.  

    Sein Schreibstil erinnert auch hier wieder an einen weniger dialogschweren Harlan Coben und liest sich daher absolut flüssig und zügig in einem Rutsch, ohne je wirklich Längen zu haben. Auch eine nette Brise Humor wurde eingefügt und lockert das Ganze wunderbar auf. Allerdings gefallen mir einige Passagen oder Sprüche nicht, weil sie fürchterlich kalauerhaft und sehr abgedroschen wirken. Vor allem heutzutage (das Buch ist von 2006). 

    Auch das Setting befindet sich wieder in den Neu-England-Staaten der USA, genauer gesagt zwischen Massachusetts, Connecticut und dem Upstate New York rauf bis nach Buffalo und die Niagarafälle. Auch werden viele Eindrücke der Natur beschrieben und clever in die Story mit eingebaut. 

    Der gesamte Aufbau der Geschichte ist weitestgehend linear, man tappt als Leser genauso lang im Dunkeln wie die Hauptprotagonisten. Die Spannungskurve beginnt vorallem im letzten Drittel des Buches stark anzusteigen, während es am Anfng leider fast schon ein wenig zu gemütlich beginnt - eine kleine typische Schwäche Linwood Barclays. Auch werden zwischendrin kurze, geheimnisvolle Zwischensequenzen eingebaut von zwei unbekannten Personen aus deren Perspektive, und man munkelt als Leser munter mit. Das Finale wiederum ist Barclay-typisch erneut viel zu kurz und knapp geraten, auch wenn es schön geschrieben ist und einen emotional schon auch ziemlich berührt. Da hatten es gerne 10 Seiten mehr sein dürfen.

    Fazit:

    Bis auf kleinere Schwächen in Spannung & Timing besonders am Anfang und einer stellenweise zu abgedroschen klingenden Wortwahl (für 2021er Verhältnisse) ist dieser Thriller wieder einmal ein typisch gutes Machwerk des kanadischen "Family in Jeopardy"-Autors, wie man es kennt und von ihm erwartet. :)


  2. Cover des Buches Fenster zum Tod (ISBN: 9783426213568)
    Linwood Barclay

    Fenster zum Tod

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Sjard_Seliger

    Oha, ohweia... wie soll ich dieses Buch nur vernünftig bewerten?  Das Problem beginnt schon damit, dass ich nur mit einem der 3 (?) Handlunsgebenen bzw. Erzählstränge was anfangen konnte. Da ich bereits zuvor einige Bücher von Linwood Barclay gelesen habe, konnte ich mir den Aufbau der Story bereits vage vorstellen, denn der Autor bedient sich häufig ähnlicher, markanter Stilmittel - so auch hier. Dadruch wusste ich, dass diese Ebenen später zusammenlaufen werden. Und so habe ich bewusst bis etwa zum letzten Drittel des Buches nur den einen Erzählstrang verfolgt und den Rest genervt überblättert. 

    Die (Haupt-)Story dreht sich um Ray und Thomas Kilbride, zwei Bruder, die just ihren Vater durch einen tragischen Unfall verloren haben, und Ray sich nun um Thomas, der noch zuhause lebte, kümmern muss, da dieser ein wenig... "anders" ist und ein sehr ungewöhnliches Hobby pflegt: Das Auswendig-Lernen von Straßen und Karten weltweit über Google Maps (hier "Whirl360" genannt). Bei einem seiner virtuellen Streifzüge entdeckt Thomas durch Zufall einen Mord an einem Fenster, beginnt darauf mit Ray zu recherchieren und gerät dabei mehr und mehr in die Quere von Kriminellen, die es bald auf die beiden als potenzielle Zeugen abgesehen haben... 

    Die Charaktere sind in diesem Teil der Geschichte schlichtweg genial. Ray als älterer Bruder, der sich liebevoll um seinen Bruder sorgt und für ihn da ist, und dann vor allem Thomas. Da ich als Leser ebenfalls einen großen Faible für Karten & Geographie aufweise, begeisterte mich die Fiogur des Thomas natürlich riesig. Er ist sonderbar, zurückgezogen, ein wenig schizophren (denkt er arbeitet für die CIA und Ex-Präsident Clinton) und völlig vernarrt in seine Karten und seinen Computer, ist dabei aber dennoch ein ruhiger, freundlich-zurückhaltender Zeitgenosse, der keinem zur Last fallen möchte. Absolut sympathisch! 

    Auch Barclay's Schreibstil ist wie imemr grandios und ein Genuss zu lesen. Er schreibt flüssig, verständlich und wirft stets eine sehr angenehme Brise Humor mit rein. Äußerst geschickt verwebt er auch Charaktere anderer seiner Bücher mit ein (Bsp. Detective Barry Duckworth aus "Ohne ein Wort"). 

    Der Aufbau jedoch ist der große Knackpunkt und das Problem. Ich kann nicht einmal wirkluch genau sagen, woran es lag... aber die zweite und zwei-einhalbte (?) Handlungsebene wirkte irgendwie völlig deplatziert und störend - besonders, weil eben jener Haupt-Erzählstrang mit Thomas & Ray so gelungen war. Auch wenn er zum Teil wichtig für den Handlungsverlauf ist, kommt er zu früh und zu oft vor, in meinen Augen. Das hatte meinen Lesefluss erheblich gestört. Die Übergänge zwischen den Ebenen jedoch hat Barclay wieder genial und manchmal leicht überlappend - aus der exakt anderen Perspektive der jeweiligen Ebene und ihre Figuren - geschrieben, was wirklich pfiffig ist. Das Finale wiederum, in dem alle Stränge zusammenlaufen, ist nahezu exzellent: Nichts zuu lang, aber auch keinesfalls zu kurz, wie es ja viel zu oft bei Thrillern der Fall ist heutzutage. Nein, dieses Finale ist die perfekte Balance aus Länge und Tempo/Spannung. Auch tritt zum äußersten Ende nochmals eine kleine aber bedeutende Wendung zu Tage, die es in sich hat. 


    Alles in Allem ein schwierig zu rezensierendes Buch, das für mich besonders am Anfang quälend zäh zu lesen war, da ich ständig Kapitel überblättern musste und diese den Verlauf der Geschichte viel zu früh beeinflussten. Zum Ende hin wird das Buch wiederum echt gut und eigentlich typisch der Qualität eines Linwood Barclay entsprechend. Daher die gute Mitte von 3 Sternen.

  3. Cover des Buches Schweig für immer (ISBN: 9783426517918)
    Linwood Barclay

    Schweig für immer

     (33)
    Aktuelle Rezension von: RP4

    Ich habe den Vorgänger „ohne ein Wort“ seinerzeit geliebt und wusste gar nichts von einem Nachfolger. Erst vor ein paar Tagen, habe ich ihn entdeckt, da der Autor etwas aus meinem Blickfeld verschwunden war.

    Man muss den Vorgänger nicht unbedingt lesen, aber es ist in jedem Fall hilfreich um die Beziehungstiefen zwischen den Charakteren zu verstehen. Ich habe ebenfalls noch mal zwei Stunden Investiert um mich aufzufrischen.

    Der Schreibstil ist flüssig und flott, sodass man keine großen Phasen der Langeweile riskiert. 

    Auch die Charaktere sind herrlich gezeichnet und mit den entsprechenden Verwebungen zu Teil 1 bestens in Szene gesetzt. Einzig - und hier kommen wir zu, Schönheitsfehler - Cynthias absolute Psychose und Kontrollwahn sind völlig überzogen. Das Drama um ihre Familie wurde aufgeklärt und es war offensichtlich das ein eigens durch den Vater ausgelöstes Familiendrama schuld an allem war. Keine äußeren Mächte, keine AlltagsSituation und doch ist Cynthia 7 Jahre nach den Ereignissen viel zu manisch im Bezug auf ihre Tochter. Auch wird die in der Inhaltsangabe verwendete Bezeichnung „Überfürsorglichkeit der Eltern“ dem nicht wahrheitsgemäß gerecht, denn Terence hat keinerlei Interesse an diesem Wahn, trägt ihn aber seltsamerweise mit. Das wird mir hier zu wenig aufgegriffen. Cynthia ist eine psychotische und unberechenbare Frau,  der man absolut nicht vertrauen kann. Sie sieht permanent Gespenster, erdrückt ihre Tochter jede Sekunde aufs Neue und wenn diese mal eine Wahrheit ausspricht, die der Mutter nicht gefällt, wird sie geschlagen und muss mit Verbrennungen ins Krankenhaus. Sie zieht aus, wann es ihr passt und lebt dann woanders. 

    Dadurch wirkt Terry sehr unglaubwürdig. Welcher Mann kritisiert einen Anderen, dem er sein Leben und das seiner Familie verdankt, für kleinere und größere Gaunereien, oder missbilligt einen leicht ruppigen Teenager der schulisch gefloppt ist, aber bleibt tiefenentspannt wenn die Frau die Tochter schwer verletzt und diese dann den Arzt belügen muss. Er macht alles mit, was seine Frau veranstaltet und sieht nicht, dass die wahre und täglich präsente Gefahr für Grace, ausschließlich durch ihre Mutter existiert.

    Somit können wir die perspektivgebende Figur nicht ernst nehmen und auch nicht mit ihr sympathisieren. Er ist ein Fähnchen im Wind und wie Vince korrekt bemerkt, absolut kein Mann, sondern ein unfassbares Weichei. Er „spielt“ den Vater sobald er mit Grace allein ist, aber ist nur ein jämmerlicher Mitläufer sobald Cynthia da ist.

    das schmälert das Buch doch etwas, aber da besonders Jane und Vince hier die Story tragen, kann man es so eben gelten lassen und der Plottwist (einer von vielen) am Ende macht 5 Sterne weiterhin möglich 

  4. Cover des Buches Kein Entkommen (ISBN: 9783548283487)
    Linwood Barclay

    Kein Entkommen

     (172)
    Aktuelle Rezension von: Sjard_Seliger

    570 pralle Seiten und ein giftgrünes, auffälliges Cover - Das sticht einem als erstes ins Auge, wenn man dieses Buch in der Hand hält.  Ein stellt sich im Nachhinein als Mischform aus einem Krimi, einem guten Thriller und einem familiären Drama heraus, der sich trotz seiner Dicke unglaublich schnell liest. 

    Kurz zur Story (denn diese wird m. E. nur unzureichend im Klappentext wiedergegeben) : David Harwood's Ehefrau Jan verschwindet bei einem Ausflug in der Freizeitpark "Five Mountains" mit dem gemeinsamen 4-jährigen Sohn Ethan spurlos. Bei den anschließenden Ermittlungen deuten alle Zeichen auf David, und so muss er sich einer Mammut-Aufgabe stellen: Einerseits seine verschwundene Frau finden, da ihn die Polizei des Mordes verdächtigt, und andererseits damit seine Unschuld beweisen. Und wiederum steht das  alles in Zusammenhang mit David's Job als lokalem Zeitungsreporter, der dabei ist, einen Bestechungs- und Schmiergeldskandal in der Hirarchie der neuen privat geführten Haftanstalt der Stadt aufzudecken. Schon bald befindet sich David in größter Gefahr... 

    Der Aufbau der Geschichte ist interessant: Hier wird oft, je nach Kapitel, in abwechselnden Perspektiven erzählt. Mal aus der Ich-Perspektive (David - Hauptstory), mal aus der Sicht eines Dritten/Erzählers (Jan - Nebenandlung). Der Inhalt des Klappentextes, also das Verschwinden von Jan im Freizeitpark, dient quasi gerade einmal als Einleitung zur richtigen Geschichte, welche sich hauptsächlich um Davids verzweifelter Suche nach Jan und dem Beweisen seiner Unschuld dreht. Ein paar größere, überraschende Wendungen auchen auf und lassen die Spannungskurve konstant ansteigen. Kurioserweise wird schon im ersten Drittel der vermeintliche Täter genannt und damit eine nette falsche Fährte gelegt, die den Leser zuerst vielleicht enttäuscht oder stutzig macht, dann aber schnell zum Weiterlesen anregt.

    Linwood Barclay's Schreibstil , sowieso die ganze Thematik erinnern stellenweise sehr an Harlan Coben. Nur schreibt Barclay weniger verkopft, sondern irgendwie leichtfüßiger, und vor allem weniger dialogschwer. Ein bisschen mehr Handlung ist auch vorhanden, und trägt maßgeblich zur Spannung bei. Auch wirkt alles durch den familiären Kontext etwas freundlicher und nicht mehr so subtil düster wie bei Coben. Die richtige Dosis Drama & Emotionen, sowie eine stetige Brise ironischen Humors kommen ebenfalls nicht zu kurz und bereichern das Lesevergnügen.

    Die Charaktere sind allesamt sehr schön ausgearbeitet, wenn auch nicht allzu tiefgehend, wenn nicht nötig. Sehr greifbar und authentisch besonders durch den Handlungsort in der US-amerikanischen Kleinstadt Lake George im Upstate New York, einer durchaus idyllischen, ruhigen Gegend nahe der kanadischen Grenze. Man kann sich das dortige Bild dadurch direkt vor Augen malen.

    Kleinere Schwächen wie ein paar Plot holes sind leider vorhanden, und am Ende des Buches blieben diese Fragen offen und sind einem nicht gleichgültig - das macht den Unterschied und gibt Punktabzug. Insbesondere jedoch das Ende bzw. das Finale wirkt arg abgehackt, gekürzt, relativ unspektakulär und nicht richtig zu Ende gebracht. Als hätte der Autor festgestellt, dass er schon fast 600 Seiten geschrieben hat und nun lieber aufhören sollte, weil das Buch sonst zu lang wird... 

    Alles in Allem trotzdem ein gut durchdachter und interessant aufgebauter Thriller mit starken Ähnlichkeiten zu Harlan Coben, nur weniger schwer und verkopft, sondern etwas leichter und familiärer und mit mehr Handlung.



  5. Cover des Buches Weil ich euch liebte (ISBN: 9783426510520)
    Linwood Barclay

    Weil ich euch liebte

     (278)
    Aktuelle Rezension von: Kerry

    Bauunternehmer Glen Garber führt ein glückliches Leben, zusammen mit seiner Frau Sheila und der gemeinsamen 8-jährigen Tochter Kelly. Sicherlich, die Auftragslage seines Unternehmens ist alles andere als entspannt zu bezeichnen, doch bisher gelang es ihm immer, für seine Familie zu sorgen. Um die Familie zu unterstützen, besucht Sheila einen Abendkurs in Buchhaltung, um so zumindest das finanzielle von Glens Firma im Auge zu behalten. Glen freut sich, dass seine Frau sich so engagiert und immerhin stehen ihr mit Buchhaltungskenntnissen auch anderweitig Tätigkeiten offen.


    Doch ein Abend verändert alles. Wie jede Woche ist Sheila bei ihrem Buchhaltungskurs, doch im Gegensatz zu den bisherigen Kursabenden, kommt Sheila an diesem Abend nicht nach Hause. Er macht sich Sorgen und beschließt, seiner Frau entgegenzufahren, immerhin weiß er, welche Strecke sie gewöhnlich nimmt und diese Fahrt wird alles verändern. Er kommt an einem Unfall vorbei, die Straße ist gesperrt. Glen ahnt jedoch, dass seine Frau involviert sein muss und verschafft sich Zutritt und tatsächlich: Sheila ist tot. Laut Aussagen der Polizisten hat sie unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht, bei dem auch zwei Passagiere des anderen Unfallwagens starben.


    Für Glen bricht eine Welt zusammen. Nicht nur, dass er von jetzt auf gleich allein mit seiner Tochter dasteht, auch die Tatsache, dass Sheila, ausgerechnet seine Sheila betrunken Auto gefahren sein soll, kann er nicht glauben. Tatsächlich hat er starke Zweifel an den Ermittlungsergebnissen, doch er hat keinerlei Beweise, die die Unschuld seiner Frau bestätigen. Als auch noch eine Freundin Sheilas auf Glen zukommt und sich erkundigt, ob er eine größere Geldsumme bei ihr bzw. in ihren Sachen gefunden hat, die sie ihr zur Aufbewahrung gegeben hat, hegen sich immer mehr Zweifel in Glen, ob er wirklich weiß, wer seine Frau gewesen ist. Doch so recht mag er nicht an ihre Schuld glauben, denn wenn sich all die Dinge, die nach Sheilas Tod ans Licht gekommen sind, wahr sind, wie konnte er all das all die Jahre übersehen? Als jedoch auch Sheilas Freundin unter mysteriösen Umständen stirbt, ahnt Glen, dass mehr hinter dem Tod seiner Frau steckt, als es den Anschein erweckt ...



    Was ist die Wahrheit? Der Plot wurde überraschend und abwechslungsreich. Wenn ich ganz ehrlich bin, hegte auch ich zwischendrin so meine Zweifel an der Figur der Sheila bzw. meine Zweifel darüber, wer diese Frau wirklich war - liebende Mutter und treue Freundin oder eine eiskalte Egoistin? Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Zur Figur der Sheila vermag ich nicht allzu viel zu sagen, denn ich habe sie einfach nicht gut genug kennengelernt, um zu entscheiden, ob ich sie gemocht hätte oder nicht. Hingegen hat mich die Figur des Glen geradezu verzückt, denn dieser glaubt unabänderlich an seine Frau, auch über ihren Tod hinaus und auch gegen alle vorliegenden Beweise. Eine solch innige Liebe ist so selten und kostbar! Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, auch wenn es zwischendrin doch zu einigen kleineren Längen kam, die jedoch relativ schnell überwunden waren.
  6. Cover des Buches Lügennest (ISBN: 9783426518687)
    Linwood Barclay

    Lügennest

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Auch dieses Buch von Linwood Barclay hat mich wieder total begeistert und ich freue mich auf die beiden nächsten Teile dieser Trilogie. Barclay schafft es immer wieder aufs Neue, mich in seinen Bann zu ziehen – und das, obwohl ich bei ihm natürlich inzwischen hohe Erwartungen habe.

    Lügennest gehört zu einer dreiteiligen Reihe um den fiktiven Ort Promise Falls und ist in sich zwar geschlossen, endet aber dennoch mit einem Cliffhanger. Bis zum Ende ist das Buch spannend und unvorhersehbar. Niemand und nichts ist, wie er oder es auf den ersten Blick scheint. Jeder scheint düstere Geheimnisse zu haben und wer wem welche Gefallen schuldet, will man auch gar nicht so genau wissen. Den Ort „Lügennest“ zu nennen, trifft es perfekt. Fast jeder lügt oder hat Dreck am Stecken. Und all diese Lügen und Geheimnisse sollen natürlich verborgen bleiben. Und dafür ist so mancher auch zum Äußersten bereit. Wer was verstecken und verheimlichen möchte, wird erst nach und nach klar.

    Die Hauptfigur David war mir von Anfang an sympathisch. Er ist nicht gerade vom Glück verfolgt und kehrt aus Boston zurück nach Promise Falls, um sich mehr um seinen Sohn Ethan kümmern zu können. Prompt gerät er in Schwierigkeiten, weil seine Cousine plötzlich ein Baby, das angeblich von einem Engel gebracht wurde, hat und am anderen Ende der Stadt eine Frau tot gefunden wird. Außerdem gibt es noch viele seltsame Ereignisse, bei denen die Zahl 23 eine Rolle spielt. Das wird sich dann wohl erst in Band 2 oder 3 aufklären.

    Spannung pur und so gut geschrieben, dass man einfach immer weiterlesen möchte.

     

  7. Cover des Buches In Todesangst (ISBN: 9783548282718)
    Linwood Barclay

    In Todesangst

     (267)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Tim und Susanne Blake leben getrennt. Die gemeinsame 17jährige Tochter Syd verbringt ihre Ferien bei ihrem Vater und jobbt in einem Hotel an der Rezeption. Dann geschieht das Unerklärbare, Syd verschwindet von einem Tag auf den anderen. Die Eltern sind krank vor Sorge. Tim pfeift auf seinen Job und begibt sich auf die Suche nach seiner Tochter. Er erkundigt sich bei ihrer Arbeitsstelle, doch im Hotel kennt sie keiner. Ihren Freunden hat sie nichts erzählt. Er richtet eine Website ein, verteilt Zettel mit ihrem Foto und befragt Ladeninhaber, die in der Nähe des Hotels ihr Geschäft haben. Keiner hat Syd gesehen. Doch dann kommt Tim selbst in Bedrängnis. Seine Wohnung wird verwüstet, jemand versteckt Drogen in seinem Haus, er stolpert über eine Leiche und entgeht knapp einem Anschlag auf sein Leben. 

    Der Thriller ist mitreißend und spannend geschrieben. Die Gedanken und die Verzweiflung des Vaters kann man gut nach vollziehen, da der Autor die „Ich-Perspektive“ angewandt hat. Handelt es sich hier um eine Krise in der Vater-Tochter-Beziehung oder gibt es andere Gründe, die zu dem Verschwinden von Sydney geführt haben?

    Obwohl zwischendurch die Spannung etwas abflacht, da einige Passagen etwas sehr langatmig geschrieben sind, kommen immer wieder neue Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat, teilweise hatte ich Schwierigkeiten das Buch zur Seite zu legen. Bis zum Schluss stellt sich die Frage, findet Tim seine Tochter oder nicht.

    Linwood Barclay hat einen angenehmen Schreibstil, der sich sehr flüssig lesen lässt. Der Autor ist für mich ein Garant für spannende Thriller.

  8. Cover des Buches Dem Tode nah (ISBN: 9783548267449)
    Linwood Barclay

    Dem Tode nah

     (359)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Es ist ja eigentlich der absolute Horror, was Derek da erlebt. Aber was daraus erwächst ist auch nicht weniger als Horror pur. Es entspinnt sich ein sehr verworrenes Netz aus Intrigen, Informationen und Fehlinformationen, Lügen und Geheimnissen - und dann gibt es noch Mord und Betrug. Mir hat dieses Buch gut gefallen, die düstere Spannung, das rasante Tempo der Handlung. Der Schreib- und Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen. Durch etliche falsche Fährten wird die Spannung immer wieder angeheitzt, da man als Leser ja auch immer wieder seine eigenen Überlegungen revidieren muss. Man bleibt automatisch am Buch, um zu erfahren wie es auf dem neuen Pfad jetzt weitergehen wird. 

    Ein mitreißender und mit vielen Wendungen versehener Thriller, der mich trotz der teils verworrenen Handlung gut unterhalten konnte. Ich vergebe, weil mir das eine oder andere doch ein wenig unrealistisch war 3,5 von 5 Sterne.

  9. Cover des Buches Lügennacht (ISBN: 9783426518694)
    Linwood Barclay

    Lügennacht

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Auf diesen zweiten Teil der Serie um den fiktiven Ort Promise Falls habe ich mich schon sehr gefreut. Aus dem ersten Teil waren ja noch einige Fragen offen... Die Hauptfigur ist in diesem Band der Privatdetektiv Cal Weaver, der von Lucy Brighton beauftragt wird. Ihr Vater ist bei einem schrecklichen Unglück während der letzten Vorstellung im örtlichen Autokino ums Leben gekommen. Nun möchte Lucy, dass Cal etwas ganz Bestimmtes für sie findet.

    Auch David taucht wieder auf, allerdings ist er etwas in den Hintergrund gerückt. Das fand ich etwas schade, denn er war mir viel sympathischer als Cal. Interessant fand ich, dass dieses Mal wieder aus der Ich-Perspektive erzählt wurde, aber nun aus der Sicht von Cal. Ein brillanter Erzähler-Schach-Zug, der neue Spannung bringt.

    In diesem Buch kommen ganz viele neue Handlungsstränge und Fragen hinzu, die wieder nicht geklärt werden. Die große Auflösung ist dann in Band drei zu erwarten. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich dann alle diese Handlungsstränge entwirren und die Fragen klären werden. Band zwei hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

    Barclay schafft es wieder, erneut und noch mehr Spannung zu erzeugen und neugierig zu machen, wie alles zusammenhängt und wer nun der schlimme Serienmörder ist. Vermutungen hat man als Leser ja viele, aber wer Barclay kennt, weiß, dass es nicht so einfach sein kann.

    Auch in diesem Buch zeigt sich wieder, was für ein schlimmer Ort das kleine idyllisch scheinende Promise Falls ist. Man darf gespannt sein auf den Showdown.

  10. Cover des Buches Kenne deine Feinde (ISBN: 9783426522004)
    Linwood Barclay

    Kenne deine Feinde

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Kleine8310

    Lesegrund: 

    Die Thriller von Linwood Barclay lese ich schon seit einigen Jahren und daher konnte auch sein aktuelles Werk direkt mein Interesse wecken. 

    Handlung: 

    In dieser Geschichte bekommt es der Privatdetektiv Cal Weaver mit einem speziellen Fall zu tun. Cal soll als eine Art Bodyguard auf einen 18 – jährigen aufpassen, der alkoholisiert eine Mitschülerin überfahren hat und nun Morddrohungen erhält. Aber weder Jeremy, noch seine Eltern, nehmen die Drohungen ernst, was Cal den Job erschwert. Aber nicht nur die Hexenjagd in den sozialen Medien ist beängstigend. Denn Cal findet nach einer Weile heraus, dass Jeremy gar nicht für den Unfall verantwortlich sein kann …

    Schreibstil: 

    Der Schreibstil von Linwood Barclay ist flüssig und angenehm zu lesen. Ich bin schnell in der Geschichte angekommen und habe das lesen genossen. 

    Charaktere: 

    Den Protagonisten Cal Weaver kannte ich schon aus anderen Thrillern des Autors und ich finde es schön altbekannten Charakteren immer wieder zu begegnen. Aber auch die anderen Charaktere hat Linwood Barclay gut ausgearbeitet.

    Spannung: 

    Der Spannungsbogen in diesem Buch befindet sich die meiste Zeit auf einem mittleren Niveau und ich war stets daran interessiert zu erfahren, wie die Geschichte sich weiterentwickeln würde. 

    Emotionen: 

    Die Emotionen kamen, für mich, vorallem durch die Einstellungen mancher Charaktere des Buches rüber. Die Socialmedia – Hetzjagd ging mir unter die Haut, aber auch der Tod eines jungen Mädchens und die Hintergründe. Die Mischung ist dem Autor hier sehr gut gelungen. 

    “Kenne deine Feinde” ist ein gut aufgebauter Thriller mit Handlungselementen, die berühren. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. 

    Meine Bewertung: 4 von 5

  11. Cover des Buches Tödliche Gaben (ISBN: 9783499257834)
    Silke Jellinghaus

    Tödliche Gaben

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

    Verlag: Wunderlich (18. September 2009)

    ISBN-13: 978-3805208833

    Preis: als Hardcover vergriffen, als Taschenbuch 9,99 €


    Zumeist spannende Weihnachtskrimis bzw. Kurzgeschichten


    Inhalt: 

    11 kurze Weihnachtsgeschichten von 11 verschiedenen bekannten Autoren:

    Simon Beckett

    Oliver Bottini

    Chris Mooney

    Friedrich Ani

    Linwood Barcley

    Leena Lehtolainen

    Felicitas Mayall

    Jay Bonansinga

    Veit Heinichen

    Kate Pepper

    Sebastian Fitzek


    Meine Meinung:

    Mir haben diese mehr oder weniger kriminellen Kurzgeschichten recht gut gefallen. Es war nur eine dabei, mit der ich gar nichts anfangen konnte. Die anderen waren amüsant oder sogar überaus spannend, was ich gar nicht erwartet hatte.


    Eine nette Lektüre für zwischendurch - nicht nur zur Weihnachtszeit.


    ★★★★☆


  12. Cover des Buches Frag die Toten (ISBN: 9783426513729)
    Linwood Barclay

    Frag die Toten

     (74)
    Aktuelle Rezension von: mamenu

    Klapptext

    Keisha schlägt sich als Medium durch.Die junge Frau studiert Todesanzeigen und gaukelt den trauernden Angehörigen vor,Verbindungen zu den Verstorbenen aufnehmen zu können.Natürlich kostet das Geld:5000 Dollar.Die meisten kaufen Keisha die Nummer ab.Auf den ersten Blick auch Wendell Garfield,der verzweifelt nach einer verschwundenen Frau sucht.Doch der schein trügt.

     

    Meine Meinung

    Ich habe schon mehre Bücher von Linwood Barclay gelesen, die mir bis jetzt alle gut gefallen haben. Nur dieses Buch ist irgendwie ganz anders, denn so bin ich das von diesem Autoren nicht gewöhnt.

    Den Anfang dieser Geschichte fand ich noch sehr gut, hier wurde noch richtig die Spannung aufgebaut. Es gibt in dieser Geschichte nur einen Erzählstrang, was ich von diesem Autor nicht so gewöhnt bin. Auch wurde ich am Anfang immer wieder auf eine Falsche Fährte gelockt, was mir persönlich gut gefallen hat. Auch gab es einige Wendungen in dieser Geschichte, die immer wieder bei mir für Spannung beim lesen sorgten. Doch dann irgendwann, beim lesen, fand ich, das der Autor irgendwie schnell mit dem schreiben zum Ende kommen wollte. Denn es gab Handlungen im Buch, die ich nicht immer so nachvollziehen konnte. Einiges fand ich dann doch sehr überzogen und eher unglaubhaft. Die Charakteren fand ich dann auch nicht gerade sympatisch.Irgendwie wurde alle sehr blass dargestellt. Ich kenne sowas nicht von diesem Autor.Trotzdem habe ich das Buch bis zum Ende gelesen, was mich aber auch nicht mehr richtig mit reißen konnte,da es viel zu schnell da war. Diesmal konnte mich dieses Buch nicht überzeugen.

  13. Cover des Buches Lügenfalle (ISBN: 9783426518700)
    Linwood Barclay

    Lügenfalle

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Amilyn
    Nach dem Mord an einer jungen Mutter und dem Skandal um deren Baby und dem Sprengstoffanschlag auf ein Autokino kommt es nun richtig dicke für Promise Falls. Nach dem Genuss von verunreinigtem Wasser sterben die Bewohner wie die Fliegen, und schon bald liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht um eine Unachtsamkeit im Wasserwerk handelt. Zusammen mit all den anderen noch ungeklärten Vorkommnissen sowie den Morden an drei jungen Frauen hat Detective Duckworth alle Hände voll zu tun.


    Die Promise Falls-Trilogie beginnt mit  Lügennest unglaublich stark und wechselt mit jedem Band den Ich-Erzähler sowie die Haupthandlung. Nachdem mich beides in Teil 2 nicht so sehr mitreißen konnte, war ich gespannt, wie und ob mich der Abschluss der Reihe begeistern würde.


    Auch hier geht die Geschichte von Cal Weaver, dem Ich-Erzähler des zweiten Teils, weiter, und auch hier mochte ich seine Handlung am wenigsten. Doch in  Lügenfalle folgt der Leser hauptsächlich Detective Duckworth, der nun kaum noch zur Ruhe kommt. Mit ihm kommt auch der Witz des ersten Teils wieder zurück, den ich in  Lügennacht schmerzlich vermisst habe. Obwohl das vergiftete Wasser und die vielen Tode eine fast endzeitliche Stimmung heraufbeschwören, darf also wieder ab und zu gelacht werden, was mir sehr gut gefallen hat.


    Überhaupt hat mir der Abschluss der Trilogie wieder deutlich besser gefallen als der Mittelteil. Viele liebgewonnene Charaktere, für mich vor allem David Harwood und seine Eltern, tauchen wieder auf und stürzen sich in ihre Nebenhandlungen. Der ehemalige Bürgermeister schwankt zwischen Macht und Menschlichkeit, und es macht Freude zu lesen, für welche Seite er sich immer wieder entscheidet. Darüber hinaus erfahren wir auch, wie es mit dem Baby weitergeht, mit der kleinen Chrystal und wer die dreiundzwanzig ermordeten Eichhörnchen auf dem Gewissen hat.


    Aaaaaber:


    Dafür, dass ich mich noch im ersten Teil sehr darauf gefreut habe, zu sehen, wie die ganzen aufgeworfenen Handlungsstränge zusammenlaufen und alles miteinander verbunden wird, ist mir die Auflösung viel zu lahm geraten. Linwood Barclay stößt den Leser immer wieder in eine Richtung, die ich interessanter und sehr viel logischer gefunden hätte, um am Ende doch ein Ass aus dem Ärmel schütteln zu wollen, das mir einfach nicht gefallen hat. Zudem liefern die handelnden Personen auch noch schnell die tiefenpsychologischen Gründe höchstselbst, falls es der Leser nicht selbst schon begriffen hat. 


    Zudem scheint ihm für den Handlungsstrang seines ehemaligen Protagonisten, David Harwood, die Seiten ausgegangen zu sein, denn der bleibt ordentlich in der Luft hängen. Ich mag es zwar, wenn nicht alles aufgelöst wird und man einfach das Gefühl hat, das Leben der Charaktere geht weiter, doch in dem Fall hat er Harwoods Geschichte in Teil 3 noch einmal ordentlich aufgebauscht, um sie am Ende auf sehr unbefriedigende Art abzuwürgen.


    Übrigens habe ich noch immer nicht begriffen, was der Grund für die Entscheidung war, die Geschichte aus mehreren Perspektiven zu erzählen und dabei jeweils einen Ich-Erzähler herauszupicken. Diese Methode mag ich generell zwar nicht, hat mich hier jedoch nicht gestört. Trotzdem halte ich sie für sinnlos.


    Fazit: Insgesamt mochte ich den abschließenden Teil der Promise Falls-Trilogie sowie die komplette Reihe trotz Höhen und Tiefen sehr gerne. Band Nr. 3 holt den Witz zurück und packt noch einmal eine Schippe drauf, konnte mich aber trotzdem nicht voll überzeugen, weshalb ich 4**** vergebe.
  14. Cover des Buches Ohne ein Wort (ISBN: 9783899642896)
    Linwood Barclay

    Ohne ein Wort

     (25)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry
    Cynthia Bigge ist 14 und ein rebellischer Teenager, als nach einem nächtlichen Streit mit ihrem Vater am nächsten Morgen ihre Eltern und ihr Bruder spurlos und ohne eine Nachricht verschwunden sind. Zunächst glaubt sie, das sei eine Art Strafe für ihr „Ich wollte, Ihr wärt tot!“, doch schnell stellt sich heraus, dass dem nicht so ist. Ihre Familie bliebt spurlos verschwunden. Cynthia wächst fortan bei ihrer einzigen Verwandten, ihrer Tante Tess, auf. 25 Jahre später rollt ein TV-Sender die Ereignisse noch mal auf und löst damit eine Kette von Geschehnissen aus, die Cynthia, ihren Mann Terry Archer und Tochter Grace aus ihrem beschaulichen Leben abrupt herausreißen. Was geschah wirklich in jener Nacht?

    Linwood Barclay hatte ich mit „Nachts kommt der Tod“ für mich entdeckt. Seine Werke haben genau das gewisse Etwas, das ich liebe, das mich fesselt und das immer wieder Überraschungen bringt. Auch bei „Ohne ein Wort“ schafft er es wieder, mich sehr lange von einer falschen Schlussfolgerung in die andere stolpern zu lassen. Er legt so viele Spuren, dass man sich leicht verläuft, doch am Ende passt alles ganz logisch ineinander und zusammen. Die Wendungen sind atemberaubend, das Gesamtbild haut den Leser dann doch um. Als mir endlich dämmerte, wohin das Ganze führt, war ich nahezu unfähig, eine Pause einzulegen.

    „Ohne ein Wort“ startet mit einem Prolog, der die Ereignisse in jener Nacht schildert, als Cynthias Familie verschwunden ist. Terry erzählt danach in der Ich-Form, wie er Cyn kennengelernt hat und schlägt einen Bogen in die Gegenwart, in der alles ins Rollen kommt. Zwischendurch gibt es kurze Kapitel, die mich zunächst ein wenig verwirrten, in denen der Leser den Dialog zweier Personen „belauscht“, die anfangs gar nichts mit der Story zu tun zu haben scheinen. Doch nach und nach wartete ich geradezu auf diese Kapitel. Cynthia ist anzumerken, dass sie das Trauma von damals noch längst nicht überwunden hat. Deshalb sind sie und Terry auch in therapeutischer Behandlung, zumal Cynthia es schwerfällt, die 8jährige Tochter nicht rund um die Uhr zu überwachen. Tochter und Vater versuchen, Cyn ein paar der Ängste zu nehmen, doch diverse Ereignisse boykottieren diese Versuche immer wieder. Kaum ist ein Problem gelöst, taucht das nächste auf und als Leser kann man das (Hör-)Buch kaum zur Seite legen.

    Mir gefällt sehr gut, wie Linwood Barclay es immer wieder schafft, auch weniger nette Zeitgenossen zu Figuren zu machen, die man mag, mit denen man sympathisiert und die man gern ein wenig in Schutz nimmt. Terry als Erzähler ist natürlich grandios, denn er ist durch seine Ehe und Liebe zu Frau und Kind ganz besonders involviert. Der Autor lässt neue Figuren nicht zu gehäuft auftreten und überfordert den Leser nie mit Namen und Personen. Die Suche nach neuen Hinweisen, nach Zusammenhängen und der Wahrheit wird durch Ereignisse angefeuert, die unfassbar, aber sehr real vorstellbar sind.

    Am Ende erwartet den Leser ein fulminanter Showdown, der noch einmal alles kopfstehen lässt. Doch Barclay entlässt den Leser nicht, wie allgemein üblich, einfach so aus der Story. Er liefert noch ein kleines Auslaufen, damit man zur Ruhe kommt und dennoch hallt die Story noch eine ganze Zeit nach.

    Frank Arnold als Sprecher ist die perfekte Wahl. Seine Stimme ist nicht nur äußerst sympathisch, er schafft es auch meisterlich, die humorvollen Passagen (immer wieder stecken kleine Wortwitze u.ä. im Text) so zu transportieren, dass die Spannung nicht verlorengeht. Man könnte es „Galgenhumor“ nennen. Die 675 Minuten sind durchweg interessant und super spannend. Seine Art zu lesen macht aus einem an sich schon großartigen Thriller ein Meisterwerk. Mein Lieblingssprecher liest ein Buch einer meiner Lieblingsautoren – besser geht es kaum! Von mir gibt es die vollen fünf Sterne!
  15. Cover des Buches Nachts kommt der Tod (ISBN: 9783426515969)
    Linwood Barclay

    Nachts kommt der Tod

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Kleine8310

    "Nachts kommt der Tod" ist ein Thriller des Autors Linwood Barclay. Nachdem mir seine "Promise Falls" Trilogie gut gefallen hatte, habe ich mich schon auf dieses Buch des Autors gefreut. In dieser Geschichte begegnet man Cal, dem ich schon in Promise Falls begegnen durfte, aber das Buch lässt sich auch problemlos ohne jegliches Vorwissen lesen, was ich gut finde. 

     

    In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Cal Weaver. Cal ist vor einer Weile aus dem Polizeidienst ausgetreten und arbeitet seitdem als Privatdetektiv. Als er nach einem Treffen mit einem Mandanten in einer regnerischen Nacht auf dem Weg nach Hause ist und kurz auf einem Parkplatz hält, bittet ihn eine nervöse, junge Frau ihn mitzunehmen. Cal schwankt, aber als die junge Frau erwähnt, dass sie seinen Sohn kannte, lässt er sie einsteigen.

     

    Bei einem Zwischenstop an einem Fast Food Laden, steigt eine andere junge Frau wieder bei ihm ein. Was für ein Spiel treiben die Mädchen? Aber nicht nur die Anhalterin ist ab diesem Abend spurlos verschwunden, sondern auch ihre Freundin, die als zweites bei Cal eingestiegen war, wird kurze Zeit später tot aufgefunden. Und Cal ist plötzlich dringend tatverdächtig ...


    Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Linwood Barclay hat einen klaren und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir sehr gefällt und mit dem ich mich beim Lesen wohlfühle. Besonders mag ich, dass Herr Barclay, die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten Cal Weaver erzählt. Das finde ich hier super passend. Die Handlung besticht durch verschiedenen Handlungsstränge, die sich erst nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen lassen. 


    Die Charaktere hat der Autor liebevoll und detailliert ausgearbeitet, was ich toll fand. Nicht nur der Protagonist besticht durch verschiedenste Besonderheiten, sondern auch die Nebencharaktere haben Eigenschaften oder Merkmale, die sie nicht gleich wieder in Vergessenheit geraten lassen. Den Spannungsbogen hat Linwood Barclay, besonders durch die verschiedenen Handlungsstränge, sehr lange recht hoch aufrechterhalten. Das Spannungsniveau ist allerdings eher auf einem mittleren Level und es gibt vielleicht ein bis zwei Spannungsanstiege und ein spannendes Finale am Ende des Buches. 


    Die Themen in dieser Geschichte sind vielseitig. Es geht um junge Liebe, Polizeigewalt, persönliche Verluste, Selbstjustiz und anderes. Diese Mischung ist super abwechslungsreich und trägt dazu bei, dass ich stets mit Interesse weitergelesen habe. Die Emotionen bringt der Autor authentisch und lebensnah rüber, sodass es schon ein paar Momente gab, in denen ich, beispielsweise mit dem Protagonisten, mitgelitten habe. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Thriller von Herrn Barclay.


    Positiv: 

    * vielschichtige Handlung mit interessanten Erzählsträngen

    * schöne Darstellung der Charaktere

    * gute vielseitige Themeninhalte

    * solide gehaltener Spannungsbogen


    Negativ: 

    * es gab vielleicht ein zwei Passagen, die mir etwas zu langatmig waren, aber das ist

       meckern auf hohen Niveau


    "Nachts kommt der Tod" ist ein spannender Thriller, der mich vorallem durch die interessanten Charaktere und die abwechslungsreichen Themeninhalte sehr gut unterhalten hat!

  16. Cover des Buches Fenster zum Tod (ISBN: 9783899644685)
    Linwood Barclay

    Fenster zum Tod

     (13)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry
    Ray Kilbride kümmert sich seit dem Tod des gemeinsamen Vaters um seinen Bruder Thomas. Dieser ist zwar schon über 30, doch ist er in psychiatrischer Behandlung. Er leidet an Schizophrenie. Seine Tage verbringt er damit, an drei Monitoren alle Städte und deren geographischen Besonderheiten quasi auswendig zu lernen. Er ist davon überzeugt, für die CIA zu arbeiten. Eines Tages werden alle Papierkarten verschwunden sein und nur er, mit den Karten in seinem photographischen Gedächtnis, kann der Regierung dann noch helfen. Die Seite Whirl360, eine Art Google Earth, ist deshalb seine Welt. Hier entdeckt er eines Tages einen Kopf in einer Tüte in einem Fenster und ist beunruhigt. Da er nicht aus dem Haus will und ihm sowieso keiner glauben würde, überredet er Ray, nach New York zu fahren und zu sehen, was er über das Haus, die Wohnung und die Bewohner erfahren kann. Ray hilft ihm widerwillig. Was er erfährt, ist seltsam genug, aber dann verschwindet das Bild aus dem Netz und Thomas und Ray geraten in Gefahr …

    Linwood Barclay hat nicht nur Hitchcocks „Fenster zum Hof“ genial neu erfunden, sondern auch noch Humor in einen super spannenden Thriller gepackt. Jedenfalls musste ich sehr oft sehr breit grinsen, teils sogar lachen. Doch das darf man nicht falsch verstehen, denn diese Stellen lassen den Thriller nicht ins Lächerliche gleiten, sondern erhöhen noch zusätzlich den Thrill und die Spannung. Das ist einfach genial! Es ist Situationskomik, die wunderbar realistisch ist und den Leser bzw. Hörer noch mehr in den Bann zieht.

    Auch eine kleine Romanze ist in diesem Thriller versteckt. Diese nimmt aber nicht so viel Raum ein, als dass sie störend wirken würde. Die Dosis ist exakt bemessen, um perfekt zu passen.

    Sehr gelungen finde ich die verschiedenen Erzählstränge. Sie sind in unterschiedlichen Erzählperspektiven gehalten, sodass noch mehr Abwechslung dazukommt. Mich hat das sehr angesprochen und gerade beim Hörbuch hilft es sehr, die Stränge auseinanderzuhalten.

    Die Charaktere sind wunderbar gestaltet. Besonders Julie, eine ehemalige Schulfreundin von Ray, inzwischen Reporterin, ist hier zu erwähnen. Sie bildet das Bindeglied zwischen Ray, der seinen Bruder oft versehentlich und unbewusst unfair behandelt, und Thomas. Durch sie wird die Bindung der beiden eine andere. Ray selbst, den man anfangs als sehr anstrengend empfindet, wächst so auch dem Leser/Hörer immer mehr ans Herz und irgendwann staunt man, wozu sein Hobby tatsächlich taugt. Die Verwicklungen und Wendungen, die zunächst verwirrend erscheinen, ergeben am Ende einen unglaublich stimmigen Sinn. Der Showdown ist fulminant und rund, das Ende gut ausgearbeitet und für einen Thriller erstaunlich ruhig. Dennoch passt es wunderbar und überzeugt durch die Realitätsnähe.

    Ich mag Frank Arnold als Sprecher sehr, doch hier gibt er Thomas eine total nervige Lautstärke und Tonlage. Auch wenn Thomas an Schizophrenie leidet, ist diese Art von Betonung für ihn nicht passend. Das klingt eher nach einem hysterischen Autisten oder aufgedrehtem Mann mit Down-Syndrom – aber selbst für diese beiden wäre das noch zu krass. Dadurch wirkt Thomas, der meiner Meinung nach sehr intelligent ist, als sei er „zurückgeblieben“. Mir tun die Passagen für/mit Thomas extrem in den Ohren weh.

    Dennoch mag ich keinen Stern abziehen, denn der Thriller hat mir extrem gut gefallen und ich finde die Grundidee sowie die Umsetzung äußerst gelungen. Ich habe das Hörbuch in nur zwei Sitzungen gehört, so sehr hat es mich gefesselt. Linwood Barclay hat mich wieder einmal komplett mitgerissen und überzeugt. Deshalb gebe ich die vollen fünf Sterne.
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