Bücher mit dem Tag "literatur vor 1945"

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84 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783596907205)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

     (4.076)
    Aktuelle Rezension von: Geerthi

    Das Buch Stolz und Vorurteil von Jane Austen ist ein zeitloser Klassiker. Ich habe dieses bereits mehrmals gelesen. Gesellschaftlicher Druck ist ein Thema, die heute noch weit verbreitet ist. Ich kann dieses Buch jeden weiterempfehlen!

  2. Cover des Buches Sturmhöhe (ISBN: 9783423143554)
    Emily Brontë

    Sturmhöhe

     (1.815)
    Aktuelle Rezension von: Miii

    Sturmhöhe erzählt in erster Linie von der Liebesgeschichte von Catherine und Heathlcliff. Einer Liebe, die man in heutigen Zeiten vermutlich "toxisch" nennen würde, denn sie ist so zerstörerisch, so düster und so herabziehend, dass sie nicht nur Catherine und Heathcliff in den Wahnsinn treibt, sondern ihr gesamtes Umfeld über Generationen hinweg ins Unglück zu stürzen scheint.


    Ich kann nicht genau sagen, was so unglabulich an diesem Buch fasziniert.

    Die Hauptcharaktere sind schlichtweg unsympathisch, keine Frage. Heathcliff ist zerstörerisch, unheimlich, egoistisch und offenbar von Hass zerfressen. Catherina ist... verrückt(?), sadistisch, ich bezogen und schlicht und ergreifend hysterisch. Lange Zeit fand ich es schwer vorstellbar, dass diese beiden Charaktere überhaupt jemanden lieben können. Beide sind kompliziert, verbissen und auf ihre ganz eigene Art vom Leben gezeichnet.

    Das Setting ist düster und deprimierend. Hier geschehen viele Unglücke, Menschen werden (bewusst) sowohl körperlich als auch seelisch verletzt, ausgegrenzt und ausgenutzt. Alles dreht sich um Heathcliff und Catherine, beide sind maximal fokussiert aufeinander, wobei ich manchmal nicht einschätzen konnte, ob die beiden sich wirklich lieben oder darauf aus sind sich gegenseitig zu zerstören. 


    Aber alle diesem negativem Inhalt zum Trotz fasziniert das Buch und es schlägt den Leser in einen so tiefen Bann, aus den man sich nicht befreien kann. Es lässt sich unglaublich flüssig und leicht lesen, man hängt sich nicht an ungewöhnlichen oder altmodischen Formulierungen auf und auch der Wechsel der Erzählers geht so glatt, dass man nicht ins Stocken gerät.

    Die Liebe zwischen Catherine und Heathcliff ist fesselnd. Ihrem Egoismus und seiner Bosheit zum Trotz, allen gesellschaftlichen Konventionen entgegen, trotz aller Widrigkeiten und Gemeinheiten scheint nichts ihre Gefühle füreinander zerstören zu können und ich glaube, das ist es letzten Endes, was einen als Leser so fesselt. Das man trotz allem das Gefühl bekommt, dass Hoffnung besteht und dass sich der Kampf lohnt.

    Große Klasse!

  3. Cover des Buches Im Westen nichts Neues (ISBN: 9783462046335)
    E.M. Remarque

    Im Westen nichts Neues

     (1.174)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe das Buch sowohl in der neunten Klasse als auch in der Universität im vierten Semester gelesen (ich studiere Germanistik/Geschichte). Beide Male wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig dieses Buch ist und wie wichtig es auch ist, sich mit diesem auseinanderzusetzen.

    Es handelt sich nicht um eine biografische Erzählung, jedoch um eine Erzählung, die repräsentativ für die Erlebnisse der Soldaten im Ersten Weltkrieg stehen kann. Als Leser erhält man einen Eindruck, wie sich die Soldaten an der Front gefühlt haben, wie sie damit umgegangen sind, dass sie keinen persönlichen Bezug mehr zu den Gegnern hatten, und wie sie damit umgegangen sind, als sie dem Gegner erstmals von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und realisieren, dass sie genauso Menschen sind wie sie selbst.

    Verluste, Umgang mit Entfremdung (vor allem in der eigenen Heimat und auch in Bezug auf die Gegner) und der Kampf ums Überleben sind zentrale Themen des Romans.

    Der Protagonist Paul steht nicht für ein einziges Individuum, sondern für viele Soldaten im Ersten Weltkrieg, die gemeinsam diese Erfahrungen gemacht, gelitten und ihre Seelen und ihre Leben geopfert haben.

    Selbst, nachdem ich den Roman zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich sagen, dass es für mich immer noch ein 5-Sterne-Buch ist.

  4. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.678)
    Aktuelle Rezension von: Lisaleseratte

    Im Buch der Vorleser geht es um die geheime leidenschaftliche Affäre zwischen dem 15-jährigen Michael und um eine viel ältere Frau namens Hanna. Bevor sie miteinander schlafen, muss er ihr vorlesen. Eines Tages gehen beide eigene Wege und keiner ahnt wann und wo sie sich wieder treffen, denn Hanna hat einige tiefe Geheimnisse.

    Das Buch thematisiert eine außergewöhnliche Liebesbeziehung, Analphabetismus, sowie ein historisches Verbrechen in der Kriegszeit.

    Die Geschichte wurde in der Ich-Erzählung verfasst, somit erhält man keinen konkreten Einblick in die weibliche Protagonistinnen Rolle,  jedoch empfinde ich dieses Buch als sehr ergreifend und besonders. Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, da dieses Buch den Leser zum Nachdenken anregt, da viele offene Fragen verbleiben. Ich denke soll auch der Sinn dieses Buches sein. Das Ende ist sehr überraschend.

  5. Cover des Buches Frankenstein (ISBN: 9783717523703)
    Mary Shelley

    Frankenstein

     (478)
    Aktuelle Rezension von: A_Kaiden

    Frankenstein ist einer der bekanntesten Klassiker und daher musste ich ihn auch unbedingt mal lesen. Leider hat es sich für meinen Geschmack sehr in die Länge gezogen. 

    Das Monster konnte ich nur zu gut verstehen. Es wird sofort nach seiner Erweckung vom Schöpfer Frankenstein verstoßen, ist durchweg einsam, hilft den Menschen und wird als Dank verachtet, geschlagen und versucht zu ermorden. Nach vielen gescheiterten Versuchen mit den Menschen Kontakt zu knüpfen, wünscht es sich schließlich nur eine Lebensgefährtin, die sein Dasein mit ihm fristet. Da ihm dies von seinem Schöpfer verweigert wird, beginnt sein mörderischer Rachefeldzug.

    Fazit: Die Sprache ist eine ältere und ich musste mich erst einmal reinlesen, um damit warm zu werden. Mit dem Monster konnte ich wunderbar mitfühlen, doch bei Frankenstein selbst fehlte mir fast jegliches Verständnis. Er verurteilt seine Schöpfung von dem Augenblick an, als es die Augen aufmacht. Er flieht und lässt es unwissend und allein zurück. Das war bereits der erste Punkt, der mich sehr störte und den ich nicht nachvollziehen konnte. Leider zieht sich sein Verhalten bis zum Schluss. 

    Interessante Idee, aber leider für mich charakterlich nicht ganz nachvollziehbar und auch etwas zu berechenbar im Mittelteil.

  6. Cover des Buches Weiße Nächte (ISBN: 9783458345343)
    Fjodor M. Dostojewski

    Weiße Nächte

     (175)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Ein Mann lernt eine Frau kennen.  Nicht auf klassische Weise. Viele Gedankenspiele und innere Zerrissenheit tragen beide mit sich.  Die Liebe zu Petersburg sowie zu seinen Charakteren wird deutlich. Es ist verträumt schön und gleichzeitig realistisch-traurig.

  7. Cover des Buches Maria Stuart (ISBN: 9783518188538)
    Friedrich Schiller

    Maria Stuart

     (550)
    Aktuelle Rezension von: Woerterschloss_

    Schulbuch, Pflichtlektüre... Naja, normalerweise kann mich das, was ich für die Schule lesen "muss" tatsächlich nicht so überzeugen. Nicht, dass ich die Romane/Dramen schlecht finde, auch kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen, warum vieles "älteres" heutzutage noch gelesen werden soll, aber die Geschichten konnten nie dieses brennende Begeisterung in mir wecken, die mich privat dazu bringt, Seite um Seite umzublätter, ohne zu merken wie die Zeit vergeht, gar zu vergessen, dass ich überhaupt lese, und die Figuren nicht nur vor meinem inneren Auge lebending werden, sondern tatsächlich neben mir zu stehen scheinen. "Maria Stuart" war aber wider Erwarten anders als die Schullektüren, die ich bisher gelesen habe. 

    Zugegebenermaßen war ich anfangs recht skeptisch, denn das Lesen von Schillers "Die Räuber" war wirklich ein Kraftakt für mich und auch als ich die ersten Szenen dieses Dramas gelesen habe, hat mir die nicht so leicht zugängliche Sprache zu schaffen gemacht und vor allem wie unfassbar lang ich fürs Lesen gebraucht habe. Auch dass Figuren an verschiedenen Stellen anderes genannt wurden oder über sie gesprochen wurde, während sie nicht anwesend oder überhaupt noch nicht aufgetreten waren, hat es kompliziert gemacht. Das fehlende geschichtliche Hintergrundwissen hat das Ganze nicht vereinfacht.

    Mit diesen Schwierigkeiten bin ich allerdings zunehmend gut zurecht gekommen, was den Lesefluss natürlich ungemein verbessert hat. Ich habe angefangen, weit über die vorgegebenen Szenen hinauszulesen, weil ich tatsächlich wissen wollte, wie es weiter geht. 

    Auch für die Figuren sind immer lebendiger geworden, sodass ich nicht wie anfangs verwirrt war, sondern ein Gefühl für sie bekommen habe, sie einschätzen konnte und gespannt war, welche Entscheidungen sie treffen würden.

    Was auch zu meinem Vorteil war, war, dass mir Schauplatz und Handlungszüge nicht so fremd waren, da ich auch sonst sehr gerne Romane lese, die an Königshöfen spielen, in denen Intrigen und Macht, Familie und Liebe eine große Rolle spielen. 

    Auch das sie Emanzipation der Frau eine so große Rolle gespielt hat, hat mir sehr gut gefallen, da ich das nicht erwartet hätte - gerade da es sich um so ein "altes" Drama handelt. Jedoch waren Maria und Elisabeth beides starke Frauenfiguren und insbesondere erstere auch in anderen Bereichen ein Vorbild. 

  8. Cover des Buches Der Sandmann (ISBN: 9783423026840)
    E. T. A. Hoffmann

    Der Sandmann

     (698)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    》INHALT:

    „Aber die gräßlichste Gestalt hätte mir nicht tieferes Entsetzen erregen können, als eben dieser Coppelius. – Denke Dir einen großen breitschultrigen Mann mit einem unförmlich dicken Kopf, erdgelbem Gesicht, buschigten grauen Augenbrauen, unter denen ein paar grünliche Katzenaugen stechend hervorfunkeln, großer, starker über die Oberlippe gezogener Nase. Das schiefe Maul verzieht sich oft zum hämischen Lachen; dann werden auf den Backen ein paar dunkelrote Flecken sichtbar und ein seltsam zischender Ton fährt durch die zusammengekniffenen Zähne.“

     

    》EIGENE MEINUNG:

    Vor vielen Jahren schon hat dieses kleine Reclam-Büchlein seinen Weg zu mir gefunden und wurde nun endlich zu meinem Halloween-Lesenacht-Buch 2020. Verbunden habe ich damit zuvor Horror, Grusel und den Namen E. T. A. Hoffmann. Mehr wusste ich tatsächlich nicht und habe entsprechend auch nur den Text auf dem Buchrücken als Inhaltsangabe hier übernommen, um auch anderen Lesern nicht vorzugreifen. Einzig noch der Hinweis, dass es sich dabei um eine „Erzählung in der Tradition des Kunstmärchens der Schwarzen Romantik (häufig auch als Schauerroman bezeichnet)“ handelt.

    Das erste was sofort auffällt ist der Schreibstil dieser Geschichte – erstmals 1816 veröffentlicht (ohne bestimmte Autorenangabe in Berlin als erste Erzählung in dem Zyklus Nachtstücke). Die Sätze sind teils recht lang, die Wörter oft anders geschrieben als wir es heute gewohnt sind und einige waren mir sogar gänzlich unbekannt. Trotz dieser etwas erschwerenden Umstände konnte mich die Geschichte schnell gefangen nehmen. Sie ist auf ihre Art spannend und faszinierend.

    Einen großen Anteil daran hat der Beginn der Geschichte, der aus 3 Briefen besteht, in denen Nathaniel – der Hauptcharakter – engen Freunden seine (Grund-)Lage schildert. Schnell wird man so mit den Charakteren bekannt gemacht und ebenso wie Nathaniel mit dem Mythos des Sandmannes in Berührung kam, welcher sein Leben für immer verändern sollte. Im Anschluss wird der Fortgang der Geschichte von einem fiktiven Erzähler weiter dargelegt.

    Hier kann ich guten Gewissens und mit etwas Erleichterung sagen: Es ist ein schönes Buch für die Halloween-Nacht, ruhig einschlafen konnte ich im Nachgang trotzdem! Der Grusel und Horror dieses Buches liegt nicht in persönlichen Ängsten, sondern in der Frage nach Wahrheit, Täuschung und Wahnsinn. Nathaniel ist definitiv nicht als sympathische Hauptfigur angelegt, dennoch ist man gespannt, man rätselt mit und ist nah an seinen Erlebnissen.

    Nach den 43 Seiten Haupthandlung schließt sich ein größerer Anhang an. Dieser enthält eine Editorische Notiz, ausführliche Anmerkungen, Literaturhinweise, sowie ein Nachwort. Spannend war für mich durchaus Letzteres, das viele Interpretationen, Hinweise und Motive des Autors darlegt, z. B. Kritik an Rollenbildern dieser Zeit. Die Erzählung ist derart vieldeutig, wie es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht. Sie ist durchaus abstrus, aber trotzdem wohldurchdacht in ihrem Aufbau oder beispielsweise mit dem wiederkehrenden Augenmotiv, der Projektion einer Schauergestalt auf die Realität oder Schlüsselmomente einem traumatischen Erlebnis der Kindheit.

     

    》FAZIT:

    Diese faszinierende Erzählung hat einen tollen Aufbau und bietet vielfache Interpretationsmöglichkeiten, die es verdienen sich genauer mit ihnen auseinander zu setzen. Trotzdem ist es auch eine kurze Lektüre, wenn man sich mal wieder an einen Klassiker wagen möchte. Vor schlaflosen Nächten muss man, meiner Meinung nach, hier keine Sorge haben!

  9. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783764171186)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

     (681)
    Aktuelle Rezension von: dieNachteule

    Ich verzichte einmal darauf eine weitere Inhaltsangabe zu schreiben und möchte sogleich zu meinem Resümee gelangen. Zugegebenermaßen habe ich den Roman ,,Oliver Twist“ aus nur einem Grund gelesen, und zwar, dass es sich hierbei um einen Literaturklassiker handelt, der den Leser aufklärt über das alltägliche Leben bestimmter Gesellschaftsschichten im viktorianischen Zeitalter Großbritanniens. Gleichermaßen handelt es sich um das erste Werk, welches ich von Dickens gelesen habe. 

    Die altmodische Sprache stellt kein Stolperstein da, der Lesefluss wird dadurch nicht beeinträchtigt. Schachtelsätze, die Orte, Situationen oder Figuren detailreich schildern, sind vorherrschend. Dasselbe gilt für die Dialekte gewisser Figuren, die überwiegend vorzufinden sind. Diese beiden Aspekte haben dafür gesorgt, dass ich mich durch manche Kapitel regelrecht durchkämpfen musste. Möglicherweise hätte ich das nicht getan, wenn die Geschichte spannungslos gewesen wäre. Anlässlich der Haupt- und Nebencharaktere kann ich behaupten, dass Oliver Twist in seinem Leben eine enorme Menge an Menschen kennenlernt, welche ebenfalls weitere Bekanntschaften schließen. Infolgedessen geben prinzipiell die Nebencharaktere Aufschluss über das Leben des Waisenkindes, zugleich werden deren Schicksale mal mehr und mal weniger beleuchtet. Jedenfalls wurde ich mit vielen Eindrücken und Lebensgeschichten überhäuft, sodass diese Mehrsträngigkeit meine Konzentrationsfähigkeit herausgefordert hat – und das ist gut so.
    Die Darstellung dieses Zeitalters ist meisterlich, deshalb hat sie mich des Öfteren in schieren Schock versetzt. Die düstere Atmosphäre, die sich über mehr als die Hälfte des Romans erstreckt, hat mir gut und gerne zugesetzt. Das trifft auch auf die Verhältnisse, in denen Oliver seine ersten Lebensjahre verbringt, zu. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, wenn er an Personen geraten ist, die ihm ausnahmsweise nichts Böses wollen, doch stets mit einer Spur von Misstrauen. 

    Alles in allem bin ich ebenfalls der Meinung, dass das Buch mit Sicherheit empfehlenswert ist, um einen Einblick in die britische Gesellschaft des neunzehnten Jahrhunderts zu bekommen. Nichtsdestotrotz reden wir hier von einem Roman, der zum Nachdenken anregt und keinen einfachen Lesegenuss für zwischendurch darstellt. 

  10. Cover des Buches Faust (ISBN: 9783520863010)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Faust

     (3.355)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Ein Mann im Kampf mit einem Wesen des reinen Bösen, das sich teils in ihm festgesetzt hat. - Nein, ich meine nicht Harry Potter, obwohl die Überschneidungen durchaus vorhanden sind. Ich spreche von Faust, Heinrich Faust. Die bekannteste Figur der deutschen Literatur, ein Schülerschreck und Lehrerliebling.

    Inhalt Erster Teil -recht humorvoll 😉 Spoiler unvermeidlich

    Doktor Faust, ein Universalgelehrter, ist auf der nie endenden Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Die Suche nach dem Sinn des Lebens, den wissenschaftlichen Zusammenhängen, dem großen Ganzen beschäftigt ihn wie auch Lord Voldemort der Stein der Weisen im ersten Harry-Potter-Teil. Da hilft auch kein Frühlings-Spaziergang mehr. Kein Wunder, dass er einwilligt, als ihm Mephistopheles (ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft) ein Angebot machte, dass Faust nicht ablehnen kann. Und worin liegt der Sinn des Lebens für einen Mann, der schöne Augenblick zum Verweilen in der Midlife-Crisis? Genau - unter dem Rock einer tugendhaften (14 Jahre!) jungen „Frau“. Ein kleines Abenteuer im Stil einer Schüler-Lehrer-Beziehungs-Story (oder sollte ich besser Schüler/Professor-Beziehung sagen?) ist ihm sogar seine Seele wert. „Wird ich zum Augenblicke sagen, /verweile doch! du bist so schön!“ Mephistopheles, der auch ein großer Hundefreund ist, nimmt die Herausforderung an und bringt den Doc zur Crazy-Cat-Witch. Nach einem Zahlen-Zauberspruch aller Pipi Langstrumpf spricht Faust aus, was sich der Leser denkt: „Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.“ (Mein Lieblingszitat) Durch einen Zaubertrank wird Faust zum Sexiest Man Alive. (Was da wohl drin ist?-Vermutungen in die Kommentare bitte) Durch Schmuck korrumpiert entbrennt das junge Ding in heißer Liebe, bei deren Beschreibung sich jeder New-Adult-Autor die Finger leckt. Ihr „Busen drängt sich nach ihm hin, will fassen und halten ihn.“ Doch dann geschieht es, Gretchen stellt Faust die alles entscheidende Frage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Trotz den atheistischen Ausführungen passiert, was passieren sollte. Die Konsequenzen trägt das naive Mädchen, der rosa-rote Schleier fällt, die Mutti ist tot, der alte Doktor macht sich aus dem Staub. Von ihrem Bruder beleidigt und verurteilt für Kindsmord endet Gretchens Leben ausgesöhnt mit ihrem Liebhaber und doch moralisch gerettet. Und der Faust? -"Nun steh ich da, ich armer Tor und bin so klug, als wie zuvor."

    Und die Moral von der Geschicht‘? – Eine Übertragung auf die heutige Realität/ die heutigen Probleme der Menschheit

    Höher, schneller, weiter – das menschliche Streben ist unendlich. Dabei bleibt die Moral auf der Strecke. Fortschritt um des Fortschritts Willen, Globalisierung, Massenkonsum -all das rächt sich früher oder später. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer; Umweltkatastrophen häufen sich; die Ressourcen verknappen; Pandemien beenden nicht nur Leben, sie verändern auch die Gesellschaft. Die Natur findet immer einen Weg. Die Rechnung ist aufgestellt, jetzt muss sie bezahlt werden. Die Menschheit an der Stelle des Fausts ist zum Handeln aufgefordert. Der Pakt mit dem Teufel ist geschlossen. Wie wird es enden? Spoileralert: Faust ist am Ende der Tragödie des zweiten Teils errettet (durch den Eingriff von der tugendhaften, treuen Gretchen, dem Ewig-Weiblichen), Mephisto bekommt ihn nicht in die Hände. Das lässt hoffen. 

    Ich finde, Goethes Faust erster Teil liest sich heute genauso modern wie im 19. Jahrhundert. Es ist ein zeitloses Werk, das zu Recht seinen Platz im Kanon der Weltliteratur hat. 

    Der zweite Teil (posthum veröffentlicht) ist deutlich sperriger als der erste. So ist das mit Sequels, sie kommen nie an den ersten Teil ran. Zwanzig Jahre trennen die beiden Teile, diese Lebenserfahrung macht sich bemerkbar. Die Vielzahl an Figuren lähmt den Handlungsfortschritt. Die ausgedehnten Dialoge ermüden, auch wenn man sich gut mit der griechischen Mythologie auskennt. Da muss der Leser sich schon überwinden und aufgeschlossen sein. Tipp: Mit einem Hörbuch wird es leichter -nicht angenehmer, aber leichter.

    Ein paar berührende Zitate und geflügelte Worte lassen sich auch im zweiten Teil finden:

    Alles ist sodann gefunden: /Ich bin dein, und du bist mein;/ Und so stehen wir verbunden, / Dürft es doch nicht anders sein! (S. 297)

    Denn es muss von Herzen gehen, / was auf Herzen wirken soll. (S.296)

    Hast du die Sorge nie gekannt? -Bin nur durch die Welt gerannt (S.348)

    Das ist der Weisheit letzter Schluss:/Nur wer verdient sich Freiheit wie das Leben, / Der täglich sie erobern muss. (S.353)

    Autor + Schreibstil

    Goethe ist ein Menschenkenner, ein genialer Dichter und nicht unbegründet einer der großen Urgesteine der deutschen Poetik. Was hat der Mann in seinem Leben eigentlich nicht geschafft? Jeder kennt ihn. Seine Zeilen wurden zu geflügelten Worten – ein Stück Unsterblichkeit.

    Ich habe einige der Faust-Zitate versucht im Inhalt wiederzugeben/ auf sie anzuspielen. Selbst wenn einem die Lektüre bisher verwehrt wurde, kennt jeder die Formulierungen. Manche haben ihren Sinn behalten, einige werden heute in sinnentfremdenden Kontexten widergegeben. Das macht für mich zum Teil auch den Reiz von Klassikern aus.

    Jeden Frühling- the same procedure as every jear-, ist es für mich persönlich zur Tradition geworden, Goethes Verse zu rezitieren: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche /Durch des Frühlings holden belebenden Blick; […] Zufrieden jauchzet Groß und Klein:/ Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“

    Meine Ausgabe

    Der Diogenes Verlag hat 1982 in kompakter Form beide Teile von Goethes Faust mit einem Nachwort von Thomas Mann veröffentlicht. So wie ich den Faust in meiner Rezension in die heutige globalisierte Postmoderne übertragen habe, stellt Mann ihn in den Kontext des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit. In dem Nachwort, einer Rede aus dem Jahr 1945, urteilt der Autor, der sich selbst am Faust-Stoff versucht hat, wie folgt: „Unser größtes Gedicht, Goethes >>Faust<<, hat zum Helden den (…) Gottesmenschen, der sich aus vermessenem Erkenntnistriebe der Magie, dem Teufel ergibt. (…) Ein einsamer Denker und Forscher, ein Theolog und Philosoph in seiner Klause, der aus Verlangen nach Weltgenuß und Weltherrschaft seine Seele dem Teufel verschreibt, -ist es nicht ganz der rechte Augenblick, Deutschland in diesem Bilde zu sehen, heute, wo Deutschland buchstäblich der Teufel holt?“ Dazu muss ich aber auch anmerken, dass sich das Nachwort nicht ausschließlich auf Goethes Text bezieht, es beleuchtet viel mehr die deutsche Geschichte, den historischen Gedanken von Nation und Volk in der Rezeption.

    Fazit

    „Unser größtes Gedicht“ urteilt Thomas Mann über Goethes unsterbliches Lebenswerk FAUST. DER TRAGÖDIE ERSTER UND ZWEITER TEIL. Die Tragödie in Versform besticht durch eine zeitlose Story und lebensnahe Charaktere. Ein Must-have in jedem Klassiker-Regal auf der Welt, ein deutsches Kultur-Gut mit Alleinstellungsmerkmal! Zwei Seelen wohnen ach! In meiner Brust: Zum einen finde ich den ersten Teil so bedeutend und menschennah, zum anderen habe ich so meine Probleme mit dem zweiten Teil -Daher 4 von 5 Sternen für das Konvolut.

    Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich nun auch endlich Taten sehn! Lest es und bildet euch selbst eine Meinung 😊

     

    Faust. Der Tragödie erster und zweiter Teil. Mit einem Nachwort von Thomas Mann| Johann Wolfgang Goethe| Diogenes Taschenbuch| 1982| 14,90 DM (Ja, das Buch hat noch Deutsche Mark gekostet – Ich habe es allerdings vor ein paar Jahren im Tauschregal ergattern können)

  11. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783962816490)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

     (1.864)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Meine Erwartungen für das Buch waren enorm. Ein Klassiker mit einer Idee, die von vielen Autoren beneidet wird. Es ist eines der Bücher, die man einmal im Leben gelesen haben muss, das in meiner Liste ganz oben stand, doppeltgestrichen und mit sechszehn Rufzeichen. Ich wurde enttäuscht. Nicht nur das, es kam mir so vor, als würde der Autor seine großartige Idee und einen tollen Anfang vergeuden.

    Stellenweise ist das Buch langatmig. Die Dialoge ziehen sich dahin, mittendrinn erzählt der Autor über das Sammler-Hobby von Dorian Gray, schildert von all seinen Errungenschaften, deren Schönheit zwar in der Beschreibung liegt, aber deutlich schnell ihre Faszination verliert. Meistens spielt die Geschichte bei einer Teeparty ab, in der die Figuren herumschwaffeln.

    Der Anfang war wirklich gut. Das war alles so interessant, die Dialoge funktionierten, Dorians Liebe für die Schauspielerin hat mich begeistert. Ich war verliebt in die Figuren, verliebt in jede einzelne davon. Dann kam dieser Zeitsprung, der die Geschichte vorangetrieben hat, damit die anderen alle älter werden und Dorian selbst so frisch und jung blieb, wie in den ersten Zeilen. Ab da verlor das Buch für mich seinen Reiz. Die liebevollen Schilderungen eines naiven Kindes wurden mit dem Alltag ersetz, das bloß aus Geheimnissen zu bestehen schien und natürlich mit endlosen Dialogen, die die Handlung so weit in den Hintergrund drückten, dass ich die Figuren aus den Augen verlor.

    Das Ende war vorhersehbar. Ich habe mir da so viel mehr gehofft, dass sich die Idee richtig entfaltet und Dorians Geheimnis über die anderen Figuren sich ergoss, um auch sie in den Abgrund zu treiben. Das kam nur bei einer Figur vor, während alle anderen verschont blieben. Für mich fühlte es sich so an, als würde dadurch der Autor seine großartige Idee vergeuden.

    Es sind schöne Sätze drinnen. Dorians Liebe für die Schauspielerin besaß eine starke Ästhetik, dass ich die kleine Dame vor Augen hatte, wie sie in die unterschiedlichen Rollen schlüpfte und jedes Mal als eine liebreizende Frau wieder heraustrat. Ich fand das wunderbar. Doch ansonsten hat mich das Buch leider enttäuscht.

  12. Cover des Buches Nachts unter der steinernen Brücke (ISBN: 9783423140751)
    Leo Perutz

    Nachts unter der steinernen Brücke

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Emotionen
    "Nachts unter der steinernen Brücke" ist mein erster Roman von Leo Perutz. Gelesen wurde er in der Schule als Klassenlektüre. Das Buch gehört dem Genre "Klassiker" an, schon alleine deshalb hatte ich einen Heidenrespekt vor dem Buch. Mit Klassikern tue ich mich normalerweise eher schwer, ich lese lieber locker leicht fantastisches und Dystopien, Jules Verne ist einer der wenigen, den ich überarbeiteter Version sehr gerne mochte. Ich gebe es zu, wäre es meine persönliche Entscheidung gewesen, hätte ich das Buch vermutlich nie in Hand genommen, aber ich finde es gar nicht schlimm im Deutschunterricht mal ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen.

    Die Handlung des Buches muss der Leser sich ein bisschen selber zusammensuchen. Was zunächst wirkt wie einzelne kleine Geschichten fügt sich langsam, langsam zu einem Gesamtbild zusammen. Trotzdem können meiner Meinung nach fast alle Geschichte auch unabhängig gelesen werden, meistens ist die Pointe ja schon in der Geschichte selber verpackt. Aber der große Sinn erschließt sich einem erst langsam, langsam und man merkt, dass es sich um mehr handelt als nur 10 oder 15 Erzählung, die wahllos aneinander gereiht wurden. Die Geschichte sind nicht in chronologischer Reihenfolgen. Die letzte Geschichte ist etwa die erste, auch zwischen den einzelnen Kapitel wird gerne mal ein paar Jahrzehnte in der Zeit vor oder zurückgesprungen. Aber wenn man aufmerksam liest, dann hat man eigentlich keine größeren Probleme sich zu Recht zu finden. Die meisten der Geschichten waren spannend, ein oder zwei haben mich leider ein bisschen gelangweilt und waren auch für die Haupthandlung nicht wirklich von Bedeutung. Man findet allerdings auch sehr viel Mystisches und Zauberhaftes, Kurzweiliges und vor allem kommt man auch mit der Kabbala (dem jüdischen Sagenkreis, wenn man es so benennen kann) und der jüdischen Kultur und Tradition in Berührung. Woher rührt der Judenhass? Was sind typische Bräuche? Wie sieht es in einem Judenviertel des 16. Jahrhunderts in Prag aus? Zu dieser Zeit und an diesem Ort spielt nämlich die Geschichte. Man sollte sich also vielleicht schon etwas für Geschichte und die Kaiser der Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation interessieren.

    Es gibt keine wirklichen Hauptcharaktere, jede kleine Geschichte hat ihre Helden und ihre Nebendarsteller. Am öftesten treten der reiche Jude Meisl und seine Frau, die schöne Esther sowie Kaiser Rudolf II. auf den Plan. Zunächst scheinen die drei nicht sonderlich viel miteinander zu tun zu haben, aber allmählich wird dem Leser die Verbindung der drei klar, auf emotionaler Ebene wie auch auf finanzieller. Aber mehr sei dazu nicht gesagt. Meiner Meinung nach wurden die Charakter sehr gut ausgearbeitet, ich könnte jedem ein paar Eigenschaften zuschreiben, die ich mit ihm verbinde. Mit dem Aussehen wird es schon schwerer, denn wir treffen die Charaktere in allen möglichen Lebensaltern an, einmal ist der Kaiser ein junger Knabe, im nächsten Kapitel vielleicht schon ein alter Greis oder gar gestorben. Trotzdem gewinnt man beim Lesen ein gewisses Bild von Charakteren, man lernt sie mit ihren Stärken und Schwächen kennen, sieht, dass auch Reichtum nicht immer Glück heißt und dass selbst der Kaiser vor Geldmangel nicht gefeit ist und sich manchmal mit Banalitäten herumschlagen muss. 

    Fazit
    Klassiker werden vielleicht nie meine Lieblingsbücher werden, da sie diesen leicht angestaubten Touch haben, aber genau deshalb sind sie immer wieder mal treue Begleiter. Ich würde sie nicht ständig lesen, aber immer wieder tut es einem gut, sich anspruchsvollerer Literatur zu stellen als Chick Lit Romanen =)
    Im Großen und Ganzen bin ich mit "Nachts unter der steinernen Brücke" sehr zufrieden, sowohl Handlung als auch Charaktere haben mich überzeugt, ein zwei Schnitzer gab es in puncto Spannung, wo ich mich dann doch zum Lesen aufraffen musste, aber ich vergebe Pluspunkte weil mir der Aufbau des Buches gut gefällt und man erst langsam das Buch "versteht". Der Leser wird selber auf Entdeckungsreise geschickt, muss geschickt kombinieren und raten, sich manchmal auf sein Glück verlassen ober er mit seinen Vermutungen bezüglich der Haupthandlung richtig liegt. Das soll ein Detektivroman mal nachmachen! Ich kann das Buch Klassik Liebhabern weiterempfehlen, Perutz ist vielleicht kein Goethe oder Kafka oder Schiller, aber er ist ein nicht zu unterschätzender Vertreter der Literatur des 20. Jahrhunderts. 
  13. Cover des Buches Wolfsblut (ISBN: 9783746090900)
    Jack London

    Wolfsblut

     (236)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_de_Mora

    Die Geschichte aus Sicht eines Wolfes hat mich sehr berührt. In der Natur geboren zog es Wolfsblut aufgrund seiner Mutter, die halb Wölfin und halb Hündin ist, in die Zivilisation.

    Beim grauen Biber und beim Schmitt erlebte Wolfsblut grausames, was die Entwicklung seines Charakters beeinflusste. Erst bei seinem dritten Herrn lernte Wolfsblut, was letztendlich Liebe bedeutet.

    Ich empfehle das Buch allen, die gerne Klassiker lesen.

  14. Cover des Buches Der Graf von Monte Christo (ISBN: 9783867601627)
    Alexandre Dumas, der Ältere

    Der Graf von Monte Christo

     (368)
    Aktuelle Rezension von: kakashi27

    Teils ist die Erzählung langatmig. Insgesamt ist das Buch aber gut geschrieben und lesenswert!

  15. Cover des Buches Die Sanfte (ISBN: 9783866475014)
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    Die Sanfte

     (66)
    Aktuelle Rezension von: steffi.liest
    Inhalt : Ein Pfandleiher steht vor der Leiche seiner Frau, die sich vor wenigen Stunden selbst ermordet hat und erinnert sich zurück an sein Leben mit ihr.
    Als 41-jähriger hat er die Not der damals nicht einmal 16-jährigen ausgenutzt, die von ihren zwei Tanten als Sklavin gehalten wurde und an einen widerwärtigen Krämer verheiratet werden sollte. Er hielt um ihre Hand an und somit entschied sich das Mädchen für das wohl kleinere Übel und nahm den Heiratsantrag an. Die Beziehung ist von Anfang an geprägt von Strenge und Schweigsamkeit und der Pfandleiher gibt zu, dass er sich seine Frau auf diese Weise erziehen wollte. Erst als es zu spät ist, werden ihm seine Fehler bewusst.

    Meine Meinung: Dieses schmale Büchlein besteht aus einem inneren Monolog des Pfandleihers, der die Beziehung zu seiner nun toten Frau überdenkt. Man erfährt, wie die Beiden sich kennen gelernt haben, wie sich die Beziehung entwickelt hat und wie es letztendlich zu dem Selbstmord der jungen Frau kam. Außerdem berichtet der Pfandleiher auch ein wenig aus seiner Vergangenheit - darüber, wie er zu seinem Beruf kam und was er in seinem Leben schon durchmachen musste.
    Am Anfang sind die Gedanken des Pfandleihers recht konfus, aber relativ schnell werden sie strukturierter und man kann besser folgen. Der Mann war mir nicht sympathisch, denn er gesteht, dass er in seiner Frau einen Freund gesucht hat, den er sich erziehen und besiegen muss. Er macht einen sehr selbstgerechten Eindruck und ihm scheint jegliche Wärme zu fehlen. Seine Frau und er wirken wie Fremde und die Wesensveränderung des Pfandleihers am Ende kam mir etwas plötzlich.
    Da ich mich etwas schwer getan habe, mich in den Pfandleiher hineinzuversetzen und seine Gedanken nachzuvollziehen, konnte mich das Buch nicht so richtig begeistern. Trotzdem mochte ich den Schreibstil, der gut verständlich war, aber natürlich trotzdem nicht ganz einfach, da es sich um ein sehr altes Buch (Erstausgabe 1876) handelt. Ich würde ihn als blumig und poetisch beschreiben.
    Auch wenn mich die Geschichte nicht ganz erreicht hat, ist sie doch aufwühlend und zeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen, Gefühle zu zeigen und nichts als selbstverständlich hinzunehmen.
  16. Cover des Buches Unterm Rad (ISBN: 9783518463529)
    Hermann Hesse

    Unterm Rad

     (786)
    Aktuelle Rezension von: Raven

    Das Buch "Unterm Rad von Hermann Hesse ist 176 Seiten lang und über unterschiedliche Verlage gedruckt. 

    Das Werk gibt es in einer Hardcoverausgabe, Softcoverausgabe, als Ebook und Hörbuch.

    Hermann Hesse schrieb dieses Werk 1906. Es entstand ua dadurch das sein Bruder sich das Leben nahm, woran auch Schulprobleme ihren Anteil hatten. 

    Diese Geschichte handelt von Hans der an den Anforderungen an sich selbst und des Umfeldes scheitert. 

    Leistungsdruck und Leidensdruck. Heute ist diese Geschichte sicherlich immer noch ganz aktuell, wenn nicht aktueller denn je. Viele kennen die enormen Anforderungen und den Druck des Umfeldes, die eingeredeten Tugenden und das nur Erfolg und eine gute, studiere Arbeit das Leben erleichtert und glücklich macht. So geht es auch dem überbegabten Protagonisten der es sich selbst und seinem Umfeld zeigen möchte, aber dann doch scheitert. Dies ist ein zutiefst melancholisches und tragisches Werk, welches mich sehr berührt hat und zum Nachdenken anregte. Fand ich mich bisweilen selbst in Hans wider. Die Geschichte schmerzt und brennt noch lange in der Seele. Ach hätte ich sie nur schon viel früher entdeckt, so wäre mir sicherlich Einiges erspart geblieben. 

    Hesse in Höchstform in sehr düsterem Ton, wie man ihn kennt und mit bedrückender Atmosphäre. Eine unerwartete Wendung und eine krasse Message.

    Fazit: Ein sehr düsterer Hesse wie man ihn kennt. Melancholisch und tragisch, unheimlich berührend und nachdenklich stimmend. Unbedingt lesen!

  17. Cover des Buches Die Kameliendame (ISBN: 9783746625683)
    Alexandre Dumas, der Jüngere

    Die Kameliendame

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Die Kameliendame war die Vorlage zu Verdis berühmten Oper La Traviata und wurde mehrfach verfilmt (unter anderem mit Greta Garbo in der Hauptrolle). Dem gleichnamigen Sohn von Alexandre Dumas («Die drei Musketiere», «Der Graf von Monte Christo» etc) gelang mit diesem stark autobiografisch gefärbten Roman sein Durchbruch. Inspiration für die  Kameliendame war Dumas unglückliche Liebe zu der Edelprostituierten Marie Duplessis, die wie die Titelheldin mit vierundzwanzig Jahren starb und deren Grab noch heute das meistgeschmückte Grab des Montmartre ist.

    Inhalt:

    Paris in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Kostspielige Mätressen gehören als Statussymbole zum guten Ton und ausschweifenden Lebenswandel der Neureichen. Eine der berühmtesten und begehrtesten unter ihnen, Marguerite Gautier, ist an der Schwindsucht gestorben und ihr Hab und Gut wird in ihrer luxuriösen Wohnung versteigert. Ein namenloser Ich-Erzähler erwibt dabei Prévosts «Manon Lescaut» mit einer Widmung von einem gewissen Armand Duval. Kurz darauf sucht dieser ihn sichtlich verstört auf und bittet um dieses Buch als Andenken an die Verstorbene. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern, worauf Armand die ganze Geschichte um seine Liebe zu der berühmten Edelprostituierten Marguerite Gautier erzählt.

    Der junge naive Armand Duval verfiel dem Reiz der schönen Marguerite Gautier sofort, als er sie das erste Mal sah. Nach einer ersten Zurückweisung findet Marguerite mehr und mehr Gefallen an ihrem Verehrer, und beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit Armand. Dieser will die Angebetete nicht mit anderen teilen, verfügt jedoch nicht über die nötigen Mittel, um für Marguerites kostspieligen Lebensunterhalt aufzukommen oder gar um ihre Schulden abzuzahlen. Die Kameliendame ist also weiterhin auf das Geld ihrer vermögenden Freier angewiesen. Die Lage spitzt sich weiter zu, als Armands Vater von der Affäre seines Sohnes Wind bekommt.

    Von der Hure zur Heiligen

    Die Kameliendame handelt von leidenschaftlicher Liebe, starren gesellschaftlichen Konventionen und einem heroischen Verzicht. Von Eifersucht, Rache, verpassten Chancen, Krankheit und Tod. Grosse Themen, die dem Roman trotz seiner phasenweise anstrengenden Erzählweise eine zeitlose Aktualität verleihen. Marguerite als Kämpferin gegen eine verlogene Gesellschaft, als selbstlose Liebende,  als moralische Siegerin gegen das Unrecht faszinierte mich trotz des unverhohlenen Pathos, den Dumas in den hochsentimentalen Schluss legt.

    Die Geschichte um die selbstlose Kurtisane hat mich allerdings erst etwa ab der Mitte des Buches richtig gepackt. Den Einstieg fand ich etwas zäh, vielleicht brauchte ich auch einfach eine Weile, um von Alex Capus wunderbar leichtem Schreibstil auf Dumas Art zu erzählen, umzustellen. Marguerite gewinnt mit zunehmender Seitenzahl an Tiefe, und ihr Charakter begann mich mehr und mehr zu interessieren. Armand dagegen hätte ich bis zum Schluss einfach nur schütteln können! Ein naives, eifersüchtiges, ja stellenweise sogar wirklich einfältiges Jüngelchen, das dieser starken Frau gar nicht würdig war. Während sich die Tragödie mehr und mehr zuspitzt und man als Leser sofort ahnt, woher der Wind weht, ist der gute Armand total begriffsstsutzig. Aber wäre er das nicht, gäbe es in der Kameliendame keinen derart melodramatischen Schluss, weniger Tränen, und keine derart herzzerreissende Abschiedsbriefe. Und wohl wäre dieser Roman dann nie so berühmt geworden. Also: Nachsicht mit dem armen Armand, er hat ja auch Schweres durchgemacht.

    Bibliografische Information:

    • Alexandre (Sohn) Dumas: Die Kameliendame
    • Michaela Meßner (Übersetzer)
    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. November 2008)

    Gelesen im März 2019

  18. Cover des Buches Unheimliche Geschichten (ISBN: 9783423281188)
    Edgar Allan Poe

    Unheimliche Geschichten

     (105)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Unheimliche Geschichten aus der Feder von Edgar Allan Poe im Duett mit Benjamin Lacombes‘ wundersamen Illustrationen. Diese Mischung erhöht den Gänsehauteffekt, den die schaurigen Geschichten Poe’s erzeugen. Lacombe’s Interpretationen der Personen und einzelner Schlüsselsequenzen aus den Geschichten treffen die Stimmung sehr deutlich, da seine im ersten Moment „verniedlicht“ wirkenden Persönlichkeiten durch Haltung und Mimik eine sehr intensive Aussagekraft transportieren. In E.A. Poe’s Geschichten entwickeln sich ebenso die offenbar harmonischen Beziehungen schnell zu puren Grausamkeiten und stetiger Düsternis. Stille, freundliche Persönlichkeiten verkehren sich ins krasse Gegenteil oder erleiden schlimme Krankheiten, die sie dahinsiechen lassen. Lacombe fängt die schleichende Melancholie bis hin zum schaurigen Gewaltmoment auf seine eigentümlich bezaubernde Art ein.

    Eine perfekte und sehr gelungene Kombination, die zur Lektüre der schaurigen Klassiker, wie z.B. Der schwarze Kater oder der Fall des Hauses Ascher anregt.


  19. Cover des Buches Wilhelm Tell (ISBN: 9783843039543)
    Friedrich Schiller

    Wilhelm Tell

     (501)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Mit Friedrich von Schillers ‘Wilhelm Tell’ wird der Freiheitskampf der Schweizer gegen die Herrschaft der Habsburger dargestellt. Als klassisches Theater wurde das Volksstück 1804 erstmals aufgeführt. Von seinem Freund Goethe inspiriert, nahm Schiller die Tellsage auf und schrieb diese in Blankvers für die Bühne des Weimarer Hoftheaters.

     

    Es geht um Knechtschaft und Freiheit eines Volkes, das sich zusammenrauft und sich von fremden Vögten befreien will. Ein auch zu heutiger Zeit immer noch sehr aktuelles Thema. Wilhelm Tell tritt als eher bescheidener, stiller Held in Erscheinung, seine Person ist aber nicht unumstritten. Sein Menschenbild ist geprägt von Pflicht und Neigung. Als Rechtfertigung für seinen Tyrannenmord an Gessler, schiebt er moralische Gründe vor. Dieser habe ihn zur Notwehr getrieben, weil er ihn auf den Kopf seines Sohnes zielen liess. Handelt Tell jedoch nicht auch im Namen der Freiheit und ist ein Mord nicht immer ein Mord, egal aus welchen Gründen? Als Spiegelfigur betritt Johannes Parricida, Neffe von König Albrecht I. am Schluss des Stücks die Bühne. Auch er hat einen Mord begangen, jedoch aus Habsucht und Rache.

     

    Man kann den Text zudem als eine Auseinandersetzung mit der französischen Revolution verstehen. Über das Widerstandsrecht eines Volkes gegen Tyrannei und die Frage, wann gilt eine Herrschaft überhaupt als tyrannisch, darüber kann diskutiert werden, insofern eine durchaus lohnenswerte Schullektüre.

     

    Wenn man sich auf diese Versform einmal eingelassen hat, ist sie sehr angenehm und leicht zu lesen. Für die dynamische Dramatik und die gesprochene Sprache eignen sich die jambischen Sätze besonders gut. Mir haben auch die gewaltigen Naturbeschreibungen sehr gut gefallen. Insgesamt immer noch lesenswert, wenn man sich für Mythen der Geschichte interessiert und Zusammenhänge, die bis in die heutige Zeit wirken.

  20. Cover des Buches Heart of Darkness (ISBN: 9780393926361)
    Joseph Conrad

    Heart of Darkness

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Leela
    Dieses Buch soll angeblich dazu beigetragen haben, dass Joseph Conrad als Autor berühmt wurde - nur frage ich mich, warum. Der Inhalt dieses Büchleins ist relativ schnell zusammengefasst - oder auch nicht, denn einen wirklichen Handlungsstrang findet man nicht leicht. Marlow, der Kapitän eines Dampfers, reist in den Kongo, um dort zu Geld zu gelangen. Während er dort ist, macht er einige Beobachtungen zum Leben dort und macht sich außerdem auf die Suche nach einem Mann namens Kurtz, der in der Handelskompanie im Kongo eine Art Berühmtheit sein soll. Ansonsten passiert in diesem Buch leider nichts. Eine Landschaftsbescheibung reiht sich an die andere und Conrad schafft es nicht, seinen Charakteren wirkliches Leben einzuhauchen und ebenso wenig, dass man sich auch nur ansatzweise für die Handlung seines Buches interessiert. Ich habe quasi konstant darauf gewartet, dass irgendetwas passiert, das den Sinn dieses Buches rechtfertigen könnte, aber vergebens. Es mag ja einige sog. Klassiker geben, die es wirklich verdient haben, gelesen zu werden, weil sie wirklicht gut sind. Dies ist allerdings ein wirklich gutes Beispiel für ein etwas älteres Werk, das nur aufgrund seines Alters als lesenswert gilt.
  21. Cover des Buches Dr. Jekyll und Mr. Hyde (ISBN: 9783257610420)
    Robert Louis Stevenson

    Dr. Jekyll und Mr. Hyde

     (555)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Diesen Klassiker kannte ich nur von hören, konnte mir aber nie die Namen merken. Erst, als ich den Film "Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen" gesehen habe, viel mir dann der Name wieder ein und merkte, dass es tatsächlich ein Buch über diesen Mr. Hyde gibt. Besser spät als nie, deswegen war ich um so neugieriger, wie seine Geschichte ist.

    Doktor Henry Jekyll ist ein lieber und freundlicher Gentleman, den jeder kennt und achtet. Allerdings führt er im Geheimen ein Experiment aus, weil er der Meinung ist, dass jeder Mensch zwei Menschen in sich trägt: einen guten und einen bösen Menschen. Irgendwann hat er es geschafft, ein Elixier zu brauen, in dem er diese beiden Persönlichkeiten voneinander trennt. Er, Dr Jekyll ist der gute Mensch, hingegen Edward Hyde der Böse. Zu Beginn konnte er die Verwandlung anhand vom Elixier kontrollieren, doch schon bald verliert er mehr und mehr die Kontrolle und Mr. Hyde scheint die Oberhand zu gewinnen. Dr. Jekylls ältester Freund und Anwalt, Mr. Utteroson, kommt ihn schon bald auf die Schliche und erfährt sein grausames Geheimnis.

    Wie gesagt, ich wurde erst wegen dem Film auf diesen Klassiker aufmerksam und kannte daher seine Geschichte nicht. Die Art und Weise, wie Dr. Jekyll zu Beginn mit Mr. Hyde umgegangen ist, war schon faszinierend. Immerhin passiert es nicht jeden Tag, dass man mit einem anderen Ich aufwacht und durch die Strassen läuft. Doch schon bald wird Dr Jekyll verzweifelter, weil er sein böses Ich nicht mehr kontrollieren kann. Er wird schwächer, während Mr. Hyde stärker wird. Wie wird Dr. Jekyll dieses Problem lösen? Wird ihm sein Freund Mr. Utterson helfen können? Ich fand es spannend, wie der Anwalt mehr und mehr von den beiden Menschen in Erfahrung bringt und schlussendlich alles aufdeckt. Damals war es ja nicht wirklich üblich, dass ein Mensch unhöflich und frech ist. Und wenn, wurde er schnell von der Gesellschaft ausgeschlossen. Um so komplizierter ist es natürlich, wenn diese beiden Persönlichkeiten ein und derselbe Mensch ist. Die Geschichte ist zwar kurz, aber brilliant. Hie und da hatte ich etwas Mühe der Geschichte zu folgen, aber im Grossen und Ganzen ein schaurig schöner Klassiker, den man gelesen haben muss.

  22. Cover des Buches Gefährliche Liebschaften (Roman) (ISBN: 9783730601037)
    Choderlos de Laclos

    Gefährliche Liebschaften (Roman)

     (114)
    Aktuelle Rezension von: paulinala

    Den meisten Leser/innen sagt der Film zu "les liaisons dangereuses" mit Spitzenbesetzung etwas. Der meiner Meinung nach wunderbar umgesetzte Film wird nur noch durch die zu Grunde liegende Textgrundlage übertroffen. 

    Das an sich etwas in die Jahre gekommene Genre des Briefromans, das sich gerade in der französischsprachigen Literatur etablierte, trägt ungemein zum Lesefluss und zur Geschichte bei.

    Die Leserin/ der Leser findet sich selbst als der einzig allwissende Teilnehmer der Manipulation der Protagonistin und des Antagonisten inmitten einer fiktiven Realität wieder. Sobald wir als Lesende in die Welt der reicheren Schicht Frankreichs eintauchen, sobald erahnt uns auch das Gefühl, als würden wir Teil einer Historie werden, die sehr real wirkt, die wir aber nicht ändern können, weil wir nach Lektüre der Briefe wissen, dass diese postpartum gesammelt und veröffentlicht wurden. Die Illusion ist nahezu perfekt, der Autor erscheint selbst kam bis gar nicht, um den Briefverkehr nicht zu stören. Stattdessen gibt er Annotationen und stellt sich selbst als den Editor und Herausgeber dar.

    Besonders beeindruckend wirkt auch die gesamte Figurenkonstellation und Komposition der einzelnen Charaktere. Diese verkörpern, jeder für sich, ein eigenes Bild der jeweiligen Zeit und reflektieren insbesondere intensiv die verschiedenen Rollen der Frau in der Adelsschicht. 

    Das sind beispielsweise das naive, junge Mädchen, die gebrochene Frau im Rachefeldzug, weil ihr Herz gebrochen wurde und sie durch ständige Unterdrückung und Machtspiele zu dem machte, was sie ist, und der erbitterte Tanz mit den männlichen Gegenspielern.

    Die männlichen Figuren sind in diesem Falle sowohl die Opfer der Launen der weiblichen Figuren, als auch gefangen in einer Illusion, dem weiblichen Geschlecht überlegen zu sein.

    Viele Lesende sprechen hier von einer Art romantisierten Feminismus, was ich aber so nicht unterschreiben möchte. Das in der Zeit der Veröffentlichung herrschende Bild der Frau unterscheidet sich stark von dem, was die Marquise verkörpert und entspricht eher dem von Cécile Volanges.

    Natürlich ist es in einer Art und Weise revolutionär, die Frau in ihrem Charakter der Marquise so darzustellen, stark und mächtig, aber dennoch wird sie am Ende zerstört durch die Überlegenheit eines Mannes, der sie letztendlich  zu ihrem eigenen Fehlverhalten verleitete. 

    Das schockende Moment befindet sich am Ende, als die weibliche Protagonistin, die Marquise, von ihrem Gegenspieler durch eine weitere Racheaktion kurz vor seinem Tod zerstört wird.

    Wer sich einmal an die Faszination Briefroman herantrauen möchte, sollte dieses Meisterwerk unbedingt lesen!

  23. Cover des Buches Faust. Der Tragödie zweiter Teil (ISBN: 9783736400016)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Faust. Der Tragödie zweiter Teil

     (320)
    Aktuelle Rezension von: PhaedrusBold

    Der sehr anspruchsvolle Schreibstil Goethes machte mir das Verstehen des sowieso schon abstrusen Inhalts quasi unmöglich. 

    Sehr wahrscheinlich muss man sich schlichtweg intensiver mit dem Werk beschäftigen, als ich das getan habe. Jedoch hatte ich nach dem Lesen nicht den Drang mich mehr reinzuarbeiten.

    Trotzdem für mich ein 2-Sterne Werk, da mich der Stil von Goethe Stellenweise begeistern konnte.

    Insgesamt war ich sehr froh das Buch ad Acta legen zu können. Meiner Meinung nach sollte man sich mit dem ersten Teil zufrieden geben und um den zweiten einen Bogen machen.

  24. Cover des Buches Adressat unbekannt (ISBN: 9783455405866)
    Kathrine Kressmann Taylor

    Adressat unbekannt

     (256)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Ein Buch gestaltet in einem Briefwechsel

    Es ist 1932 der Deutsche Martin Schulse und der Jude Max Eisenstein haben zusammen eine gut laufenden Kunstgalerie in Amerika und Martin zieht mit seiner Familie zurück nach Deutschland, während Max weiterhin die Galerie führt und Geld überweist.
    Wie sich die Freundschaft entwickelt solltet ihr selbst lesen.

    ACHTUNG SPOILER!
    Am Anfang merkt man in den Briefen wie gut die beiden befreundet sind. Relativ schnell merkt man das Martin sich dem Nationalsozialismus anschließt und versucht den Briefwechsel mit einem Juden zu beenden. Als Max Schwester, die in Deutschland ist, verschwindet bittet er Martin um Hilfe. Martin erklärt ihm dann das sie bei ihm Unterschlupf gesucht hat, den er ihr verwehrt hat, weshalb sie getötet wurde. Nach diesem Brief nimmt Max Rache auf seine eigene Art. Bis der letzte Brief an Max zurück kommt mit der Begründung 'Adressat unbekannt'.

    Wow. Diese Briefe wurden 1938 von einer sehr unbekannten Autorin, über die man nicht viel weiß, eigentlich in einer Zeitung veröffentlicht. Sie sind frei erfunden aber es gab einen so großen Anklang das man es auch als Buch veröffentlichte. Erschreckend wie sie schon damals die Ereignisse des Holocaust so auf Papier gebracht hat. Heftig wie Max nach dem Tod seiner Schwester zurückschlägt und Martin auf einmal versucht seine Haut zu retten und auf die 'Freundschaft' plädiert. Ich habe dieses Buch durch Zufall vor einer Woche in einem Second Hand Buchladen mit und ich möchte es eigentlich gar nicht mit Sternen bewerten, weil manche Themen nicht bewertet werden sollten. Wenn ihr Bücher über den Holocaust lest dann könnte es interessant für euch sein. Es hat in meiner Ausgabe nur 96 Seiten, weshalb ich es vorhin kurz durchgelesen habe.

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