Bücher mit dem Tag "literatur"
727 Bücher
- Cornelia Funke
Tintenwelt 1. Tintenherz
(10.919)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneManchmal trifft einen eine Geschichte nicht sofort – sie braucht Zeit, um ihr Herz zu öffnen. So ging es mir mit Tintenherz von Cornelia Funke*. Die ersten Seiten fühlten sich fremd an, fast so, als würde ich vor einer verschlossenen Tür stehen. Ich habe gezweifelt, gezögert – mich sogar gefragt, ob ich vielleicht zu alt geworden bin für diese Art von Magie.
Doch dann, ganz leise, hat sich etwas verändert.
Ab etwa der Mitte begann die Geschichte, mich einzuhüllen wie ein warmer, vertrauter Mantel. Meggie, mit ihrer stillen Sehnsucht, und Mo, der mehr in sich trägt, als Worte je ausdrücken könnten – sie sind mir Stück für Stück ans Herz gewachsen. Und auch Elinor, diese eigenwillige, zunächst so schwer greifbare Figur, entpuppte sich als jemand, den man nicht mehr loslassen möchte.
Ja, es ist ein Kinderbuch. Und ja, man merkt es an der klaren, einfachen Sprache. Aber genau darin liegt seine Kraft. Es braucht keine komplizierten Worte, um etwas Tiefes zu erzählen. Es ist die Atmosphäre, die sich langsam entfaltet, die einen gefangen nimmt – still, aber unaufhaltsam.
Staubfinger und die anderen Fremden wirkten anfangs wie Schatten, die nicht in unsere Welt gehören. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Sie sind genau dort, wo sie sein müssen. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Geschichte, zwischen Leser und Buch.
Vielleicht hätte ich Tintenherz früher bedingungslos geliebt. Heute liebe ich es anders – mit einem Hauch Wehmut, mit Nostalgie, mit dem Wissen, wie selten solche Geschichten sind. Es hat mich nicht sofort verzaubert. Aber als es soweit war, hat es mich umso tiefer getroffen.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen selbst. An die Magie von Worten. Und an die leisen, kostbaren Momente, in denen eine Geschichte dein Herz findet – ganz egal, wie alt du bist.
- Anna Todd
After truth
(3.347)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Truth ist der zweite Band der After-Reihe und knüpft direkt an die Ereignisse aus dem ersten Teil an. Die Geschichte folgt weiterhin Tessa und Hardin, und deren Beziehung nach den Enthüllungen am Ende des ersten Bandes...
Wie schon im ersten Teil lässt sich auch dieser Band sehr flüssig lesen. Die Kapitel sind schön und spannend geschrieben, wodurch man schnell durch die Geschichte kommt. Besonders die emotionalen Momente zwischen Tessa und Hardin sind wieder sehr intensiv dargestellt, und man spürt deutlich ihre Gefühle - trotz und durch all die Probleme.
Allerdings setzt sich auch hier das starke Auf und Ab in ihrer Beziehung fort. Streit, Eifersucht und Missverständnisse spielen eine große Rolle und sorgen dafür, dass sich einige Situationen gefühlt „wiederholen“. Dadurch kann die Handlung stellenweise etwas frustrierend wirken, weil die beiden Charaktere scheinbar immer wieder in die gleichen Muster zurückfallen.
Andererseits hat es das Buch damit auch wieder geschafft, mich zu fesseln. Ich hatte oft das Bedürfnis weiterzulesen und sobald ich das Buch zur Hand genommen habe, hat es sich sehr flüssig und nervenaufreibend-gefühlvoll gelesen.
Auch entwickelt sich die Geschichte weiter: insbesondere erfährt man mehr über Hardins Charakter, was seine schwierige Art teilweise verständlicher macht.
Fazit:
After Truth bleibt emotional und interessant, auch wenn das ständige Hin und Her zwischen Tessa und Hardin manchmal etwas ermüdend sein kann. Dennoch ist es eine gute Fortsetzung, die die Charaktere weiter vertieft und neugierig auf die nächsten Teile macht.(Bewertung: 3,5-4 von 5 Sternen).
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.836)Aktuelle Rezension von: Christian_FisDer Roman beginnt äusserst vielversprechend. Dem Leser eröffnet sich die Komplexität der beiden fein miteinander verwobenen Handlungsebenen: die Geschichte von Daniel Sempere und jene von Julián Carax, dem Schriftsteller, dessen Bücher auf mysteriöse Weise verschwinden und offenbar von einer Figur aus seinen eigenen Romanen verbrannt werden.
Dies mag zu Beginn etwas verwirrend sein. Ein Personenverzeichnis hilft dabei, die zahlreichen Figuren auseinanderzuhalten, insbesondere, weil die beiden Handlungsebenen und ihre Figuren im Verlauf der Geschichte zunehmend miteinander verschmelzen.
Leider greift Zafón im «Bericht über Erscheinungen» von Nuria Monfort zu einem recht plumpen Stilmittel. Er verlässt die Perspektive des Ich-Erzählers Daniel und erklärt darin das Geheimnis beinahe vollständig. Damit geht viel von der zuvor so wirkungsvoll aufgebauten mystischen und unterschwelligen Spannung verloren.
Der Schluss wirkt schliesslich geradezu hollywoodesk und überladen. Schade – hier hat Zafón meines Erachtens eine Chance vergeben, einen wirklich grossen Roman zu schreiben. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Seine dichte Atmosphäre, die starken Figuren und der gelungene Einstieg machen ihn trotz dieser Schwächen zu einer lohnenden Lektüre.
- Anna Todd
After passion
(4.904)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Passion ist der erste Band der bekannten After-Reihe und erzählt die Geschichte von Tessa Young und Hardin Scott. Tessa beginnt ihr Studium als eher ruhige, strukturierte Studentin mit klaren Zukunftsplänen – bis sie Hardin begegnet. Er ist das komplette Gegenteil von ihr: rebellisch, verschlossen und emotional schwer greifbar.
Der Roman liest sich insgesamt sehr flüssig . Besonders schön fand ich, wie leicht man in die Geschichte hineinkommt und wie schnell man durch die Seiten fliegt. Die emotionalen Momente zwischen Tessa und Hardin sind oft sehr intensiv geschrieben, sodass man als Leser(in) stark in die Beziehung der beiden hineingezogen wird.
Dabei besteht ein großer Teil der Handlung aus dem ständigen Auf und Ab zwischen den beiden. Streit, Versöhnung, Missverständnisse und erneuter Streit wiederholen sich relativ häufig. Dadurch kann die Beziehung teilweise etwas unnötig dramatisch wirken.
Andererseits macht gerade die Dynamik zwischen den Protagonisten einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus. Außerdem ergibt sich hieraus dann der Grundsetin für die Entwicklung der Charaktere, die ebenfalls prägend für das Buch ist und stark beschrieben wird.
After Passion ist ein interessanter, fesselnder New-Adult-Roman, der vor allem durch seine emotionale Intensität und die starke Anziehung zwischen den Hauptfiguren lebt. Wer Geschichten über komplizierte Beziehungen, große Gefühle und dramatische Wendungen - mit halbwegs viel Hin und Her - mag, kommt hier auf seine Kosten.
Fazit:
Ein sehr schöner Auftakt der Reihe mit viel Emotion und Spannung, der jedoch durch das häufige Hin und Her in der Beziehung etwas anstrengend werden kann… der aber andererseits gerade dadurch geprägt wird und mich damit stark fesseln konnte. Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das Lust darauf macht, die Reihe weiterzulesen. - John Green
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
(12.822)Aktuelle Rezension von: JoxannaJohn Greens Bestseller „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ohne Frage eine hochemotionale Achterbahnfahrt, die mich allerdings mit sehr gemischten Gefühlen zurücklässt.
Die Geschichte um die krebskranke Hazel und den charmanten Augustus geht zweifellos unter die Haut. Stellenweise war das Buch für mich emotional kaum zu ertragen und hat ganz real meine eigenen Ängste vor dem Tod getriggert. Wer hier sensible Antennen hat, wird tief getroffen. Schön beschrieben fand ich dagegen die Reise nach Amsterdam, die dem Ganzen eine greifbare, atmosphärische Kulisse verlieh.
Dennoch konnte ich den gigantischen Hype um das Buch nicht an allen Stellen nachvollziehen. Der Schreibstil des Autors schwankt extrem – mal wirkt er fast zu simpel, im nächsten Moment bemüht anspruchsvoll. Besonders gestört haben mich die philosophischen Gespräche der beiden Protagonisten. Für Jugendliche in ihrem Alter wirkten diese Dialoge schlichtweg unglaubwürdig und künstlich konstruiert.
Auch die Suche nach dem Autor Van Houten im Buch – der sich als absolut unsympathisch entpuppt – und das verzweifelte Streben nach einer Fortsetzung seines Romans fühlten sich für mich an wie vergebliche Liebesmüh. An diesen Stellen zog sich die Handlung arg in die Länge und blieb paradoxerweise trotz der schweren Thematik an der Oberfläche.
Fazit: Ein bewegendes Buch, das wichtige Fragen aufwirft, aber durch seine oft unauthentischen Charaktere und Längen einiges an Potenzial einbüßt. Keine leichte Kost.
- Emily Brontë
Emily Brontë, Sturmhöhe. Vollständige Ausgabe des englischen Klassikers. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(2.074)Aktuelle Rezension von: Anka_PlwkIch lese normalerweise Bücher mit um dir 900 Seiten in 1-1,5 Wochen.
Für dieses, relativ kurze, Buch, habe ich 1,5 Monate gebraucht.
Vielleicht war es nicht das richtige für mich.
Ich habe mich mit der Schreibweise, dem Ausdruck und den sehr langen Dialogen und Monologen recht schwer getan.
Manche Dialoge gingen so lange, dass ich am Ende nicht mehr wusste, wer es überhaupt gesagt hat.
Alles in allem einen gutes Buch, dass in der Schule gelesen werden sollte.
Teilweise finde ich es zu toxisch und auch etwas brutal.
Hier steckt sehr viel Trauma in den Seiten.
- Walter Moers
Die Stadt der Träumenden Bücher
(3.505)Aktuelle Rezension von: claudiaZDies war mein erster Ausflug in das Universum von Zamonien und ich kann dem Autor eine überwältigendes Ausmaß an Fantasie bescheinigen. Schön fand ich auch die Illustrationen, die in meiner Taschenbuchausgabe in schwarz-weiß enthalten sind. Zu Beginn hatte ich etwas gebraucht, um in die Geschichte hinein zu finden. Doch dann hatte es mich auch gepackt. Ich hätte nicht gedacht, was man mit Büchern alles anstellen kann. Neben dem Schreiben, Lesen, Sammeln, Verkaufen spielen auch seltenere Behandlungsformen eine Rolle, z.B. die Jagd nach Büchern oder sogar das Verspeisen von Büchern.
- Anna Todd
After love
(2.707)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Love ist der dritte Band der After-Reihe und setzt die turbulente Beziehung zwischen Tessa und Hardin weiter fort. Auch diesmal knüpft die Geschichte direkt an die vorherigen Ereignisse an und begleitet die beiden durch neue Konflikte, emotionale Höhen und Rückschläge.
Wie schon in den vorherigen Teilen lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Anna Todd schafft es, die Kapitel so emotional zu gestalten, dass man weiterlesen möchte. Besonders die intensiven Gespräche und Gefühle zwischen Tessa und Hardin werden wieder sehr eindringlich dargestellt.
Trotzdem bleibt das ständige Hin und Her zwischen den beiden manchmal anstrengend. Einige Konflikte wirken erneut ähnlich zu vorherigen Situationen, wodurch sich manche Szenen etwas wiederholen.
Im Vergleich zum zweiten Band hat mir dieser Teil trotzdem etwas besser gefallen. Zwar gibt es immer noch viel Streit, Missverständnisse und impulsive Entscheidungen, doch die Geschichte wirkt stellenweise reifer. Vor allem Tessa entwickelt sich weiter und beginnt mehr für sich selbst einzustehen. Auch Hardins Vergangenheit und seine Gedanken werden noch stärker beleuchtet, wodurch sein Verhalten teilweise nachvollziehbarer wird.
Fazit:
After Love bleibt emotional und dramatisch. Auch wenn sich manche Konflikte wiederholen, konnte mich die Geschichte durch die intensive Atmosphäre und die Weiterentwicklung der Charaktere stärker überzeugen als Band 2 (auch wenn die ganze Reihe kein Highlight für mich wird). Für Fans der Reihe ist auch dieser Teil lesenswert.
- Stephen King
Die Arena
(1.245)Aktuelle Rezension von: jess_nixxSchon der Anfang ist spektakulär und wirklich gut. Gleichzeitig aber auch leicht wirr, was aber gefühlt bei allen Büchern von ihm vorkommt. Ebenfalls typisch King, ergeht er sich, besonders zu Beginn, in ausschweifenden Erklärungen, die immer wieder an der Grenze des erträglichen kratzen. Das wird aber im Verlauf deutlich besser.
Nach und nach erfahren wir mehr zu den Charakteren und es tut sich bei manch einem ein riesen Abgrund auf und wir rutschen immer tiefer hinein. Die vielen Charaktere können erstmal etwas überfordern, aber ich war da erstaunlich schnell drin, was sehr an der guten Ausarbeitung jedes einzelnen liegt.
Trotz der vielen Seiten schreitet das Geschehen sehr schnell voran und es hat richtig Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Klare Empfehlung.
- Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
(1.390)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der introvertierte Altphilologe Raimund Gregorius dessen Alltag aus Ritualen, Büchern und seiner Tätigkeit als Lehrer besteht. Ein zufälliges Treffen mit einer geheimnisvollen Frau auf dem Weg zur Schule und ein portugiesisches Buch voller existenzieller Gedanken, die er zufällig in einer Buchhandlung entdeckt, reißen ihn aus dieser Ordnung heraus und er begibt sich auf die Spuren des Autors ebendieses Buches, was ihn nach Lissabon führt. Die Handlung liest sich wie eine Reise durch Lissabon mit seinen Stationen, die einzeln für sich eine weitere neue Facette sowohl des Autos Prado als auch Gregorius‘ freilegen. Hierbei wechseln sich Passagen mit Schilderungen Nahestehender Prados über ebendiesen, Passagen seines Buches und innerer Empfindungen und Gedanken Gregorius‘ ab. Die stille und langsame Handlung lebt vor allem von der Atmosphäre, den inneren Bewegungen und den Begegnungen.
Bei den Protagonisten stehen sowohl Gregorius als auch Prado klar im Mittelpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung, die die beiden im Verlauf des Buches vollziehen. Aber auch relevante Nebenprotagonisten erleben eine nachvollziehbare und schöne Entwicklung, die der Geschichte eine zusätzliche Facette und Tiefe verleiht. Wer stille und tiefgründige Romane mit philosophischem Tiefgang und existenziellen Fragestellungen mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist philosophisch, klar und teils anspruchsvoll, was gut zur Handlung passt.
Minuspunkte: Das bereits erwähnte langsame Handlungstempo war an einigen Stellen sehr zäh und der philosophische Einschlag war mancherorts ein wenig zu anspruchsvoll.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Cornelia Funke
Tintenwelt 2. Tintenblut
(3.540)Aktuelle Rezension von: Isika0510Eine gelungene Fortsetzung, mit Höhen und Tiefen.
Sehr gut geschrieben, man konnte sich wirklich super in die Geschichte und die Charaktere hineinversetzen!
Mit manchen Szenen rechnet man nicht, umso spannender macht es das Buch natürlich.
mich bin sehr gespannt, wie es denn weitergeht und was noch auf einen zukommt! - John Green
Eine wie Alaska
(2.559)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als der 16-jährige Miles auf das Internat Culver Creek wechselt ahnt er nicht, welch unvergesslichen, aufregenden, glücklichen, dramatischen und traurigen Momente ihm bevorstehen. Er findet neue Freunde, die immer für ein Abenteuer zu haben sind und mit denen er das Leben in vollen Zügen genießt. Besonders die ebenso geheimnisvolle wie faszinierende Alaska hat es Miles angetan...
Aber mir fehlte der Mut, und sie hatte einen Freund, und ich war linkisch, und sie war wunderschön, und ich war hoffnungslos langweilig, und sie war unendlich faszinierend. (S. 122)
Meine Meinung:
Mit Miles hat man einen sehr sympathischen und nahbaren Protagonisten in dessen Gefühls- und Gedankenwelt man sich sehr gut hineinversetzen kann. Weder Miles noch seine Freunde wirken austauschbar. Sie alle werden in einer Weise beschrieben, die dafür sorgt, dass sie einem beim Lesen als Menschen mit Persönlichkeit und Charakter erscheinen. Man erfährt von ihren Stärken, Schwächen und Eigenheiten, wodurch sie beim Lesen lebendig werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein besonderes Interessensgebiet, das es Miles angetan hat: Er ist fasziniert von den allerletzten Worten, die berühmte Persönlichkeiten unmittelbar vor ihrem Tod gesagt haben. Dieses interessante und ungewöhnliche Thema ist mir zuvor noch in keinem anderen Buch begegnet.
Eine große Stärke des Buches ist das Lebensgefühl, das die Geschichte versprüht. Wie die Jugendlichen neue Freundschaften schließen, sich verlieben, Streiche planen, gegen Internatsregel aufbegehren und welche Träume, Hoffnungen, Sorgen und Ängste sie haben wird sehr lebendig beschrieben.
Bereits zu Beginn des Buches steht fest, dass ein einschneidendes und bedeutsames Ereignis bevorsteht: Jedes der kurzen Kapitel beginnt nämlich mit den Worten „X Tage davor“. Der besagte Tag rückt unaufhaltsam näher und man ist gespannt welches Ereignis am Tag 0 eintreten wird. Dieser Countdown ist eine interessante Idee und trägt zusammen mit dem angenehmen Schreibstil dazu bei, dass man das Buch in kürzester Zeit gelesen hat.
Die erste Hälfte des Buches ist von lustigen Momenten und Leichtigkeit geprägt. In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte dann eine dramatische und nachdenklich stimmende Wendung und gewinnt an Tiefe: Das geheimnisumwobene und dramatische Ereignis, das am Tag 0 eintritt stellt das Leben von Miles und seinen Freunden auf den Kopf. Es lässt sie Manches aus einem neuen Blickwinkel betrachten und konfrontiert sie mit dem Ernst des Lebens.
Das Ende des Buches ist dann aber dennoch vorwiegend hoffnungsvoll. Es gibt noch ein sehr lustiges Ereignis und die Geschehnisse werden in einer Weise abgerundet, die dafür sorgt, dass man nicht betrübt zurückgelassen wird und trotz allem insgesamt mit einem guten Gefühl aus der Geschichte geht.
Warum vergebe ich dennoch nur 3 Bewertungssterne?
Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte über weite Strecken eher „dahinplätschert“ und die Spannung eigentlich ziemlich künstlich aufrechterhalten wird (Stichwort Countdown). Das am Tag 0 eintretende Ereignis gibt den Geschehnissen dann zwar eine unerwartete und dramatische Wendung, aber man kann nicht sagen, dass dies einen richtigen Höhepunkt der Geschichte markiert. Außerdem flacht die Handlung anschließend auch relativ schnell wieder ab. Ein weiterer Punkt, der mir nicht zugesagt hat ist eine überflüssig wirkende erotische Szene, die etwas zu plump und vulgär beschrieben wird.
Fazit:
Trotz kleinerer Schwächen handelt es sich insgesamt um eine schöne und bewegende Geschichte über das Leben, Freundschaft, Liebe und Verlust, die neben lustigen Momenten auch einige nachdenklich stimmende Momente zu bieten hat.
Es ist mein erstes Buch von John Green gewesen und ich möchte auf jeden Fall auch noch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ lesen.
Zum Schluss noch einige besonders schöne und nachdenklich stimmende Zitate aus dem Buch:
„Von der Zukunft zu träumen, ist auch eine Art Nostalgie. […] Dein ganzes Leben steckst du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.“ (S. 76)
Der Mensch, glaubte ich, braucht Sicherheit. Er erträgt die Vorstellung nicht, dass der Tod nichts sein soll als ein großes schwarzes Nichts, er erträgt den Gedanken nicht, dass seine Liebsten aufhören zu existieren, er kann sich nicht vorstellen, selbst einmal nicht mehr zu existieren. Am Ende, schloss ich, glauben die Menschen an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil nicht ertragen können. (S. 138)
Es kommt die Zeit, da wir begreifen, dass unsere Eltern weder uns retten können noch sich selbst, dass jeder Einzelne von uns, die wir durch den Fluss der Zeit waten, irgendwann von der Strömung weggerissen wird – kurz, dass wir alle gehen. (S. 166)
Thomas Edisons letzte Worte waren: „Es ist wunderschön hier drüben.“ Ich weiß nicht, wo sie ist, aber ich glaube, sie ist irgendwo, und ich hoffe, dass es wunderschön dort ist. (S. 295)
- Anna Todd
After forever
(2.395)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteAfter Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna Todd bleibt ihrem bekannten Muster treu: intensive Gefühle, dramatische Wendungen und ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Doch gerade im vierten Band wirkt dieses Drama stellenweise überreizt und vorhersehbar, als würde die Geschichte bewusst in die Länge gezogen, um die Spannung künstlich hochzuhalten.
Stärken zeigt Todd weiterhin in der Darstellung innerer Konflikte. Besonders Hardins Rückfall in alte Muster und seine düstere Selbstzerstörung sind eindringlich beschrieben. Auch Tessas Entwicklung – geprägt von Verlust, Ernüchterung und wachsender Selbstbestimmung – verleiht dem Roman emotionale Tiefe. Die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und lassen beide Figuren greifbarer wirken. Gleichzeitig drehen sich manche Konflikte im Kreis, und nicht jede Wendung fühlt sich wirklich verdient an.
Der Epilog fällt dagegen überraschend knapp aus. Nach so vielen Seiten voller Dramatik wirkt der schnelle Zeitsprung fast wie ein Bruch – als hätte man hier eine Chance verpasst, den Figuren einen runden, organischen Abschluss zu geben.
Trotz dieser Schwächen bleibt After Forever ein Muss für Fans der Reihe. Es beantwortet offene Fragen, bietet emotionale Momente und lässt einen mit einem bittersüßen Lächeln zurück. Die Reihe insgesamt bleibt ein fesselndes Erlebnis voller Liebe, Schmerz und Selbstfindung – auch wenn Band vier nicht ganz die Kraft der Vorgänger erreicht.
Fazit: Ein intensiver, aber nicht immer überzeugender Abschluss, der dank starker Charakterentwicklung und emotionaler Momente solide 3,5 Sterne verdient.
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.426)Aktuelle Rezension von: HarryPlotterDie Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.
Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren.
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.088)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrMich hat das Buch hauptsächlich zum Nachdenken gebracht. Gerade die Zukunft rund um Tao hat mich sehr beschäftigt. Ich glaube man ist sich gar nicht so recht bewusst, wie wichtig die Bienen im Alltag wirklich sind.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich etwas Probleme mit den beiden Hauptprotagonisten George und William hatte. Zeitweise konnte ich die beiden Männer und deren Umgang mit ihren eigenen Familie nicht verstehen. Ich wäre am liebsten ins Buch gesprungen und hätte beide schütteln können für ihre engstirnige, kaltherzige Art.
Fazit: Für mich eine klare Leseempfehlung.
- Carlos Ruiz Zafón
Das Spiel des Engels
(1.415)Aktuelle Rezension von: Christian_FisIm zweiten Teil des Zyklus «Der Friedhof der Vergessenen Bücher» erzählt David Martín seine Lebensgeschichte. Die Handlung spielt zwischen 1917 und 1930 und damit eine Generation vor «Der Schatten des Windes». Erneut bildet das düstere, geheimnisvolle Barcelona die atmosphärisch dichte Kulisse.
Zafón erzählt konsequent aus der Perspektive David Martíns; eines alles andere als zuverlässigen Ich-Erzählers. David leidet an einem Gehirntumor. Realität, Wahn und möglicherweise Übernatürliches verschwimmen zunehmend. So bleibt trotz zahlreicher überraschender Wendungen stets die Frage: Was ist tatsächlich geschehen und was existiert nur in Davids Wahrnehmung?
Darin liegt für mich die grosse Stärke des Romans. Gerade weil Zafón auf eine eindeutige Trennung zwischen Realität und Einbildung verzichtet, behält das Werk bis zum Schluss seine rätselhafte Logik. Widersprüche und Mehrdeutigkeiten bleiben bestehen. Das mag manchen Leser stören, verleiht dem Roman aber eine faszinierende Tiefe und Vielschichtigkeit.
Gerade im Vergleich zu «Der Schatten des Windes» zeigt sich hier eine erzählerische Weiterentwicklung. Während dort der späte Bericht von Nuria Monfort die offenen Fragen für meinen Geschmack durch einen abrupten Perspektivenwechsel eher plump ausräumte, verzichtet Zafón diesmal auf eine solche vollständige, erzwungene Auflösung.
Bei alledem ist «Das Spiel des Engels» ein echter Pageturner. Der Roman entwickelt einen enormen Sog, liest sich leicht und hat kaum Längen. Zafóns Sprache ist erneut atmosphärisch dicht. Bemerkenswert ist die dramaturgische Dynamik: Das Buch besitzt zur Mitte hin einen regelrechten Kipppunkt. Es bricht radikal mit dem anfänglichen historischen Erzählton und wandelt sich überraschend in einen surrealen Mystery-Thriller. Ich mag diesen harten «From Dusk Till Dawn»-Moment sehr.
Eine klare Leseempfehlung – vorausgesetzt, man kann sich auf einen unzuverlässigen Erzähler und eine Geschichte einlassen, die nicht auf jede Frage eine eindeutige Antwort gibt.
- Walter Moers
Das Labyrinth der Träumenden Bücher
(1.065)Aktuelle Rezension von: JenadoIch habe das Buch mittlerweile mehrfach gelesen und finde es immer wieder spannend in diese skurrile Welt einzutauchen. Der Ideenreichtum von Moers ist spitze und die Welt fühlt sich stimmig an und es wird gefühlt nie langweilig.
Die Illustrationen sind so liebevoll und helfen noch mehr in die Geschichte zu finden. Ich würde das Buch immer wieder wärmstens empfehlen 🧡 - Ally Condie
Cassia & Ky – Die Flucht
(2.305)Aktuelle Rezension von: KayuriIn diesem Buch geht die Geschichte um die Liebe die nicht sein soll weiter. Wir bekommen zwei Perspektiven präsentiert, dabei klappt der Übergang für mich nicht immer sauber. Dennoch fand ich es interessant diese Suche und Flucht aus beiden Perspektiven zu erleben.
Die Geschichte an sich hatte ein paar Längen. Es fühlte sich manchmal so an als wurde recht wenig passieren. Dafür bekamen aber auch die anderen Figuren etwas mehr Tiefe verpasst. Daher war es für mich verständlich wieso es die lägen gab.
Ich freue mich auf den letzten Teil, dieser endet mit einem Cliffhanger.
- Cornelia Funke
Tintenwelt 3. Tintentod
(2.960)Aktuelle Rezension von: Isika0510Der dritte Band hat mich leider, in den verschiedenen Sequenzen und Charakteren, nicht mehr so überzeugen können, wie die ersten beiden Teile.
Es war dennoch teilweise spannend und unterhaltsam, in Teilen aber auch etwas langatmig und dadurch für mich schwer dranzubleiben.
Die Geschichte und die Tintenwelt an sich, sind trotzdem wahnsinnig faszinieren und toll zu Papier gebracht!
- Mariana Leky
Was man von hier aus sehen kann
(992)Aktuelle Rezension von: ArtVandaleyZunächst hatte ich gedacht, es handele sich um eine Art Dorfchronik und ein Portrait diverse liebenswerter Charaktere. Wirklich relevant wurde das Buch dann, als den Portraitierten eine Reihe von Schicksalsschlägen erteilt, die alle auf eine harte Probe stellen. Mariana Leky schreibt in ihrer typischen Art und lässt uns daran teilhaben, wie ihre Charaktere die Herausforderungen des Lebens meistern. Dies ist mein zweites Leky-Buch nach "Erste Hilfe" und ich finde, es ist wesentlich besser gelungen.
- Ally Condie
Cassia & Ky – Die Ankunft
(1.571)Aktuelle Rezension von: Zarina📖 Inhaltsangabe:
Cassia und Ky haben den Weg zur Erhebung gefunden, einer Bewegung, die das unterdrückende System stürzen will. Doch der gemeinsame Kampf fordert Opfer: Die beiden werden getrennt, Cassia kehrt in die Hauptstadt zurück, Ky wird Pilot. Währenddessen trifft Cassia auf Xander, dessen Rolle komplexer ist als erwartet. Als eine tödliche Seuche das Land bedroht, muss Cassia sich entscheiden, zwischen Vergangenheit, Wahrheit, Vertrauen und Zukunft. Ihr Mut könnte über das Schicksal aller entscheiden.📚 Meine Meinung:
Ein würdiger Abschluss der Trilogie! Besonders spannend fand ich die moralischen Fragen, die sich durchziehen: Vertrauen, Verantwortung und Verlust. Cassia wird in diesem Band noch stärker, reflektierter, nicht mehr nur verliebt, sondern bereit, für mehr zu kämpfen. Auch Xander erhält endlich mehr Tiefe. Die Dreiecksbeziehung steht nicht mehr so stark im Fokus, was dem politischen und gesellschaftlichen Teil mehr Raum gibt. Man spürt den Wandel, der über allem liegt, sowohl in der Welt als auch in den Figuren.✅ Fazit:
Ein gelungener Abschluss, der die Geschichte konsequent weiterführt. Weniger Liebesdrama, mehr Weltveränderung *** spannend, emotional und befriedigend. Wer die ersten zwei Bände mochte, sollte diesen auf keinen Fall verpassen. - Kai Meyer
Die Seiten der Welt – Nachtland
(684)Aktuelle Rezension von: anilaDie Seiten der Welt – Nachtland von Kai Meyer hat mich komplett begeistert. Schon nach den ersten Kapiteln war ich wieder mitten in dieser magischen Welt aus Bibliotheken, Geschichten und literarischen Geheimnissen gefangen. Nachtland schafft es, Spannung, Fantasy und Emotionen so miteinander zu verbinden, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre: düster, geheimnisvoll und gleichzeitig voller Wunder. Kai Meyer schreibt unglaublich bildhaft – jede Szene fühlt sich lebendig an, als würde man selbst durch die verborgenen Gänge und zwischen den Seiten uralter Bücher wandern. Die Ideen rund um die Macht der Bücher und Geschichten sind kreativ und faszinierend umgesetzt.
Auch die Figuren haben mir richtig gut gefallen. Sie wirken glaubwürdig, entwickeln sich weiter und machen die Geschichte emotional greifbar. Vor allem die Mischung aus Abenteuer, Magie und einer leicht melancholischen Stimmung hat das Buch für mich besonders gemacht.
Nachtland ist für mich ein perfekter Fantasyroman für alle, die Bücher lieben und gerne in außergewöhnliche Welten eintauchen. Spannend, atmosphärisch und voller Magie – definitiv ein Highlight!
- James Joyce
Ulysses
(194)Aktuelle Rezension von: AQuaAchtung, bei den meisten Rezensionen hier handelt es sich um Beurteilungen des Originalwerks von James Joyce.
Das hier abgebildete Buch ist aber eine sehr freie Bearbeitung des Stoffes in Form einer graphic novel von Nicolas Mahler. Bloom heißt hier Wurmb, Ort der Handlung ist nicht Dublin sondern Wien. Mir fällt es schwer, mich auf das neue Setting und die minimalistischen Zeichnungen einzulassen.
- Anna Todd
Before us
(946)Aktuelle Rezension von: Stefanie-B„Before Us“ ist ein Zusatzband zur After-Reihe und richtet sich vor allem an Leserinnen und Leser, die nach dem Ende der Hauptreihe noch mehr Zeit mit den Charakteren verbringen möchten.
Zum Teil wird die Geschichte aus Hardins Perspektive erzählt. Und es war schön, seine Gedanken zu Tessa kennenzulernen und die frühen Phasen ihrer Beziehung noch einmal aus seiner Sicht zu erleben. Allerdings wirkten einige Abschnitte auf mich etwas langatmig, da vieles bereits bekannt war und nicht immer genügend neue Einblicke (Stellen, die ganz „Hardin-Like“ sind) geboten wurden, um mich dauerhaft zu fesseln.
Am besten gefallen hat mir der hintere Teil des Buches, der die Geschichte von Hardin und Tessa nach den Ereignissen des letzten Bandes weiterführt. Zudem kommen mehrere Nebencharaktere zu Wort, wodurch man zusätzliche Perspektiven erhält. Gerade diese Einblicke fand ich spannend und bereichernd. Schade war lediglich, dass dieser Teil nur einen vergleichsweise kleinen Abschnitt des Buches ausmacht.
Der Schreibstil liest sich gewohnt flüssig.
Für Fans der After-Reihe ist „Before Us“ eine nette Ergänzung, auch wenn nicht alle Kapitel gleichermaßen spannend sind. Insgesamt ein solides Zusatzbuch für zwischendurch, das einige interessante neue Perspektiven bietet, aber mich nicht wirklich fesseln konnte.























