Bücher mit dem Tag "literaturwissenschaft"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "literaturwissenschaft" gekennzeichnet haben.

48 Bücher

  1. Cover des Buches Das andere Geschlecht (ISBN: 9783499227851)
    Simone de Beauvoir

    Das andere Geschlecht

    (68)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe Auszüge des Buches in meinem Studium behandelt und es nun zu großen Teilen - allerdings nicht komplett - gelesen.

    Mit seinen knapp tausend Seiten ist das Buch keine kurze und einfache Lektüre. Simone de Beauvoir erklärt ausführlich, dass man nicht als Frau geboren, sondern zu dieser gemacht wird. Hierzu hat sie das Werk in zwei Teile geteilt. Der erste Teil befasst sich mit den Fakten und Mythen und ist in die Kapitel "Schicksal", "Geschichte" und "Mythos" unterteilt. Der zweite Teil befasst sich mit den gelebten Erfahrungen der Frau und genauer mit dem Werdegang, der Situation, den Rechtfertigungen und dem Weg zur Befreiung.

    Das Buch ist nichts für zwischendurch. De Beauvoir untersucht auf biologischer, historischer, philosophischer und soziologischer Ebene, inwieweit Frauen zum anderen Geschlecht (gemacht) wurden. An einigen Stellen wiederholt die Autorin sich; oft führt sie sogar ähnliche Aussagen, die sie bereits zu Beginn getätigt hat, später noch einmal auf.

    Dennoch hat sich de Beauvoir ausführlich mit dem Thema beschäftigt und sich auch insbesondere mit den biologischen und historischen Aspekt auseinandergesetzt, um diese, so wie sie seit Jahrhunderten weitergegeben werden, zu entkräften und den Ursprung der vermeintlichen biologischen und historischen Gegebenheiten zu erläutern.

    Trotz dessen ist das Werk auch noch über 70 Jahre nach Erscheinung von erschreckender Aktualität. Viele Passagen, die ich gelesen habe, haben immer noch ihren aktuellen Wert und haben sich bis heute nicht geändert. Auch wenn das Werk kein einfaches oder kurzes ist, würde ich dieses sehr empfehlen, zumindest auch ausschnittweise.

  2. Cover des Buches Die wilde Geschichte vom Wassertrinker (ISBN: 9783257601329)
    John Irving

    Die wilde Geschichte vom Wassertrinker

    (296)
    Aktuelle Rezension von: hankhauser

    Wow, endlich habe ich dieses Buch gelesen! Ich hab es in den vergangenen Jahren gleich mehrere Male nach den ersten Seiten abgebrochen, weil es besonders für den geneigten Irving-Leser nicht Liebe auf den ersten Blick ist. Man wird ziemlich ins kalte Wasser geworfen, weil Fred "Bogus" Trumper schon in den Zwanzigern ist, schon in einer Beziehung und sogar schon eine Ehe hinter sich hat, aus der ein Sohn stammt. Außerdem ist Bogus ein ziemlicher Loser, aber man merkt schnell, ein liebenswerter Loser. Auch die anderen Figuren wachsen einem schnell ans Herz. Abgesehen von Ralph Packer vielleicht ;-) Es geht um Sex, Liebe und Freundschaften, und jedes Wasserlassen wird analysiert. Aber es ist genial, vielleicht etwas sprunghaft und anekdotenreich. Es eröffnet sich dem Leser nicht so ein Panorama wie bei Irving sonst, aber es hat seine Momente und ist aberwitzig. man merkt, dass er danach "Garp" geschrieben hat. Man kommt sich vor wie in einem Film von Woody Allen, weil es so neurotisch und exzentrisch ist. Ich fühlte mich an die erste Folge "Shameless" erinnert, wo einem alles etwas zu viel ist. Aber es hat alles, was irving ausmacht und es ist ein wirklich guter Irving, was bedeutet, dass ich es bestimmt nochmal lesen werde. Wenn es euch am Anfang zu trivial erscheint und nicht wirklich gut oder greifbar, am Ende macht alles, aber auch alles Sinn, auch die Lektüre an sich! Am Ende möchte man auch so gute Freunde haben, vielleicht wie im Film "Der große Frust"...

  3. Cover des Buches Frauen und Bücher (ISBN: 9783442749805)
    Stefan Bollmann

    Frauen und Bücher

    (82)
    Aktuelle Rezension von: Ulenflucht

    Frauen lesen etwas anderes als Männer. Pi mal Daumen kann dem jeder zustimmen, der mal eine Buchhandlung besucht hat. Dass Frauen aber auch anders lesen, ist jedoch der Mehrheit nicht klar gewesen. An dieser Stelle setzt das Buch an. Es ist eine Kulturgeschichte des weiblichen Lesens und dabei nicht nur leicht zu lesen, sondern anschaulich, erhellend und äußerst vergnüglich.

    Der Autor führt den Leser/die Leserin (es ist zu hoffen, dass dieses Buch auch Männer lesen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Frauen zu verstehen) durch fast 300 Jahre Geschichte und greift dabei die großen Errungenschaften und Werke heraus, die seines Erachtens weibliches Lesen geprägt haben. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann nicht bestehen. Wir erfahren vom Aufstieg des Romans, der vermeintlichen weiblichsten aller Textarten, und bekommen den Weg von der Leserin (18. Jhr) zur Schriftstellerin (Jane Austen) und schließlich zur Literatin (Susan Sonntag) und Verlegerin (Sylvia Beach) vor Augen geführt.

    Die große Stärke des Buchs ist es, die Geschichten der Akteurinnen selber sprechen zu lassen. Durch deren Leben scheint die Bedeutung des Lesens durch und ermöglicht Identifikation. Gleichzeitig wird das Neue herausgestellt und mit großer Eloquenz seitens des Autors eingeordnet. Einige, wenige Schwachstellen zeigen sich dort, wo eben jene Geschichten ein wenig lang sind, wie jene Klopstocks, und dort, wo sie nur angedeutet sind, wie die von Marilyn Monroe. Hier wünscht man sich mehr Augenmaß.

    Dieses Buch ist trotzdem ein unverzichtbares Muss für Leser, Leserinnen, Kulturinteressierte, Historiker, Literaturwissenschaftler, Leseratten… also für alle. 

  4. Cover des Buches Deutsche Literaturgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart in 12 Bänden (ISBN: 9783423033435)
    Ernst von Borries

    Deutsche Literaturgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart in 12 Bänden

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Erst wird der geschichtliche Hintergrund der Klassik und deren Vorläufer dargestellt. Danach erfolgt die Vorführung der Entwicklung Schillers und Goethes von ihren ersten klassischen Werken, bis zu ihren letzten. Dabei ist sowohl ihr Lebenslauf, als auch deren Zeithintergrund, die zu ihrem Werdegang beigetragen haben und ihr reger Austausch untereinander ausführlichst geschildert. Die behandelten Werke sind vollständig (die Gedichte) oder in Auszügen wiedergegeben. Die restlichen Texte wurden resümiert.

    Eine gute Überblicksdarstellung zu den Werken, denen oft auch eine Interpretation beigefügt ist. Ich vermisse allerdings eine ausführliche Darstellung der Epoche mit ihren Merkmalen. Welche Werke Goethe und Schiller geschrieben haben, kann ich in jedem Literaturlexikon nachschlagen. Das hat dieses Buch den vierten Stern gekostet.

    Nichtsdestotrotz bleibt es interessant zu lesen und hat auch die Komik aufgegriffen, wenn Schiller und Goethe sich gegen unliebsame Zeitgenossen verbündeten.

  5. Cover des Buches Einladung zur Literaturwissenschaft (ISBN: 9783825220723)
    Jochen Vogt

    Einladung zur Literaturwissenschaft

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Nelebooks

    Klappentext (LB): "Dieses UTB hat Studienbuchgeschichte geschrieben! Es war die erste Einführung, die in ebenso unterhaltendem wie wissenschaftlich präzisem Stil die Grundlagen der Literaturwissenschaft vorstellte. Das Themenspektrum reicht von der antiken Rhetorik und Poetik über Begründungsfragen der heutigen Literaturwissenschaft und beispielhafte Textanalysen bis hin zum Verhältnis zwischen Literatur und Neuen Medien. Zahlreiche Abbildungen, Schemata, Randerläuterungen und eine begleitende Internet-Präsenz regen zum selbstständigen Weiterlesen, Weiterdenken und Weiterforschen an. Die überarbeitete, aktualisierte und erweiterte 6. Auflage berücksichtigt insbesondere die Arbeitsbedingungen und Anforderungen der neuen Bachelor-Studiengänge."

    Meinung: Der Autor hat einen hier toll über das Allgemeine zum Speziellen mitgenommen. Er schreibt nicht so trocken für ein Fachbuch, so dass ich es tatsächlich interessiert gelesen habe und es nicht langatmig oder trocken wurde. Der Autor spricht einen teilweise auch direkt an und hat einen etwas lockeren Schreibstil, so dass es einen teilweise zum Schmunzeln bringt und das Lesen aber natürlich gleichzeitig auch noch angenehmer macht. Fachbegriffe werden kurz erklärt, so dass man diese nicht zusätzlich googeln muss. Auch gibt es am Rand immer noch Hinweise, Erklärungen oder Bilder von Autoren, so dass das Ganze vollständiger und umfassender wird. Das Buch war jetzt eine tolle Ergänzung und Wiederholung zu meinem Modul "Einführung in die Literaturwissenschaft" und ich kann es Studierenden auf alle Fälle weiterempfehlen.

  6. Cover des Buches Besessen (ISBN: 9783458357582)
    Antonia S. Byatt

    Besessen

    (67)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Es gibt Romane, da frage ich mich, warum die so viel Aufmerksamkeit bekommen, obwohl sie ganz offensichtlich schlecht sind. Und dann gibt es Meisterwerke, denen nicht ansatzweise die Beachtung zukommt, die sie verdient haben. Auf Antonia S. Byatts „Besessen“ wurde mein Augenmerk nur durch Hinweis einer lieben Kollegin gelenkt. Ansonsten hätte ich diesen wundervollen Roman nie entdeckt. Was für eine Schande. Allerdings sorgt der Insel Verlag durch die Titelblattwahl (eigentlich ja Buchdeckelwahl) auch nicht gerade dafür, dass dem Buch besondere Aufmerksamkeit zukommt. Sieht das Bild doch arg nach romantischem Groschenroman aus. Und damit könnte man nicht weiter fehlen. Denn kaum ein Superlativ wäre zu viel für diesen absoluten Ausnahmeroman. Byatt hat einen spannenden, anspruchsvollen, ironisch-humorvollen Kriminalroman geschrieben, der zugleich eine Liebesgeschichte ist, welche vollkommen ohne stereotype Schnulzen und Peinlichkeiten auskommt. Und da das Ganze im Umfeld von Literaturwissenschaftler*innen geschieht, ist es auch noch ein eine wundervolle Reise durch Lyrik und Prosa. Nicht zuletzt hat „Besessen“ auch noch einen nicht unerheblichen feministischen Impuls.

    Im Großbritannien der Thatcher-Ära entdeckt der junge und antriebslose Literaturwissenschaftler Roland Michell zufällig Notizen und Briefe des berühmten Dichters Randolph Henry Ash. Unschlüssig über den Wert des Fundes stiehlt er kurzerhand die Papiere, um der potenziellen Sensation nachzugehen. Handelt es sich doch möglicherweise um den Teil einer Liebesbrief-Korrespondenz und galt Ash doch bislang als der treue Ehemann und eher langweilige Zeitgenosse des viktorianischen Zeitalters. Auf der Suche nach den Hintergründen und weiteren Beweisen für Ashs Geheimnis, stößt er auf die Kollegin Maud Bailey, die zur gleichen Zeit auf die weitaus weniger bekannte Lyrikerin Christabel LaMotte ihren Forschungsschwerpunkt gelegt hat. Zusammen begeben sie sich auf eine teils abenteuerliche, teils romantische Jagd nach Dokumenten, die Licht ins Dunkel um Ashs Beziehungen bringen können.

    „Ich bin mir nur gewiß der Heiligkeit unserer Liebe und der Wahrheit der Phantasie“

    Natürlich können umfangreiche Recherchen zum berühmten Ash nicht unentdeckt bleiben, weshalb sich ein Wettrennen unter den unterschiedlichst motivierten Ash-Forscher*innen anbahnt. Macht, Status und Prestige sind bedeutende Motoren, nicht nur im Wissenschaftsbetrieb. Und so spannt sich bald ein Netz aus Intrigen, Lügen und Eifersüchteleien zwischen allen Involvierten. „Besessen“ ist zwar im Kern ein literaturwissenschaftlicher Kriminalroman, aber zugleich auch ein Liebesroman auf mehreren Ebenen, ein Abenteuerroman, eine beißende Kritik am Wissenschaftssystem, eine humorvolle Abrechnung mit patriarchalen Strukturen und zugleich aber auch ein distanzierter Blick auf nicht immer progressive Auswüchse des Feminismus. Was Antonia S. Byatt hier konstruiert hat, ist nicht weniger als ein Meisterinnenwerk. Ein psychologisches Opus magnum. Zu jeder Zeit spannend, heiter, unterhaltend und verzückend. Ein intellektueller Liebesroman, wenn man den durchaus klassistisch konnotierten Begriff hier mal verwenden darf.

    Nun wäre „Besessen“ aber nicht das herausragende Werk, wenn es nur um die Gegenwartsgeschichte gehen würde. Auf einer zweiten erzählerischen Ebene erleben wir den Briefwechsel in vivo. Der schon zu Lebzeiten bedeutende Ash und die weitestgehend unbekannte LaMotte lernen sich kennen und schreiben sich zunehmend intimere Briefe. Diese Vergangenheitseben wird vor allem durch die Briefe und Tagebucheinträge der Betroffenen wiedergegeben. Zugleich webt Byatt die literarischen Werke des ungleichen Paares in den Handlungsstrang ein. Gedichte und Auszüge aus Romanen verdichten so die Geschichte und die Emotionen. Und das Geniale am Ganzen ist: alles ist komplett erfunden. Sowohl Randolph Henry Ash also auch Christabel LaMotte sind fiktive Charaktere. Und dementsprechend sind natürlich auch alle Briefe, alle Tagebucheinträge, alle Gedichte und Romanauszüge frei erdacht. Insofern hat Byatt nicht nur einen Roman geschrieben, sondern zugleich auch mehrere Gedichte, Auszüge fiktiver Romane usw.

    Es war ein herrlicher Tag, als sie aufbrachen, ein Tag mit dem blauen und goldenen guten Wetter, wie es zu jedermanns frühesten Kindheitserwartungen gehört, zu jenem Lebensabschnitt, wo das neue, kurze Gedächtnis glaubt, alles sei, was es ist und folglich war und folglich sein werde.

    Moderne Weltliteratur

    Und alles hat seinen eigenen individuellen Klang, als wären hier wirklich unterschiedliche Autor*innen am Werk gewesen. Es ist ein an Sprachgewaltigkeit seines gleichen suchenden Werkes. Wer Sprache liebt, wird „Besessen“ lieben. Dadurch wird die Struktur des Romans allerdings auch durchaus komplex und das ist vermutlich nicht für jede*n etwas. Mir hat es jedenfalls große Freude bereitet und selten habe ich einen Roman so verschlungen, obwohl, oder gerade, weil sich die Spannung eben nicht aus Surprise oder Mystery ergibt, sondern aus Suspense. Und der Gegenstand sind endlich mal nicht Mord und Totschlag, sondern schlichtweg Romanzen. Aber natürlich mangelt es bei Byatt auch nicht an Plot Twists und Turning Points. Literarisch bekommt man das volle Programm. Eben ein Meisterinnenwerk. Dieser Roman gehört in jede Bibliothek und auf jeden Nachttisch.

    Wie kaum anders zu erwarten war, ist Hollywood auch auf „Besessen“ aufmerksam geworden und hat die Geschichte mit Gwyneth Paltrow und Aaron Eckhart verfilmt. Und ebenso zu erwarten war, dass das nicht funktioniert. Buchverfilmungen sind ja eh immer schwierig und mir fallen auch kaum gelungene ein. Aber gerade „Besessen“ ist dermaßen auf seine Schriftform angewiesen, geht es doch im Kern um die Verschriftsprachlichung von Gefühlen in zahlreichen Briefen, Tagebucheinträgen und Gedichten. Und so plätschert der Film als ziemlich beliebige Romanze dahin und kann fast keinen fantastischen Moment des Buches aufgreifen.

  7. Cover des Buches Muss ich das gelesen haben? (ISBN: 9783709981764)
    Teresa Reichl

    Muss ich das gelesen haben?

    (60)
    Aktuelle Rezension von: zwischenkapitelnundkaffee

    Bereits in den ersten paar Seiten steht der Satz „Jetzt hat sie schon in der Einleitung ‚weiße Männer‘ gesagt, holy shit!“ und man kann damit erahnen, wie das Buch geschrieben ist. Und mich hat genau das sofort überzeugt.


    Die Zielgruppe sind eindeutig Jugendliche, also die, die das Thema Schullektüre unmittelbar betrifft. Ich selbst bin schon lange aus der Schule raus (zum Glück), dennoch hat mich das Buch sehr zum Nachdenken gebracht. Der Schreibstil ist locker, humorvoll und angenehm. Einige der erwähnten Autor*innen und Werke kannte ich bereits, zumindest vom Namen her, teilweise auch aus meiner eigenen Schulzeit. Vor allem aber wurden viele Autorinnen vorgestellt, von denen ich zuvor kaum oder gar nichts gehört hatte.


    @teresareichl zeigt klar auf, welche Personen(gruppen) im klassischen Kanon kaum vertreten sind und warum das so ist. Dabei schwingt stellenweise ein gewisser Grant (viel davon) mit, doch sie schafft es, Kritik zu äußern, ohne unfair zu werden. Ihre Argumente sind immer erklärt und gut nachvollziehbar.


    Das Buch ist keineswegs gegen Klassiker gerichtet, sondern will, dass es mehr werden, diverser. Die Autorin macht jede Mente konkrete Vorschläge, was man im Schulunterricht statt (oder zusätzlich zu) Goethe, Schiller & Co lesen könnte. Besonders gelungen fand ich auch ihren vielfachen Hinweis, dass ein echter Wandel von vielen Seiten ausgehen muss und nicht allein von einer einzelnen Gruppe wie zB den Lehrer*innen.


    Ich würde also sagen, das Buch ist auch für Leser*innen, die längst keine Jugendlichen mehr sind, absolut empfehlenswert.

    Danke für den Buddyread @drinlesen 😊

  8. Cover des Buches Thomas Manns Dr. Faustus und die Wirkung (Sammlung Profile) (ISBN: 9783416017244)
  9. Cover des Buches Nscho-tschi und ihre Schwestern (ISBN: 9783780216199)
    Katharina Maier

    Nscho-tschi und ihre Schwestern

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Wolfgang Brunner
    Ein Buch über Frauen, die in Karl Mays „Männer-Abenteuerromanen“ eine wichtige Rolle spielen, mag im ersten Moment seltsam klingen. Vor allem, wenn man sich mit dem Autor nicht näher befasst hat, erliegt man schnell dem (Vor-)Urteil, Mays Geschichten wären lediglich spannende Abenteuer ohne Tiefsinn. Katharina Maier, Magistra der Philosophie, gelingt es schon auf den ersten Seiten, den Leser zu fesseln, in dem sie die Bedeutung der Frauen in Karl Mays Werken (den sogenannten „Mayden“) hervorhebt und erklärt. Mit Akribie stellt Maier Verbindungen zwischen den Orient- und Wildwestromanen her, die faszinieren und zum Nachdenken anregen. Fast meint man als Karl May-Interessierter, durch die fundierten Worte der Sachbuchautorin die Romane plötzlich aus anderen Augen zu sehen und die Geschichten besser zu verstehen. In der ersten Hälfte des Buches werden Männer (leider) so manches Mal als Menschen dargestellt, die der Liebe nicht fähig sind und nur ihre Macho-Qualitäten im Sinn haben. Das stieß mir (als Mann) hin und wieder sauer auf, obwohl ich (noch immer) nicht sicher bin, ob es Karl Mays „Absicht“ war, die Männer so darzustellen und ich Frau Maier hier Unrecht tue . Aber, wie gesagt, es sind nur ein paar Sätze und in der zweiten Hälfte des Buches sind die schnell wieder vergessen, weil Maier dann, zumindest aus meiner Sicht, so richtig zulegt. Besonders das Kapitel über Old Shatterhand und sein „Herzle“, die Klara, hat mich wirklich ergriffen. Die Empathie zwischen Shatterhand und „Herzle“ wird mit der Beziehung Karl Mays und seiner zweiten Frau Klara verglichen und „analysiert“. Und das auf enorm packende Weise. Das mag daran liegen, dass ich eine ähnliche „Symbiose“ in meiner Partnerschaft erleben darf, dennoch ist es Katharina Maier in diesem Kapitel hervorragend gelungen, die „wahre“ Meinung Karl Mays über Frauen darzustellen. Und ab diesem Kapitel geht es dann genauso spannend weiter. Maria Durimeh, die Große Mutter, ist nur eine der weiteren Frauengestalten, die Maier präzise über die Werke, in denen sie erscheint, verfolgt und deren Bedeutung aufs Genaueste erklärt. Der Leser/die Leserin nimmt teil an mystisch-philosophischen Interpretationen von Mays Spätwerk und entdeckt fesselnde, interessante Details. Wir lernen tapfere Kriegerinnen, kluge Scheikinnen und liebenswerte Matriarchinnen kennen. May verbaut diese Frauen immer nur kurz in seinen Geschichten, als verschaffe er ihnen Cameo-Auftritte, um durch dieses „rar machen“ ihre Bedeutung hervorzuheben. Wer Hintergründe über Karl Mays Romane erfahren möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient. Fazit: Ich vergebe 4 von 5 Sternen für diesen außergewöhnlichen Ausflug in die „Frauenwelt“ von Karl Mays angeblich von Männern dominierten Abenteuern. Katharina Maier hat mich mit ihren Interpretationen und Darstellungen der Frauengestalten in Karl Mays Werk gefesselt, fasziniert und überzeugt. Für Karl May-Interessierte, die nicht nur die Romane lesen, sondern auch die Bedeutung der „Weiblichkeit“ in Mays Gesamtwerk begreifen wollen, aus meiner Sicht ein Muss, denn Maier schafft Bezüge zwischen den verschiedenen Romanen (auch Orient- und Wildwestgeschichten), die man als „Laie“ wahrscheinlich niemals erkennen würde. Das Buch wurde dem Aussehen der Gesamtausgabe Karl Mays im Bamberg Verlag angepasst und findet somit einen perfekten Platz in der Sammlung. © cryptanus/Buchwelten 2012
  10. Cover des Buches Making Stories: Law, Literature, Life (ISBN: 9780674010994)
  11. Cover des Buches "Die Donau ist die Form": Strom-Diskurse in Texten und Bildern des 19. Jahrhunderts (Literaturgeschichte in Studien und Quellen) (ISBN: 9783205203889)
  12. Cover des Buches Handbuch Lyrik: Theorie, Analyse, Geschichte (ISBN: 9783476026316)
  13. Cover des Buches Kindlers Literatur Lexikon im dtv in 14 Bänden. (ISBN: B07PG5PQ3C)
  14. Cover des Buches How to Read Literature Like a Professor (ISBN: 9780062301673)
    Thomas C. Foster

    How to Read Literature Like a Professor

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    “What I’ve learned from all these modern and postmodern works has led me to conclude that it is true of others as well: every work teaches us how to read it as we go along.” (Originalzitat Seite 248)

     

    Thema und Inhalt

    Thomas C Foster ist Professor für englische Literatur. Dieses Buch ist eine Art Wegweiser durch die Welt der Literatur und des Lesens. Auf unterhaltsame Art führt er die vielen unterschiedlichen Geschichten, die jemals geschrieben wurden, auf eine ursprüngliche Geschichte zurück, zitiert alte griechische Klassiker, Geschichten aus Religionen und Mythen. Es gibt nur eine einzige Geschichte, erklärt er, die Unterschiede entstehen durch die Art der Schriftsteller und Schriftstellerinnen, sie zu erzählen, und durch uns Lesende, mit welchen Erfahrungswerten wir die Geschichte lesen und für uns selbst auslegen. Diese Ausgabe aus dem Jahr 2014 ist eine überarbeitete Version des 2003 erschienenen Textes, mit neu hinzugefügten Kapiteln und Themen, die sich für Professor Foster aus seinem laufenden Unterricht und den dort gestellten Fragen ergeben haben, sowie zusätzlichen Beispielen aus der aktuellen Gegenwartsliteratur.

     

    Umsetzung

    In sechsundzwanzig Kapiteln geht Thomas C. Foster auf die wichtigsten Komponenten einer Geschichte ein, Kapitel siebenundzwanzig ist ein Text, die Kurzgeschichte „The Garden Party“ von Katherine Mansfield, um das nun erworbene Wissen am eigenen Leseverhalten zu testen. Das Buch schließt mit einer Leseliste und einem ausührlichen Index.

    In jedem Kapitel geht es um ein bestimmtes Thema, zum Beispiel die Anordnung der einzelnen Figuren, wobei wir hier erkennen, dass es meistens nicht gut ist, direkt neben der Hauptfigur, dem Helden der Geschichte, zu stehen. So lernen wir, zwischen den Zeilen zu lesen, über die Bedeutung nicht nur der einzelnen Figuren nachzudenken und ihren Platz in der Handlung, über die Konflikte und Themen, sondern auch über die Landschaften, das Umfeld, das Wetter, die Jahreszeiten, alle möglichen Formen von Fortbewegung und Reisen und hier sogar auf die jeweilige Richtung zu achten. Dazu kann es sich lohnen, auch Zeichen und Metapher zu hinterfragen. Ungeschulte Hobby-Lesende wie ich denken, zu wenig Erfahrung mit Literatur zu haben, doch Forster bestärkt uns in diesem Buch darin, uns auf all das zu besinnen, was wir aus vergangenen Lektüren wissen, und nicht darauf, was wir nicht wissen. Wichtig ist es, jedes Buch, bildlich gesprochen, zu besitzen, es zu Unserem zu machen, denn jede einzelne Figur, die der Schriftsteller erfindet, wird von uns Lesenden neu erfunden, da wir unsere eigenen Erinnerungen, Erfahrungen und Beobachtungen mit einbringen. „Characters are products of writers‘ imaginations – and readers imaginations.“ (Originalzitat Seite 81)

     

    Fazit

    „There comes a point in anyone’s reading where watching for pattern and symbol becomes almost second nature, where words and images start calling out for attention.“ (Originalzitat Seite 304). Dieses vielseitige, interessante, erhellende und unterhaltsame Buch gibt es nur in der englischen Originalsprache, doch es ist sehr angenehm zu lesen und es lohnt sich.

     

  15. Cover des Buches Wer war Alice (ISBN: 9783844521368)
    T. R. Richmond

    Wer war Alice

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Johanna_Torte

    Inhalt

    Alice Salmon war 25 Jahre alt, als ihre Leiche im Fluss entdeckt wird. In der Nacht zuvor war sie mit ihren Freundinnen unterwegs gewesen und hierbei floss nicht wenig Alkohol.

    War es demnach ein tragischer Unfall, Selbstmord oder ein Verbrechen? Es werden von überall her Spekulationen laut.

    Ein Professor beabsichtigt gar ein Buch über Alice und ihr (Ab)leben zu schreiben. Auch ihr Ex-Freund Ben und ihr aktueller Freund Luke scheinen nicht ganz unschuldig…


    Meinung

    Ich habe einen Thriller erwartet, sogar einen Psychothriller! Ich muss jedoch einräumen, dass dies auf dem Cover nicht stand. Wer lesen kann, ist also klar im Vorteil!

    DENN... ich wurde leider negativ überrascht. Ich würde beinahe sagen, ich habe mich gefühlt wie zwischen Politikern. Es wurde viel geredet ohne zu reden!

    Es fehlte dem !Roman! an Substanz, an Tiefe, an Geschichte. Lediglich ein Mal habe ich so etwas wie Spannung und lediglich ein Mal so etwas wie Mitgefühl empfunden. Die Charaktere sind allesamt nicht wirklich sympathisch. Muss auch nicht wirklich, hat bei „Sturmhöhe“ ja auch nicht geschadet, aber es fehlt hier an Tiefe. Alle bleiben irgendwie blass, farblos. Der Professor ist hier noch am ehesten authentisch (wenn auch bizarr) dargestellt.

    Ich habe bis zum Ende durchgehalten, weil ich dachte, das Ende ist dann noch mal entschädigend, aber leider enttäuschte auch dies.

    Das einzig Gute war die interessante Erzählstruktur. Der Roman ist aufgebaut in E-Mails, SMS, Tagebucheinträgen, Twitter-Meldungen, Zeitungsberichten, Blogeinträgen, Briefen etc. Auch nicht besonders neu, aber interessant. Könnte vielleicht in Buchform tatsächlich spannender zu lesen sein, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass dadurch mehr Spannung aufkommen könnte.

    Die Hörbuchsprecher haben einen tollen Job gemacht, das muss ich lassen. Jeder einzelne Charakter hat einen eigenen Sprecher. Alle lesen gut verständlich und flüssig.


    Für die Erzählstruktur und das gut umgesetzte Hörbuch gibt es von mir 2 Sterne, aber die Geschichte ist meines Erachtens leider nicht wirklich unterhaltsam.

  16. Cover des Buches Einführung in die Erzähltheorie (C.H. Beck Studium) (ISBN: 9783406742835)
  17. Cover des Buches Tage des Lesens (ISBN: 9783458344186)
  18. Cover des Buches Gefühlserkenntnisse und Denkerschütterungen: Robert Musils Nachlass zu Lebzeiten (ISBN: 9783895282058)
  19. Cover des Buches Wien: Eine Stadt im Spiegel der Literatur (ISBN: 9783852567785)
  20. Cover des Buches Thomas-Mann-Handbuch (ISBN: 9783596166107)
    Helmut Koopmann

    Thomas-Mann-Handbuch

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Das Thomas Mann Handbuch, herausgegeben von Helmut Koopmann, Professor für Neuere deutsche Litaraturgeschichte und bekannter Thomas Mann-Forscher, informiert umfassend und kompakt über Leben, Werk und Wirkung des berühmten Schriftstellers. Über 40 Essays der renommiertesten Kenner Manns sind in dem Handbuch vertreten. Auf insgesamt über 1000 Seiten werden Zeitgeschichte, literatur- und kulturgeschichtliche Bezüge, sämtliche Werke, Ästhetik, literarische Kritik und Forschungsgeschichte behandelt. Der umfangreiche Personen- und Werkregister, Sachregister, sowie ein Register der Werke Manns ermöglichen ein schnelles und gezieltes Nachschlagen. Absolut empfehlensert!
  21. Cover des Buches Schiller. Bd.2 (ISBN: 9783406462252)

    Schiller. Bd.2

    (3)
    Aktuelle Rezension von: BarbaraDrucker
    Peter André Alt schreibt eine vorbildliche Schiller-Monographie: fachlich fundiert unter kritischer Berücksichtigung seines Werkes und der geistigen Strömungen im 18. Jahrhundert. Nicht purer Voyeurismus (obwohl auch das Interesse am Menschen Schiller durchaus befriedigt wird), sondern Einordnung dieses Ausnahme-Dichters in seine Epoche steht im Vordergrund. Dabei wird auch seltener zitierte Forschungsliteratur berücksichtigt und insgesamt ergeben sich neue, spannende Perspektiven, Schiller zu lesen.
    Diese Monographie richtet sich primär an ein Fachpublikum und stellt meines Erachtens die noch immer aktuelle Grundlage für eine Beschäftigung mit Schiller dar.
  22. Cover des Buches Metzler Lexikon Weltliteratur (ISBN: 9783476020932)
  23. Cover des Buches Romantik: Ein europäisches Ereignis (ISBN: 9783150113257)
  24. Cover des Buches Männerliebe: Homosexualität und Literatur (ISBN: 9783476008282)

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