Bücher mit dem Tag "loch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "loch" gekennzeichnet haben.

12 Bücher

  1. Cover des Buches Das Fallen (ISBN: 9783947106424)
    Michael-André Werner

    Das Fallen

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Kathi248

    Mit seinem Roman "Das Fallen" ist Michael-André Werner ein wirklich aussergewöhnliches Buch gelungen. Auf herrliche Art anders wird hier nicht geradlinig eine Geschichte erzählt, sondern ein Sturz beschrieben, wie er spannender nicht sein könnte.

    Schon ganz zu Beginn wird die etwas zerstreute, sympatische Protagonistin Antonia geradezu von einem Loch im Boden verschluckt und die ganze weitere Geschichte spielt sich während ihrem Fall ab. Doch sie fällt nicht einfach von oben nach unten; es ist eher ein Sturz durch Raum und Zeit, durch Realität und Fiktion, vielleicht sogar durch unterschiedliche Welten. Auf diesem Sturz ins Ungewisse begleiten wir sie, erfahren von Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit und treffen sogar auf andere Menschen, die ebenfalls fallen.

    Dabei ist nie klar, ob Antonia nun tatsächlich fällt, im Koma liegt, träumt, halluziniert oder gar in einem Paralleluniversum gelandet ist. Wahrscheinlich gäbe es noch eine Reihe weiterer Erklärungsmöglichkeiten doch diese darf jeder für sich selbst finden, der Autor gibt hier nichts vor. So muss man sich als Leser schon auf diese absurde Situation einlassen können, was einem allerdings Dank eines wirklich großartigen Schreibstils, der ungewöhnliche Bilder in einem hervorzurufen vermag und wahrlich skurriler Ideen leicht gemacht wird.

    Teilweise stellt sich beim Lesen ein beklemmend es Gefühl ein, genau wie Antonia weiß man nicht, wo das alles hinführt. Dann wird es wieder herrlich amüsant und eigentlich hätte ich noch ewig so weiter fallen können. Für Liebhaber von ungewöhnlichen Literaturexperimenten gibt es somit eine ganz große Leseempfehlung von mir!

  2. Cover des Buches Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen (ISBN: 9783596701704)
    Agustín Martínez

    Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen

    (127)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ein Krimi mit einer düsteren und beklemmenden Atmosphäre. Ein Thema, das betroffen macht.
    Die düstere Grundstimmung zieht sich durch das gesamte Buch.
    Zwei elfjährige Mädchen sind spurlos verschwunden, nach fünf Jahren taucht eines der Mädchen wieder auf...
    Der Fall wird neu aufgerollt. Was wurde damals übersehen?
    Spannend, dunkel, überraschend. Hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich mich an den Erzählstil zunächst etwas gewöhnen musste.

  3. Cover des Buches Das flüssige Land (ISBN: 9783608964363)
    Raphaela Edelbauer

    Das flüssige Land

    (123)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Ruth Schwarz ist Physikerin in Wien, die schon einige Zeit an ihrer Habilitation schreibt. Als ihre Eltern bei einem Autounfall sterben, möchten sie deren Wunsch erfüllen und die Beerdigung im Geburtsort Groß-Einland arrangieren. Aber wo befindet sich dieser Ort, den Ruth nur vom Hörensagen kennt, gelegen irgendwo zwischen Niederösterreich und der Steiermark? Auf ihrer tagelangen Irrfahrt gelangt Ruth irgendwann in die Gastwirtschaft zur tausendjährigen Eiche und damit findet sie den ersten Anhaltspunkt. Groß-Einland entpuppt sich als geheimnisvoller Ort, den Ruth mehrere Jahre nicht verlassen wird, was wir schon auf Seite 11 erfahren. Der Ort gleicht einem Museumsdorf und steht wortwörtlich auf wackeligen Beinen, denn unter ihm befindet sich das "Loch", das von allen Einwohnern konsequent ignoriert wird.

    Was für eine Geschichte! Eine Naturwissenschaftlerin wird mit einem Naturphänomen konfrontiert und gleichzeitig wird alles in eine unglaublich phantasievolle, fantastische Geschichte verpackt, die letztlich die Vergangenheit anprangert. Mir hat das alles sehr gut gefallen. Die vielen sprachlichen Anspielungen: da ist ein "Raster verrutscht", da "hängt alles schief" und da werden "Leerstellen gestopft", das alles ist doppeldeutig und passt so gut. Gemeinsam mit der Protagonistin verliert man zudem den Bezug zu Zeit und Raum. Die Geschichte ist voller skurriler Figuren und es ist beeindruckend, mit welchem Gleichmut die wunderlichsten Dinge beschrieben und von diesen Figuren durchgeführt und akzeptiert werden. Für mich hält der Klappentext die Ankündigung eines "unheimlich, spannend, aberwitzig und kaum zu fassenden" Textes absolut ein. Ein gelungener Debütroman, der es zu Recht auf die Shortlist des Deutschen und des Österreichischen Buchpreises 2019 geschafft hat. Wer einmal einen "Heimatroman" der ganz anderen Art lesen möchte, sollte zugreifen.

  4. Cover des Buches The Long Way to a Small, Angry Planet (ISBN: 9781473619814)
    Becky Chambers

    The Long Way to a Small, Angry Planet

    (44)
    Aktuelle Rezension von: PeacefulFantasy

    Ich wusste nicht, dass ich Cozy Sci-Fi in meinem Leben brauchte, aber ja, ich brauche es. Und ich schäme mich etwas, dass dieses Buch drei oder vier Jahre auf meinem SuB lag und ich einen Buddyread brauchte, um es in die Hand zu nehmen.

    "The Long Way to a small angry Planet" ist ein Paradebeispiel für den Trope Found Family. Rosemary stößt neu zur Crew des Tunneling-Schiffs Wayfarer hinzu, und während es eine übergreifende Handlung mit einem Tunneling-Auftrag gibt (das Anlegen von Sprungtoren/-pfaden im Weltraum, und dieser Auftrag am Ende des Buchs auch wichtig wird, ist es doch mehr eine Geschichte der verschiedenen Crewmitglieder, ihrer Beziehungen zueinander, ihrer Vergangenheiten, ihrer Träume und Wünsche und wie sie sich dabei gegenseitig unterstützen. Und das ist wunderbar wärmend, divers, witzig, tiefgründig und trotz Alienvölkern, Raumschiffen und fremden Welten sehr menschlich und lebensnah geschrieben.

    Die anderen Bände der Wayfarer-Trilogie stehen jedenfalls fest auf meiner Leseliste - und ich werde dieses Mal nicht wieder drei oder vier Jahre mit dem Lesen warten.

  5. Cover des Buches Sommer auf Schottisch (ISBN: 9783759718440)
    Karin Lindberg

    Sommer auf Schottisch

    (58)
    Aktuelle Rezension von: cat10367

    Nach einem Desaster im Job tritt Ellie ihren bereits geplanten und gebuchten Urlaub mit ihrem Freund an. Als sie allerdings allein in Schottland ankommt wird ihr Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Landschaft ist beeindruckend, auch die Menschen sind sehr herzlich und sympathisch. Sie verliebt sich in die Landschaft und ihr Traum von einem Restaurant bekommt ein neues Gesicht. Über viele Umwege kommt sie Kenneth immer näher, allerdings hat er auch gerade eine Lebenskrise und alles in seinem Leben steht Kopf.

    Der Roman ist so schön geschrieben, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin und mich ebenfalls in die Landschaft verliebt habe.

    Es war wie ein Urlaub in Schottland beim Lesen.

    Ich kann es euch absolut empfehlen.

  6. Cover des Buches Seelenfalle (ISBN: B01H2SL6NW)
    Eva Lirot

    Seelenfalle

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Jasminh86

    "Seelenfalle: Straße der Tränen"ist der sechste Teil der Jim Devcon-Reihe von Eva Lirot. In diesem Mystery-Thriller schreibt die Autorin über eine außergewöhnliche Geschichte über den real existierenden "Highway of Tears,auch die Strasse der Tränen"genannt."Highway of Tears",eine Gegend,in der das Gesetz oft nur auf dem Papier existiert und dies deshalb ein sicheres Jagdrevier für Menschen mit den dunkelsten Neigungen ist. Der Highway 16 ist eine Fernstrasse in British Columbia und Teil der nördlichen Route des Trans-Canada-Highway-Systems.

    Er ist 1347 km lang und besteht aus Abschnitten:Dem Queen Charlotte Highway,der auf der Inselgruppe Haida Gwaii verläuft und dem Yellowhead Highway,der auf dem Festland von Prince Rupert bis an die Landesgrenze von British Columbia zu Alberta am Jasper-Nationalpark 

    reicht.Verbunden werden beide Abschnitte durch einen Fährverkehr, der von BC Ferries betrieben wird.Entlang des Teilstücks zwischen Prince Rupert und Prince George verschwanden seit 1969 mindestens 18 Frauen spurlos, offiziell nicht bestätigte Quellen sprechen von bis zu 43.Man vermutet,dass sie ermordet wurden, von einem Teil der Opfer wurden Leichname gefunden.Daher erhielt dieser Streckenabschnitt den Namen "Highway of Tears,zu deutsch‚Landstraße der Tränen".


    Diese bittere Realität hat in diesem Thriller für ein extrem spannendes und authentisches Lesevergnügen gesorgt.

    Wie immer,sorgt der rasante,detailierte und flüssige Schreibstil für eine Menge Nervenkitzel.Diesmal wird aus 

    Jim Devcons Pläne wieder nichts.Eigentlich wollte er mit seiner Lebensgefährtin und Kollegin Tatjana Kartan einen ruhigen Urlaub verbringen,doch plötzlich verschwindet Tatjanas Freundin spurlos.Ihr letzter bekannter Aufenthaltsort war zuletzt ein einem Provinznest in British Columbia in Kanada.Dort,wo die Menschen an böse Geister und alte Legenden glauben.Aus Devcons und Kartans Urlaub wird eine fast aussichtslose Suchaktion rund um den "Highway of Tears".Beide erfahren einiges,was erschreckend zu verdauen war,und geben trotzdem die Hoffnung nicht auf,Tatjanas Freundin lebend zu finden.Devcon geht distanziert und professionell an die Sache ran,während Tatjana ihre Nerven oft nicht unter Kontrolle hat.Ihre Suche wird bildhaft beschrieben,aus der Sicht der entführten Freundin wird ebenfalls geschrieben.Die Hoffnungslosigkeit und die Angst kamen hier sehr gut zur Geltung.

    Hier war das Ende für mich leider zu sehr abrupt beendet worden,denn ich hätte gerne noch Antwort auf Fragen gehabt,die leider nicht groß beantwortet wurden.Trotzdem hat meiner Meinung nach dieser Teil aus Realität und Mystery gute vier Sterne verdient. 




  7. Cover des Buches Der lächelnde Gott (ISBN: 9783608962635)
    Joseph Fink

    Der lächelnde Gott

    (27)
    Aktuelle Rezension von: kiwi811

    Skurril soll das Buch sein, witzig, gesellschaftskritisch, ein Pageturner.! Ich gestehe, ich habe es mehrfach versucht und einige Seite gelesen, habe  das Buch dann aber beiseite gelegt. Weder ist die Story komisch noch ist sie so spannend, als das man das wirre, unzusammenhängende Geschehen in irgendeiner Form bemerkenswert nennen könnte. Gähnend langweilig wird von ein paar Forschern und einem von der Erde verschluckten Griesgram berichtet, ohne dass ein tieferer Sinn darin zu erkennen ist. Kurz: Kein Buch für mich.

  8. Cover des Buches Sommerwasser (ISBN: 9783293710306)
    Sarah Moss

    Sommerwasser

    (26)
    Aktuelle Rezension von: AQua

    Wer hier an eine schöne Sommerlektüre denkt, liegt falsch. Denn dieser Sommer fällt komplett ins Wasser, die Urlauber sind in ihren Hütten gefangen ohne Internet und Schlechtwetteralternativen. Manche Paare und Familien vertragen sich ganz gut, anderen wiederum fällt die Decke auf den Kopf in der Enge der Hütten. Sarah Moss beschreibt die Situation aus verschiedenen Perspektiven, trägt Hoffnungen, Zweifel, Sorge und Wut zusammen. Die einzelnen Perspektiven lesen sich gut und sind nachvollziehbar, manchmal gibt es Bezüge, so dass sich Familienmitglieder oder Nachbarn zuordnen lassen. 

    Das ist es eigentlich auch schon. 

    Achtung Spoiler: Es gibt ein konstruiertes Finale mit einem vermutlich tragischen Ende, was mir wie ein Ausweichen vor dem eigentlichen Konflikt erschien. Außerdem erschließt sich mir nicht, wie so eine Hütte in kürzester Zeit lichterloh brennen kann, wenn es seit Tagen Dauerregen gibt und alles klamm und feucht in den Hütten ist.

    Sarah Moss mag es, Unheil anzudeuten - der verlorene Schuh des Mädchens; der Mann, der abends im Wald steht - erzählt diese Stränge aber nicht aus. Wie ist das Mädchen von der Schaukel gekommen? Wer steht in der Dunkelheit im Wald und warum? Der Mann versucht sich als Held, das Mädchen muss trotzdem sterben. Insgesamt seltsam unausgegoren, vor allem das Ende.

  9. Cover des Buches Tomke gräbt (ISBN: 9783958542228)
    Lena Hach

    Tomke gräbt

    (38)
    Aktuelle Rezension von: -Favola-

    In „Tomke gräbt“ erzählt Lena Hach eine stille, eindrucksvolle Geschichte über das scheinbar sinnlose Tun – und warum genau dieses so wertvoll ist.


    Tomke geht in den Garten und beginnt, ohne Ziel oder Plan, ein Loch zu graben. Völlig versunken in seiner Tätigkeit, lässt er sich weder durch Kommentare noch durch Fragen der Familie aus der Ruhe bringen. Er ist ganz bei sich. „Wer gräbt, kann nicht antworten“ – eine schlichte, aber starke Aussage.


    Was Tomke sucht? Nichts. Was er vorhat? Auch nichts. Er gräbt einfach, weil es ihm Freude macht. Und genau das macht die Geschichte so besonders. Sie zeigt und auf, wie bedeutungsvoll zweckfreies Tun sein kann. Ein Impuls, sich selbst und anderen mehr Raum zu lassen. Nicht alles muss erklärbar, sinnvoll oder zielgerichtet sein.


    Für Erwachsene ist dieses Buch eine Erinnerung daran, dass nicht jedes Spiel kommentiert oder hinterfragt werden muss. Manchmal dürfen Kinder – und auch wir – einfach im Moment verweilen. Graben, bauen, matschen – ohne Plan, aber mit ganzem Herzen.


    Die Illustrationen von Julia Dürr sind ruhig, feinfühlig und in gedeckten Farben gehalten. Besonders gelungen finde ich die unterschiedlichen Grab-Positionen Tomkes und die Doppelseite mit dem «Höhlensystem». 


    Fazit:

    «Tomke gräbt» ist ein wunderbares Bilderbuch,  ein Aufruf, den Moment zu geniessen und sich dem freien Spiel hinzugeben – ganz ohne Zweck, aber voller Bedeutung.

  10. Cover des Buches Ein Wein für zwei (ISBN: 9783453425675)
    Lizzy Dent

    Ein Wein für zwei

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte_09

    Die Geschichte rund um Birdy und Heather ist schön geschrieben und wirft die Frage auf, ob man wirklich in das Leben eines anderen eintauchen darf, ohne dass es ernsthafte Konsequenzen mit sich bringt. 

    Sicher eine interessante Frage, die jeder für sich beantworten muss und doch konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Birdy als Hauptfigur war mir dafür einfach zu gedankenlos und wie ich finde keine gute Freundin, so wie sie Heathers Ruf ohne wirklich nachzudenken aufs Spiel setzt. 

    Auch wenn die Geschichte in die schöne Landschafts Schotlands entführt hat sie mich nicht wirklich überzeugen können. 

  11. Cover des Buches Devil Said Bang (ISBN: 9780007483716)
    Richard Kadrey

    Devil Said Bang

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Satan. Herrscher der Hölle. Gottes ewiger Widersacher. Eine Position voller Macht und Prestige. James Stark alias Sandman Slim will den Job trotzdem nicht. Was nützt all die Macht, wenn ihm der Tag regelmäßig durch Budgetbesprechungen, sinnentleerte Rituale und lächerliche Attentatsversuche versaut wird? Nein, Stark will raus. Schließlich hat er sich nie um die Stelle beworben; der originale Luzifer trickste ihn aus und genießt jetzt Ferien im Himmel. Toll. Einfach Fabelhaft. Seit er Gebieter der Verdammten wurde, sucht Stark unermüdlich nach einem Weg, die Hölle zu verlassen und nach L.A. zurückzukehren. Ganz so simpel ist das nur leider nicht. Die Verdammten hassen ihn und wenn es nach ihm ginge, könnten sie ihm alle getrost den Buckel runterrutschen, aber die Hölle braucht einen Anführer; jemanden, der den Papa spielt und Händchen hält. Also, was macht man mit einem miesen Blatt? Richtig. Bluffen, was das Zeug hält und die erste günstige Gelegenheit beim Schopfe packen. Dummerweise wird Starks glorreiche Heimkehr nach L.A. von einem serienmordenden Geist überschattet, der offenbar im Auftrag einer Fraktion der Sub Rosas handelt, die die Realität umschreiben will. Diese Idioten schaffen es doch tatsächlich, ein Loch ins Universum zu reißen. Da sehnt man sich fast nach der bizarren Idylle der Hölle, nicht wahr?

    Stark als Herrscher der Hölle. Ich muss immer noch in mich hineinkichern, wenn ich daran denke. Mein Kumpel Stark als Satan. Tut mir leid, aber das ist zum Brüllen komisch. Ironie des Schicksals. Es war doch wohl von Vornherein klar, dass das schiefgehen muss. Natürlich ist Stark ein lausiger Luzifer. In den vorangegangenen Bänden machte Richard Kadrey unmissverständlich klar, dass sein Protagonist nicht das Zeug zum Anführer hat und seine Eskapaden in „Devil Said Bang“ bestätigen diesen Eindruck zweifelsfrei. Stark hasst die Hölle, weil sie das Schlechteste in ihm zum Vorschein bringt. Er weiß genau, sucht er nicht so schnell wie möglich das Weite, wird die Verlockung, sein inneres Monster das Ruder übernehmen zu lassen, eines Tages zu groß sein. Er muss gehen, weil er sonst nie mehr geht. Mal davon abgesehen, dass mich Kadreys Darstellung der Hölle als bürokratischer Albtraum samt Meetings, Komitees und kleinlicher Politik köstlich amüsierte und ich die Idee, ihre Bewohner_innen als selbstmordgefährdet zu charakterisieren, fantastisch und erstaunlich naheliegend finde, bewundere ich vor allem seine einfühlsame Beschreibung von Starks Gefühlen, die Ambiguität seiner Empfindungen. Er ist sich vollkommen im Klaren darüber, zu was er fähig, wie tiefschwarz ein Teil seiner Seele ist. Er kämpft dagegen an, obwohl die Versuchung ach so süß ist und ihm eben diese Facette seiner Persönlichkeit wer weiß wie oft den Hintern rettete. Er gibt sich keinen Illusionen hin und ist trotzdem bestrebt, ein besserer Mensch (na ja, Nephilim) zu sein. Er will kein Monstrum sein. Seine Fähigkeit und Bereitschaft, sich permanent selbst zu hinterfragen und Kritik anzunehmen, beeindrucken mich jedes Mal aufs Neue. Daher macht es mir auch nicht allzu viel aus, dass sich dieser vierte Band wie ein Zwischenspiel anfühlte. Ich denke, dass „Devil Said Bang“ innerhalb der übergeordneten Handlung wichtig, für sich selbst aber eher belanglos ist. Das Buch ist keines von Kadreys besten Werken; ich stolperte durch eine Geschichte, die mir von arg vielen Zufällen geprägt und daher nicht überzeugend durchdacht erschien. Die Auflösung wirkte hastig und einige Szenen wurden ausschließlich durch Starks unvergleichlichen Humor und seine herrlich schlagfertigen Sprüche gerettet. Kadrey verdankt es seinem Protagonisten, dass ich nachsichtig bin und 3 Sterne vergebe. Ich fühle mich mit Stark einfach viel zu wohl, um die Bände der „Sandman Slim“ – Reihe nicht zu genießen, unabhängig davon, wie ungelenk die Handlung daherkommt. Nur eines kann ich meinem Kumpel nicht verzeihen: seine Beziehung zu dieser fürchterlichen Schnepfe Candy. Ich kann sie nicht ausstehen. Sie ist wie eine 14-Jährige mit einem Waffentick und einer Schwäche für große böse Jungs. Sie bringt Stark in Gefahr, weil für sie alles nur ein Spiel ist. Ich wünschte, er würde sie endlich abschießen, denn sie ist definitiv nicht die Richtige für ihn. Ich warte nur darauf, dass er erkennt, wie ungesund ihr seltsames Techtelmechtel für ihn ist und dass er jemanden braucht, der all die Konflikte in seinem Inneren versteht und beruhigt, statt sie anzufachen und zu verschärfen. Candy ignoriert den Krieg in seiner Seele bewusst. Ich hoffe, dass er bald eine Frau findet, die ihm Frieden schenkt. Bitte Stark, schick die blöde Gans in die Wüste!

    „Devil Said Bang“ ist meiner Meinung nach bisher der schwächste Band der „Sandman Slim“ – Reihe. Ich hätte das Buch vermutlich noch weit kritischer bewertet, empfände ich nicht eine fast schon lächerlich intensive Nähe und Bindung zum Protagonisten Stark. Er ist mein Kumpel. Ich bin sein größter Fan. Trotzdem erwarte ich von Richard Kadrey, dass die Handlung des nächsten Bandes „Kill City Blues“ besser ist. Überzeugender. Ausgereifter. Nach der Erfahrung mit „Devil Said Bang“ bin ich ehrlich besorgt, dass die Reihe fortschreitend an Qualität einbüßt. Das möchte ich wirklich nicht erleben, denn es wäre tragisch, bedauerlich und ein Verbrechen des Autors an seinem Zugpferd. Stark ist eine herausragende Figur, die einen ebenso außerordentlichen und außergewöhnlichen Rahmen verdient, um sich nach Belieben auszutoben. Ich weiß, ein einziger mittelmäßiger Band bedeutet noch lange nicht, dass es mit der Reihe bergab geht und ich möchte den Teufel nicht an die Wand malen, aber ich habe so etwas schon viel zu oft durchgemacht, um die ersten Anzeichen zu ignorieren. Ich flehe Sie an Mr. Kadrey: lassen Sie Stark und mich nicht hängen.

  12. Cover des Buches KGI - Riskante Vergeltung (ISBN: 9783802599811)
    Maya Banks

    KGI - Riskante Vergeltung

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Lesemietze
    Riskante Vergeltung hat es für mich total in sich gehabt.
    Endlich ging es um Cole und P.J.. Direkt zu Anfang ging es heiß und knistern zu. Die Spannung zwischen den beiden war zum greifen nahe gewesen.
    Doch der verpatzte Einsatz hat es nicht nur für die Charaktere in sich gehabt sondern auch für mich als Leser. Das Ganze ging mir direkt mit unter die Haut.
    P.J. weg und Cole fast mit am durchdrehen, denn er kann nicht glauben dass die Frau seines Herzens einfach verschwunden ist.
    Doch Maya Banks foltert ihre Leser nicht allzu lang und die Ereignisse überschlagen sich schon bald. Und P.J. muss lernen das ihr Team wirklich hinter ihr steht und die Vergangenheit sie nicht einholt. Doch ist ihr Team bei einer neuen brenzligen Situation auf Leben und Tod rechtzeitig zur Stelle?
    Herzklopfen und Gänsehaut sowie ein Wechselbad der Gefühle bleiben hier nicht aus. Total in die Geschichte gefangen musste das Buch schnell gelesen werden. Heiße Erotik und ordentlich Spannung waren hier gut zu finden.
    Ich kann es kaum erwarten den nächsten Band zu lesen.
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