Bücher mit dem Tag "Longlist Deutscher Buchpreis 2020"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "Longlist Deutscher Buchpreis 2020" gekennzeichnet haben.

8 Bücher

  1. Cover des Buches Der letzte Satz (ISBN: 9783446267886)
    Robert Seethaler

    Der letzte Satz

     (188)
    Aktuelle Rezension von: buecherhaii

    Das Cover, der Klappentext und der Titel hören sich ja generell schon irgendwo traurig an. Das stellt sich in dem Buch auch nicht als Problem dar, da es auch traurig sein soll. Zumindest kommt mir der Inhalt sehr traurig vor.


    Das Problem in dem Buch ist auch nicht der Schreibstil, das Problem verbirgt sich eher in dem Buch. Die Kürze ist etwas was mich beunruhigt hat und diese Beunruhigung hat sich auch gehalten. 

    Warum? Ganz einfach, es war zu kurz für diese ganze Story. Man hätte das alles viel mehr ausreizen können, das Gewisse etwas hat mir einfach gefehlt das dieses Buch gebraucht hat.


    Man lernt klar den Menschen gut kennen, trotz der Kürze, aber es ist als ob etwas fehlt. Als ob das nicht alles hätte gewesen sein. Als ob man mitten in der Geschichte irgendwie das Ende herbei führt.

    Vielleicht soll die kürze aber auch Zeigen wie schnell das Leben vorbei sein kann... das Buch lässt mich leider unbeeindruckt zurück..

  2. Cover des Buches Der Halbbart (ISBN: 9783257071368)
    Charles Lewinsky

    Der Halbbart

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Dianaslesezauber

    Leider habe ich lange für das Buch gebraucht, ich fand es sehr langatmig und wenig spannend. Die Erzählung kreiste immer wieder um sich selbst. Für mich leider keine Leseempfehlung 

  3. Cover des Buches Ich an meiner Seite (ISBN: 9783552059887)
    Birgit Birnbacher

    Ich an meiner Seite

     (62)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Birgit Birnbacher hat eine einfühlsame Geschichte darüber geschrieben, wie schwierig die Wiedereingliederung in die Gesellschaft für straffällig gewordene Menschen ist. Wenn nicht der Zufall zuhilfe kommt oder ein Wunder geschieht, so ihre implizierte Aussage, kann es nicht klappen. 

     Der Leser begegnet Arthur nachdem er seine Haftstrafe bereits verbüßt hat. Wobei man Buße in seinem Falle wörtlich zu nehmen hat. Weil er nicht nur den Freiheitsentzug zu verkraften hat. Denn, wenn das alles wäre, wäre es ein Kinderspiel. 

    Birgit Birnbacher hat ein fast wahnsinniges Szenario aufgezogen, um die Absurdität mancher Resozialisierungsprogramme aufzuzeigen, in deren behaupteter Sinnlosigkeit leider mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt. Die Gesellschaft bietet Arthur kaum einen Anreiz oder eine Chance zum Neuanfang. 


    Der Roman ist in zärtlich-sachlichem Ton gehalten, einer Tonart, die man selten in Romanen antrifft. Das Schreckliche wird erzählt, ist aber durch die Erzählart für den Leser verkraftbar. Dass, wie der Roman es impliziert, ein Neuanfang ein richtiges Wunder ist und nicht der Normalfall, wie es doch sein sollte, macht den Roman dann allerdings dennoch zu einem deprimierenden Leseereignis. Das restliche Personal in Arthurs Leben ist da und dort ein wenig surrealistisch überzeichnet, was einen Punkt Wertschätzung kostet. Das hätte nicht sein müssen.

    Fazit: Einfühlsamer und dezenter Roman über die Probleme der Wiedereingliederung straffällig gewordener Menschen. 

    Der Roman stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, 2020

     Kategorie: Belletristik
    Verlag: Zsolnay, 2020 

  4. Cover des Buches Allegro Pastell (ISBN: 9783462053586)
    Leif Randt

    Allegro Pastell

     (46)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Ich habe das Buch enttäuscht nach 100 Seiten abgebrochen, entsprechend meiner 100 Seiten Regel. Ich habe lange nicht mehr solche belanglosen Zeilen gelesen. 

    Es soll eine moderne Liebesgeschichte sein, zumindest verstehe ich das so, aber das Buch zeigt nur, wie langweilig sich jemand selbst inszenieren kann und die beiden Protagonisten gehören genau zu den Menschen, die ich nicht in meinem Freundeskreis haben möchte, weil sie alles 'nice' finden und das die höchste Stufe der Gefühle ist. 

    Zwischen gelangweilt und zugekokst - braucht man das?  

  5. Cover des Buches Triceratops (ISBN: 9783218012294)
    Stephan Roiss

    Triceratops

     (42)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    „Alles ist gut“, ist der rote Faden durch diesen Debütroman von Stephan Roiss, dem österreichischen Musikers, Performers und Autors. In der Wir-Form spricht ein Junge von sich selbst und sein Lieblingstier ist der dickhäutige Dinosaurier – „Triceratops“. Natürlich ist nichts gut in der Familie des Jungen. Die Mutter ist psychisch krank uns schluckt Tabletten oder weint und jammert, der Vater liest die Bibel, trinkt oder zappt sich durchs Fernsehen.
    Gerade um dazuzugehören gibt der junge Mensch vor stumm zu sein. Es ist ein stummer Aufschrei des Protagonisten gegen die psychischen Störungen in seiner Familie und weil er sich schuldig fühlt. Er ist co-abhängig und will das abstreifen. Hart und bildhaft sind die Szenen beschrieben und der Junge bleibt namenlos. Er kämpft um dem Trauma zu entfliehen. So entsteht ein intensiver Roman, über den man nachdenkt. Kein feeling-good Buch, aber dadurch außergewöhnlich und zu recht auf der Longlist des Deutschen Buchrpreises 2020 gewesen. Radikal, nüchtern und gar nicht unverwundbar wie ein Triceratops.

  6. Cover des Buches Herzklappen von Johnson & Johnson (ISBN: 9783518429174)
    Valerie Fritsch

    Herzklappen von Johnson & Johnson

     (26)
    Aktuelle Rezension von: SteffiWausL

    Mir fällt es nicht leicht, hier auch mal einen Flop zu präsentieren.

    Ich möchte betonen, dass ich (wahrscheinlich) niemals ein Buch schreiben könnte, das dann auch noch verlegt wird, und sogar auf die Longlist für den deutschen Buchpreis kommt. Vor der Autorin Valerie Fritsch und ihrer Arbeit habe ich also größten Respekt, und ich möchte ihr Werk nicht schlecht machen.

    Ich schildere hier nur mein Leseerlebnis, und oute mich nebenbei als Literaturbanause ohne Sinn für hochwertige Bücher

    Was soll’s?! 


    Dieses Buch musste ich für den Buchclub mit meinen Freundinnen lesen. Eine von ihnen hatte es vorgeschlagen.


    Den Klappentext finde ich irreführend. Das was dort beschrieben wird, kommt nur auf wenigen Seiten vor. 


    Nach meinem Empfinden passiert in dem Buch folgendes:

    Bis Seite 90 lesen wir Charakterstudien und Beschreibungen von Umständen und dem Umfeld der Protagonisten. Im Vordergrund stehen Alma, ihre Eltern und Großeltern. Später kommt noch der Mann und das Kind von Alma hinzu (Seite 90). Kurze Beschreibung der Mutterschaft von Alma. Die besondere Problematik des Kindes, keinen Schmerz empfinden zu können, wird beschrieben, außerdem die Reaktionen von Alma und den anderen Personen. Ab Seite 140 unternehmen Alma, ihr Mann und ihr Sohn eine Reise (ihr Mann aus beruflichen Gründen, Alma möchte das Kriegsgefangenenlager sehen, in dem ihr Großvater war). 30 Seiten bis zum Ende sind Reisebeschreibungen und Umgebungsbeschreibungen. 

    Soviel zum Inhalt…


    Es gibt keine wörtliche Rede, was die Personen starr wirken ließ. 

    Die Stimmung ist kalt, düster und melancholisch. Es wirkte auf mich so, als wenn alle traumatisiert sind. Der Großvater war Kriegsgefangener in Russland und hat sicherlich ein Trauma davongetragen. Auch die Großmutter hatte sicherlich schlimme Erlebnisse - was aber die Eltern von Alma und Alma selbst angehen, da finde ich diese Traurigkeit etwas überzogen. Ich verstehe, dass die Autorin zeigen möchte, dass sich Traumata über Generationen weitervererben, aber in diesem Ausmaß?!

    Zur Sprache: sie ist sehr bildhaft, voller Metaphern. Viele dieser Bilder sind tatsächlich sehr gut und treffen genau den Punkt, den die Autorin (wahrscheinlich) machen möchte. Die Sätze sind aber so bildgewaltig, dass ich sie teilweise 2-3mal lesen musste, um sie zu verstehen. Ganz oft habe ich gelesen, aber nichts aufgenommen. Schon nach kurzer Zeit war ich übersättigt, und empfand eine innere Unruhe beim Lesen.

    Da nicht wirklich viel passiert, kam bald Langeweile bei mir auf. Diese Langeweile gepaart mit der inneren Unruhe hat mich schon fast aggressiv gemacht.

    Nur weil ich das Gefühl hatte, es für den Buchclub lesen zu müssen, habe ich weitergemacht, sonst hätte ich schon nach wenigen Seiten abgebrochen. Es sind nur 170 Seiten, aber die haben sich wie 600 Seiten angefühlt.


    Von mir leider keine Leseempfehlung, aber ich bin vielleicht auch einfach eine Literaturbanausin?


  7. Cover des Buches Die Infantin trägt den Scheitel links (ISBN: 9783990272428)
    Helena Adler

    Die Infantin trägt den Scheitel links

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe

    Man sollte den ersten Satz des ersten Kapitels des Buches durchaus wörtlich nehmen:

    Nehmen Sie ein Gemälde von Pieter Bruegel. Nun animieren Sie es.

    Wenn Du dazu noch weißt, dass die jeweiligen Kapitelüberschriften Gemäldetitel sind und Dir die Mühe machst, Dir vor dem Lesen diese Bilder anzuschauen (im Anhang sind die Maler mit ihren Gemälden genannt), hast Du so ungefähr eine Ahnung, was da auf Dich zukommt. Vielleicht aber auch nicht.
    Helena Adler lässt eine junge Frau rückblickend ihre Kindheit und Jugend erzählen, allerdings, wie von Kindern mit einer überbordenden Phantasie nicht anders zu erwarten, maßlos und voller Übertreibungen. Doch damit nicht genug, gibt es anstatt Heidi-Idyll ein Inferno Danteschen Ausmaßes.

    Die Krallen der Mutter sind messerscharf. Gelb und schrecklich sind ihre hakenförmigen Klauen, am liebsten jagt sie kleine Angsthasen und Faultiere wie mich. Ihr spitzer Schnabel ist ein Hackebeil, damit kann sie Gelenke brechen und Knochen zerschmettern.
    Der Himmel donnert, grollt und erleuchtet die Nacht mit Blitzen. Bäume fallen um. Aus den nassen Lochmäulern der Viermagentiere tropft literweise Speichel. Gehörnte Geifergeschöpfe.

    Daneben ist die Handlung kaum der Rede wert – Landleben eben. Kindheit und Jugend mit einem liebenden, aber saufendem, esoterischem Vater, einer hyperreligiösen depressiven Mutter, gehässigen älteren Zwillingsschwestern, die nichts als Arbeit kennenden Großeltern, dem Pfarrer und dem Bürgermeister. Spannung entsteht kaum, nur die Sprache, die im Fortgang der Geschichte etwas milder wird, ist durchaus bewundernswert. Doch dieses Übermaß an Allem, dieses Übertriebene und das Extreme nutzen sich auf Dauer ab, sodass selbst bei den weniger als 200 Seiten eine Art Gewöhnungseffekt eintritt, was durch die eher schlichte Handlung zu einer gewissen Eintönigkeit führt.

    Vielleicht beim nächsten Mal: Etwas weniger extrem die Sprache, dafür ein Mehr an Handlung – das könnte richtig klasse werden!

  8. Cover des Buches Serpentinen (ISBN: 9783548064758)
    Bov Bjerg

    Serpentinen

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe

    Der Ich-Erzähler des Buches scheint Alles erreicht zu haben: glückliche Ehe und ein gesundes Kind, erfolgreich und anerkannt im Beruf. Doch das Erlebte seiner Kindheit ist nicht vergessen: die Selbstmorde seines Vater, Großvaters und Urgroßvaters, die ihn fürchten lassen, selbst der Nächste zu sein. Die Misshandlungen durch Vater, Mutter und Stiefvater, die sich derart tief eingegraben haben, dass er immer wieder feststellen muss, dass er zu ähnlichen Verhaltensmustern neigt. Seine ärmliche Herkunft aus dem Schwäbischen die ihn glauben lässt, dass er selbst als anerkannter Teil der Hochschule, Professor und Koryphäe seines Fachs, seinen Kolleginnen und Kollegen bürgerlicher Herkunft nicht ebenbürtig sei. Als er mit seinem kleinen Sohn eine Reise in seine schwäbische Heimat unternimmt, brechen all die Erinnerungen, Verletzungen und Demütigungen mit enormer Kraft hervor und es ist klar: Um seinem Sohn ein guter Vater zu sein, muss er seine Vergangenheit hinter sich lassen.

    Ein einfaches Lesevergnügen ist dieses Buch wahrlich nicht, denn der Erzählstil ist nicht gerade einladend. Den chronologischen Rahmen bildet die Reise des Ich-Erzählers mit seinem Sohn, währenddessen er immer wieder in kurzen Episoden aus der Vergangenheit schildert, sowohl von seiner Kindheit und Jugend wie auch seiner Zeit als Ehemann und Vater. Die Sätze sind meist kurz und knapp und klingen stakkatohaft, wie getrieben, wohl um den Gefühlszustand des Erzählers wiederzugeben. Namensnennungen gibt es nur für Personen, die ihm nicht (mehr) nahe stehen, während beispielsweise seine Frau M. heißt und der Sohn nur ‚der Junge‘ genannt wird. Hinzu kommt eine recht überschaubare Handlung, sodass alles zusammen genommen kein richtiger Erzählfluss entsteht.

    Doch der Autor besitzt die Kunst, Situationen überaus anschaulich zu beschreiben. Beispielsweise über seine Mutter, die als Flüchtling auf die Schwäbische Alb kam, Schwäbisch lernte um anerkannt zu werden und nun dement im Altenheim lebt.

    Jetzt, am Ende, verlor sie die so gründlich erarbeitete Zweitsprache wieder. Sie sprach nur noch die Sprache ihrer ersten Jahre.
    Ihr Gedächtnis war fast abgetragen, Schicht für Schicht, bis hinunter zum Plusquamperfekt.
    Darunter gab es keine Lage mehr, in der noch etwas gespeichert war.
    Ihre Sprache war fast abgetragen. Unter dem Kindheitsdialekt lagen keine Sätze mehr, da lag nur noch Lallen, Keckern, Wimmern.     S. 148

    Auch seine Darstellungen der Vergangenheit sind vielleicht gerade wegen ihrer Knappheit prägnant und treffsicher und ich (aus dieser Zeit und Gegend stammend) habe Vieles wiedererkannt – leider. So bleibt am Ende ein zwiespältiges Leseerlebnis: keine herausragende Geschichte, aber eindringliche Bilder eines Lebens, das die Vergangenheit fast zerstört hätte.

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