Bücher mit dem Tag "loslassen"
136 Bücher
- Rachel Joyce
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
(1.385)Aktuelle Rezension von: HerzenswegeDie Handlung beginnt sanft und ohne besondere Spannung, schafft es aber einem rasch in ihren Bann zu ziehen. Harold läuft einfach los quer durch England, um ? Wegzulaufen - oder eine Kranke zu retten? Oder? Die Autorin führt den Leser, die Leserin wunderbar sensibel in die Innenwelten der Hauptpersonen Harold und Maureen und lässt uns miterleben wie Harold während seiner Reise seine eigene Geschichte und sein Leben reflektiert und sich entscheidende Fragen zum Leben stellt. Die täglichen Herausforderungen eines Lebens alleine auf der Straße, die Kontakte zu anderen Menschen und die Naturerlebnisse vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre welche den Leser, die Leserin Harolds Gefühle, Tragik, Hilflosigkeit aber auch Mut, neue Hoffnung sowie Freude und Liebe miterleben lassen.
Mich hat das buch beeindruckt und berührt - 5 Sterne
- Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
(1.116)Aktuelle Rezension von: autor_bjoern_schoellDie Psychologie des Lesens beginnt bereits beim Erwerb des Buches. Dieses habe ich geschenkt bekommen. Da bin ich tatsächlich noch ein wenig kritischer als ohnehin, weil ich es mir nicht selbst ausgesucht habe.
Doch ich wurde keineswegs enttäuscht!
Es ist einer der stimmungsvollsten Romane, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Im Laufe der Geschichte wurde ich fast ein wenig süchtig nach der eindringlichen Atmosphäre.
Dem Autor genügen wenige Worte, um plastische Bilder im Kopf des Lesenden entstehen zu lassen.
Die einfache und doch elegante Sprache sorgt für einen perfekten Lesefluss. Doch gleichzeitig fiel es mir schwer, in die Gefühlswelt der Charaktere vollständig einzutauchen.
Irgendwann kam mir die Szene einer Busfahrt durch eine atemberaubende Landschaft in den Sinn. Den ganzen Tag ist man berauscht, doch bereits am Abend beginnen die Erinnerungen langsam zu verblassen. Nur wenn man aussteigt, zu Fuß geht und sich vielleicht sogar ein wenig verläuft, bleiben die Eindrücke lange im Kopf.
So ist es offenbar auch beim Lesen. Es braucht das perfekte Verhältnis zwischen fließenden und verknoteten Gedanken. Zumindest ist es bei mir so. Hier war es eher eine Fahrt mit nur wenigen, kurzen Stopps.
Doch das Buch ist keinesfalls banal. Ganz im Gegenteil, es steckt voller Weisheit.
Und zum Ende hin wurde ich doch noch etwas melancholisch und nachdenklich.
- Spannung/Thrill 4/5
- Beziehungen/Gefühle 4/5
- Handlungsverlauf/Aufbau 5/5
- Charaktere/Dialoge 5/5
- Humor 3/5
- Erkenntnis/Moral 4/5
- Sprache/Stil 5/5
- Dustin Thao
Bleib bei mir, Sam
(285)Aktuelle Rezension von: Schorle351Es war nicht wirklich spannend. Und die Tatsache das sie mit einem Toten telefoniert und andere das auch können, finde ich irgendwie seltsam.
Und wie sie sich gegenüber den anderen verhält finde ich auch komisch. Klar ich verstehe das man wenn man trauert, anders sein kann aber so muss man sich nicht verhalten.
- Anne Freytag
Mein bester letzter Sommer
(875)Aktuelle Rezension von: gimmis_lebenWow. Einfach nur wow! Durch “Mein bester letzter Sommer“ haben mir so oft Tränen in den Augen gestanden, wie bei kaum einem anderen Buch -und damit habe ich nicht gerechnet ❤️🩹
Ein durch und durch berührendes Buch.
Da es nicht mein erstes Buch der Autorin ist, war ich mit dem Schreibstil bereits vertraut und er gefällt mir auch hier wieder. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist einfach zu verstehen.
Das Tempo der Handlung ist recht zügig, besonders am Anfang -da ging es mir ehrlich gesagt etwas zu zügig voran, denn die Verbindung zwischen Tessa & Oskar war plötzlich einfach da. Im Verlauf des Buches war die Geschwindigkeit aber völlig angemessen und passend, gerade was die Reise der Protagonisten betrifft -denn ihre Zeit ist nunmal leider begrenzt.
Die Beschreibung der Charaktere ist ebenfalls absolut gelungen.
Anfangs wirkt es vielleicht so als wären sie oberflächlich gehalten, aber im Verlauf steckt die Tiefgründigkeit und die Emotionen, sowie die Entwicklung einzelner Charaktere -dieser Aufbau gefällt mir sehr gut und hat wunderbar zur Handlung gepasst.
Dass die Darstellung der verschiedenen Umgebungen während der Reise zu kurz kam, war für mich gar kein Problem in diesem Buch. Normalerweise ist das etwas, was mich stört, aber auch hier war das angemessen und für die Situation passend.
Dieses Werk von Anne Freytag ist einfach ein in sich stimmiges Buch und Aspekte, die ich sonst als störend oder zu wenig ausgearbeitet empfinde, wurden hier gut zusammengefügt -so macht alles Sinn und schadet der Geschichte ganz und gar nicht 🎧
- Lori Nelson Spielman
Und nebenan warten die Sterne
(440)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchDas Cover sieht mit dem funkelnden Sternenhimmel und den sanften Farben einfach wunderschön aus. Es strahlt eine richtige Wohlfühl-Atmosphäre aus, die perfekt zu der Geschichte passt.Lori Nelson Spielman hat einen unglaublich warmherzigen Schreibstil. Die Geschichte ist berührend, hoffnungsvoll und hat genau die richtige Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Man fühlt sofort mit den Charakteren mit und möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Ein echtes Herzensbuch, das zeigt, dass das Glück oft direkt vor unserer Haustür wartet. Absolut empfehlenswert!
- Emily Henry
Happy Place
(444)Aktuelle Rezension von: Amelie_EngelAchtung, diese Rezension enthält Spoiler!
Setting ⭐⭐⭐
Eigentlich ist das Setting sehr schön und gemütlich. Aber es kam bei mir nicht wirklich an. Manchmal hatte ich das Gefühl, gar nicht wirklich zu wissen, wo ich mich gerade befinde. Und wenn ich das tat, lag mein Fokus eher auf der Dynamik der Personen und nicht so sehr auf der Atmosphäre des Settings.
Charaktere ⭐⭐⭐
Harriet war mir gleich am Anfang sympathisch. Ich konnte mich sehr gut in sie einfühlen, sowohl in ihrem Uni-/Arbeitsumfeld als auch in ihre Art. Dass sie sich im Flugzeug nicht traut zu fragen, ob sie auf die Toilette kann, weil die Person aufstehen muss, ist mir dann doch näher, als mir lieb ist. Ich konnte ihre Liebe zu Vorher-Nachher-Aufgaben gut nachvollziehen. Sie stand in einigen Situationen für sich ein, was ich sehr mochte. Im Mittelteil verlor sich das ein bisschen. Da ich nicht wusste, warum sie und Wyn sich getrennt haben, war vieles einfach unverständlich.
Zu Wyn hatte ich erst wenig Meinung. Auch, weil ich nicht soviel von seiner Persönlichkeit gesehen habe. Alles was ich wusste, war, dass er Harriet das Herz gebrochen hat. Aber gegen Ende war er mir dann doch sympathisch.
Mit Sabrina hatte ich meine Probleme. Sie macht Wyn & Harriet gleich Druck, dass sie nun ein Paar bleiben müssen, nachdem sie zusammenkamen. Sie hat Angst, dass ihre "Found Family" auseinanderbricht. Das verstehe ich auch wirklich. Aber trotzdem macht sie ihren Freunden auch in einigen anderen Situationen Druck und arbeitet das für sich nicht auf. Am Ende sprechen ihre Freunde diese Verlustangst nicht an. Ich verstehe auch, dass sie wirklich alles für ihre Freundinnen tun würde und sich dann wünscht, dass sie auch was zurückbekommt. Aber vielleicht ist das der Punkt, an dem man akzeptieren muss, dass eine Freundschaft entweder mit klarer Kommunikation funktioniert oder eben nicht mehr.
Cleo ist meine Lieblingsfreundin in dem Buch. Als Harriet & Wyn den anderen mitteilen, dass sie ein Paar sind, machte Sabrina ein bisschen Druck. Und Cleo sagte ihr sofort ihre Meinung dazu. Dass sie es nicht tun sollte. Genauso, wie in einigen anderen Situationen.
Kimmy habe ich erst nach den ersten 100 Seiten wirklich entdeckt. Für mich war irgendwie zuerst nicht deutlich, dass sie die Freundin von Cleo ist.
Von Parth weiß ich auch wirklich wenig. Ich wünschte, da wäre mehr. Aber er ist für mich nur der Freund von Sabrina, der zu 100% hinter ihr steht und sie liebt.
Zu Beginn war ich ein wenig überfordert mit all den Namen, im Verlauf konnte ich es besser einordnen.
Handlung ⭐⭐,5
Es passiert nicht viel, es geht primär über die Beziehungsdynamiken. Aber für mich gibt es trotzdem noch offene Fragen in der Handlung:
1. Wyn und Harriet kommen zusammen. Harriet möchte das zunächst nicht, weil Sabrina auf ihn steht. Sabrinas Reaktion fällt dann aber überhaupt nicht überrascht oder vielleicht sogar vorwurfsvoll (gegenüber Harriet) aus. Wie ich Sabrina kennengelernt habe, ist das irgendwie unpassend. Ich würde denken, dass sie mindestens ihre Meinung offen sagt. Aber es wird nur genannt, dass Wyn nicht auf Sabrina steht. Aber wie sind Sabrinas Gefühle gegenüber ihm und Harriet? War sie sauer, aber hat es akzeptiert?
Die beiden ziehen zusammen. Leider habe ich wenig von den guten Zeiten mitbekommen. Es ging schnell in die Krise.
2. Zu der Trennung: Ich fand es so toll, dass Harriet Wyn gleich von Martins Übergriff erzählen wollte. Sie ist ehrlich. Und Wyn reagiert darauf emotional. Ich finde das auch verständlich, dass er da seinen Raum braucht. Aber dann ruft man doch am nächsten Tag an und klärt es miteinander. Wenn da die Essenz des Gespräches ist, dass man sich trennt, ist das in Ordnung. Aber die beiden sind sehr lange zusammen (8 bis 10 Jahre) und er schickt ihr einfach nur ihre Sachen? Naja.
Später sagt sie das auch genau so, das fand ich schön. Ich verstehe aber auch, dass der Tod seines Vaters für ihn eine wirklich emotionale Zeit ist. Schade fand ich, dass für mich nicht ersichtlich war, woran sein Vater gestorben ist (Vielleicht habe ich auch drübergelesen). Eigentlich ist das auch nicht relevant, da die Trauerverarbeitung von Wyn hier im Vordergrund steht, aber für ein bisschen mehr Kontext wäre das vielleicht nicht schlecht gewesen. Das Wiederannähern von den beiden war für mich teilweise mit nicht nachvollziehbaren Anflügen von Intimität verbunden. Aber am Ende im Gesamten doch süß. Toll finde ich , dass Wyn das tut, was ihm gut tut. Zu seiner Familie zurück zu gehen.
3. Nun zu Tattoo-Szene oder eher Fast-Tattoo Szene: Sabrina setzt sie unter Druck. Was ich dabei sehr unsympathisch fand: Sie bucht das Tattoostudio. Unter Emotionen oder aus der Situation heraus, kann ein unnötiger Kommentar auf jeden Fall mal passieren. Aber sie plant es. Genauso wie ihr "Versöhnungsplan" von Harriet & Wyn. Das finde ich schon sehr unreflektiert. Cleo und Harriet sagen ihr da aber ehrlich ihre Meinung. Auch wenn Harriet später meint, dass Cleo nur kein Tattoo aufgrund der Schwangerschaft wollte.
4. Das Ende war dann doch sehr klischeehaft. Die Flughafenszene, nachdem sie einfach gefahren ist (?!), war mir dann doch fast ein bisschen zu viel. Es freut mich für sie so sehr, dass sie ihren Weg geht und für sich merkt, dass ihr Studium nicht das Richtige ist. Entgegen einiger Rezensionen, die sich fragen, wie sie ihren Kredit abbezahle, fand ich es passend und schön. Auch wenn ich gerne mehr darüber erfahren hätte, wie sie das ihren Kollegen mitteilte, und mit was sie jetzt genau ihr Geld verdient.
5. Geliebt habe ich aber das Annähern zwischen Harriet und ihrer Schwester. Das war wirklich berührend für mich.
6. Was ist mit dem Haus passiert? Ist es wirklich verkauft worden? Ich hatte gehofft, dass sie es zusammen kaufen.
7. Im Buch werden auch viel Alkohol & Drogen konsumiert. Zum Glück passiert das größtenteils nicht zur Verdrängung, sondern einfach zum Spaß. Und das macht es für mich mehr okay.
8. Es werden einige Erkrankungen (sowohl psychisch, als auch körperlich) Teil der Geschichte. Ich finde die Sichtbarkeit wichtig. Auch wenn sie hier wenig Raum bekamen, wurden sie ganz gut eingebunden.
Schreibstil-Gefühl ⭐⭐⭐,5
Es ist sehr verschnörkelt geschrieben. Viele Metaphern, bei denen einige auch ganz schöne Zitate bilden. Außerdem gibt es einige wissenschaftliche Anspielungen. Ich finde es immer total schön, wenn ich Dinge aus meinem Studium in Büchern finde. Hab ich geliebt.
Ein bisschen verwirrend waren für mich die Zeitsprünge. Am Anfang wusste ich manchmal nicht, in welcher Zeit ich mich befand und was der aktuelle Stand ist. Dadurch wurde es in der Mitte ein bisschen langwierig.
Unterhaltung ⭐⭐⭐,5
Ich wollte unbedingt wissen, warum sie sich getrennt haben und das hielt mich auch am Lesen. Die Message am Ende war dann auch ganz schön. Definitiv kein Must-Read und kein Wohlfühlroman, aber wenn man gerne Beziehungen analysiert und weniger "Vibes" braucht, vielleicht ganz schön.
- Meike Winnemuth
Das große Los
(257)Aktuelle Rezension von: Schlumpfine-02Das große Los“ von Meike Winnemuth ist ein humorvoller, inspirierender Reisebericht über ein Jahr in 12 Städten weltweit, finanziert durch einen Gewinn bei „Wer wird Millionär?“ In Briefen teilt sie Aha-Erlebnisse, Kulturschocks und innere Veränderungen – ein Plädoyer für Mut und Möglichkeiten, das nie langweilig wird.
- Emily Henry
Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen
(479)Aktuelle Rezension von: MelB2508Nora ist Literaturagentin und lebt und arbeitet in New York. Sie ist der Prototyp der "anderen" Frau, das Karrierebiest, die in Büchern und Filmen immer verlassen wird für die süße Frau, die den männlichen Protagonisten wirklich versteht und die richtigen Prioritäten im Leben setzt. Als ihre jüngere Schwester Libby sie überredet, einen Monat mit ihr auf dem Land Urlaub zu machen und eine Checkliste abzuarbeiten, ist sie alles andere als überzeugt davon. Doch sie lässt sich darauf ein. Statt einen süßen Mann vom Land zu treffen, trifft sie allerdings auf Charlie, einen Lektor, den sie aus New York kennt - und der ganz genau wie Nora tickt und absolut nicht auf der Suche nach einer romantischen Lovestory ist. Warum aber knistert es so sehr zwischen den beiden...?
Der Roman ist ein typischer Emily Henry Roman - die Figuren sind unheimlich sympathisch, der Ton mehr als lesbar und locker und sehr humorvoll. Ich habe wie immer bekommen, was ich erwartet und erhofft habe - eine wunderschöne Geschichte, eine tolle Heldin, Figuren, die einen Hintergrund haben und die ich fühlen konnte, mehrere tolle Settings (die Liebeserklärungen an New York waren zauberhaft!) und nicht zu vergessen, einen Schluss, der mich glücklich gemacht hat.
Nichts zu beanstanden und wie immer eine eindeutige Leseempfehlungen für alle Emily Henry Fans und Lesende, die gerne romantische, humorvolle Unterhaltung lesen, die durchaus Tiefgang hat! - Mandy Baggot
Winterzauber in Paris
(160)Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertanteAva wurde grade von ihrem Freund verlassen und ihre Mutter nervt sie mit einem Modeljob. Da kommt es grade sehr gelegen, dass ihr Freundin Debs nach Paris reisen will. Eigentlich braucht sie keine Männer mehr, aber da taucht Julien auf.
Julien verarbeitet immer noch einen Schicksalsschlag und zieht sich zurück. Da begegnet er Ava und seinem Leben wird neue Energie eingehaucht.
Es lässt sich sehr gut lesen, da die Kapitel recht kurz sind. Es wird immer der Ort, an dem das Kapitel spielt, genannt, ich hätte mir noch eine zeitliche Angabe gewünscht. Es gefällt mir sehr gut, wie sich die Stränge entwickeln, wenn auch teilweise vorhersehbar.
Ein bisschen gibt es natürlich auch krach, aber ich bin sehr erstaunt, dass dieser Roman wenig darauf abzielt und eher harmonisch ist, aber auch nicht zu viel oder unrealistisch. Im Gegenteil. Es gibt sehr normale Erklärungen.
Fazit:
Ich kann von diesem Roman nur schwärmen. Er vereint alle Elemente, die ich liebe: Familie, Freundschaft, Liebe und Wünsche und Träume und das auf vielen Ebenen. Außerdem hat es einen Hauch von Gilmore Girls, was nicht verwunderlich ist, da Mandy Baggot selbst ein Gilmore Girls-Fans ist. - Gail Honeyman
Eleanor Oliphant Is Completely Fine (deutsche Ausgabe)
(393)Aktuelle Rezension von: Seelion_Gerit„Eleanor Oliphant“ ist kein Liebesroman im klassischen Sinne – was man anhand von Cover und Beschreibung zunächst vermuten könnte. Stattdessen erzählt das Buch die Geschichte einer ungewöhnlichen, introvertierten Frau, die sich langsam aus ihrer selbstgewählten Isolation löst. Obwohl meine Erwartungen daher in eine andere Richtung gingen, hat mich die einfühlsame und stellenweise humorvolle Figurenentwicklung dennoch positiv überrascht. Lesenswert – aber eben weniger romantisch, als der erste Eindruck vermuten lässt.
- Kathinka Engel
Where the Roots Grow Stronger
(342)Aktuelle Rezension von: Vivien_ts3 Jahre nach ihrem plötzlichen Verschwinden taucht Fiona wieder in ihrer Heimatstadt auf. Doch über diese drei Jahre hat sie mit jedem aus ihrem alten Leben den Kontakt abgebrochen. Diesen Leuten muss sie sich nach ihrer Rückkehr wieder stellen, vor allem ihrem Ex-Freund Connal.
Ich habe von diesem Buch nie etwas auf Social Media gehört und habe es zufällig bei den Mängelexemplaren gefunden und gekauft. Dann stand es für Ewigkeiten in meinem Regal herum und jetzt kann ich nicht glauben, dass ich es nicht früher gelesen habe.
Dieses Buch ist die perfekte cozy small town romance. Kein Drama und keine toxische Beziehungen. Die Handlungen aller Charaktere waren verständlich. Natürlich geht es nicht so schnell, dass man wieder Vertrauen zu einer Person aufbaut, von der man so stark verletzt wurde.
Der Schreibstil war flüssig und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Das ganze hat mich irgendwie a Lilly Lucas Bücher erinnert, von welcher ironischerweise auch noch ein Kommentar auf das Buch gedruckt wurde.
Alles in allem eine schöne Wohlfühlgeschichte über Vergebung, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann. - Anne Freytag
Nicht weg und nicht da
(364)Aktuelle Rezension von: Quilla3Wie berührend kann man schreiben?! Anne Freytag hat mich mit ihren Jugendbüchern bislang jedes Mal emotional umgehauen, auf die beste Art und Weise. Dieses Buch finde ich besonders bewegend - als Leserin, als Freundin eines Menschen, der sich das Leben genommen hat, als chronisch Kranke, die einige Verluste zu betrauern hat, und schließlich auch als psychologische Psychotherapeutin. Ich würde so weit gehen zu behaupten, dass jeder Mensch, sofern emotional dazu in der Lage, dieses Buch lesen sollte und dass es sich außerdem als einfühlsame Hilfe bei Trauerbewältigung jeglicher Art und speziell nach einem Suizid hervorragend eignet.
Der Schreibstil ist bildhaft, poetisch anmutend und flüssig, die Kapitel angenehm kurz mit passenden Illustrationen und abwechselnd aus den Perspektiven von Luise und Jacob geschrieben. Beide Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Die Dynamik zwischen ihnen ist wunderschön und hat mir bei aller Schwere des Themas immer wieder das Herz erwärmt. "Melancholisch und irgendwie leicht", so beschreibt Jacob Luise und so würde ich auch das gesamte Buch beschreiben.
Es enthält so viele Weisheiten zum Leben, Sterben, zum Loslassen und Abschiednehmen, dass ich eine ganze Weile damit beschäftigt war, mir die Zitate zu notieren, die ich festhalten möchte.
Außerdem bietet es einen Einblick in die Perspektive eines jungen Menschen, der beschließt, sich das Leben zu nehmen. Es ist natürlich nur ein Beispiel und sieht bei jeder betroffenen Person anders aus, aber ich finde, dass hierdurch auch Menschen, die mit psychischen Problemen und Störungen bislang keine Berührungspunkte hatten, einen nachvollziehbaren Eindruck erhalten.
Für mich ist das Buch schon jetzt definitiv ein Jahreshighlight und ich kann es nur wärmstens empfehlen, wenn man bereit ist, sich auf eine emotionale, traurig-schöne Reise einzulassen. Oder wie die Autorin in ihrer Widmung schreibt: "Dieser Roman ist für alle, die einen Weg aus der Dunkelheit suchen. Und für die, die ihnen entgegengehen."
- Patrick Ness
Sieben Minuten nach Mitternacht - Filmausgabe
(833)Aktuelle Rezension von: Bianca_JahnsEin Buch,dass mich zum perfekten Zeitpunkt getroffen hat. Sprachlich ist es leicht zu lesen, die Thematik jedoch nicht und liegt schwer im Magen
( CW ua Krebs, Mobbing) Es geht um Loslassen und aber auch Hoffnung.
Realität und Phantasie verschmelzen wunderbar miteinander. Mich hat die Geschichte nicht losgelassen, pausieren musste ich es mehrere Male, da ich vor lauter Tränen nichts mehr lesen konnte.
Mir hat es einen Denkanstoß gebracht, den ich gerade gebraucht habe.
- Beatrix Gerstberger
Die Hummerfrauen
(212)Aktuelle Rezension von: MinijaneDie Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist und auf ihre Freundin Julie, Anfang 50, die natürlich ebenfalls im Hummerbusiness tätig ist. Die dritte Frau ist Mina, die als Kind mit den Eltern regelmäßig auf der Nachbarinsel ihre Ferien verbracht hat. Sie reist als erwachsene Frau erneut auf die Insel und verunglückt mit ihrem Kajak direkt vor der Küste. Man bringt sie in Ann‘s Haus, wo sich sowohl Ann als auch Julie ihrer annehmen.
Auch Mina bekommt die Chance zu erleben wie es auf einem Hummerfischerboot zugeht und sie fühlt sich Tag für Tag ein Stück mehr zu Hause in Stone Harbour.
Viele Menschen kennt Mina noch aus der Vergangenheit unter anderem ihren Kindheitsfreund Sam, der immer noch auf der Insel lebt und mit dem sie sofort wieder eine Verbindung spürt als sie ihn wiedersieht. Doch es sind auch schlimme Dinge passiert damals, die dazu geführt haben, dass Mina‘s Familie die Insel auf einmal als Urlaubsort gemieden hat.
Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch, so dass man dieses Hummerdorf wirklich vor Augen hatte und das Meer fast schon riechen konnte. Die Charakterzeichnung ist Beatrix Gerstberger auch besonders gut gelungen. Ich mochte die etwas spröde, sehr direkte Art von Ann und die fröhliche, fürsorgliche und schlagfertige Julie. Aber auch Mina, Sam und die Nebencharaktere waren stimmig für mich.
Zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte hineinzufinden. Die vielen Personen und Zeitsprünge waren zunächst verwirrend und haben den Lesefluss etwas gebremst.
Es war am Ende aber ein Buch mit ganz viel Herzenswärme, mit Tiefe und auch mit Humor, dass mich gut unterhalten hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.
- Jessi Kirby
Mein Herz wird dich finden
(515)Aktuelle Rezension von: Mia04Als ich "Mein Herz wird dich finden" von Jessi Kirby las, war ich etwa 14 Jahre alt und es war eines meiner ersten Young-Adult-Bücher. Ich erinnere mich noch gut dran, wie mich die emotionale Tiefe der Geschichte berührt hat. Die Art und Weise, wie Mia mit ihrer Trauer umgeht und wie sie Noah trifft, hat mich damals wirklich bewegt. Die Geschichte ist voller Emotionen – von Schmerz über Verzweiflung bis hin zu Hoffnung und Liebe. Besonders gefallen hat mir, wie Jessi Kirby das komplexe Thema der Organspende einfühlsam und authentisch darstellt.
Mia ist eine authentische Protagonistin, deren innere Kämpfe und Schuldgefühle ich gut nachvollziehen konnte. Noah hingegen bringt eine positive Energie in die Geschichte, die Mia hilft, wieder ins Leben zurückzukehren. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam und realistisch, was ich sehr gelungen fand.
Dieses Buch hat mir gezeigt, wie herzzereißend und emotional Young Adult Geschichten sein können. Die Zitate am Anfang jedes Kapitels waren inspirierend und haben die Handlung noch stärker betont.
Selbst heute noch denke ich gerne an diese Geschichte zurück und erinnere mich an die Gefühle, die sie in mir ausgelöst hat.
- Kristine Bilkau
Halbinsel
(199)Aktuelle Rezension von: SternchenBlauEine liebe Freundin ist ein großer Fan von Kristine Bilkau. Daher stand der Roman spätestens mit der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse auf meiner Leseliste.
Ich hörte das Hörbuch und hatte mit der Sprecherin so meine GeschmacksProbleme, was aber keinen Einfluss auf die Bewertung des Romans nimmt. schon allein, weil ich das Hörbuch nicht abbrechen wollte, das spricht ja definitiv fürs Buch.
Beim Buch selbst gefällt mir die leise, zurückhaltende Schilderung der Mutter-Tochter-Beziehung und die Darstellung der Protagonistin und Ich-Erzählerin als Frau im mittleren Alter (Ende 40), die hier viel über sich selbst lernt. Vermutlich hallt das bei mir so gut wider, weil ich fast im selben Alter bin, auch, wenn ich von einem erwachsenen Kind noch weit entfernt bin. Ein Highlight fand ich die Beziehung zu der neuen Nachbars-WG Mitte 30. Neben der Mutter-Tochter-Beziehung und der Trauerbewältigung des längst verstorbenen Mannes nimmt die Reflexion über Klimakrise und Klimabewegung einen großen Stellenwert ein. Dieses Thema ist mir sehr wichtig und ich finde es auch wichtig, dass es in einem eher leichteren Roman behandelt wird. Dennoch erschien es mir manchmal zu didaktisch behandelt, das kann aber auch daran liegen, dass ich die Fakten schon wusste. Beim Plot schien mir einiges zu vorhersehbar (ein Schlagwort ohne spoilern zu wollen: Familienversicherung), und die Gedanken der Ich-Erzählerin verlieren sich manchmal vom Hundertsten im Tausendstem. Trotzdem mochte ich den Roman und würde ihn wohl auch mit 4 Sternen bewerten, beim Hörbuch hab ich nochmal einen halben Stern abgezogen..
Ein leiser Roman mit wichtigen Themen, aber auch ein paar Schwächen, den ich mit 4 Sternen bewerte.
- Franziska Jebens
Immer am Meer entlang
(130)Aktuelle Rezension von: EllaH„Immer am Meer entlang“ ist aus der Sicht der beiden Protagonisten geschrieben.
Inhalt
Seit ihrer Kindheit träumt Josie davon, mit einem alten Bulli quer durch Europa zu fahren – immer am Meer entlang. Nur sie selbst. Doch schon bald trifft sie auf Paul, einen spontanen Reisenden mit einer Reifenpanne. Auf ihren Roadtrips kreuzen sich ihre Wege immer wieder, erst zufällig, dann absichtlich. Unterwegs hinterlassen sie sich kleine Botschaften und Geschenke, durch welche sie sich gegenseitig und sich selbst besser kennenlernen.
FazitEine wunderschöne, leichte Sommerlektüre. Man wird ans Meer versetzt und reist quer durch Europa - immer am Meer entlang. Man entdeckt wunderschöne Buchten und Küsten. Ein Roman mit ganz viel Gefühl und Urlaubsatmosphäre. Das Fernweh lässt nicht lange auf sich warten.
- Petra Hülsmann
Meistens kommt es anders, wenn man denkt
(268)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Mit Meistens kommt es anders, wenn man denkt von Petra Hülsmann war ich direkt wieder in diesem vertrauten Hülsmann-Gefühl angekommen. Ich war sofort in der Geschichte drin und habe mich schnell wohlgefühlt.
Die Protagonistin war für mich sympathisch-chaotisch – genau die Art Figur, die man gern begleitet. Nicht perfekt, manchmal ein bisschen überfordert, aber authentisch und liebenswert. Besonders mochte ich den Love Interest – ihn habe ich wirklich, wirklich gerne gelesen. Er hatte einfach diese warme, sichere Ausstrahlung, die gut zur Geschichte gepasst hat.
Ein echtes Highlight waren für mich Sally und Lenny. Alle Szenen mit ihnen habe ich richtig gern gelesen. Die Nebenfiguren insgesamt waren stark – nur ihre Kollegen konnten mich nicht überzeugen, die waren mir eher unsympathisch.
Atmosphärisch war es wieder typisch Hülsmann: Hamburg, dieses leichte Großstadtgefühl, Humor gemischt mit Emotionen. Es war sowohl unterhaltsam als auch an manchen Stellen berührend – von beidem etwas. Das Tempo war angenehm und das Ende rund abgeschlossen.
Kein absolutes Highlight für mich, aber definitiv ein schönes, warmes Buch für zwischendurch.
- Kirsty Greenwood
Wolke Sieben ganz nah
(293)Aktuelle Rezension von: EineMamiDieses Buch hat mich mehr als überrascht. Optisch war ich auf eine zwar humorvolle, aber doch seichte Unterhaltung mit viel Romance gefasst. Doch „Wolke sieben ganz nah“ ist so viel mehr als eine lustige, unterhaltsame RomCom. Die Geschichte wartet nämlich nicht nur mit einem tollen, sympathischen Schreibstil und großartigen Figuren auf, sondern auch mit herzergreifender Tiefe, mit der ich so nicht gerechnet hätte.
Protagonistin Delphi Bookham wird viel zu jung aus dem Leben gerissen und landet im Jenseits, interessant beschrieben von Autorin Kirsty Greenwood. Dort begegnet Delphi einem charmanten Unbekannten, der zurück auf die Erde geschickt wird. Da sind die romantischen Missgeschicke natürlich vorprogrammiert. Ich musste mehr als einmal grinsen und schmunzeln.
Aber auch das ein oder andere Tränchen habe ich verdrückt, denn die Geschichte geht direkt ins Herz. Eine emotionale Meisterleistung der Autorin, der die Achterbahn der Gefühle brillant geglückt ist. Ich habe die Protagonisten sehr gemocht und mit ihnen gelitten und gelacht. Und die ernsteren Momente haben mich nachdenklich gemacht, auch das hat mir sehr gefallen. RomCom-Fans kommen hier definitiv auf ihre Kosten und sollten sich das Buch nicht entgehen lassen!
- Lucy Fricke
Das Fest
(86)Aktuelle Rezension von: LoukiaJakob wird 50 und hat keine Lust, das zu feiern. Er fühlt sich gescheitert, müde und resigniert. Doch seine beste Freundin Ellen sorgt dafür, dass er im Laufe des Tages einer Reihe von Menschen begegnet, die für ihn wichtig waren. Eine Reise in die Vergangenheit, die gleichzeitig neue Impulse für die Gegenwart liefert.
Diese wunderschöne Geschichte bewegt sich zwischen Melancholie und Heiterkeit, sie erzählt von Freundschaft und Liebe, Verlust und Gewinn, vom Verzeihen und von der neu erwachenden Lust auf die Zukunft. Sehr leicht erzählt und doch voller Tiefe, amüsant und gleichzeitig berührend.
- Doris Knecht
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
(198)Aktuelle Rezension von: HaerzlechDie Kinder ziehen aus, und die Protagonistin muss ihren Wohnraum verkleinern. Dabei erinnert sie sich an ihr bisheriges Leben, mistet die Wohnung aus und reflektiert was bisher so geschah.
Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, es war meist kurzweilig, ruhig und teilweise auch ganz witzig. Leider konnte ich mich allerdings nur bedingt für die Protagonistin erwärmen, die sich für mich teilweise etwas zu sehr in ihrem Selbstmitleid suhlt und einen für mich zu hohen Lebensstandard als selbstverständlich sieht. Daher habe ich sie für die Veränderung ihrer Lebensumstände teilweise nur bedingt bemitleiden können: Während ich zunächst viel Verständnis für den Fakt hatte, dass sie die geräumige Wohnung, in der die Kinder aufwuchsen und in der sie schon fast 20 Jahre lang ein zuhause hatte, aufgeben muss, hat sich dann herausgestellt, dass sie auch noch eine kleine Einzimmerwohnung UND ein Haus auf dem Land besitzt. Ersteres war zunächst ein Atelier für sie als Autorin, später dann vermietet. Das Haus steht meist leer, da unsere Protagonistin nicht in einem kleinen Dorf leben möchte, zur Naherholung aber gleich ein ganzes Haus besitzen möchte. Da war es dann vorbei mit dem Mitleid und auch mit dem richtigen Interesse am Buch. Diese selbstmitleidigen Kapitel waren auch die, die sich für mich in die Länge gezogen haben (obwohl textmässig alle Kapitel relativ kurz gehalten sind) und die ich teilweise auch nur überflogen habe.
Zugegeben: Als Studentin Mitte 20 sind mir die finanziellen und räumlichen Sorgen von Hausbesitzerinnen natürlich ohnehin fremd, dennoch kann ich über Menschen, die darüber jammern, kein Geld zu haben, die dann aber für den Sohn eine schöne Wohnung für seine 2er-WG mieten und eine Umzugsfirma engagieren um die paar Möbel herumzutragen, nur den Kopf schütteln.
- Jardine Libaire
Uns gehört die Nacht
(124)Aktuelle Rezension von: herr_hygge1986: Mit Anfang 20 verlässt Elise den Sozialbau, in dem sie aufgewachsen ist, und strandet in New Haven. Dort begegnet sie dem Yale-Studenten Jamey Hyde, der aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt und sich um Geld nie Gedanken machen musste. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, und mit der Zeit wird aus dieser Obsession Liebe – eine Liebe, die sich mit gravierenden Klassenunterschieden konfrontiert sieht.
Trotz der zahlreichen Novitäten auf meinem SuB war es mal wieder an der Zeit, einen der ebenso zahlreichen Backlist-Titel vom Stapel zu lesen. Ein passendes Buch war schnell gefunden: „Uns gehört die Nacht“ von Jardine Libaire, erschienen 2018 im Diogenes Verlag. Die Geschichte klang zunächst vielversprechend: Eine Frau aus prekären sozialen Verhältnissen beginnt eine Liaison mit einem Elite-Uni-Studenten aus reichem Haus, und mit der Zeit entwickelt sich mehr als nur das Körperliche. Doch so ganz konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen.
Ich glaube, es lag daran, dass mir von allem ein bisschen zu wenig geboten wurde – und die Geschichte dennoch an manchen Stellen einige Längen hatte. Die Leidenschaft zwischen Elise und Jamey wirkte etwas gezwungen, manchmal sogar unterkühlt, und die Thematik des Klassenunterschieds wurde mir zu oberflächlich angerissen. Da wäre durchaus Raum für mehr etwas Tiefe gewesen.
Dennoch war der Roman recht unterhaltsam und hat mir auch sprachlich gut gefallen. Vor allem bei den spicy Szenen beweist Libaire ein gutes Händchen – sie sind prickelnd und sexy, aber in keiner Weise billig oder obszön, was ich sehr schätze. Auch die Art, wie beschrieben wurde, mit welcher Abneigung und welchen Vorurteilen Jameys Familie Elise begegnete, war glaubhaft dargestellt, hätte aber noch etwas mehr Drama vertragen können.
„Uns gehört die Nacht“ war für mich nice to read: solide Unterhaltung, die hier und da etwas tiefer hätte gehen können, aber dennoch eine interessante und turbulente Romanze erzählt.
- Karl Olsberg
Glanz
(59)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderEric ist vierzehn Jahre alt und viel in der virtuellen Welt unterwegs. Seine Mutter ist es schon immer ein Dorn im Auge, dass er soviel Zeit mit Spielen im Internet verbringt. Als er mit einer Überdosis der Droge >Glanz< im Krankenhaus liegt, will seine Mutter hinter das Geheimnis des PCs ihres Sohnes gelangen. Was sie findet ist Unvorstellbar, grausam, gefährlich und ganz und gar undurchsichtig und es scheint fast so, als ob Eric in der virtuellen Welt gefangen ist. Seine Mutter dringt tief ein, aber es gibt Wesen die nicht wollen, das Eric wieder erwacht oder ins wirkliche Leben zurück kehrt.
Ein beklemmender Thriller über die Macht der Drogen, des Internets und virtuelle Welten. Gruselig!
- Hannah Richell
Geheimnis der Gezeiten
(48)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinAls die Eltern von Richard Tide überraschend bei einem Autounfall ums Leben kommen, tritt er sein Erbe an und übernimmt das Anwesen Clifftops in Dorset. Seine Ehefrau Helen und die beiden Töchter müssen sich der Entscheidung letztlich beugen. Gerade Helen, der ihre Unabhängigkeit und ihre Karriere neben dem Familienleben immer wichtig war, leidet unter dem Umzug, der sie zur Hausfrau und Mutter degradiert. Das Verhältnis zu den pubertierenden Mädchen, insbesondere zu der älteren Cassie, wird schwieriger, weshalb ein Lichtblick für Helen die ungeplante Schwangerschaft mit dem Nachzügler Alfie ist. Als dieser im Alter von drei Jahren am Strand unbemerkt verschwindet, da ihn seine älteren Schwestern unbeaufsichtigt gelassen haben, bricht für Helen eine Welt zusammen. Die Trauer um den geliebten Sohn, die Ungewissheit über seinen Verbleib und die Wut auf Dora, die Cassie und Alfie allein ließ, sowie das eigene schlechte Gewissen quälen Helen. Die Familie zerbricht an der Tragödie.
Als Dora mit Mitte 20 selbst schwanger ist und aufgrund ihres Erlebnisses in der Kindheit große Angst vor der Verantwortung hat, kehrt sie nach Clifftops zurück und sucht das Gespräch mit ihrer Mutter. Dabei muss sich auch Helen ihren inneren Dämonen stellen und die Frage der Schuld neu aufgeworfen werden.
"Geheimnis der Gezeiten" ist eine Familiengeschichte, die auf zwei Zeitebenen handelt und aus den Perspektiven von Cassie, Dora und Helen geschrieben ist. In Rückblenden erfährt man, wie es zu dem Umzug nach Dorset kam, von den schwierigen Anfangsjahren in Clifftops und der Unzufriedenheit Helens und was sich in dem tragischen Sommer vor elf Jahren ereignet hat. Der Klappentext verrät dabei fast zu viel, denn Alfies Verschwinden ereignet sich erst nach gut einem Drittel des Romans.
Dennoch ist das Buch spannend, denn der Verlust des Dreijährigen bildet nur den Rahmen für die Handlung. Im Fokus stehen vielmehr die Folgen der Tragödie und die Geheimnisse, die die Familie umgeben, das Ungesagte, das das Familienleben belastet und die Schuldgefühle und Gewissensbisse, die das Zusammenleben letztlich unmöglich machen. Die Tides schaffen es nicht zusammenzuhalten und sich gegenseitig Trost zu spenden, sondern driften vielmehr auseinander. Vor allem die Frauen der Familie erlauben es sich nicht, wieder Glück empfinden zu dürfen.
Dramatik und Spannung stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. Zudem sind die Charaktere authentisch dargestellt und ihr Handeln nachvollziehbar, auch wenn sie nicht unbedingt Sympathieträger sind.
Es ist ein Familiendrama, das zeigt, welchen Einfluss belastende Ereignisse der Vergangenheit auf die Gegenwart und Zukunft haben können. Dabei bleibt bis zum Ende spannend, ob alle Beteiligten mutig genug sind, sich der (unangenehmen) Wahrheit zu stellen, Verantwortung zu übernehmen und damit den Weg frei für eine Chance auf Vergebung und einen Neuanfang für die nachfolgende Generation machen.























