Bücher mit dem Tag "lyrik"
472 Bücher
- Ally Condie
Cassia & Ky – Die Flucht
(2.305)Aktuelle Rezension von: KayuriIn diesem Buch geht die Geschichte um die Liebe die nicht sein soll weiter. Wir bekommen zwei Perspektiven präsentiert, dabei klappt der Übergang für mich nicht immer sauber. Dennoch fand ich es interessant diese Suche und Flucht aus beiden Perspektiven zu erleben.
Die Geschichte an sich hatte ein paar Längen. Es fühlte sich manchmal so an als wurde recht wenig passieren. Dafür bekamen aber auch die anderen Figuren etwas mehr Tiefe verpasst. Daher war es für mich verständlich wieso es die lägen gab.
Ich freue mich auf den letzten Teil, dieser endet mit einem Cliffhanger.
- Benjamin Myers
Offene See
(447)Aktuelle Rezension von: EleonoraEngland nach dem Zweiten Weltkrieg. Der große Schrecken des Krieges ist vorbei, jedoch wirft er immer noch seine langen Schatten. Lebensmittel sind noch immer rationiert, das Geld knapp und die Traumata der Heimkehrer hat sie für immer verändert. Nichts ist wie es je war. Für den sechzehnjährigen Robert fängt das Leben jedoch erst jetzt richtig an. Bevor er so wie sein Vater und dessen Vater zuvor sein Leben als Bergbauarbeiter unter Tage fristen muss möchte er das Land erkunden und geht auf Wanderschaft. Er erfreut sich an der wunderschönen Wildnis der Natur, schläft unter freien Himmel und verdient sich ab und zu mit Handlangerarbeiten etwas Geld für seine Verpflegung dazu. Eines Tages trifft er auf Dulcie Piper, die in einem kleinen Cottage nahe am Meer lebt. Er kümmert sich um ihren Garten während sie ihn zum Dank mit Speisen verwöhnt, die er noch nie gekostet hat. Dulcie ist ein Rätsel für ihn- ihr Haus wird allmählich von der Natur überwuchert, ein nahestehendes dazugehöriges Atelier fällt langsam in sich zusammen und dennoch ist ihre Speisekammer stets gut gefüllt, sie besitzt Spirituosen in Hülle und Fülle und sogar mehrere Autos. Etwas von dem andere zu der Zeit nur träumen können. Robert möchte ihrem Geheimnis auf die Spur kommen, welches sie aber hinter einer hohen Mauer des Schweigens verborgen hält, genauso wie die Aussicht aufs Meer hinter hohen wuchernden Büschen.📖
Das Buch hatte ich bereits vor Längerem einmal begonnen, jedoch nach ca. 50 Seiten beiseite gelegt. Damals war es für mich zu ruhig gewesen. Wahrscheinlich war es jedoch einfach gerade noch nicht der richtige Zeitpunkt es zu lesen denn man muss der Geschichte wirklich Zeit geben sich zu entwickeln. In einem sehr unaufgeregten, aber poetischen Erzählstil nahm mich Benjamin Myers mit ins Nachkriegsengland und seinen Entbehrungen. Er schaffte es äußerst gut diese Atmosphäre zu vermitteln in der einerseits Stillstand und immer noch Schockzustand herrschte unter den Menschen, aber gleichzeitig mit jungen Leuten wie Robert der Anbeginn einer neuen Zeit.
Robert empfand ich als sehr mutig einfach loszugehen und sich treiben zu lassen und konnte seine Motive dafür sehr gut verstehen. Sein Leben schien durch seine Familie vorherbestimmt. Ein letztes Mal wollte er jedoch vorher die Freiheit spüren.
Dulcie hingegen konnte zurückblicken auf ein Leben voller Abenteuer, Reisen und Erlebnissen aber auch voller Schmerz. Sie nahm Robert bei der Hand und zeigte ihm, welche Chancen das Leben für ihn bereithielt, wenn er sie ergreifen würde. Ich mochte ihre unkonventionelle, lebensbejahende Art die Dinge zu sehen und wie sie zu Robert langsam Vertrauen fasste.
Beide trafen sich zum richtigen Zeitpunkt und sie konnten beide voneinander lernen und sich weiterentwickeln.
,,Offene See" war eine sehr schöne, atmosphärische aber auch melancholische Geschichte, die zwar etwas Geduld brauchte, jedoch es sich absolut lohnte sie zu lesen.🙂
- William Shakespeare
Romeo und Julia
(1.462)Aktuelle Rezension von: GothicQueenIn der italienischen Stadt Verona schwelt ein unerbittlicher, blutiger Konflikt zwischen den beiden einflussreichen Familien Montague und Capulet. Ausgerechnet inmitten dieses Hasses begegnen sich Romeo Montague und Julia Capulet auf einem Maskenball und verlieben sich unsterblich ineinander. Es ist eine Liebe auf den ersten Blick, die jedoch unter einem tragischen Stern steht. Um ihre Gefühle zu schützen, gehen die beiden Liebenden einen geheimen Bund ein. Ein Netz aus Missverständnissen, gesellschaftlichen Zwängen und fatalen Zufällen nimmt jedoch unaufhaltsam seinen Lauf.
Ich habe Shakespeares Meisterwerk bereits vor vielen Jahren während meines Studiums der europäischen Literatur an der Uni gelesen und analysiert. Eigentlich dachte ich, ich kenne das Stück in- und auswendig. Doch als mir Anfang des Jahres diese wunderschöne Mini-Schmuckausgabe in die Hände fiel, war es um mich geschehen. Der Coppenrath Verlag hat hier eine so unfassbar schöne Ausgabe herausgebracht, dass ich sie unbedingt für mein Regal kaufen musste. Und genau diese Optik war auch der Grund, warum ich das Buch nach all den Jahren direkt noch einmal gelesen habe!
Diese Edition ist ein absolutes Gesamtkunstwerk. Schon das Cover mit seiner edlen Goldfolie, der Hochprägung und dem wunderschön gestalteten Farbschnitt zieht alle Blicke auf sich. Im Inneren wird das Leseerlebnis durch die kunstvollen Illustrationen perfekt untermalt. Sie fangen die romantische, aber auch die düster-tragische Atmosphäre Veronas meisterhaft ein.
Das absolute Highlight sind die aufwendig gestalteten, physischen Beilagen, die sich liebevoll versteckt zwischen den Buchseiten befinden. Sie machen die Geschichte fast greifbar und sorgen für ein interaktives Leseerlebnis, das mein bibliophiles Herz höherschlagen ließ. Textlich besticht die Ausgabe zudem durch eine hervorragende und sprachgewaltige Übersetzung.
Egal, ob man das Drama zum ersten Mal liest oder es – wie ich – nach dem Studium noch einmal ganz neu für sich entdeckt: Diese Ausgabe haucht der berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur neues Leben ein. Allein wegen der wunderschönen Gestaltung des Verlags lohnt sich der Kauf. Ein absolutes Schmuckstück für jedes Bücherregal! 4 von 5 Sternen.
- Emma Scott
Bring Down the Stars
(698)Aktuelle Rezension von: Kerstin_VogelhuberDies war ein Reread. Diese Geschichte hat mich seitdem ich sie das erste Mal gelesen habe nicht mehr los gelassen. Sie zählt zu meinen absoluten Lieblingsreihen. Ich kann mich noch genau ans erste Mal erinnern, als ich diesen Band beendet hatte. Es liefen mir viele Tränen die Backen runter und auch jetzt war ich kurz davor. Es berührt mich ganz stark.
Der Schreibstil ist jeweils abwechselnd aus der Sicht von Autum und Weston geschrieben. Die Protagonisten, eigentlich sind es 3, sind mir sehr sympathisch. Die Geschichte packt den Leser von der ersten Seite und ich würde sie auf jeden Fall weiter empfehlen. Genres würde ich sagen sind: Love Triangle und etwas von Found Famaly, jedenfalls für einen der Protagonisten. Auch College Romance ist ganz weit vorne.
- Rupi Kaur
[(Milk and Honey)] [Author: Rupi Kaur] published on (July, 2016)
(254)Aktuelle Rezension von: bookswithjackiIch persönlich finde dieses Buch noch etwas besser als "The sun and her flowers". Ein Großteil der Gedichte hat mir gut gefallen, aber natürlich gibt es auch immer welche, die einem weniger zusagen. Das Buch bietet einen leichten Zugang zu Lyrik, gerade zu fremdsprachiger Lyrik.
- Ursula Poznanski
Blinde Vögel
(578)Aktuelle Rezension von: eumel8Bei diesem Buch ist man froh, wenn es endlich vorbei ist. Hauptfigur ist die Ermittlerin Beatrice Kaspary. Überfrau, geschieden, 2 Kinder, 24 Stunden im Dienst, 7 Tage die Woche. Es beginnt mit 2 Toten auf einem Campingplatz. Aber es sollten nicht die letzten gewesen sein. Die einzige Verbindung scheint eine Facebook-Gruppe zu sein, die sich mit Lyrik beschäftigt. Und so dreht sich das ganze Buch mehr oder weniger um Facebook, Fake-Identitäten und Datenschutz. Nebenbei ist noch bisschen Familie, der Ex-Mann hat immer Zeit, die Ehe ist zerbrochen, weil Tote immer Vorrang haben. Warum? Die Frage bleibt unbeantwortet.
Das grosse Finale beginnt 50 Seiten vorm Schluss mit einem Off des Täters. Aber das Ende zieht sich und die Autorin kennt kein Erbarmen. Brauch man erst ne Weile, um ein weiteres Buch aus der Serie zu lesen. Hab auch erst mit Band 2 angefangen.
- Stephanie Butland
Hoffnung auf Papier
(193)Aktuelle Rezension von: MscheAlso das Cover finde ich wunderschön. Viel schöner als beim ersten Teil. Auch die Idee ist gar nicht schlecht, nur bei der Umsetzung wurde es ein wenig zäh und doch irgendwie auch sehr traurig. Diese Corona-Zeit war wirklich schlimm. Es gab sehr viele schreckliche Schicksale. Daraus ein Buch zu machen ist okay aber es waren zu viele verschiedene Personen mit zu vielen Baustellen. Manchmal wusste ich gar nicht mehr wer was war. Ich hätte quasi eine Liste machen müssen. Insgesamt hat mich die ganze Geschichte schon interessiert und ich habe es verschlungen. Trotzdem lässt es einen ein wenig enttäuscht zurück.
- Gotthold Ephraim Lessing
Nathan der Weise
(1.367)Aktuelle Rezension von: ShmalleNathan der Weise hat eine recht geradlinige Handlung mit gut überschaubarem Hintergrund, wenige Hauptcharaktere mit sehr tiefgründiger Hintergrundgeschichte und angemesse vorgestellte Nebencharaktere, deren Dasein recht oberflächlich ist - jedoch sind alle Details die zu ihnen eingebracht werden sehr relevant. Die Handlungswende ist sehr überzeugend und realistisch. Overall ein Buch, das sich sehr gut lesen lässt und mir persönlich sehr gefallen hat.
- Kathinka Engel
Where the Roots Grow Stronger
(343)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Der Einstieg in Where the Roots Grow Stronger fiel mir leicht – ich war direkt in der Geschichte drin und konnte mich schnell orientieren.
Die Protagonistin fand ich sympathisch, gleichzeitig aber auch ziemlich kompliziert, was es nicht immer einfach gemacht hat, komplett mit ihr mitzufühlen. Der Love Interest hingegen hat mich leider eher genervt als überzeugt, was die Dynamik zwischen den beiden für mich schwierig gemacht hat.
Die Beziehung war insgesamt eher angespannt und hat mich emotional nicht wirklich abgeholt. Generell hatte ich das Gefühl, dass das Buch zwar eine schöne Atmosphäre aufbauen will, mich aber nicht wirklich erreichen konnte.
Das Setting auf den Shetland-Inseln war definitiv spürbar und auch gut beschrieben – man merkt, dass viel Wert auf die Umgebung gelegt wurde. Trotzdem konnte mich genau das nicht überzeugen, weil mir das Gesamtpaket einfach zu ruhig war.
Die Stimmung war zwar cozy und ruhig, aber für mich eher langweilig als entspannend. Ich habe mich nicht wirklich in der Geschichte verloren, sondern eher das Gefühl gehabt, einfach nur weiterzulesen.
Ein Lichtblick waren für mich die Nebencharaktere, besonders ihre Schwester, die ich wirklich mochte.
Insgesamt ein Buch mit schöner Atmosphäre und solidem Setting, das aber einfach nicht meinen Geschmack getroffen hat.
- Heinrich Heine
Deutschland
(258)Aktuelle Rezension von: GersBeaInhalt (Klappentext)
»Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen. «So beginnt Heimes Gedicht ›Nachtgedanken‹, das im Sommer 1843 entstand. Die Sorge um die politische Entwicklung in der Heimat, die ihm den Schlaf raubte, und die Sehnsucht, seine 72 Jahre alte Mutter wiederzusehen, waren die Gründe, die ihn veranlassten, wenige Monate später seinen Aufenthalt im selbstgewählten französischen Exil zu unterbrechen und nach Deutschland zu reisen. Aus den Eindrücken dieser reise, die über Brüssel, Amsterdam und Bremen nach Hamburg und auf der Rückfahrt nach Hannover, Minden, Paderborn, Köln und Aachen führte, entstand ›Deutschland. Ein Wintermärchen‹, eine der bedeutendsten politischen Dichtungen in deutscher Sprache. Heine verflocht hier nicht nur mit großer Kunst Komik und Pathos, Elegisches und Humor miteinander, er übte vor allem ätzende Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen Deutschlands, das, wie er ahnte, am Vorabend einer politischen Erhebung stand.
Dieter Klieschs vielschichtige Farbbilder (Crayon und Aquarell) betonen die Aktualität von Heines Dichtung. Der Maler hat aus der Perspektive unserer Zeit Heines Reise nachempfunden und im Bild festgehalten, was ihm auffiel, ihn in Rage, in Wut versetzte, seine Kritik herausforderte; denn wenn sich auch manches nach 140 Jahren verändert hat, die Verhältnisse sind längst nicht so, wie sie sein sollten.
Ausgabe
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M.,
1989.
203 S.
mit zahlreichen Bildern von Dieter Kiesch
- Mit einem Essay von Walter Grab. -
ISBN 3 763235574Meine Meinung
Obwohl ich ein solides Grundwissen über deutsche Geschichte habe, fand ich das Lesen oft mühsam. Meine Ausgabe enthält viele Anmerkungen zum Text, Farbbilder von Dieter Klietsch sowie einen Essay von Walter Grab zum Wintermärchen.
So kann ich nachvollziehen, warum das Spottgedicht zu den bedeutendsten politischen Dichtungen deutscher Sprache gehört.
Im Rahmen der Klassiker Lesegruppe habe ich das Buch gelesen. Sicherlich ist es als Quellendokument über die Zeit aufschlussreich.
Fazit
Ich vergebe 3 Sterne und eine Empfehlung nur für Leser, die an der geschichtlichen Dimension der Zeit interessiert sind.
Tipp: Laut lesen!
- Paul Celan
Die Gedichte
(36)Aktuelle Rezension von: leseflussSeine Gedichte werfen Bilder in die Augen. Seine neuen Wörter scheinen aus einer fremden Welt zu kommen, sind vielzählig und unverkennbar einprägsam. Schöpfungen wie "Lichtzwang", "Sehstein", "Herzschall-Fibeln", "Finsterzwille", "Abgrundvers", "Schlaffarbe", "Freiaugen", "wildernde Überzeugung", "abweltweiß", "durchvatert" oder "geursprungt" zeigen, dass er ein bildersüchtiger Lyriker war. "Die Schwüle sprachloser Lieder", "meiner Verzweiflung lautlose Geduld" - mittels Sprache schuf Paul Celan eine "entdinglichte Welt". Er war ein Philosoph und Mystiker, immer auf der Suche nach dem Absoluten, sah die Lyrik selbst als Mystik an und chiffrierte daher seine Gedichte. So blieben die meisten Worte rätselhafte Gedankenbilder, auch wenn er seinen Lesern empfahl: "Lesen Sie! Immerzu nur lesen, das Verständnis kommt von selbst".
Wiedemanns nüchterner, auf Deutung verzichtender Kommentar
Barbara Wiedemann hat sich an die Schwierigkeiten und grundlegenden Widersprüche des lyrischen Werkes von Paul Celan gewagt und 2003 eine fundierte kommentierte Gesamtausgabe herausgegeben. Dazu wählte sie "eine bewusst nüchterne, auf Deutung im eigentlichen Sinne verzichtende Form", wie es im Vorwort heißt, denn "mit der Kenntnis bestimmter Hintergründe, Wortbedeutungen oder Quellen ist ein Gedicht keineswegs 'verstanden'". Was der Leser des umfangreichen Bandes findet ist keine festgelegte Interpretation des Celanschen Werkes, sondern sind ausführliche Informationen zu jedem einzelnen Gedicht. Widmungen und Namen werden erklärt, biografische Anspielungen erläutert und durch bisher nicht bekannte Entwürfe von Texten ergänzt. Erst durch die vielen Querverweise und hergestellten Verbindungen zwischen Celans Gedichten machte Barbara Wiedemann ein tieferes Textverständnis seiner Lyrik möglich.
Beachtliche Edition
Die Autorin hat eine beachtliche Edition zusammengestellt, die jedoch "dem Leser eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gedichttext nicht abnehmen kann", wie sie im Vorwort bemerkt. Der Band besteht aus fünf Abschnitten. Die Gedichte teilen sich auf circa 500 Seiten in die Bereiche "I Von Paul Celan zu Lebzeiten publizierte Gedichte" und "II Aus dem Nachlaß publizierte Gedichte". Danach folgt der mehr als 400-seitige Kommentar Wiedemanns, dann ein Verzeichnis der Gedichte in alphabetischer Form und zuletzt ein vollständiges Inhaltsverzeichnis.
Paul Celan und der Leser
Mit Paul Celans Werk vollzog sich ein Neubeginn in der deutschen Nachkriegsliteratur. Niemand schrieb präziser und ausführlicher als er. Seine Sätze schärfen noch heute die Sinne. Celan lag viel am jüdischen seiner Gedichte, wie er immer betonte. Das jüdische Schicksal setzte er gleich mit dem Menschenschicksal überhaupt. Dadurch wird der Leser, egal welcher Religion er zugehört, direkt angesprochen. Es geht um ihn, den Leser.
Das "hellgeatmete Nein"
Beim und durch das Entschlüsseln seiner Worte wird deutlich, dass Celan ein Zweifler war, ein Skeptiker, der Angst hatte und der es "schwer und schwer und schwer" hatte. Er war ein Heimatloser, "heimgeschmerzt" von der Suche eines Ortes, den er sein zu Hause nennen konnte. Doch der, der durch Flucht dem Holocaust entkommen ist, blieb ein lebenslanger Flüchtling. Weder in Paris noch in Israel oder Deutschland fand er, was er herbeisehnte. Das "hellgeatmete Nein" muss wohl allgegenwärtig gewesen sein in seinen Gedanken an einen geografischen Lebensmittelpunkt.
Paul Celan wurde 1920 als Paul Antschel in Czernowitz -ehemals Rumänien, heute Ukraine- in einer deutschsprachigen, jüdischen Familie geboren. Er "zackerte", will heißen: Er arbeitete unentwegt und datierte seine Texte oft bis auf die Minuten genau. Er war ein engagierter Lyriker und Übersetzer und erhielt unter anderem den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Jahr 1960. Mit noch nicht ganz 50 Jahren resignierte er jedoch, sagte "Nein" zum Leben und beging im April 1970 Selbstmord.
- Rainer Maria Rilke
Briefe an einen jungen Dichter
(86)Aktuelle Rezension von: bookswithjackiNicht nur Rilkes Gedichte sind lesenswert, sondern auch seine Briefe. Zehn Briefe an einen jungen Dichter, die nicht nur auf poetische Weise über das Schreiben erzählen, sondern auch Weisheiten über das Leben vermitteln - nicht wie ein Ratgeber, sondern wirklich schön und harmonisch eingefügt in seinen Briefen. Man kann sie immer wieder lesen, so als wären sie an den Leser selbst adressiert. Darf im Rilke-Jahr 2025 auf keinen Fall fehlen!
- Courtney Peppernell
Pillow Thoughts
(49)Aktuelle Rezension von: wordworldBei meiner aktuellen Mission, mich durch die modernen Klassiker von Poesie-Anthologien durchzuprobieren, darf "Pillow Thoughts" der australischen Bestsellerautorin Courtney Peppernell natürlich nicht fehlen. Auch wenn ich an die acht Jahre zu spät bin für den Hype, wollte ich mir selbst ein Bild machen von einem Buch, das so viele Menschen tief bewegt hat – insbesondere auf Instagram, Tumblr und Co., wo Auszüge daraus regelmäßig die Runde machten.
"Even if your sadness feels quite heavy the truth is it´s just a paperweight. Learn to turn the page."
Das Buch ist in zehn thematische Kapitel gegliedert – darunter Kategorien wie "If you are in love", "If you are heartbroken", "If you are lonely" oder "If you are soul-searching". So kann man "Pillow Thoughts" als eine Art emotionaler Erste-Hilfe-Kasten verstehen, der für unterschiedliche Seelenlagen unterschiedliche Anregungen bereithält. Dabei werden Themen wie Herzschmerz, Sehnsucht, Trauer, Hoffnung und Orientierungslosigkeit abgedeckt und in schlichtem Stil in direkten Botschaften verpackt. Ergänzt werden diese durch wunderschöne Illustrationen von Rosy Bullot.
"You are a battlefield. Never will there be a greater war than the one you hold with yourself.”
So sehr ich den Ansatz und die Struktur des Buches schätze, so wenig haben allerdings viele Texte wirklich mit mir resoniert. Natürlich gibt es in Anthologien immer Gedichte, die einem mehr zusagen und andere, die weniger berühren, aber hier waren letztere leider in der Überzahl. Vielleicht habe ich einfach schon zu viel Ähnliches gelesen? Vielleicht war es für mich der falsche Zeitpunkt für das Buch? Ich weiß es nicht genau. Viele Rezensionen im Netz feiern gerade die Zugänglichkeit und Klarheit des Buches – dass es sich anfühlt, als würde jemand einem direkt ins Herz sprechen, ohne Umwege, ohne Masken. Und ja, bei einigen Gedichten hat das für mich ganz wunderbar funktioniert, für mich persönlich gingen aber viele auch nicht über die Tiefe einer Instagram-Caption hinaus.
"But I am so deeply lost in my own soul, how can I expect anyone else to understand me?”
Fazit
"Pillow Thoughts" ist eine sanfte, gefühlvolle Sammlung, die vielen Trost spendet, mich aber sprachlich und inhaltlich nicht wirklich erreichen konnte. Vielleicht ein gutes Einsteigerbuch für alle, die gerade erst moderne Poesie entdecken - für mich war es eher ein kurzes, höfliches Vorbeischauen, aber kein Wiedersehen.
- Stephen King
Holly
(185)Aktuelle Rezension von: Julietta89Ich bin eigentlich kein großer Fan von Kriminalromanen, und „Holly“ kommt diesem Genre schon ziemlich nahe. Wenn es kein Buch von Stephen King gewesen wäre, hätte ich es wohl gar nicht erst zur Hand genommen. Umso überraschter war ich, wie sehr mich die Geschichte trotzdem gefesselt hat. King gelingt es hier, auf eine sehr spannende Art und Weise eine Ermittlung zu erzählen, die trotz des klassischen Krimi-Settings so viel mehr bietet.
Besonders beeindruckend fand ich den Aufbau der Story. Die parallelen Handlungsstränge, die sich nach und nach aufeinander zubewegen, haben mich richtig mitgerissen. Man will unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt, auch wenn man als Leser teils schon etwas mehr durchschaut als die Protagonistin Holly selbst. Das sorgt für eine tolle Spannung, die King meisterhaft steuert. Und das ganz ohne seine sonst so typischen übernatürlichen Elemente – was ich eigentlich interessant fand, auch wenn mir ein bisschen von diesem King-Flair dadurch gefehlt hat.
Trotzdem ist „Holly“ ganz klar ein Buch, das man als King-Leser nicht verpassen sollte. Es geht tief in die Abgründe der menschlichen Psyche und zeigt, wie komplex und dunkel das Leben sein kann. Für mich war es eine gelungene Überraschung, die mich auch über das Genre hinaus begeistert hat.
- Julia Whelan
Mein Jahr mit Dir
(247)Aktuelle Rezension von: Leseeule35Mein Jahr mit Dir – Julia Whelan, erschienen 14. Januar 2019 / 16. August 2023, beim Verlag: Penguin, als eBook Taschenbuch und Hörbuch
„Mein Jahr mit Dir“ ist die Romanvorlage zum Netflix-Film „My Oxford Year“. Diese Tropes sind im Buch zu finden: Enemies to Lovers, Slowburn, Forced Proximity Romeo & Julia.
Zum Inhalt: Du kannst dein Leben planen, aber nicht deine große Liebe … Es soll das Jahr ihres Lebens werden. Mit einem Stipendium erfüllt sich Ella endlich ihren lang ersehnten Traum von einem Auslandsjahr in Oxford. Doch gleich am ersten Tag stößt sie dort mit dem arroganten Jamie Davenport zusammen, der zu allem Übel auch noch ihren Literaturkurs leitet. Als Ella und Jamie eines Abends gemeinsam in einem Pub landen, kommen sie sich viel näher als geplant. Und obwohl sie sich dagegen wehrt, spürt Ella, dass sie sich in ihn verlieben wird. Sie ahnt nichts von Jamies tragischem Geheimnis und davon, dass diese Liebe sie vor die größte Entscheidung ihres Lebens stellen wird ...
Vor jedem neuen Kapitel gibt es einen lyrischen Exkurs einer englischen Literatur lange vor unserer Zeit. Ich mag dieses englische Feeling, Universität, gebildete Charaktere mit ihrem ganz besonderen Charme und in einer Zeitepoche mit eingebunden, die schon so lange vorbei ist, aber die englische Sittsamkeit und literarische Geschichte wieder hervorbringt. Und das alles zur einer höchst modernen Zeit. Ella, eine junge amerikanische Frau hat es nach Oxford geschafft und möchte dort ein Jahr lang englische Sprache und Literatur studieren. Nebenbei engagiert sie sich für die Politik ihres Landes und ist mitten in einem Wahlkampf dabei, auch wenn der Ozean beide Länder trennt. Sie trifft in ihrer ersten Vorlesung auf andere interessante Charaktere und auch ihr zukünftiger Professor ist ihr kein Unbekannter. Ella weiß was sie will, sie ist entschlossen, klug und neugierig. Spaß haben darf jeder, nur verlieben muss nicht sein, schließlich ist ihre Zeit begrenzt und sie will alles kennenlernen was nur möglich ist. Es endet in einem Epilog.
Der Roman schreitet zwar zunächst langsam voran, macht für mich dann jedoch einen enormen Sprung und auch die besondere Erzählweise bei diesem Sprung ist zunächst ungewöhnlich. Dennoch ist es mitreißend, tiefgründig und poetisch. Die Literatur spielt eine große Rolle und auch die verschiedenen Sichtweisen etwas zum empfinden. Auch gibt es eine unvorhergesehene Wendung, die die Geschichte neu betrachten lässt und einen anderen Touch gibt. Es ist schmerzlich, emotional und mitnehmend, auch wenn mich nicht alles so ergreifen konnte, wie ich gedacht hätte. Die Dynamik ist dennoch anziehend und einnehmend. Die Gefühle sind greifbar, auch wenn ich mir hier mehr gewünscht und mehr spürbare Energie und Romantik gewünscht hätte. Aber diese plätschert ganz leise daher und auf anderen Umwegen. Den Film selbst kenne ich nicht, würde ich mir sicherlich ansehen, wenn es dazu kommt, aber es ist für mich kein Muss und selten kann mich beides gleichermaßen überzeugen.
Eleanor Duran, 24, aus Ohio ist eine bewundernswerte und stake junge Frau. Sie hat früh gelernt für sich einzustehen, selbstständig zu sein, ehrgeizig und hilfsbereit. Sie hat eine gewisse Vorstellung von ihrem Leben, auch wenn fast alles anders kommt als geplant, aber das Leben kann man nun mal nicht planen, es hat seinen ganz eigenen Rhythmus.
Jamie Davenport, ist ein junger Mann, mit festem Ziel vor Augen und gewiss nicht einschätzbar. Nach außen wirkt er anders, als viele meinen und er hält sich privat stark im Hintergrund. Doch er ist gezeichnet und möchte niemanden verletzen. Seine Familie ist ein wunder Punkt.
Der Schreibstil ist angenehm, bewegend, mit sehr gutem Humor besetzt und lyrisch untermauert, dennoch jederzeit modern. Die Kapitellängen sind unterschiedlich lang. Die Dialoge und Erzählungen sind zart humorvoll bis schmerzlich treffend, gefühlvoll, emotional und tiefsinnig ehrlich, so dass die gesamte Gefühlspalette genutzt wird, doch leider nicht immer on Point so rüberkommt.
Dazwischen gibt es tiefgreifende Momente, nachdenkliche, aber auch romantische Augenblicke. Ella erzählt ihre Geschichte aus alleiniger Sicht in der Ich-Perspektive. Natürlich kommt die andere Sicht hierbei nicht zu kurz, auch wenn es Ella´s Geschichte ist, dennoch hätte ich mir hier ab und an einen Perspektivenwechsel gewünscht.
Die Klappbroschur ist wunderschön gestaltet, mit feinen und kleinen Details.
Mein Fazit: Ein ehrlicher und berührender Roman, auch wenn er nicht an allen Stellen für mich durchweg transparent und mitnehmend war. Der Ausflug nach Oxford und die feine englische Annehmlichkeit zur Literatur hat mir ansonsten gut gefallen. - Julia Engelmann
Eines Tages, Baby
(473)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe:
Erscheinungsdatum:
Verlag: Goldmann Verlag
Genre: Poetry Slam
Seitenanzahl:
- Inhalt:
- Meinung:
- Fazit:
Ich bin ein großer Fan von Poetry Slam geworden, durch Julia Engelmann.
Absolute Kauf- und Leseempfehlung von mir, für diejenigen die Poetry Slam lieben oder gerne ein neues Genre ausprobieren wollen!
Tipp:
Meine Lieblingstexte in diesem Buch sind:
Stille Wasser sind attraktiv
Erwachsenwerden
One Day/Reckoning Text
Goldfisch
Bestandsaufnahme in 3 Teilen (absoluter Favorit)
Ich kann alleine sein
Über stille Poeten
Eckige Kugelfische
Für meine Eltern
How to entscheid myself
Grüner wird's nicht
- Walt Whitman
Grashalme
(55)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Bleibe nur diesen Tag und diese Nacht bei mir, und du
sollst den Ursprung aller Gedicht erfassen!
Du sollst das Gut der Erde und der Sonne haben (Millionen
von Sonnen sind noch übrig),
du sollst die Dinge nicht mehr aus zweiter oder dritter
Hand nehmen, auch nicht durch die Augen der
Toten sehen und dich nicht nähren von den
Gespenstern in Büchern;
Du sollst auch nicht mit meinen Augen sehen, noch die
Dinge von mir empfangen,
Du sollst Horchen nach allen Seiten und sie alle durch dich selbst filtrieren!"
Ein Freund von mir (danke Holger!) brachte mich dazu noch einmal nach langer Zeit zu diesem Werk zu greifen.
Borges meinte einmal, dass jeder große Schriftsteller ein Symbol geprägt habe und auch prägen müsse, weil es ansonsten ganz unerheblich sei, ob er gut schriebe oder nicht, er würde dann die Zeit nicht überdauern (nach Borges Meinung leider so geschehen mit Quevedo ). Kafkas Labyrinthe; Cervantes Gestalt Don Quijote, mitsamt Gefährte Sancho Pansa und den Windmühlen; Melvilles weißer Wal Moby Dick. Doch Borges nennt stets auch ein Ausnahme, Whitman, der kein Symbol geprägt habe (außer vielleicht das Bild der Grashalme), sondern selbst zu einem geworden sei.
"Ochsen, die ihr mit dem Joch und der Kette rasselt oder
oder unter schattigem Blätterdach haltet, was ist es, das
ihr in euren Augen ausdrückt?
Es scheint mir weit mehr als alles Gedruckte, das ich in
meinem Leben gelesen."
Whitman ist ein Rufer des Lebens. Dies Ding, oft verbannt aus unserer Mitte, benutzt, analysiert, systematisiert und verbogen, will er uns wieder nahebringen. "Das Alles" ruft er uns aus seinen Zeilen zu, ist das Leben, alles was an Wunderbaren zu greifen ist, in unser Nähe geschieht, jedes noch so kleine Wunder, das uns kurz umgibt, jede noch so einfache oder schwierige Tätigkeit, jeder Name, jede Periode unseres Lebens und der Ewigkeit.
"Alle Wahrheiten harren in allen Dingen,
sie haben's nicht eilig mit ihrer Befreiung, noch
widerstehen sie ihr,
Sie bedürfen nicht der Zange des Geburtenhelfers.
Das Unbedeutende ist mir so wichtig wie irgendetwas.
(Was ist weniger oder was ist mehr als eine Berührung?)"
Die Grashalme sind Musik, sind Hymne, aber auch philosophischer Sturm, in dessen Wind hier und da mal ein Flüstern von kleinen Wahrheiten an unser Ohr schwebt: "Die Uhr zeigt die Minute - aber was zeigt die Ewigkeit?"
Pathos ist bei solchen Gesängen ja eigentlich schwer zu umgehen; aber, o Wunder, gerade das würde man nie über die Grashalme sagen, dass sie pathetisch seien, zu sehr erkennt man sich selbst in der einen oder anderen Liebe, in dem ein oder anderen Halm. Es bleibt das Gefühl einer natürlichen, nie zu schnellen, nie zu langsamen Dichtung, die immer an der eigenen Seite schreitet, hierhin zeigt, dies aufdeckt, jenes nacherzählt.
"Meinst du, ich möchte Erstaunen erregen?
Erregt denn das Tageslicht Erstaunen? Oder der
frühmuntere Rotschwanz, der durch die Wälder
zwitschert?
Errege ich mehr Erstaunen als diese?"
Diese Ausgabe (ich beziehe mich auf die Anaconda-Ausgabe) umfasst einige Gedichte aus den "Trommelschlägen"(dies Impressionen aus den Jahren des Bürgerkriegs, z.B. ein in Worten gemaltes Bild von Kavallerie, die ein Furt durchquert); dann, über 60 Seiten, also ein Drittel des Buches, einen Ausschnitt aus dem gewaltigen "Gesang von mir", einem Text, halb Hymnus, halb Erzählung, voller Ansichten und Verherrlichungen, voller Schönheit und immer wieder natürlich-geistreich, wenn man es nicht erwartet; des weiteren noch viele andere, auch kleine Gedichte, ein-zwei Seiten lang.
"Hier oder fortan, mir ist es gleich, ich vertraue der Zeit unbedingt.
Sie allein ist ohne Unterbrechung, sie allein rundet und
vollendet alles,
Dies Mystisch verwirrende Wunder allein vollendet alles."
Vielleicht ist dies die letzte Botschaft Whitmans: Alles vollendet sich von selbst, es hat keinen Sinn Krieg zu führen, zu hetzten, sich von irgendetwas auffressen zu lassen. Letztendlich geht das Leben seine Wege und man sollte ihnen folgen, man sollte sein Glück machen, die Augenblicke haben - seine Stimme flüstert: Das Leben ist dies alles, was versuchte außerhalb zu sein, sich davor zu retten, sich darin zu verstecken. Es gibt die Welt, die Welt als das Ding, dass sie ist, ohne Geheimnis oder Seltsamkeiten, alles was ist, ist und gehört dazu.
"Seht ihr, o meine Brüder und Schwestern?
Es ist nicht Chaos oder Tod, es ist Form, Einheit,
Bestimmung, ist ewiges Leben - ist Glückseligkeit." - Rupi Kaur
milk and honey - milch und honig
(97)Aktuelle Rezension von: nayeziDas Buch hatte - aus meiner Sicht - eine ziemlich merkwürdige thematische Einteilung. Zudem war die Reihenfolge, in der die Gedichte vorkamen, öfters grauenhaft: So folgte auf einen Text zur emotionalen Beziehung mit dem eigenen Vater einer zur sexuellen Selbstbefriedigung, was offensichtlich in starkem Kontrast zum vorher erwähnten steht und unangemessen ist. Im Werk kamen, für meinen Geschmack, auch viel zu viele sexuelle Verse vor, die sich dann teils sogar wiederholt haben.
Neben dem thematisiert das Buch aber auch Bereiche wie Selbstbestimmung, Rassismus und sexuelle Vergewaltigung. Diese werden in Form von poetischen Texten und teils auch kurzen Essays tiefgründig - und aus einer feministischen Perspektive - betrachtet. Persönlich gefiel mir das sehr, da die Aussagen (manchmal auch Affirmationen) Gehör verdienen, was ihnen durch dieses Buch auch gegeben wird.
Abschließend war das Buch nicht so ganz mein Fall, es ist aber auch nicht schlecht. Die Leseprobe von dem Buch gibt einem schon einen guten Eindruck zum Inhalt und Aufbau des Buches, daher würde ich - falls dir der Ausschnitt aus der Lektüre gefallen hat - durchaus zu einem Kauf raten.
- Khalil Gibran
Der Prophet
(189)Aktuelle Rezension von: GrixDieses Buch ist sooo Vieles zugleich: rätselhaft, weise, märchenhaft und in den allermeisten der kurzen, aber intensiven Kapiteln inhaltlich absolut überzeugend (und wo nicht, liegt es an den immerhin - und unfassbaren - 100 Jahren seit Veröffentlichung).
Vor allem aber strahlen die Texte eine Wärme und Geborgenheit aus, die wirklich gut tut, wenn man im Alltag einmal innehalten möchte, einen Rat sucht oder einfach Kraft und Zuversicht schöpfen möchte.
Der atmosphärische Mischung aus exotischem Flair zwischen Religion und freier Spiritualität, zwischen Orient und Okzident wohnt ein Zauber inne, der mich nach jeder Lektüre eine ganze Weile umhüllt und begleitet.
- Tamara Ireland Stone
Mit anderen Worten: ich
(110)Aktuelle Rezension von: Athene05Tolle Geschichte und Umgang mit den Zwangsgedanken und -handlungen der Protagonistin.
Interessante und unerwartete Wendung der Geschichte
- Ian McEwan
Saturday
(266)Aktuelle Rezension von: Hilda_JannsenDer Neurochirurg Henry Perowne wacht an einem Samstagmorgen in London ungewöhnlich früh auf und wird gleich als Erstes Augenzeuge eines brennenden Flugzeuges, das hinterm Horizont in Heathrow landet. Es ist der 15. Februar 2003, der Tag, an dem eine Großdemonstration gegen die britische Beteiligung am Irakkrieg stattfinden wird. Vor diesem Hintergrund legt Perowne sich mit einem unheilbar kranken Kleingangster an, der ihn später am Tag in seiner Wohnung überfällt. Dazwischen spielt Perowne Squash, geht einkaufen, hat ein reiches Sex- und Familienleben und erledigt am Ende noch eine schwierige Operation.
Dies ist sicherlich ein ungewöhnlicher Tag, in dessen Verlauf die verschiedenen Facetten von Perownes Leben plastisch sichtbar werden, durch seine Reaktionen auf die verschiedenen Ereignisse selbst und durch seine ungewöhnlich ehrliche Einschätzung seiner Fehler, Schwächen, aber auch Stärken.
Eine brillante Persönlichkeitsstudie, sagt Felicitas von Lovenberg (Umschlagtext), was ich unterschreiben kann. Aber nicht, dass Perowne als Jedermann unserer Zeit erscheint, dafür ist Perowne zu besonders, zu intelligent, zu ausgeglichen, zu sympathisch, zu gut eingebettet in eine funktionierende Familie. Das macht den Roman aber nicht schlechter. Ich finde es sehr bereichernd, die Bandbreite des Lebens, vom Privaten über den Kontakt zu fremden Menschen bis hin zum zwischenstaatlichen Konflikt aus der Perspektive eines Menschen zu erleben, der nicht sofort am ersten Problem verzweifelt, beim nächsten seine Fassung verliert und sich beim dritten einen Feind fürs Leben einhandelt. Die Welt muss eben nicht durch ein winziges Ereignis aus den Fugen geraten, wenn man vorher schon dafür gesorgt hat (oder das Glück hat), dass das Gefüge halten kann. Ian McEwan zeigt an Perowne, wie das gelingen kann. Dafür muss man nicht Neurochirurg werden, aber eine ehrliche Sicht auf sich selbst haben.
- Ernest van der Kwast
Die Eismacher
(120)Aktuelle Rezension von: beritjohhEs geht um eine italienische Familie, die behauptet, die Eisherstellung erfunden zu haben. Jeden Sommer ziehen sie alle in die Niederlande, nach Rotterdam, um dort in ihrer eigenen Eisdiele, ihr phänomenales Eis zu verkaufen. Das ganze ist ein Familienprojekt, zumindest solange, bis einer der beiden Söhne, Giovanni, darauf keine Lust hat, sondern lieber sein Geld mit dem Schreiben von Gedichten und Büchern zu verdienen. Gegen den Willen seiner Familie entscheidet er sich also, bei Verlägen anzufangen und merkt dort; wie gut es ihm damit geht und erst da fällt ihm auf, wie gerade sein Bruder, der die Eisdiele übernommen hat, an dem Geschäft körperlich kaputt geht, und somit auch seine Frau nicht mehr glücklich stellen kann; was ihn dazu bringt, Giovanni eine interessante Bitte zu stellen…
Insgesamt war es eine schöne Sommergeschichte, und für mich persönlich auch ein letztes schönes Sommerbuch für dieses Jahr. Es war nicht besonders spannend, aber trotzdem so, dass man es gut lesen konnte, ohne sich zwingen zu müssen. Es ging diesmal auch um etwas andere Themen, was eventuell auch daran liegen könnte, da das Buch schon etwas älter ist, aber es war trotzdem noch verständlich und irgendwie auch noch aktuell.
- Irene Solà
Singe ich, tanzen die Berge
(42)Aktuelle Rezension von: lesehorizontAuf "Singe ich, tanzen die Berge" wurde ich aufmerksam, da es gefühlt plötzlich überall in der Buchwelt präsent war und hochgelobt wurde: In den Buchcommunities, auf Youtube im World side web - überall las ich begeisterte Berichte über dieses Buch, für das die spanische Autorin Irene Solà im Jahr 2020 mit dem europäischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Es ist ein sehr besonderes Buch, das mit nichts vergleichbar ist, was ich zuvor las. Es überzeugt durch eine sehr poetische Sprache, die ein wahrer Genuss ist, aber auch die Perspektivenvielfalt. Die Botschaft könnte sein, dass alles mit allem verbunden ist, denn hier kommt wirklich JEDER zu Wort: Großeltern, Eltern, Kinderm, Geister, aber auch Tiere und Berge beispielsweise. Das war nicht leicht zu lesen, hat man den Anspruch, eine Handlung nachvollziehen und verstehen zu wollen. Darum geht es aber vermutlich gar nicht. Ich zumindest habe das Buch sicher nicht zur Gänze verstanden, aber dennoch sehr genießen können.
Am Anfang geht um den Bauern Domenec, der plötzlich vom Blitz erschlagen wird. Er hinterlässt seine Frau Sió, die mit den Kindern und ihrem Stiefvater hzurückbleibt. Dann nimmt das Geschehen seinen Lauf. Zunächst berichten die Berge scheinbar teilnahmslos über das Werden und Vergehen derjenigen, die dort leben.
Das Buch ist erfrischend anders. Vermutlich müsste man es mehrfach sehr konzentriert lesen, um es wirklich zu verstehen. Das werde ich mit zeitlichem Abstand sicher auch noch einmal tun. Dennoch: Trotz Verständnisproblemen empfehle ich das Buch begeistert weiter!
- Susann Pásztor
Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
(125)Aktuelle Rezension von: AbnunchaNachdem ein Mensch gestorben ist, wird das Fenster des Sterbezimmers geöffnet oder gekippt. Dieser Brauch entstand aus der Vorstellung, dass die menschliche Seele durch den Mund des Verstorbenen in den Himmel entweicht. Fred Wiener und Karla Jenner-Garcí könnten unterschiedlicher nicht sein, aber eines tragen sie eine Weile zusammen. Karla ist schwer krank und die Frau, die ihr Leben unabhängig und in vollen Zügen genossen hat wird sterben, Fred ein eher unscheinbarer Mann möchte seine neue Berufung in der Begleitung sterbender finden. Nach einem etwas holprigen Anfang finden zunächst Fred und Karla irgendwie zusammen und schließlich auch Freds Sohn Phil. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn plätschert so dahin möchte man sagen, beide essen und schweigen. Karlas Leben war laut und schrill, den tot vor Augen muss sie vom Leben Abschied nehmen, aber Fred hatte sie sich nicht dabei vorgestellt, ein Sterbebegleiter, was genau möchte er begleiten, ist er den schon einmal gestorben? Erst als Phil in Karlas Leben kommt wird die Beziehung schließlich ein wenig wärmer, der eigensinne junge Mann, der sich für Gedichte begeistert schließ Karla in ihr Herz, ohne viele Worte ist er da und archiviert ihre Konzertfotos, archiviert ihr Leben. Wie das Buch endet sagt ja der Titel, aber wie endet es wirklich, Klara stirbt, aber der Leser hat den Eindruck sie stirbt und ist mit sich im Klaren, hat aufgeräumt und ausgemistet, also bis zu Letzt ihr Leben selber gestaltet. Habe alle in diesem Sterbeprozess etwas gelernt, ich denke schon, jeder auf seine Weise. Dieses Buch ist sehr warmherzig geschrieben und zeigt das auch Unterschiede zusammengehören können. Alle müssen wir lernen zu Leben und letztendlich zu sterben und dann ist es gut, wenn jemand da ist und für uns das Fenster öffnet. Vielen Dank.




![[(Milk and Honey)] [Author: Rupi Kaur] published on (July, 2016) Cover des Buches [(Milk and Honey)] [Author: Rupi Kaur] published on (July, 2016) (ISBN: B06WVCW4S1)](https://images.lovelybooks.de/img/90x/lb-cover/B06WVCW4S1_1524912745548_xxl.jpg)


















