Bücher mit dem Tag "machtmissbrauch"
89 Bücher
- Lauren Oliver
Delirium - Amor Deliria Nervosa
(2.172)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
In Delirium begleiten wir die siebzehnjährige Lena kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Ein Datum, das in ihrer Welt alles verändert, denn dann soll sie gegen die Amor Deliria Nervosa geheilt werden. Liebe gilt in dieser Gesellschaft als gefährliche Krankheit, die Leid, Chaos und Tod verursacht und deshalb vollständig ausgelöscht werden muss.
Schon früh im Leben werden Jugendliche getestet und erhalten eine Punktzahl, die ihren gesellschaftlichen Wert bestimmt. Diese entscheidet darüber, welchen Lebensstandard sie später haben und welcher Partner ihnen zugewiesen wird. Das System verspricht Sicherheit und Ordnung, lässt jedoch keinen Raum für Individualität oder echte Gefühle. Je näher der Tag ihrer Heilung rückt, desto mehr beginnt Lena, an allem zu zweifeln, was sie ihr Leben lang für richtig gehalten hat.
Eigene Meinung:
Die Grundidee des Romans hat mich von Anfang an begeistert. Eine Welt, in der Liebe als Krankheit angesehen wird, ist gleichermaßen erschreckend wie faszinierend. Besonders das Punktesystem fand ich beklemmend, da es zeigt, wie sehr Menschen nach Zahlen bewertet und in vorgegebene Lebensbahnen gedrängt werden können. Diese Vorstellung hat mich beim Lesen immer wieder nachdenklich gemacht.
Der Einstieg in die Geschichte ist ruhig und sehr atmosphärisch. Lauren Oliver nimmt sich viel Zeit, um die Regeln dieser Welt und Lenas Gedanken greifbar zu machen. Das hat mir grundsätzlich gut gefallen, allerdings empfand ich den Mittelteil stellenweise als etwas langatmig. In diesen Passagen hatte ich das Gefühl, dass die Handlung kaum voranschreitet und meine Lesemotivation zeitweise nachgelassen hat.
Lena war für mich eine glaubwürdige Protagonistin. Gerade weil sie anfangs nicht rebellisch ist, sondern das System akzeptiert und ihm vertraut, konnte ich ihre Ängste und inneren Konflikte gut nachvollziehen. Ihre Entwicklung vollzieht sich leise und schrittweise, was sie sehr menschlich wirken lässt.
Zum Ende hin nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf. Die Spannung steigt, emotionale Momente treffen ins Herz und der Cliffhanger hat mich völlig überrascht. Das Finale hat vieles wettgemacht und mich mit einem starken Bedürfnis zurückgelassen, sofort weiterlesen zu wollen.
Fazit:
Delirium überzeugt mit einer außergewöhnlichen dystopischen Idee, einem eindrucksvollen World-Building und einer Protagonistin, deren Entwicklung glaubwürdig erzählt wird. Auch wenn das Buch im Mittelteil Längen hat, macht das intensive und emotionale Ende diesen Eindruck größtenteils wieder wett.
Das Buch hat mich darüber nachdenken lassen, wie selbstverständlich wir Gefühle wie Liebe betrachten und wie grausam eine Welt wäre, in der sie kontrolliert oder verboten sind. Empfehlen würde ich Delirium vor allem Leserinnen und Lesern, die Dystopien mit emotionalem Schwerpunkt mögen und kein Problem mit ruhigeren Passagen haben.
- Rebecca Gablé
Das Lächeln der Fortuna
(1.430)Aktuelle Rezension von: Reisefreundin"Das Lächeln der Fortuna" ist Gablés erster Roman um die Familie Waringham, wenn auch zeitlich die Bücher "Teufelskrone" und "Drachenbanner" früher angesiedelt sind und m. E. daher zuerst gelesen werden sollten.
Gablé nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Charaktere. Die Hauptfigur - Robin of Waringham - ist uneingeschränkt positiv dargestellt und wird über das ganze Buch hinweg eng durch Höhen und Tiefen begleitet. Ich war mit dem guten Ende für den Pferdenarren Robin mehr als zufrieden.
- Rebecca Gablé
Die Hüter der Rose
(809)Aktuelle Rezension von: Reisefreundin"Die Hüter der Rose" spielt von 1413 bis 1442 in der Zeit von Heinrich V. und Heinrich VI. Die Hauptperson ist Robins Sohn John of Waringham.
Mir hat der fast nahtlose Anschluss an "Das Lächeln der Fortuna" gefallen, quasi eine Fackelübergabe an die nächste Generation. Örtlich pendelt der Roman zwischen Frankreich und England hin und her. Die bekanntesten Ereignisse dieser Zeit (die Schlacht von Agincourt und die Geschehnisse rund um Jeanne d'Arc) werden geschickt eingeflochten. Zudem werden mit der Geburt der Zwillinge Julian und Blanche of Waringham die Grundlagen für den 3. Teil der Waringham-Saga gelegt. Ebenfalls eingeführt wird der Stammvater des späteren Königshauses der Tudor. "Die Hüter der Rose" ist wieder ein unterhaltsamer und lehrreicher Ausflug in die englische Geschichte.
- Rebecca Gablé
Das Spiel der Könige
(670)Aktuelle Rezension von: ReisefreundinDas Spiel der Könige spielt nach dem 100jährigen Krieg in der Zeit der Rosenkriege von der ersten Schlacht von St. Albans 1455 bis zur Schlacht von Bosworth 1485. Die Hauptpersonen sind die Zwillinge Julian und Blanche of Waringham, Kinder von John of Waringham.
Die Einführung der dritten Generation erfolgte bereits im Vorgänger-Band "Die Hüter der Rose". "Das Spiel der Könige" beginnt mit dem Tod von John of Waringham, dessen Geschichte damit zuende ist. Personentechnisch wird es langsam unübersichtlich, denn die Königshäuser Lancaster und York mit ihren weitverzweigten Verwandschaftsverhältnissen stehen hier im Mittelpunkt. Dass viele Personen die gleichen Vornamen tragen, macht die Sache nicht einfacher. Hilfreich ist daher der Stammbaum der Hauptpersonen im Schutzumschlag (gebundene Fassung) sowie die vorangestellte Liste der handelnden Personen, damit man überhaupt noch mitkommt. Die Geschichte von Blanche wirkte für mich leider arg konstruiert und brachte m. E. den Hauptplot kaum weiter. Deshalb einen Stern Abzug.
- Liz Moore
Der Gott des Waldes
(494)Aktuelle Rezension von: BernaIn „Der Gott des Walde“ von Liz Moore geht es um mysteriöse Dinge, die in einem Feriencamp für Teenager geschehen.
Zwei Geschwister teilen dasselbe Schicksal.
Sie leben in einer sehr wohlhabenden und angesehenen Familie. Jedoch trügt der Schein.
Es gibt viele Konflikte und ein Geheimnis.Wenn du ein Buch suchst, das dich neugierig machen soll ? Dann bist du hier perfekt.
Es ist fesselnd!
- Naomi Alderman
Die Gabe
(141)Aktuelle Rezension von: _Cookie_Plötzlich haben sie es alle. Es verbreitet sich wie ein Virus. Über Nacht werden Frauen zum stärkeren Geschlecht. Doch ist eine Welt unter der Herrschaft von Frauen auch eine bessere Welt? Auf ein Mal haben Frauen die Macht durch ihre Finger Stromschläge zu verteilen. Sie nennen es die Gabe. Die Frauen erheben sich auf der ganzen Welt, doch nicht alle sind friedlich..
Die Grundidee hat mich sehr angesprochen. Ich hatte einen Dystopische Roman erwartet und dieser wurde auch geliefert. Dennoch hatte ich große Schwierigkeiten eine Bezug zu den Characteren auf zu bauen. Durch die vielen Perspektiven und Sprünge war ich häufig etwas verwirrt, was meinen Lesefluss etwas gestört hat. Auch haben sehr viele Charactere nicht einmal daran gedacht mit dieser Gabe etwaas gutes zu tun. Viele von ihen wurden einafach nur zu Vrgewaltigerinnen und mörderinnen. Ich denke dieser Teil des Buches war der, der mich am meisten schokiert hat. Denn dieses Buch hat einen sehr grausamen Anteil und ich denke dieser schokiert einige sehr. Dennoch darf man nicht vergessen, dass einigen Frauen (Achtung, ich müöchte nichts veralgemeinern.) dieses Schiksal erfahren.
Fazit:
Ein interessantes Buch über die Abgründe der Macht. Eine durchaus spannende, wenn auch grausame Dystopie mit eingen Schwachstellen.
- Andreas Eschbach
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
(366)Aktuelle Rezension von: Hanns_Steffen_RentschlerAndreas Eschbach hatte eine geniale Idee.
Also wirklich.
Was wäre, wenn die Nazis schon Computer gehabt hätten?
Eine dieser Fragen, bei denen man als Leser das Popcorn fallen lässt und denkt:
„Holy shit – das wird böse.“
Aber was kommt?
Ein Roman wie ein eingeschlafener Systemadministrator.
Eschbach öffnet die Hölle – und macht dann erstmal ein Backup.
Er ersetzt Goebbels durch Google, Himmler durch Hashwerte und den totalen Krieg durch eine sehr gründliche Datenbankpflege.
Widerstand? Fehlanzeige.
Konsequenz? Abgemildert.
Technologischer Impact?
So revolutionär wie eine Fritzbox im Reichstagsbunker.
Denn wer glaubt, man könne dem Dritten Reich digitale Macht geben, ohne die Welt gleich mit in den Abgrund zu ziehen, der schreibt nicht spekulativ – der schreibt feige.
Statt einer rasenden Neuinterpretation der Geschichte gibt’s kleinteiliges Hackerpathos, moralisches Rumschleichen und ein bisschen Metaethik auf Unterhaltungsniveau.
Eschbach will warnen – aber bitte so, dass es niemandem den Schlaf raubt.
Die Vision bleibt brav. Die Dystopie harmlos.
Die Pointe?
Technik ist gefährlich.
Danke. Das wussten wir schon.
Eschbach zeigt mal wieder wie ungefährlich Literatur bleibt –
wenn sie ihre eigenen Ideen nicht zu Ende denkt.
Stell dir vor, Hitler hat Zugriff auf Big Data – und Eschbach macht daraus einen Roman über Datensparsamkeit.
- Nele Neuhaus
Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
(493)Aktuelle Rezension von: knuddelbackeEin ganz schön dicker Krimi, den Nele Neuhaus mit „Muttertag“ geschrieben hat. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber nicht nur mit vielen Seiten kann dieses Buch aufwarten, sondern auch mit einer Vielzahl an Figuren und Figurenkonstellationen. Steht doch im Mittelpunkt die Pflegefamilie Reifenrath, die in der Vergangenheit mitunter 10 Pflegekinder gleichzeitig in Ihrer Obhut wusste. Nachdem der Pflegevater Theo, nun jedoch tot in seinem Haus aufgefunden wird beginnt sich nach und nach ein schauriges Verwirrspiel zu entwickeln.
Nichts für schwache Nerven, denn mitunter hält die Autorin auch mit detaillierten Beschreibungen nicht hinter dem Berg. „Bones“ hätte vermutlich Ihre wahre Freude an diesem Fall gehabt. Aber auch die beiden Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein geben ein sympathisches Ermittler- Duo ab. Auch wenn man bisher kein Buch aus der Reihe gelesen hat, kann man „Muttertag“ wunderbar lesen.Der Schreibstil ist flüßig und klar, so dass man der Handlung, trotz der vielen Figuren, sehr gut folgen kann. Einige Verdächtige und Handlungsnebenstränge später gibt es dann noch eine überraschende Wendung. Ich mochte den Kriminalroman sehr, da er trotz des Umfanges spannend und atmosphärisch dicht geschrieben ist. Und das bis zur letzten Seite, wo noch mal ein kleiner Showdown auf den Leser wartet. Sicher nicht der letzte Krimi von Nele Neuhaus , den ich gelesen habe.
- Rebecca Gablé
Der dunkle Thron
(465)Aktuelle Rezension von: ReisefreundinDer dunkle Thron spielt von 1529 bis 1553 und damit hauptsächlich in der Regierungszeit von Heinrich VIII. Die Hauptperson ist Nicholas of Waringham der Urenkel von Julian of Waringham. Somit gibt es keine nahe familiäre oder geschichtliche Bindung mehr an die Vorgänger-Bücher.
Die Geschichte startet neu mit Nicolas of Waringham, der zum Beschützer der späteren Königin Mary wird, dem Kind aus der ersten Ehe des berüchtigten Heinrich VIII mit Katharina von Aragon. Durch die Augen von Nick wird dieses Kapitel englischer Geschichte beleuchtet, welches mit der Thronbesteigung durch Mary I. endet.
Wer den Fernsehmehrteiler "Die Tudors" mit Jonathan Rhys-Meyers als König Heinrich VIII und dem späteren "Superman" Henry Cavill als Charles Brandon (Duke of Suffolk, Günstling Heinrichs VIII.) mochte, der wird auch dieses Buch mögen.
Der Roman ist geeignet für alle, die nicht die gesamte Waringham-Saga lesen wollen (solche Menschen soll es ja geben), denn er ist in sich abgeschlossen.
- Rebecca Gablé
Der Palast der Meere
(233)Aktuelle Rezension von: ReisefreundinDer Palast der Meere spielt von 1560 bis 1588 zur Zeit von Elisabeth I. Die Hauptpersonen sind Nicholas’ Kinder Isaac und Eleanor.
Dieser Roman spielt nicht nur in England, sondern auch in Spanien, Afrika und den amerikanischen Kolonien. Da in den Vorgänger-Büchern häufig betont wurde, dass so gut wie alle Waringham seekrank werden, erschien es mir arg konstruiert, dass Isaac sich als blinder Passagier auf ein Schiff schleicht. Die Geschichte wird zweigeteilt: ein Teil folgt Isaac, der sich meist irgendwo in der Weltgeschichte herumtreibt. Der andere Teil folgt Eleanor, die in England bleibt, nah bei Königin Elizabeth I.
Der Roman wirkt für mich unentschlossen und schwankt zwischen den beiden Geschwistern Eleanor und Isaac sowie zwischen England und anderen Ländern hin und her. Insgesamt für mich der bisher schwächste Teil der Waringham-Saga.
- E. Lockhart
We Were Liars
(366)Aktuelle Rezension von: MottelchenZuerst wusste ich nicht ganz, ob ich das Buch mag. Direkt zu Beginn gab es richtig viele Charaktere und ohne den Stammbaum im Buch wäre ich total aufgeschmissen gewesen. Es gab auch immer wieder Stellen, die sich mir nicht ganz erschlossen haben, aber dann kam ein Plottwist, der mich sooo aus der Bahn geworfen hat, dass im Nachhinein so viel Sinn ergibt. Im Grunde dreht sich alles um diesen Plottwist.
.Wer keine Ahnung hat, worum es geh: Es spielt auf einer Insel, die einer Familie gehört, die Teil der High Society Amerikas ist. Cadence ist die Tochter der ältesten Tochter des Ehepaares, welche die Insel in Besitz genommen haben und die Protagonistin. Sie hatte im "Sommer 16", wie sie es nennen, einen Unfall und kann sich nicht erinnern. Ein Sommer später, also "Sommer 17" versucht sie herauszufinden, was geschehen ist (besagter Plottwist).
.
Dabei lernt man ihre Familie kennen und kommt in Kontakt mit Themen wie Rassismus, Macht und Geld und wie man sich nach außen hin "zeigen muss", wenn man zur High Society gehört. Ich hab es leider nicht geschafft, eine tiefe Bindung zu den Charakteren herzustellen, was auch an der Länge des Buches liegen kann.
All in all war es aber eine gute Story und wer es nicht lesen will, der kann ja die Serie schauen. - Sabine Ebert
Die Entscheidung der Hebamme
(351)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der dritte Band der Reihe setzt inhaltsmäßig auf die vorherigen Bände auf. Er umfasst weitere sechs Jahre im Leben der Protagonisten. Wieder müssen die Figuren viele Abenteuer bestehen und leiden unter der Willkür der Herrschenden. Sehr eindrucksvoll schildert die Autorin das -zumeist sehr rechtlose - Leben der gemeinen Leute zu damaligen Zeiten. Gekonnt entwickelt sie die Figuren weiter - auch scheut sie sich nicht selbst wichtige Figuren aus der Handlung zu entfernen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich fiebere schon dem vierten Band entgegen....!
- Julie Soto
Rose in Chains
(146)Aktuelle Rezension von: Alexis_SteinbauerDas Böse hat den Krieg gewonnen und Rory ist tot. Nach der letzten Schlacht in der ihr Bruder fiel werden Broiny Rosewood (die letzte Prinzessin) und sämtliche Frauen ihres Hofes gefangen genommen und versteigert. Broiny wird ausgerechnet an Toven Hearst ihren größten Erzfeind - und Schwarm verkauft. Was danach passiert und wie Toven Broiny behandelt erfahrt ihr wenn ihr das Buch lest.
- Kate Elizabeth Russell
Meine dunkle Vanessa
(318)Aktuelle Rezension von: AnndlichVanessa schläft mit fünfzehn das erste Mal mit ihrem Englisch-Lehrer, Jacob Strane. Strane ist der einzige Mensch, der sie wirklich versteht und für sie steht fest: es ist Liebe und alles was zwischen den beiden passiert, passiert mit ihrem Einverständnis. Jahre später wird Strane von einer ehemaligen Schülerin wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt, ändert das Vanessas Blick auf ihre eigene Vergangenheit?
Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell erleben wir aus der Perspektive Vanessas zu drei verschiedenen Zeitpunkten. Russell gelingt es unglaublich gut diese Perspektiven und Gedanken zu beleuchten und einzufangen, dabei geht sie ins Detail und man kann die Dunkelheit der Geschichte förmlich spüren.
Und obwohl Russell wirklich gut den Inhalt übermittelt und man die Details der Geschichte erkennt, die Arbeit darin förmlich spürt, gibt es zu viel Aspekte, die mir absolut nicht gefallen.
Weswegen es mir selten schwerer fiel eine (schlechte) Rezension zu schreiben, auch weil ich das Thema und das Gespür für solche Übergriffe super wichtig finde, dennoch bleibt am Ende ein fader Beigeschmack an der Geschichte haften.
Aber von vorn: Vanessas Perspektive aus der Vergangenheit gefällt mir am besten. Ihre ambivalenten Gefühle für die Situation, das Erlauben von Dingen und doch der große Zwiespalt, die Zweifel und immer wieder der Schimmer von Erkenntnissen, dass er vielleicht doch mehr dafür macht, dass sie etwas zustimmt, was sie eigentlich nicht möchte. Diese Details wurden unglaublich gut gestreut und dennoch fühlt man als Leser:in, dass Vanessa Opfer wurde.
Umso schlimmer ist dann die Perspektive Vanessas in der Gegenwart. Opfer sexuellen Missbrauchs werden kleingeredet, weil sie weniger schlimme Dinge erfahren haben als sie selbst und das obwohl ihr selbst weiterhin die Erkenntnis fehlt, dass ihr wirklich etwas angetan wurde. Ja, diese Gedankenwelt gibt es und doch fehlt mir der Aufbruch, der extrem wichtig ist. Opfer haben es heutzutage schwer genug, da braucht es keine Protagonistin, die klaren Missbrauch nicht erkennt. In diesem Buch wird sämtliche Hoffnung zerstört, dass Opfern geglaubt wird und ich hatte am Ende das Gefühl, dass der Geschichte der rote Faden fehlt. Ich weiß nicht, was die Autorin mir mit dieser Geschichte vermitteln wollte.Auch die ambivalenten Gefühle in der Gegenwart hätten (!) funktionieren können, wenn der Aufbruch gekommen wäre, wenn Vanessa den Punkt erreicht hätte zu Erkennen, dass sie zum Opfer wurde. Aber der kam nicht und so bleibt Vanessa als unsympathische Protagonistin zurück und das obwohl ihr Leid aus der Vergangenheit enorm groß ist.
- Gotthold Ephraim Lessing
Emilia Galotti
(902)Aktuelle Rezension von: Anna_Lea_ThielEmilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing ist ein klassisches Trauerspiel, das mich trotz einiger schnulziger Momente sehr angesprochen hat. Die Geschichte handelt von Emilia, die zwischen Pflicht, Ehre und Liebe hin- und hergerissen ist, während Macht, Intrigen und persönliche Interessen der Adligen ihr Leben bedrohen.
Mir hat gefallen, dass das Stück nicht nur eine emotionale Handlung bietet, sondern auch gesellschaftliche Themen anspricht – wie Machtmissbrauch, Eifersucht und Manipulation. Orsina ist eine Figur, die besonders heraussticht: Sie zeigt deutlich, wie verletzlich, aber auch stark Menschen in solchen gesellschaftlichen Strukturen sein können. Manche Passagen waren mir zwar etwas zu emotional aufgeladen oder schnulzig, aber an und für sich ein interessantes Buch.
Aus Emilia Galotti habe ich mitgenommen, wie wichtig moralische Entscheidungen und persönliche Integrität sind und dass Macht und gesellschaftlicher Druck große Konsequenzen haben können. Ich würde das Stück allen empfehlen, die klassische Literatur, tiefgründige Charaktere und gesellschaftskritische Themen mögen.
- Sabine Ebert
Der Fluch der Hebamme
(229)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Das Buch spielt 4 Jahre nach den Ereignissen des Vorgängerbandes und setzt die Geschichte mit den Jahren von 1189 bis 1191 fort. Wieder haben die Protagonisten eine Vielzahl von Abenteuern und Gefahren zu bestehen. Die Handlung umfasst die Ereignisse in Meißen sowie auch zu einem guten Teil solche auf dem dritten Kreuzzug ins Heilige Land. Diese wechselnden Schauplätze haben das Leseerlebnis deutlich aufgewertet.
Überhaupt gelingt es der Autorin sehr gut dem Leser das Leben der "kleinen Leute" zu damaligen Zeiten zu veranschaulichen. Das hat ja auch schon die vorherigen Bände geprägt. Für Spannung ist auch reichlich gesorgt. Insgesamt richtet die Autorin die Handlung sehr gut an den geschichtlichen Fakten aus und ergänzt diese geschickt durch eigene Figuren und fiktive Handlungen.
Ein tolles Buch! Ich freue mich schon auf den fünften - und damit abschließenden - Band.
- Sabine Ebert
Der Traum der Hebamme
(160)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen ersten Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Dieser fünfte - und damit abschließende - Band der Reihe setzt dem Ganzen die Krone auf. Wie auch bisher schon gelingt es der Autorin meisterhaft die historischen Fakten mit einer spannenden und berührenden fiktiven Geschichte ineinander zu verweben. Das macht das Buch zu einem herrlichen Leseerlebnis. Die Figuren sind wunderbar gezeichnet und auch das damalige Leben und Sterben hat die Autorin sehr gut eingefangen. Ich wollte es gäbe mehr so tolle historische Romane. Mit Sicherheit werde ich noch andere Bücher dieser Autorin lesen...!
- Ken Follett
Die Waffen des Lichts
(69)Aktuelle Rezension von: ClaraBuchblumeFollett gelingt es wie gewohnt, die gesellschaftliche Spannung der Epoche auf den Punkt zu bringen. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet und bringen alle ihre individuellen Probleme mit sich, durch die der Roman eine gewisse Tiefe bekommt. Der Roman gibt einem gute Einblicke in die sozialen Umbrüche rund um das frühe 19. Jahrhundert.
- Caroline Wahl
Die Assistentin
(158)Aktuelle Rezension von: buecherfratzINHALT
Charlotte nimmt trotz ihrer ursprünglichen Pläne, Musikerin zu werden, auf Drängen ihrer Eltern eine Stelle als Assistentin in einem Verlag an. Rasch merkt sie, dass es sich bei Verleger Ugo Maise um einen sehr eigenwilligen Charakter handelt, dessen Anforderungen sie fordern und rasch an ihre Grenzen bringen. Wie weit lässt sie sich darauf ein, um ihren Job zu behalten? Setzt sie ihre Prinzipien, ihr Privatleben, ihre Gesundheit dafür aufs Spiel?
MEINUNG
„Die Assistentin“ ist nun mein zweites Buch von Caroline Wahl und leider hat sich für mich bestätigt, dass ich mit dem Schreibstil der Autorin einfach nichts anfangen kann. Die Formulierungen sind zu salopp, der Aufbau wirkt wirr – der Roman liest sich, als würde man einem unkonzentrierten Menschen bei Denken zuhören.
Das ständige Vorwegnehmen von Ereignissen, nur um das Thema im nächsten Satz auf später zu vertagen, ist weder dem Spannungsaufbau noch der Geduld der Leser*innen zuträglich. Auch die permanenten Wiederholungen, die die Autorin wohl als Stilmittel einsetzt, sind mühsam zu lesen. So erläutert sie, was die Figur sagt, nur um diese Aussage direkt im Anschluss als direkte Rede im absolut identischen Wortlaut wiederzugeben. Oder der letzte Satz vom Kapitelende wird 1:1 am Beginn des nächsten Kapitels wiederholt. Weshalb macht man so etwas? Dient das nur mehr zur Füllung, um die vorgegebene Seitenanzahl zu erreichen?
Es ist nun auch bereits die zweite Protagonistin, die es mit Vorgaben und Gesetzen nicht so ernst nimmt. War es bei „22 Bahnen“ der Drogenkonsum, der trotz Alkoholerkrankung ihrer Mutter zu ihren Vergnügungen zählte, sind es bei „Die Assistentin“ Diebstähle von Lebensmitteln und das Schwarzfahren mit Bus und Bahn, obwohl sich Charlotte das laut eigener Aussage alles leisten könnte. Will die Autorin damit vermitteln, dass es vollkommen in Ordnung ist, sich nicht an Regeln zu halten, sich ohne Wenn und Aber das zu nehmen, was man als sein Recht betrachtet? Mir ist diese Haltung absolut zuwider!
All diese Kritikpunkte sind insofern schade, da „Die Assistentin“ – wenn auch nicht spannend vermittelt – ein Thema aufgreift, mit dem viele Menschen zumindest einmal im Leben konfrontiert sind: Der Unzufriedenheit im Beruf, das Leiden unter einem Machtgefüge, die Aufopferung, um andere zufrieden zu stellen und dem Beschreiten eines mühsamen Wegs, um aus dieser Misere herauszufinden.
FAZIT
Die Relevanz des Themas gibt dem Roman zumindest eine annähernde Daseinsberechtigung, er würde ansonsten aber in Belanglosigkeit versinken. Den Schreibstil der Autorin muss man mögen, ansonsten wird das Lesen mühsam.
- Naomi Alderman
The Power
(46)Aktuelle Rezension von: supersusiÜberall auf der Welt können Frauen plötzlich einen Stromschlag abgeben. Bei einigen ist er so stark, dass er töten könnte, bei anderen nur wie ein Kitzeln, was den Sex etwas prickelnder macht für die Männer. Die meisten lösen bei Berührung aber vor allem Schmerzen aus. Werden damit die Machtverhältnisse der Geschlechter umgekehrt ?
Was für ein Thema und was hätte man draus machen können ! Das Buch ist gut geschrieben, flüssig, mit unterschiedlichen Charakteren und einem Twist am Schluß, der einen umhaut, auch wenn es der Anfang impliziert. Das Buch schildert die Anfänge und wie Frauen bei anderen Frauen diese Fähigkeit wecken und nach und nach begegnen wir den Hauptfiguren, deren Handlungsstränge sich immer wieder kreuzen. Kriminelle Mafiosi, die ihre Geschäfte ausweiten, in einem Land kommt eine Frau an die Macht, ein Journalist berichtet, welche Auswirkungen die Gabe der Frauen überall auf der Welt hat, eine Politikerin versucht mit der neuen Situation umzugehen und eine Frau gründet eine neue Religion. Das Buch ist spannend und man kann es kaum aus der Hand legen. Vor allem der Schluß ist gewaltig. Dennoch habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt, dass man mehr auf die Auswirkungen hätte eingehen könnte, Aber wahrscheinlich hätte das den Rahmen des Buches gesprengt. Es wird ja auf unterschiedliche Aspekte eingegangen. Und eine komplette Soziomilieustudie wäre wohl zuviel erwartet. Einige Szenen sind sehr grausam. Interessant finde ich folgenden Gedanken : Männer sind Bewahrer des eigenen Hauses und daher friedlich, während Frauen aggressiv sind, weil sie ihre Kinder schützen müssen. Allem in allem ein Buch, was Eindruck hinterlässt.
- Stephen King
Menschenjagd – The Running Man
(389)Aktuelle Rezension von: winniccxxDer Thriller "Menschenjagd" von Stephen King wurde ursprünglich noch unter dem Pseudonym "Richard Bachmann" veröffentlicht. Das Buch spielt in einer dystopischen Welt, in der die Bevölkerung mit allerlei Fernsehshows, bei der auch Menschen zu Schaden kommen, unterhalten wird. Die größte Show ist dabei die Menschenjagd, bei der ein professionelles Team die Kandidaten jagt, mit dem Ziel sie zu töten. Um für seine Familie sorgen zu können, da ein großes Preisgeld bei Gewinn winkt, meldet sich der Protagonist freiwillig. Er wird ausgewählt und ist alsbald auf der Flucht, in der Hoffnung, das Spiel gewinnen zu können.
Mir hat das Buch alles in allem gut gefallen. Kings Schreibstil ist immer angenehm zu lesen, man konnte sich schnell mit den Charakteren, insbesondere dem Protagonisten, anfreunden und mit ihnen mitfühlen. Die dystopische Welt, die King geschaffen hat, in der sich viele Menschen für Geld alles im Fernsehen tun, fand ich dabei besonders interessant: In der heutigen Zeit, in der Reality und Trash TV besonderen Anklang finden, war dieses über 40 Jahre alte Buch aktueller den je. Ich habe das Buch schnell und gut lesen können, alles in allem war es jedoch nichts "besonderes". Für Fans von King oder dystopischen Romanen aber auf jeden Fall eine Empfehlung. Insgesamt 4/5 Sterne.
- Sarah Sprinz
Infinity Falling - Change My Mind
(157)Aktuelle Rezension von: luisa2004Ich war sehr skeptisch, da ich die beiden nach dem ersten Band nicht sonderlich interessant fand. Tatsächlich hat mich der Anfang auch nicht überzeugt. Es passiert relativ wenig und beide können sich absolut nicht ausstehen.
Dann gab es jedoch eine interessante Entwicklung, worauf die Geschichte schlagartig mehr Dynamik bekam. Es war sehr angenehm zu lesen, wie sich ihre Beziehung langsam weiterentwickelte. Spannend fand ich weiterhin Rubens Vergangenheit mit Hollys Mentorin und natürlich war es schön zu erfahren, wie es mit Aven und Hayes weitergeht. Der erste Band war dennoch überzeugender.
- Steve Cavanagh
Seven Days
(86)Aktuelle Rezension von: pardenVERDAMMT SPANNEND!
Man nennt ihn den König der Todeszellen. Randal Korn hat mehr Menschen auf den elektrischen Stuhl geschickt als jeder andere Staatsanwalt in Amerika. Und er genießt es, bei Hinrichtungen zuzusehen. Sein nächstes Opfer: Andy Dubois, ein junger Afroamerikaner, der wegen des Mordes an einem weißen Mädchen zum Tode verurteilt werden soll. Korn hat bereits alles für einen möglichst kurzen Prozess vorbereitet. Doch er hat nicht mit Eddie Flynn gerechnet. Dem New Yorker Anwalt bleiben sieben Tage, um Andy vor einer korrupten Justiz zu retten und den wahren Täter zu finden. Dann soll das Urteil gesprochen werden. Wird Eddie Flynn bis dahin noch am Leben sein? (Verlagsbeschreibung)
Der sechste Band der Reihe um Eddie Flynn ist weit mehr als nur ein klassischer Justizthriller. Das Buch ist eine düstere, erschreckend glaubwürdige Reise in die Abgründe eines Systems, das Gerechtigkeit vorspielt, in Wahrheit aber von Macht, Rassismus und Angst durchzogen ist. Steve Cavanagh zeigt einen Bundesstaat im Süden der USA, in dem die Vergangenheit nie wirklich vergangen ist – rassistische Organisationen, struktureller Hass und die Verherrlichung der Todesstrafe leben weiter und und gewinnen wieder an Stärke. Gerade deshalb wirkt der Roman so beklemmend: Vieles erscheint nicht überzogen, sondern erschreckend nah an der Realität. Dies bestätigt der Autor auch in seinem Nachwort.
Im Zentrum der Handlung steht der junge Afroamerikaner Andy Dubois, der wegen des Mordes an einem weißen Mädchen zum Tode verurteilt werden soll. Der berüchtigte Staatsanwalt Randal Korn – „der König der Todeszellen“ – verkörpert dabei die Ausgeburt des Bösen. Korn ist kein eindimensionaler Schurke, sondern ein fanatischer Machtmensch, der seine Grausamkeit offen genießt. Dass er Hinrichtungen wie persönliche Triumphe behandelt, macht ihn zu einer der verstörendsten Figuren des Thrillers. Besonders bedrückend ist, wie er ein rassistisch geprägtes Umfeld und ein manipuliertes Justizsystem nutzt, um das gewünschte Urteil praktisch schon vor Prozessbeginn festzuschreiben.
"Und die ganze Zeit über fühlte sich Korn, als würde der Strom durch seine eigenen Adern fließen. Er fühlte sich wie von einer Urkraft durchdrungen. Als Bezirksstaatsanwalt hielt er die Macht über Leben und Tod in seinen langen, krummen Händen. Und er genoss es. Er hatte diesen Menschen getötet, als hätte er ihm selbst eine Kugel in den Kopf geschossen, und dieser Gedanke war berauschend. Jemanden zu erschießen oder zu erstechen, war für Korn nicht dasselbe. Zu animalisch. Korn mordete mit der Macht seines Amtes, seines Verstandes und seines Geschicks. Und es bereitete ihm ein größeres Vergnügen, als er sich je erträumt hatte."
Eddie Flynn dagegen ist der perfekte Gegenspieler. Obwohl er normalerweise in New York praktiziert, wird er von einem Mitarbeiter einer geheimen US-Organisation auf den Fall angesetzt. Auch wenn Eddie und seiner Mitstreiter:innen im Grunde keine Chance sehen, Andy aus den Fängen der korrupten Polizei und Justiz zu befreien, sind sie fest entschlossen, dem Staatsanwalt die Stirn zu bieten. Mit klugen Finten, ungewöhnlichen Strategien, Taschenspielertricks und seinem Gespür für Menschen lässt er bei aller Hoffnungslosigkeit nicht locker. Gelungen ist auch die Zusammenarbeit zwischen Eddie Flynn und seiner jungen Kollegin Kate Brooks. Die beiden ergänzen sich hervorragend: Eddie als improvisierender Kämpfer vor Gericht, Kate als hochintelligente, analytische und kompromisslose Partnerin. Aber ob der Fall gewonnen werden kann, steht in den Sternen.
Besonders gelungen ist außerdem Blochs Auftreten. Die ehemalige und gut ausgebildete Polizistin begleitet Kate, Eddie und Eddies Freund und Richter a.D. Harry in den menschlichen Sumpf der Kleinstadt im Süden der USA und bekommt dort allerlei zu tun. Keine Meisterin der Worte aber eine Meisterin der Waffen und des effektiven Kampfes. Sie zeigt der verrohten Männerwelt, was sie erwartet, wenn sie sich mit ihr anlegen: kompromisslose Gegenwehr. Das wirkt bei aller Brutalität so manches Mal auch sehr amüsant, womöglich weil das eigene Gerechtigkeitsempfinden dabei sehr befriedigt wird.
"Mit dem Sheriff sollte man sich nicht anlegen." - Bloch beugte sich vor. "Nach alldem, was Sie uns heute Abend erzählt haben, knöpfe ich ihn mir vor, und diesen Korn auch." - "Sie müssen vorsichtig sein. Das sind gefährliche Männer." - "Die machen mir keine Angst", sagte Bloch. - "Wieso nicht?" - "Weil ich eine gefährliche Frau bin."
Überhaupt versteht es der Autor, mit trockenem Humor inmitten der bedrückenden Handlung immer wieder für Momente zu sorgen, in denen man kurz durchatmen kann. Ansonsten zieht Cavanagh wie gewohnt sein hohes Tempo durch, die Spannung ergibt sich zum einen durch die Handlung um das Gerichtsverfahren, zum anderen aber auch durch die Machenschaften im Hintergrund, die das Gefühl der umfassenden Bedrohung ständig aufrecht erhalten. Da genießt man die eingestreuten pointierten Dialoge, die einen trotz der düsteren Atmosphäre schmunzeln lassen - doch wenige Sätze später wird man dann erneut in Angst versetzt. Zudem hat man ständig die Sorge, dass es wieder jemanden aus Eddies Team erwischen könnte - der Autor ist diesbezüglich ja nicht zimperlich. An der ein oder anderen Stelle wollte ich gar nicht weiterlesen...
Was diesen Thriller so stark macht, ist letztlich die Verbindung aus Hochspannung und gesellschaftlicher Realität. Der Roman zeigt, wie leicht ein System, das nach außen Recht und Ordnung verkörpert, zu einem Werkzeug von Vorurteilen und Machtmissbrauch werden kann. Die rassistischen Strukturen, die Verbindungen zu rechtsradikalen Netzwerken und die gezielte Manipulation der Öffentlichkeit machen den Thriller erschreckend aktuell. Cavanagh liefert damit nicht nur einen nervenaufreibenden Pageturner, sondern auch eine bittere Anklage gegen institutionellen Rassismus und die Todesstrafe.
"Seven Days" ist brutal, intelligent, spannend und stellenweise kaum zu ertragen – gerade weil man spürt, dass die geschilderten Zustände näher an der Wirklichkeit liegen, als einem lieb ist. Klare Leseempfehlung!
© Parden
- Merit Niemeitz
Starling Nights 1
(225)Aktuelle Rezension von: bunniesandbooksDieses Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen – und zwar vom allerersten Moment an 📖✨
Ich war sofort mitten in der Geschichte, statt nur dabei. Die Atmosphäre, die Spannung und die Emotionen haben mich direkt gepackt und nicht mehr losgelassen. Es gibt diese seltenen Bücher, bei denen man alles um sich herum vergisst – genau so eines ist dieses hier.
Die Welt rund um Mabel, die plötzlich in geheimnisvolle Ereignisse und eine verborgene Verbindung hineingezogen wird, ist unglaublich faszinierend und düster-schön zugleich. Man taucht komplett ein und möchte am liebsten gar nicht mehr auftauchen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie fesselnd die Geschichte erzählt ist. Es passiert immer etwas, die Spannung bleibt konstant hoch und gleichzeitig schafft es das Buch, auch emotional zu berühren. Ich habe mitgefiebert, mitgefühlt und konnte einfach nicht aufhören zu lesen.
Auch die Dynamik zwischen den Charakteren ist intensiv und sorgt dafür, dass man noch tiefer in die Geschichte hineingezogen wird. Alles wirkt stimmig, lebendig und genau richtig dosiert.
Für mich war es ein absolutes Highlight – eines dieser Bücher, die man am liebsten in einem Rutsch durchliest, weil man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht 💫
Ganz klare 5 Sterne – und eine riesige Empfehlung für alle, die sich komplett in einer Geschichte verlieren wollen ❤️
Auch die Optik des Buches gefällt mir sehr gut, es ist schlicht, aber dennoch edel und schön anzuschauen.























