Bücher mit dem Tag "machtübernahme"
14 Bücher
- Marissa Meyer
Die Luna-Chroniken 4: Wie Schnee so weiß
(597)Aktuelle Rezension von: YureliaIch finde, Winter ist hier in der Inhaltsangabe falsch dargestellt. Es ist nicht so, dass sie von Anfang an Pläne macht, Levana zu stürzen. Da gerät sie einfach rein; sie stolpert im Prinzip in die Revolution rein, nachdem die Königin versucht hat, sie umzubringen. Vorher hatte Winter buchstäblich keinen Kopf, Pläne zu schmieden, da sie mit ihrer eigenen Gedankenwelt und ihren Dämonen viel zu beschäftigt war. Dieser Aspekt wird in der Inhaltsangabe leider ziemlich verdreht dargestellt.
Und natürlich geht es nicht nur um Winter. Die Geschichte aus den vorigen Bänden wird hier selbstverständlich weitergesponnen. Aber Winter ist die Figur, die hier neu eingeführt wird - womit ich übrigens im letzten Band dieser Reihe irgendwie nicht mehr gerechnet habe. Dass aber das Muster aus den vorigen Bänden auch im letzten Band beibehalten wird, fand ich nicht nur überraschend, sondern auch ungewöhnlich und cool. Das einmal vorweg.
Das Design der vorigen Bände wird hier weitergeführt. Das vorherrschende Symbol ist eine weiße Krone, die wohl sowohl das Symbol der neu eingeführten Figur, Prinzessin Winter, als auch den Herrscherwechsel auf Luna und die künftige Königin Selene symbolisieren soll - vorausgesetzt die Revolution hat Erfolg ...
Leider ist auch hier das Cover von keiner guten Qualität. Auch bei diesem Band rollt sich die Beschichtung der Buchdeckel an den Rändern nach oben. Das ist sicher bei allen Bänden der Taschenbuchausgabe der Fall und leider auch keine Seltenheit. Dieses Phänomen habe ich schon bei einigen Taschenbüchern und Paperbacks unterschiedlicher Verlage erlebt.
Auch die Bindung ist so stramm wie im vorigen Band. Nach dem ersten Durchlesen klappt sich das Buch jedoch schon einfacher auf.
Das Buch ist in fünf Teile aufgeteilt. Auf jedem der Deckblätter zu einem neuen Teil ist ein Zitat aus dem Märchen Schneewittchen, der passend zum Inhalt dieses Teils ist - und dieses Bandes, denn Winter ist an Schneewittchen angelehnt.
Die Kapitel sind durchnummeriert; der Buchsatz ist schlicht gehalten, nur leider etwas zu nah am Buchrücken gedruckt.
Dieser Band ist spannender und düsterer als die vorigen Bände. Hätte ich mir mehr Zeit zum Lesen genommen, hätte ich das Buch sicher in wenigen Tagen durchgelesen. Die neu eingeführte Protagonistin, Prinzessin Winter, hat mir sofort gefallen, obwohl ich zunächst nicht wusste, auf welcher Seite sie steht, da sie mit in Levanas Palast lebt. Es braucht eine Weile bis man sicher weiß, auf welcher Seite der Revolution Winter steht - und das fand ich wirklich genial geschrieben.
In diesem Band findet jeder seinen Platz in der Revolution; alle losen Enden werden zusammengeführt zum Ziel; zum Knotenpunkt. Natürlich nicht ohne Schwierigkeiten.
Zwischenzeitlich dachte ich: "Wie soll das funktionieren?"
Ja, ich dachte sogar, es sei alles verloren...
Ich zögerte das Lesen hinaus, weil ich nicht wollte, dass das Buch endet. Ich hatte Befürchtungen und Ängste, die das Ende betrafen. Nichts davon traf ein. Aber ich hatte definitiv Sorge deshalb. Ich hatte Angst vor einem "bad end" und ich wollte mich von den Charakteren nicht verabschieden, die ich doch alle lieb gewonnen hatte. (Außer Levana und ihr Gefolge...)
Das zeigt eigentlich schon, dass dies ein großartiger Reihenabschluss ist, wenn man so mitfiebert.
Mir hat am Ende sogar besonders gefallen, dass nach dem Showdown nicht sofort Schluss war, sondern, dass man mitbekommt, was aus Luna wird.
Mir hat dieser Band und diese Reihe echt sehr gut gefallen und ich kann sie nur wärmstens weiterempfehlen.
Ich bin meiner ehemaligen Freundin dankbar, dass sie mich dazu "genötigt" hat, diese Reihe zu lesen.
Mein Fazit:
Ein würdiger Abschluss einer wirklich faszinierenden und gelungenen Buchreihe. Möglicherweise Pageturner! 😉 - Brandon Sanderson
Krieger des Feuers
(232)Aktuelle Rezension von: zickzackEin Jahr ist vergangen, seit Kelsiers Diebesbande den obersten Herrscher gestürzt haben und damit die Skaa im letzten Reich aus ihrer Unterdrückung befreit haben. Elant Wager ist der neue König und Vin, die mächtigste Nebelgeborene des Landes, an seiner Seite. Elant steht eine große Aufgabe bevor, denn Luthadel wird gleich von zwei Armeen belagert. Einen Adligen aus dem westlichen Dominium und von seinem Vater Straff Wager. Beide wollen die Stadt erobern, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Stadt einen großen Vorrat an Atium bewahrt, das mächtigste Metall, was es gibt.
Vin sieht eine weitere Gefahr. Seit dem Tod des obersten Herrschers verändert sich der Nebel und sie befürchtet, dass der Dunkelgrund zurückkehrt, welcher der oberste Herrscher vor so vielen Jahren eigentlich besiegt hatte.
Wie schon der erste Band erwartet dem Leser hier auch eine epische, fantastische Reise. Der Schreibstil des Autors hat mich direkt wieder eingezogen und die bildhaften Beschreibungen lassen die Welt vor meinem inneren Auge entstehen. Man trifft auf liebgewonnen Figuren wieder. Nur hat mir eine Figur schmerzlich gefehlt. Kelsier empfand ich als so gute Figur im ersten Band und habe so gern aus seiner Sicht gelesen. Ich fand es sogar schade, dass er weniger Anteil als Vin hatte. Und irgendwie habe ich ihn im zweiten Band sehr vermisst, wenn er auch zu Legende geworden ist und somit irgendwie auch weitergelebt hat. Denn sein Name und sein Andenken werden oft erwähnt.
Die beiden Hauptperspektivenfiguren waren hier Vin und Elant. Aus Vins Sicht habe ich wieder gerne gelesen, auch wenn ich sie ab und an etwas schwierig fand. Sie hat oft an sich gezweifelt und sich immer wieder gesagt, dass sie nicht gut genug für Elant ist. Dazu kam, dass sie einen anderen Nebelgebornen kennengelernt hat, der ihre eine andere Sichtweise eröffnet hat, als in der sie gerade lebt. Sie hat sich gegen seine Ansichten gewährt, aber er hat immer weitere seinen Stachel in sie getrieben.
Von ihm gab es auch ein paar Abschnitte aus seiner Perspektive. Ich fand ihn recht interessant, aber bei weiten nicht so wie Kelsier. Dafür war mir der Typ dann doch zu seltsam.
Mit Elant konnte ich ja im ersten Band weniger anfangen, wenn ich ihn auch nicht schlecht fand. Es war hier ganz interessant zu erfahren, wie er sich als König macht. Denn man hat deutlich seine Entwicklung miterlebt, wie er anfangs eigentlich wenig für dieses Amt geeignet war, aber dann durch Hilfe und inneren Wachstum darin aufgegangen ist. Durch seine Perspektive kann ich ihn inzwischen besser verstehen und konnte deshalb auch mehr mit ihm anfangen. Manchmal habe ich über seine idealistischen Ansichten zwar die Augen verdreht, aber das gehört zu seiner Figur und er weiß es selbst.
Als dritte wichtige Perspektivenfigur ist Sazed aufgetreten – der Bewahrer aus Terrisien. Er hat in dem Buch auch eine immer wichtigere Rolle eingenommen. Anfangs fand ich seine Perspektive ziemlich langweilig, weil er sich erneut mit der Prophezeiung um dem Helden aller Zeiten beschäftigt hat. Es fühlte sich wiederholend, langwierig und nicht sonderlich gehaltvoll an. Zumal man ja immer vor dem Kapitel einen kurzen Ausschnitt in Kursiv von einem früheren Bewahrer hatte, der über den damaligen Helden gesprochen hat. Nicht nur, dass ich die Texte verwirrend fand, fand ich sie auch sehr wiederholend. Die haben mich mehr gestört, alles andere. Und dann kam noch Saze mit seinen Studien dazu… es wurde erst spannend, als man gemerkt hatte, dass irgendwas mit dem Nebel nicht stimmt und dies noch einmal einen ganz neuen Plot herausgekommen ist.
Demensprechend muss ich erneut als Kritikpunkt anbringen, dass ich es manchmal etwas langatmig fand. Es gab Abschnitte, wo gefühlt nicht viel passiert ist oder die sich sogar wiederholt haben.
Ich fand zum Beispiel den Handlungsstrang mit dem Verräter, der in Form eines Kandras unter die Mannschaft sich gemischt hat, spannend. Aber einerseits wurde das nur halbherzig verfolgt und führte auch zu wenigen Ergebnissen. Als dann schließlich herauskam, wer es war, war das einerseits zwar ziemlich gerissen vom Autor gemacht, aber trotzdem nicht umhauend. Irgendwie musste es am Ende darauf hinauslaufen. Ich hätte mir gewünscht, dass etwas mehr und Konkreteres in die Richtung passiert. Vin hat zwar versucht einige auszuschließen und ermittelt, indem sie mit diesen redet, aber so wirklich etwas dabei rausgekommen, ist nicht.
Fazit: Das Ende macht auf jeden Fall neugierig, wie es nun weitergeht. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, aber es kein Highlightgefühl in mir ausgelöst. Irgendwie fehlt mir der letzte Funke dazu. Ich mag die Geschichte sehr, besonders die Figuren, die Idee mit der Magie und den Schreibstil, aber es überzeugt mich nicht komplett. 4 Sterne.
- Neal Stephenson
Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.
(50)Aktuelle Rezension von: JorokaWas für ein Wälzer! Doch für mich ein absoluter Genuss beim Lesen. Konnte kaum Längen feststellen und das mag schon etwas bedeuten bei der Seitenanzahl. Eine tolle Mixtur. Genau mein Geschmack. Und spannend bis zum Schluss.
Die verschiedenen „Erzählraster“ waren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, übten dann aber im weiteren Verlauf einen gewissen Reiz aus.
Inhaltlich sind mir keine groben Schnitzer aufgefallen und der Handlungsverlauf erscheint mir in sich schlüssig. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass die Phantasie in diesem Roman Purzelbäume schlägt.
Auch der Stil hat mir gut gefallen. Das Buch ist flüssig zu lesen und eignet sich auch als Bett- bzw. Urlaubslektüre.
Fazit: Mein bisheriger Favorit in diesem Jahr (2021) in der Kategorie: Belletristik
- Éric Vuillard
Die Tagesordnung
(36)Aktuelle Rezension von: HansDurrerEs geschieht ausgesprochen selten, dass mich ein Buch überrascht. Viele unterhalten mich, einige lehren mich etwas, nicht wenige hätte ich nicht zu lesen gebraucht. Die Tagesordnung gehört zu einer ganz anderen Kategorie, dieses Buch lässt mich die Welt neu sehen.
Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, erzählt in seinen Büchern grosse Momente der Geschichte neu und hat damit so recht eigentlich ein neues Genre begründet. In Die Tagesordnung berichtet er vom 20. Februar 1933, als sich auf Einladung des Reichsministers Hermann Göring 24 hochrangige Vertreter der Industrie mit Adolf Hitler treffen. Die Nazis brauchen Geld und die Industrie liefert. „Im Budget grosser Unternehmen ist die Korruption ein unumgänglicher Posten mit unterschiedlichen Namen: Lobbying, Gratifikation, Parteienfinanzierung.“
Journalismus und Geschichtsschreibung erzählen üblicherweise Geschichten von sogenannt wichtigen Akteuren, geben diesen eine Bedeutung, die sie selten haben und betreiben dabei oftmals Heldenverehrung. Éric Vuillard tut etwas ganz anderes – er zeigt auf, dass die 24 hochrangigen Industrievertreter nicht als Individuen von Bedeutung sind (denn diese sind, wie wir alle, sterblich), sondern als Dinge. „Sie sind unsere Autos, unsere Waschmaschinen, unsere Reinigungsmittel, unsere Radiowecker, unsere Hausversicherung und die Batterie in unserer Uhr.“ Sie heissen BASF, Bayer, Agfa, Opel, I.G. Farben, Siemens, Allianz, Telefunken. Und sie sind juristische Personen. „Ein Unternehmen ist eine Person, der alles Blut zu Kopf steigt. Eine sogenannte juristische Person. Ihr Leben währt deutlich länger als unseres.“
Nachdem die Nazis den Industrie- und Bankenklerus bekehrt und die Opponenten zum Schweigen gebracht hatten, galt es die ausländischen Mächte zu besänftigen. Wie das Appeasement vonstatten ging, zeigt Éric Vuillard am Treffen von Göring und Halifax auf, beide auf ihre jeweils eigene Art verblendet und gestört. Und es sind nicht zuletzt diese Persönlichkeitsschilderungen, die diesen Text so überzeugend machen, denn da versteht einer, wie ungesund und egomanisch die Seelen von Machthungrigen funktionieren.
So sehr Die Tagesordnung ein geschichtliches Werk ist, ich fühlte mich ständig auch an die heutige Zeit erinnert. Ein Haufen aus Schurken und Verbrechern, sei die Nazi-Partei gewesen – und die sehe ich auch heute in der Politik am Werk. Aussenminister Ribbentrop habe den Führer stets „zu den gewagtesten Aktionen“ ermutigt, „indem er seinen grössenwahnsinnigen und brutalen Neigungen schmeichelte.“ Ganz automatisch springen meine Gedanken zu Diktatoren generell, die es deshalb gibt, weil der Mensch Gehorsam zu den Tugenden zählt.
Indem sich Éric Vuillard auf eine kurze Zeitspanne im Februar und März 1933 konzentriert, genau hinschaut und die Komplexität des Geschehens anhand von Details aufzeigt, gelingt ihm ein Buch, das weit über die geschilderten Ereignisse hinausreicht und Allgemeingültiges erfahrbar macht. „Das Hirn ist ein sonderbares Organ. Die Augen verraten keine Gedanken, die feinste Mimik ist für andere unlesbar; so als wäre der ganze Körper ein Gedicht, von dem wir brennen, von dem unsere Nachbarn jedoch kein Wort verstehen.“
Besonders beeindruckend an diesem dünnen Band sind die quasi ewigen Wahrheiten, die die von Menschen gemachte Wirklichkeit durchziehen. Und vor allem diese: „Die Welt gehorcht dem Bluff. Selbst die seriöseste, steifste Welt, selbst die alte Ordnung, die sich niemals dem Anspruch der Gerechtigkeit beugt oder vor dem aufständischen Volk einknickt: Sie tut es vor dem Bluff.“
Ich kann mich nicht erinnern, jemals so spannend, erhellend und überzeugend über geschichtliche Vorgänge gelesen zu haben. Die Tagesordnung ist ein wahres Wunderwerk!
- Hans-Henning Scharsach
Stille Machtergreifung
(11)Aktuelle Rezension von: WaschbaerinEin Sachbuch zu rezensieren gehört nicht zu den einfachen Aufgaben eines Lesers. Insbesondere, wenn es um eine Thematik geht, bei der man Laie ist.
Als ich anfing das Buch "Stille Machgergreifung - Hofer, Strache und die Burschenschaften" von Hans-Henning Scharsch zu lesen, konnte ich mir nicht vorstellen, dass nach allem was wir im letzten Jahrhundert erlebten, sich diese rechten Einstellungen wieder breit machen würden. Haben wir nichts dazu gelernt? Ein sehr umfangreiche Quellenverzeichnis am Ende des Buches belegt die einzelnen Zitate die von FPÖ Politikern und Burschenschaftlern verwendet wurden oder auch immer noch werden. Bei einem solch brisanten Thema darf sich der Autor keine Fehler erlauben.
Und trotzdem nagten noch Zweifel in mir, ob der Autor nicht übertreibt. "So schlimm kann es doch nicht sein", ist so ein Satz mit dem man sich selbst ruhig stellt. Jedoch, meine letzten Zweifel wurden zerstreut, als wir genau zu der Zeit einen Urlaub in Österreich verbrachten, als die Gespräche zur Regierungsbildung mit der FPÖ liefen. Jeden Morgen las ich im Hotel voller Interesse die regionale Zeitung. Ich muss gestehen, mir fielen bald die Augen aus dem Kopf als ich darin die gleichen Zusammenhänge zwischen Burschenschaften, Hofer und Strache aufgeführt fand, wie es der Autor in dem vorliegenden Buch beschreibt. Meinem Empfinden nach nehmen die Menschen die Entwicklung in Österreich (viel zu) gelassen hin.
Was mir bisher unbekannt war, ist das Symbol der Kornblume. Während der Lektüre machte ich mir zig Notizen, die ich alle in der Rezi verarbeiten wollte. Doch es sind zu viele, als dass ich auf alle eingehen könnte.
Ich wäre z. B. nie auf die Idee gekommen, (S. 59) "Österreich als ein Teil Deutschlands" zu sehen. Oder Seite 64, Ausführungen über die Möglichkeit der Notverordnung. Ich frage mich, sind die Bürger in Österreich darüber nicht besorgt? Besonders nachdenklich mache mich die Aussage auf Seite 75, "Wer die Frage formuliert, bestimmt das Ergebnis". Die große Masse der Bevölkerung hinterfragt nur wenig - das dürfte auf der ganzen Welt ähnlich sein. Die meisten Menschen wollen einfache und plausible Lösungen, die sie auch am Stammtisch verstehen. Damit, komplizierte Zusammenhänge zu erkennen, sind viele Menschen überfordert. Auf Grund solcher Überlegungen sollte/muss man auch die Ergebnisse der letzten Wahlen in Österreich sehen.
In diesem Buch zeigt der Autor die Verflechtungen der einzelnen Burschenschaften mit den Herren Hofer, Strache & Co auf. Eine bestimmte geistige Elite macht sich dies zu Nutze. Man kann nicht leugnen, die Herren treten mit großem Charme auf, verbreiten mit einem Lächeln auf den Lippen ihre Botschaften. Den Ausführungen des Autors nach überzieht eine Vernetzung Gleichgesinnter das Land und warten darauf, an die Macht zu gelangen.
Wer nach dieser Lektüre immer noch der Meinung ist, es wird schon nicht so schlimm sein/werden, ist ein ganz gewaltiger Optimist. Ich selbst kann mich nicht mehr beruhigt zurücklehnen. Dank moderner Medien ist es jedem Interessierten möglich, auch dem Nachbarn jenseits der Grenzen über die Schultern zu schauen. Die Aussage unserer Eltern/Großeltern "wir haben nichts gewusst" ist damit hinfällig. Jeder ist heute in der Verantwortung hinzuschauen. Dieses Buch nimmt den Leser an die Hand, zwingt ihn regelrecht dazu hinzuschauen und zu hinterfragen, was ausgebreitet vor unseren Augen geschieht.
Von mir bekommt dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.
- Bernd Jürgen Warneken
Da ist nirgends nichts gewesen außer hier - Das „rote Mössingen“ im Generalstreik gegen Hitler
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Markus Walther
Kleine Scheißhausgeschichten
(23)Aktuelle Rezension von: RolandBGeschichten die nur eine DIN A4 Seite lang sind? Können die überhaupt funktionieren? Kommt da beim Lesen überhaupt etwas rüber? Ja, ich war wirklich sehr kritisch und habe mich nur wegen der guten Erfahrungen mit "Buchland" zu diesem Buch überreden lassen. Und ja, ich habe mich an die Vorgabe des Autors gehalten und pro "Sitzung" nur eine Geschichte gelesen. Und siehe da, durch dieses Buch habe ich gelernt, dass man mit nur wenigen Worten eine ganze Geschichte erzählen kann. Dieses Buch hat dafür gesorgt, dass der Gang zur Toilette zu einem unterhaltsamen Erlebnis wurde. Nur leider kam es dann, wie es halt kommen musste. Das Buch war plötzlich und natürlich völlig unerwartet zu Ende!
Was soll ich denn nur jetzt auf dem stillen Örtchen lesen?
- Hergé
Tim und Struppi: Tim und Struppi Dialektausgabe: Tim un die Picaros
(19)Aktuelle Rezension von: HoldenTim und Haddock erfahren, daß ihre Freundin, die "Mailänder Nachtigall" Signora Castafiore, während einer Tournee in San Theodorus verhaftet wurde, weil man ihr vorwirft, Teil einer ausländischen Verschwörung zu sein, die den Diktator Tapioca zu stürzen beabsichtigt. Via TV und damit rund um die Welt beschuldigt besagter Diktator auch die Bewohner von Schloß Mühlenhof, Teil der Verschwörung zu sein, in hetzerisch-aufbrausender Weise (womit er bei Haddock natürlich gerade an den Richtigen gerät). Haddock und Bienlein reisen nach San Theodorus, um die Sache zu klären, während Tim dem versprochenen freien Geleit nicht traut und erst mal nicht mitfährt. Im zweiten Teil des Buches entwickelt sich die Geschichte zu einer tollen Satire auf selbsternannte Revoluzzer a la Castro und Guevara. Und hoffentlich wurde Haddock inwischen von seiner Alkoholunverträglichkeit geheilt! - Bernhard Grdseloff
Das karibische Kalifat
(13)Aktuelle Rezension von: dieschmittZum Inhalt:
Eine reiche Familie in Kairo. Ein Abend an dem Faisah ihren 18. Geburtstag feiert. Ein Onkel, der mehr von ihr will und sie entgeht nur knapp ihrer Vergewaltigung. Dies ändert alles für die junge Frau und sie sucht Halt. Den findet sie im Glauben, aber auch dort gibt es eine Kehrseite. Fanatiker die Rache wollen sind gefährlich und mitunter auch mörderisch.
Meine Meinung:
Zunächst hat mich das Cover auf das Buch aufmerksam gemacht. Die Beschreibung hat mich dann neugierig gemacht. Und nach dem Ende des Buches kann ich sagen, das ist gut so. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Da er so anschaulich ist, hatte ich immer wieder Bilder vor Augen.
Die Charaktere des Buches sind gut beschrieben und wirken – teilweise erschreckend – authentisch. Das was Faisah erlebt prägt sie und das alles nachzulesen ist glaubhaft und aufrüttelnd.
Das Buch beginnt schon spannend, aber dennoch baut sich die Spannung immer weiter auf, so dass man es kaum erwarten kann weiter zu lesen.
Der Autor hat es geschafft in seinem Buch hochaktuelle Themen aufzugreifen und diese zu einem sehr spannenden Buch zu verarbeiten, welches ich sehr gerne gelesen habe, was mich aber auch sehr nachdenklich – wegen der beschriebenen Mechanismen – zurück lässt.
Fazit:
Topaktuelles Thema hochspannend verpackt. - Jörg H. Trauboth
Operation Machtergreifung
(8)Aktuelle Rezension von: PeterBergDie Frage nach dem Genre stellt sich. Ist es ein Thriller? Was thrillt denn da?
Dass es mit der Lektüre dieses neuen Trauboth-Buches (nach „Bonjour Saint-Ex!“ und „Zarentod“) wieder ein Flug werden würde, war mir klar, nicht aber die Tiefe, mit der wir in die deutsche Geschichte seit 1933 eintauchen würden und zugleich die Wucht des Schreckgespenstes erfahren dürfen, das da realiter vor unserer Gegenwart steht.
Dieser Roman ist kurzweilig. Die Zeit des Lesens vergeht „wie im Flug“. Dennoch ist das Buch ein dicker Brocken. Es wirft mich voll in sein Thema und treibt mich nachhaltig voran. Spannend wird es durch die reale Gefährdungslage rechten Terrors und die wahrnehmbaren Entwicklungen im politischen Feld unserer bundesrepublikanischen Gegenwart: Gestern, Heute und Morgen werden zum zentralen Thema und dabei meisterhaft aufgerollt.
In 4. MOSE 14,18 heißt es, dass Gott die Missetaten der Väter bis ins dritte und vierte Glied heimsucht. Es ist an der Zeit, dass wir uns als Deutsche mit den Sünden der Väter- und Großväter aktiv auseinandersetzen. Nicht Verdrängung ist angesagt, sondern Farbe bekennen! Nur so können wir nach vorn schauen und auch in schwierigen Zeiten neue Hoffnung schöpfen!
Mein Fazit:
Dieser Roman hat mich angefasst. Der Autor hat erreicht, was er beabsichtigt. Die ultrarechte Gefahr wird ins Licht gerückt. Um das zu schaffen, müssen extreme Mittel gewählt und konsequent genutzt werden. Phantastik, Drastik, Übertreibung. Bei alledem schafft Jörg H. Trauboth es, all das Eklige, Abstoßende im Bereich des Noch-Erträglichen zu halten.
Ist es ein Thriller? Natürlich ist es das! Jörg H. Trauboth ist ein Meister dieses Faches! Wer Trauboth bestellt, der bekommt auch Trauboth!
Danke dafür!
Mehr noch: Die Verbindung des Fiktionalen mit der hautnahen Wahrnehmung von Zeitgeschichte schafft bei Jörg H. Trauboth eine eigene, autorenspezifische Unterkategorie des Genres Thriller!
- James Dashner
Der Game Master - Gegen die Spielregeln
(48)Aktuelle Rezension von: justryuureadingTeil 2 der Reihe knüpft nahtlos an dem vorherigen Band an. Vorsicht Spoiler möglich!
Michael ist nun echt. Ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. Seine gesamte Welt gerät ins wanken. Wem kann er noch trauen? Und was führt Kaine im Schilde? Kann er der VNS trauen? Oder seinen Freunden Sarah und Bryson?
Den ersten Teil fand ich genial. Die Welt konnte mich überzeugen und ich fand die Story total interessant. Diese wird hier auch weitergeführt, aber in diesem Band hatte ich immer wieder das Gefühl unendlichen Längen gegenüberzustehen. Die Story war trotzdem noch interessant, aber ich hatte das Gefühl, dass mehrere unnötige Filler eingebaut worden sind.
Hinzu kam, dass ich mich immer noch nicht so richtig mit den Charakteren verbunden gefühlt habe. Mir fehlt immer noch ein wenig die Tiefe.
Trotz allem mochte ich den Schreibstil wie immer total gerne. Er war flüssig und detailreich, sodass man auch ohne riesige Fachkenntnisse in die Welt des Virtnets eintauchen konnte.
Auch wenn mich dieser Teil nicht so überzeugen konnte, wie der erste, würde ich nicht sagen, dass ich ihn nicht gut fand. Er war trotzdem lesenswert und lässt den Leser, in dem Fall mich, mit Hoffnung für den dritten Band zurück. Ich bin gepannt!
- Wolfgang Hohlbein
Schattenjagd
(181)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der 14-jährige im Rollstuhl sitzende David, der heimlich das vom Vater entwickelte Spiel "Schattenjagd" spielt, um seinem Alltag zeitweise zu entfliehen. Als die merkwürdigen Ereignisse in der realen Welt zunehmen, erahnen David und seine Freundin Valerie, dass es mit dem PC-Spiel zusammenhängt und sie machen sich auf den gefährlichen Weg zurück ins Spiel, um dem ein Ende zu bereiten. Die originelle und bildreiche Handlung ist lebendig und dynamisch, die an manchen Stellen durch zähe Passagen ein wenig ausgebremst wird.
Bei den Protagonisten steht David im Mittelpunkt der Handlung und wird sympathisch und glaubwürdig dargestellt. Relevante Nebenprotagonisten bringen gelungenen Facettenreichtum in die Handlung mit ein. Besonders Valerie ist eine interessante Figur, die mit David ein harmonisches Duo bildet.
Wer originelle und bildreiche Fantasy-Geschichten mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist detailliert und bildreich, was den Haupttreiber für die Atmosphäre des Buches darstellt.
Einziger Minuspunkt: Der Detailreichtum sorgt an manchen Stellen für einen zähen Handlungsfluss, was den Lesespaß ein wenig mindert.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Gregor Gysi
Gysi vs. Sonneborn
(8)Aktuelle Rezension von: Kazou_KehlmannZum Kennenlernen der beiden taugt das Ganze recht gut, wer schon einiges über die beiden weiß und ihr Schaffen vefolgt, erfährt wenig Neues. Vielleicht ist das Buch hier auch schlichtweg das falsche Medium. Die beiden live bei dem Spektakel zuzuhören zu dürfen wäre sicherlich das größere Vergnügen als den Prozess nachzulesen.
Ein Highlight sind sichelich die Schlussworte von Hans-Dieter Schütt, aber das virtuose Pingpong der Geistesblitze, das er hier beschreibt sucht man auf den vorangegangenen Seiten eher vergebens.
- Dirk Schwibbert
Stauffenberg, der 20.Juli 1944
(3)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeIn einer guten Stunde wird hier noch einmal das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 beleuchtet und die Person Claus Schenk Graf von Stauffenberg vorgestellt.
Es gibt Einspielungen mit Originalreden und -geräuschen von damals; beeindruckend und erschreckend.
Sehr gute Sprecher, eine gute und interessante, informative Vertonung.16.06.2025
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