Bücher mit dem Tag "männerfreundschaft"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "männerfreundschaft" gekennzeichnet haben.

54 Bücher

  1. Cover des Buches Ein wenig Leben (ISBN: 9783446282285)
    Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben

    (643)
    Aktuelle Rezension von: Dini237

    Ich bin, wie viele andere auch, irgendwie sprachlos. Das Buch wird noch lange nachhalten und das macht es wirklich zu etwas besonderem.
    Die ersten 300 Seiten waren schwere Kost. Auch zwischendurch war ich nicht ganz überzeugt vom Schreibstil und von den Sprüngen. Das muss man mögen. Die Story an sich und wie die einzelnen Kapitel jedoch manchmal geschrieben waren, haben mich sehr mitgenommen.

    Es ist müßig zu lesen, aber ich bereue es keine Sekunde. 

  2. Cover des Buches Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783845854403)
    Oscar Wilde

    Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray

    (2.021)
    Aktuelle Rezension von: Frieke

    Oscar Wildes Roman ist ein glänzendes Spiel mit Schönheit, Moral und Verführung. Die Geschichte des jungen Dorian, dessen Portrait an seiner Stelle altert und seine Sünden sichtbar trägt, entfaltet eine düstere Faszination.

    Wilde verbindet elegante Sprache mit scharfem Witz und zeichnet eine Gesellschaft, die äußere Perfektion über innere Schönheit stellt. Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik zwischen Dorian, dem zynischen Lord Henry und dem idealistischen Künstler Basil.

    Der Roman wirkt wie ein ästhetisches Märchen, das langsam in eine moralische Tragödie kippt. Er bleibt zeitlos, weil er die Frage stellt, was passiert, wenn Genuss, Narzissmus und Verantwortungslosigkeit die Oberhand gewinnen. 

    Ein kurzer, aber intensiver Klassiker, der sowohl sprachlich als auch thematisch nachhallt. 

  3. Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere (ISBN: 9783453274365)
    Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere

    (2.009)
    Aktuelle Rezension von: Keyofbooks

    Habe das Buch schon Mal als Jugendliche gelesen, das war also ein schöner ReRead. Hat mich daran erinnert, warum ich Stephen King's Werke schon immer faszinierend fand. Die Story zieht sich langsam, man bekommt sehr viel von dem gewöhnlichen amerikanischen Leben der '80- er Jahren mit. Lediglich gegen das Ende fängt das gruselige erst an und steigert sich rasant in die Höhe. Zwar weiß man schon worauf es hinausläuft, trotzdem ist die Spannung gut gehalten. Passt am besten in die Zeit vor Haloween.

  4. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783649640950)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

    (1.217)
    Aktuelle Rezension von: Fa3ien

    Jay Gatsby, bekannt für seine grossen, prunkvollen Partys und Nick - lernen sich wie man meint durch Zufall kennen, da sie Nachbarn sind und Nick irgendwann zu den legendären Partys eingeladen wird. Nick ist wie alle hinter dem Geheimnis des grossen Gatsby her. Irgendwann erfährt er, dass die Verbindung zu Gatsby doch nicht Zufall ist. 

    Was soll ich sagen. Ein absoluter Klassiker, der Schein um Reichtum und die verspinnte Beziehung von Jay und Daisy ist eigentlich an sich eine Geschichte, auf der sich sicherlich ein Roman aufbauen lässt. Trotzdem hatte ich unglaublich Mühe das Buch weiterzulesen, musste mich wirklich Seite für Seite durchquälen, zumindest bis zur Hälfte, dann wurde es etwas ''spannender''. Mir fehlte einfach absolut die Spannung, da das ganze einer alltäglichen Erzählung glich, bis auf das Ende. 

    Der grosse amerikanische Traum, alle sind Oberflächlich bzw. Beziehungen werden aufgebaut um ausgenutzt zu werden, wie in der Oberschicht nicht ungewöhnlich. In drei Worten für mich gesagt: Nicht meine Welt.

  5. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (ISBN: 9783548920771)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken

    (1.254)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Eines Tages steht ein sprechendes Känguru bei dem Ich-Erzählers vor der Tür. Das Känguru zieht bei ihm ein und bringt Abwechslung, Schwung und Freude in sein Leben. Es ist der Beginn einer wunderbaren und außergewöhnlichen Freundschaft zwischen den beiden. Das Känguru fällt dem Ich-Erzähler aber auch des Öfteren ordentlich auf die Nerven. Es ist nämlich ziemlich frech und beratungsresistent. Außerdem eckt es manchmal mit seinen Ansichten zu gesellschaftlichen und politischen Themen an von denen es andere vehement zu überzeugen versucht… 

    „Was?“ ruft das Känguru. „Natürlich sind wir ein Paar, Mann! Wie Dick und Doof oder wie wie wie Stan & Olli oder oder oder…“ (S. 216)

    Meine Meinung:

    Die Grundidee ist originell und außergewöhnlich und wenn man sich darauf einlässt bekommt man eine erheiternde und kurzweilige Geschichte zu lesen.

    Es gibt keine Handlungshöhepunkte auf die die Geschehnisse zusteuern und daher auch keinen klaren roten Faden der sich durch die Geschichte zieht. Es handelt eher um eine Aneinanderreihung von lustigen und skurrilen Begebenheiten, die der Ich-Erzähler zusammen mit dem Känguru erlebt. In jedem der kurzen Kapitel (jeweils max. 5 Seiten) wird ein lustiger Auszug aus einer Unterhaltung oder ein denkwürdiges Erlebnis erzählt. Diese anekdotenhafte Erzählweise sorgt für eine hohe Dichte an lustigen Momenten. Außerdem wird dadurch verhindert, dass das Buch Längen hat. 

    Der Nachteil dieser Erzählweise ist allerdings, dass man manchmal das Gefühl hat, dass die Geschichte ein wenig „dahinplätschert“. Außerdem lernt man das Känguru und den Ich-Erzähler nur relativ oberflächlich kennen, weil der Schwerpunkt auf spritzigen Dialogen und lustigen Wortgefechten liegt.

    Das Känguru gibt einige wirklich lustige Bemerkungen von sich und stellt auch lustige Dinge an. Die Diskussionen zwischen dem Känguru und dem Ich-Erzähler sind stellenweise ziemlich erheiternd und haben mich für die Geschichte eingenommen. Hier ein paar Beispiele:

    „Das Tolle am Internet ist, dass endlich jeder der ganzen Welt seine Meinung mitteilen kann. Das Furchtbare ist, dass auch jeder es tut.“ (S. 103)
    „Pah“, sagt das Känguru. „Und mein Papa hat immer gesagt: Es ist besser, ein schlechter Gewinner zu sein, als ein guter Verlierer.“ (S. 27)
    „Reden, Hören oder Sehen. Auf was würdest du verzichten?“ – „Das ist einfach“, sage ich. „Aufs Hören. […] Dann müsste ich dein Geschwätz nicht mehr ertragen.“ – „Ach ja?“ sagt das Känguru. „Und ich würde liebend gerne aufs Sehen verzichten, um deine Hackfresse nicht mehr ertragen zu müssen.“ – „Ich finde, du solltest lieber aufs Reden verzichten“, sage ich. „Dann müsste ich nicht aufs Hören verzichten.“ (S. 24)

    Warum vergebe ich trotzdem bloß 3 Bewertungssterne? 

    Das liegt daran, dass mir die Geschichte in einigen Punkten etwas zu skurril, befremdlich und vulgär ist. Hier hat der Humor nicht meinen Geschmack getroffen. Dazu folgende Beispiele:

    Das Känguru pöbelt einen sich vollkommen friedlich verhaltenden Fußballfan an, weil dieser anlässlich eines Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft in Deutschlandfarben gekleidet ist. Das Känguru sagt, dass ein solcher Patriotismus ein Zeichen von Idiotie sei, es von da aus nicht weit bis zum Nationalismus sei und dadurch Rassismus entstehe. Als der Fußballfan deswegen verständlicherweise beleidigt ist und verbal Kontra gibt schlägt das Känguru ihn einfach k.o. und das fand ich wirklich abstoßend und verachtenswert. Leider ist es auch nicht der einzige Fall in dem das Känguru gewalttätig wird. Es schlägt auch noch einen Mann bloß deshalb bewusstlos, weil dieser für die GEZ-Gebühr zuständig ist. Zudem gibt es einem Vorfall im Park. Das Känguru tritt einen Hund, der ihm zu laut bellt, sodass dieser in hohem Bogen über die Weise fliegt. Das alles fand ich nicht lustig.

    Auch sonst verhält sich das Känguru schrecklich unhöflich und respektlos gegenüber Mitmenschen, die ihm überhaupt nichts getan haben. So fängt das Känguru z.B. absichtlich einen Streit mit einem McDonald’s-Mitarbeiter an indem es von diesem einen Whopper fordert, obwohl es genau weiß, dass es den nur bei Burger King gibt. Obwohl der Mitarbeiter höflich erklärt, dass das nicht geht und dem Känguru eine Alternative anbietet setzt es dem Mitarbeiter weiter zu und genießt das sichtlich.

    Außerdem hat es mir gar nicht gefallen, dass das Känguru sich abfällig über die Demokratie äußert und sagt, dass es die deutsche Justiz nicht anerkennt. Hinzu kommt noch, dass das Känguru ein Anhänger von Verschwörungstheorien ist. 

    Hier noch einige weitere Beispiele für Humor, der nicht meinen Geschmack getroffen hat, weil er mir zu plump bzw. vulgär war:

    „Der Titel ist ja total wichtig. Damit steht und fällt der Erfolg eines jeden Buches. Es muss was sein, wo die Leute sofort denken: Interessiert mich! Will ich! Kauf ich!“ Das Känguru nickt. […] „Wie wär’s mit ‚H*TLER, T*RROR, F*CK*N‘?“ (S. 199)
    „Kennt ihr das Bild von Brittney Spears ohne Slip, wo man ihre M*sch* sieht? Dass sollten die lieber hier aufhängen.“ (S. 202)

    Die genannten Beispiele haben das Lesevergnügen leider ziemlich geschmälert.

    Fazit:

    Es handelt sich um ein erheiterndes Buch, das man in kürzester Zeit ausgelesen hat und das einem mit einem positiven Gefühl zurücklässt. Manche der vorlauten Bemerkungen und frechen Aktionen des Kängurus sind richtig lustig. Es gibt jedoch leider auch so einige Stellen an denen die Geschichte meinen Humor nicht getroffen hat. Humor ist nun mal Geschmackssache! Ich bereue es dennoch insgesamt nicht, dass ich das Buch gelesen habe, aber noch einmal würde ich es nicht lesen.

    Zum Schluss noch ein interessantes Zitat aus dem Buch, das erklärt wie das Känguru einst zu seinem Namen gekommen ist:

    „Ich hab gehört, […] dass James Cook, der 1770 als erster Europäer ein Känguru zu Gesicht bekam, einen Aborigine gefragt haben soll ‚Was ist das für ein Tier?‘ – auf Englisch natürlich –, und der Aborigine antwortete ‚Känguru‘, weil er Cook nicht verstand und ‚Känguru‘ in seiner Sprache nun einmal ‚Ich verstehe such nicht‘ bedeutet.“ (S. 255/256)
  6. Cover des Buches Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville (ISBN: 9783954187065)
    Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville

    (463)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Ich habe den Roman in der Übersetzung von Gisbert Haefs gelesen.

    Doyles Roman verbindet gekonnt Schauergeschichte und Detektivroman: In der düsteren Moorlandschaft wird ein möglicherweise übernatürliches Verbrechen durch Holmes’ kühle Logik aufgelöst. Die Auflösung ist vollständig und berücksichtigt alle zuvor verstreuten Hinweise – ein Paradebeispiel für klassische Kriminallogik.

    Aus heutiger Sicht wirkt es unfreiwillig komisch, dass das Übernatürliche im Namen der Wissenschaft als Aberglaube einfacher Leute abgetan wird, während gleichzeitig die Phrenologie – das Deuten von Charakter und Intelligenz anhand der Schädelform – als ernsthafte wissenschaftliche Beschäftigung dargestellt wird. Die weiblichen Figuren sind passiv, klischeehaft und rein funktional. Insgesamt spiegeln sich hier sehr verstaubte Weltbilder. 

    Dennoch – oder gerade deshalb – bleibt der Roman sehr lesenswert, nicht nur als Krimi, sondern auch als spannendes Dokument seiner Zeit.

  7. Cover des Buches Acht Berge (ISBN: 9783328602026)
    Paolo Cognetti

    Acht Berge

    (210)
    Aktuelle Rezension von: Da_Maris

    In diesem Buch taucht man ein in eine ganz andere Welt: In die Abgeschiedenheit und Einfachheit der italienischen Berge. Diese so ganz andere Szenerie hat mir gut gefallen. Cognetti gelingt es wunderbar, die Charaktere seiner Figuren herauszuarbeiten, v.a. ihre sozialen (In)Kompetenzen. Als Leser begleitet man Pietro über die Jahre und man kann erkennen, wie er und die anderen Figuren sich mit der Zeit entwickeln und dabei doch immer sie selbst bleiben. Dazwischen gibt es viele Landschaftsbeschreibungen, die man am liebsten mit eigenen Augen sehen würde - die meisten zumindest.

  8. Cover des Buches Amnesie (ISBN: 9783442476435)
    Michael Robotham

    Amnesie

    (322)
    Aktuelle Rezension von: Liden

    Keine Leseempfehlung

    Datum : 29.07.2025


    ✨Handlung✨

    Ein Ermittler wird schwer verletzt in der Themse (Fluss) aufgefunden. Nach diesem Ereignis erlitt er eine Amnesie. Zuvor war er an einem wichtigen Fall (Kindesentführung) dran und vermutet, das es ein geplanter Unfall war. 


    ✨Protagonisten✨

    Charaktere : 1 / 5

    Vincent war der Protagonist und man erfährt so ziemlich alles sehr genau und detailreich über ihn … auch wenn es dich nicht interessiert und den Fall auch nicht weiterbringt. 


    ✨Setting✨

    Unterhaltung : 1 / 5

    Tatsächlich hab ich diesmal den/ die Antagonist(in) vorhergesehen. War nen bisschen stolz auf mich 🤣 langsam werde ich zum alten Thrillerhasen 😎 es geht um das Amnesie (Gedächtnisverlust) und Kindesentführung. Der Thriller spielt sich in England ab. 


    ✨Schreibstil✨

    Spannung : 1 / 5

    Ich werde mit dem Schreibstil nicht warm. Dieses ständige Ausschweifen an unnötigen Details hat mir jederlei Spannung genommen. Nach knapp 200 Seiten hab ich den Rest nur noch überflogen. 


    ✨Fazit✨

    Der Michael und ich, wir werden keine Freunde. Fand das erste Buch (Adrenalin) schon nicht so doll, dachte aber das starke Ausschweifen war gewesen, damit wir die Charaktere besser kennenlernen. Nun, er schreibt nunmal sehr detailreich und ausschweifend - was für mich ein kO Kriterium für nen guten Thriller ist. Ich möchte Spannung, interessante Themen und das Bedürfnis haben, das Buch nicht weglegen zu wollen.

  9. Cover des Buches Hartmut und ich (ISBN: 9783596511600)
    Oliver Uschmann

    Hartmut und ich

    (269)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Ich habe die Reihenfolge nicht eingehalten, wahrscheinlich geht das als „hartmutesk“ durch.

    Habe nun also etwas nachzüglerisch das 1. Buch der Hartmut-Serie von Uschmann gelesen.

    Hartmut und der Ich-Erzähler ziehen in eine gemeinsame Wohnung in einem schiefstehenden und wahrscheinlich ziemlich baufälligen Haus mit illustren Nachbarn ein. Als erstes finden sie eine alte Fliegerbombe im Keller, die entschärft werden muss. Nach diesem Schreck richten sie sich im Haus und in ihrem Leben ein. Während der Ich-Erzähler arbeiten geht, studiert Hartmut Philosophie, was nicht ohne Auswirkungen auf die Unterhaltungen zwischen beiden bleibt. Hartmut ist auch regelmäßig auf Freiersfüße, worüber der Ich-Erzähler nur staunen und sich fragen kann, wie er das macht. Doch wenn er krank wird, benötigt Hartmut quasi Rund-um-die-Uhr-Pflege. Natürlich hat er seltsame Freunde, die in regelmäßigen Abständen in die Wohnung einfallen. Doch z.T. werden sie auch genutzt, um ‚ironisch gebrochene’ Mitstudenten von Hartmut zu schockieren. Um an Geld für den Lebensunterhalt zu kommen, startet Hartmut eine Online-Lebensberatung und hat noch andere verrückte Ideen zum Money-Maker......

    Das Buch ist eine Ansammlung von skurrilen WG-Geschichten. Die beiden Hauptakteur sind so liebenswert verschroben, dass man sich einfach ins Herz schließen muss.

    Fazit: Natürlich kann man über Uschmanns Schreibstil strittiger Meinung sein. Mir persönlich haben z.B. „Murp!“ und „ Wandelgermanen“ besser gefallen. Sie sind noch eine Spur bissiger. Aber auch das vorliegende Werk bereitete mir Lesevergnügen und einige nachdenkliche Kopfschüttler, ob es so was auch im wahren Leben geben könnte?

  10. Cover des Buches Unter der Haut (ISBN: 9783492238564)
    Gunnar Kaiser

    Unter der Haut

    (45)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ein geheimnisvoller Mann, Josef Eisenstein, ist Mäzen und Verführer, nicht im sexuellen, sondern ideologischen Sinne. Eines jungen Mannes. Jonathan Rosen. Zusammen gabeln sie junge Mädels auf. Jonathan beschläft sie. Eisenstein ist Voyeur 

    Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an wie eine Klinge berührt, die leicht über meine Haut fährt mit einem gewissen Druck..... und mir über die mehr als 500 Seiten durchweg Gänsehaut verschafft. Die unterschwellige Spannung ist grandios in drei Erzählsträngen verflochten. 1969, die beiden ungleichen Männer lernen sich kennen und ein spezieller und für Jonathan unvergesslicher Sommer in New York nimmt seinen Lauf. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Josef Eisenstein geboren wird, und eine Kindheit einen Menschen prägt. Und dann 1990, als sich Jonathan auf den Weg macht, um die wahre Geschichte seines alten Freundes aus dem Sommer 1969 aufzudecken.
    Gunnar Kaiser schafft eine so unglaubliche Atmosphäre, die in den verschiedenen Erzählsträngen durch die spezifische Sprache der Zeit und auch im Buch durch die unterschiedlichen Schriften deutlich gemacht wird. 

    Absolut lesenswert

  11. Cover des Buches Interview mit einem Mörder (ISBN: 9783442713691)
    Bernhard Aichner

    Interview mit einem Mörder

    (134)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Kurze prägnante Sätze in einer eigenwilligen, jedoch witzigen Lyrik. Ein Glücksfall für alle Krimi Liebhaber. Ein Buch was man bis zum Ende durchlesen möchte. Ich mag die Serie um Max Broll dem Totengräber.

  12. Cover des Buches Zwei Herren am Strand (ISBN: 9783423254458)
    Michael Köhlmeier

    Zwei Herren am Strand

    (80)
    Aktuelle Rezension von: Sikal


     

    Der Vater von Michael Köhlmeier begeistert sich für Winston Churchill, lernt sogar Englisch, um Churchills Biografie lesen zu können. Als er bei einem Symposium William Knott kennenlernt („The very privat Privat Secretary to a very prime Prime Minister.“) entwickelt sich zwischen den beiden eine Brieffreundschaft über viele Jahre.

     

    Michael Köhlmeier verbindet diesen Briefwechsel mit Charlie Chaplin und lässt die beiden Herren bei einem Strandspaziergang über das Weltgeschehen philosophieren, immer begleitet von dem schwarzen Hund, der die beiden zeitlebens einholt. Ein wunderbarer Roman über eine Freundschaft und dem Versprechen füreinander da zu sein. Auch wenn der schwarze Hund - oder anders gesagt, die Depression allgegenwärtig sind.

     

    Am Höhepunkt beider Leben beschäftigen sie sich mit Hitler – einerseits Churchills Kampf gegen diesen und andererseits Chaplin, der am „großen Diktator“ zu verzweifeln droht. Die selbstauferlegte Symbiose rettet beide in dieser schwierigen Phase.

                  

    Mit einer wunderbaren Sprache lässt uns Köhlmeier diese Gespräche begleiten, spannt den Bogen über das Zeitgeschehen hinaus. Immer mit einem Augenzwinkern gepaart, damit wir während des Lesens nicht auch mit dem schwarzen Hund Bekanntschaft machen.

    Köhlmeier gelingt es Fiktion und Realität miteinander zu verbinden und schafft mit den beiden Protagonisten eine Verbindung, die nicht nur einen äußeren gemeinsamen Feind haben sondern auch einen inneren.

    Eine unglaubliche Geschichte von einem unglaublichen Autor. 5 Sterne

  13. Cover des Buches The Secret Book Club – Liebesromane zum Frühstück (ISBN: 9783499002663)
    Lyssa Kay Adams

    The Secret Book Club – Liebesromane zum Frühstück

    (296)
    Aktuelle Rezension von: JudithK

    Nach dem eher durchwachsenen zweiten Band hatte ich keine großen Erwartungen mehr und war dann umso überraschter, wie sehr mich der dritte Teil wieder abgeholt hat. Vor allem Noah und Alexis waren süß, warmherzig und angenehm zu lesen.

    Zwar ist das Friends-to-Lovers-Thema grundsätzlich immer ein bisschen schwierig, und auch hier hat es sich nicht ganz rund angefühlt. Die Freundschaft der beiden war kaum greifbar, sie haben sich von Anfang an zu offensichtlich angehimmelt, um wirklich „nur Freunde“ zu sein. Trotzdem mochte ich ihre Dynamik – besonders, wie liebevoll und auf Augenhöhe sie miteinander umgegangen sind.

    Noah als erfolgreicher IT-Typ mit eigenem Unternehmen, dem man halb im Spaß, halb im Ernst zutraut, für irgendeinen Geheimdienst zu arbeiten – das hatte was. Alexis mit ihrem kleinen Café, den Yogakursen und den Katzen zur Vermittlung war eine schöne Ergänzung. Was mich positiv überrascht hat: Die Geschichte rund um Alexis' Vater. Ein ernsteres Thema, das selten in dieser Art von Romanen vorkommt und hier glaubwürdig und ruhig erzählt wurde. Das hat Tiefe reingebracht, ohne aufgesetzt zu wirken.

    Der Buchclub war diesmal wieder stärker eingebunden, was mir gut gefallen hat. Dass Noah tatsächlich ein Buch liest, war ein netter Running Gag. Und immer wenn die Männer aufeinandertreffen, stimmt der Ton. Diese Dialoge sind leicht, bissig, nie albern – die Autorin hat ein gutes Gespür für männliche Gruppenrollen, ohne ins Klischee abzurutschen.

    Was die Chemie zwischen Noah und Alexis betrifft: Es war okay, aber das Buch lebt eher von seinem Humor als von knisternder Romantik. Nach der ersten gemeinsamen Nacht wurde es zwischen den beiden etwas monoton und zu oft, zu vorhersehbar. Ein Problem, das vielen Liebesromanen begegnet, wenn sie den körperlichen Teil überreizen.

    Trotzdem hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Die Mischung aus Leichtigkeit, Humor und einem ernsteren Hintergrundthema war stimmig, und ich bin gespannt, wie sich die Reihe im nächsten Teil weiterentwickelt.

  14. Cover des Buches Still (ISBN: 9783453419346)
    Zoran Drvenkar

    Still

    (253)
    Aktuelle Rezension von: Thriller_Diana

    𝗥𝗲𝘇𝗲𝗻𝘀𝗶𝗼𝗻 𝘇𝘂 „𝗦𝘁𝗶𝗹𝗹“ 𝘃𝗼𝗻 𝗭𝗼𝗿𝗮𝗻 𝗗𝗿𝘃𝗲𝗻𝗸𝗮𝗿

    Mein erstes Highlight 2026 und die Latte liegt jetzt schon sehr hoch.

    Uff.
    Was für ein Werk.

    „Still“ ist kein Buch, das man einfach liest. Es ist eines, das man aushalten muss. Erzählt wird die Geschichte eines Vaters auf der Suche nach Gerechtigkeit. Oder vielleicht eher nach Sinn, nach Halt, nach etwas, das bleibt, wenn alles andere verloren ist. Man kann dieses Buch wie ein Tagebuch lesen, wie ein Vermächtnis. Geschrieben von einem Mann, der nicht nur sein Kind verliert, sondern nach und nach auch sich selbst. Seine Identität, seine Grenzen.

    Die Geschehnisse sind unglaublich detailliert, intensiv und durchdringend geschildert. Der Schreibstil ist ungewohnt, unbequem und roh, aber genau darin liegt seine Brillanz. Erzählt wird aus drei Perspektiven:
    𝙎𝙞𝙚 – die Täter.
    𝘿𝙪 – das Opfer.
    𝙄𝙘𝙝 – der Vater.
    Diese Perspektivwechsel machen das Buch zu etwas ganz Besonderem. Sie zwingen einen hinzusehen, mitzuleiden und mitzudenken. Ich konnte mich der Geschichte nicht entziehen. Die kurzen Kapitel tun ihr Übriges und treiben einen immer weiter, auch wenn man innerlich längst weiß, dass dies kein leichter Stoff ist.
    Die Atmosphäre ist durchgehend beklemmend und extrem intensiv. Die Themen sind harter Tobak und zeigen schonungslos die Abgründe der menschlichen Psyche. Beim Lesen habe ich sämtliche Emotionen durchlebt. Von Gänsehaut über Wut und Fassungslosigkeit bis hin zu tiefer Trauer. Dieses Buch lässt einen nicht unberührt zurück, selbst lange nach dem Zuklappen nicht.

    „Still“ ist definitiv kein Buch für schwache Nerven oder Thriller-Neulinge.
    Für alle anderen ist es eine absolute Empfehlung. Ein Buch, das weh tut und genau deshalb so lange nachhallt.

  15. Cover des Buches Girl At Heart (ISBN: 9783846601150)
    Kelly Oram

    Girl At Heart

    (319)
    Aktuelle Rezension von: mxchellex678

    Girl at Heart war für mich ein Buch, in das ich ungewöhnlich langsam hineingefunden habe. Der Einstieg hat sich echt gezogen und ich musste mich etwas überwinden – aber sobald ich drin war, hat mir die Geschichte richtig gut gefallen.


    Charly als Protagonistin fand ich unglaublich süß. Sie ist warmherzig, lieb, ein bisschen tollpatschig und einfach eine Figur, die man sofort ins Herz schließen kann. Ihre Entwicklung hat mir total gefallen, besonders weil sie sich selbst Raum gegeben hat, herauszufinden, wer sie eigentlich sein möchte.


    Die Jungs-Clique hingegen war nicht meins. Weder die Dynamik noch das Verhalten der Gruppe hat mich abgeholt, was dazu geführt hat, dass ich manche Szenen eher überflogen habe. Umso schöner fand ich dagegen den männlichen Love Interest: Er war ein echtes Highlight. Seine Art, Charlys Veränderung zu unterstützen und sie trotz allem genauso zu mögen wie vorher, war richtig sweet und hat mir das Herz erwärmt.


    Emotional konnte mich das Buch an einigen Stellen berühren, auch wenn es nicht super deep geworden ist. Die Sportanteile waren stärker als erwartet, aber trotzdem so gut eingebettet, dass der Fokus auf der eigentlichen Geschichte geblieben ist. Besondere Lieblingsszenen hatte ich zwar keine, aber insgesamt hat die Atmosphäre gut funktioniert – leicht, jugendlich, und manchmal einfach wholesome.


    Der Schreibstil ist typisch Kelly Oram: sehr jung, locker und schnell zu lesen. Genau das, was man von ihr gewohnt ist.


    Alles in allem war Girl at Heart ein süßes Wohlfühlbuch mit kleinen Schwächen, vor allem was die Nebenfiguren betrifft. Für mich ein solider 3,5-Sterne-Band, den ich Fans von jugendlichen Sports-Romances empfehlen würde.


  16. Cover des Buches Von Mäusen und Menschen (Graphic Novel) (ISBN: 9783987210426)
    John Steinbeck

    Von Mäusen und Menschen (Graphic Novel)

    (350)
    Aktuelle Rezension von: Daisys_bookcorner

    4/5 🌟 "Von Mäusen und Menschen"

    Hello Bookies, wir sind wieder auf der Rory-Gilmore-Liste unterwegs. ☕️📖 Diesmal wieder ein etwas bekannteres Werk "Von Mäusen und Menschen". Das ist ein Roman, der oft als Schullektüre in den USA genutzt wird. 🏫🇺🇲 Das Buch ist sehr kurz. Ich habe ein Exemplar in Großschrift, das ca. 200 Seiten hat. Aber eigentlich wären es maximal 100 Seiten. 🧐

    Es geht um zwei Farmarbeiter: der eine geistig beeinträchtigt (Lennie), und der andere (George) kümmert sich fürsorglich um ihn. George kannte Lennies Tante Clara und hat ihr vor ihrem Tod versprochen, dass er sich um Lennie kümmert. 🤝 Der beeinträchtigte Lennie liebt es, Tiere zu streicheln, aber er schafft es nicht, seine immense Kraft zu kontrollieren. 🐁💀Dadurch gerät er oft in Schwierigkeiten. Deshalb müssen sie öfter als andere die Farm wechseln. Die beiden träumen davon, ihre eigene Farm zu besitzen, um von niemandem abhängig zu sein. 🏡💭 Damit sie, wenn z. B. ein Spiel in der Stadt ist, sagen können: "Egal, wir lassen die Arbeit liegen und gehen zum Spiel oder zum Zirkus." 🎡

    Wie man sich denken kann, gerät Lennie wegen seiner Beeinträchtigung wieder in Schwierigkeiten. Besonders als die neue Frau des Gutsherrn auftaucht und sich intensiver mit ihm unterhalten will. 👠👗💬

    Ich kann nur sagen: Das Buch hat mich literarisch auf jeden Fall sehr herausgefordert. Vor allem, weil ich viel drüber nachdenken musste und es eine ernsthafte Thematik ist. 🤯 Wer die Rory-Gilmore-Liste lesen möchte dann: Lest Von Mäusen und Menschen! 🐭🐁👥️

    XoXo Daisy 🌼

  17. Cover des Buches Die Herzen der Männer (ISBN: 9783453423015)
    Nickolas Butler

    Die Herzen der Männer

    (157)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Nelson wird diesen Sommer wieder mit seinem Vater zwei Wochen im Pfadfindercamp verbringen. Während der Junge die Hoffnung auf Freundschaft und Abzeichen noch nicht aufgegeben hat, sieht sein Vater darin einen Ausweg, um vor seiner Frau zu fliehen und sich gänzlich dem Alkohol hinzugeben.

     

    Einzig vom Campleiter Wilbur wird Nelson unterstützt. Er nimmt ihn auch zu sich auf, als der Vater die Familie verlässt. Aus dem traurigen und einsamen Jungen wird ein Kriegsheld. Doch mit Freundschaften hat er es nach wie vor schwer.

     

    Jonathan hingegen hatte schon als Kind ein Auge auf Nelson geworfen. Nicht das er Freunde brauchte. Er brauchte schlichtweg ein Opfer. Jahr um Jahr im Camp täuschte Jonathan Herzlichkeit und Freundschaft bei Nelson vor und auch nach dessen Rückkehr aus dem Vietnamkrieg blieben die beiden in Kontakt.

     

    Nelson wird für Trevor, dem Sohn von Jonathan ein Ersatzvater. Während Jonathan seine zahlreichen Liebschaften bedienen muss, rebelliert Trevor. Mit Nelson als Vorbild zieht er ebenfalls in den Krieg.

     

    Jahre später fährt Thomas mit seiner Mutter Rachel ins Camp, das mittlerweile von Nelson geleitet wird. Rachel kann mit dem frühen Tod von Trevor nicht abschließen und braucht Nelson um ihr Leben mit Thomas zu bewältigen.

     

    Doch die Zeiten sind für jede Generation für sich hart und umkämpft. Freundschaften zu pflegen und nicht die Schwächen und Geheimnisse anderer auszunutzen, lernen die Kinder nicht mehr. Ausgerechnet das Camp, dessen Ziel es war, dies aufzuzeigen, zerbricht nach und nach an deren Besuchern.

     

    Nickolas Butler hinterlässt damit einen faden Beigeschmack. Nelson, Jonathan und Trevor sind ein Sinnbild von amerikanischen weißen Männern. Wettkampf und Auszeichnungen prägen deren Laufbahn und für die wahre Liebe sowie Beziehungen untereinander bleibt da kaum Spielraum. Mit dem Camp kratzen Wilbur wie auch Nelson zumindest an der Oberfläche. Aber die Zeiten ändern sich und die Kinder sind kaum mehr zu begeistern und die Väter sehen darin nur noch eine Flucht.

     

    Butler macht es einem nicht leicht, die Protagonisten zu mögen. Nach jeder vermeintlich guten Tat kommt ein Tiefschlag und man ist wirklich bemüht, Jonathan und sogar Nelson dies immer wieder zu verzeihen.

     

    Nach Shotgun Lovesongs lässt Butler uns erneut tief in die menschliche Seele blicken.

  18. Cover des Buches Dius (ISBN: 9783257073560)
    Stefan Hertmans

    Dius

    (73)
    Aktuelle Rezension von: sneaky_reader

    Eine besondere Freundschaft sowie die Auseinandersetzung mit Kunst sind die zentralen Motive des zeitgenössischen Romans „Dius“ von Stefan Hertmans.

    Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen dem Kunststudenten Dius und seinem Kunstprofessor Anton, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Im Verlauf des Romans erfahren wir Leserinnen zunehmend mehr über Dius Persönlichkeit und prägende Ereignisse in seinem Leben, ebenso wie über Anton selbst. Kunst spielt dabei eine zentrale Rolle: Über viele Seiten hinweg wird sie auf theoretischer Ebene ausführlich thematisiert.

    Da Diogenes zu meinen Lieblingsverlagen zählt und ich gerne zeitgenössische Literatur lese, bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Leider konnten diese nicht erfüllt werden. Ein großer Teil des Romans ist der Kunst gewidmet, was deutlich mehr ist, als ich erwartet hatte. Natürlich war mir bewusst, dass Kunst eine Rolle spielen würde, schließlich handelt es sich um einen Kunststudenten und einen Kunstprofessor. Dass jedoch schätzungsweise ein Drittel des Buches sich der Kunst widmet, hat mich überrascht. Für kunstbegeisterte Leser mag dies ein nettes Extra sein, mich persönlich haben diese langen Ausschweifungen jedoch eher gelangweilt.

    Erschwerend kam der Schreibstil hinzu. Hertmans verwendet häufig wenig gebräuchliche Begriffe, was das Leseverständnis beeinträchtigt. Zwar passt dieser Stil zur Figur des Professors, aus dessen Perspektive erzählt wird, dennoch macht er den Text stellenweise unnötig schwer zu verstehen.

    Ein weiterer, für mich wichtiger Kritikpunkt ist die Darstellung von Frauen im Roman. Weibliche Figuren treten nahezu ausschließlich als (potenzielle) Liebesinteressen der männlichen Protagonisten auf und werden darüber hinaus kaum vertreten. Zwar ließe sich argumentieren, dass dies der subjektiven Perspektive des Erzählers geschuldet ist, dennoch empfinde ich eine derartige Reduktion von Frauenfiguren im 21. Jahrhundert als problematisch und unangemessen.

    Trotz dieser Kritik möchte ich einen Aspekt besonders hervorheben, der mich überzeugen konnte: Die Darstellung der Freundschaft zwischen Dius und Anton. Beide Figuren wirken im Großen und Ganzen authentisch und gut ausgearbeitet. Besonders gelungen ist, wie ihre Beziehung geschildert wird. Die Freundschaft erscheint realistisch, da sie nicht nur von gemeinsamen Erlebnissen und Gesprächen über die Vergangenheit der jeweiligen Personen geprägt ist, sondern auch von Fehlern und unausgesprochenen Gedanken. Nicht alles wird sofort verziehen, manches wird für sich behalten. Gerade diese fehlende Perfektion verleiht der Beziehung Tiefe und Glaubwürdigkeit. Folgend wird das zentrale Motiv des Romans überzeugend umgesetzt.

    Insgesamt konnte mich „Dius“ dennoch nicht begeistern. Der starke Fokus auf Kunst, der anspruchsvolle Schreibstil sowie die problematische Darstellung von Frauen haben für mich das Leseerlebnis negativ beeinträchtigt. Die authentisch dargestellte Freundschaft zwischen den Hauptfiguren bleibt der einzige Aspekt, der mich wirklich überzeugen konnte. Für kunstinteressierte Leser mag der Roman durchaus interessant sein, aber für mich persönlich war es jedoch leider nicht das richtige Buch.

  19. Cover des Buches Hannes (ISBN: 9783423718905)
    Rita Falk

    Hannes

    (337)
    Aktuelle Rezension von: lakita

    Wer wie ich bisher ausschließlich die erfrischend humorigen Krimis von Frau Falk kennt, muss hier umdenken. Der Stoff ist bitterernst und so nahe dran geschrieben, dass man meint direkt am Krankenbett zu stehen. Die Autorin schildert detaillreich, wie es allen Beteiligten mental geht und man fühlt sich tief hineingesogen in den Wunsch, dass es endlich ein HappyEnd für Hannes geben soll, ja einfach geben muss. Gut gemachter Roman.

  20. Cover des Buches The Secret Book Club – Ein Liebesroman ist nicht genug (ISBN: 9783499008733)
    Lyssa Kay Adams

    The Secret Book Club – Ein Liebesroman ist nicht genug

    (154)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks


    Eigentlich wollte ich nur kurz reinlesen, um zu sehen, ob mir das Buch gefällt und es wurde zum Highlight🫶🏻
    Es ist Jahre her, seit ich Band 1 bis 3 gelesen habe und nach einem halben Kapitel war ich wieder komplett drin. Das ganze Setting, die Kollegen, dieser ganze Secret-Book-Club-Vibe… alles sofort wieder da. Auch wenn der Buchclub selbst nicht mehr ganz so im Fokus steht, fühlt sich das Buch einfach vertraut an.
    Und dann: Vlad🫠
    Der 1,90 m grosse Russe mit Reizdarm und trockenem Humor schon immer mein Favorit. Und jetzt endlich seine Geschichte. Ich habe ihn so gefeiert.
    Die Love Story zwischen Vlad und Elena ist Slow Burn auf einem ganz anderen Level. Normalerweise ist das nicht mal mein Lieblingstrope aber hier passt es einfach perfekt.
    Es gibt Rückblicke, Tiefe, Emotionen und zusätzlich noch Spannung durch Elenas Hintergrund im Journalismus. Und das Finale? Richtig gut aufgelöst.
    Für mich die beste Story der Reihe🫶🏻 Ich hab den 5 Teil auf dem SuB werde ihn diesmal zugiger lesen, den die Autorin schreibt grandios🫶🏻
    #romancebook

  21. Cover des Buches Zähne zeigen (ISBN: 9783462320527)
    Zadie Smith

    Zähne zeigen

    (70)
    Aktuelle Rezension von: BeaMilana
    „Zähne zeigen“ von Zadie Smith ist ein überbordender, überschwänglicher Generationenroman aus dem Jahre 2000 und das beeindruckendste Buch, das ich 2018 gelesen habe. Erzählt wird die Geschichte einer Einwanderung, die den Zeitraum vom 2. Weltkrieg bis 1992 umfasst. Der Hauptteil konzentriert sich auf die Leben dreier Familien im Schmelztiegel ethnischer Vielfalt im London der siebziger bis neunziger Jahre; sie entwickelt sich aus der Freundschaft der beiden Väter: Archiebald Jones (verheiratet mit Clara Bowden, einer Frau aus Jamaika) und Samad Iqbal, der mit seiner Frau Alsana (aus Bangladesh) Zwillinge hat. Ihre beiden Söhne, Magid und Millat, werden auf Wunsch des Vaters in der frühen Jugend voneinander getrennt. Die dritte Familie namens Chalfen, aus der gebildeten Mittelschicht englischer Herkunft, gesellt sich später dazu und bildet den Kontrast und den Sprengsatz für Weiterentwicklung und Konflikte.

    Die Themen reichen von Vergangenheitsbewältigung, Freundschaft, Tradition, Religion bis hin zum Fanatismus und Assimilationsproblemen der Muslime, Elternliebe, Ehestreit, Weltuntergang, Gentechnik, Werteverlusten und den daraus resultierenden Problemen, die sich in einem multikulturellen Drama zuspitzen. Große Themen für kleine Leute? Ja, warum nicht; sie werden getrieben von Fragen nach Identität, Selbstfindung und besonders der Heimatlosigkeit. Zadie Smith geht es im Wesentlichen um die Unmöglichkeit ein anderer Mensch zu sein, als der, der man ist.

    Ihre Schreibweise ist intelligent und äußerst kreativ, die Sprache salopp, der Ton heiter und die Figurenzeichnung und -entwicklung des reichlich vorhandenen Personals darf als sehr gelungen bezeichnet werden. Was ich am meisten mochte, ist die Lebendigkeit mit der die Autorin diesen Kosmos (so beschissen er eben sein kann) auf Buchseiten bannt. Ein 643-seitenstarker Roman, der dem Leser vergnügliche Stunden bereitet und auch aufgrund des spritzigen, teilweise lakonischen Humors auf keiner Seite durchhängt.

    Dieser Debütroman gewann zahlreiche Preise und machte die außergewöhnliche, damals fünfundzwanzigjährige Autorin zu Recht auf einen Schlag international berühmt.
  22. Cover des Buches Mauersegler (ISBN: 9783257243901)
    Christoph Poschenrieder

    Mauersegler

    (73)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Fünf ältere Herren, erfolgreich im bisherigen Leben, Freunde seit Schulzeiten, aneinandergebunden durch ein besonderes Ereignis – und ein Plan. Gemeinsam alt werden, um beim selbstbestimmten Sterben nicht allein zu sein. Ein ausgeklügeltes Computerprogramm soll darüber bestimmen wer für wen ...

    Eine Szenerie die uns alle – über kurz oder lang –, so oder ganz anders, bevorsteht, bevorstehen wird. Eine Szenerie, der man sich am liebsten so lange wie möglich entziehen möchte. Und dennoch. Es nützt ja nichts. Und auch ein Roman, selbst wenn er wie hier so elegant so leicht daherkommt, wird nur unwesentlich die damit verbundenen Ängste mildern können. Er bietet allerdings eine Möglichkeit, sich mit den ersten Schritten auf diesem Weg zumindest gedanklich vertraut zu machen. Kein einfaches Unterfangen für einen Autor, der möglichst viele Leser erreichen möchte.

    Hier allerdings kann man sich kaum dem mit leichter Ironie gestrickten Geschehen entziehen. Es ist der Wortwitz, es ist die stilistische Eleganz, in der letzte Fragen so verpackt werden, dass man vor den Antworten nicht erstarrt, sondern sie mit Leben füllt, mit viel Leben, auch mit einem Schuss Ironie – bis zum Schluss. 

    (18.2.2018)

  23. Cover des Buches Weil Samstag ist (ISBN: 9783641215026)
    Frank Goosen

    Weil Samstag ist

    (52)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

           "Ein Fußballspiel zu besuchen, an dem die eigene Mannschaft nicht teilnimmt, ist ein bisschen wie Ehebruch. Na gut, der Vergleich hinkt. Beim Ehebruch soll ja bisweilen eine Menge Leidenschaft mit im Spiel sein, was man beim fußballerischen Fremdgehen oft nicht behaupten kann."

    Frank Goosen, die kabarettistische Stimme des Ruhrpotts und der Mittvierziger, er hat immer wieder bewiesen, dass er auch ein hervorragender Schriftsteller ist, vor allem mit den Romanen Liegen lernen und So viel Zeit , die mir beide in ihrer Konzeption, vor allem aber in ihrer Authentizität, gut gefallen haben. Auch "Weil Samstag ist" hat mich positiv überrascht.

    Das beste Buch über Fußball wurde schon geschrieben: Fever Pitch von Nick Hornby, und es nicht Frank Goosens Schuld, dass wahrscheinlich nie ein Buch an dieses heranreichen wird, also sollte man auch aufhören alle Neuerscheinungen ins Sachen Fußballliteratur mit Hornbys Werk zu vergleichen (Memo an mich selbst!). Aber wenn es um Deutschland geht, dann hält man mit "Weil Samstag ist" wahrscheinlich das beste Buch in Sachen Fußball in der Hand, das besteingefangene Portrait dieses Sports, seiner Anhänger, seiner Emotionen und seiner Höhenflüge und seiner Abgründe - wobei es ja eigentlich wahre Abgründe für Fußballfans nicht gibt; das ist dann einfach das Leben insgesamt, das irgendwie schiefläuft ;=)

    Das Buch ist eingeteilt in 6 Kapitel. Zwei der Kapitel sind Blogs, also praktisch Tagebücher, der WM 2006 und der EM 2008. Die anderen 4 Kapitel enthalten dagegen Fußballgeschichten aus der Historie, Goosens Jugend (so vollzieht er sämtliche WMs und großen Turniere anhand seiner Biographie nach - nach dem Motto: Wo war ich als...), von eigenen Kindern und natürlich viel und hauptsächlich aus dem Stadion des Vfl Bochum. Jedoch: Wer Fussball mit Haut und Haaren, Bier und Schweiß erlebt hat, muss kein Anhänger dieses Vereins sein, um das Buch gerne und mit Lachen und Freude zu lesen.

    Denn allem voran, ist dieses Buch ein ehrliches Buch, schnörkellos und gekonnt, pointiert und doch stets greifbar. Goosen mag sich der humoresken Übertreibung bedienen, hier und da, aber zum Thema Fußball passt diese, manchmal schlichte, manchmal geniale, Stimmungsmache ganz gut. Und letztlich ist dies Buch, dieser Querschnitt durch den Fußball, etwas, dass mehr zum Nachempfinden ist, als zum kennenlernen. Unter diesem Gesichtspunkt: Fußballfans Deutschlands - vereinigt euch. Euer Manifest steht auf 160 Seiten!

  24. Cover des Buches Das Geheimnis von Sittaford (ISBN: 9783104021751)
    Agatha Christie

    Das Geheimnis von Sittaford

    (67)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    „Das Geheimnis von Sittaford“ ist kein ganz typischer Agatha-Christie-Krimi. Es ermitteln weder Miss Marple noch Hercule Poirot, ein übersinnliches Phänomen gibt Rätsel auf und eine scharfsinnige junge Frau will ihren Verlobten aus dem Gefängnis retten.

    Am Anfang steht wie so oft ein Mord: Captain Trevelyan, ein geiziger, alternder Junggeselle, wird tot aufgefunden. Die erbenden Verwandten scheinen allesamt ein Motiv zu haben – und fast alle zudem ein Alibi. Und dann ist da noch der merkwürdige Umstand, dass der Captain sein Herrenhaus im abgeschiedenen Sittaford während des Winters an eine Witwe und ihre Tochter vermietet und sich für kleines Geld in der nächstgelegenen Kleinstadt einquartiert hat.
    Inspektor Narracott versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Parallel ziehen Emily Trefusis, Verlobte des Hauptverdächtigen, und Charles Enderby, ein ambitionierter Journalist, Erkundigungen ein. Da die Anzahl von Dorfbewohnern und Familienmitgliedern nicht ganz klein ist, lässt sich dabei nur schwer miträtseln – ich hatte permanent den Eindruck, mindestens ein Drittel der Nebenfiguren nicht wirklich auf dem Schirm zu haben.

    Als solide Krimiunterhaltung geht „Das Geheimnis von Sittaford“ schon durch, aber ganz zufrieden war ich mit dem Leseerlebnis dennoch nicht. Freundschaftliche Beziehungen schildert Christie routiniert, aber ihre Liebespaare wirken meist etwas hölzern (was natürlich auch der Zeit geschuldet sein kann – dieser Krimi ist zum Beispiel von 1931). Oft treten sie erst zum Finale in Erscheinung, hier ist die verliebte Emily jedoch Hauptfigur. Doch so oft sie auch über ihren Verlobten spricht – was sie an ihm findet, bleibt ihr Geheimnis.
    Die Auflösung war mal wieder unvorhersehbar, aber in sich logisch. Die große Anzahl von Nebenschauplätzen und falschen Fährten war mir allerdings etwas viel und ich vermisste die üblichen Ermittler. „Das Geheimnis von Sittaford“ ist kein schlechter Krimi, aber von der Queen of Crime gibt es doch viele bessere.

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