Bücher mit dem Tag "mätresse"

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83 Bücher

  1. Cover des Buches Die Wanderhure (ISBN: 9783426629345)
    Iny Lorentz

    Die Wanderhure

     (3.737)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Konstanz, 1410: Die junge Bürgerstochter Marie bekommt einen Heiratsantrag von Graf Ruppert. Zunächst scheint das Glück perfekt, doch der hinterlistige Graf hat es aber nur auf das reiche Erbe der Kaufmannstochter abgesehen. doch da ist es schon zu spät und Marie und ihr Vater fallen einer Intrige zum Opfer. Marie muss in Schimpf und Schande die Stadt verlassen und ist in Zukunft auf sich alleine Gestellt. Um zu überleben bleibt ihr nur mehr die Möglichkeit, ihren Körper zu verkaufen. Doch Marie will sich nicht so einfach geschlagen geben und sinnt auf Rache. 

    Über den Schreibstil von Iny Lorentz braucht man eigentlich nicht diskutieren. Die Bücher des Autorenduos lassen sich leicht und flüssig lesen, ohne, wie das bei manchen anderen historischen Romanen passiert, zu ausschweifend und langatmig zu werden. Im Gegensatz zu den anderen Büchern von Iny Lorentz fand ich dieses allerdings sehr langweilig. Die Geschichte nahm für mich nicht wirklich Fahrt auf und das Potenzial von Maries Schicksal wurde meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft. Für meinen Geschmack waren Teile der Handlung zu konstruiert, andere zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Sorry, aber Marie ist keine Goddess. und kein Racheengel, dem irgendwie Superkräfte verliehen wurde. Abgesehen davon, dass unsere Protagonistin irgendwie gleichzeitig zu viel Pech und zu viel Glück hatte, wurde ich auch so nicht warm mit Marie. Sie wirkte auf mich kalt und in Teilen auch unauthentisch. Auch hatte sie - abgesehen von ihrem Schicksal natürlich - nichts spannendes an sich. Ein weiterer Punkt, den ich bemängeln muss, ist, dass die Geschichte nicht besonders Gut mit dem historischen Hintergrund verflochten ist. Bei den anderen Büchern von Iny Lorentz hat dies meiner Ansicht nach viel besser geklappt. Hier hatte man zwar mit dem Konzil von Konstanz und in weiterer Folge mit der Hinrichtung von Jan Hus eine gute Möglichkeit, allerdings wurde diese nicht genutzt und die Geschichte blieb in historischer Sicht sehr flach, und hätte eigentlich zu fast jedem beliebigen Zeitpunkt spielen können. 

    Um ehrlich zu sein hatte ich, nachdem ich schon einige andere Bücher von Iny Lorentz gelesen habe, mir mehr erwartet. ich verstehe den Hype, der um diese Reihe gemacht wird nicht ganz, da meiner Meinung nach andere Bücher des Autorenduos die Aufmerksamkeit viel mehr verdient hätten. Trotzdem kann ich das Buch an alle empfehlen, die gerne einen seichten und lockeren historischen Roman. Außerdem ist das Buch gut für den Einstieg in das Genre geeignet. 

  2. Cover des Buches Die Tochter des letzten Königs (ISBN: 9783442479887)
    Sabrina Qunaj

    Die Tochter des letzten Königs

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Klusi

    Der Name der Autorin war mir schon länger ein Begriff, denn gerade über dieses Buch habe ich schon sehr viel Gutes gehört und gelesen. Der Roman stand schon viel zu lange in meinem Regal, und so habe ich mich endlich von Sabrina Qunaj direkt ins 11. Jahrhundert nach Wales katapultieren lassen. Dort erlebt man sehr plastisch mit, wie Nesta verch Rhys bei einem Überfall durch die Normannen aus ihrer Heimat entführt wird. Da ihr Vater der Fürst von Deheubarth war, stellte Nesta eine wertvolle Geisel dar. In der Fremde wächst sie auf und kommt als junge Frau an den Englischen Hof. Dort erfährt sie Liebe und Freundschaft, aber sie wird auch immer wieder bitter enttäuscht. Bei allem was sie erlebt und was ihr widerfährt vergisst sie nicht, wo ihre Wurzeln liegen, und sie bleibt sich stets selbst treu.


    Nesta ist keine fiktive Protagonistin, sondern es hat sie wirklich gegeben. Bei historischen Romanen, die auf wirklichen Ereignissen basieren und in denen reale Personen vorkommen, ist es für die Autoren gar nicht so einfach, die rechte Balance zwischen der Realität und der schöpferischen Freiheit zu finden. Lücken müssen geschlossen werden, denn nicht über alles von damals gibt es zuverlässige Aufzeichnungen.


    Sabrina Qunaj ist es hervorragend gelungen, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie glaubwürdig agieren zu lassen. Der Roman hat siebenhundert Seiten, und seine Handlung umfasst einen Zeitraum von vierundzwanzig Jahren. Entsprechend lang ist die Liste der mitwirkenden Charaktere, von denen es die meisten wirklich gegeben hat. Auch wenn die Autorin kleine Änderungen an der Historie vorgenommen hat, um den Handlungsrahmen nicht zu sprengen und auch wenn wir heutzutage nicht mehr alles herausfinden können, was damals wirklich geschah, so habe ich nach dem Lesen dieses Romans doch ein klares Bild vor Augen, denn die Schilderungen der Autorin sind sehr lebendig und intensiv. Auf jeden Fall war Nesta eine starke Frau, der das Schicksal nichts geschenkt hat, die (sich) aber trotzdem niemals aufgegeben hat. Vorher hatte ich noch nie etwas über Nesta und ihr Schicksal gehört, aber ich bin froh, sie quasi über diesen Roman kennengelernt zu haben, denn ihre Rolle in der damaligen Geschichte war nicht unwesentlich. Mein Respekt gehört der Autorin für die umfassende und gründliche Recherche, die so einem Werk zugrunde liegt. Noch dazu ist dies nicht das Ende der Geschichte, sondern es gibt zwei Folgebände, die ebenso umfangreich und vermutlich ebenso großartig geschrieben sind wie dieser erste Band. 

  3. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783311220008)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.052)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Alle kennen die großen Partys des großen Gatsbys. Die Leute kommen von überall her und nehmen sogar uneingeladen an den berühmten Feiern teil, aber keiner kennt den Gastgeber Gataby wirklich. Deswegen ranken sich viele Gerüchte um ihn. Als Nick sein neuer Nachbar wird, lernt er ihn auf eine ganz andere Weise kennen und merkt, dass hinter dem bekannten Mann ein ganz anderer steckt.


    Dieses Buch ist einfach großartig. Allein wie es schon anfängt und man in diese lebendige und doch nachdenkliche Stimmung hineingezogen wird. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Nick, der Protagonist, die Geschichte erzählt. Dabei lernt man die Personen immer besser kennen und sieht die Schichten ihrer Persönlichkeit tiefer werden und die komplexen Beziehungen untereinander bringen einen zum Nachdenken. Die Geschichte wirkt ziemlich einfach und simpel und doch schwingen so viele Themen des Lebens mit, die der Autor tragisch und auch zynisch beschreibt.

    Ich für meinen Teil liebe dieses Buch und da es so schnell durchgelesen ist, kann man es immer wieder lesen und stößt dabei immer auf neue Details. Außerdem hat es einen einfachen und schönen Schreibstil, sodass man perfekt für ein paar Stunden in der Geschichte abtauchen kann.

  4. Cover des Buches Grave Mercy - Die Novizin des Todes (ISBN: 9783570401569)
    Robin LaFevers

    Grave Mercy - Die Novizin des Todes

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Wortwunsch

    Das Buch Grave Mercy geschrieben von Robin LaFevers und veröffentlicht vom cbjverlag hat mir sehr gut gefallen. Das Buch spielt im Mittelalter und Ismae hilft in einem Krieg nach den Verrätern zu suchen und weiß dabei nicht, wem sie trauen darf und wem nicht. Das Buch ist von Anfang an spannend. An manchen Stellen zieht es sich etwas, aber durch die spannende Handlung, kann man gut darüber hinweg sehen. Der Schreibstil ist an das Mittelalter angepasst, was die Geschichte sehr authentisch macht. Ich habe es nicht als schwierig oder anstrengend empfunden das zu lesen. Es gibt auch noch zwei andere Teile, welche aber von anderen Mädchen aus dem Kloster handeln.

  5. Cover des Buches Die Schwester der Königin (ISBN: 9783746633701)
    Philippa Gregory

    Die Schwester der Königin

     (241)
    Aktuelle Rezension von: BookishJulii
    Als absoluter geschichtlicher Fan von Anne Boleyn und ihrer Schwester und allen Film- und Serienadaptionen die es zu diesen historischen Figuren gibt, musste ich natürlich auch das Buch dazu lesen. Der Film zu diesem Roman hat mich schon auf ganzer Länge überzeugt und auch das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen.

    Die Geschichte ist sicher bekannt: Obwohl zuerst Anne Boleyn für den König Heinrich VIII auserwählt wurde, verliebt sich dieser in ihre Schwester Mary. Er nimmt sie als seine Mätresse mit zu sich in den Palast, wo sie streng nach Protokoll und den Anweisungen ihrer Familie dem König dienlich sein muss. Doch als sie schwanger wird und ihm eine Tochter gebärt, verliert er das Interesse an ihr. Danach tut Anne alles in ihrer Macht stehende, um den König um ihren Finger zu wickeln. 

    Die Geschichte ist voller Intrigen und Ränkespiele innerhalb des Palastes. Die Familie verschachert ihre beiden Töchter als Lustgespielinnen für den König, ganz egal wie viel sie dafür aufs Spiel setzen. Der König ist wie ein verzogener Bengel, Anne dagegen wie ein störrisches Kind, das solange bockt bis sie bekommt was sie will.
    Marys Geschichte ist herzergreifend und zeigt Wendungen und Schicksalsschläge, die mir im Film verborgen blieben.

    Ich habe dieses Buch verschlungen und fand es grandios. Es ließ mich nicht nur einmal mit absoluter Gänsehaut zurück. Ein Muss für alle, die englische Geschichte lieben.
  6. Cover des Buches Die Meisterbanditin (ISBN: 9783839223017)
    Silvia Stolzenburg

    Die Meisterbanditin

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Auch mit diesem Roman kann Silvia Stolzenburg überzeugen. Von der Autorin habe ich einige Bücher im Regal stehen und so war auch schnell klar, dass ich diesen Roman gerne lesen möchte. Das Cover zeigt eine historische Gauklertruppe, welches ansprechend gestaltet ist, da es aus dem Einheitsbrei der Historischen Cover heraussticht. Von der Zeit ist der Roman klar zuzuteilen, er spielt in der Barock-Zeit Ende des 18. Jahrhunderts in Württemberg. Bereits der Klappentext verrät, dass es um Spionage und Intrigen am Hofe geht. Zunächst steht zwar noch das Landleben im Vordergrund, doch im Laufe der Geschichte tritt dies in den Hintergrund. Was jedoch bleibt ist die Abhängigkeit der niederen Bevölkerung vom Adel. Die Machtverhältnisse sind klar verteilt. Marie die Hauptfigur gewinnt im Laufe des Romans immer mehr an Profil und mausert sich zu einer echten Sympathieträgerin. Ihr Gegenspieler ist La Boneille der Anführer der Gauklertruppe und einer der engsten Verbündeten der Geliebten des Herzogs. In dessen Dienst tritt Marie, um ihr Leben zu retten. Sie taucht ein, in eine ihr komplett fremde Welt und muss ihren Lebensunterhalt nun als Schauspielerin verdingen. Doch ihre wichtigste Aufgabe ist es von nun an für die Geliebte des Herzogs zu spionieren und das Komplott gegen sie aufzudecken.

    Die politischen Verstrickungen sind tief und komplex. Mit dem Fortschreiten des Romans bekommt man als Leser immer mehr ein Gefühl davon wer die Gegner von Wilhelmine, der Geliebten des Herzogs sind.

    Das Schicksal von Marie nimmt den Leser mit und hält ihn kontinuierlich bei der Stange. Der Roman ist gut konzipiert. Die vielen kurzen Kapiteln, mit den verschiedenen Schauplätzen und Szenewechseln sorgen für ein gutes Tempo. Die vielen Dialoge bereichern den Roman und halten ihn sehr lebendig. Insgesamt wird der Roman chronologisch erzählt, es finden keine Rückblenden oder ähnliches statt. Vor jedem Kapitel findet sich eine Zeit- und Ortsangabe, deshalb fällt die Einordung des Geschilderten immer sehr leicht.

    Mir hat der Roman insgesamt gut gefallen. Er hat mich unterhalten und mir eine ganz neue Facette des historischen Romans gezeigt, die mir bisher unbekannt war. Der Roman ist sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet, da sich genügend Identifikationsfiguren finden lassen, zudem ist das Thema weder Frauen- noch Männerlastig, sodass beide ihren Spaß an diesem Roman haben werden.

    Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe von Silvia Stolzenburg, die ich mit Sicherheit im Auge behalten werde. 

  7. Cover des Buches Der Palast der Borgia (ISBN: 9783458360988)
    Sarah Dunant

    Der Palast der Borgia

     (82)
    Aktuelle Rezension von: BlondAngel
    ~+~ Inhalt ~+~

    Rom, im August 1492. Schon am frühen Morgen ächzt die Stadt unter der Gluthitze des Sommers. Der Lärm in der engen Gasse lässt Lucrezia aus dem Schlaf fahren. Kann es wahr sein, was der Bote schreit? Ihr Vater, Rodrigo Borgia, der neue Papst? Die Nachricht stellt Lucrezias Leben und das ihrer drei Brüder auf den Kopf: Plötzlich sind sie die mächtigste Familie der Stadt, und das zwölfjährige Mädchen muss in Windeseile erwachsen werden. Denn ihr ehrgeiziger Vater weiß nur zu genau, dass die Hand seiner Tochter mehr wert ist als alle italienischen Ländereien zusammen, und dann ist da noch ihr Bruder Cesare, der seine schöne Schwester mehr liebt als erlaubt …
    Mit Meisterhand öffnet Sarah Dunant die kupferbeschlagenen Türen des Palastes der Borgia, schlägt die schweren Brokatvorhänge beiseite und zeichnet den Aufstieg einer Familie in einer schillernd-verhängnisvollen Welt, in der es nur um eines geht: der Leidenschaft zu frönen und die Macht zu bewahren.

    (Quelle: amazon.de)

    ~+~ Mein Urteil ~+~

    Die Geschichte der Borgia gehört nun mal zu Italien. Italien, ein Land, welches mich sehr interessiert.
    In diesem Buch geht es um die Borgia, um ihre Machenschaften, Intrigen und ihre Macht.
    Die Autorin versteht es, geschichtliche Fakten in ihrer Geschichte perfekt einfließen zu lassen.
    Durch die vielen Details, egal ob frei erfunden, wahr oder spielerich ausgeschmückt, wird das Buch zu einem Lesevergnügen.

  8. Cover des Buches Wie verführt man einen Lord? (ISBN: 9783899415391)
    Julia Quinn

    Wie verführt man einen Lord?

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Miss_Bla

    Julia Quinn schreibt in diesem Roman so gefühlvoll, romantisch und unterhaltsam wie immer. Es hat mich jedoch sehr verwirrt, dass dieses Buch lange Zeit wie eine Nacherzählung von "Aschenputtel" ist. Für mich passte das überhaupt nicht zu den vorangegangenen Werken von Julia Quinn und kam mir auch etwas zu einfallslos daher. Als wollte sie nun zwanghaft an ihre vorherigen Erfolge anknüpfen, jedoch ohne sich Gedanken um eine eigene Storyline machen zu müssen.

    Ihre Erzählweise ist jedoch, wie immer, sehr gelungen und grundsätzlich habe ich auch dieses Buch gerne gelesen. Wobei Benedict als Protagonist mir wenig in Erinnerung geblieben ist. Dieser Charakter wird ziemlich wenig ausgearbeitet und sticht durch keine merkenswerten Eigenschaften hervor. Er ist eben einer der hübschen Bridgerton Brüder...

  9. Cover des Buches Die Montez-Juwelen (ISBN: 9783839220566)
    Sabine Vöhringer

    Die Montez-Juwelen

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Sir_Gerry_63

    Wer von Euch kennt München oder wäre gerne mal in der bayrischen Hauptstadt? Wer diesen Krimi gelesen hat, kennt sich gut in Münchens Innenstadt aus. Denn dort ist der Schauplatz dieses ersten Krimis der Autorin Sabine Vöhringer. Mit Tom Perlinger, dem Hauptkommissar mit amerikanischen Wurzeln, hat sie eine sehr interessante und sympathische Ermittlerfigur geschaffen. Er kommt gerade aus Amerika zurück, wo er sich von einem Anschlag auf ihn in Düsseldorf vor einem Jahr erholt hat. Und noch bevor er seinen Dienst antritt, ist er mitten in einem Mordfall, in dem sein Halbbruder Max, der Wirt des Hackerhauses, involviert ist. Er hat alle Hände voll zu tun, um den Mordfall aufzuklären. Das wird ihm nicht nur durch seinen unsympathischen und neidischen Kollegen Mayrhofer erschwert, sondern auch vergessen geglaubte Gefühle zur Restaurantleiterin Christl erschweren die Ermittlungen.  In diesem Krimi kommen sehr viele unterschiedliche, aber sehr ausgeprägte Personen vor, dass man schon mal leicht den Überblick verlieren kann. Doch ein Personenregister gleich am Anfang hilft ungemein, die Personen und die damit verbundenen Handlungsstränge auseinander halten zu können.  Sabine Vöhringer hat hier mit Leichtigkeit in den Plot die bayrische Sprache, Gebräuche und Sehenswürdigkeiten eingebaut. Die Spannung in diesem verzwickten Krimi ist gleichbleibend hoch. Die historischen Bezüge zu Ludwig I und zu Lola Montez kommen auch nicht zu kurz und werden angenehm und kurzweilig durch den weiteren sehr interessanten Charakter Hubertus Lindner spielerisch vermittelt.

    Alles in allem ein gelungener Auftakt um Hauptkommissar Perlinger. Mit verdienten vier Sternen kann ich dieses Buch jedem Krimiliebhaber empfehlen.

  10. Cover des Buches Das Haus in der Löwengasse (ISBN: 9783499259012)
    Petra Schier

    Das Haus in der Löwengasse

     (127)
    Aktuelle Rezension von: unclethom
    Heute habe ich ein Buch aus dem Jahr 2012 beendet. Um es kurz zu machen, das Buch hat mich vollends überzeugt.
    Neben der Adelinareihe ist das bisher das Buch, das mir von Petra Schier am besten gefallen hat. Erneut gelang es der Autorin mich abzuholen und dies gleich auf den ersten Seiten. Der Spannungsbogen ist fein gezeichnet und beginnt eher sachte um sich dann immer weiter zu steigern.
    Das Buch besticht durch großartig ausgearbeitete und sehr plastisch beschriebene Figuren. Dank der schönen Schreibweise gelingt es der Autorin ihren Figuren Leben einzuhauchen, so sehr das man glauben könnte, es handle sich um reale Personen. Dazu die wie gewohnt schönen Dialoge und man erlebt mit wie sich eine Liebesgeschichte zur damaligen Zeit angefühlt haben muss.
    Der Hauptdarsteller, Julius ist ein sehr moderner Mann, eigentlich ganz anders wie so viele Männer im Verhältnis zu seinen weiblichen Angestellten. Nach außen hin eine raue Schale mit einem weichen Kern. Es ist jetzt nicht leicht Julius weiter zu charakterisieren ohne zu viel von der Story zu verraten, deshalb lasse ich es auch sein. Ich empfehle hier, das Buch selbst zu lesen, wenn ihr Wissen wollt welch ein feiner Mann Julius denn ist.
    Die Schauplätze sind ebenfalls sehr schön beschrieben und so kommt es einem vor als wäre man selbst schon dort gewesen.
    Der Roman ist eine wunderschöne Liebesgeschichte und daher eigentlich eher etwas für Frauen, so könnte man denken. Aber denkste, auch ich als Mann war von diesem Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
    Für mich sind das hier hochverdiente 5 Sterne, sowie eine Leseempfehlung!
  11. Cover des Buches Hamish Macbeth und das tote Flittchen (ISBN: 9783404177851)
    M. C. Beaton

    Hamish Macbeth und das tote Flittchen

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ich mag diese Reihe wirklich sehr gerne, und so hat mich auch dieser fünfte Band sehr gut unterhalten können. Ein humorvoller Wohlfühlkrimi, der zwar erst langsam in Fahrt kommt, aber dennoch kein bisschen langweilig ist. Zum Teil schräge Charaktere, ein wundervolles Setting und einen Polizisten, den man einfach gern haben muss.
    Ich bin gespannt auf den nächsten Fall für Hamish MacBeth!

  12. Cover des Buches Der Besuch des Leibarztes (ISBN: 9783596510740)
    Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Viv29

    "Der Besuch des Leibarztes" erzählt die wahre Geschichte des Johann Friedrich Struensee, der Ende des 18. Jahrhundert bemerkenswerte Reformen in Dänemark einführte, letztlich aber den Machtspielen am dänischen Königshof zum Opfer fiel. Als ich zum ersten Mal über diese tragischen Geschehnisse las, war ich geradezu erschrocken über die Zustände am Königshof, die Skrupellosigkeit einiger der Agierenden und die Ereignisse, die sich als Material für einen opulenten Roman geradezu anbieten. So war ich auf die Umsetzung dieses Romans natürlich sehr gespannt.

    Diese Ausgabe ist Teil der Fischer Taschenbibliothek, die ich aufgrund ihrer ansprechenden Gestaltung generell sehr erfreulich finde. Auch "Der Besuch des Leibarztes" ist gelungen - im ungewöhnlich kleinen Buchformat der Reihe, mit einem hochwertigen festen Einband und einem dezenten Titelbild. Haptisch angenehmes Papier und ein Lesebändchen vervollständigen die schöne Ausgabe.

    Der Schreibstil Per Olov Enquists ist gewöhnungsbedürftig, einige Aspekte fand ich nicht sehr angenehm. Er beginnt das Buch mit der Phase zehn Jahre nach Struensees Hinrichtung, beschreibt uns Personen und Geschehnisse lebendig, greift hierzu auch auch zeitgenössische Quellen zurück. Das geschieht im Buch häufig - inwiefern diese Quellen authentisch sind, läßt sich mangels Quellenangaben für mich nicht nachvollziehen, ich gehe aber davon aus, daß sie authentisch sind, und letztlich ist es ein Roman, kein Sachbuch. Sie komplementieren den Romantext sehr gut, wenn sie auch teilweise zu ausführlich wiedergegeben werden. Diese lebendige Schilderung am Buchanfang wird dann allerdings von recht langatmigen theoretischen Exkursen und Überlegungen abgelöst. Auch dies zieht sich durch das Buch. Einerseits sind wir durch farbige Erzählungen und gut dargestellte Charaktere ganz nah am Geschehen dabei, ich fühlte mich beim Lesen oft regelrecht in die Schauplätze hineinversetzt. Andererseits ergeht sich der Autor nur zu gerne in lange theoretische Passagen, die oft langweilig sind und das Geschehen zäh unterbrechen.

    Nach jenem ersten Teil geht der Autor in der Geschichte zurück und berichtet ab dann chronologisch von der Kindheit des dänischen Königs Christian bis zur Hinrichtung Struensees. Es gelingt hier sehr gut, Christian, der geisteskrank war und so zur Marionette der Machtgierigen am Hofe wurde, eindringlich und echt darzustellen. Wir erleben einen Jungen, später einen jungen Mann, der an der erbarmungslosen Erziehung bei Hofe unbeschreiblich leidet, der so gerne alles richtig machen möchte, aber das Rüstzeug dafür nicht hat und der trotz seiner Krankheit - die allen wohl bekannt ist - in die Rolle des von Gott gesandten absoluten Herrschers gesteckt wird. Sein Leid wird beeindruckend vermittelt und wirft ein klares Licht darauf, wie all diese Ereignisse möglich waren. Auch seine Frau Caroline Mathilde, eine englische Prinzessin, die Opfer der machtpolitischen Heiratsentscheidungen europäischer Königshäuser wird, wird von Enquist zum Leben erweckt. Ihre Ängste, ihre Einsamkeit und Sehnsüchte, stellen sich deutlich dar. Die seltsame Beziehung dieser beiden gezwungenen Eheleute ist ebenfalls sensibel dargestellt. Es ist meines Erachtens die größte Stärke dieses Buches, uns diese historischen Persönlichkeiten so menschlich nahezubringen. Struensee schließlich, der zum verhängsnisvollen Dritten in dieser unglücklichen Konstellation werden wird, gewinnt ebenfalls farbige Kontur, die - soweit ich das ermessen kann - mit der historischen Person gut übereinstimmt.

    Während also Charakterzeichnung und Atmosphäre stilistisch gelungen sind, stören nicht nur die oben erwähnten theoretischen Exkurse das Lesevergnügen. Auch die zahlreichen Wiederholungen haben mir gar nicht zugsagt. Sie sind als Stilelement beabsichtigt, das merkt man, aber sie sind kein erfreuliches Element, sind überflüssig, anstrengend. Auch die Faszination des Autors mit dem männlichen Unterleib nimmt manchmal überhand. Inwieweit es zur Geschichte beiträgt, wenn man bei manchen Szenen genauestens über jede Bewegung des männlichen Geschlechtsorgans informiert wird und die Notwendigkeit der ständigen Auslebung des Geschlechtstriebs des Königsvaters, des Fortpflanzungsaktes des Königs ausführlich und immer wieder besprochen und erwähnt wird, bleibt dahingestellt. Ich fand es so detailliert eher ermüdend und unnötig.

    So war ich beim Lesen hin- und hergerissen. Einige Szenen sind so tiefgehend berührend, daß ich ganz begeistert war. Viele Szenen sind so zäh und überflüssig, daß ich nur den Kopf schütteln konnte. Insgesamt ist der Schreibstil nicht unbedingt mein Fall. Allerdings ist die Geschichte um Struensee, Christian und Caroline so lebhaft geschildert, wird uns so nahegebracht, ist historisches Geschehen so farbig echt geworden, daß ich froh bin, das Buch gelesen zu haben.

  13. Cover des Buches Die Kameliendame (ISBN: 9783746625683)
    Alexandre (Sohn) Dumas

    Die Kameliendame

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Die Kameliendame war die Vorlage zu Verdis berühmten Oper La Traviata und wurde mehrfach verfilmt (unter anderem mit Greta Garbo in der Hauptrolle). Dem gleichnamigen Sohn von Alexandre Dumas («Die drei Musketiere», «Der Graf von Monte Christo» etc) gelang mit diesem stark autobiografisch gefärbten Roman sein Durchbruch. Inspiration für die  Kameliendame war Dumas unglückliche Liebe zu der Edelprostituierten Marie Duplessis, die wie die Titelheldin mit vierundzwanzig Jahren starb und deren Grab noch heute das meistgeschmückte Grab des Montmartre ist.

    Inhalt:

    Paris in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Kostspielige Mätressen gehören als Statussymbole zum guten Ton und ausschweifenden Lebenswandel der Neureichen. Eine der berühmtesten und begehrtesten unter ihnen, Marguerite Gautier, ist an der Schwindsucht gestorben und ihr Hab und Gut wird in ihrer luxuriösen Wohnung versteigert. Ein namenloser Ich-Erzähler erwibt dabei Prévosts «Manon Lescaut» mit einer Widmung von einem gewissen Armand Duval. Kurz darauf sucht dieser ihn sichtlich verstört auf und bittet um dieses Buch als Andenken an die Verstorbene. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern, worauf Armand die ganze Geschichte um seine Liebe zu der berühmten Edelprostituierten Marguerite Gautier erzählt.

    Der junge naive Armand Duval verfiel dem Reiz der schönen Marguerite Gautier sofort, als er sie das erste Mal sah. Nach einer ersten Zurückweisung findet Marguerite mehr und mehr Gefallen an ihrem Verehrer, und beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit Armand. Dieser will die Angebetete nicht mit anderen teilen, verfügt jedoch nicht über die nötigen Mittel, um für Marguerites kostspieligen Lebensunterhalt aufzukommen oder gar um ihre Schulden abzuzahlen. Die Kameliendame ist also weiterhin auf das Geld ihrer vermögenden Freier angewiesen. Die Lage spitzt sich weiter zu, als Armands Vater von der Affäre seines Sohnes Wind bekommt.

    Von der Hure zur Heiligen

    Die Kameliendame handelt von leidenschaftlicher Liebe, starren gesellschaftlichen Konventionen und einem heroischen Verzicht. Von Eifersucht, Rache, verpassten Chancen, Krankheit und Tod. Grosse Themen, die dem Roman trotz seiner phasenweise anstrengenden Erzählweise eine zeitlose Aktualität verleihen. Marguerite als Kämpferin gegen eine verlogene Gesellschaft, als selbstlose Liebende,  als moralische Siegerin gegen das Unrecht faszinierte mich trotz des unverhohlenen Pathos, den Dumas in den hochsentimentalen Schluss legt.

    Die Geschichte um die selbstlose Kurtisane hat mich allerdings erst etwa ab der Mitte des Buches richtig gepackt. Den Einstieg fand ich etwas zäh, vielleicht brauchte ich auch einfach eine Weile, um von Alex Capus wunderbar leichtem Schreibstil auf Dumas Art zu erzählen, umzustellen. Marguerite gewinnt mit zunehmender Seitenzahl an Tiefe, und ihr Charakter begann mich mehr und mehr zu interessieren. Armand dagegen hätte ich bis zum Schluss einfach nur schütteln können! Ein naives, eifersüchtiges, ja stellenweise sogar wirklich einfältiges Jüngelchen, das dieser starken Frau gar nicht würdig war. Während sich die Tragödie mehr und mehr zuspitzt und man als Leser sofort ahnt, woher der Wind weht, ist der gute Armand total begriffsstsutzig. Aber wäre er das nicht, gäbe es in der Kameliendame keinen derart melodramatischen Schluss, weniger Tränen, und keine derart herzzerreissende Abschiedsbriefe. Und wohl wäre dieser Roman dann nie so berühmt geworden. Also: Nachsicht mit dem armen Armand, er hat ja auch Schweres durchgemacht.

    Bibliografische Information:

    • Alexandre (Sohn) Dumas: Die Kameliendame
    • Michaela Meßner (Übersetzer)
    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. November 2008)

    Gelesen im März 2019

  14. Cover des Buches Elfendiener: Der Krieger & die Mätresse (ISBN: 9783946408086)
    Julia Fränkle

    Elfendiener: Der Krieger & die Mätresse

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Urmelchen
    Ich finde diese Fantasy-Geschichte sehr schön.
    Menschen, Elfen und weitere Fantasy-Wesen zusammen in einer Geschichte. Entführt in einer Welt voller Wald und Elfen. Toll!Ich will mehr und habe mir deshalb Band 2 bestellt!
    Empfehlenswert!
  15. Cover des Buches Die Teufelshure (ISBN: 9783746627267)
    Martina André

    Die Teufelshure

     (104)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf
    Der erste Teil, der in 17. Jahrhundert spielt, zieht sch streckenweise wie Kaugummi. Mehrfach habe ich überlegt, das Buch aus der Hand zu legen. Der Teil im 21. Jahrhundert gefällt mir schon deutlich besser, weil die Handlung auch endlich anzieht. Das Motiv - dass es ausgerechnet in den schottischen Highlands - eine Gruppe von Unsterblichen gibt, die nur durch das Abschlagen des Kopfes zu töten sind, erinnert viel zu stark an Highlander. Wie oft die Autorin beschreibt, wie Unsterbliche zu töten sind, ist unglaublich. Schade, hätte mehr raus werden können.
  16. Cover des Buches Unsterblich wie ein Kuss (ISBN: 9783442472093)
    Mina Hepsen

    Unsterblich wie ein Kuss

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Miii
    Die blinde Violet hat nur ein Ziel. Den Vampir zu finden, der ihren Vater ermordete. Auf der Suche trifft sie eines Tages auf den verführerischen Patrick, bei dem es sich um einen Vampir handelt. Ihm widerstehen kann sie trotzdem nicht. Die Frage ist nur, ob sie wirklich sichergehen kann, dass er nichts mit dem Tod ihres Vaters zu tun.

    Von Anfang an wird klar: Im Gegensatz zum ersten Teil ist die Spannung hier deutlich mehr vertreten. Im Geschehen gibt es immer wieder ein Auf und Ab was keineswegs übertrieben sondern eher sehr realistisch wirkt.

    Auch wenn die Hauptperson Violet ist, wird der Heldin des letzten Romans, Angelina, immernoch viel Raum zugestanden.

    Was die Romanze zwischen ihr und Patrick angeht... Nun ich bin mir nicht sicher ob man es als Romanze bezeichnen kann. Körperliche Anziehung trifft es wohl eher. Mich hat es jetzt persönlich nicht gestört. Nur dass sein bester Freund natürlich der ominöse Ismael ist, fand ich einen etwas ZU großen Zufall. Aber darüber kann man hinwegsehen.

    Genau wie im ersten Teil aber wird der Schreibstil sehr einfach und oberflächlich gehalten. Wer eine tiefgründige Geschichte sucht, ist hier definitiv falsch. Ich hab es aber als sehr angenehm empfanden, mal nicht in zig hintere Gedanken gezerrt zu werden und einfach von außen betrachtet den Inhalt mitbekommen zu haben. Die Sprache lässt sich trotzdem flüssig und leicht lesen.

    Ein schönes Buch.
  17. Cover des Buches Das außergewöhnliche Leben der Eliza Rose (ISBN: 9783833350337)
    Mary Hooper

    Das außergewöhnliche Leben der Eliza Rose

     (121)
    Aktuelle Rezension von: page394
    Nach Die Schwester der Zuckermacherin und Aschenblüten, beides wirklich gute Bücher, musste ich natürlich auch Das außergewöhnliche Leben der Eliza Rose lesen. Das Buch wird als dritter Teil der Reihe angepriesen, Hannah kommt aber nicht mehr darin vor (wird aber trotzdem auf sehr schöne Art indirekt eingebaut, lasst euch überraschen). Dafür Nell Gwyn, die jedem, der die ersten beiden Bücher gelesen hat, sicher bekannt ist.
    Die neue Protagonistin ist die erst 15-jährige Eliza, die aus ihrem Zuhause hinausgeworfen wird und sich nun in London durchschlägt, wo sie ihren Vater finden will, aber ersteinmal im Gefängnis landet. Schließlich trifft sie Nell, erlebt so einiges in der Theaterwelt und lüftet auch das Geheimnis um ihre Herkunft.
    Ich war erst traurig, dass die "alten" Charaktere nicht mehr vorkommen, aber Eliza fand ich so toll, dass Hannah schnell vergessen war. Wiedermal bekommt der Leser viele Einblicke in das Leben im 17. Jahrhundert und merkt gar nicht, dass er beim Lesen quasi Geschichtsunterricht hat. Diese beziehen sich diesmal vor allem auf das Leben der besser Situierten, was ich aber nicht weniger interessant fand. Nach den sehr bedrückenden Themen der ersten Teile (Pest und Feuer) war es sogar sehr erfrischend.
    Egal, ob ihr die Vorgängerbücher schon gelesen habt oder nicht, dieses hier lohnt sich auf jeden Fall!
  18. Cover des Buches Die Sonne des Königs (ISBN: 9783596183012)
    Sandra Gulland

    Die Sonne des Königs

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Aoibheann
    Das Buch subt schon einige Zeit in meinem Regal herum. Urlaub - eine gute Gelegenheit, auch mal ein paar alte Schinken aus dem Regal zu fischen, den Staub wegzupusten und dem Buch eine Chance zu geben.

    Vorweg möchte ich gleich sagen, dass ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe. Ich habe mich ziemlich geärgert und mich entschlossen, das Buch nach einem Drittel abzubrechen.
    Laut Klappentext befasst sich das Buch mit der Geschichte der jungen Louise de la Valliére, ihrerseits die erste Mätresse König Ludwig XIV. Also eine Art Biografie in Romanform. Dafür bin ich grundsätzlich zu haben und es gibt wirkliche Schätze in diesem Genre. Dieses Buch gehört - zumindest für mich - nicht dazu.

    Besagte Louise ist ein Ausbund ein positiven Tugenden. Freundlich, herzlich, fromm, uneigennützig und dazu ein absolut begnadete Reiterin. Eine 6 jährige, die mal eben ein junges Pferd einreitet und diesem innerhalb von drei Wochen die Lektionen der Hohen Schule beibringt. Da bekommt nicht nur der Abé im Buch Zweifel, da klingeln bei mir auch alle "Logikglöckchen", da krempeln sich jedem Bereiter in der berühmten Hofreitschule in Wien wahrscheinlich die Fußnägel um.
    Louise selbst wird nur als "Petit" bezeichnet. Warum oder woher diese Kosename kommt wird leider nicht beleuchtet. Alle anderen Personen der Geschichte kommen weit weniger gut weg als die Protagonistin. Diese sind abwechselnd töricht bis dumm, eitel, naiv und farblos.

    Bis zu dem Punkt, an dem ich das Buch abgebrochen habe, ist schlicht und ergreifend nichts passiert, das auch nur annähernd spannend wäre.
    Es dreht sich enorm viel um Louise und ihre Liebe zu Pferden. Und das ist auch noch so grauselig beschrieben, dass es mir schlicht die Lust nimmt noch weiter zulesen.
  19. Cover des Buches Die Königsdame (ISBN: 9783596171637)
    Sabine Weigand

    Die Königsdame

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Filzblume
    Dies war mein erstes Buch der Autorin. Es führt den Leser an August des Starken Hof zu Dresden. Wer die Region kennt, Dresden, Zwinger, Grüne Gewölbe, Pillnitz und Moritzburg, Königstein und weitere Sehenswürdigkeiten der Elbflorenz, dem kommt dieses Buch noch eine Spur authentischer dar. Der König von Sachsen und Polen war ein Mann mit vielen Facetten und Vorlieben, besonders der Frauen. Die osmanische Mätresse gab es wirklich. Es geht hier nicht nur um ihre Geschichte, auch August der Starke wird von der Autorin recht gut dargestellt, nimmt was der Titel nicht verrät einen hohen Stellenwert ein. Er war ein Kenner des Schönen, des Üppigen, eben des Barocks. Als Feldherr nicht besonders erfolgreich, politisch wenig interessiert, ihm lag das Höfische, er war eben ein Kind seiner Zeit, wie auch Louis der XlV. , der im Europa zur damaligen Zeit als Vorbild galt. Die Maßlosigkeit dieser Zeit zu beschreiben gelang der Autorin recht gut. Auch der Alchemist Böttger hatte seinen Auftritt. Und wie sein Schicksal endete, auch das der Gräfin Cosel ist ja bekannt. Die meisten Figuren hatten Format und auch Tiefgang. Der französische Gesandte zu Dresden, Alphonse Louis Baptiste de Villeroy hat mir als fiktive Person sehr gut gefallen. Der spitzfindige Flemming, der zu den engsten Beratern des Königs gehörte, wurde von der Autorin recht authentisch dargestellt. Fatmah hingegen fand ich zu perfekt, sicher, es ist nicht so viel überliefert, doch ich kann mir nicht vorstellen, das sie weniger auf ihren Vorteil bedacht war, als die anderen Mätressen Augusts. Die Cosel (Anna Constantia Hoym) über die es schon sehr viele Geschichten gibt, war meiner Meinung nach zu negativ. Da dies aber ein Roman, und kein Nachschlagewerk in puncto Geschichte ist, geht das für mich in Ordnung. Auch gelang es der Autorin mit den Briefen, Depeschen oder Memoiren des französischen Gesandten den Leser in die Zeit zu versetzen. Der Roman hatte wenige Längen. Gefallen hat mir der Bezug zu Karl von Schweden, sein Ende, war, wie in den Geschichtsbüchern mit dem Roman gut verwoben. Ein leichter Roman ohne Gewalt und mit viel Prunk und höfischen Treiben.
  20. Cover des Buches Das Erbe der Königin (ISBN: 9783732567027)
    Philippa Gregory

    Das Erbe der Königin

     (78)
    Aktuelle Rezension von: LiveReadLove

    Inhalt

    Mittlerweile weiß jeder, dass die Frauen Heinrichs VIII. gefährlich leben. Wenn er einmal seinen Blick auf eine andere gerichtet hat, schwebt seine aktuelle Königin in Lebensgefahr.
    Die deutsche Anna von Kleve kommt als vierte Gemahlin des Königs nach England. Die schüchterne junge Frau verliebt sich in das Land, in das sie einheiratet und ist vom höfischen Leben fasziniert. Allerdings bemerkt sie recht schnell, dass fast alles nur Fassade ist, denn nach Katharina von Aragon und den Boleyn-Schwestern versucht neben Anna selbst, nun auch die junge und bildhübsche Hofdame Katherine Howard, sich bei Heinrich beliebt zu machen. Und so ist keine der jungen Frauen wirklich sicher, was ihre Zukunft bringen wird…

    Nachdem ich „The Spanish Princess“ gesehen habe und das dazugehörige Buch „Die ewige Prinzessin“ gelesen habe, wollte ich die Welt der Tudors noch nicht verlassen. Aus diesem Grund habe ich nach „Das Erbe der Königin“ gegriffen und es nicht bereut. Das Buch beleuchtet nicht nur die kurze Ehe zwischen Anna von Kleve und Heinrich VIII. sondern auch die Ehe mit Katherine Howard. Von beiden Ehefrauen wusste ich nicht sehr viel und war deshalb umso gespannter, wie Philippa Gregory die Geschichte dieser beiden Frauen geschrieben hat.

    Das Buch ist aus der Sicht von Anna von Kleve, Katherine Howard und Jane Boleyn (Lady Rochford) geschrieben. Man lernt die junge Anna noch in Kleve kennen, wie sie für das Portrait Modell stehen muss, welches Heinrich VIII. gezeigt werden soll. Über ihre Kindheit ist kaum etwas bekannt und doch schafft es Philippa Gregory mir näher zu bringen, wie sie hätte aufwachsen können. Der Vater starb an einer Krankheit und ihr Bruder war unglaublich herrschsüchtig und ihr gegenüber recht gleichgültig. Trotzdem hat sie sich zu einer sehr mutigen jungen Frau entwickelt, denn sie besteht am englischen Königshof. Allerdings geht bereits die erste Begegnung zwischen dem König und Anna gehörig schief und somit ist der Weg, den sie dann in Zukunft gehen würde, bereits vorgezeichnet. Eine Beziehung zum König aufzubauen ist Anna so gut wie unmöglich. Er behandelt sie schlecht, beleidigt sie und kümmert sich überhaupt nicht darum, dass es eine Krönung geben soll. Anna lernt jedoch eifrig die englische Sprache und bemüht sich eine gute Königin und Ehefrau zu sein. Doch gegen Heinrich VIII. hat sie kaum eine Chance.

    Vor allem dann nicht mehr, als Katherine Howard als ihre Hofdame den englischen Hof zu verzaubern beginnt. Das Mädchen ist gerade 14 Jahre alt als sie in die Löwengrube geworfen wird, um die Howards wieder zu mehr Macht zu verhelfen. Ihr Onkel, der einflussreiche Herzog Norfolk hat große und ehrgeizige Pläne mit Katherine, kaum dass der König ein Auge auf zu geworfen hat. Sie soll sein Herz gewinnen, ihn verliebt machen und damit Anna von Kleves Untergang herbeiführen. Gleichzeitig soll natürlich der Stern der Howards wieder aufgehen, der durch die Exekution von Anne Boleyn sehr stark ins Wanken kam. Katherine hat Spaß am königlichen Hof, sie liebt es zu flirten und von jungen Männern angeschaut und bewundert zu werden. Sie ist sich ihrer Schönheit durchaus bewusst und es gibt nur einen Menschen, dem sie wirklich gefallen will: sich selbst. Ihr wird erst spät klar, was für Folgen ihr Betragen haben kann und so steuert auch sie unweigerlich in eine Falle hinein, die ihr Leben bedrohen kann.

    Ganz anders erscheint es Jane Boleyn zu gehen. Sie ist, nach der Hinrichtung ihres Mannes George Boleyn und ihrer Schwägerin Anne Boleyn in Ungnade gefallen. Doch der Herzog von Norfolk holt sie als Hofdame zurück, um Anna von Kleve zu dienen und ihm Bericht zu erstatten. Norfolk möchte alle Fäden in der Hand halten und hat deshalb eine treue Dienerin genau dort platziert, wo sie ihm am meisten helfen kann. Jane, die unbedingt wieder eine Aufgabe von Bedeutung haben möchte, tritt die Stelle bereitwillig an und tut genau das, was der Herzog ihr aufträgt. Sie beobachtet, manipuliert zu seinen Gunsten und hilft dabei Anna zu stürzen und Katherine Heinrich VIII. zuzuführen. Ohne schlechtes Gewissen macht sie eine Aussage, die Anna von Kleve in ernste Schwierigkeiten bringen könnte und als sich die Schlinge um Annas Hals immer weiter zuzieht besinnt sich der König und beschließt lediglich eine Scheidung von der deutschen Königin. Er bezahlt ihr eine Abfindung, sie bekommt Häuser, Land und Dienerschaft und dennoch weiß Anna, dass sie niemals sicher sein wird. Jane jedoch fühlt sich sehr sicher in ihrer Rolle, denn schließlich beschützt der Herzog von Norfolk sie. Immerhin erfüllt sie all seine Aufgaben mit Bravour. Denn sie hat Katherine nun erfolgreich auf den Thron gebracht und tut nun ihr Bestes, um diesen Thron zu sichern, auch wenn dies nur mit sehr unkonventionellen Mitteln möglich zu sein scheint. Lady Rochford sieht zwischen all diesen Intrigen und Verstrickungen jedoch nicht, dass auch sie ins Kreuzfeuer geraten könnte, sollte sich das Blatt erneut wenden.

    Philippa Gregory weiß einfach wie man historische Romane schreibt. Obwohl mir die geschichtlichen Ereignisse bereits bekannt waren, habe ich von der ersten Seite an mitgefiebert. Ich wusste, was mit Anna geschehen würde und mir war auch klar, welches Schicksal Katherine und Jane ereilen würde, dennoch konnte ich vor Spannung das Buch kaum zur Seite legen. Die drei Frauen, so unterschiedlich sie nur sein konnten, haben mich, auf ihre jeweilige Weise, fasziniert. Die eine, wollte nur ihrem Bruder entkommen und hat sich unverhofft in ein Land verliebt, das ihren Tod bedeuten könnte. Die andere liebt nur sich selbst, Geld und Liebeleien, ohne auch nur eine Sekunde über die Konsequenzen nachzudenken, schließlich ist sie erst 14 Jahre alt und hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Und schließlich die letzte der drei, die nur auf ihren Machterhalt und ihren Vorteil bedacht ist. Keine von ihnen bekommt das, was sie verdient haben und doch sind sie der Willkür des Königs ausgeliefert gewesen. Philippa Gregory hat diese tragische Geschichte großartig zu Papier gebracht. Man spürt, dass sie die geschichtlichen Ereignisse perfekt mit ihrer eigenen Fantasie und Vorstellung verwebt und aus diesen historischen Fakten einen genialen Roman macht.

    Fazit

    Für eingefleischte Tudor-Fans ist diese Geschichte absolut zu empfehlen! Ich liebe es, wie Philippa Gregory die historischen Fakten in einen Roman verpackt und glaubhaft darstellen kann, was geschehen ist und möglicherweise geschehen ist. Die Charaktere, die zu Wort kommen, wirken unglaublich authentisch und man fiebert jede Seite des Buches mit und das, obwohl den meisten wohl der Ausgang der Geschichte klar sein wird. Als Einstieg in die Welt der Tudors ist das Buch vielleicht nicht ganz geeignet, da es eben die 4. und 5. Ehe von König Heinrich VIII. beleuchtet aber nach der Lektüre von „Die ewige Prinzessin“ und „Die Schwester der Königin“ kann ich es aufjedenfall empfehlen!

  21. Cover des Buches Scharlatan (ISBN: 9783455403770)
    Claudia Weiss

    Scharlatan

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    1706. Der Hamburger Advokat Hinrich Wrangel wird von seinem alten Freund und Mentor Thomasius um Mithilfe zur Befreiung des in Dresden zu Unrecht verhafteten russischen Sondergesandten Johann Patkul gebeten. Trotz Bedenken seiner Frau Ruth entschließt sich Hinrich, an dem geheimen Treffen in Königsberg teilzunehmen. Einige der fähigsten Juristen des Landes planen eine Verteidigungsschrift zur Freilassung Patkuls zu erstellen, da sie in dessen Verhaftung eine Verletzung des Völkerrechts sehen. Auf dem Weg zur Beschaffung von entlastenden Dokumenten wird Wrangels Kutsche überfallen, seine Begleiter werden getötet. Wrangel selbst ist spurlos verschwunden und wird für tot gehalten. Tatsächlich wird er schwer verletzt verschleppt und landet als Sklavenarbeiter in den Sümpfen von St. Petersburg …

    Als Ruth Wochen später vom Überfall und seinen Folgen erfährt, glaubt sie nicht an Hinrichs Tod. Sie fühlt, dass er noch lebt und will ihn aufspüren. So macht sie sich, begleitet von ihrem alten Diener Jurek, auf die Suche nach ihrem verschollenen Mann. Die Reise führt sie über Dresden und Danzig nach Königsberg und erweist sich als weitaus beschwerlicher und gefahrvoller, als zunächst angenommen. Das Land ist vom „Großen Nordischen Krieg“ gezeichnet, marodierende Schwedische Truppen ziehen umher …

    „Scharlatan“ ist bereits der zweite historische Roman von Claudia Weiss, der promovierten Historikerin mit Schwerpunkt Osteuropa. Ein geschichtlich belegter Fall ist Grundlage dieses spannenden Buches. So begegnen wir vielen historischen Personen, wie Johann Reinhard von Patkul, König August von Sachsen und Polen, Zar Peter I von Russland, König Karl XII von Schweden, Domenico Trezzini, der Baumeister des Zaren, und einigen mehr. Gekonnt mischt die Autorin die tatsächlichen Geschehnisse mit fiktiven Personen und haucht diesen Leben ein. Besonders herausgearbeitet und gut gelungen sind natürlich unsere Protagonisten Hinrich und Ruth, die man sich glaubwürdig in der Zeit vor ca. 300 Jahren vorstellen kann.

    Herausgekommen ist ein interessanter und sehr authentischer Roman. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was die Spannung durchgehend auf hohem Niveau hält. Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und schön komponiert. Mit Ruth erlebt man die Beschwerden damaliger Reisen, fühlt die Gefahren und sieht die Landschaften und Menschen plastisch vor sich. Mit Hinrich ist man dabei, wie das später so schöne St. Petersburg von Sklaven mühsam aus den Sümpfen der Newa heraus gestampft wird. Schön ist eine Begegnung mit der Schamanin Marusja, die der Geschichte noch etwas Mystik hinzufügt.

    Fazit: Ein Buch, das sich durch seine hervorragende historische Recherche auszeichnet – ein Gewinn für den geschichtlich interessierten Leser.

  22. Cover des Buches Immortal - In den Armen der Dunkelheit (ISBN: 9783426506639)
    Jennifer Ashley

    Immortal - In den Armen der Dunkelheit

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Pergamentfalter
    Jennifer Ashley: Wolfsjagd
    Auf knapp 120 Seiten entspinnt sich die Geschichte zwischen dem Werwolf Logan und der Dämonin Nadia, die eigentlich Feinde sein müssten und zwischen denen es doch eine nahezu magische Anziehungskraft gibt. Nachdem Nadia von Mitgliedern aus Logans altem Rudel entführt und gejagt wurde, stellt Logan sie unter seinen persönlichen Schutz. Dass dabei nicht alle von vornherein mit offenen Karten spielen, wird erst nach und nach deutlich und hebt die Spannung. Als Logan sich entschließt, den Kampf mit seinem ehemaligen Alpha anzunehmen, kommt es zu einem unerwarteten Finale...
    Leider erschien mir Logan recht oft zu Trieb-gesteuert. Fast pausenlos denkt er an Sex oder wie es einfach nur wäre, Nadias nackten Körper zu spüren, was selbst in der Kürze der Geschichte recht schnell nervig wurde. Glücklicherweise besaß die Geschichte dann doch noch ein paar Funken richtig Erotik und blieb nicht so plump, wie ich aufgrund von Logans Gedanken zuerst erwartet hatte.

    Joy Nash: Blutschuld
    Die Geschichte um Leanna und Jackson spielt auf den nächsten 130 Seiten und ist mit den unterschiedlichsten authentischen Gefühlen gespickt. Hass, Angst, Scham, Wut, Abneigung, Schmerz, aber auch Liebe, Zuneigung und Hoffnung füllen diese Geschichte mit Leben. Die knisternde Erotik zwischen Leanna und Jackson, der auch die vergangenen einhundert Jahre und Jacksons Wut nichts anhaben konnten, ist deutlich spürbar. Die Charaktere sind sauber ausgearbeitet und besitzen klare Persönlichkeiten, die in dieser Geschichte deutlich hervortreten.
    Ein wenig verwirrt war ich anfangs über die Namensgebung in Bezug auf Jackson, der mit vollem Namen Arthur Jackson Cabot heißt. Sowohl auf dem Buchrücken als auch zu Beginn der Geschichte wird er als Arthur benannt, ist dann jedoch im Großteil der Geschichte Jackson. Es wäre logisch gewesen, sich von vornherein auf einen "Rufnamen" zu spezialisieren.

    Robin T. Popp: Hinter dem Nebel
    Auf den letzten etwa 130 Seiten geht es um Dave und Jenna, die man zunächst als vollkommen ungleiches Paar einschätzt.
    Der Beginn der Geschichte ist reichlich verwirrend. Man wird mit einer Vielzahl von Namen und persönlichen Verbindungen der einzelnen Personen zueinander konfrontiert, die man sich erst einmal gar nicht alle merken kann und von denen einige kaum eine Bedeutung für den Fortgang der Geschichte haben.
    Glücklicherweise ist der Rest der Geschichte jedoch in einem leicht zu lesenden Stil geschrieben, der viel Aufmerksamkeit auf die Gefühle der beiden Protagonisten legt. Das eine oder andere Mal wirkte die Erotik hier ein wenig aufgesetzt, was den Lesefluss jedoch nicht allzu sehr störte.
    Im Gegensatz zu den anderen beiden Geschichten wartet man hier vergebens auf einen Epilog oder ähnliches, der die Geschichte langsam ausklingen lässt. "Hinter dem Nebel" schließt zwar inhaltlich problemlos ab, besitzt jedoch ein recht abruptes Ende im Vergleich zu den anderen beiden Geschichten.

    FAZIT
    "In den Armen der Dunkelheit" vereint drei Geschichten voller Spannung und Erotik. Tiefgreifende Geschichten erwartet man hier vergebens, aber sie können einem gut und gern den Nachmittag oder Abend versüßen und bieten kurze Lesevergnügen.
  23. Cover des Buches Die Vertraute des Königs (ISBN: 9783453545335)
    Emma Campion

    Die Vertraute des Königs

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Rissa

    Inhalt
    London, 1355: Die Kaufmannstochter Alice Salisbury ist noch ein junges Mädchen, als sie mit dem wesentlich älteren Janyn Perrers, einem Händler mit lombardischen Wurzeln, verheiratet wird. Obwohl diese Ehe arrangiert ist, ist Alice mit ihrem Ehemann sehr glücklich. Doch mit dem sich verschlechternden Gesundheitszustand Isabellas, der Mutter König Edwards III., steigt auch die Gefahr, denn Janyns Familie hütet ein großes Geheimnis, dessen Inhalt Alice unbekannt ist. Um seine junge Frau zu schützen, schickt Janyn sie an den Hof Königin Philippas. Doch Alice möchte nicht von ihrer Familie getrennt sein, geht sie doch ganz in ihrer Rolle als Mutter und Geschäftsfrau auf. Und dann schenkt der König der jungen Frau mehr Beachtung, als er eigentlich sollte…

    Meine Meinung
    Über die historische Alice Perrers ist wenig bekannt, weder wie alt sie war, als sie in den Dienst des Königshauses getreten ist, noch ob Perrers ihr Mädchenname war oder sie bereits verheiratet war oder welchem Stand sie entstammt. Hier gibt es die unterschiedlichsten Vermutungen. Die Geschichtsschreibung stellt die junge Frau nicht besonders positiv dar, häufig wird sie als machthungrige Person ohne Anstand beschrieben. Mit diesem Roman versucht Emma Campion, sie zu rehabilitieren, indem sie davon ausgeht, dass eine junge Frau im 14. Jahrhundert kaum selbst über ihr Leben entscheiden kann, dass Alice‘ Lebensweg erst von den Eltern, dann von dem Ehemann und später von König und Königin bestimmt wird.
    Das hat zur Folge, dass Alice sehr passiv dargestellt wird. Sie kann nicht anders, als alles mit sich geschehen zu lassen, was sie als Ich-Erzählerin gelegentlich noch einmal betont. Dies wird mitunter ziemlich anstrengend, sieht man doch, wie sie immer tiefer in den Strudel hineingerät und nicht in der Lage ist, sich herauszumanövrieren.
    Die Gründe, aus denen Emma an den Hof der Königin geschickt wird, erscheinen mir etwas weit hergeholt, wenn auch nicht völlig absurd. Dabei weiß Alice die ganze Zeit, dass es ein Geheimnis gibt, das die Mutter des Königs betrifft, es wird immer wieder davon geredet, doch aufgelöst wird es erst recht spät. Dabei nimmt es über einen nicht geringen Teil des Romans eine wichtige Rolle ein, was mich irgendwann sehr gestört hat. Als dies endlich geklärt war, war der Roman wesentlich weniger anstrengend zu lesen, doch geht es ab diesem Zeitpunkt wirklich hauptsächlich um Alice und ihren Stand am Hof. Politische Ereignisse werden nur erwähnt, wenn sie die junge Frau selbst betreffen, und werden nicht selten nur oberflächlich gestreift. Vorwissen über diese Zeit, über Edwards Mutter Isabella, über Edward und seine Kriege, würde ich auf jeden Fall empfehlen, auch wenn es für die Handlung um Alice selbst nur am Rande wichtig ist.
    Obwohl Alice hier selbst als Ich-Erzählerin agiert, hatte ich Schwierigkeiten damit, mir ein Bild von ihr zu machen. Sie stellt sich selbst zu sehr als armes, missverstandenes Mädchen hin, als die perfekte Frau, die immer gehorcht, als dass sie völlig glaubwürdig herüberkommt. Einige der anderen Charaktere waren gut beschrieben, so dass ich sie mir vorstellen konnte, sowohl vom Aussehen als auch vom Charakter her, viele andere sind dagegen sehr schwer fassbar, da sie, wie es bei Romanen in dieser Perspektive nicht ungewöhnlich ist, eher oberflächlich beschrieben werden.
    Die Sprache ist zweckmäßig, der Roman ist leicht zu lesen. Einzig irritierend fand ich, dass Titel als Namenszusatz in englischer Sprache belassen wurden, also beispielsweise vom Duke of Lancaster oder von Queen Philippa die Rede ist, doch dann wieder von Herzog und Königin gesprochen wird. Besser hätte mir die konsequente Übersetzung der Titel gefallen.
    Ergänzend zu dem Roman findet sich ein recht kurz gefasstes Personenregister, welches die historischen Personen auflistet, zwei grobe Karten über Alice‘ Besitzungen sowie ein Nachwort, in dem die Autorin auf die Person Alice Perrers und ihren Ruf eingeht.

    Fazit
    Eine andere Sicht auf Alice Perrers, die weitestgehend einen schlechten Ruf hat. Leider kann mich die sehr passive Darstellung der jungen Frau nicht vollständig überzeugen.

  24. Cover des Buches Die Kameliendame (ISBN: 9783730605509)
    Alexandre Dumas der Jüngere

    Die Kameliendame

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Wortverzauberte

    Inhalt

    Armand Duval, ein junger Mann aus den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft, lernt die Kurtisane Marguerite Gautier zufällig kennen und verliebt sich in sie. Die junge Frau akzeptiert als Blumen nur Kamelien, deswegen schenkt auch Armand ihr nur diese Sorte. Langsam - nach anfänglichen Eifersüchteleien seitens Armand - verliebt auch Marguerite sich in ihn. Sie versucht ihm zuliebe sich zu ändern und eine sittsame Frau zu werden.
    Doch die Liaison erregt das Missfallen Armands Vater. Dieser sucht die junge Dame auf und bittet diese, die Zukunft und Ansehen seines Sohnes nicht durch diese ehrlose Verbindung zu zerstören. Daraufhin beugt sie sich der Bitte und trennt sich von Armand und kehrt in ihr altes Leben zurück...

    Mein Eindruck
    Es beschreibt ganz genau die Beziehung zwischen Mann und Frau. In den letzten 170 Jahren - so alt ist das Buch schon - nichts an den Motiven: Liebe, Eifersucht, Missverständnisse, nackte Angst, Eitelkeiten... Ich fand es gut, doch an manchen Stellen hätte der Autor, nach meiner Ansicht, mehr in die Tiefe gehen könne. Die Personenkonstellationen hätte Dumas noch weiter ausführen können.

    Fazit
    Alexandra Dumas hat eine ehrliche Geschichte schaffen. Dabei geht er auf der emotionalen Ebene nicht zimperlich mit seinen Charakteren um. Die Sprache setzte er bei der Geschichte gekonnt in Szene, damit wirkt die Erzählung absolut nachvollziehbar. Trotz dieser guten Erzählstruktur fehlt dem Buch am Ende das gewisse Etwas. Dumas hätte mehr auf die Vorgeschichte der Kurtisane eingehen können und mehr Spielraum für die Pariser Gesellschaft lassen können.
    Alles in allem war es schöne Geschichte, die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann.

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