Bücher mit dem Tag "magischer realismus"
78 Bücher
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.832)Aktuelle Rezension von: LucieDaniel Sempere ist 10 als sein Vater, ein Buchhändler ihn mit zum "Friedhof der vergessenen Bücher" nimmt, ein besonderer und geheimer Ort, an dem viele Bücher sind, die es nur noch einmal gibt. So auch der Roman von Julian Carrax, den Daniel sich aussucht und womit er eine ungeahnte Kette von Ereignissen auslöst...
Es war nun schon das zweite mal, dass ich dieses Buch gelesen habe (das erste mal war vor 6 Jahren) und ich muss sagen, ich hatte es besser in Erinnerung! Also das buch ist spannend und fesselnd, gar keine Frage, aber eben auch sehr düster und hyperdramatisch. Außerdem finde ich einige Äußerungen ziemlich sexistisch.
Ich kann es trotzdem empfehlen, wenn auch nicht zu 100 Prozent!
- Haruki Murakami
1Q84 (Buch 1, 2)
(765)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Dieses Buch ist absolut unvergleichlich! Bin wie verzaubert von dieser Geschichte und der Art wie Murakami sie erzählt.
Abwechselnd wird aus den Perspektiven der zwei Hauptprotagonisten Aomame und Tengo berichtet. Allein die Namen der beiden sind mir äußerst sympathisch. Speziell, aber klangvoll. Die beiden haben sich im Alter von 10 Jahren ineinander verliebt und dann niemals mehr wieder gesehen. Trotzdem konnten sie beide niemals jemand anderen wirklich lieben.
Beide werden in eine ziemlich merkwürdige Welt hineingezogen, die scheinbar dadurch entstanden ist, dass Tengo gemeinsam mit der 17jährigen Fukaeri ein Buch darüber geschrieben hat. Die Geschichte allerdings beruht auf dem, was Fukaeri selbst erlebt hat, weswegen mysteriös bleibt, was zuerst da war: die Geschichte, oder die Parallelwelt.
Obwohl Tengo und Aomame beide in diese Welt geraten sind, begegnen sie sich auf bittersüße Weise im ganzen Buch nicht persönlich.
Die Charaktere sind wunderbar einzigartig, die Geschichte magisch mysteriös, der Schreibstil wunderbar flüssig zu lesen.
Ich habe absolut nichts zu bemängeln und werde sofort das zweite Buch verschlingen, um herauszufinden, wie die Geschichte weiter geht.
Absolute Leseempfehlung! Hier bekommt man großartige Literatur und Unterhaltung!
- Paulo Coelho
Der Alchimist
(2.165)Aktuelle Rezension von: culejuleMuss ich zu diesem Weltbestseller eigentlich noch viel sagen? „Late to the party“ trifft es gut – aber nun habe ich ihn endlich gelesen.
Der andalusische Hirte Santiago hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden soll ein Schatz auf ihn warten. Die Frage, die sein Leben verändert, lautet: Altes hinter sich lassen oder dem Ruf des Unbekannten folgen? Santiago entscheidet sich für den Aufbruch. Seine Reise führt ihn über die Souks von Tanger bis nach Ägypten. Unterwegs begegnet er Menschen, die ihm helfen – und solchen, die es nicht gut mit ihm meinen. Er lernt, was es heißt, dem eigenen Weg zu vertrauen, und entdeckt in der Stille der Wüste nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst.
Es ist ein zutiefst philosophischer Roman, der mir ein zauberhaftes Leseerlebnis beschert hat. Themen wie Schicksal, Lebenssinn und persönliche Bestimmung ziehen sich durch jede Seite.
Man kann sicher darüber diskutieren, ob der Roman diese großen Fragen eher oberflächlich oder sehr zugänglich behandelt. Für mich hat der Autor jedoch einen Nerv der Zeit getroffen und eine Geschichte geschaffen, die viele Menschen berührt – und das seit Jahrzehnten.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
- Adam Silvera
Am Ende sterben wir sowieso (Todesboten #2)
(392)Aktuelle Rezension von: Eliza_KoopmannIch kann nur so viel sagen. Dies ist das Buch, was mein Herz zerrissen hat und mich gleichzeitig so glücklich gemacht, wie es lange nichts anderes mehr konnte. Ich lese viele gute Bücher, aber dieses hat nochmal alle Erwartungen überschritten. Der Schreibstil ist einfach unglaublich fesselnd und realistisch, sodass man sich das ganze Buch über mit den Charakteren verbunden fühlt. Kennt ihr diese Momente in denen man vergisst, dass man liest? Genau so war es. Man fühlt sich wie in der Geschichte. Auch das Thema fand ich sehr gut gewählt. Es war mal etwas komplett anderes.
Vielleicht auch ein Thema mit dem wir uns viel zu selten auseinandersetzen. Wir leben vor uns hin und wissen gar nicht, was leben überhaupt bedeutet. Dieses Buch hat mir bei so vielen Dingen die Augen geöffnet. Eindeutig 5/5 ~ wenn nicht sogar mehr!
- Renée Ahdieh
Zorn und Morgenröte
(933)Aktuelle Rezension von: Anna0807Die Grundidee dieses Buches hat mich von Anfang an angesprochen. Das Setting, die Ausgangssituation und die bekannte Geschichte, auf der alles basiert, haben für mich eigentlich großes Potenzial versprochen.
Leider hat mich die Umsetzung lange Zeit nicht wirklich erreicht. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, nicht richtig in die Geschichte hineinzufinden. Erst im letzten Drittel kam bei mir so etwas wie echtes Interesse auf, und ich hatte das Gefühl, endlich in der Handlung angekommen zu sein.
Ein großer Kritikpunkt für mich war der Erzählstil. Die vielen Sprünge zwischen Szenen haben es mir schwer gemacht, mich fallen zu lassen. Oft wirkten Szenen zu knapp erzählt, und auch die Dialoge haben sich für mich teilweise leer und wenig bedeutungsvoll angefühlt. Dadurch fehlte mir die Tiefe, die ich für eine solche Geschichte gebraucht hätte.
Auch mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Viele Entscheidungen wirkten auf mich nicht nachvollziehbar, und gerade Shazi und Chalid haben mich eher genervt als berührt. Besonders ihre Beziehung konnte mich emotional überhaupt nicht abholen, da sie für mich zu wenig ausgearbeitet war.
Dabei liegt das Problem für mich weniger in der Idee der Handlung, sondern vielmehr in der Umsetzung. Die Geschichte hätte so viel Potenzial gehabt, wirkt aber stellenweise blass und wenig ausgeschöpft.
Bis kurz vor dem Ende war ich mir deshalb ziemlich sicher, dass ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde. Das Finale konnte mich dann zumindest etwas versöhnlicher zurücklassen. Es war solide und hat mich dazu gebracht, Band zwei vielleicht doch noch eine Chance zu geben – auch wenn ich mir da selbst noch nicht ganz sicher bin.
Insgesamt bleibt für mich ein Buch mit starker Grundidee, das mich in der Umsetzung jedoch nicht überzeugen konnte.
- Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street
(609)Aktuelle Rezension von: JulybookishAlso naja, das war mehr oder weniger ein Schuss in den Ofen. Barbara und ich haben uns wieder hinten den nächsten Band geklemmt und so tolle Sachen erwartet. Von wunderbare Bakerstreat Vibes, monumentale Magierkämpfe und atemberaubende Spannung war jedoch wenig auszumachen. Was wir bekommen haben, war eher ein flaches Lüftchen mit etwas Ermittlungsarbeit...😮💨
Aber von vorn!
Durch den zweiten Band wissen wir von dem gesichtslosen neuen Gegenspieler und statt hier weiter zu ermitteln und anzuknüpfen werden wir in einen komplett anderen Fall hineingeworfen. Peter wird wieder von Stefanopolus zum Tatort zitiert und vorerst wird nichts Übernatürliches festgestellt, aber Peter wäre nicht er, wenn er nicht noch tiefer graben würde. Diverse Gänge im Untergrund, viele Verhöre und Befragungen später kristallisiert sich eine funkelnde Spur heraus, der wir aber nicht folgen. Wie der Autor nicht müde wird zu sagen, ist echte Polizeiermittlung nicht wie im Film. Also wieder 5 Gänge zurückgeschalten und recherchiert. Auch werden wieder so viele Fäden miteinander verknüpft, dass man den Überblick verliert, was wirklich wichtig ist.
Der Fall mit seinem Grundgedanken war zwar auch spannend und gut verschachtelt, aber zog sich doch sehr. Das Problem ist halt, das sich Peter Grant sehr gut ablenken lässt und zu leicht den Fokus verliert. Auch der Schreibstil ist seinem Charakter angepasst und deshalb erörtert der Autor lieber Nebensächlichkeiten, anstatt auf den Punkt zu kommen... 🙄Auch Lesley ist jetzt mit dabei und übt fleißiger als es Peter in 3 Bänden getan hat. Sie bringt einen schönen Schwug in das Ganze und fördert hoffentlich Peters Geist.
Aber was wieder richtig gut war, ist der Humor. Dieser trockene englische Humor hat mich oft laut Auflachen lassen, da dieser spontane Slapstick einfach zu gut ist. Eine Szene ist grandios beschrieben und kommentiert worden, die ich so schnell nicht aus meinem Kopf bekomme. Ich sag nur Krankenhaus-Kittel auf der Straße... 🤣
Ich denke mal, wir geben nicht auf und werden die Reihe weiterlesen, da ja irgendwann auch mal ein Ergebnis zum Gesichtslosen kommen muss. Zumindest war es kurz eingebunden, wenn auch nicht präsent. Es bleibt immer ein Gefühl eines offenen Endes zurück und man möchte sich wirklich mit Peter entwickeln und ihn zu einem guten Polizisten machen, aber das dauert wahrscheinlich noch viele, viele Bände. Was ist zu Beispiel mit dem witzigen Typen aus dem Prolog? Wird der dann in Band 5 erlöst? Ich werde berichten! 😉
- Haruki Murakami
1Q84 (Buch 3)
(459)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Vom ersten Buch war ich unfassbar begeistert, weswegen mich der zweite bzw dritte Teil etwas enttäuscht zurück lässt. Wahrscheinlich hatte ich zu hohe Erwartungen...
Das Problem ist, dass das Buch teilweise langsam voran schreitet und nur wenig passiert.
Trotzdem ist es natürlich toll geschrieben und die Auflösung um die Geschichte, sowie das lange ersehnte Aufeinandertreffen von Aomame und Tengo sind für den Fan vom ersten Buch unbedingt notwendig zu lesen. Man will ja wissen, wie die Geschichte endet. Das Ende ist zwar nicht so fulminant und überraschend, wie es hätte sein können, aber es ist überzeugend.
Definitiv ein gutes Buch, welches aber vom riesigen Schatten seines Vorgängers etwas versteckt wird.
- Félix J. Palma
Die Landkarte der Zeit
(640)Aktuelle Rezension von: Iris1972Endlich mal wieder ein dicker Wälzer, in dessen Geschichte man komplett eintauchen und suchtartig mehrere Kapitel hintereinander weglesen kann. Phantastische bildhafte Sprache, zum Teil verschachtelte Sätze, Andeutungen mit Interpretationsspielraum, die den Lesefluss unterbrechen. Bin gespannt auf Teil zwei.
- Stuart Turton
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
(385)Aktuelle Rezension von: Lilli33Viel zu verworren
Inhalt:
Familie Hardcastle hat zu einem Ball nach Blackheath geladen. Der Abend endet in einer Katastrophe, den die Tochter des Hauses, Evelyn kommt zu Tode. Aiden Bishop soll den Mord aufklären. Dazu wacht er immer wieder in einem anderen Körper auf und erlebt denselben Tag mit anderen Augen.
Meine Meinung:
Ich bin wirklich froh, dass dies nicht das erste Buch von Stuart Turton war, das ich gelesen habe. Denn sonst hätte ich garantiert kein weiteres in die Hand genommen, was sehr schade gewesen wäre, denn die später erschienen haben mir durchaus gut gefallen.
Die Idee dieses Romans ist zwar nicht schlecht, aber die Umsetzung konnte mich gar nicht begeistern. Die Handlung ist viel zu verworren, um ihr entspannt folgen zu können.
Dadurch dass immer wieder derselbe Tag beschrieben ist mit denselben Ereignissen, nur eben aus einer anderen Perspektive, kommt schnell Langeweile auf und es zieht sich wie Kaugummi. Erst im letzten Drittel (von immerhin gut 600 Seiten) werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und es kommt Spannung auf.
Mehr als einmal war ich kurz davor abzubrechen. Ich habe mich zum Durchhalten gezwungen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.
★★☆☆☆
- Guillaume Musso
Nachricht von dir
(755)Aktuelle Rezension von: PrettyDarkAls Madeline und Jonathan am Flughafen zusammenstoßen, denken sie nicht im Traum an ein Wiedersehen. Doch zuhause angekommen stellen sie fest, dass sie ihre Handys vertauscht haben. Sie beginnen, das Telefon des anderen zu durchstöbern, und entdecken, dass ihre Leben schon seit langem miteinander verknüpft sind – genau wie tiefe Wunden aus der Vergangenheit, die sie nun mit aller Macht einholen …
Nach einem Zusammenstoß am Flughafen haben Madeline und Jonathan plötzlich nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch die falschen Smartphones in der Tasche. Während sie eigentlich nur ihre Geräte zurücktauschen wollen, siegt schnell die Neugier. Und was sie im Handy des jeweils anderen entdecken, zeigt ziemlich schnell, dass ihre Leben interessanter sind als anfangs gedacht. Was als neugieriges Stöbern beginnt, entwickelt sich zu einer gefährlichen Spurensuche über Geheimnisse, die Vergangenheit und Menschen, die einiges zu verbergen haben.
💥 zufälliger Handytausch als Ausgangspunkt einer ziemlich wilden Story
💥 charmanter Nachrichten-Schlagabtausch zwischen Madeline und Jonathan
💥 überraschender Genrewechsel von Romance zu Thriller
💥 viele Geheimnisse und dunkle Vergangenheiten
💥 perfekt für einen schnellen, spannenden Lesetag
Was mir besonders gefallen hat, war der Einstieg. Die neugierigen Einblicke in das Leben des jeweils anderen sind herrlich voyeuristisch und die Dialoge über Textnachrichten erinnern stellenweise stark an “Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer. Sie sind bissig, charmant und überraschend persönlich. Aber dann kommt der Twist und plötzlich ist das Ganze kein romantischer Schlagabtausch mehr, sondern ein Thriller.
Leider verliert die Geschichte im letzten Drittel etwas an Bodenhaftung. Die Handlung wirkt zunehmend konstruiert, Nebenfiguren bleiben eher blass und manche Wendungen fühlen sich an, als hätte jemand zu viele Ideen gleichzeitig in den Plot geworfen.
Ein rasanter Spannungsroman mit genialem Einstieg und starkem Tempo, auch wenn die Story am Ende etwas überdreht. Trotzdem sehr unterhaltsam und definitiv ein Pageturner.
- Isabel Allende
Das Geisterhaus
(853)Aktuelle Rezension von: KlausEffing"Das Geisterhaus" von Isabel Allende: Manche Bücher entfalten ihre ganze Kraft erst beim zweiten Lesen – und genau so ging es mir mit "Das Geisterhaus". Der Roman ist aus dem Jahr 1982 und die 500 Seiten aktueller denn je. Erstmals las ich das Buch Anfange der 1990er Jahre.
Isabel Allendes Familienepos um Esteban Trueba und die starken Frauen in seinem Leben – Clara (seine Frau), Blanca (Tochter) und Alba (Enkelin) – hat mich diesmal noch tiefer bewegt, klüger gemacht (hoffentlich!) und teilweise sprachlos zurückgelassen.Allende erzählt von Liebe, Macht und Erinnerung – aber auch von der Geschichte eines Landes, das von politischen Spannungen und gesellschaftlichen Ungleichheiten geprägt ist. Sie verbindet das Private mit dem Politischen, das Reale mit dem Magischen, ohne je den Blick für das Menschliche zu verlieren.
Clara, die Träumerin, führt uns in eine Welt voller Geistigkeit und innerer Freiheit. Esteban, ihr Gegenpol, steht für Härte und Tradition – und verkörpert zugleich die zerstörerische Seite von Macht und Besitz. Zwischen beiden entspinnt sich ein Drama, das Generationen überspannt. Die Entwicklungen in Chile, das Aufkommen der Demokratie und die blutigen Umstürze werden gekoppelt mit der Familiengeschichte. Das Geisterhaus ist hierbei ein Mittelpunkt der Handlung.
Besonders berührt haben mich diese beiden Sätze: „Sie glaubte, dass man nur mit der Erinnerung dem Tod trotzen kann.“ und „Das Gedächtnis ist zerbrechlich, und die Erinnerungen verschwinden mit der Zeit, wie der Rauch des Rauchs.“ Diese Worte fassen das Herz des Romans zusammen: "Das Geisterhaus" ist eine Erzählung über das Erinnern, über die Spuren, die Liebe und Leid in Familien hinterlassen – und über den Versuch, aus Geschichte und Schmerz neue Hoffnung zu schöpfen.
Ein zeitloser, kluger und emotionaler Roman, der zeigt, wie eng persönliche und politische Schicksale verwoben sind.
Beim zweiten Lesen hat er mich noch mehr in seinen Bann gezogen – vielleicht, weil man heute stärker spürt, wie aktuell seine Themen geblieben sind. Ein Meisterwerk über Erinnerung, Mut und das Weiterleben der Geister in uns. - Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band 2
(341)Aktuelle Rezension von: rkuehneDer zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.
- Audrey Niffenegger
Die Zwillinge von Highgate
(290)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderAls Elspeth stirbt ändert sich nicht nur für ihren geliebten Mann Robert das Leben. Ihre Nichte, die Zwillinge Julia und Valentina, sollen fast alles erben. Die beiden Mädchen kennen ihre Tante gar nicht, denn mit ihrer Schwester war sie schon lange zerstritten. Die Auflagen für die Mädchen sind groß wenn sie wirklich das Erbe haben möchten und alles scheint ein Geheimnis zu bergen. Nicht nur für Robert beginnt eine neue Zeit, sonder auch für die Mädchen, die Schwester und all die Freunde von Elspeth. Denn sie haben zwar einen geliebten Menschen verloren, aber Elspeth ist doch all gegenwärtig. Nicht nur für Julia und Valentina die in der Wohnung der Tante einziehen, sonder auch für alle anderen, denn man spührt ständig ihre Gegenwart. Nach ]Die Frau des Zeitreisenden[ ist Audrey Niffenegger erneut ein großartiger Roman gelungen. Es ist wie ein Sog wenn man zu lesen beginnt und die Geschichte die sich entfaltet ist einfach wunderbar. Plötzlich begegnet man Elspeth auch im eigenen Leben. Ein ganz großer Roman!
- Félix J. Palma
Die Landkarte des Himmels
(93)Aktuelle Rezension von: Iris1972Nicht so gelungen wie Band 1, sehr detailverliebt und zum Teil sehr vielschichtig. Gleicher toller Schreibstil wie schon im ersten Teil mit überraschenden Wendungen. Allerdings braucht es ein bisschen Durchhaltevermögen, um das Buch komplett durchzulesen. Durch die unterschiedlichen Erzählstränge wirkt die Geschichte konfus, fügt sich am Ende aber zu zusammen.
- Jess Kidd
Heilige und andere Tote
(226)Aktuelle Rezension von: PapercutMit „Der Freund der Toten“ legt Jess Kidd einen ebenso ungewöhnlichen wie bezaubernden Roman vor, der Krimi, Geistergeschichte und Gesellschaftsporträt auf faszinierende Weise miteinander verbindet. Schauplatz ist das Irland der 1970er-Jahre, genauer gesagt eine kleine Küstenstadt, in der nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Im Mittelpunkt steht Mahony, ein junger Mann, der nach dem Verschwinden seiner Mutter in das Städtchen Mulderrig zurückkehrt. Mahony besitzt eine besondere Gabe: Er kann mit den Toten sprechen. Diese begleiten ihn nicht nur als Stimmen aus dem Jenseits, sondern auch als Kommentatoren des Geschehens – mal humorvoll, mal melancholisch, oft erschreckend ehrlich. Auf der Suche nach der Wahrheit über seine Mutter stößt Mahony auf ein Netz aus Lügen, Gewalt und verdrängten Geheimnissen, das die ganze Stadt durchzieht.
Jess Kidds größte Stärke liegt in ihrer Sprache und Atmosphäre. Ihr Schreibstil ist poetisch, bildreich und zugleich von schwarzem Humor durchzogen. Bereits nach den ersten paar Kapiteln bekommt das Buch einen gewissen "The 6th Sence" Charme. Die Toten, die Mahony begleiten, wirken nie bloß als erzählerischer Kunstgriff, sondern verleihen dem Roman eine besondere Tiefe und Menschlichkeit. Trotz der düsteren Themen – Missbrauch, Schuld, Verlust – bewahrt die Geschichte eine gewisse Leichtigkeit und Wärme.
Die Figuren sind schrullig, vielschichtig und oft moralisch ambivalent. Gerade diese Unschärfe macht sie glaubwürdig und spannend. Mulderrig selbst wird zu einer Art eigenständigem Charakter: ein Ort voller Schönheit, aber auch voller Abgründe.
„Der Freund der Toten“ ist kein klassischer Kriminalroman, sondern ein literarisch anspruchsvolles Werk, das sich Zeit nimmt, Stimmungen aufzubauen und seine Leserinnen und Leser in eine ganz eigene Welt zu ziehen. Ein außergewöhnlicher Roman, der unter die Haut geht – poetisch, düster, humorvoll, mit Tiefgang und zutiefst menschlich.
- Sofía Segovia
Das Flüstern der Bienen
(188)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalDas Flüstern der Bienen von Sofia Segovia aus dem #listverlag
🐝
Dieses Buch hat mich gefordert.
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Anfangs ungewohnt hineinzufinden. Mittig verschlingen. Zum Ende hin ein ungewolltes Ende.
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Die Geschichte spielt in México und hat ihre eigene Art erzählt zu werden. Etwas phantastisch (eine Junge und seine Bienen) etwas historisch ( vor und zwischen den Weltkriegen … aber außen vor) etwas durch die Zeit ( wechselt innerhalb dieses Buches) etwas berührend und etwas mühsam ( herausfordernde Zeiten)
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Es war teilweise interessant, aber alles in allem ist es kein wirklich fröhliches Buch. Es hat mich etwas runtergezogen. Das hat mir nicht so gut gefallen. Dafür ist es wahrscheinlich realistisch und ehrlich.
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Nun muss ich es aber trotzdem einordnen. Würde ich es weiterempfehlen?
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Historisch und kulturell ja. Stimmungsvoll ja. Unterhaltsam teilweise ja, da nicht immer leichte Kost. Gutes Gefühl nein.
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Da das Buch mich traurig und etwas ungetröstet zurücklässt… ist es kein Buchtipp von mir für meine Mitmenschen… obwohl es bestimmt Liebhaber finden wird.
- David Mitchell
Die Knochenuhren
(98)Aktuelle Rezension von: Smart_RebeccaKomplexe Geschichten sind für mich in Ordnung, ich beiß mich durch.
Oftmals merkt man am Ende eines Buches, dass man eine wunderbare Reise hinter sich gebracht hat, aber hier bin ich am nachdenken, WAS ich überhaupt gelesen habe.
David Mitchell ist ein Künstler, ein wahrer Schriftsteller. Dieses Werk ist eigenartig und in seiner Eigenart interessant und in sich verwickelt.
Eine Leseempfehlung? Für jene mit viel Geduld, mit Neugierde und mit großer Ausdauer - weil es oft sehr lange dauert bis man einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Handelssträngen findet!
- Paulo Coelho
The Alchemist
(97)Aktuelle Rezension von: be_my_bookmate„𝕋𝕙𝕖𝕣𝕖 𝕚𝕤 𝕠𝕟𝕝𝕪 𝕠𝕟𝕖 𝕥𝕙𝕚𝕟𝕘 𝕥𝕙𝕒𝕥 𝕞𝕒𝕜𝕖𝕤 𝕒 𝕕𝕣𝕖𝕒𝕞 𝕚𝕞𝕡𝕠𝕤𝕤𝕚𝕓𝕝𝕖 𝕥𝕠 𝕒𝕔𝕙𝕚𝕖𝕧𝕖: 𝕥𝕙𝕖 𝕗𝕖𝕒𝕣 𝕠𝕗 𝕗𝕒𝕚𝕝𝕦𝕣𝕖."
Wir begleiten einen Schäfer auf seinem persönlichen Lebensweg zur Erfüllung seiner Träume. Dieser führt ihn durch verschiedene Orte, er trifft Menschen mit unterschiedlichen Intentionen, macht Fortschritte und erleidet Rückschläge. Dabei kommt er immer wieder zu wichtigen Erkenntnissen über das Leben, die Menschen und sich selbst.
Mir gefällt die entschleunigte Erzählung, die mit vielen spirituellen Denkanstößen gespickt ist. Für mich geht es vor allem darum, für seine Träume einzustehen und auch mal Risiken eingehen. Scheitern gehört dazu und daraus erwachsen neue Chancen. Es geht darum zu lernen, das Verlust auch ein Stück weit zum Leben gehört und man trotzdem so viel zu gewinnen hat. Es ist wichtig zu wissen wohin man möchte und dennoch flexibel auf die Umstände des Lebens reagieren zu können, denn nicht alles was passiert können wir beeinflussen, aber durchaus wie wir damit umgehen.
Ich habe den Alchemisten vor Längerem auf deutsch gelesen und jetzt nochmal auf englisch. Ein Buch was ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gelesen habe. Stellenweise wird es für meinen Geschmack etwas zu religiös/spirituell, aber insgesamt wirklich ein lesenswerter Klassiker.
- Jesmyn Ward
Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt
(49)Aktuelle Rezension von: sursulapitschiDieses Buch ist erstaunlich. Im Grunde passiert nicht besonders viel, trotzdem ist es fesselnd und sehr aufwühlend.
In Bois, Mississippi, ist es schwer, eine schwarz-weiße Familie zu sein. Michael und Leonie haben sich trotzdem gefunden, leben in den Tag hinein, betäuben die Probleme mit Drogen und lassen die Kinder bei den Großeltern.
Auch wenn Leonie selten die liebende Mutter ist, die Kinder will sie dabei haben, wenn sie Michael im Gefängnis abholt. Er hat seine Strafe auf der berüchtigten Parchment Farm abgeleistet. Es braucht nicht viel, um da zu landen, Leonies Vater war in seiner Jugend auch mal dort. Manchmal reicht es, schwarz zu sein, um verurteilt zu werden.
Ein Großteil des Buches erzählt von ihrer Autofahrt, die vier Menschen zwingt, ihre Rollen innerhalb der Familie auszufüllen, was sie alle nicht gewohnt sind. Unglaublich, wie spannend eine Autofahrt mit unfähigen Eltern sein kann, man bangt die ganze Zeit um die armen Kinder. Außerdem ist viel Raum für Gedanken und Erinnerungen.
Sehr geschickt wird hier eine dysfunktionale Familie analysiert, wobei trotz aller Probleme auch tiefe Zuneigung eine Rolle spielt, man versteht sogar die verpeilte Mutter irgendwie.
Es geht um eine schwierige Familie, die seit Generationen mit Rassismus konfrontiert ist und die Folgen zu spüren bekommt, es geht um Liebe, Schuld und die Geister der Vergangenheit, die manchmal einfach im Auto mitfahren.
Dieses Buch liest sich nicht leicht. Es erzählt eindringlich von großem Leid und tiefen Gefühlen, ist manchmal kaum auszuhalten, man wartet durch tiefstes Elend. Ich bin beeindruckt und mitgenommen. - Casey McQuiston
One Last Stop
(107)Aktuelle Rezension von: WohlsortierteBuchstabenIch muss sagen, ich habe von diesem Buch nichts erwartet. Und das war vielleicht auch ganz gut so. Denn so wurde ich immer wieder überrascht und konnte richtig tief eintauchen.
🏳️🌈🚇🏳️⚧️ Ambiente: Ich liebte das Setting und die WG. In so einer Umgebung würde ich selbst gerne wohnen. Jeder wird geliebt und kann er/sie selbst sein. Outing, Dragqueens und weitere Aspkete des WG-Lebens wurden nicht als 'anders' dargestellt, sondern einfach mit in die Geschichte gebracht.
🔎⏳️Hintergründe: Die 'Vorgeschichte' zu Augusts Kindheit und der Suche nach ihrem Onkel hat eine spannende Basis für die Geschichte geschaffen. Ich konnte nachvollziehen, warum August so handelt wie sie es tut.
💘📦📌 Entwicklung: Der rote Faden der Geschichte war für mich (logischerweise) die Vergangenheit von Jane. Ich habe mitgerätselt und war immer wieder von den neuesten Entdeckungen überrascht. Obwohl es sich zwischendrin etwas gezogen hat, war es nie längere Zeit langweilig. Gut gefallen hat es mir, dass die gesamte WG sowohl bei den 'Ermittlungen', als auch bei einem anderen Problem der Geschichte 🤫 mitgeholfen hat.
🛤🫂Ende: Die Auflösung der Geschichte hat mir gut gefallen, und die Hintergrundgeschichte mit Augusts Onkel hat zu einem runden Abschluss der Story geführt. Und ich als Liebhaberin von Happy Ends wurde nicht enttäuscht 😁
🚫📍❌️ Haken: Es gab einige kleine Haken in der Geschichte, über die ich aber gut hinwegsehen konnte. Die Protagonistin empfand ich teilweise als etwas anstrengend und in einigen Bereichen hat sich die Geschichte etwas gezogen, aber das hat auch nur zu 1 Stern Abzug geführt.
🗞✒️ Zusammenfassung: Ein schönes Buch, in dem Jede und Jeder akzeptiert wird, die Zeit der größte Gegenspieler ist und am Ende doch alles irgendwie gut wird 🤫🫂
- Guillaume Musso
Wirst du da sein?
(308)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDr.Elliott Cooper ist sechzig Jahre alt ein sehr beliebter und attraktiver Arzt und Vater einer zwanzig Jahre alten Tochter. Aber er kann nie richtig glücklich sein, denn seine große Liebe Ilena kam vor dreißig Jahren ums Leben. Bei einem Einsatz in Kambodscha bekommt er als Dankeschön von einem Einheimischen Pillen, die eine Reise zurück in die Vergangenheit zulassen. Es kann ja nichts passieren und so nimmt Elliott eine Pille und tatsächlich steht er plötzlich im Jahre 1976 vor seinem jüngeren ich. Musso reißt einem das Herz aus der Brust, aber dann füllt er es mit noch mehr Leben, Liebe und Glück. Für alle Fans von "Die Frau des Zeitreisenden" und den Büchern von Marc Levy. Großartig!
- Guillaume Musso
Weil ich dich liebe
(257)Aktuelle Rezension von: _jamii_Bei einem Flug von Los Angeles nach London treffen die 15-jährige Evie, die frisch getrennte Nicole und die exzentrische Milliardärstochter Alyson aufeinander. Sie kennen sich nicht und erzählen sich doch ihre Lebensgeschichten, als wären sie alte Bekannte. Im Laufe der Gespräche tun sich Abgründe auf, die allen dreien die Tragik des Lebens vorführen. Denn die Schicksale der drei Frauen sind auf dramatische Weise miteinander verbunden ...
Der Schreibstil ist etwas holprig, ich hatte am Anfang recht Mühe, damit klar zu kommen. Auch ist der Anfang eher langweilig, es dauert eine ganze Weile, bis die Geschichte interessant wird.
Mit der Zeit wird die Geschichte aber immer besser, ich fieberte mit allen Charakteren mit. Je länger ich las, umso dringender wollte ich wissen, was die drei Personen verbindet, und wohin die Geschichte führt. Der Autor versteht es gekonnt, die Lesenden zu verwirren und immer mehr Fragen aufzuwerfen.
Das Ende ist dann ein genialer Wow-Effekt, eine äusserst spannende Auflösung, wenn vielleicht auch nicht allzu realistisch. Was mir ebenfalls gefällt ist, dass sich der Autor noch Zeit nimmt, die Schicksale etwas weiter zu erzählen. Die Geschichte hört nicht einfach abrupt auf.
Ein bisschen ein zäher Einstieg, entwickelt sich aber zu einer wunderschönen und packenden Geschichte!
- Jay Kay
Ich, Santa
(60)Aktuelle Rezension von: misspiderLeider hat sich das Buch ganz anders entwickelt als nach der Kurzfassung erwartet, und ich konnte so gar keinen Zugang zur Geschichte finden. Ein Mischmasch aus Coming-of-Age und wirrer Fantastik, über die wir viel zu wenig Hintergrundinformation erfahren. Dafür wird mit Charakteren und Namen um sich geworfen, allerdings ohne ausreichend Zeit um ihnen die nötige Tiefe zu verleihen. Mein Flop des Jahres!
- Shehan Karunatilaka
Die sieben Monde des Maali Almeida
(92)Aktuelle Rezension von: skiaddict7Maali Almeida, ein schwuler, selbstständiger Kriegsfotograf im Sri Lanka der 1980er und 90er Jahre, erwacht eines Tages im Jenseits. Er kann sich nicht erinnern, was passiert ist, wie er dahin gekommen ist oder wer ihn umgebracht hat. Im Bürgerkrieg Sri Lankas gibt es genügend Gründe, und zahlreiche Menschen, die Maali nicht wohlgesonnen sind. Er kommt im "Dazwischen" an, in einer Art Auffangbecken im Jenseits, die erste Anlaufstelle für alle Verstorbenen. Sieben Monde bleiben ihm Zeit, um ins "Licht" zu gehen oder endgültig im Dazwischen zu bleiben. Diese möchte er nutzen, um herauszufinden, was passiert ist...
"Die sieben Monde des Maali Almeida" ist mit über 500 Seiten etwas sperrig und ich habe einige Zeit und mehrere Anläufe gebraucht, um in den Roman hineinzukommen. Als ich dann mal drin war, wurde ich in den Sog der Geschichte hineingezogen und konnte nicht mehr aufhören. Karunatilaka hat nicht umsonst den Booker Prize für dieses Werk bekommen. Meisterhaft webt er die Erzählstränge ineinander, das Dazwischen und die Gegenwart, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Bürgerkrieg, und schafft es dabei, den Leser völlig in seinen Bann zu ziehen. Dämonen, Geister, Ghouls, alle leben sie im Dazwischen, und nach und nach kommt man in diese vielschichtige Erzählung hinein. Brilliant findet er ein Ende, in dem dann doch das meiste zumindest teilweise gut ausgeht. Ein hervorragender Roman!























