Bücher mit dem Tag "mark brandenburg"
9 Bücher
- Theodor Fontane
Der Stechlin
(94)Aktuelle Rezension von: Monika_BrigitteStechlin, Brandenburg, 1890er Jahre: Der verwitwete Landadelsmann Dubslav von Stechlin wartet auf seinen Sohn Woldemar, welcher seinen und den Besuch zweier Kammeraden aus seinem Regiment durch Telegrafie ankündigte. In der Folge gibt es viele Unterhaltungen, Menschen lernen sich kennen, tauschen sich aus, vertreten ihre Meinungen. „Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich, - das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.“ Mit diesen Worten beschreibt Fontane selbst die Handlung seines Werks.
„>>Aber der Stechlin! Was ist der Stecklin?<<
>>Das ist ein See.<<
>>Ein See. Das besagt nicht viel. (…) Aber was hat der Stechlin?<<
>>Er hat Weltbeziehungen, vornehme, geheimnisvolle Beziehungen, und nur alles Gewöhnliche (…) hat er nicht. (…) Und wenn es in Java oder auf Island rumort oder der Geiser mal in Doppelhöhe dampft und springt, dann springt auch in unserm Stechlin ein Wasserstrahl auf, und einige (wenn es auch noch niemand gesehen hat) , einige behaupten sogar, in ganz schweren Fällen erscheine zwischen den Sprudeln ein roter Hahn und krähe hell und weckend in die Ruppiner Grafschaft hinein.“ (S.145)
Diese Sage vom Hahn im Stechlinsee ist ein brandenburgischer Mythos. Wen es heute an den Stechlinsee zieht, kann sich neben einem großen roten Hahn aus Holz fotografieren und die ohrenbetäubende Ruhe der Mecklenburgischen Seenplatte in sich aufnehmen. So ruhig wie der mit 70 Metern tiefste See Brandenburgs mit seinem beeindruckend klarem Wasser ist auch der von der Rezeptionsgeschichte als Fontanes erzählerisches Hauptwerk bezeichnete Gesellschaftsroman.
Die, in den Unterhaltungen, welche dem Roman seinen Grund und Boden geben, diskutierten Themen Konservativismus vs. Sozialdemokratie und preußischer traditionalistischer Landadel vs. Großstadtökonomie lassen sich auf den Grundkonflikt Alter vs. Jugend hinunterbrechen. Der alte Stechlin vertritt die traditionellen Werte, während sein Sohn als Vertreter der neuen Generation den Fortschritt und den Aufbruch in ein modernes, technologisiertes Jahrhundert repräsentiert. Der Roman versäumt es eine befriedigende Lösung für diesen Konflikt aufzuzeigen. Einerseits fasst Fontane den Entschluss: „Nicht so ganz unbedingt mit dem Neuen. Lieber mit dem Alten, soweit es geht, und mit dem neuen nur, soweit es muss.“( S.372), andererseits lässt er die Verkörperung der alten Generation zum Schluss sterben und das junge Glück triumphiert. Eine neue Generation der Stechline ist gesichert und „es lebe der Stechlin.“ (S.416)
Die Gediegenheit des Romans entschleunigt den Rezipienten und unterhält, aber meiner Meinung nach, muss man den Stechlin nicht gelesen haben. Einen Aktualitätsbezug kann man dem Roman schlecht abgewinnen. Er beeindruckt im Hinblick auf seine kulturhistorische Einordnung in die literarische Strömung des Realismus und seiner Kraft im gesellschaftlichen Diskurs des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Doch, wer weder Literaturwissenschaftler noch Historiker oder Stechliner ist, kann dem Roman keinen Erkenntnisgewinn entlocken.
So wie sein Protagonist Dubslav erlebte auch Fontane nicht den Übergang in ein neues Jahrhundert. Er starb wenige Monate bevor sein letzter Roman in Buchform erschien. In Anbetracht der historischen Ereignisse des frühen 20. Jahrhunderts vielleicht kein schlechtes Schicksal. Wer weiß, was Fontane dann geschrieben hätte.
DER STECHLIN| Theodor Fontane| Fischer Taschenbuch| Fischer Klassik| 2008| 429 Seiten| 8,50€
- Tania Krätschmar
Nora und die Novemberrosen
(52)Aktuelle Rezension von: Hope66Dieses Buch fand ich in einem Bücherschrank. Ich entschied es zu lesen weil ich Rosen-Fan bin. Die ersten Seiten tat ich mich etwas schwer beim Lesen doch dann nahm ich jeden Tag von Montag bis Freitag das Buch zur Hand im zu erfahren wie es weitergeht und wollte ja auch wissen wie es endet. Ich kam gar nicht mehr davon los. Die Protagonisten waren mir sehr vertraut. Ich kam mir vor als wäre ich selber mit dem dabei. Hätte gerne in der Gärtnerei geholfen. Ich habe wie Charlie auch mal auf dem Friedhof gearbeitet. Fanny gefiel mir auch die Rolle ich war als Kind fast genauso wie sie. Habe auch gerne gemalt und gebastelt. Ich sah bunte Bilder im Kopf ablaufen, fast einen ganzen Film. Für Garten Freunde gut zu empfehlen und auch für Rosen-Fans. Ihr werdet gut unterhalten. Ich hatte jedenfalls eine schöne Woche.
- Elisabeth Herrmann
Der Schneegänger
(131)Aktuelle Rezension von: Melanie_LudwigInhalt
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst an ihre äußerste Grenze treibt ...
Fazit
Ein spannendes Buch um den tot eines jungen. Alle schweigen aber über das verschwinden eines Kindes. Eine Polizistin undercover ermittelt. Von mir gibt es eine klare Weiterempfehlung.
- Martha Sophie Marcus
Die Bogenschützin
(42)Aktuelle Rezension von: buchfeemelanieGenre: historischer Roman
Erwartung: Ein spannendes Buch mit toller Atmosphäre erleben
Meinung:
Das Cover finde ich gut und passend. Den Schreibstil empfinde ich als gut.
Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gefallen. Hedwig ist mir sympathisch und ich mag ihren Charakter. Sie ist sich selbst und ihren Prinzipien treu - auch wenn sie das oft genug in Schwierigkeiten bringt. Das war zu dieser Zeit schon eher die Ausnahme. Die Atmosphäre ist gut beschrieben.
Allerdings konnte mich nur der Anfang begeistern. Später war es mir zu unübersichtlich mit den offenen und verborgenen (politischen) Ansichten und die Personen und ihrer Beziehungen zueinander. Das hat mir etwas die Leselust genommen.
Fazit. Daher nur 3 Sterne
- Claudia Rusch
Meine freie deutsche Jugend
(39)Aktuelle Rezension von: Holden"für Irmgard, ganz herzlich, Weimar 16.10.03" lautet die Widmung, dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen, nur das hier die Lebensgeschichte eines Vorbilds an Zivilcourage anschaulich präsentiert wird. Wäre man selbst so tapfer gewesen, man weiß es nicht, aber durch die Erziehung zum Querdenken durch ihre Mutter und deren Freunde wurden die Energien der kleinen Claudia in die richtigen Bahnen gelenkt. Das DDR-Unrecht wird drastisch angeklagt, so daß kein Platz mehr für Ostalgie und Verklärung bleibt, erst mit der "Wende" wurden die Oppostitionellen zu "echten" DDR-Bürgern, aber aufhalten ließ sich der hier schreibende Wirbelwind nicht. Auch ein Vorbild an Lebensenergie und der Beweis dafür, was man als Individuum erleben kann.
- Clemens Bergstedt
Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen
(1)Aktuelle Rezension von: quatsprecheDie Anfänge Brandenburgs im Mittelalter ist seit einer ganzen Weile stärker diskutiert worden. Vor einigen Jahren gab es dank der regen Diskussion einige Ausstellungen in Potsdam, Berlin und Ziesar zum Thema. Der Lukas Verlag veröffentlichte passend einen umfangreichen Katalog mit zahlreichen Aufsätzen von renommierten Wissenschaftlern.Das Buch ist in acht große Kategorien unterteilt. Sie umfassen mehrere Epochen der Geschichte, vom Hochmittelalter bis zum „denkwürdigen Jubiläum der Hohenzollerndynastie“ (S. 12) im 19. Jahrhundert. Die Beiträge arbeiten de Entstehung Brandenburgs neu auf und sollen zu einem Neuanfang und neuem Ansatz der Forschung anregen.
Nebenbei ist der wunderbar farbige Band mit ausgewählten Bildern von Kunstwerken und Nachlassenschaften bestückt. Viele lang in Archiven deponierte Kunstgegenstände gelangten wieder an die Öffentlichkeit und erschaffen ein anderes, neues Bild der Geschichte der Mark Brandenburg.
Weiterhin werden in den Beiträgen die Leser für die Rezeptionsgeschichte sensibilisiert. Es erscheinen auch neue Informationen in Form von u.a. Legenden, die der Öffentlichkeit weniger in Erinnerung geblieben waren.
Meiner Meinung nach ist dieser Katalog und die Ausstellungsreihe beispielhaft für die deutsche Regionalgeschichte. Sie zeigen, dass die Geschichtsforschung und Archäologie auf keiner Ebene eine entgültige Antwort erarbeiten können, dass jedoch die Nachfrage immer größer wird. Die Autoren vergangener Geschichtsbücher konnten auch nur die ihnen vorliegenden Informationen verarbeiten, sahen evtl. einiges als nicht so interessant wie anderes und sortierten nach bestem Wissen und Gewissen Forschungsergebnisse.
Nichts anderes tun auch wir heute, nur mit dem Wissen, dass eine fehlende Information für den nächsten Interpreten zu einschlägigen Missverständnissen und Fehlinformationen führen kann. Deswegen gehen wir, die modernen Wissenschaftler, sensibler mit Wissen und deren Verbreitung um.
Der Aufsatz im Katalog von Heinz-Dieter Heimann „Von der Erfindung des Mittelalters“ erinnert daran, dass der Begriff des Mittelalters ein später erfundenes Wort darstellt, welches der Abgrenzung zur damaligen Moderne verdeutlichen sollte. Heimann erinnert auch daran, dass das ‚gängige‘ Bild des Mittelalters aus dem 19. Jahrhundert stammt und sich als traditionell Darstellungsform festgesetzt hat. Doch ein Umdenken trat schon ein. „Eine vielförmige historische Orientierungssuche ist in Gang gekommen, die als Rückkehr der Regionen ein zeitgemäß gewandeltes Interesse an landesgeschichtlichem (Selbst-) Bewusstsein und Nachbarschaften ausmacht, abgestützt durch zeitgemäße Fragen gegenwärtiger Geschichts- und Kulturwissenschaften und die Anforderungen der Erinnerungskultur.“ (S. 46)
Abschließen möchte ich diese Buchvorstellung mit den Worten von Heinz-Dieter Heimann:
‚Das‘ Mittelalter – eine stets aktuelle, endlose Geschichte. (S. 47)
Quelle: Im Dialog mit Raubrittern und schönen Madonnen. Die Mark Brandenburg im Mittelalter, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 6, Lukas Verlag, 2011.
Originalbeitrag: Im Dialog mit Raubrittern und schönen Madonnen
- Theodor Fontane
Die schönsten Wanderungen durch die Mark Brandenburg
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Johannes Wilkes
Der Fall Fontane
(5)Aktuelle Rezension von: hasirasi2Karl-Dieter hat seinen Lebensgefährten Mütze endlich zu einer Fahrradtour auf Fontanes Spuren durch die Mark Brandenburg überreden können, allerdings endet die Tour schon am ersten Tag auf dem Ribbecker Friedhof unterm Birnbaum. Dort finden sie eine männliche Leiche mit einer Axt im Schädel. Mütze ist Hauptkommissar und bietet dem zuständigen Polizisten Treibel sofort Amtshilfe an, denn er ermittelt lieber, als dass er Fahrrad fährt. Kurz darauf finden sie auf dem Handy des Toten das Foto eines geköpften Wolfes, in Neuruppin wird das Fontane-Denkmal mit roter Farbe geschändet und ein Mann im Fontanekostüm kreuzt mehrfach ihren Weg ...
Diverse Verdächtige sind schnell ermittelt. Sowohl die Frau des Toten, die nicht wirklich trauert, als auch dessen Jagdfreunde verhalten sich merkwürdig. Musste er sterben, weil er nach dem Wolfsmörder suchte? War er seiner Ehefrau im Weg? Oder hängt es gar mit Fontanes Geheimnis zusammen, das in der Forschung lange totgeschwiegen wurde?!
Mütze und Karl-Dieter sind ein liebenswertes Pärchen. Ich finde es gut, dass der Autor hier ganz ohne die üblichen Schwulenklischees auskommt. Während sich der Kommissar in die Ermittlungsarbeit stürzt, genießt sein Freund weiter den geplanten Urlaub. Dass er dabei einige Leute aus dem Umkreis des Toten kennenlernt, die zum Teil auch noch in den Fall involviert sind und ihm (un)bewusst wichtige Hinweise geben, ärgert Mütze besonders. Aber Kurt-Dieter hat eben etwas Sympathisches an sich und schließt schnell neue Freundschaften. Während Mütze ein eher praktischer Typ ist, neigt Karl-Dieter zum Philosophieren und kommt damit auch der Lösung oft ziemlich nahe.
2019 jährt sich Fontanes Geburtstag zum 200sten Mal. Der Krimi kommt also genau zur richtigen Zeit. Außerdem man merkt ihm an, dass sich der Autor auf diesem Gebiet und auch in der Mark Brandenburg sehr gut auskennt. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es sich eher um einen Cosy-Krimi handelt, der von den Figuren und dem Setting lebt und nicht von einem super gruseligen / spannenden Fall.
Ich kenne die Gegend um Rheinsberg, Neuruppin und den Ruppiger See vom Wasserwandern und bekam beim Lesen sofort wieder Lust auf eine Reise in diese Gegend. Wer sich (bisher) nicht mit Fontane auskennt, erfährt im Zuge der Handlung und im Anhang viel Wissenswertes über sein Werk und sein Leben.
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