Bücher mit dem Tag "marokko"
93 Bücher
- Wolfgang Herrndorf
Sand
(169)Aktuelle Rezension von: Andrea_HahnfeldDie Geschichte von Carl, der mit Amnesie erwacht und nun herausfinden möchte, wer er ist, habe ich mit Spannung verfolgt. Anfangs wirkt das Buch chaotisch, die Ereignisse werden fragmentarisch aneinander gereiht – aber als ich einmal drin war, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz und laden ein zu Gedanken wie "Na ein Kapitel geht noch". Musste abwechselnd lachen, unbedingt weiterlesen, habe die besten Stellen meinem Freund zitiert. Das Ende hat mich ziemlich verwirrt, anfangs auch enttäsucht. Aber irgendwie machte die Sinnlosigkeit des Endes die Geschichte auch wahrhaftiger, mehr wie das echte Leben. Jedenfalls mag ich Wolfgang Herrndorfs Bücher schon allein deshalb, weil sie gut geschrieben sind. Ich hatte auch Spaß an seiner Wortgewalt und seinem Witz.
- Brigitte Glaser
Sonnenberg
(45)Aktuelle Rezension von: DandyBei „ Sonnenberg“ von Brigitte Glaser handelt es sich um einen Roman.
Die knallgelbe Sonne ist ein Blickfang und durch die Auswahl der Farben erkennt man , dass es sich hier um einen Roman handelt, der in der Vergangenheit angesiedelt ist. Schrift und Klappentext lassen sich gut lesen.
Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin, lässt sich dieser Roman sehr flüssig lesen. Dieser Roman ist leicht verständlich, man kommt sehr gut in die Handlung hinein und kann sich die Handlungsorte, durch die bildhaften Beschreibungen, sehr gut vorstellen.
Konnte mich ganz in die 70 er Jahre hineinversetzen und so an den Gedanken und Aktionen der Protagonisten teilhaben.
Die Protagonisten werden sehr gut beschrieben, ihre Gedanken, Dialoge etc. führen dazu, dass man das Gefühl hat sie persönlich zu kennen. War die ganze Zeit über so gespannt , wie dieser Roman enden wird.
Der Plot ist abwechslungsreich und sehr interessant. Möchte hier, um die Spannung nicht zu nehmen, nicht zuviel verraten.
Ich empfehle diesen Roman weiter.
- Hakan Nesser
Die Lebenden und Toten von Winsford
(62)Aktuelle Rezension von: GivemeabookExmoor, an einem trüben Tag im November: Was will die allein reisende Frau mit Hund in dieser abgelegenen Gegend? Was hat sie zu verbergen? Wer ist hinter ihr her?
Die Inhaltsangabe auf der Rückseite:
Als ich zu dem Fenster hinaufblickte, entdeckte ich das Gesicht. Es war bleich, fast weiß, und gehörte einem jungen Mann, der uns offenbar beobachtete. Vollkommen reglos, so dass ich mir für einen kurzen Moment einbildete, es handelte sich um eine Puppe. Aber es war keine Puppe. Als wir ungefähr zehn Sekunden so gestanden und einander angeschaut hatten, hob er sachte seine rechte Hand und zog sie quer über die Kehle, die Bedeutung war unmissverständlich.
Das lässt einen Thriller erwarten, aber "Die Lebenden und die Toten von Winsford" ist kein konventioneller Krimi sondern ein Roman voller Spannung, für den man sich Zeit nehmen muss.
Die 55-jährige Schwedin Maria Anderson zieht im Spätherbst in das englische Dorf Winsford. Maria gibt sich als Schriftstellerin aus, die ein halbes Jahr lang zurückgezogen an einem Buch arbeiten möchte. Sie macht mit ihrem Hund Castor lange Spaziergänge und lernt die Bewohner von Winsford kennen, die ihre Anwesenheit ohne große Nachfragen schnell akzeptieren. Den wirklichen Grund für ihren Rückzug nach England sollten sie auch lieber nicht erfahren, er ist nämlich äußerst grausam. Die Handlung entfaltet sich nach und nach durch eine Vielzahl kleinerer Geschichten, die teilweise etwas abschweifend und manchmal zu detailliert geschildert sind.
Dieses Buch wird mich noch eine Weile gedanklich beschäftigen. Perfekt für kalte Herbst- und Wintertage bietet es alles, was man sich wünschen kann. Spannung, Stimmung, Atmosphäre, Schrecken, Unterhaltung und eine absolute Leseempfehlung.
- Aude Le Corff
Bäume reisen nachts
(197)Aktuelle Rezension von: Maza_e_KeqeManons Mutter ist vor 4 Monaten verschwunden, von einem Tag auf den anderen war sie einfach weg. Sie hinterließ ihrer Tochter und ihrem Ehemann Pierre Abschiedsbriefe und seitdem haben weder diese beiden noch die im selben Mehrfamilienhaus lebende Tante Sophie etwas von der jungen Frau gehört. Manon flüchtet sich ins Lesen, sitzt stundenlang unter der großen Birke im Hof und beginnt mit den Katzen und den Ameisen zu sprechen. Der 80-jährige Anatole, Lehrer für französische Literatur im Ruhestand, nimmt sich des Mädchens an. Unerwartet erhält die kleine, kaputte Familie eines Tages Briefe von Manons Mutter und die vier Menschen bilden eine ungewöhnliche Reisegesellschaft um sie zu suchen.
Anfangs etwas holprig fand ich glücklicherweise recht schnell in die Geschichte hinein, die abwechselnd aus den Perspektiven der Figuren erzählt wird. Besonders die lesebegeisterten Manon und Anatole habe ich sofort ins Herz geschlossen. Auch Sophie verbirgt eine ganz besondere Geschichte, die nach und nach ans Licht kommt und die mich sehr berührt hat.
Leider empfand ich das Ende als etwas "zu schnell" und dadurch auch irgendwie unglaubwürdig.
- Martin Mosebach
Mogador
(21)Aktuelle Rezension von: Wicki72Ein junger Mann sitzt in einem Hammam in Mogador, dem heutigen Essaouira. Nach und nach schält sich heraus, dass es sich hier um Patrick Elff, einem jungen Banker aus Düsseldorf handelt. Dieser ist nach einem Gespräch mit der Polizei aus dem Fenster des Polizeipräsidiums gesprungen und nach Marokko geflüchtet, wo er sich Hilfe von einem marokkanischen Finanzmenschen erhofft, der ihm noch einen Gefallen schuldet. Es ist ein Sprung in eine andere Welt. Patrick findet Unterschlupf bei Khadija, einer zweifachen Witwe, eine Analphabetin, die sich als Hure, Geldverleiherin und Prophetin nach oben gearbeitet hat.
Martin Mosebach zeichnet in diesem Werk zwei Figuren, die scheinbar gegensätzlicher nicht sein können. Im ersten Teil des Buches wird die Geschichte von Patrick erzählt, man erfährt wie er sich in diese Lage, in der er steckt, gebracht hat, erfährt von seinem beruflichen Aufstieg und von seiner Ehefrau Pilar, die er ahnungslos in Deutschland zurückgelassen hat. Im zweiten Teil zeigt uns Mosebach die Welt von Khadija, bringt uns ihre Kindheit näher, die Schwierigkeiten, in Armut aufzuwachsen. Er erzählt, wie sie es schafft, ihren eigenen Weg zu gehen und bringt uns gleichzeitig das Leben in Marokko näher. Es ist stellenweise wie eine Reise in 1001 Nacht. Mit sprachlich wunderschönen Bildern umschreibt Mosebach das Land, das Leben dort und die Sitten so farbenfroh und genau, dass man ganz in die Welt von Khadija eintaucht. Man hat das Gefühl mit „am Tisch“ zu sitzen, wenn beschrieben wird, mit welcher Liebe eine Teezeremonie durchgeführt wird oder wenn alle zusammen mit den Händen aus dem Topf versuchen die Fleischstücke heraus zu fischen. Besonderen Eindruck hat auf mich Mosebachs Beschreibungen des Meeres gemacht. Sätze wie „Gestaltung, Umgestaltung in eine frühere Gestalt zurückfließen, sie alsbald wieder auflösen, das war die anablässige Beschäftigung des Meeres, das keinen Augenblick ruhig dalag, sondern mit titanischer Energie Wogenprall und Wasserwucht erzeugte, nur um dieselben sich ausrasen und in überraschender Sanftheit wieder vergehen zu lassen“ ließen mich gedanklich in die Wogen eintauchen und ich hatte das Gefühl, das Rauschen des Meeres zu hören.
Im dritten Teil werden die Geschichten von Khadija und Patrick in der Gegenwart erzählt. Man erfährt von Patricks Schwierigkeiten mit seinem vermeintlichen Retter, Monsieur Pereira, in Kontakt zu treten und wird mit Khadijas Alltag vertraut gemacht. Karim, ein guter Freund Khadijas, der die beiden Hauptpersonen zueinander gebracht hat, erhält ebenfalls ein Gesicht.
Bevor sich im vierten Teil alles auflöst, bekommt auch Patricks Ehefrau, die anfangs blaß und eher schwach dargestellt wird, Konturen.
Auch wenn sich für mich am Ende alle Fäden etwas zu abrupt entwirren, ein wunderschönes, lesenswertes Buch.Besonders beeindruckt hat mich die Genauigkeit und die Liebe mit der Mosebach seine Figuren zeichnet und uns Bräuche und Sitten einer anderen Welt näherbringt. Sei es eine Beschreibung der Bettler der Stadt, denen er ein Gesicht gibt, sei es die Darstellung des Heimatdorfes von Karim mit den dort immer noch üblichen Bräuchen oder das Ritual des Hammam – Mosebach gelingt es, dass ich seine Beschreibungen in farbige Gedanken verwandeln. Und auch die Geisterwelt, mit der er Khadija umgibt, fügt sich so leicht und natürlich in die erzählte Geschichte ein, dass es mir ganz natürlich erschien.
Auf jeden Fall das beste Buch, welches ich in den letzten Wochen gelesen habe.
- S. Sagenroth
A. S. Tory
(40)Aktuelle Rezension von: Jeanette_LubeDieses Buch erschien 2020 und beinhaltet 266 Seiten.
„Eine Reise ins Ungewisse, eine Vinylsingle aus den siebziger Jahren und eine tragische Familiengeschichte.“
Sid ist fünfzehn und öffnet zu Beginn seiner Herbstferien eine E-Mail mit unbekanntem Absender. Er ahnt nicht, was auf ihn zukommt, lässt sich aber auf die Einladung des geheimnisvollen Mr. Tory ein. Es führt ihn von London quer durch Europa bis nach Marokko. Mit dem Mädchen Chiara begibt er sich gemeinsam auf die Suche nach einer vergriffenen Schallplatte und drei Brüdern. Zunächst beginnt alles mit Neugier und Abenteuerlust, dann nimmt es jedoch nach und nach eine gefährliche Wendung. Hier handelt es sich um einen spannenden Roadtrip, nicht nur für Jugendliche.
Ich kenne bereits fast alle Bücher der Autorin S. Sagenroth und nun wollte ich auch unbedingt den ersten Teil des Roadtrips von Sid lesen, denn Teil 3 und 4 kenne ich bereits und diese haben mir bereits super gefallen. Wie toll ist das denn, wenn man fünfzehn ist und solch eine Einladung bekommt? Ich hätte diese auch auf jeden Fall angenommen. Sid erlebt ein Abenteuer der besonderen Art. Warum hat Mr. Tory ausgerechnet Sid ausgesucht und warum soll er eine vergriffene Schallplatte suchen? Chiara ist dabei eine tolle Begleiterin und gemeinsam mit ihr macht es doppelt Spaß, denn schon vom äußeren Erscheinungsbild ist sie angenehm und ihre Art fasziniert Sid und auch mich. Es handelt sich hier um eine spannende, fesselnde, aufregende und packende Geschichte und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Sid ist ganz schön mutig und schreckt gemeinsam mit Chiara vor fast nichts zurück. Die beiden sehen sich einer Gefahr gegenüber, mit der keiner rechnen konnte. Ich hatte das Gefühl, selbst an diesem Abenteuer teilzunehmen aufgrund des tollen Schreibstils der Autorin. Sid hätte sicher am Anfang des Roadtrips nicht damit gerechnet, was hier alles passieren wird. Lest selbst! Dies ist super für Jugendliche, aber auch Erwachsenen kann dieses Buch ein tolles Leseerlebnis bieten. Mich konnte die Autorin S. Sagenroth auf jeden Fall mit dieser Geschichte begeistern, faszinieren und komplett überzeugen, einfach klasse!!! Auf jeden Fall ein Lesehighlight!
- Eva Roman
Pax
(18)Aktuelle Rezension von: Melanie-SchultzPAX von Eva Roman
zum Inhalt: (übernommen)
Pax wächst in einer Kleinstadt auf. An seine Eltern und den großen Bruder hat er keine Erinnerungen, sie sind von einer Afrikareise nicht zurückgekehrt. Tante Beatrix, seltsam altjüngferlich und einigermaßen verklemmt, arbeitet als Verkäuferin im örtlichen Kaufmarkt und zieht Pax groß, so gut sie eben kann. Dessen Kindheit und Jugend verlaufen zunächst ganz gewöhnlich provinziell. Sie ernährt und erzieht ihn, er sorgt dafür, dass er ihr keine Sorgen macht, und deckt sie zu, wenn sie vor dem Fernseher einschläft. Manchmal träumt er von einer echten Familie, er hat einen Kanarienvogel, eine beste Freundin Leni und außerdem, das wird ihm allmählich klar, etwas, wovon die anderen lieber nichts wissen sollten. Pax lernt früh, sich zu schämen, für alles und nichts, sich zu verstellen, um es anderen recht zu machen. Er will weg, kann aber Tante Beatrix nicht alleinlassen. Eva Roman erzählt sensibel und in fast greifbaren Bildern mit sehr genauem Blick fürs Detail. Ihr Roman handelt in vielen Facetten von Sorge und Fürsorge, von Generationenverantwortung und sozialer Normierung.
Die Autorin hat die Protagonisten wirklich gut und authentisch dargestellt. Der Schreibstil ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber absolut zu der Handlung der Geschichte.
Pax, der bei seiner Tante aufwächst, möchte gerne seine Träume verwirklichen, sein Leben leben. Eine ganz normale Kindheit haben ?
Dies ist aber aufgrund seiner Tante nicht möglich. So wirklich über Sorgen und Probleme kann er mit ihr nicht sprechen. Das zieht sich natürlich über das ganze Buch hinweg.
Vor allem, als klar wird, dass Pax auf Jungs steht, zieht er sich immer mehr zurück.
Ich vergebe PAX sehr gerne 4 STERNE.
- Mona Ameziane
Auf Basidis Dach
(134)Aktuelle Rezension von: The_Lord_Pepper"Auf Basidis Dach" von Mona Ameziane, erschienen bei KiWi, ist die autobiografische Erzählung der Autorin über ihre Erfahrungen mit der Frage nach Identität und Heimat in zwei Kulturen.
"Der österreichische Schriftsteller Hugo von Hoffmannsthal hat einmal gesagt, er habe sich bei seinem ersten Besuch in der Medina gefühlt, als sei er in das innere eines Granatapfels geraten." - dieses Zitat fasst eigentlich sehr gut zusammen, wie sich Ameziane's Buch anfühlt, und wer schon einmal die Medina einer marokkanischen Stadt erlebt hat, kann dieses Gefühl vermutlich aus eigener Erfahrung bestätigen. Im Mittelpunkt von "Auf Basidis Dach" steht vor allem eine Reise, die Ameziane mit ihrem Vater unternommen hat, um als Erwachsene auch bewusster bekannte und unbekannte Eindrücke einorden zu können und bisher nicht gestellte Fragen stellen zu können. Dazwischen baut die Autorin regelmässig Rückblenden auf frühere Erfahrungen in und Reisen nach Marokko ein.
Man könnte meinen, für eine Autobiografie muss der Autor ein langes, bedeutendes Leben gehabt haben - nun, das stimmt nicht, wie Mona Ameziane eindrücklich beschreibt. Ihre Erinnerungen und Erfahrungen nehmen den Leser behutsam mit in zwei verschiedene Welten - und ich schreibe bewusst nicht "zwischen" sondern "in" zwei Kulturen: Ameziane scheint sich sowohl mit ihrem deutschen als auch ihrem marokkanischen Hintergrund sehr wohl zu fühlen, was ihrer Beschreibung nach auch ein wesentliches Verdienst ihrer Eltern ist, die ihr beide Welten vermittelt haben.
Für jemanden, dem die Erfahrung zweier Welten fremd ist hat mir das Buch sehr spannende Einblicke vermittelt. Auf das Buch gestossen bin ich kürzlich auf der Suche nach in Marokko handelnden Büchern zur Reisevorbereitung. Ich habe dieses Buch zwar erst im Anschluss gelesen, was aber eigentlich ganz wunderbar war, denn so hat sich direkt eine viel plastischere Vorstellung der erzählten Erlebnisse ergeben. Mona Ameziane schreibt auf eine sehr lockere, unterhaltsame Art und mit viel Sprachwitz, so dass das Lesen sehr leicht fällt.
Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne beim Lesen gedanklich in ferne Länder und Welten reisen, und die Freude an einer fröhlichen, lebendigen Sprache haben.
- Andreas Pflüger
Niemals - Thriller (Jenny Aaron 2)
(125)Aktuelle Rezension von: San_KellerAuch den zweiten Band der Reihe um die blinde Polizistin Aaron fand ich spannend und gut geschrieben.
Mittlerweile habe ich mich mit dem Schreibstil vom Autor vertraut gemacht. Wie bereits im ersten Band wird man mit einer Flut von Infos, Handlungssträngen, Charaktere und Perspektiven konfrontiert. Da ich an der Geschichte dranbleiben und zeitnah zu Band eins lesen konnte, war es kein Problem. Leider hatte ich es nur auf E-Book, was ein zurückblättern (was ich häufiger machen musste um nachzulesen wie was wo war) schwieriger.
- Juliet Hall
Das Leuchten des Safrans
(11)Aktuelle Rezension von: AleidaDas Leuchten des Safrans von Juliet Hall
Inhalt:
Zwei Frauen aus England begeben sich aus unterschiedlichen Gründen auf eine Reise nach Marokko. Nell hat von ihrem Mann einen Kochkurs dort geschenkt bekommen. Allerdings steht es mit ihrer Ehe nicht zum Besten. Gleichzeitig muss sie den Tod ihrer Mutter verarbeiten. Diese hat Safran in England angebaut. Nell möchte sich auf die Spuren des Safrans in Marokko begeben. Amy ist Fotografin und arbeitet in einer Kunstgalerie. Sie möchte eine Ausstellung über dieses Land vorbereiten. Außerdem ist sie in Marokko auf der Suche nach einem verschollenen Familienmitglied.
Cover:
Ein sehr schönes und ansprechendes Cover, das mit seinen pastelligen und lila Farben gut zum exotischen Handlungsort passt. Besonders die Safranblüten stechen hervor.
Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Juliet Hall. Die Autorin entführt den Leser von England aus auf eine Reise nach Marokko. Aus der Perspektive von u.a. Nell und Amy lernt man das Land kennen. Die Schilderungen von Land und Leute, Kultur, Essen, Gewürze, Musik und Architektur sind der Autorin gut gelungen und man fühlt sich in dieses exotische Land versetzt. Es gibt verschiedene Handlungstränge, die schließlich geschickt zu einem großen Ganzen verknüpft werden. Besonders die Geschichte von Glenn, die in den 70er Jahren in Marokko spielt, hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr interessant und spannend sein Leben mitzuverfolgen! Er ist ein besonderer Mensch, der viel in seinem Leben erlebt hat und es auch nicht immer leicht hatte. Ich muss gestehen, dieser Teil hat mir eigentlich am besten gefallen. Auch Amy und Nell waren wir zwar sympathisch, aber eine richtige Verbindung konnte ich zu ihnen nicht aufbauen. Bei den Liebesbeziehungen der beiden ist bei mir der Funke leider nicht übergesprungen. Bei Amy ging mir einiges doch dann zu schnell und die Entwicklung der Gefühle zu ihrem Freund wurde nicht richtig deutlich. Hier hätte die Autorin noch etwas mehr in die Tiefe gehen können. Nell möchte sich mit der Reise auch auf die Spuren ihrer Mutter begeben. Auch dies kam für mich etwas zu kurz.
Die Autorin schafft es sehr gut, die verschiedenen Handlungen miteinander zu verweben, so dass das Buch für mich, trotz ein paar Schwächen, recht abwechslungsreich und unterhaltsam war. Der Schreibstil ist flüssig und gut zulesen. Der exotische Schauplatz der Handlung ist außerdem ein Pluspunkt!
Fazit:
Trotz ein paar Schwächen ein unterhaltsamer Roman, der den Leser auf eine spannende Reise zu besonderen Menschen mitnimmt. Ich vergebe 3,5 Sterne! - Abla Alaoui
Bissle Spätzle, Habibi?
(246)Aktuelle Rezension von: wortknaeuelBei Familie Baysan in Hamburg wird gefeiert: die eine Tochter heiratet und ihr Bruder verkündet seine Verlobung. Ist klar, dass nun auch der Druck auf die Älteste wächst! Kurzerhand sucht die Mutter für die 30-jährige Amaya einen Kandidaten auf Minder aus, dem Tinder für Muslime. Doch Liebe lässt sich nicht erzwingen – statt in Ismael verguckt sich Amaya in seinen besten Freund Daniel. Wie soll sie ihren aus Marokko stammenden Eltern nur erklären, dass sie einen schwäbischen Atheisten liebt? Um Zeit zu schinden, verstrickt sie sich in immer mehr Notlügen. Und dann steht sie als Telenovela-Sternchen auch noch unter ständiger Beobachtung von Presse und Followern – wie kompliziert kann Liebe sein?!
Ich muss zugeben: es fiel mir manchmal schwer, Amayas Verhalten zu verstehen und ich fand ihr ewiges Zaudern und ihre Lügengeschichten schwer aushaltbar. Andererseits erklären die Episoden aus Amayas Vergangenheit ihre Ängste und Sorgen in der Gegenwart, und machen die Handlung dadurch nachvollziehbar.
Amayas Familie und Freunde sind wirklich zum knuddeln. Es wird viel gegessen, gefeiert und geschimpft, was interessante Einblicke in die marokkanische Kultur und Denkweise ermöglicht und vermittelt, warum das Leben der in Deutschland aufgewachsenen Generation vielleicht auch manchmal so wahnsinnig kompliziert ist. Ich fand die Struggles des Aufwachsens und das Hin- und Hergerissensein zwischen den Kulturen ganz gut nachfühlbar. Dabei geht es überwiegend lustig zu, es gibt aber auch sehr traurige Momente.
Sicherlich hat die Autorin Abla Alaoui ganz viel von ihren eigenen Erfahrungen in Amaya hineingelegt. Als Musical- und Film-Schauspielerin mit marokkannischen Wurzeln weiß sie, wovon sie schreibt, und das merkt man.
„Bissle Spätzle, Habibi?“ ist eine warmherzige Liebesgeschichte, mit sympathisch gezeichneten Figuren und einem spannenden Auf- und Ab der Gefühle.
- Esi Edugyan
Washington Black
(95)Aktuelle Rezension von: Elina_moroEs ist ein Abenteuerroman über wichtige Themen wie außergewöhnliche Freundschaften, Sklaverei und Kampf um die Freiheit. Apropos Freiheit. Was bedeutet sie? Was würde sie einem Sklaven bedeuten, wenn er nicht ganz genau weiß, was er machen würde, wäre er frei?
Die Autorin liefert uns eine Geschichte über das Schicksal eines schwarzen Sklavenjungen Wash. Die Story wird auch aus seiner Perspektive erzählt. Manche seine Formulierungen erscheinen grammatikalisch inkorrekt, was mich überhaupt nicht gestört hat. Dabei bekommt man das Gefühl, dass der Protagonist ungebildet ist. Seine Naivität und wie Wash sich während der Zeit persönlich entwickelt hat, hat mich sowohl überrascht, als auch schockiert. An manchen Stellen kam mir der Roman anhand zu vielen Beschreibungen zu lang vor. Nichtsdestotrotz würde ich das Buch diejenigen weiterempfehlen, die sich für diese Thematik interessieren.
- James von Leyden
Schatten über Marrakesch
(12)Aktuelle Rezension von: The_Lord_PepperJames von Leyden erweckt seinen Kommissar Karim Belkacem in einem mit viel Leidenschaft (pun intended) beschriebenen Marrakesch zum Leben. Es ist Hochsommer, der heisseste seit Jahren, und zudem Ramadan, eine Zeit also, die den Menschen in der Stadt physisch alles abverlangt. Karim sollte sich als Familienoberhaupt - der Vater ist früh verstorben - um die Hochzeit seiner Schwester kümmern. Doch plötzlich stellt der Mord an einer jungen Frau, Tochter einer ehemals befreundeten Familie, alles auf den Kopf. Karim setzt alles daran, der Wahrheit auf die Spur zu kommen um der jungen Frau ein letztes Mal Gerechtigkeit widerfahren lassen zu können. Wer und was steckt dahinter? Fanatische Sittenwächter, rücksichtslose Touristen, arrogante zugewanderte Europäer? Von Leyden verwebt geschickt verschiedene Handlungsstränge - wir begegnen auch einer jungen Engländerin, die nach einem Diebstahl in Marrakesch festsitzt; Kay, ebenfalls Engländerin, die als Auswandererin ein Riad betreibt; Sébastien, Architekt aus Frankreich und Kay's Partner, der je länger desto mehr Opfer seiner eigenen Arroganz wird...
"Schatten über Marrakesch" wird jedem Liebhaber von Regional-Krimis spannende Stunden bereiten - rundum zu empfehlen.
- Thomas Fitzner
Deine fremde Tochter
(15)Aktuelle Rezension von: TextgemeinschaftDer Fall an sich ist spannend, aber das Buch war wirklich anstrengend zu lesen und im Grunde kurz nach der Mitte für mich nur noch "Zugabe, die nicht mal besonders gut war". Ein Vergleich zu Herzberg und le Carré scheint mir ziemlich gewagt. Weder von der Schreibqualität noch von der Story reicht dies Buch an die beiden Bestsellerautoren heran.
Im Grunde hätte man nach dem halben Buch ein rundes Ende finden können - der Leseabschnitt am Ende war einfach nur zäh und irgendwie auch nicht ergiebig. Das Ende dann unrund.
Von mir 3,5 von 5 Sternen wie immer wohlwollend aufgerundet.
- Doris Dörrie
Die Heldin reist
(25)Aktuelle Rezension von: MelB2508Die Heldin reist von Doris Dörrie ist ein sehr persönliches Buch und hat mich auf vielen Ebenen angesprochen. Wir lesen von 3 besonderen Orten und damit verbunden Menschen, die der Autorin wichtig sind: San Francisco, Japan und Marrakesch. Die San Francisco Reise bildet eine Art Rahmen um die beiden anderen, wobei Japan der Schwerpunkt zukommt.
Mit Japan verbindet die Autorin sehr viel - und sie findet eine Freundin, deren (teils sehr traurige) Geschichte Teil des Buches ist. Marrakesch bereist sie mit einer deutschen Freundin.
Ich mochte den Stil des Buches sehr - teilweise augenzwinkernd, oft lebens-weise und auch nachdenklich, manche Stellen schockierend, andere lustig und skurril.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter - es ist sehr lesbar und vor allem persönlich und ich habe Dinge erfahren, die ich noch nicht wusste, über den Menschen Doris Dörrie.
- Mounia Jayawanth
Mit dir bin ich echt
(49)Aktuelle Rezension von: Marie-Therese89Als ich den Klappentext las, stach mir dieser Satz direkt ins Auge: Sie hat ihn beinahe vergessen - doch er hat auf sie gewartet.
Irgendwie hat mich das berührt und allein schon deshalb wollte ich die Geschichte von Neyla und Adam lesen. Es handelt sich bei „Mit dir bin ich echt“ (allein schon der Titel ist so schön, oder?) um einen gefühlvollen YA-Sommer-Romance Roman, der mit liebenswerten Protagonisten und einer Geschichte mit Tiefe überzeugt.
Es werden dabei auch wichtige Themen behandelt, die die Autorin einfühlsam aufarbeitet. Alles in allem ein wirklich gelungener Roman!
- Lara Adrian
Pakt der Dunkelheit
(52)Aktuelle Rezension von: DianaELara Adrian – Midnight Breed Novelle, 5, Pakt der Dunkelheit
Seit einem Jahr weiß Jehan das er zurück in seine Heimat muss, um seine Pflicht zu erfüllen. Seit einem Jahr versucht er nicht darüber nachzudenken, dass er verheiratet werden soll, obwohl ihm so überhaupt nicht der Sinn nach einer Stammesgefährtin steht. Aber ein Jahrhundertealter Vertrag verlangt von ihm sich wenigstens seiner Braut Seraphina vorzustellen und acht Tage und Nächte mit ihr zu verbringen, um sie näher kennen zu lernen.
Seraphina ist genauso wenig begeistert davon einen brutalen Ordenskrieger, der für Tod und Gemetzel steht als Gefärten zu nehmen, und so ist schnell eine Lösung gefunden: Der Ort, an dem sie und Jehan sich zurück ziehen müssen, wird kurzerhand aufgeteilt, es gibt keine Berührung, keine Gespräche und schon gar kein Küsse.
Doch bereits am ersten Abend werden die Regeln gebrochen, denn weder Jehan noch Seraphina können sich der Anziehungskraft entziehen.
Selbst wenn die Beiden sich aufeinander einlassen und den Bund eingehen, sind ihre Leben zu unterschiedlich um sie miteinander zu vereinen.
“Pakt der Dunkelheit” hat mir besonders gut gefallen, da die Shortstory nicht nur sinnlich sondern auch humorvoll und da Jehan ein echter Sonnenschein ist. Ich mochte den Krieger, der in Lazaro Archers Team ist, bereits bei unserer ersten Begegnung. Charmant, strahlend, witzig, aber eben auch ein Krieger durch und durch ist er facettenreich und lebendig dargestellt, was mir sehr gut gefiel.
Auch Seraphina konnte mich vom ersten Augenblick an für sich gewinnen, da die toughe junge Frau trotz des Vertrages mit sich zu kämpfen hatte und vom ersten Augenblick Jehan nicht aus den Augen lassen konnte, obwohl sie dies natürlich vor allen anderen aber besonders vor sich selbst leugnet. Hier wird mit einigen Vorurteilen aufgeräumt, und ich würde sogar sagen, für mich ist diese Novelle sogar mein bisheriger Favorit.
Der lockere, flüssige Erzählstil, dazu der schnelle Spannungsaufbau, die temporeiche, abwechslungsreich und humorvolle Story, dazu eine gute Portion Erotik und Abenteuer, ein klein wenig Action und natürlich Opus Nostrum, die mitmischen ergeben auf ca. 140 Seiten eine wundervolle, fesselnde und mitreißende Story, die ich in kürzester Zeit durchgelesen hatte.
Wie auch die übrigen Novellen kann diese eigenständig gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen ist. Es gibt kleinere Hinweise zu Vor-Novellen oder auch zur Hauptgeschichte. Trotzdem kann man der Story uneingeschränkt folgen, dennoch empfehle ich natürlich die komplette Reihe zu lesen, weil sie einfach zu meinen Favoriten gehört.
Das Cover passt auch hier wieder zur Reihe und hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Fazit: Fantasy-Romance vom Feinsten. Jehan und Saphira sind wohl das charmanteste Paar der Reihe. 5 Sterne.
- Julia Drosten
Die Löwin von Mogador
(33)Aktuelle Rezension von: AsbeahÜber das Leben, die Liebe, vertane Chancen, falsche Entscheidungen und Verrat: Einen unerwartet guten Pageturner habe ich da entdeckt. Das Autoren Team war mir nicht bekannt, und von Selfpublishern wurde ich schon oft enttäuscht, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Hier aber ist alles in ziemlich bester Ordnung!
Ich würde diesen Roman als viktorianisch-orientalisches Familiendrama bezeichnen. Festgefügte englische Sitten prallen auf die gegensätzliche Lebensart der Marokkaner, als Sibylla und ihr Mann 1836 in Marokko eintreffen, um dort ihre Reederei- und Handelsvertretung auszubauen. Sibylla und ihr Mann Benjamin haben jedoch unterschiedliche Motive dafür. Sie ist die loyale Tochter des Reeders, er hingegen ein von Gier und Berechnung getriebener leitender Angestellter. Sibylla gelingt es, sich anzupassen ohne dabei ihre englische Würde zu verlieren, Benjamin hat daran kein Interesse. Er freundet sich nur mit zwielichtigen Gestalten an, die seinen eigenen Zielen dienen können. Dann kommt es eines Tages zu einem Eklat, der alles vernichten könnte, Sibyllas Kinder, ihre Familie in England, die Reederei und alle die von dieser abhängig sind. Nun wird es sich zeigen, ob ihre Freunde wirkliche Freunde sind, denn eine Rückkehr nach England kommt für die tapfere Sibylla nicht in Frage.
Die Charaktere fand ich gut geschildert. Niemand ist nur gut oder nur böse. Jeder hat seine Vorzüge und Schwächen. Sibylla als Hauptperson war mir sehr sympathisch, sie ist stark, intelligent und ihre Handlungen sind immer nachvollziehbar, auch wenn ihre unversöhnliche Art gelegentlich enttäuschend ist. Auch die Männer in diesem Roman haben allerlei Schwächen, unrealistische strahlende Helden gibt es hier nicht, wohl aber die Liebe, die über Jahrzehnte hinweg manchmal seltsame Wege geht...
Mein Fazit: Spannend, opulent, anrührend. Verdiente 5 Sterne!
- Lucy Foley
Das Versprechen eines Sommers
(38)Aktuelle Rezension von: ReisebaerenHal ist ein junger Schriftsteller, der vor seiner eigenen (Kriegs-)Vergangenheit aus England in den frühen 50er Jahren nach Rom flieht. Dort lebt er mehr schlecht als recht von einigen wenigen Aufträgen für die Zeitung. Eines Abends darf er durch eine glückliche Fügung auf eine Party der Reichen und Schönen. Dort lernt er die Contessa kennen, eine ältere gut betuchte Dame, die sich seiner annimmt. Ebenfalls auf der Party ist Stella, eine unnahbare wunderschöne Frau. Sie verbringen eine Nacht zusammen und wissen beide, dass es einmalig war. Doch ein Jahr später sehen sie sich wieder. Die Contessa hat Hal als Journalist engagiert, um über ihren Film und dessen Präsentation zu schreiben. Dazu sind neben den Hauptdarstellern, der Regisseur, ein Fotograf und auch Stella und ihr charmanter, aber kalter Mann eingeladen. Sie segeln mit einer Yacht von Hafen zu Hafen und dabei beginnt erst langsam, dann jedoch immer stärker die Luft zwischen Stella und Hal zu knistern. Doch auch die andern Teilnehmer dieser Fahrt tragen ein eigenes Geheimnis. Welle für Welle öffnen sich die Menschen Hal und auch Stella kann ihm irgendwann nicht mehr widerstehen. Alles steuert schließlich auf das große Finale zu, bei dem es eigentlich um die Premiere des Films gehen soll.
Zweifelsfrei kann Lucy Foley gut schreiben. Sie hat ein tolles Gefühl für Situationen, Beschreibungen der Umgebung, grandiose Vergleiche. Auch die Charaktere sind ihr durch und durch gelungen. Nicht nur die zwei Hauptcharakter, sondern auch die Nebendarsteller haben ihr eigene plausible Geschichte. Alle haben Geheimnisse, die Stück für Stück aufgedeckt werden. Die Geschichte an sich ist sehr unterhaltsam, spannend und manchmal etwas mysteriös.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich war von Anfang an dabei und war gespannt wohin das Abendteuer führt. Das einzige was mir nicht so gefallen hat, war das Ende. Es hat mich überrascht, war mir aber ein Stück zu einfach aufgrund der vorangegangen Spannung, die erzeugt wurde. Lesenswert ist es auf jeden Fall.
- Leïla Slimani
Das Land der Anderen
(73)Aktuelle Rezension von: Betty_LiteraturMathilde lernt 1947 den marokkanischen Ehemann, der im Dienst der französischen Armee gekämpft hat, am Ende des Krieges im Elsass kennen und folgt ihm in seine Heimat. Sie leben zunächst im Haus der Schwiegermutter in der Medina von Meknès, später auf einem heruntergekommenen Hof, auf dem Land, den der Vater dem Sohn hinterlassen hat.
„Und genau in dem Moment begriff sie, dass sie eine Fremde war, eine Frau, eine Ehefrau, ein Mensch, der der Gnade der anderen ausgeliefert war.“
Das neue Land, die Sitten und Gebräuche verunsichern die junge Frau, stoßen sie ab.
Das Leben ist für das ungleiche Paar nicht leicht, sowohl die Araber als auch die französischen Siedler bleiben distanziert, die Liebe zwischen Mathilde und Amine leidet unter den Lebensbedingungen auf dem Land. Der Alltag ist hart und freudlos. Mathildes Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer, ihre Suche nach Sinnlichkeit werden nicht erfüllt. Sie spürt ihre Machtlosigkeit immer mehr, muss sich den Gesetzen ihres Mannes und des Landes unterordnen.
Die Tochter Aïcha lebt ebenso zwischen zwei Kulturen, besucht eine christliche Schule, wird von den Mitschülerinnen nicht akzeptiert.
Die Stadt Meknès besteht aus der traditionellen Altstadt und einem modernen, europäischen Teil und so ist auch Mathildes Familie hin- und hergerissen zwischen diesen beiden Polen.
Die politische Unruhen Mitte der 50er Jahre erschüttern das Land, die Gewaltbereitschaft wird immer größer und „Weil niemand wusste, wer auf welcher Seite stand, herrschte überall Angst.“
Vielfältige, faszinierende Charaktere zeigen in diesem Roman das Alltagsleben dieser unterschiedlichen Menschen in den Zeiten des Aufbruchs und Umbruchs in Marokko in den 50er Jahren. Das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und politischer Haltungen ist spannend und wird von der Autorin in all seiner Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit ausgebreitet.
Ein Buch voller trauriger Poesie, ein literarisches Meisterwerk.
Es ist Teil 1 einer Trilogie der in Frankreich mehrfach ausgezeichneten Autorin, in der sie sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinandersetzt.
Übersetzt aus dem Französischen von Amelie Thoma.
- Jane Johnson
Die Sklavin des Sultans
(13)Aktuelle Rezension von: ThePassionOfBooksDie Autorin hat einen sehr blumigen, ausschmückenden Schreibstil, der mir bereits zu Beginn Probleme bereitet hat. Durch die vielen Ausschweifungen entstehen ungewollt einige Längen.
Die Geschichte selbst erlebt man zum einen aus der Perspektive des Sklaven Nus-Nus und dann aus der Sicht von Alys. Nus-Nus war für mich schwer einzuschätzen und ich fand es irgendwie seltsam wie frei er sich als Sklave bewegen kann, ich hätte als Herrscher Angst, er könnte fliehen wenn er ständig alleine beim Markt Besorgungen erledigt. Alys wiederum war mir sehr sympathisch und die Entführung und deren Folgen sind alles andere als leicht für sie zu ertragen. Sie wird beinahe wie ein Stück Vieh an den Sultan Ismail verschachert und anschließend mit Gewalt seinem Willen unterworfen.
Die Autorin beschreibt sehr ausführlich, wie das Leben im Harem sich gestaltet und dabei wird schnell deutlich, dass die Frauen der Gnade ihres Herrschers hilflos ausgeliefert sind. Doch nicht nur ihm sind sie ausgeliefert, sondern auch der Gnade und der Laune der Hauptfrau Zidana, eine Frau, die man auf keinen Fall unterschätzen sollte.
Insgesamt waren diese Beschreibungen, also beispielsweise der Alltag im Harem oder das turbulente Treiben auf dem Markt, oftmals interessanter als die eigentliche Geschichte.
Die Freundschaft zwischen Alys und Nus-Nus lässt sehr lange auf sich warten und abgekauft habe ich ihnen diese dann ehrlich gesagt nicht.
Die Autorin verliert sich in vielen Details und dadurch wird die Story zum einen recht unübersichtlich, aber auch langatmig. Ich musste mich sehr durch die Seiten durchquälen und habe dann ab ca. der Hälfte das Buch schweren Herzens abgebrochen. Mein Interesse war dahin und Hoffnung, dass es noch einmal spannender werden könnte hatte ich ebenfalls nicht mehr. Wirklich sehr schade. - Leïla Slimani
Trag das Feuer weiter
(65)Aktuelle Rezension von: Laura_SimonIch habe von diesem Buch definitiv etwas anderes erwartet, denn die Erkrankung von Mia hat letztlich gar keine so große Rolle in diesem Buch, wie ich erwartet hätte.
Bisher kannte ich kein Buch von der Autorin und war sehr gespannt. Ich kam zunächst sehr gut ins Lesen, habe dann aber zunehmend Schwierigkeiten bekommen, in der Komplexität der wechselnden Perspektiven und Charaktere noch mitzukommen. Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich die ersten zwei Bücher der Trilogie auch gelesen hätte.
Die vielfältigen und teils heftigen Familienverstrickungen und -geschichten werden sehr vielschichtig erzählt und werden dadurch sehr greifbar. Das empfinde ich eindeutig als große Stärke des Buchs: Die Charaktere sind vielschichtig, es gibt keine "klaren" Erklärungen und Narrative und das hat mich gut in die Familiengeschichte hineingezogen. Insgesamt hat mich das Buch auf jeden Fall beeindruckt. Vor allen Dingen, zu sehen, wie unterschiedlich die zwei Schwestern rebellieren und kompensieren. Das "Puzzle" setzt sich mehr und mehr zusammen, doch am Ende stand ich mit vielen Fragen da, als ich das Buch zugeschlagen habe. Alles in allem aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
- Lucy Clarke
The Surf House
(314)Aktuelle Rezension von: claudi-is-reading🌊 Ein Paradies zum Surfen – und der gefährlichste Ort, an dem Bea hätte landen können.
📖 𝗗𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁’𝘀:
Nach einem Überfall in Marrakesch verliert Bea Pass, Geld und ihre Pläne. Zufällig findet sie Unterschlupf in einem idyllischen Surf House an Marokkos Küste. Zwischen Wellen und Aussteiger-Vibes scheint sie endlich zur Ruhe zu kommen – bis eine Backpackerin verschwindet und ein Gast tot angespült wird.
💭 𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗠𝗲𝗶𝗻𝘂𝗻𝗴:
Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Besonders das atmosphärische Setting hat mich begeistert – ich konnte die Sonne auf der Haut und das Meeresrauschen förmlich spüren. Mit Beas Ankunft im Surf House wird die Geschichte ruhiger, lebt aber von der besonderen Atmosphäre, kleinen Ungereimtheiten und Savannahs Tagebucheinträgen, die immer neue Fragen aufwerfen. Für mich ist The Surf House eher ein Spannungsroman als ein Thriller. Das Finale zieht das Tempo jedoch deutlich an und überrascht mit gelungenen Wendungen.
👥 𝗖𝗵𝗮𝗿𝗮𝗸𝘁𝗲𝗿𝗲:
🌊 Bea – wächst über sich hinaus.
🏄 Marnie – herzlich, aber geheimnisvoll.
🤫 Ped & Aiden – undurchschaubar und verdächtig.
✨ 𝗛𝗶𝗴𝗵𝗹𝗶𝗴𝗵𝘁𝘀:
🇲🇦 Marokko-Setting
🌊 Surf-Community
📖 Savannahs Tagebuch
🧩 Miträtselpotenzial
🔥 Starkes Finale
✍️ 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭:
The Surf House ist ein atmosphärischer Spannungsroman mit Urlaubsfeeling, Geheimnissen und einem starken Finale. Wer gerne langsam miträtselt statt Daueraction erwartet, wird hier gut unterhalten.
- Hagen Ulrich
Hochzeit der Vampire ...
(29)Aktuelle Rezension von: WildponyHochzeit der Vampire - Hagen Ulrich
Kurzbeschreibung Amazon:
Single, schwul und Vampir. Als ob das nicht reichen würde. Ein furchtbares Unglück, bei dem ein Großteil des marokkanischen Buchari-Vampir-Clans ums Leben kommt, katapultiert den 22jährigen Oud-Musiker Elias in die Rolle des Erben der Familienstiftung, denn Lalla Sara, die 800 Jahre alte Vorsitzende der Stiftung, möchte sich eigentlich zur Ruhe setzen.Elias aber träumt von einem Leben als Musiker und Lalla Sara sieht, dass Elias in Depressionen versinkt und schickt ihn mit seiner Zwillingsschwester Mounia zum Studium nach Bonn. Dort begegnet Elias dem Studenten Jan Meyer-Frankenforst und es funkt kräftig zwischen den beiden. Aber ganz anders, als Elias sich das wünscht. Trotzdem lässt sich Elias nicht unterkriegen, obwohl er manchmal fast verzweifelt an dem blonden Idioten, wie seine Schwester Mounia den eitlen Kraftsportler und oberflächlichen Modefetischisten Jan abfällig nennt. Doch der hat ganz andere Ängste, die er hinter seinem arroganten Gehabe versteckt. Er befürchtet, mit Al-Quaida unter einem Dach zu leben und macht den Zwillingen das Leben zur Hölle.Als Jan merkt, dass Elias kein verkappter Attentäter ist, ist es fast zu spät. Jan hat mit dem ganzen romantischen Vampirquatsch wie er es nennt nichts am Hut und macht nach einem Kinobesuch eine dumme Bermerkung über Vampire. Ohne zu wissen, was Elias und seine Schwester sind, verletzt er den jungen Musiker damit und treibt ihn in die Fänge einer kriminellen Schlägertruppe in Bad Godesberg. Der alte Hausarzt der Familie Meyer-Frankenforst muss sein ganzes Können aufbieten, um den jungen Vampir zu retten, denn so hieb- und stichfest sind die Buchari-Vampire nun auch wieder nicht. Doch dieses Ereignis hat überraschende Folgen für die Beziehung der beiden jungen Männer.
Mein Leseeindruck:
Ich kannte das Bundesamt für magische Wesen durch seine Internetauftritte, vor allem vom Facebook. Und ich mag dieses unkomplizierte homosexuelle Ehepaar, das hilft wo es kann, schon sehr. Auch wenn ich sie nicht persönlich kenne, so wurde durch doch die sozialen Medien eine große Sympathie aufgebaut.
Umso schöner das Hagen Ulrich Autor ist und seine eigene Fantasy schreibt. Daher habe ich mich sehr auf das Buch gefreut und es auch mit großer Begeisterung gelesen. Natürlich gibt es weitere Folgebände, die ich ebenfalls super gern lesen werden.
Band 1 mit Hochzeit der Vampire punktet mit sympathischen Protagonisten, menschlichen (und vampirischen) Gefühlen, dem normalen "Kuddelmuddel" im gemeinsamen Zusammenleben und natürlich auch in Gefühlen. Daher haben es die Neuankömmlinge in Bonn anfangs gar nicht so leicht. Ein schweres Schicksal hat sie getroffen und sie kommen nun in einen neuen Verbund, der sie erst mal misstrauisch beäugt und sich erst mal ganz sperrt. Also wie im normalen Leben der ganz normale Wahnsinn. Dafür absolut spannend und intensiv geschrieben.
Fazit:
Der Start in diese Vampir-Reihe ist wundervoll geglückt. Gefühle sind in allen Variationen vorhanden und machen dieses Buch zu dem, was es auch sein soll: Fantastischer Lesespaß.
Von mir gibt es mit einem herzlichen Dankeschön volle 5 Sterne und eine große Leseempfehlung. *****























