Bücher mit dem Tag "marseille"
46 Bücher
- Patrick Süskind
Das Parfum
(10.277)Aktuelle Rezension von: maryannboomIch habe „Das Parfum“ zweimal gelesen. Und ich glaube, das sagt schon einiges aus. Erstaunlicherweise hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen, obwohl ich bis heute nicht genau erklären kann, warum.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Mensch, der besessen davon ist, den perfekten Duft zu finden. Aber manchmal frage ich mich: Hat Grenouille tatsächlich nur nach einem Duft gesucht? Oder verbarg sich hinter dieser Besessenheit etwas viel Größeres? Vielleicht versuchte er, den Sinn seiner eigenen Existenz zu finden, sich als Teil einer Welt zu fühlen, in der für ihn scheinbar kein Platz war.
Ehrlich gesagt habe ich darauf bis heute keine Antwort gefunden. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich Grenouille selbst wirklich verstanden habe. Seine Taten sind grausam, seine Persönlichkeit ist abstoßend. Und trotzdem liegt in dieser Geschichte etwas, das mich einfach nicht gleichgültig lässt.
Vielleicht muss man nicht mit jeder literarischen Figur mitfühlen. Und vielleicht muss man auch nicht jedes Buch bis ins letzte Detail verstehen, um es lieben zu können.
„Das Parfum“ gehört bis heute zu meinen Lieblingsromanen. Und vielleicht ist es gerade diese seltsame Mischung aus Faszination, Abscheu und Unverständnis, die mich selbst nach Jahren immer wieder gedanklich zu dieser Geschichte zurückkehren lässt.
- Rolf Börjlind
Die dritte Stimme
(140)Aktuelle Rezension von: Seb1717Die Hauptcharaktere gefallen mir gut. Gerade Olivia als angehende Polizistin wirkt junggeblieben und macht ihre Erfahrungen. Kann man sich gut reinversetzen. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre, dass ich ein großer Freund von Cliffhängern bin. Bisher noch nicht geschehen, aber es kommen ja noch einige Werke dieser Reihe :)
- Imogen Kealey
Die Spionin
(146)Aktuelle Rezension von: itwt69"Die Spionin" ist eine mitreißende Tatsachengeschichte über eine ungewöhnliche Frau, die sich der französischen Resistance angeschlossen hat. Der Buchtitel allerdings ist irreführend, spioniert hat Nancy Wake allenfalls nebenbei. Zunächst als Fluchthelferin und später als Captain in Zusammenarbeit mit der Resistance hat sie durch unerschütterlichen Mut dazu beigetragen, dass das Grauen ein Ende fand, auch wenn es für viele kein wirkliches Happy End gab -> 4,5 Sterne
- Marie Leander
Als wir den Himmel berührten
(22)Aktuelle Rezension von: StephaniePJuline und ihr frisch angetrauter Ehemann Georg befinden sich in ihren Flitterwochen, als der zweite Weltkrieg ausbricht. Das Paar strandet in Marseille und begegnet dort dem Künstler Nicolas, welcher von Juline ein Porträt anfertigen soll. Nicolas trauert seit mehreren Jahren um seine verstorbene Ehefrau, aber Juline ist seit dieser Zeit die erste Frau, welche wieder Gefühle in ihm weckt. Durch die regelmäßigen Kontakte mit Juline wird Nicolas in ein folgenschweres Geheimnis gezogen, welches das Leben aller Beteiligen gefährdet.
Marie Leanders Roman ist unglaublich herzergreifend und berührend. Im Mittelpunkt stehen Nicolas und Juline, deren innere Zerrissenheit für den Leser auf jeder Seite zu spüren ist. Mich konnte dieses Buch bereits mit der ersten Seite in seinen Bann ziehen und ich war am Ende sogar etwas traurig, dass es schon aus ist. Die Handlung ist fesselnd und spannend, aber dennoch unglaublich emotional und ergreifend. Mich konnten vor allem die Emotionen von Juline und Nicolas komplett berühren und ich musste daher das gesamte Buch über mit den beiden mit fiebern. Das Ende hat mich sehr betroffen zurückgelassen und ich würde am liebsten sofort gemeinsam mit Nicolas die Reise nach LA antreten.
Die einzelnen Protagonisten wirken unfassbar authentisch und menschlich, weshalb den Leser alle Emotionen ergreifen und berühren. Ich habe selten Romane mit derart glaubwürdigen Charakteren gelesen und konnte mir auf beinahe jeder Seite vorstelle, dass das Gelesene tatsächlich so gewesen sein könnte. Aber nicht nur die Hauptprotagonisten überzeugen, auch die Nebenfiguren, wie Estelle oder Samuel wirkten sehr menschlich, glaubwürdig und interessant. Hierbei gefällt mir besonders gut, dass auch deren Leben und Schicksale gekonnt in die Handlung rund um Juline, Nicolas und Georg eingeflochten werden.
FAZIT:
„Als wir den Himmel berührten“ ist ein sehr emotionaler, ergreifender und berührender Roman mit unfassbar authentischen Protagonisten. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und würde mich freuen, wenn Marie Leander weitere Bücher verfasst. Daher vergebe ich für diesen rundum gelungenen Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung! - Kayvion Lewis
Thieves’ Gambit
(261)Aktuelle Rezension von: jess_nixxDer Schreibstil ist flüssig, locker und sehr gut zu lesen. Wir werden sofort mitten ins Geschehen geworfen, was mich direkt abgeholt hat. Ross ist von Beginn an sehr sympathisch, auch wenn sie durch das Verhalten ihrer Mutter nie wirklich gelernt hat was Freunde wirklich sind. Dennoch schlägt sie sich erstaunlich gut in einem Team, dass zusammenarbeiten muss. Dabei wurde sie von ihrer Mutter quasi ihr Leben lang eingesperrt und bekam eingetrichtert, dass sie ausser der Familie, niemandem vertrauen darf. Aber sie lernt hier recht schnell, dass es durchaus auch anders geht.
Zwischendurch war das Geschehen etwas langatmig, besonders nach dem rasanten Start. Da fehlte hin und wieder etwas Spannung. Aber die Idee dahinter ist wirklich gut und wird insgesamt toll umgesetzt. Die aufkommende Liebe zwischen Ross und Devroe ist stellenweise ziemlich kitschig, an anderen Stellen wiederum dafür um so holpriger.
Es ist total interessant zu sehen, was sich die Beteiligten des Gambit so alles ausdenken um ihrem Ziel näher und somit in die nächste Runde zu kommen.
Insgesamt ein gut durchdachtes Buch, dass mal was anderes war und mir gut gefallen hat. Daher Runde ich meine 4,5 Sterne gerne auf 😀
- D.C. Odesza
Sehnsüchtig Verfallen
(189)Aktuelle Rezension von: lili_1302Mit „Sehnsüchtig Verfallen“ präsentiert D. C. Odesza ein Werk, das in der Buchwelt viel Aufmerksamkeit erhält – doch nicht jeder kann sich dem Hype anschließen. Für mich persönlich blieb die Geschichte leider hinter den Erwartungen zurück.
Der Einstieg wirkt vielversprechend, doch schon bald fehlt es der Handlung an Spannung und Tiefe. Die Charaktere bleiben blass, und eine klare, mitreißende Entwicklung ist kaum erkennbar. Nach etwa 200 Seiten habe ich das Buch schweren Herzens abgebrochen, da es mich weder emotional noch inhaltlich erreichen konnte.
Natürlich ist Literatur Geschmackssache – und was für manche funktioniert, kann für andere nicht stimmig sein. Mein Eindruck: Die Geschichte hätte mehr Substanz und emotionale Tiefe gebraucht, um wirklich zu fesseln.
Fazit: Für mich leider kein Highlight. Wer auf intensive, gut ausgearbeitete Geschichten mit Spannung und Gefühl hofft, könnte hier enttäuscht werden. Dennoch: Respekt für die Autorin und ihre Arbeit – und vielleicht spricht das Buch andere Leser:innen mehr an.
- D.C. Odesza
Sehnsüchtig Gefunden
(126)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksEinleitung
Der vierte Teil der "Sehnsüchtig"-Reihe zeigt Maron nach ihrer Rückkehr aus Dubai, wo sie versucht, sich von den Erlebnissen zu distanzieren und zu ihrem Alltag zurückzufinden. Doch die Erinnerungen an die Chevalier-Brüder und die aufgewühlten Gefühle lassen sie nicht los.
Handlung ohne Spoiler
Zurück in Marseille beschließt Maron, ihre Verbindung zu den Brüdern vorerst zu pausieren und wieder in ihren Alltag einzutauchen. Sie verbringt Zeit mit ihrer Schwester, fokussiert sich auf ihre Prüfungen und trifft weiterhin Kunden. Doch die Nähe zu den Brüdern, besonders zu einem von ihnen, verfolgt sie, und Maron wird in emotionale Schwierigkeiten gestürzt, als ihre Gefühle immer präsenter werden und ihr Leben durcheinanderbringen.
Schreibstil und Atmosphäre
D.C. Odesza hält die vertraut packende und sinnliche Atmosphäre aufrecht, lässt jedoch die Emotionen diesmal eine tiefere und nachdenklichere Note annehmen. Der Stil bleibt dabei leicht und angenehm lesbar und baut gleichzeitig eine subtile Spannung auf, die die innere Zerrissenheit der Protagonistin widerspiegelt.
Spannungsbogen und Wendungen
Die Spannung liegt dieses Mal weniger im äußeren Drama, sondern in Marons innerem Konflikt und den aufkeimenden Gefühlen, die sie sich zu stellen hat. Unerwartete Wendungen sorgen jedoch dafür, dass die Handlung frisch und fesselnd bleibt, besonders als die Nähe zu den Brüdern wieder in den Mittelpunkt rückt.
Charaktere
Maron zeigt in diesem Band viel innere Stärke und eine nachdenkliche Seite, die sie besonders authentisch und verletzlich wirken lässt. Die Brüder haben eigene Wege eingeschlagen, was die Distanz zwischen ihnen und Maron fühlbar macht und die Dynamik unter ihnen neu belebt. Besonders Gideon zeigt eine Tiefe, die Raum für neue Entwicklungen schafft.
Fazit
"Sehnsüchtig Gefunden" ist eine gelungene Fortsetzung, die das Auf und Ab der Gefühle meisterhaft einfängt. Marons Rückkehr in ihren Alltag und der Versuch, Abstand zu gewinnen, führen zu einem intensiven emotionalen Konflikt, der die Leser bis zum Ende mitfiebern lässt. Absolute Empfehlung für Fans der Reihe, die eine gefühlvolle Entwicklung und neue Facetten der Figuren lieben!
- Jean-Claude Izzo
Die Marseille-Trilogie
(46)Aktuelle Rezension von: WolffRumpJean-Claude Izzo hat drei hervorragende Neo-Noir - Krimis geschrieben, die in einem Sammelband erschienen sind: Die Marseille-Trilogie: Total Cheops, Chourmo, Solea. Inh.: Ein kleiner Polizist mit mehr Freunden unter den Kriminellen, als unter den Kollegen versucht u. a. den Tod zweier Freunde aus seiner eigenen kriminellen Vergangenheit aufzuklären.
Izzo schreibt sehr realistische Romane, in denen die Grenzen von Polizei und Kriminalität verwischen. Er hat ein Herz für die Verlierer, die Migranten, die Außenseiter. Ein melancholischer Lonely Wolf auf der Suche nach gerechten, aber nicht immer rechtmäßigen Lösungen. Die Trilogie ist auch sprachlich Oberklasse. - Pierre Martin
Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis
(54)Aktuelle Rezension von: Stephanie_RuhZunächst sieht es nicht nach einem Fall für Isabelle und Apollinaire aus, bis ein Entführungsfall dazu kommt und sich beide Fälle kreuzen.
Das Cover von "Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis" zeigt dieses Mal romantische Dächer von oben, auch hier geht es nicht ohne Lavendel und lila blühende Pflanzen. Auch ohne den Titel würde man erkennen, dieses Buch spielt in der Provence.
Ob die Auflösung des Falles etwas sehr stereotyp ist? Sehr weit hergeholt oder näher als man glaubt? Ich kann es nicht beurteilen. Das war nicht der beste Teil der Reihe, ich hoffe nicht, dass "Pierre Martin" die Ideen ausgehen?! Es wäre sehr schade um Isabelle Bonnet, die mir im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen ist.
- Uwe Wittstock
Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur
(5)Aktuelle Rezension von: TheSaintJuni 1940: Die Verteidigung der französischen Armee gegen den im Mai durch die deutsche Wehrmacht gestarteten Westfeldzug bricht zusammen. Die Wehrmacht besetzt ganz Nordfrankreich und die französische Atlantikküste. Ein schnell geschlossener Waffenstillstand bewahrt den Süden Frankreichs vor der Besetzung. Für viele vor dem nationalsozialistischen Regime aus Deutschland geflüchtete Menschen, darunter viele Intellektuelle, Politiker, Künstler, Schriftsteller*innen, eine Katastrophe. Sie waren in den Jahren nach 1933 in Paris untergekommen, doch nun gilt es, schnellstmöglich aus der Hauptstadt in die einzige freie Hafenstadt Marseille zu gelangen, um dort die Flucht aus dem besetzten Europa durchzuführen. Da die "Vichy-Regierung" mit den Besatzern kollaboriert, werden ihr Listen von sofort auszuliefernden wichtigen Personen wie unter anderen Lion Feuchtwanger, Hannah Arendt, Franz Werfel, Heinrich und Golo Mann übermittelt. Somit reicht der Arm der Gestapo bis nach Marseille und es wird immer schwieriger, an die notwendigen Ausreisepapiere zu kommen.
In den USA machte man sich seit einiger Zeit Gedanken, wie man den Menschen helfen könnte. Es gelten strenge Einreisequoten. Es gelingt, die Ehefrau des Präsidenten Roosevelt - Eleanor - zu mobilisieren und es kommt zur Gründung des "Emergency Rescue Committee". Dieses Kommittee entsendet für drei Wochen den jungen Journalisten Varian Fry nach Marseille, um dort die Flucht zu koordinieren und direkte Hilfe zu leisten. Aus den drei Wochen werden 13 Monate, in welchen Fry ohne wesentliche Unterstützung seiner Regierung aber dank der Mithilfe des Vizekonsuls Hiram Bingham sowie der schwerreichen amerikanischen Erbin Mary Jayne Gold, die in Frankreich gestrandet war und einigen weiteren Mitstreitern Mittel und Wege findet, an die 2.000 Menschen teilweise auf illegalen Fluchtwegen über die Pyrenäen nach Spanien zu retten.
Der deutsche Autor und Literaturkritiker Uwe Wittstock (*1955) erzählt mosaikartig unheimlich dicht an den Personen, plastisch und spannend die anhand von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Erinnerungen und Selbstzeugnissen großer Persönlichkeiten wohl recherchierte hindernisreiche Flucht von Paris in die Hafenstadt. In rasch wechselnden Szenarien schildert Wittstock Anna Seghers Flucht mit ihren Kindern zu Fuß nach Marseille, Lion Feuchtwanger landet in einem französischen Internierungslager, Walter Benjamin übergibt seinen letzten Essay an Hannah Arendt... Heinrich Mann hofft seinen Bruder Golo wiederzutreffen aber auch die dramatische Geschichte der Werfels wird erzählt. Man fiebert mit dem US-Amerikaner Varian Fry (1907-1967) mit, dem durch dieses Buch endlich Würdigung zuteil und sein Name vor der Vergessenheit bewahrt wird. 1994 wurde er als einer der "Gerechten unter den Völkern" in Israels Holocaust-Mahnmal "Yad Vashem" aufgenommen, vier Jahre später zum Ehrenbürger Israels ernannt. 2023 nahm sich die Netflix-Miniserie "Transatlantic" dieses bemerkenswerten Mannes an.
Julian Mehne liest dieses fesselnde und wichtige Buch mit seiner eingänglichen und empathischen Stimme so vor, dass man gern noch einem Kapitel lauscht und noch einem Kapitel... Für Geschichtsfreunde eine Lese/Hörempfehlung.
- Daniel Holbe
Die Petrusmünze
(25)Aktuelle Rezension von: NicolePRobert Garnier soll vor dem Papstpalast in Avignon seinen Vater getötet haben. Aus dem Gefängnis heraus nimmt er Kontakt zu der deutschen Historikerin Marlene Schönberg auf. Garnier behauptet, Informationen über eine Reliquie zu haben, die im Vatikan für Aufruhr sorgen könnte. Marlene nimmt die Ermittlungen nach der sogenannten Petrusmünze auf. Denn genau an dieser Münze soll man den wahren Papst erkennen.
Die Geschichte um die verschwundene Petrusmünze und die damit zusammenhängenden Ereignisse jagen den Leser zu Beginn förmlich durch das Buch. Schnell wechseln die Zeiten, Orte und Perspektiven. Dies ist zwar im Nachhinein für die Geschichte möglicherweise sinnvoll, ich persönlich fühlte mich jedoch durch den Roman „gehetzt“. Erst im weiteren Verlauf wird das Tempo etwas langsamer.
Es dauerte daher auch etwas, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe. Dann kam jedoch auch etwas Spannung hinzu. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, und viele Wendungen sorgen dafür, dass nicht nur die Hauptcharaktere verunsichert sind, welchen Personen man trauen kann und welchen nicht.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine interessante Geschichte ist, und es Spaß machte, Robert und Marlene durch ihr Abenteuer zu begleiten. Hier erwartet den Leser ein gutes Buch. - Pierre Lagrange
Schatten der Provence
(69)Aktuelle Rezension von: SeverusNyssenIm vierten Band rund um Albin Leclerc steht das Thema Raubkunst im Mittelpunkt – ein grundsätzlich hochinteressanter und historisch wie moralisch aufgeladener Stoff, der eigentlich viel Potenzial für einen fesselnden Kriminalfall bietet. Auch der Einstieg gelingt gut, und die Grundidee verspricht erneut einen spannenden Provence-Krimi mit Tiefgang und überraschender Auflösung.
Doch diesmal war die Umsetzung für mich nicht ganz so rund wie in den vorherigen Teilen. Die Handlung wirkt stellenweise sehr verschachtelt, fast überladen. Es wird häufig zwischen Figuren, Zeitpunkten und Ermittlungsansätzen gewechselt, ohne dass immer klar erkennbar ist, wer gerade genau woran arbeitet oder welche Spur wirklich relevant ist. Dadurch verliert die Geschichte zwischendurch etwas an Klarheit und Struktur.
Gerade im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass der rote Faden etwas verloren geht. Man muss sich stark konzentrieren, um alle Zusammenhänge richtig einzuordnen, was den Lesefluss teilweise bremst. Einige Entwicklungen wirken dadurch eher verwirrend als spannend, obwohl die Grundidee eigentlich sehr stark ist.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt der Krimi insgesamt solide und unterhaltsam. Besonders die Auflösung am Ende konnte mich überraschen – sie ist gut durchdacht und fügt viele zuvor unklare Elemente sinnvoll zusammen. Dieser Moment sorgt dann auch dafür, dass man die zuvor entstandene Verwirrung teilweise wieder einordnet und das Gesamtbild klarer wird.
Insgesamt ein spannender, aber anspruchsvoller Fall von Albin Leclerc, der mich diesmal nicht vollständig überzeugen konnte. Die Idee mit der Raubkunst ist stark, die Umsetzung jedoch etwas zu komplex und unübersichtlich geraten. Deshalb für mich solide vier Sterne.
- Leon Sachs
Falsche Haut
(22)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerZu lesen begonnen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil mich die Geschichte von Anfang an gefesselt hat.
Durch den lockern, fließenden Schreibstil von Leon Sachs, ist es mir sehr leicht gefallen, den Handlungen und Charakteren zu folgen.
Der Autor hat hier einen Thriller mit sehr gut ausgearbeiteten Spannungsbogen erschaffen, denn sowohl Prolog, Hauptgeschichte und Epilog machten die Story rund.
Natalie und Alex, zwei starke, mutige Charaktere, müssen sich nach dem Tod von Natalies Vater (Adoptivvater) auf eine Art Schnitzeljagd begeben und geraten immer mehr in Gefahr. Die "Wächter" sind aber nicht nur den Beiden auf den Fersen, sondern auch viele Beteiligte geraten dadurch ins Visier der Wächter. Die Wächter, ein Geheimbund, der den geraubten Besitz von jüdischen Familien aus der Kriegszeit, nicht mehr missen und beschützen möchten.
Ein Thriller von Korruption, Macht, Gier, Ahnenforschung, jüdischen Hintergrund, großes Gefahr und Spannung wird hier dem Leser geboten.
Von mir gibt es 🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne, weil ich geschockt und erstaunt von den Wendungen, gefesselt und von der Umsetzung begeistert war.
- Uwe Wittstock
Marseille 1940
(50)Aktuelle Rezension von: Buechertanz_ChrissyEs gibt Bücher, die lese ich nicht einfach so nebenbei. Es sind Bücher, auf die ich mich voll und ganz einlassen muss. Bücher, die in meinem Kopf einen dichten, fast schmerzhaften Sog entwickeln. Uwe Wittstocks dokumentarisches Buch „Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“ ist genau so ein Werk.
Für mich war der Einstieg absolut problemlos, doch schnell wurde mir klar: Dieses Buch wird mich herausfordern und gleichzeitig mit einer zutiefst bewegenden Erfahrung belohnen.
Wittstocks Schreibstil ist mitunter sehr sachlich, fast dokumentarisch. Doch genau diese Nüchternheit erzeugt eine ungeheure Intensität. Ich tauchte völlig in dieses dunkle, wichtige Kapitel der Geschichte ein.
Die größte Herausforderung beim Lesen ist das dichte Geflecht aus Schicksalen. Manchmal war es gar nicht so leicht, die vielen historischen Figuren und ihre komplexen Hintergründe im Kopf zu behalten. Das ist kein Buch für das schnelle Überfliegen vor dem Einschlafen. Ich musste stets konzentriert bleiben, doch jede investierte Minute in dieses Buch hat sich gelohnt.
Was mich beim Lesen am intensivsten berührt hat, ist die allgegenwärtige Atmosphäre aus Angst und Verzweiflung. Wittstock transportiert die Beklemmung des Jahres 1940 direkt ins Hier und Jetzt. Marseille war in diesem Sommer der letzte, überlaufene Zufluchtsort für jüdische und vom NS-Regime verfolgte Intellektuelle, während die Wehrmacht und die Nationalsozialisten immer näher rückten.
Besonders schrecklich war hier die perfide, bürokratische Willkür: Ständig änderten sich die Voraussetzungen, Gesetze und Regeln für Visa und Ausreisen. Alles war völlig undurchschaubar. Ich spürte beim Lesen förmlich das lähmende Ohnmachtsgefühl der Menschen, die in diesem bürokratischen Mahlwerk gefangen waren und deren Überleben von einem einzigen Stempel abhing.
Die Schicksale im Buch sind mir allesamt unglaublich nahegegangen. Ob Anna Seghers, die mit ihren Kindern um das nackte Überleben bangte, oder Heinrich und Golo Mann. Hier prallten plötzlich zwei völlig verschiedene Welten aufeinander, die aus der Not heraus zusammenarbeiten mussten: Auf der einen Seite die berühmte Elite der europäischen Kultur, also gefeierte Intellektuelle, die nun völlig auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen waren. Und auf der anderen Seite Varian Fry. Was für eine unfassbare Persönlichkeit. Ein amerikanischer Journalist, der mit purem Pragmatismus, immensem Mut und unter ständigem Lebensrisiko zu einem der größten Retter der Kulturgeschichte wurde. Der Kontrast zwischen den feinsinnigen Denkern und dem riskanten, zupackenden Einsatz dieses Mannes ist meisterhaft gezeichnet.Das Buch „Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“ von Uwe Wittstock hat meinen Blick auf unsere heutige Welt verändert. Es führt uns allen schmerzhaft vor Augen, wie unfassbar verletzlich unsere Kultur, unsere Werte und unsere Freiheit sind, sobald politische Systeme sich radikalisieren. Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie kann innerhalb kürzester Zeit wegbrechen. Danke für dieses großartige und nachhallende Leseerlebnis.
Fazit: „Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“ ist ein emotional forderndes, aber absolut großartiges und wichtiges Sachbuch. Uwe Wittstock hat den Verfolgten und ihren Rettern ein würdevolles Denkmal gesetzt. Unbedingt lesen! - Sigrun Dahmer
Nachhilfe in Sachen Liebe: Männer & andere Tücken
(24)Aktuelle Rezension von: gedankenchaotiinIch muss an dieser Stelle gestehen, dass ich diese Rezension ein wenig vor mich hergeschoben habe. Nicht nur aufgrund dieses Dings, das sich Leben nennt, sondern auch aufgrunddessen, dass ich kaum wusste, wie ich dieses Buch richtig einordnen soll.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen, allerdings bin ich mit den Charakteren irgendwie nicht so richtig warm geworden.
Sei es Bea, die mit ihren 39 Jahren Nachhilfe in Sachen Liebe bekommt. Ihre Freundin Emily hat in ihrem Namen eine Kontaktanzeige in die Zeitung gesetzt und damit eine Grenze überschritten, die Beas Freundschaft auf eine harte Probe stellt.
sie braucht keine Nachhilfe in Sachen Liebe. Sie braucht niemanden, der ihr Dates verschafft. Beam weiß und vorallem merkt, wie hart die Dating - Szene ist und ist bereit, die Männerwelt für immer aufzugeben.
Bis sie den attraktiven Lars kennenlernt, der mehr an Emily interessiert ist, als an ihr.
Mit Bea als Hauptperson bin ich kaum warm geworden und ich konnte ihre Handlungen und Denkweisen oftmals gar nicht richtig verstehen.
Klar, wer so oft verletzt oder versetzt wird wie sie, hat irgendwann keine Lust mehr auf neue Männerbekanntschaften, aber ich finde trotz ihres Alters war Bea manchmal sogar einfach nur naiv. Fast unreif.
Sie lässt zu, dass Emily Date für sie organisiert, zu denen sie eigentlich gar nicht will, aber ihr zuliebe doch hingeht.
Sie lässt zu, dass ihre beste Freundin ausgerechnet mit dem Mann, für den sie sich zum ersten Mal nach all den Dates interessiert, nach Barcelona fliegt.
Emilyselbst fand ich teilweise wirklich übergriffig. Natürlich will sie ihrer Freundin helfen und sie auf den richtigen Pfad einer möglichen Beziehung führen, aber die Art und Weise, wie sie es getan hat, hat bei mir nicht unbedingt dafür gesorgt, dass ich Emily mochte.
Die Idee mit der Künstleragentur, die Bea leitet fand ich wirklich gut und auch einige Mitprotagonisten, wie etwas Judith, konnten mich dafür wirklich begeistern. Vor allem Judith habe ich wirklich ins Herz geschlossen.
Alles in allem muss ich aber leider gestehen, dass mich das Buch nie richtig abholen konnte. Die Hauptcharaktere konnten kaum Pluspunkte sammeln und obwohl der Schreibstil locker und leicht ist, habe ich mich zum Hände hin leider mehr durch die Seiten gequält, als dass ich es hätte geniessen können.
Es hat mir an Tiefe gefehlt und ich hätte mir viel mehr Gefühl gewünscht. Für zwischendurch ist es sicherlich ein lockerer und leichter Roman, aber für jemanden . wie vielleicht mich - der mehr erwartet, hat es nicht komplett gepasst.
Obwohl es - wie bei solchen Romanen üblich - trotzdem ein Happy End gab, konnte es mir das erwartete Leseerlebnis leider nicht richtig übermitteln. - Alexander Oetker
Zara und Zoë - Rache in Marseille
(146)Aktuelle Rezension von: redcouchreadsAlexander Oetkers Thriller in und um Marseille und der Provence startet rasant und der Autor schafft es das Tempo beizubehalten. Wer eine leicht zu lesende und schnelllebige Story sucht ist hier genau richtig. Zara und Zoë sind Zwillingsschwestern, die eine Ermittlerin bei der Europol die andere eine Legende in Mafia Kreisen. Die Vergangenheit und die Gegenwart stehen zwischen ihnen und doch muss Zara ihre Schwester um Hilfe bitten, um der Lösung ihres aktuellen Falls näher zu kommen. Was darauf folgt ist eine wilde Jagd durch den Süden Frankreichs, bei der die beiden Schwestern sich auf ein gewagtes Spiel einlassen. Den Schreibstil und die Perspektivenwechsel fand ich sehr zugänglich allerdings lag hierin auch die Schwäche des Buchs. Der Charakteraufbau kam für meinen Geschmack sehr kurz, gerade bei Zara und ihrem Partner, habe ich mir mehr erhofft. Beide bleiben für mich eher schablonenhaft umrissen, was es schwer macht einen Bezug insgesamt herzustellen. Aus diesem Grund bin ich auch bisher nicht sicher, ob der zweite und dritte Fall auf meiner Leseliste laden wird.
- Gianrico Carofiglio
Drei Uhr morgens
(20)Aktuelle Rezension von: mattderBei Sohn leiben wird Epilepsie fast gestellt nach drei Jahren sollen sie den Arzt wieder auf suchen. 3 Jahre später ist der Arzt in Rente und lebt in Marseille, sie fahren hin. Dort Erfahren sie das 2 tage Wach müssen. Der Vater macht mit. Sie erkunden Marseille und lernen sich dabei besser kennen. Gut zu lesen.
- Petra Durst-Benning
Alte Hoffnung, neue Wege
(43)Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1Südfrankreich Ende des 19. Jahrhunderts
Fabienne arbeitet weiter an ihrem Traum ein eigenes Restaurant zu führen. hierbei führt ihr Weg sie über Lyon nach Marseilles.
Sie lernt viele Menschen kennen, die ihr auf diesem Weg weiterhelfen. Ihren Sohn Victor und die Suche nach ihm lässt sie nie zu weit entfernt von Carassonne sein.
Zunächst gibt es wieder zwei Handlungsstränge.
Zum einen , wie sich Fabiennes Weg entwickelt, zum anderen was ihrer früheren Gönnerin Stephanie auf ihrem Weg so begegnet.
Während sich Fabiennes Weg nach etlichen Turbulenzen endlich in ruhigeren Fahrwassern bewegt, spitzt sich die Lage in Stephanies Leben immer weiter zu.
Sie wäre aber nicht die resolute, selbstverliebte Stephanie, wenn sie nicht immer noch wieder einen Weg fände aus dem sicheren Untergang zu entkommen.
Irgendwie fasziniert mich Stephanie, wie sie es immer wieder schafft, aber sympathisch ist sie mir leider überhaupt nicht und ich würde Fabienne gerne zuschreien, dass sie sich von ihr fern halten soll, da diese ihr ihren Sohn geraubt hat.
An vielen Stellen hoffte ich, das es endlich so weit ist und Fabienne ihren Victor wieder findet. Er war zwischendrin schon immer zum Greifen nah.
Ich bin froh, dass Yves Fabienne zur Seite steht und sie die Familienprobleme gemeinsam angehen können.
Der Schreibstil von Petra Durst Benning ist sehr bildhaft und schön, so dass die Geschichte wie ein Film vor meinem geistigen Auge abläuft.
Mit Freunden warte ich nun auf Juli 25, wenn ich hoffentlich von allen liebgewonnenen Charakteren weiter lesen kann und alles zu einem guten Ende findet. -
- Anna Seghers
Transit
(96)Aktuelle Rezension von: juergen_schmidtZeitlos gut und ewig aktuell ist dieser frühe Roman von Anna Seghers, Tochter eines Kunst- und Antiquitätenhändlers. Die südfranzösische Hafenstadt Marseille ist im Kriegsjahr 1940 eine brodelnde Metropole voll von verzweifelten Menschen, die auf gefälschte Papiere und Möglichkeiten zur Flucht warten. Die Stimmung rund um die Canebière wird von der Autorin (1900-1983) authentisch und sehr bildhaft eingefangen. Die berührende Flüchtlingsgeschichte wurde zu einem großen Stück Weltliteratur. Noch beeindruckender als "Das siebte Kreuz"! - Christoph Hein
Glückskind mit Vater
(28)Aktuelle Rezension von: LoretelloWieder ein Buch, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielt! Es war eine Zeit, über die man viel erzählen kann, in der es besondere Schicksale gibt. Und diese zu erzählen beherrscht Christoph Hein meisterhaft. Die Person des Konstantin Boggosch, der 1945 in der späteren DDR geboren wurde und über dessen Leben wir in diesem Buch viel erfahren, steht uns nahe. Sein Schicksal, als Sohn eines Kriegsverbrechers geboren zu sein, das sein ganzes Leben immer wieder beeinflusst, gab dem Buch den gut gewählten Titel. Mich hat dieser Roman über ein Leben in der DDR gefesselt und bewegt. - Béatrice Courtot
Das Tal der Orangen
(41)Aktuelle Rezension von: tortugaEin spannender Roman der zwei Geschichten vereint: die Geschichte von Magdalena die zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs in ihrer Bäckerei dem Widerstand angehört und die Geschichte von Anaïs, die auf der Suche nach den Spuren ihrer Urgroßmutter selbst eine neue Heimat und die Liebe findet.
- Collectif
Le pont transbordeur et la vision moderniste : [exposition, Marseille], 6 décembre 1991-2 février 1992, Musée Cantini
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Katrin Tempel
Die Zeitungsdynastie – Verlorene Heimat
(15)Aktuelle Rezension von: Renate1964Wir sind in diesem zweiten Band um die Familie Manthey nun in den 30 er Jahren. Vicky und Harry sind in Prag, aber auch dort ist es nicht mehr sicher. Soe versuchen, den Kontinent zu verlassen. Auch Fridjof hat zunehmend Mühe, die Wahrheit zu schreiben oder zu veröffentlichen. Nur Alexander profitiert durch die Nähe zu den Nationalsozialisten. Auch privat gibt es Veränderungen.
Das Cover passt gut zur Reihe, die Sprache ist fesselnd und leicht lesbar. Die Handlung bleibt extrem spannend und gut recherchiert. Ein tolles Buch






















![Le pont transbordeur et la vision moderniste : [exposition, Marseille], 6 décembre 1991-2 février 1992, Musée Cantini Cover des Buches Le pont transbordeur et la vision moderniste : [exposition, Marseille], 6 décembre 1991-2 février 1992, Musée Cantini (ISBN: 9782711824885)](https://images.lovelybooks.de/img/90x/lb-cover/9782711824885_1573926356589_xxl.jpg)
