Bücher mit dem Tag "martin baltscheit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "martin baltscheit" gekennzeichnet haben.

10 Bücher

  1. Cover des Buches Nur ein Tag (ISBN: 9783791527024)
    Martin Baltscheit

    Nur ein Tag

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Buchbahnhof

    Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen hin und her gerissen, wie ich das Buch bewerten soll. Die Grundidee der Geschichte ist super und die Illustrationen sehr liebevoll gestaltet und wirklich schön. Die Grundidee ist, dass man auch, wenn man nur einen Tag zu leben hat diesen Tag auskosten soll. Man soll nach dem Glück suchen und es genießen.

    Aber, ich habe doch so einige Kritikpunkte. Ich mag teilweise nicht die Art, wie diese Geschichte und die Suche nach dem Glück umgesetzt ist. Zum Einen finde ich die Art und Weise nicht richtig, wie Kindern (das Buch ist ab 6 Jahren) hier vermittelt wird, dass es richtig ist, zu lügen, wenn man jemand anderen damit glücklich macht. Das sehe ich nicht so. Zum Anderen mag ich den Umgang zwischen Wildschwein und Fuchs nicht, ebenso wie deren teilweise rüpelhafte Sprache. Für mich passt das nicht zu einer Geschichte, in der es eigentlich um die Suche nach dem Glück und darum, das Leben zu genießen geht und zum anderen sind das Dinge, die ich einem Kind nicht vermitteln möchte. Zum Beispiel verteilt das Wildschwein an den Fuchs richtig fies weh tuende Kopfnüsse und der soll darüber lachen um der Eintagsfliege zu vermitteln, dass das lustig ist. Ist es nicht!

    Was mir persönlich auch nicht so richtig gefallen hat ist, dass anscheinend versucht wurde ein “normales” Leben in einen Tag zu quetschen. Da Fuchs und Wildschwein der Eintagsfliege vorschwindeln, dass der Fuchs nur einen Tag zu leben hat, möchte die Eintagsfliege ihm einen richtig schönen Tag gestalten. Dieser sieht wie folgt aus: Schule, Hochzeit, Schwangerschaft, Kind bekommen… Schön gutbürgerlich 😉

    Was mir gefallen hat war die Eintagsfliege und ihre Einstellung zum Leben und ihre Einstellung dazu, dem Fuchs seinen letzten Tag besonders schön zu gestalten. Sie ist ein ganz großartiges kleines Wesen mit einem guten Herzen. Außerdem wurde sehr sorgfältig mit dem Thema “Tod” umgegangen. Martin Baltscheit führt dieses Thema sehr sanft und mit viel Einfühlungsvermögen durch die Geschichte.

    Ich gestehe, dass ich am Ende, als die kleine Eintagsfliege, begleitet von ihren neuen Freunden, stirbt, dann doch auch eine Träne verdrücken musste.

    Die Illustrationen von Wiebke Rauers haben mir sehr gefallen. Ganz wunderschön ausgearbeitet und sehr ansprechend.

    Von mir gibt es 3 Sterne für ein Kinderbuch, das definitiv eher für größere Kinder geeignet ist und für meinen Geschmack nicht ganz die richtigen Werte vermittelt. Aber gerade was Werte angeht ist das natürlich auch sehr verschieden und ich denke sicher, dass dieses Buch seine Anhänger hat und auch noch weitere findet.

  2. Cover des Buches Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte (ISBN: 9783407760562)
    Martin Baltscheit

    Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Der Löwe kann nicht schreiben. Das hat ihn bisher nicht gestört und er war der Meinung das müsste er auch nicht können. Nun will er aber einer Löwin gefallen und möchte ihr einen Brief zukommen lassen. Also bittet er seine Freunde um den Gefallen ihm den Brief zu schreiben.
    Die Freunde schreiben ihn aber aus ihrer Weltsicht heraus, die nicht wirklich einem Löwen entspricht. Am Ende ist er mit den Nerven fertig und schreit heraus, was er schreiben würde, wenn er es nur könnte. Das hört die Löwin und findet es toll. Das er nicht schreiben kann stört sie nicht weiter, denn das kann sie ihm ja beibringen und fängt gleich damit an.

    Analphabet zu sein kann manchmal ganz schön schwierig sein. Es weiß keiner, aber den Analphabeten selbst behindert es oft sehr. Zu viele Dinge gibt es für die man besser schreiben könnte.
    Das muss auch der Löwe merken, denn keiner schreibt den Brief so, wie es für einen Löwen eigentlich passend wäre. Was bleibt ihm da anderes übrig als zu verzweifeln und in Wut über sein eigenes Unvermögen zu geraten. Wie gut das die Löwin ihn hört und es gar nicht als schlimm erachtet. Mit viel Einfühlungsvermögen bringt sie dem Löwen dann das Schreiben bei.
    Eine Hinreißende Geschichte über einen Löwen, der an seinem Analphabetentum fast zu verzweifeln droht.
    Ich kann das Buch für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, denn es macht neugierig auf Schreiben und was man damit bewirken kann, wenn man es kann.

  3. Cover des Buches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (ISBN: 9783827053978)
    Martin Baltscheit

    Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Es gibt die unterschiedlichsten Ansätze Kindern das Thema Demenz in Bilderbuchgeschichten näher zu bringen. Mal sind es Geschichten über Menschen, mal über Tiere. Mal wird über Krankheit gesprochen, mal über das Vergessen.  

    Martin Baltscheit erzählt in dieser preisgekrönten Geschichte vom Fuchs, der seinen Verstand verlor,  sehr einfühlsam aber auch realistisch, um nicht zu sagen schonungslos, wie sich das Vergessen äußert und was für Folgen das für das Leben des Fuchs bedeutet.

    Bei aller Tragik gelingt es ihm seine kleinen Leser mit einem positiven, fast schon hoffnungsvollem Ende aus der Geschichte zu führen.

    Bevor der Fuchs mit dem Vergessen kämpft ist er ein kluger Kopf, der alles weiß was ein Fuchs wissen muss und sein Wissen gibt er gern an die kleinen Füchse weiter. 

    Was sie von ihm lernen, und was ein Fuchs wissen muss um relativ gefahrlos durchs Leben zu wandern, das erfahren wir im ersten Teil der Geschichte. Der Fuchs lebt sein Leben und ist felsenfest der Ansicht, dass man nur lange leben kann wenn man alles weiß. So wird er langsam alt und mit dem Alter auch etwas vergesslich. Zuerst vergisst er nur die Wochentage , dann was er grade machen wollte, oder den Geburtstag eines Freundes. Das war noch nicht weiter schlimm, man ist ja schon mal etwas zerstreut oder abgelenkt und vergisst Dinge, doch das Vergessen nimmt mit der Zeit immer mehr Raum und Ausmaße ein. Er fand den Weg nach Hause nicht, vergaß das Jagen oder machte verrückte Dinge, die er sonst nicht machte. Und dann hatte er plötzlich auch vergessen, das er ein Fuchs war und das wurde gefährlich denn die Hunde jagten ihn. Nur mit viel Glück aber leider auch Blessuren konnte er sich vor der Meute retten. Die kleinen Füchse, denen er alles beigebracht hatte, was Füchse wissen mussten um ein langes Leben zu leben, fanden ihn, nahmen sich ihm an und umsorgten ihn. Ein Fuchs, der seinen Verstand verloren hatte, konnte Hühnern und Gänsen nicht mehr gefährlich werden, das sprach sich schnell rum. Einige machten sich über ihn lustig aber das bekam er nicht mit. 

    Er lebte in seiner Welt. Begleitet wird die Geschichte von einfachen, fokussierenden Bildern, die ganz fantastisch das Vergessen visualisieren und auch Textelemente grafisch eingebunden sind. Ja, es gibt die Illustrationen, die vielleicht das ein oder andere Kind erschrecken könnten. Beim Vorlesen in der Gruppe kann man diese eventuell einfach nicht zeigen. Eigentlich ist es nur ein Bild. Erfahrungsgemäß reagieren die Kinder aber ohne Angst. Es sind mehr die Erwachsenen, die meinen, Kinder würden sich fürchten. Nicht ohne Grund ist dieses Bilderbuch aus der Feder von Martin Baltscheit eines der bekanntesten Bilderbücher zum Thema Demenz und war ein absoluter Vorreiter in diesem Bereich. Es begleitet uns seit vielen Jahren und wird gern gelesen. 

  4. Cover des Buches Die Geschichte vom Löwen, der nicht schwimmen konnte (ISBN: 9783407821188)
    Martin Baltscheit

    Die Geschichte vom Löwen, der nicht schwimmen konnte

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Buchzwergerl

    Der König unter den Tieren meint überheblich, schwimmen sei nur was für Schwäne. Doch herrje! Die Löwin gerät in Seenot! Der Löwe muss helfen, doch er kann ja gar nicht schwimmen. Vermessen geben ihm eine Reihe von Tieren Schwimmtipps, ein Floh meint sogar, er solle doch einfach rüberhüpfen und der Vogel gibt ihm den Tipp, doch zu fliegen. 

    Der Löwe gerät in Panik und hofft auf ein Wunder, bis ihm die Grille darauf aufmerksam macht, dass er zu feige sei und ausschließlich Mut vonnöten wäre. Daraufhin springt der Löwe, alle Tipps im Hinterkopf behaltend, ins Wasser und schwimmt zur Löwin, um sie zu retten. 

    Doch, was passiert da? Die Löwin springt ebenfalls in Wasser und schwimmt schneller als der Löwe an Land zurück. Warum hat die Löwin den Löwen so derartig herausgefordert? Könnte es mit Körpergerüchen zu tun haben? 😉


    Das Buch ist einfach köstlich! Der Löwe (das Alphatier) wird von allen anderen Tieren überheblich darauf hingewiesen, dass die Rettung der Löwin doch nicht so schwer sein kann. Letztlich sind es die anderen Tieren und die Löwin die das Zepter in der Savanne in der Hand ähh Pfote, Flosse, was auch immer...haben!


    Der Text ist in wunderbar stimmigen Reimen geschrieben. Gemeinsam mit den farbenfrohen Illustrationen, die den Löwen immer wieder mal dumm dastehen lassen (z.B. wird er von dem vorbeifliegenden Vogel vollgekackt) ergeben sich witzige Vorleseminuten mit den Kindern!

    Ein rundum gelungenes Buch, das gängige Klischees über Bord wirft und einfach nur Spaß macht!

  5. Cover des Buches Graf Koriander bleibt kleben (ISBN: 9783785749838)
    Andrea Schütze

    Graf Koriander bleibt kleben

     (4)
    Aktuelle Rezension von: parden

    RAPPDRÖSSELIGE MURKSWÖLLE, WER STÖRT DA SEINE RUHE?

    Graf Koriander, der letzte Gnomold seiner Art, ist gar nicht erfreut, als Familie Kramer mit viel Krach und Gepäck in das alte Pförtnerhäuschen einzieht. Direkt über seiner Höhle! Dabei will der kleine Gnomold doch nur eins: ungestört nach dem Rezept für das Unsichtbarkeitssüppchen suchen. Ganz klar, die Störenfriede müssen weg! Allerdings hat der Graf nicht mit Jette und Justus gerechnet. 

    Ein Gnomold ist schon etwas ganz Besonderes - eine Mischung aus Gnom und Kobold nämlich. Graf Kroiander ist ein stolzer Vertreter seiner Art - und leider auch der letzte. Seit über 300 Jahren bewohnt er nun den Keller des Pförtnerhäuschens des alten Schlosses und genießt die Ruhe, denn lange schon sind die Gebäude verlassen. Graf Koriander kann sich so ganz auf seinen sehnlichsten Wunsch konzentrieren: endlich die Formel für das Unsichtbarkeitssüppchen zu finden.

    Doch leider ist es jetzt vorbei mit der Ruhe, denn Familie Kramer zieht nun in das Pförtnerhäuschen ein. Herr und Frau Kramer gedenken das alte Schloss zu einem Hotel umzubauen, und die Zwillinge Jette und Justus erkunden gemeinsam mit ihrem treuen Hund neugierig das neue Zuhause. Das ist ganz und gar nicht im Sinne des granteligen Grafen Koriander! Er setzt alles daran, die Störenfriede wieder loszuwerden - allerdings hat er nicht mit der Findigkeit der beiden Kinder gerechnet...

    Ein wirklich nettes Kinderbuch (Altersempfehlung ab 9 Jahren) präsentiert Andrea Schütze hier: den ersten Band der Trilogie um den Gnomold Graf Koriander. Wem da Erinnerungen an den legendären Pumuckl von Ellis Kaut kommen - ja, das ging wohl auch der Autorin so. Sie erwähnt den frechen Kobold sogar - und setzt gleich hinzu, worin sich Graf Koriander davon unterscheidet.

    Tatsächlich wirkt der grantelige Gnomold trotz seiner ständigen Schimpferei ("Rappdrösselige Murkswölle") wirklich niedlich und später zudem plötzlich auch ungewöhnlich liebenswürdig. Weshalb das so ist, muss natürlich jeder selbst herausfinden. Es kommt jedenfalls zu etlichen witzigen Episoden, bei denen selbst ich als Erwachsene kichern musste. Und durch die Zwillinge Jette und Justus dürften sich von dem Buch sowohl Mädchen als auch Jungen angesprochen fühlen, was schon etwas Besonderes ist.

    Martin Baltscheit liest die ungekürzte Hörbuchfassung (2 Stunden und 7 Minuten) ungemein ansprechend, wodurch die Erzählung an Lebendigkeit und Liebenswürdigkeit noch hinzugewinnt.

    Empfehlenswert!


    © Parden

  6. Cover des Buches Krähe und Bär oder Die Sonne scheint für uns alle (ISBN: 9783791500256)
    Martin Baltscheit

    Krähe und Bär oder Die Sonne scheint für uns alle

     (42)
    Aktuelle Rezension von: hatschivy

    Das war unser erstes Buch von Martin Baltscheit und bereits beim Prolog waren wir hin und weg. Die Schreibweise des nominierten Autors Martin Baltscheit fesselt jung und alt. Krähe und Bär zwei unglaublich sympathische tierische Protagonisten haben beide ihre Geschichte zu erzählen und sind glaubwürdige Vertreter ihrer Interessen. Martin Baltscheit lässt die beiden Tiere mit Charm, Witz, Sarkasmus in Dialogen kommunizieren, die selbst die kleinsten zum Lachen bringen.

    Die große Aufregung um die Schimpfwörter in dem Kinderbuch kann ich nicht verstehen. Ich bin der Meinung, dass diese den Tieren menschliche Züge geben und diese zu dem machen was sie sind - fühlende Wesen. 

    Ich habe das Buch mit meinem 8-jährigen Bruder gelesen und da gab es keine großen Verständnisprobleme, die Geschichte mit ihrer pointierten Tiefe wurde sehr gut aufgenommen. Das zeigt Martin Baltscheits Talent darin auf eine feinfühlige Art große Themen wie Freiheit anzusprechen. Die Illustrationen von Wiebke Rauers wurden auch sehr geliebt und haben nicht nur dem Kleinen sondern auch mir ein Kichern entlocken können. 

    Wegen unserer Schwärmerei haben bereits 5 Kinder in unserem Bekanntenkreis sich auch dieses Buch besorgt.

  7. Cover des Buches Wilder Wurm entlaufen (ISBN: B00LBEJE9C)
    Veronica Cossanteli

    Wilder Wurm entlaufen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN GELUNGENES FANTASYABENTEUER FÜR KINDER!

    Ein Job muss her und zwar schnell! George braucht ein neues Rad und er wird sich auf gar keinen Fall auf das peinlich pinke Gefährt seiner großen Schwester setzen. Seine Freunde würden sich ja totlachen! Der Aushilfsjob auf der Wormestall Farm kommt daher genau im richtigen Moment - auch wenn es dabei nicht gerade ums Stallausmisten bei süßen Ponys geht... Denn auf der Farm gibt es ein Schwein mit zwei Köpfen, einen Baby-Kraken und jede Menge andere Wesen, von denen niemand wissen darf. Denn sie sind a) zum Teil bereits ausgestorben, b) zum Teil Fabelwesen und c) ...gefährlich. Deshalb ist es auch eher ungünstig, dass Mortifer, der Riesenlindwurm, entlaufen ist...

    George ist ein ganz normaler Junge, der mit seinen beiden älteren Schwestern und seiner Mutter zusammenlebt. Die Geldmittel der Familie sind eher bescheiden, seit Georges Vater sie verlassen hat, und so kann es auch nicht verwundern, dass nicht 'mal eben' ein neues Fahrrad gekauft werden kann, als sein eigenes George direkt vor dem Süßigkeitenladen geklaut wird. Nicht abgeschlossen, okay, aber wer rechnet denn ernsthaft mit solch einer Dreistigkeit?

    Um Geld zu verdienen, würde George fast alles tun, und so bewirbt er sich auch für den Aushilfsjob auf der Wormestall Farm. Obwohl er nicht wirklich daran geglaubt hat, bekommt er tatsächlich diesen Job, bei dem von Beginn an deutlich wird, dass hier manches anders läuft als auf anderen Farmen. Die Menagerie ist genauso ungewöhnlich wie die Menschen, die dort leben, doch George wird allmählich vertraut mit den Tieren und den zuweilen recht skurrilen Vorgängen. Ein herrlicher Kontrast zu dem oft langweiligen und eher trübseligen Alltag, und alles könnte wunderschön sein, wenn sich da nicht plötzlich einige Probleme ergeben würden...

    Ein ungeplanter Neuzugang auf der Farm kostet George fast das Leben, ein wilder Wurm entflieht und macht das Städtchen unsicher, eine besessene Taxidermistin lässt sich nicht von der Suche nach möglichst ungewöhnlichen Tieren abbringen, die sie ausstopfen kann und Georges neue Mitschülerin Prudence scheint etwas zu ahnen von den Vorgängen auf der Wormestall Farm, die doch unbedingt geheim gehalten werden müssen. Georges Leben gestaltet sich also zunehmend turbulent, bis die Lage sich scheinbar unlösbar zuspitzt...

    Ein herrliches Fantasyabenteuer hat Veronica Cossanteli hier kreiert - mit harmlosem Beginn und dann mit zunehmend schräger Handlung, witzig und spannend zugleich. Martin Baltscheit liest die vier Stunden und drei Minuten lange Hörbuchfassung grandios. Unaufgeregt aber mit exzellenter Nuancierung der Stimme gibt er den einzelnen Charakteren einen individuellen Anstrich und einen hohen Wiedererkennungswert. Durch den angenehmen Vortrag nimmt der Sprecher dem teilweise hohen Tempo der Handlung auch die Spitze, so dass Kinder (Altersempfehlung 9-12 Jahre) dem Geschehen besser folgen dürften.

    Für mich eine tolle Entdeckung, die Spaß gemacht hat. Hier gebe ich gerne eine deutliche Empfehlung!


    © Parden
  8. Cover des Buches Was soll ich da erst sagen? (ISBN: 9783905871296)
    Martin Baltscheit

    Was soll ich da erst sagen?

     (3)
    Aktuelle Rezension von: mysticcat
    Das Buch "Was soll ich da erst sagen?" von Martin Baltscheit mit Bildern von Antje Drescher ist als gebundene Ausgabe 2011 im Bajazzo Verlag, Zürich erschienen.

    In diesem Buch wir das Thema anders sein in Hinblick auf körperliche Beeinträchtigungen erörtert, dazu gibt es jeweils einen Reim und eine Illustration auf der anderen Seite.

    Die Buchidee hat mir gut gefallen, daher habe ich mir diesses Buch zum Vorlesen für meinen knapp 3 Jährigen aus der Bücherei ausgeliehen. Zwei Reime habe ich abgeändert / übersprungen, weil ich sie komplett unpassend finde:

    "Am See klagt der Biber, der mit ohne Zähne: Über mich Armen, da lachen die Schwäne".  Mit ohne finde ich in einem Kinderbuch im Spracherwerbsalter total unpassend - und da es sich um ein deutschsprachiges Buch handelt, schließe ich einen Übersetzungsfehler aus. Das Wort "mit" kann in diesem Zusammenhang ersatzlos gestrichen werden, ohne dass der Reim darunter leidet.

    "Bunt ist die Welt, hat der Adler gehört. Schlimmer ist nur, man wär geistesgestört". Diese Ansicht eines blinden Adlers über psychisch Beeinträchtigte finde ich ein absolutes No - go! Hier wird das Bild vermittelt, dass psychische Beeinträchtigungen (die im Buch sonst nicht behandelt werden) "minderwertig" gegenüber physischen Beeinträchtigungen wären - was meiner Meinung nach schon bei den Kleinsten zu einem völlig falschen Bild führt.

    Die Sterne gibt es bei mir für die Buchidee und die Illustrationen, die wirklich super ausgefallen sind - der Text fällt bei mir gnadenlos durch!
  9. Cover des Buches Graf Koriander lernt fliegen (ISBN: 9783785749821)
    Andrea Schütze

    Graf Koriander lernt fliegen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: parden

    NEUES VOM KLEINEN GNOMOLD...

    Der kleine Gnomold Graf Koriander mit den blauen Haaren lebt nun endgültig mit den Kindern Jette und Justus im alten Pförtnerhäuschen. Und dort ist ordentlich was los: Die Kinder wollen Graf Koriander beim Brauen seines Unsichtbarkeitssüppchens helfen, doch dabei geht natürlich einiges schief. Die Eltern der Zwillinge sagen plötzlich nur noch genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sagen wollen. Und dann stürzt auch noch der unterirdische Gang auf dem Weg zu Korianders Höhle ein. Doch Rettung naht! 

    Ein Gnomold ist schon etwas ganz Besonderes - eine Mischung aus Gnom und Kobold nämlich. Graf Kroiander ist ein stolzer Vertreter seiner Art - und leider auch der letzte. Seit über 300 Jahren bewohnt er nun den Keller des Pförtnerhäuschens des alten Schlosses und versucht, endlich die Formel für das Unsichtbarkeitssüppchen zu finden. 

    Graf Koriander hat sich nun damit abgefunden, dass die Familie Kramer das Pförtnerhäuschen bewohnt. Die Eltern sind immer noch dabei, das alte Schloss zu einem ansehnlichen Hotel umzubauen, während die Kinder weiterhin die Sommerferien genießen und das Gelände erkunden. Der alte Gnomold hat sich durch einen Rettungszauber in der vorherigen Folge sehr verändert und genießt nun die Gesellschaft der Kinder. Was aber nicht bedeutet, dass nicht auch allerlei Seltsames geschieht.

    Aberwitzig, ein bisschen gefährlich und etwas gruselig - hier gibt es wieder eine bunte Mischung. Graf Koriander kann einem schon ans Herz wachsen - und mit seinen unterhaltsamen Schimpfwörtern und fintenreichen Wortneuschöpfungen gleich noch viel mehr. Auch hier musste ich wieder einige Male kräftig kichern - und ich gehöre nun wahrlich nicht mehr zur eigentlichen Zielgruppe (Kinder von 9-10 Jahren).

    Martin Baltscheit liest die ungekürzte Hörbuchfassung (2 Stunden und 8 Minuten) auch diesmal wieder ungemein ansprechend, wodurch die Erzählung an Lebendigkeit und Liebenswürdigkeit noch hinzugewinnt. Und durch die Zwillinge Jette und Justus dürften sich von dem Buch sowohl Mädchen als auch Jungen angesprochen fühlen, was schon etwas Besonderes ist.

    Auch Band zwei ist einfach nur empfehlenswert!


    © Parden 

  10. Cover des Buches Die besseren Wälder (ISBN: 9783407820334)
    Martin Baltscheit

    Die besseren Wälder

     (9)
    Aktuelle Rezension von: anette1809
    "Die besseren Wälder" ist eine moderne Fabel über Integration, Vorurteile und die Frage, ob Veranlagung oder Erziehung für die Entwicklung eines Menschen verantwortlich ist.

    Die Geschichte war zunächst ein Theaterstück, welches 2010 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde. Nun liegt sie als illustrierter Roman in opulenter Ausstattung vor: Martin Baltscheit zeichnet sich neben der Fabel auch für die großartigen teils ganzseitigen Illustrationen in diesem Buch aus.

    Martin Baltscheit hat die Geschichte in ein metaphorisches Gewand gekleidet, hier spielen keine Menschen die Rolle, sondern Wölfe und Schafe, wobei es hier genauso gut um verschiedene Religionen oder Völkergruppen gehen könnte. Die Distanz, die die tierischen Verkörperungen schaffen, dienen meines Erachtens dazu, sich nicht in einer bestimmten Rolle wiederzufinden, sondern alle Seiten gleichermaßen von außen und mit einer gewissen Objektivität zu betrachten.

    Das Wolfsjunge Ferdinand verliert auf der Flucht in die besseren Wälder seine Eltern. Bei den Schafen findet er unerkannt als "Wolf im Schafspelz" ein neues Zuhause, denn das ungewollt kinderlose Paar Frauke und Wanja nimmt sich des Waisenkindes an. Ferdinand hat eine glückliche Kindheit, doch als er sich in das Schafsmädchen Melanie verliebt und die eines morgens ermordet neben ihm aufgefunden wird, steht für jeden fest: nur Ferdinand kann der Mörder gewesen sein, denn sein wahres Wesen kann keiner verstecken, Änderung und Anpassung scheint unmöglich.

    Martin Baltscheit spielt gekonnt und tiefgründig mit der Macht von Vorurteilen. Schwarzweißmalerei bekommt bei ihm eine komplett neue Dimension: zum einen spielt er mit hell und dunkel bei der farblichen Gestaltung des Buches. Dies fängt bereits bei Schutzumschlag und bedrucktem Hardcover an. Je eine Hälfte ist weiß, die andere schwarz gehalten. Beim Schutzumschlag ist die Vorderseite weiß, der Rücken schwarz, bei dem Hardcover darunter verhält es sich genau umgekehrt. Die Spielerei setzt sich fort bei den Tieren, die die Rollen in dieser tiefsinnigen Geschichte verkörpern. Zum einen die Schafe, die in den besseren Wäldern wohnen, zum anderen die Wölfe. Des weiteren spielt ein ungleiches Freundespaar im Laufe der Handlung eine wichtige Rolle, Bär und Gans, die sich selbst als Biene und Fuchs sehen. Wenn man kurz darüber nachdenkt, stellt man fest, dass es sich wie bei der Paarung Schaf und Wolf, um Opfer und Jäger, beziehungsweise Konsument und Lieferant (Biene und Bär) handelt.

    Die Geschichte ist durchtränkt mit Ernsthaftigkeit und Grausamkeit, doch zwischendurch spielt auch (schwarzer) Humor immer wieder eine Rolle. "Die besseren Wälder" ist kein Buch zur reinen Unterhaltung und es ist eine Geschichte, die sich nur Stück für Stück entdecken lässt. Nach einmaligem Lesen habe ich lange nicht das Gefühl, alles entdeckt und verstanden zu haben, was der Autor mir damit auf den Weg geben wollte. Besonders der Schluss legt nahe, dass Martin Baltscheit die Leser seiner Geschichte in gewissem Grade allein mit ihren Gedanken stehen lassen will, dazu gezwungen über das Gelesene nachzudenken, sich damit nachhaltig zu beschäftigen und das Buch auf jeden Fall ein weiteres Mal zur Hand zu nehmen. Das werde ich mit Sicherheit tun, denn ich weiß jetzt schon, dass ich bei einem zweiten Lesen noch weitere "Wahrheiten" herauslesen oder vielleicht einige Sachen anders sehen werde als beim ersten Mal. "Die besseren Wälder" lassen mich nachdenklich, aber stellenweise auch ratlos zurück, und trotzdem kann ich das Buch nur mit der besten Bewertung auszeichnen, denn es rüttelt wach, es regt zum Nachdenken an und ist in Wort und Bild ein wahrhaftes Kunstwerk!
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