Bücher mit dem Tag "martin mosebach"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "martin mosebach" gekennzeichnet haben.

7 Bücher

  1. Cover des Buches Krass (ISBN: 9783498045418)
    Martin Mosebach

    Krass

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Vabaloup

    Der Roman „Krass“ von Martin Mosebach erschien im Januar 2021 bei Rowohlt. Seit 1983 veröffentlicht Mosebach zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays und wurde dafür unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis (2007) ausgezeichnet.

    Ralph Krass verkörpert das Bild eines selbstsicheren, mächtigen und rücksichtslosen Geschäftsmannes. Auf einer dekadenten Reise versammelt einen illustren Personenkreis um sich, um sie in seinen Bann zu ziehen, zu manipulieren und sich als großzügiger Wohltäter zu inszenieren. Geld spielt keine Rolle. In Neapel wird der Kreis durch die junge, eigensinnige Lidewine erweitert, mit der Krass ein besonderes Verhältnis eingeht. Hofiert wird Krass zudem von seinem Sekretär Dr. Jüngel, der sich bemüht, die Gesellschaft zusammenzuhalten.

    Der Roman ist dreiteilig angelegt. Die Handlung beginnt im Jahr 1988 in Neapel und führt anschließend in die französische Provinz. Erst rund 20 Jahre später treffen Krass, Dr. Jüngel und Lidewine erneut und in neuer Konstellation aufeinander, wo die Handlung in ein kurioses Finale mündet. Am Aufbau eines Musikstücks orientiert, sind die Teile mit „Allegro imbarazzante“, „Andante pensieroso“ und „Marcia funebre“ bezeichnet und nicht nur durch Orts- und Perspektivwechsel gekennzeichnet, sondern auch stimmungsmäßig unterschiedlich angelegt.

    Der Erzählstil hat mich von Anfang an begeistert. Er wirkt elegant und zugleich sehr bildlich. Mit seiner kunstvollen Sprache schafft Mosebach es, unverwechselbare Bilder entstehen zu lassen. 

    Die Geschichte ist dabei äußerst vielschichtig, bisweilen undurchsichtig und mit vielen Nebenfiguren und Verflechtungen versehen, die Raum für eigene Mutmaßungen lassen. Hinzu kommt ein reichhaltiges Repertoire an Symbolen und Anspielungen. Die Handlung des Romans ist kaum vorhersehbar; die meiste Zeit scheint alles möglich. Gerade die Beschreibungen der Nebenfiguren im Roman, sei es der Schuster Desfosses oder Madame Lemoine mit ihren Vögeln, fand ich wunderbar getroffen. Sie machen für mich vielleicht die Faszination des Romans aus.

    „Krass“ ist sicher ein außergewöhnlicher Roman, der literarisch Einiges zu bieten hat und in dessen Mittelpunkt Ralph Krass zugleich abstößt und fasziniert.

  2. Cover des Buches Mogador (ISBN: 9783499272431)
    Martin Mosebach

    Mogador

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Wicki72

    Ein junger Mann sitzt in einem Hammam in Mogador, dem heutigen Essaouira. Nach und nach schält sich heraus, dass es sich hier um Patrick Elff, einem jungen Banker aus Düsseldorf handelt. Dieser ist nach einem Gespräch mit der Polizei aus dem Fenster des Polizeipräsidiums gesprungen und nach Marokko geflüchtet, wo er sich Hilfe von einem marokkanischen Finanzmenschen erhofft, der ihm noch einen Gefallen schuldet. Es ist ein Sprung in eine andere Welt. Patrick findet Unterschlupf bei Khadija, einer zweifachen Witwe, eine Analphabetin, die sich als Hure, Geldverleiherin und Prophetin nach oben gearbeitet hat.

    Martin Mosebach zeichnet in diesem Werk zwei Figuren, die scheinbar gegensätzlicher nicht sein können. Im ersten Teil des Buches wird die Geschichte von Patrick erzählt, man erfährt wie er sich in diese Lage, in der er steckt, gebracht hat, erfährt von seinem beruflichen Aufstieg und von seiner Ehefrau Pilar, die er ahnungslos in Deutschland zurückgelassen hat. Im zweiten Teil zeigt uns Mosebach die Welt von Khadija, bringt uns ihre Kindheit näher, die Schwierigkeiten, in Armut aufzuwachsen. Er erzählt, wie sie es schafft, ihren eigenen Weg zu gehen und bringt uns gleichzeitig das Leben in Marokko näher. Es ist stellenweise wie eine Reise in 1001 Nacht. Mit sprachlich wunderschönen Bildern umschreibt Mosebach das Land, das Leben dort und die Sitten so farbenfroh und genau, dass man ganz in die Welt von Khadija eintaucht. Man hat das Gefühl mit „am Tisch“ zu sitzen, wenn beschrieben wird, mit welcher Liebe eine Teezeremonie durchgeführt wird oder wenn alle zusammen mit den Händen aus dem Topf versuchen die Fleischstücke heraus zu fischen. Besonderen Eindruck hat auf mich Mosebachs Beschreibungen des Meeres gemacht. Sätze wie „Gestaltung, Umgestaltung in eine frühere Gestalt zurückfließen, sie alsbald wieder auflösen, das war die anablässige Beschäftigung des Meeres, das keinen Augenblick ruhig dalag, sondern mit titanischer Energie Wogenprall und Wasserwucht erzeugte, nur um dieselben sich ausrasen und in überraschender Sanftheit wieder vergehen zu lassen“ ließen mich gedanklich in die Wogen eintauchen und ich hatte das Gefühl, das Rauschen des Meeres zu hören.

    Im dritten Teil werden die Geschichten von Khadija und Patrick in der Gegenwart erzählt. Man erfährt von Patricks Schwierigkeiten mit seinem vermeintlichen Retter, Monsieur Pereira, in Kontakt zu treten und wird mit Khadijas Alltag vertraut gemacht. Karim, ein guter Freund Khadijas, der die beiden Hauptpersonen zueinander gebracht hat, erhält ebenfalls ein Gesicht.

    Bevor sich im vierten Teil alles auflöst, bekommt auch Patricks Ehefrau, die anfangs blaß und eher schwach dargestellt wird, Konturen.

    Auch wenn sich für mich am Ende alle Fäden etwas zu abrupt entwirren, ein wunderschönes, lesenswertes Buch.Besonders beeindruckt hat mich die Genauigkeit und die Liebe mit der Mosebach seine Figuren zeichnet und uns Bräuche und Sitten einer anderen Welt näherbringt. Sei es eine Beschreibung der Bettler der Stadt, denen er ein Gesicht gibt, sei es die Darstellung des Heimatdorfes von Karim mit den dort immer noch üblichen Bräuchen oder das Ritual des Hammam – Mosebach gelingt es, dass ich seine Beschreibungen in farbige Gedanken verwandeln. Und auch die Geisterwelt, mit der er Khadija umgibt, fügt sich so leicht und natürlich in die erzählte Geschichte ein, dass es mir ganz natürlich erschien.

    Auf jeden Fall das beste Buch, welches ich in den letzten Wochen gelesen habe.

  3. Cover des Buches Ich hatte 3000 Frauen (ISBN: 9783462041040)
    Harald Schmidt

    Ich hatte 3000 Frauen

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Dirty Harrys Focus-Kolumnen ohne die doofe Zeitschrift, mit den bekannten Themen Geldanlage, Politik, Hochkultur und Bahnfahren.
  4. Cover des Buches Das Bett (ISBN: 9783423130691)
    Martin Mosebach

    Das Bett

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  5. Cover des Buches Der heilige Schein (ISBN: 9783548376813)
    David Berger

    Der heilige Schein

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Interessant mal hinter den Kulissen der Katholischen Kirche zu blicken
  6. Cover des Buches Der Mond und das Mädchen (ISBN: 9783423139021)
    Martin Mosebach

    Der Mond und das Mädchen

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT: Hans und Ina sind frisch verheiratet und suchen, sich brav an die konservativen Vorgaben haltend, ein gemeinsames Domizil für die ersten Ehejahre und die potentielle Kinderschar. Nach vielen Hausbesichtigungen wird Hans in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes fündig. Doch etwas stimmt mit der Wohnung nicht. Eine tote Taube im Schlafzimmer am Tag des Einzugs ist das erste Omen für den Zerfall der jungen Ehe. Und auch die Mieterschaft ist seltsam. Jede Nacht gibt es im Hinterhof obskure Treffen, die der allgegenwärtige Mond in sommernachtstraumartiges Licht taucht. Während sich Hans der skurrilen Mieterschaft öffnet, igelt sich Ina mehr und mehr ein. Spätestens nach Hans‘ kurzer Liaison mit der schönen Nachbarin droht die Katastrophe.

    FORM/FAZIT: Mosebach schreibt eloquent verspielte Sätze, die aus einem anderen Jahrhundert zu kommen scheinen. Diese (ich nenne sie mal) antiquierte Schreibweise wirkt in der Geschichte, die ja in der heutigen Zeit spielt, dermaßen fehl am Platz, dass es mir schwer fiel, mich auf das Buch einzulassen. Ich weiß, dass Mosebach genau dafür bekannt und beliebt ist, nicht umsonst wurde ihm 2007 der Georg-Büchner-Preis verliehen; meine Sache ist das aber nicht. Immer wieder bemerkte ich, wie ich beim Lesen mit meinen Gedanken ganz woanders war, weil mich diese mäandernden Sätze irgendwann eingelullt hatten.

    Auch gibt die Geschichte nicht so wahnsinnig viel her. Es wird die ganze Zeit eine mysteriöse (Mosebach würde eher schreiben: gruselige) Stimmung aufrecht gehalten, aber im Endeffekt löst sich alles in Wohlgefallen auf. Nach der letzten Seite war mir unklar, warum das Buch jetzt gelesen haben sollte. Nur der schönen Schreibe wegen? Das ist mir dann doch zu wenig.

    Um es kurz zu machen: Nicht mein Fall – zwei Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

  7. Cover des Buches Ruppertshain (ISBN: 9783423400923)
    Martin Mosebach

    Ruppertshain

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden

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