Bücher mit dem Tag "mathematik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "mathematik" gekennzeichnet haben.

150 Bücher

  1. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499013225)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

    (3.454)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Der sehr erfolgreiche Roman von Daniel Kehlmann über die Lebensgeschichten des Mathematikers Carl Friedrich Gaus und des Naturforschers Alexander von Humboldt erschien 2005. Es handelt sich offensichtlich um eine Mischung zwischen historisch realer und fiktiver Handlung. Im ersten Kapitel erhält Gauß eine Einladung von Humboldt nach Berlin und macht sich auf die Reise. In den folgenden Kapiteln wird die teils fiktive Lebensgeschichte der beiden Wissenschaftler abwechselnd und episodenweise erzählt. Manches bleibt dabei ungeklärt, z.B. wie Humboldt und sein Begleiter sich von der Insel im Orinoko retten können, nachdem ihr Boot abgetrieben ist. Das wirkt unvollständig und ein wenig beliebig.

    Die Erzählweise ist durchweg ironisch und teilweise schwarzhumorig, die beiden Wissenschaftler erscheinen geradezu kindlich bzw. kindisch in ihrem Streben nach Erkenntnis. Das ist zwar ganz lustig, mehr aber auch nicht. Es wird den beiden Hochkarätern in jedem Fall aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.

    Dem Buch fehlt aus meiner Sicht auch ein roter Faden respektive ein innerer Zusammenhang. Zwar sind die Kapitel teilweise chronologisch erzählt, aber dazwischen befinden sich mitunter große Zeitsprünge, so dass die Kapitel einzeln für sich allein stehen, mit nur marginalem Bezug zueinander. Aus meiner Sicht wirkt das eher wie ein Manuskript oder ein Entwurf, der noch an einigen Stellen der Ergänzung bedarf, denn wie ein fertiges Buch.

    Insgesamt bin ich von dem Buch daher eher enttäuscht als angetan, was vielleicht auch an den übergroßen Erwartungen liegen kann, die ich nach all den zahlreichen Lobpreisungen der Literaturwelt daran hatte. Zwei Sterne.

  2. Cover des Buches Die Analphabetin, die rechnen konnte (ISBN: 9783328100157)
    Jonas Jonasson

    Die Analphabetin, die rechnen konnte

    (729)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Zunächst ein großes Kompliment an die Übersetzerin. Es war sicher nicht einfach, diesen spielerischen Umgang mit Sprache, diese teils aberwitzigen und skurrilen Vorgänge, so zu übertragen, dass diese auch im Deutschen ihre gewünschte Wirkung entfalten. Es ist ein Genuss, diesen teils versteckten oder hintersinnig eingestreuten realen Bezügen in einer ansonsten doch sehr abgedrehten Story zu folgen. 

    Die Geschichte entfaltete ihren Reiz auch dadurch, dass die historischen Personen beim Namen genannt werden und das politische Geschehen in eine Lebenswirklichkeit hineingezogen wird, die die Distanz zu diesen Geschehnissen nicht nur verringert, sondern tatsächlich auch menschlicher und damit verstehbarer machen – unabhängig davon, ob sie sich so oder so oder auch ganz anders abgespielt haben.  Diese indirekten Anspielungen fordern geradezu nach Weiterdenken heraus. Es fällt leicht mit der „guten Seite“ zu sympathisieren (wer möchte nicht gerne, trotz aller Hindernisse, so souverän durchs Leben gehen?), wobei die „böse Seite“ durchaus auch ihren Charme hat. Es gibt also ausreichend Raum, bei guter Unterhaltung, die eigenen Gedanken spazieren zu führen.

    Da das Elend dieser Welt im Moment zuzunehmen scheint, kommt eine solche Geschichte gerade recht. Nicht als „Erlösungsgeschichte“, sondern als augenzwinkernder Hinweis: Nimm das Leben wie es kommt und mache das dir Mögliche daraus.

    (19.11.2018)

  3. Cover des Buches 22 Bahnen (ISBN: 9783832167240)
    Caroline Wahl

    22 Bahnen

    (1.100)
    Aktuelle Rezension von: Helena_Kawaii

    „22 Bahnen“ war ein Buch, welches mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil mich das Schicksal von Viktor und den Geschwistern Tilda und Ida sehr interessiert hat. Wahl schafft es, die Atmosphäre von Tildas Leben und der Kleinstadt gut einzufangen und Ida habe ich sehr liebgewinnen können.  Der Schreibstil ist erfrischend und wirkt wie ein Drehbuch, was gut zu der nüchternen Grundstimmung passt. Einzig die Dialoge waren anstrengend zu lesen. 

    Leider hat das Buch jedoch einige Schwächen: Der Tiefgang der Charaktere fehlt größtenteils, so konnte ich zu Viktor und Tilda keine Bindung aufbauen. Tildas Charakter ist widersprüchlich und ihre Handlungen unrealistisch, zum Beispiel ihr verantwortungsloser Umgang mit Drogen im Kontrast zur wirklich rührenden Fürsorge zu ihrer Schwester. Die Liebesbeziehung zwischen Tilda und Viktor wirkt abrupt und wenig nachvollziehbar, da es kaum Interaktionen zwischen den beiden gibt. Auch die Darstellung der Armut, dem Alkoholismus und dem Studium wirkten unrealistisch. 

    Besonders problematisch fand ich jedoch die stereotypische Darstellung osteuropäischer Figuren. Viktor wird stark (negativ) stereotypisch gezeichnet und in der Geschichte werden mehrfach abwertende Begriffe gegenüber osteuropäischen Personen verwendet, ohne dass dies kritisiert oder reflektiert wird. Das reproduziert antislawische Vorurteile und hinterlässt einen sehr negativen Beigeschmack. Neben Antislawismus finden sich leider auch andere rassistische Formulierungen, die den ansonsten sehr modernen Eindruck des Buches stark getrübt haben.  

    Seltsam fand ich zudem die sehr zahlreichen Nennungen von Marken, die wie Schleichwerbung wirkten. 

    Alles in allem ist „22 Bahnen“ eine spannende und fesselnde Geschichte, aber leider sind Charaktertiefe, Logik und gesellschaftliche Sensibilität stark ausbaufähig. 

    Bewertung: 3 von 5 Sternen 


  4. Cover des Buches Weit weg und ganz nah (ISBN: 9783499014369)
    Jojo Moyes

    Weit weg und ganz nah

    (1.904)
    Aktuelle Rezension von: Monika_D_Kunze

    Der Titel erschließt sich mir nach dem Lesen nicht ganz 🤫Denn letztendlich spielt sich ein großer Teil der Geschichte auf engstem Raum ab, während Ed und Jess in seinem Wagen quer durch England und Schottland unterwegs sind. Na ja, wahrscheinlich handelt es sich um eine Anspielung darauf, dass sie sich körperlich zwar nah, doch in der gesellschaftlichen Rangordnung sehr weit auseinander stehen. Denn darum geht es in dieser Geschichte, abgesehen von der berührenden Liebesgeschichte zwischen den beiden. Denn genau so empfand ich sie; hier passiert nichts Knall auf Fall, sie fallen nicht von jetzt auf gleich um vor Verliebtheit; ganz im Gegenteil. Es gibt Skepsis, Ablehnung, unschöne Szenen und Kinder und einen Hund, die einen Wagen der oberen Preisklasse verhunzen 🤭Die Liebe keimt auf, als man näher hinsieht, hinhört, zeigt, dass man doch nicht so stark, so cool, so mürrisch ist, dass sich unter den Schalen verletzliche Menschen mit vielen Problemen verstecken.

    Der Klappentext verrät nur sehr wenig der Story an sich. Jess ist eine alleinerziehende Mutter zweier Kinder, eines davon wird gemobbt, das andere ist sehr klug und hat die Chance auf einen Platz auf einer sehr guten Schule, wenn da das fehlende Geld nicht wäre. In vielen Situationen erlebt man mit, wie Jess kämpft, sich aufopfert, manchmal am liebsten einfach rausgehen und schreien möchte, weil sie nicht mehr weiterweiß, um dann doch die Backen zusammenzukneifen und weiterzumachen, weil ihr nichts anderes übrig bleibt. Dementsprechend hat sie eine raue, unnahbare Schale um sich aufgebaut.

    Ed ist eigentlich ein Nerd, der es auf Grund einer guten Idee zum Wohlstand gebracht hat. Er hat(te) mehrere Häuser, eine schöne Frau und ein finanziell abgesichertes Leben. Bis er etwas tut, das ihm den Strick um den Hals legt. Es drohen Gefängnis und finanzieller Absturz. Die Geschichte lässt schön in sein Inneres blicken, wer der  Mann eigentlich ist, der unter der Schale mit der Aura des Wohlstands steckt.

    Da Jess seine Zugehfrau ist, kennen sie sich - mehr oder weniger. Durch gewisse Umstände kommt es dazu, dass sie mehrere Tage gemeinsam unterwegs sind, wodurch jeder die Gelegenheit hat, hinter die Fassade des anderen zu blicken. Sie kommen einander näher, langsam, dabei werden ebenso Jess` Kinder in die Story eingeflochten, die in Ed einen besseren Vater finden, als ihr eigener es jemals sein könnte.

    Eine tolle Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich werde mir gerne auch ihre anderen Werke kaufen.

  5. Cover des Buches What if? Was wäre wenn? Jubiläumsausgabe: Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen (ISBN: 9783328603962)
    Randall Munroe

    What if? Was wäre wenn? Jubiläumsausgabe: Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen

    (194)
    Aktuelle Rezension von: Prinzera

    Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, durch einen Post einer Bekannten auf Bookstagram und fand direkt, dass es sich irgendwie lustig und spannend anhört. Denn klar, auch ich habe Fragen, die mich mir insgeheim so stelle, die aber so wild sind, dass ich niemals damit rechnen würde darauf eine fundierte Antwort zu erhalten. Und genau solche Leute schreiben Randall auf seinen Blog und er beantwortet, was er kann und mit seinem Gewissen vereinbaren kann auf höchst amüsante und schlaue Weise.

    Die Optik des Buches ist relativ schlicht in einem Comic Stil gehalten, der dem Leser auch im Buch immer wieder begegnet, denn nicht nur, dass der Autor diese abstrusen Fragen beantwortet, Nein er zeichnet oft auch noch kleine Comics dazu, welche mir als nicht ganz so wissenschaftlich begabte Leserin, die Themen nochmal veranschaulichen. 

    Ich finde es wirklich erstaunlich wie Randall es schafft, dem Leser so kinderleicht wahrlich wissenschaftliches Wissen zu vermitteln, anhand von Fragen, die an Abstrusität teilweise kaum zu übertreffen sind. Ich habe so viel gelernt und es ist mir sogar leicht gefallen, selbst die komplexesten Szenarien (egal ob im Bezug auf das Weltall, Atome oder Mathematik) zu verstehen und nachzuvollziehen.

    Das Ganze wird gepfeffert mit einer Prise Sarkasmus oder Ironie und herauskommt ein Wissensbuch der ganz anderen Art. So etwas wie "What if" ist mir vorher noch nirgends begegnet und umso dankbarer bin ich, auf das Buch aufmerksam geworden zu sein. 

    Fazit:

    Dieses Buch ist für alle, die genauso wie ich, wenig Antworten aber umso mehr Fragen im Kopf haben und sich einfach freuen, dass es in der Welt jemanden gibt, der sich genau diese Fragen durchliest und bis ins Detail durchdenkt um dann eine Antwort zu geben, welche einen zwar nicht immer befriedigt aber doch zumindest zum Schmunzeln bringt.

  6. Cover des Buches Elanus (ISBN: 9783743200111)
    Ursula Poznanski

    Elanus

    (628)
    Aktuelle Rezension von: frischelandluft

    Ein junges Genie, ein Wunderkind, das mit 17 Jahren an die Universität kommt und dort heimlich erst einmal seine selbstgebaute Drohne auspackt, um andere auszuspionieren. Natürlich sieht er dann Dinge, die er nicht sehen sollte und die Story nimmt ihren Lauf. Wie so oft spinnt Poznanski eine Story um eine technische Neuerung, worüber man dann gut mit seinen Kindern nach der Lektüre reden kann, hier ‚Drohnen, die in die Privatsphäre anderer eindringen‘.  Es ist nicht Poznanskis spannendster Roman, dafür eher auch für jüngere Jugendliche geeignet. Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber im Gegensatz zu zum Beispiel Aquila oder der Eleria-Trilogie, die auch mir als Erwachsener sehr viel Spaß gemacht haben und wirklich spannend waren, fand ich diesen Plot und die Beziehungen der Personen etwas konstruiert.

  7. Cover des Buches Kaleidra - Wer das Dunkel ruft (ISBN: 9783846601082)
    Kira Licht

    Kaleidra - Wer das Dunkel ruft

    (412)
    Aktuelle Rezension von: Lili-Marie

    Auf Kaleidra war ich sehr gespannt, da mir die Idee hinter dem Buch sehr gefallen hat. 

    Der Schreibstil war flüssig zu lesen allerdings bin ich mit dem Buch nicht so richtig warm geworden. Irgendwann bin ich nicht mehr richtig hinterhergekommen und habe auch etwas das Interesse verloren. Zudem war es stellenweise sehr langatmig. 

    Auch mit den Charakteren bin ich nicht richtig warm geworden. Wie Ben Emilia behandelt, hat mir gar nicht gefallen. Sie weiß von nichts, ist völlig ahnungslos und ihr wird nichts richtig erklärt und sie wird nur von A nach B gereicht. Auch einige andere Handlung der Charaktere konnte ich absolut nicht nachvollziehen und haben nur Fragezeichen zurückgelassen. 

    Ich bin noch unschlüssig ob ich diese Reihe weiter verfolgen soll. 

  8. Cover des Buches Kurze Antworten auf große Fragen (ISBN: 9783608983838)
    Stephen Hawking

    Kurze Antworten auf große Fragen

    (123)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwind

    Inhaltlich gibt es ja fast nichts auszusetzen. Einer der Größten schreibt über eine Hand voll der wichtigsten Themen. 

    Die Einführung hätte man vielleicht anders aufsetzen oder ganz weglassen können. Die Lobhudelei ist vielleicht berechtigt, bereitet aber den Lesenden nicht unbedingt die größte Freude.

    Die Art, wie das "Wissen" vermittelt wird oder besser gesagt, wie alles Existierende erklärt wird, ist aus meiner Sicht die Schwachstelle des Buches. Manchmal ähnelt sie gefühlt Großvaters Geschichtenerzählung und manchmal wiederum einem Großkongress von Wissenschaftlern. Das hätte man schon noch etwas verbessern können.


  9. Cover des Buches Maple-Creek-Reihe, Band 1: Meet Me in Maple Creek (ISBN: 9783473586318)
    Alexandra Flint

    Maple-Creek-Reihe, Band 1: Meet Me in Maple Creek

    (320)
    Aktuelle Rezension von: wasserratte

    Ich bin echt enttäuscht. Die Charaktere sind mir ferngeblieben, die Story hat mich nicht mitgerissen. Ich hätte gerne ein herantasten der Zwillinge an den jeweils anderen miterlebt. Mir ging es zu schnell von dem Unbekannten Dasein zur geschwisterlichen führsorge, auch wenn ich glaube, dass besonders zwischen Zwillingen eine unsichtbare Verbindung besteht. Ich fands unrealistisch, wie sie ihn als Brudi betitelt hat. 

    Tatsächlich habe ich mir auch mehr Spannung erhofft. Die Hintergrundgeschichte von Lil und Joshka hätten den Spannungsbogen stärker oben halten können. In Joshkas Charakter habe ich mehr Potenzial gesehen. Es hätte ruhig darker sein können. 

    Das Einzige, was mich catchen konnte waren die grandiosen Herbstvibes und generell das Setting. Außerdem ist die Gestaltung des Covers sehr gelungen.

    Fazit:

    Ich werde die Dilogie leider nicht beenden. Dafür kann ich euch aber die Lakestone Campus of Seattle Trilogie und die Mondia Dilogie der Autorin empfehlen. Die haben mich gecatcht und überzeugt. 

  10. Cover des Buches Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen) (ISBN: 9783446253131)
    John Green

    Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)

    (514)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

           Vorweg: Dies ist eine etwas ausschweifende, sehr allgemeine Rezension.

    "Mädchen sind eine uneinnehmbare Festung der Ungewissheit"

    Seit jeher (will heißen, seit ich kann) Liebe ich die Literatur. Ich "erachte die Lektüre als eine der Formen der Glückseligkeit", wie Borges es sagte. Allerdings habe ich es nie über Herz gebracht mich auf eine Gattung der Literatur zu beschränken.

    So habe ich im Lauf der Jahre großartige Sach- und Fachbücher ( Das Heilige und das Profane , Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? Über das Denkbare und das Lebbare ), wunderbare Essayistik ("Die Kunst des Hungers", "Fragen der Zeit", Inquisitionen ), tolle Romane (vor allem von John Irving, Philip Roth, Albert Camus, Heinrich Böll, etc., etc.), tolle Fantasy und Sci-Fi Bücher (Robin Hobb, Timothy Zahn), fantastische Erzählungen ( Die Nacht auf dem Rücken , "Die Geschichte vom Leopardenmann") und schöne Gedichte ( Das Stundenbuch , "Schatten und Tiger", "Gedichte von Else Lasker-Schüler") gelesen. Und ja, nicht zuletzt auch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Und durch diese bin ich dem Leben näher gekommen, als durch viele andere Bücher.

    Es gibt tolle Kinderbücher. Roald Dahl hat einige geschrieben, Michael Ende zwei der wichtigsten, Astrid Lindgren ein paar der vollkommensten und auch Hans Baumann hat schöne geschrieben; nicht zu vergessen Cornelia Funke oder J.R.R. Tolkien, der mit einem der besten Bücher überhaupt (Der Hobbit) aufwarten kann.
    Es mag stimmen, dass ein Kinderbuch selten ein Klassiker ist, aber auch unter ihnen gibt es zahllose unverwechselbare und einzigartige Erlebnisse und Eindrücke zu entdecken, auch für Erwachsene.
    Das Jugendbuch wiederum ist eine Gattung, die schwerer zu durchleuchten ist. Dieser Teil unseres Lebens, die Jugend, ist gleichsam die größte Wandlung in unserem Dasein (noch stärker durch den Kult der sich darum entwickelt hat), aber es ist auch die Phase, wo wir am wenigsten konstant wir selbst zu seinen scheinen; eine Phase, wo wir viel mehr und viel weniger als wir selbst sind; mancher mag behaupten von dieser großen Verwirrung erholen wir uns nie. Aber viele sagen auch, dass die Jugend nun mal vorbei ist, wenn sie vorbei ist.

    John Green ist ein geistreicher, ein guter und zugleich ein wunderbar pflichtvergessener Autor, was sein Genre angeht. Schon sein Debüt Eine wie Alaska ist ein ganz erstaunliches Buch, ein Jugendbuch und doch ein Buch was über diese Gattung hinauswächst.
    Dagegen ist "Die erste Liebe" eher ein Buch, das in sich hineinwächst. Doch deswegen nicht umso eindringlicher und ungleich schön-unvollkommener..

    "Man kann jemanden noch so lieben. Doch man liebt ihn nie so stark, wie man ihn später vermisst."

    Jugendbücher zeigen uns die Wahrheiten unserer Haut und nicht unserer Welt, doch jene sind nicht weniger wichtig als letztere. Und sie lassen uns nicht damit allein. Wer ein paar gute Jugendbücher gelesen hat, wird feststellen, dass sie zwar nicht immer Stoff zum (Weiter-)Denken, aber oftmals viel Stoff zum Erinnern und Verstehen bieten. Und wer viel denkt, aber nie versteht oder erinnert, den würde ich (ich allein vielleicht) als arm bezeichnen. Denn wer nicht die Geschichten liest, die nicht durch das Abstrakte gegangen sind, Geschichten also, die das Leben noch vor sich haben, wie wir, im echten leben, jeden Tag, mag sich manchmal noch verloren fühlen, wo er es nicht mehr müsste.

    "Und die Moral der Geschichte ist, man erinnert sich nicht an das, was geschehen ist. Woran man sich erinnert, wird zu dem, was geschehen ist."

    Dies Buch, das eine Mischung aus Roadmovie, amerikanischer Freeland-Atmosphären-Party und Philosophiestunde ist, bringt einem auf kleinstem Raum ein paar Kleinigkeiten nah, nicht mehr und nicht weniger. Ich kann es nur empfehlen und empfehlen auch andere Jugendbücher zu lesen (z.B.: "Die Nackten"). Auch der in diesem Buch erwähnte und von mir verehrte J.D. Salinger hat mit dem "Fänger im Roggen" ein Werk verfasst, welches, wenn auch virtuos und überragend, in diese Gattung gehört.

    Wer mit Büchern durch das Leben gehen will, lese Kinderbücher für Herz und Moral, Jugendbücher für Haut und Gefühl und alles andere hauptsächlich für Kopf und Denken (und natürlich auch manches Mal für das Gefühl).

  11. Cover des Buches Ich und die Menschen (ISBN: 9783423260145)
    Matt Haig

    Ich und die Menschen

    (776)
    Aktuelle Rezension von: Frau_Stern_liest

    Zusammenfassung des Autors:
    "(...)Es handelt vom Sinn des Lebens und von überhaupt nichts. Es handelt davon, was passieren muss, damit man auf die Ewigkeit verzichtet und sich der Sterblichkeit überlässt. Es handelt von Liebe und toten Dichtern und Erdnussbutter mit ganzen Nüssen. Es handelt von Materie und Antimaterie, von allem und nichts, von Hoffnung und Hass. Es handelt von einer 41-jährigen Historikerin namens Isobel und ihrem 15-jährigen Sohn Gulliver und dem klügsten Mathematiker der Welt. Es handelt davon, wie man ein Mensch wird.(...)"


    Persönliches Statement:
    Auch auf die Gefahr hin, oberflächlich zu wirken, aber vielleicht kennt ihr das ja: dass gebrauchte Bücher, die man irgendwann irgendwo mal gekauft hat, im Gegensatz zu gut riechenden Neuausgaben ein eher stiefkindliches Dasein auf dem SuB fristen. Zum Glück dauerte dieser Zustand bei diesem Buch nur wenige Wochen - sonst hätte ich so richtig was verpasst!
    Matt Haig, den viele sicher als Autor von "Die Mitternachtsbibliothek" und anderen Werken kennen, hat hier ein so wunderschönes Buch abgeliefert, das ich jedem Erdling unbedingt empfehlen möchte! Es ist philosophisch, witzig, spannend und -Matt Haig eben- überzogen mit einem kostbaren Hauch Melancholie. Richtig schön!
    Im Nachwort erfährt man, wie die Geschichte entstand – auch das hat mich nachhaltig berührt.

    Absolute Leseempfehlung! 


  12. Cover des Buches Teuflisches Genie (ISBN: 9783426500415)
    Catherine Jinks

    Teuflisches Genie

    (455)
    Aktuelle Rezension von: angies_bücher

    Das Cover des Buch ist ein echter Hingucker und wirklich toll. Auch der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. 

    Leider war es das mit dem Positivem. Die Geschichte selbst ist vollkommen verrückt, wirr und unterm Strich auch sehr langweilig. Außerdem vollkommen unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen. Bis zum Schluß habe ich auf eine Auflösung oder etwas, was die Geschichte doch noch lesenswert macht gewartet. Für mich ist das Buch wirklich eine totale Enttäuschung. 

    Und das schlimmste ist, dass Band 2 und 3 auch noch bei mir im Bücherregal stehen! Weiß noch nicht, ob ich denen noch eine Chance gebe. Ich habe mich durch diesen ersten Band wirklich über Wochen durch gequält. Sehr schade. 

  13. Cover des Buches Die Einsamkeit der Primzahlen (ISBN: 9783499291289)
    Paolo Giordano

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    (818)
    Aktuelle Rezension von: Caroffl

    Die Protagonist:innen sind in ruhiger, nuancierter Weise beschrieben. Allerdings habe ich 100% stimmiges Bild von den Protagonist:innen bekommen und noch weniger zu ihrer Beziehung. Verbringen sie gerne Zeit miteinander? Was teilen sie? Was mögen sie aneinander? Was nicht?
    Ich habe mit beiden mitgelitten, wenn Kränkungen der Mitschüler:innen, Familienmitgliedern etc beschrieben wurden. Dass Selbstverletzung und Selbstabwertung thematisiert wird, finde ich mehr als angemessen. Das sind schließlich weit verbreitete Phänomene. 

    Die Schreibweise würde ich als eher distanziert beschreiben. Der Vorteil dessen ist, dass viel Raum für die eigene Vorstellung gelassen wird. Der Stil ist angenehm unprätentiös und reduziert.

  14. Cover des Buches Katabasis (ISBN: 9783847902164)
    Rebecca F. Kuang

    Katabasis

    (131)
    Aktuelle Rezension von: lines

    Katabasis war mein drittes Buch der Autorin und nachdem Babel ein absolutes Highlight für mich war, hatte ich große Hoffnungen, dass Katabasis mir ähnlich gut gefallen wird. Die Grundidee, einen verstorbenen Professor aus der Hölle zurückzuholen, klang unfassbar vielversprechend. Leider hatte das Buch aber vor allem eines: unglaubliche Längen, viel zu weite Ausschweifungen und keinen großen Spannungsbogen. Ich mochte die Welt, die R. F. Kuang erschaffen hat sehr gerne und die Hölle als Setting war etwas völlig neues für mich, doch der Aufbau und die Art, diese Geschichte zu erzählen hat für mich einfach nicht funktioniert. Mir hat der rote Faden gefehlt und die zahlreichen Rückblenden haben den Lesefluss für mich persönlich enorm gestört. 

    Ist es ein schlechtes Buch? Keinesfalls. R. F. Kuang ist eine unfassbar kluge Person und die Inhalte ihrer Bücher fordern einen als Leser:in, doch dieses Buch hat für mich leider nicht funktioniert.

  15. Cover des Buches Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone (ISBN: 9783570403211)
    Mark Haddon

    Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

    (600)
    Aktuelle Rezension von: Hausi

    Das Buch war für mich eine sehr interessante und berührende Lektüre. Es bietet einen tiefen Einblick in das Leben eines Kindes im Autismus-Spektrum und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Christopher die Welt um sich herum wahrnimmt. Seine Sicht auf die Dinge ist oft logisch, präzise und ehrlich – und genau das macht das Buch so besonders.

    Besonders spannend fand ich, wie der Autor es schafft, den Leser in Christophers Gedankenwelt eintauchen zu lassen. Dadurch versteht Mensch besser, wie herausfordernd alltägliche Situationen für ihn sein können, die für andere Menschen selbstverständlich sind.

    Darüber hinaus hat das Buch deutlich gemacht, wie viel Arbeit, Geduld und Verständnis in der Beziehung zwischen Eltern und Kind stecken. Es zeigt, dass es manchmal nicht einfach ist, die eigenen Gefühle zurückzustellen, besonders wenn Mensch selbst überfordert ist. Trotzdem spürt Mensch die tiefe Liebe, die Christophers Eltern für ihn empfinden, auch wenn sie ihre eigenen Grenzen erreichen.

    Insgesamt ist es ein bewegendes und lehrreiches Buch, das nicht nur vom Leben im Autismus-Spektrum erzählt, sondern auch von Familie, Vertrauen und dem Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Es regt zum Nachdenken an und bleibt einem noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis.

  16. Cover des Buches Das Geheimnis der Eulerschen Formel (ISBN: 9783746637631)
    Yoko Ogawa

    Das Geheimnis der Eulerschen Formel

    (200)
    Aktuelle Rezension von: Wolf-Macbeth

    Es ist ein sehr herzliches, liebevolles und leises Buch – vielleicht fast zu harmonisch, aber gerade dadurch tief bewegend. Besonders berührt hat mich, wie die Haushälterin mit dem kranken Professor umgeht: mit Geduld, Respekt und Zärtlichkeit. Zwischen ihnen entsteht etwas, das man kaum Freundschaft nennen kann, weil es stiller und reiner ist – ein gegenseitiges Erkennen im Alltäglichen.

    Ogawa zeigt in diesem Roman, dass Mathematik kein abstraktes Monster ist, das Studierende zur Verzweiflung treibt, sondern eine Sprache der Zärtlichkeit. Zahlen werden hier zu Bildern, Gleichungen zu Geschichten, und die Welt erscheint plötzlich voller verborgener Beziehungen. Die Idee, dass es „befreundete Zahlen“ oder „vollkommene Zahlen“ gibt, wirkt fast menschlich – als hätten Zahlen Charaktere und Gefühle.

    Neben der Mathematik spielt auch Baseball eine zentrale Rolle – als zweiter Erzählstrang, der die Verbindung zwischen dem Professor und dem Sohn der Haushälterin vertieft. Mich persönlich hat das etwas gestört, weil mir Baseball fremd ist und ich wenig damit anfangen kann. Doch auch in diesem Strang zeigt sich Ogawas Fähigkeit, in scheinbar nüchterne Dinge eine tiefe Poesie einzuschreiben.

    Wer sich für die Schönheit der Zahlen interessiert, aber Mathematik bisher nur als Angstfach kannte, wird in diesem Buch eine neue, sanfte Perspektive finden. Ogawa verwandelt Formeln in Gefühle und Beweise in Beziehungen.

    Nach der Lektüre sieht man auch die Euler’sche Formel, e^{i\pi} + 1 = 0, mit anderen Augen – nicht mehr als bloße Gleichung, sondern als poetische Verbindung zwischen Leben, Denken und Stille.

    Für alle, die danach noch tiefer in die Welt der Mathematik eintauchen möchten, bietet „Fermats letzter Satz“ von Simon Singh eine faszinierende, historische Ergänzung – ein Buch, das dieselbe Leidenschaft für Zahlen teilt, aber auf ganz andere Weise erzählt.


    📚 Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.



  17. Cover des Buches GIER - Wie weit würdest du gehen? (ISBN: 9783734105586)
    Marc Elsberg

    GIER - Wie weit würdest du gehen?

    (209)
    Aktuelle Rezension von: mattder

    Das Geld und die sucht danach treib den Menschen um. Wenn man wenig hat versucht man mehr zu haben. Aber auch Getriebe was an man anpflanzt und wen man mehr rauskriegen nicht teil sondern den gewimmten zu mehren oder für sich zu behaltet. Ist ok das Buch liest sich recht zügig durch. Ninja Buch halt. 

  18. Cover des Buches Pi mal Daumen (ISBN: 9783462007435)
    Alina Bronsky

    Pi mal Daumen

    (374)
    Aktuelle Rezension von: Philabiblia

    Handlung und Thematik

    Hochbegabter trifft auf mittellose Spät-Studierende. Der Idee ist gut, an der Umsetzung happert es. Manche Situationen sind treffend geschildert, aber dann gehen andere eher ins fantastische hinein: es wird in der alten Schule nach den Hintergründen recherchiert, Übernachtungsgründe sind nicht schlüssig, Enkel kommen mit in die Uni. Die Handlungen sind nicht nachvollziehbar und auch nicht logisch konsequent.

    Perspektive

    Aus dem Blickwinkel des Hochbegabten Oscar geschildert. Sind die sozialen Beschreibungen und Verhältnisse deshalb so unzureichend? Wenn ja, hätte ein anderer Blickwinkel durch einen weiteren Erzähler der Geschichte gut getan.

    Charaktere

    Die Hauptfiguren sind und werden auch im Laufe der Handlung nicht sympathisch:

    • Moni als junges Mädchen wird als dumm bezeichnet, kein Widerspruch von anderer Seite
    • Moni als Erwachsene wird als dumm behandelt. Wird sie überhaupt anders gesehen? Die soziale Ader von Moni wird zwar mehrmals erwähnt, aber nicht honoriert.

    Die Nebenfiguren werden nur unzureichend beschrieben, tauchen plötzlich auf und dann wieder weg. Beispiele:

    • Monis Bruder: hochbegabt, aber sozial scheinbar eine schlimmere Niete als Oscar, der Hochbegabte.
    • Nebenfigur David wird von Oscar überhöht gezeichnet; dann klären sich die Verbindungen zu Moni und letztendlich wird er zum Bösewicht, aber warum?
    • Nebenfigur Professor: gute Beziehung zu Moni wird erzählt, aber gegen Ende ist da nichts mehr; Ende der Beziehung? 

    Schreibstil

    • klischeebehaftet oder klischeeverspielt? Mit dem Klischee gespielt?
    • am Anfang denkt man, soll gerade das Klischee überwunden werden, aber man tappt ständig wieder hinein
    • Kurz vor dem Ende wird Charly Brown angedeutet und als Lieblingsfigur von Monis Bruder erwähnt; nur so kann das ungewöhnliche Ende erklärt werden: Moni ist ein weiblicher Charly Brown. 

    Persönliche Gesamtbewertung

    • keine Spannung
    • Logiklücken
    • seltsames Ende 
  19. Cover des Buches Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker (ISBN: 9783548376653)
    Lena Greiner

    Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Woertergarten

    Lehrer soll der schönste Beruf der Welt sein. Auf jeden Fall erleben Lehrer einige lustigen Situationen, wie dieses Buch es beweist. Schüler sind eine unversiegbare Quelle für witziges Material, das die Autorinnen fleißig gesammelt , kategorisiert und in mehreren Bänden veröffentlicht haben.

    Die Schülerantworten sind nach Fächern sortiert, so dass man dieses Buch in kleinen Häppchen für Zwischendurch genießen kann. Schreibfehler und Fehlleistungen liefern einige witzigen Sätze. Weitere Antworten zeugen von der Kühnheit oder der Kreativität einiger Schüler. Allerdings beweisen eine Mehrheit von klaffenden Wissenslücken unserer Kinder, die nach drei Jahren Pandemie zwischen Schulschließungen und Online-Unterricht wahrscheinlich noch nicht aufgefüllt wurden. 

    Erwähnenswert ist auch das Cover: da hat sich jemand mit der Gestaltung wirklich Gedanken gemacht. Der Titel von Band 2 als „b.)“ einzugeben ist ein toller Einfall.

    Mit diesem Buch verbringt man eine nette Zeit. Jedoch hat es bei mir am Ende keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Deswegen die durchschnittliche Bewertung.

  20. Cover des Buches Frau Einstein (ISBN: 9783462005998)
    Marie Benedict

    Frau Einstein

    (164)
    Aktuelle Rezension von: Zams

    Ich fand das Buch im Großen und Ganzen sehr realistisch.

    Besonders gefallen hat mir zum Beispiel die Freundschaft zwischen den Frauen, und die Beziehung zu Milevas Vater im ersten Teil der Geschichte.

    Glaubwürdig fand ich auch Mitza und Alberts Beziehung, unter anderem weil ich die selben Verhaltensmuster und Situationen auch im echten Leben schon beobachten konnte, und leider kommen ähnliche Dinge mit ähnlichem Ausgang auch heute noch vor.

    Die Geschichte ist definitiv herzzerreißend, mit viel emotionalem Tiefgang.

    Allerdings fan ich die Botschaft oft etwas auf die Nase gedrückt, was nicht sein hätte müssen, weil der Rest der Geschichte dazu meiner Meinung nach definitiv ausreicht.

  21. Cover des Buches Null (ISBN: 9783499256486)
    Adam Fawer

    Null

    (222)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    auf einen zug durchgelesen. habe mit den 3 helden mitgefiebert und caines emotionen gut nachvollziehen können. die anderen personen habe ich immer wieder verwechselt, und ihre motivationen eher unlogisch gefunden (wozu entführen die wissenschaftler die versuchsperson, statt die formel für das medikament zu stehlen?)

    die wissenschaftlichen teile dazwischen sind unlogisch und unpassend eingefügt (immer wieder erklären sich geniale wissenschaftler gegenseitig dinge, die jeder maturant wissen sollte - und das seitenlang: schrödingers katze, das doppelspalt-experiment, der laplace'sche dämon ... mit waffen und der ausbildung russischer spione kenn ich mich überhaupt nicht aus, aber auch die ausführungen dazu kommen mir sehr simpel und schlecht recherchiert vor.)

    und dass der held mit seiner zertrümmerten kniescheibe kilometer- und tagelang auf der flucht ist ... naja.

    aber - wie gesagt - trotzdem spannend.


  22. Cover des Buches Blood of Hercules (ISBN: 9783596712427)
    Jasmine Mas

    Blood of Hercules

    (244)
    Aktuelle Rezension von: EmmyL

    Mit Bonds of Hercules eröffnet Jasmine Mas eine Dark-Romantasy, die antike Mythologie mit dystopischem Akademie-Setting und zeitgenössischen Genre-Tropes verbindet. Im Zentrum steht Alexis, eine junge Frau, deren bislang unscheinbares Überleben plötzlich in eine existenzielle Prüfung mündet, als sich ihre göttliche Abstammung offenbart. Die Ausbildung an einer spartanischen Kriegsakademie wird dabei weniger als Weg zur Selbstverwirklichung denn als radikaler Prozess der Entmenschlichung inszeniert, in dem Gewalt, Konkurrenz und moralische Grenzüberschreitungen zum Alltag gehören.

    Mas entwirft eine Welt, die bewusst überzeichnet ist: Götter, Monster und Gladiatoren erscheinen nicht als heroische Ideale, sondern als moralisch ambivalente Akteure mit klaren Machtansprüchen. Besonders auffällig ist der Ton des Romans, der Brutalität und Leid konsequent mit schwarzem Humor und sarkastischen Dialogen kontrastiert. Diese stilistische Entscheidung verleiht der Erzählung Tempo und Unterhaltungswert, wirkt jedoch zugleich als Distanzierungsmechanismus gegenüber der dargestellten Gewalt.

    Die Figurenkonstellation ist umfangreich und bewusst auf ein „Why-Choose“-Narrativ angelegt. Während einzelne Charaktere durch markante Dialoge Kontur gewinnen, bleibt ein Großteil der Nebenfiguren funktional und schwer unterscheidbar. Auch Alexis’ innere Entwicklung verläuft sprunghaft: Ihre emotionale Anpassung an extreme Situationen wird selten reflektiert, sondern eher behauptet. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen erzählter Härte und fehlender psychologischer Tiefe.

    Problematisch bleibt zudem die Darstellung von Macht- und Geschlechterdynamiken. Dominanz, Übergriffigkeit und toxische Verhaltensmuster werden zwar klar inszeniert, aber kaum kritisch gebrochen. Der Roman verlässt sich stark auf bekannte Dark-Romantasy-Codes, ohne diese systematisch zu hinterfragen.

    Trotz dieser Schwächen überzeugt Bonds of Hercules als Pageturner: Das Setting ist einprägsam, die Sprache flüssig und das narrative Versprechen einer eskalierenden Reihe wird konsequent eingelöst. Der Band versteht sich weniger als differenzierte Charakterstudie denn als provokanter Genre-Auftakt, der bewusst polarisiert und auf Fortsetzung angelegt ist.

  23. Cover des Buches Ausgeliefert (ISBN: 9783734105135)
    Lee Child

    Ausgeliefert

    (117)
    Aktuelle Rezension von: elenas_littlebookworld

    Zu Beginn des Buches war ich erstmal ein kleines bisschen enttäuscht, denn im Gegensatz zu "Größenwahn" wird dieser 2. Band nicht aus der Ich-Perspektive von Hauptfigur Jack Reacher erzählt. Da die wechselnden Sichtweisen jedoch eine gute Dynamik in die Story bringen, war ich damit dann doch ganz fein. Die Kapitel sind wieder kurz gehalten und Lee Childs Schreibstil ist schlichtweg fantastisch.


    Obwohl die deutsche Erstausgabe bereits vor über 24 Jahren erschien, passt das Hintergrundthema gut in die aktuelle Zeit und wirkt somit alles andere als altbacken. Ein äußerst gut durchdachter Plot, der überwiegend durch Spannung überzeugt, aber auch ein paar klitzekleine Längen hat. Die Actionszenen und das fulminante Finale lassen diese allerdings schnell vergessen.


    Neben Reacher steht in "Ausgeliefert" die FBI-Agentin Holly Johnson im Vordergrund. Während ihrer Gefangenschaft versuchen die beiden mehr über den jeweils anderen zu erfahren und hinter den Grund für die Entführung zu kommen. Holly hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, sie ist intelligent, einfallsreich und überzeugt mit ihrer ruhigen und sympathischen Art.


    Reacher, der klassische amerikanische Held, ist einfach großartig und da ich ihn bereits aus der gleichnamigen Serie kannte, bin ich mit der Figur schon bestens vertraut. Auch in diesem Teil zeichnet der Autor seinen Hauptcharakter nicht nur als knallharte Kampfmaschine, sondern gibt ihm Raum, zu zeigen, dass er auch einiges auf dem Kasten hat.


    "Ausgeliefert" kann unabhängig von dem 1. Band gelesen werden und bietet durchweg beste Unterhaltung - ähnlich wie ein spannender Actionfilm. Leseempfehlung und 4,5 Sterne!

  24. Cover des Buches The Memories We Make (ISBN: 9783736314498)
    Maya Hughes

    The Memories We Make

    (180)
    Aktuelle Rezension von: Tokki_Reads

    Persephone Alexander, eine brillante Mathematikerin mit einem Faible für Organisation, hat ihr Studium bislang eher durch Bücher und Formeln als durch typische Collegeerfahrungen geprägt. Während ihre akademischen Erfolge unbestreitbar sind, hat sie das „normale“ Collegeleben, wie es die meisten ihrer Kommilitonen erleben, irgendwie verpasst. Deshalb beschließt sie, den Rest des Semesters zu nutzen, um all die Dinge nachzuholen, die sie bislang versäumt hat. Mit einer eigens erstellten Liste von Erlebnissen will sie endlich das klassische Collegeleben kennenlernen und unvergessliche Erinnerungen sammeln. Zu den Dingen, die sie sich vorgenommen hat, gehören unter anderem Partys zu besuchen, neue Freundschaften zu schließen, sich zu verlieben – und ihr erstes Mal zu erleben. Doch für das Letzte auf der Liste braucht sie den passenden Partner.

    Entschlossen, nichts dem Zufall zu überlassen, organisiert Seph kurzerhand ein „Casting“, um jemanden zu finden, der ihre Kriterien erfüllt. Zu ihrer Überraschung meldet sich der Star der College-Footballmannschaft, Reece Michaels, freiwillig, um ihr bei der Umsetzung ihrer Pläne zu helfen. Allerdings macht er gleich von Anfang an klar, dass er sie bei zwei Punkten nicht unterstützen wird: beim Verlieben und beim ersten Mal. Trotz dieser Einschränkung nimmt Seph das Angebot an und begibt sich mit Reece an ihrer Seite auf die Reise, die sie durch die aufregende Welt des Collegelebens führen soll.


    Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Obwohl ich es überwiegend in kleineren Abschnitten und immer mal wieder zwischendurch gelesen habe, fiel es mir leicht, den Anschluss an die Geschichte zu finden. Anfangs war ich etwas skeptisch und konnte mich nicht sofort mit der Handlung und den Figuren identifizieren. Doch im Laufe der Zeit wuchsen mir die Charaktere immer mehr ans Herz, und ich konnte mich immer besser in sie hineinversetzen.

    Besonders beeindruckend fand ich, wie gut die Figuren im Laufe der Geschichte entwickelt werden. Anfänglich wirkt Persephone noch etwas distanziert und fremd, doch nach und nach enthüllen sich ihre Facetten, und sie wird zu einer sehr greifbaren und nachvollziehbaren Protagonistin. Schließlich konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe etwa die zweite Hälfte in einem einzigen Rutsch gelesen. Anstatt auf passende Gelegenheiten wie Ausflüge oder Pausen zu warten, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, und habe regelrecht in die Geschichte hineingefunden. Die gut ausgearbeiteten Charaktere und die zunehmende Spannung haben es mir am Ende unmöglich gemacht, das Buch beiseitezulegen.

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