Bücher mit dem Tag "mecklenburg-vorpommern"
55 Bücher
- Robert Scheer
Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück
(42)Aktuelle Rezension von: pardenEIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...
Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.
"Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)
Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.
Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.
Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.
Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.
"Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)
Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.
Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.
Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.
Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.
© Parden - Antonia Michaelis
Der Märchenerzähler
(1.532)Aktuelle Rezension von: phantastische_fluchtenKlappentext:
Geliebter Mörder? Atemlos spannend - ein Meisterwerk von Antonia Michaelis! Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? Ein temporeicher Thriller und eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte – lässt nicht los! Eindrucksvoll, begeisternd und abwechslungsreich.
Kommentar:
Normalerweise kopiere ich keine Klappentexte als Einleitung zu einer Rezension. Ich versuche, den Inhalt in eigenen Worten zusammen zu fassen.
Hier ist mir das nicht gelungen. Das Buch ist so vieles, es besteht aus unheimlich vielen Facetten und es weckt Emotionen in dem Lesenden, mir hat es teilweise das Herz zerrissen.
Der Roman erzählt eine Liebesgeschichte. Wer mich kennt weiß, dass ich das Genre meide. Das Buch wird als Jugendbuch gehandelt. Young adult meide ich ebenfalls. Warum also hat ausgerechnet dieses Buch so geflasht?
Weil Antonia Michalis keinen geraden Weg geht, keine einzige Erwartung des Lesenden erfüllt und mich fassungslos zurückgelassen hat. Schon der Epilog lässt ahnen, dass es sich um kein einfaches Jugendbuch handelt, er ist blutig und brutal. Damit steht er im starken Kontrast zu den ersten Kapiteln des Buches. Wir lernen Anna kennen. Ein siebzehnjähriges Mädchen aus gutem Haus, wohlerzogen. Sie macht ihren Eltern keine Probleme und sie steht kurz vor einem erfolgreichen Abitur. Sie hat feste Pläne für die Zeit danach, ihr Lebensweg scheint vorgezeichnet.
Auf der anderen Seite Abel Tannatek. Ein Außenseiter. Er wird der „Kurzwarenhändler“ genannt, Anna versteht nicht warum. Die Nachfrage eröffnet ihr eine bis dahin unbekannte Welt. Sie spricht den Jungen an, etwas, was sonst niemand in der Schule bisher getan hat. Für alle ist er nur der Pole, der Außenseiter bei dem sie ihre Partydrogen kaufen können. Anna sieht mehr, sie ist direkt und sie stellt Fragen. Abel kann ihr nicht ausweichen, auch, wenn er es versucht. So wird Anne in das Leben des Märchenerzählers hineingesogen, sie wird ein Teil des Märchens, das von der kleinen Klippenkönigin handelt. Das ist Abels kleine Schwester Micha, die der Junge abgöttisch liebt. Er würde alles tun, um Micha zu beschützen. Vor der Lehrerin, die ständig nach der Mutter fragt, vor den Sozialarbeitern, die ihm das Mädchen wegnehmen möchten, vor dem Stiefvater, den er hasst. Eine gewaltige Aufgabe für einen 17jährigen Jungen.
Die unberührte Welt von Anne bekommt Risse, sie muss erkennen, dass nicht alles nur schwarz oder weiß ist. Trotz aller Unterschiede verliebt sie sich in den Außenseiter. Alle warnen sie. Ihre Freundin Gitta, die nichts als Partys und Amüsement im Kopf hat, ihr Mitschüler Bertil, der selber in Anna verliebt ist und der beginnt, das Paar zu stalken. Auch ihre Eltern sind misstrauisch aber Micha erobert ihr Herzen im Sturm. Vor allem Linda, Annes Mutter, die sich immer ein zweites Kind gewünscht hat, verwöhnt Micha nach Strich und Faden. Und Abel gehört nun einmal zu Micha, ohne Abel keine Micha.
Obwohl es sich um eine Liebesgeschichte handelt, wirkt die Geschichte von Beginn an unterschwellig gruselig. Ich hatte von Anfang an Angst, was wohl passieren mag. Und diese Angst hat sich von Seite zu Seite gesteigert, Man wünscht Anna und Abel nur das Beste und ahnt dennoch, dass diese Liebe unmöglich vom Glück gesegnet sein kann. Diese Liebe ist von Anfang an mit Tragik durchzogen. Abel möchte Anne nicht an sich heranlassen, sie lässt sich nicht abweisen. Sie gewinnt und Stück für Stück bröckelt seine Mauer. Das Märchen der kleinen Klippenkönigin bekommt neue Facetten und je weiter Abel das Märchen erzählt, umso mehr verstehen die Lesenden, dass sich Märchen und Realität nähern. Wie schon in den alten Märchen der Gebrüder Grimm, gibt es auch hier Bedrohungen und Gewalt, es wird mit den Ängsten der Zuhörenden und Lesenden gespielt. Doch immer wieder gewinnt das Gute, denn es ist ein Märchen. Im echten Leben gibt es keine Märchen und Abel weiß das.
Ich habe bei den Top Ten Thursday viel über Antonia Michaelis gehört und gelesen und war sehr neugierig, warum sie so begeistert. Dies ist mein erstes Buch von ihr aber sicher nicht mein letztes. Die Autorin nutzt eine einfache und geradlinige Sprache, sie erzählt ihre Geschichte ohne Abschweifungen, direkt und klar. Zwei Menschen, die sich annähern, sich verlieben und beginnen, viel Zeit miteinander zu verbringen. Also alles normal. Nur, dass hier nichts normal ist.
Sehr gut haben mir die Bezüge zu den Songs von Leonard Cohen gefallen. Die melancholischen Texte passen wunderbar zu dieser Geschichte und „ballad for the young“ ist der perfekte Einstieg. Das Cover in diversen Grüntönen ist perfekt auf das Buch eingestimmt. Das Buch ist von 2012, ich habe keine Ahnung, warum mir diese Autorin bisher entgangen ist.
Und gerade habe ich gesehen, dass es eine weitere Geschichte im Schatten des Märchenerzählers gibt.
Fazit:
Für jeden, der außergewöhnliche und berührende Geschichten mag, die nie die Erwartungen des Lesenden erfüllen. Berührend, wunderschön, traurig und herzlich.
Titel: Der Märchenerzähler
- Anne Jacobs
Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten
(126)Aktuelle Rezension von: MartinaPFranziska kehrt 1990, kurz nach der Wende, in ihr altes Heimatdorf Dranitz zurück. Als ehemalige Baronesse hat sie ihre Kindheit im dortigen Gutshaus verbracht, welches sie und ihre Mutter auf der Flucht vor den Russen im 2. Weltkrieg verlassen mussten. Der ehemalige Gutshof ist nicht wiederzuerkennen, sind in ihm doch inzwischen ein Konsum und das Gemeindebüro Dranitz untergebracht. Die ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen des Gutes gehören der LPG, später der Treuhand. Viele Erinnerungen stürzten auf Franziska ein, musste sie damals doch mehr zurücklassen, als nur ein Gebäude. Franziska setzt alles daran, das Gutshaus vor dem Abriss zu retten und einer neuen Zukunft zuzuführen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Enkelin Jenny, die nach eine unglücklichen Liebesgeschichte mit Folgen eine neue Heimat in Dranitz findet.
Als großer Fan von Romanen, die sich in der jüngeren deutschen Vergangenheit abspielen, war das Gutshaus natürlich Pflichtlektüre für mich. Mit hat es sehr gut gefallen, dass die Autorin das Dorf, die Umgebung und auch Orte wie Waren oder Rostock so bildhaft beschreibt. Dadurch hatte ich für mich stets das Gefühl mitten drin zu sein und alles wirklich vor mir zu sehen. Auch die handelnden Personen empfand ich als sehr gut dargestellt und beschrieben, mit Ecken und Kanten, Fehlern und Schwächen aber auch ihren guten Seiten. Menschen eben, wie wir alle. Insbesondere Mine und Karl-Erich, die beiden ehemaligen Gutsangestellten, die inzwischen hoch in den 80gern sind, sind mir im Laufe der Geschichte wirklich ans Herz gewachsen.
Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen: zum Einen kurz nach der Wiedervereinigung, zum Anderen im zweiten Weltkrieg. Dabei wird die Geschichte aus Sicht verschiedener Personen erzählt. Auch Tagebucheinträge von Franziskas verstorbener Schwester Elfriede finden wir und erfahren dadurch Dinge, die Franziska über Jahrzehnte verborgen geblieben sind. Die unterschiedlichen Schriftarten der jeweiligen Kapitel haben es mir leicht gemacht, der Geschichte und den jeweiligen Zeitsprüngen zu folgen.
Fazit:
Das Gutshaus ist für mich ein absolut lesenswertes Buch, welches sich sowohl mit den Geschehnissen im Nazi-Deutschland auseinander setzt, als auch mit der Zeit nach der Wende. Gerade über Letztere gibt es noch nicht so viele Geschichten und ich finde es sehr spannend, das Flair der damaligen Zeit aufsaugen zu können. Anne Jacobs beschreibt hier gut die Vorurteile der "Wessis" über die "Ossis" und umgekehrt. Die Ängste, die Menschen damals angesichts der Veränderungen hatten, werden im Hinblick auf Mines und Karl-Erichs Enkelsohn Ulli gut beschrieben. Dass mit Franziskas Plänen für das Gutshaus ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft geworfen wird, der am Ende des Buches sogar in einem rührenden Zusammenfinden mit ihrer großen Liebe Walter neue Perspektiven eröffnet, macht das Buch so besonders. Und natürlich sehr neugierig auf die folgenden Teile.
- Judith Schalansky
Der Hals der Giraffe
(267)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerAuf Der Hals der Giraffe bin ich durch das Interview mit Carolin Hagebölling aufmerksam geworden. Leider kann ich ihre Begeisterung nicht in Gänze teilen, dazu ist das Leseerlebnis zu ambivalent. Es beginnt bereits mit dem Untertitel: Bildungsroman. Der ist schlichtweg irreführend, denn hier entwickelt sich niemand, nicht einmal der geneigte Leser. Und auch in einem übertragenen Sinne ist es kein Bildungsroman, also kein lehrendes Buch, denn dazu sind sowohl die vermittelten biologischen Grundlagen zu banal und vor allem teilweise schlichtweg überholt und damit falsch. Um dies zu erkennen, muss man allerdings schon minimale Kenntnisse in Biologie haben, womit sich das Vermitteln von Grundlagen aufheben würde. Hinzu kommt, dass der Roman ohne echte Handlung auskommt, was bereits nach wenigen Seiten zu einer gewissen Eintönigkeit führt. Und dann ist da noch die Protagonistin, deren Gedankenwelt dermaßen abstoßend ist, dass ich mich durchgängig gefragt habe, warum irgendjemand das überhaupt lesen wollen würde. Nun kommt aber leider hinzu, dass Judith Schalansky eine großartige Schriftstellerin ist. Leider? Ja, denn sonst hätte ich den Roman zerreißen können, was er inhaltlich auch verdient hätte. Aber sprachlich ist der Hals der Giraffe herausragend, so dass ein Verriss nicht im Ansatz in Frage kommt.
Ohne das sprachliche Vergnügen wäre es eine Tortur Inge Lohmark, Mittfünzigerin und Gymnasiallehrerin für Biologie und Sport im ländlichen Vorpommern, länger als ein paar Seiten zu begleiten. Nun mag man die drei Kapitel, die drei Tagen im Schuljahr entsprechen, als satirisch, spritzig oder gar witzig verklären, dazu muss man dann aber auch Vergnügen an Abwertung und Demütigung haben. Denn Lohmark, deren Gedanken wir ertragen müssen, macht nichts anders als andere Menschen in bester Misanthropie stereotyp wahrzunehmen und dann abzuwerten. Das macht in etwa so viel Vergnügen wie einem Wutbürger zu lauschen. Nun gut es gibt natürlich auch Menschen die finden Don Alphonso von der FAZ, Henryk Broder oder Dieter Nuhr witzig. Mir geht das ständige Erheben über andere, das „lustig machen“, was nichts anderes ist als Polemik und damit die Waffe der geistig Schwachen, ziemlich auf die Nerven.
Sprachliches Highlight – Inhaltliches Nogo
Natürlich sind dann schnell die wertkonservativen Verständigen zur Hand. Das ist doch eine psychologische Studie, die Schalansky hier vorlegt. Das will ich ja auch gar nicht in Abrede stellen. Das Psychogramm ist hervorragend und erschreckend real. Aber es bleibt dabei: Warum soll ich so etwas lesen? Was habe ich davon? Wer das unterhaltend findet, findet wohl auch GNTM spaßig. Bildet es mich? Nicht mehr als irgendwelche Äußerungen von AfD Anhängern. Ich fand auch Sarrazin oder Pirinçci weder bildend noch unterhaltsam. Geht es darum mein Mitgefühl zu schulen? Sollen wir Leser lernen die Sorgen und Nöte der „Abgehängten“ zu verstehen? Nun ja. Niemand wird gezwungen ein Sozialdarwinist und Chauvinist zu werden. Das würde diejenigen abwerten, die in den gleichen Verhältnissen leben und nicht zum Hassmenschen werden. Soll ich lernen wie solch „verknöcherte“ Persönlichkeiten mit mangelnder Sozialkompetenz zu dem werden, was sie sind? Das sei vorweggenommen, das lernt man nicht. Denn wie bereits erwähnt: es ist kein Bildungsroman. Lohmark ist, wie sie schon immer war.
Es gibt jedenfalls Grund genug, warum man sich das Lesen des Romans sparen kann. Wäre da nicht, ja, wäre da nicht dieses grandiose Sprachvermögen von Judith Schalansky. Ich habe selten diese Authentizität von Gedanken gelesen, inklusive assoziativer Abschweifungen. Wir sitzen im Kopf von Lohmark. Wir bekommen keine Essenz ihrer Gedanken geliefert, sondern das Rohmaterial. Es hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass zwischendurch einfach nur gesummt wird oder die Gedanken kurz ganz weg sind. Diese sprachliche Meisterleistung verbunden mit der präzisen Einfühlung und Beobachtungsgabe von Schalansky (so sie sich denn hoffentlich nicht lediglich selbst beobachtet hat) macht aus einem langweiligen misanthropen Egotrip eines der außergewöhnlichsten weil ambivalentesten Bücher der letzten Jahre.
- Helga Schubert
Luft zum Leben
(101)Aktuelle Rezension von: downey_jrHelga Schubert hatte mich mit ihren Büchern „Vom Aufstehen“ und auch „Der heutige Tag“ sehr berührt und begeistert. Daher war ich sehr erfreut über ihre Neuveröffentlichung „Luft zum Leben“. In dieser Kurzgeschichtensammlung sind 29 verschiedene alte und neue Texte enthalten, die ihr ganzes Leben umfassen; manche der Geschichten sind bisher unveröffentlicht.
„Denn ich habe mir in meinem langen Leben alles einverleibt, was ich wollte an Liebe, Wärme, Bildern, Erinnerungen, Fantasien, Sonaten. Es ist alles in diesem Moment in mir. Und wenn ich ganz alt bin, vielleicht gelähmt und vielleicht blind, und vielleicht sehr hilfsbedürftig, dann wird das alles auch noch immer in mir sein. Das ist nämlich mein Schatz.“
Besonders beeindruckt haben mich in dieser Sammlung vor allem die bisher unveröffentlichte Geschichte „Das fast weggeworfene Kind“, der 1991 bereits erschienene Text „Als 51-jähriges eigentlich ungewolltes Kind“ sowie die Kurzgeschichte „Frauenwürde“ (ebenfalls bisher unveröffentlicht); hier zeigt sich ganz besonders Helga Schuberts großes Talent zum Schreiben!
„Das fast weggeworfene Kind
[...]
Er sammelt alles, wirft kaum etwas weg. Will alles retten und reparieren.
[...]
Einmal gab er mir die Lebenserinnerungen seiner Mutter zum Lesen. Sie hatte unter der Überschrift »In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über Dir Flügel bereitet« besonders die beschwerliche Flucht mit ihren Kindern im Zweiten Weltkrieg beschrieben.
Mit ihm war sie nach dem Krieg schwanger. Aber sie wusste nicht, dass sie Zwillinge in sich trug.
Als sie seinen Bruder geboren hatte, fühlte die Hebamme noch einen Rest im Bauch, und tatsächlich war da noch ein zweites Kind: er.
Die Hebamme holte diesen unvermuteten zusätzlichen Menschen in die Welt und schlug der Mutter vor, ihn wegzuwerfen. Es sei etwas nicht zusammengewachsen. Aber die Mutter, die schon ein Kind zu Hause hatte, sagte: Nein, ich will ihn sehen, mit nach Hause nehmen.
So überlebte er schon von Anfang an.
Und sieht in allem fast Weggeworfenen das Heile.“
Helga Schubert lässt uns teilhaben an ihrem schon langen Leben, nimmt uns mit in ihre persönlichen Gedanken und Erlebnisse, neuere und ältere aus der ehemaligen DDR:
„Ich habe für mein Geschriebenes weder im Gefängnis gesessen noch eine Geldstrafe zahlen müssen.
Ich wollte dieses System nämlich nicht ändern, sondern ich wollte es überhaupt nicht haben.
Ich glaube, das hat mich geschützt.“
Sprachlich ist das Buch eindeutig herausragend, wie von Helga Schubert gewohnt. Aber inhaltlich hatte ich hier wohl etwas anderes erwartet. Mich konnte das Buch leider emotional nicht so stark berühren wie z.B. „Vom Aufstehen“, vielleicht war meine Erwartungshaltung so gesehen zu hoch.
Ich konnte bis auf ein paar Highlights also leider nicht so viel wie erhofft mitnehmen aus dieser Geschichtensammlung, weshalb ich schweren Herzens leider nur 3 Sterne vergebe.
Dennoch hoffe ich, bald wieder etwas von Helga Schubert lesen zu dürfen!
Herzlichen Dank an den dtv Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!
- Monika Peetz
Die Dienstagsfrauen zwischen Kraut und Rüben
(109)Aktuelle Rezension von: beetletinDie Dienstagsfrauen
von Monika Peetz
Roman 1 : Die Dienstagsfrauen
Roman 2 : Sieben Tage ohne
Roman 3 : Die Dienstagsfrauen zwischen Kraut und Rüben
Oh was für herrliche Romane. Ich habe alle 3 Bücher hintereinander verschlungen. Ich habe gelacht und geweint. Da ich vorher keine Verfilmung gesehen habe, konnte ich voreingenommen an die Sache ran gehen.
Und ich empfehle jedem, diese Reihe wirklich in Chronologischer Reihenfolge zu lesen.
- Regina Scheer
Machandel
(63)Aktuelle Rezension von: rose7474Dieser Roman wurde mir empfohlen und er sprach mich gleich an, da es um zeitgeschichtliches geht in der DDR. Ich mag solche Geschichten sehr und wurde hier nicht enttäuscht.
Ich brauchte etwas Zeit um in die Geschichte reinzukommen. Dann jedoch packte es mich und wollte immer weiterlesen. Die verschiedenen Perspektiven gefielen mir sehr gut und die Schicksale berührten mich sehr ubd brachten mich zum Nachdenken. Ein Buch wofür man etwas Zeit braucht aber wichtig gegen das Vergessen ist. Ich werde es irgendwann nochmal lesen und noch mehr von Regina Scheer.
Daher eine absolute Leseempfehlung von mir und wohlverdiente 5 Sterne.
- Karen Sander
Der Strand: Vermisst
(256)Aktuelle Rezension von: Melanie_LudwigInhalt
Die gehörlose Lilli Sternberg ist seit einer Woche spurlos verschwunden und ihr vermutlicher Mörder wurde tot aufgefunden. Obwohl die Polizei befürchtet, dass Lillis Leiche nicht mehr gefunden wird, gibt es Ungereimtheiten, die Ermittlungsleiter Tom Engelhardt unbedingt aufklären will. Er widersetzt sich dem Druck seiner Vorgesetzten, die den Fall medienwirksam als Ermittlungserfolg verbuchen wollen. In der Kryptologin Mascha Krieger findet er eine Verbündete bei seinen Nachforschungen.
Als die stark verweste Leiche einer jungen Frau im Hafen von Sellnitz angespült wird, deuten Haarfarbe und Überreste der Kleidung darauf hin, dass es sich um Lilli handelt. Doch die DNA-Analyse bringt keine Übereinstimmung mit Lillis Großeltern. Wer ist die unbekannte Tote? Ist sie womöglich das Opfer eines Serientäters, der bereits zum zweiten Mal zugeschlagen hat? Tom und Mascha begeben sich auf eine spannende Spurensuche entlang der idyllischen Ostseeküste von Fischland-Darß-Zingst bis nach Stralsund, um die Wahrheit hinter dem mysteriösen Vermisstenfall aufzudecken.
Fazit
Ein spannendes Buch über eine Vermisste Frau und über andere Tote. Es ist der zweite Teil mit offenem Ende so das man gleich weiter lesen möchte.
- Susan Kreller
Elektrische Fische
(45)Aktuelle Rezension von: peanutLeider hat mich das Buch nicht überzeugt. Ich habe das Buch mit Jugendlichen gemeinsam gelesen und leider war das Stimmungsbild nicht gut - die Handlung zeigt zu wenig Varianz und auch die Protagonistin wird wenig ausgearbeitet. Bis zur letzten Seite konnte man sie nicht richtig greifen. Das Buch bleibt wirklich sehr negativ, zeigt aber trotzdem wenig emotionalen Tiefgang der Charaktere. Die düstere, dunkle Stimmung war mir persönlich zu negativ für ein Jugendbuch. Auch das Ende ist dann doch vorhersehbar.
- Gisa Klönne
Das Lied der Stare nach dem Frost
(91)Aktuelle Rezension von: rose7474Da ich gerne Romane lese, die ein Familiengeheimnis aufdecken griff ich zu diesem älteren Roman.
Er konnte mich ab der ersten Seite fesseln und berühren. Ein besonderer Roman mit Tiefgang und verschiedenen Zeitebenen. Die Gefühle von Rixa waren authentisch dargestellt und ich konnte mit ihr mitfühlen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut und ich werde auf jeden Fall noch mehr von Gisa Klönne lesen. Der Roman ist ruhig erzählt und man kann ihn nicht so schnell weggelesen. Doch er ist aussergewöhnlich, hebt sich von der Masse ab und wird mein Bücherregal niemals verlassen.
Daher vergebe ich wohlverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
- Eric Berg
Totendamm
(60)Aktuelle Rezension von: KrautgaernterMeine Bewertungen gilt der Vorgängerversion "So bitter die Rache".
Das Buch sehr gut und in Eric-Berg Manier geschrieben. Obwohl es mich normalerweise nicht stört, dass es unterschiedliche Zeit-Erzählstränge gibt, war es für mich dieses Mal etwas verwirrend den Überblick zu bewahren. Die Story ist spannend und bis zum Schluss zum Mitraten.
- Katharina Peters
Leuchtturmmord
(120)Aktuelle Rezension von: HeartsdelightDas Buch startet damit, dass eine junge Frau am Leuchtturm tot aufgefunden wird. Romy Beccare ermittelt und kommt nur langsam vorwärts. Sie findet heraus, dass die Frau früher einer Clique angehörte, von der auch andere bereits nicht mehr leben. Dennoch ergibt sich keine klare Spur. Parallel dazu bewegt sich Jan Riechter im Boxmilieu und sucht nach den Drahtziehern für illegale Boxkämpfe, die schon mehrmals tödlich ausgingen. So wechselt man beim Lesen zwischen diesen beiden Fällen hin- und her. Am Schluss hängen sie aber miteinander zusammen.
Das Hin- und Her der beiden parallel verlaufenden Geschichten sowie die vielen Figuren liessen mich mit der Zeit ermüden. Ich las die Geschichte weniger gerne als andere Bücher von Katharina Peters. Gewisse Ansätze waren spannend, führten dann aber dennoch wieder in eine andere Richtung. So konnte mich die Story nicht richtig packen. Die angenehme Sprache und die sympathischen Protagonisten haben mir aber wie immer gefallen.
- Alina Bronsky
Schallplattensommer
(200)Aktuelle Rezension von: Karola_DahlEin Jugendroman mit der 17-jährigen Maserati als starker Hauptperson wimmelt von problematischen Familienverhältnissen in idyllisch dörflichem Sommerambiente. Auch die männlichen Jugendlichen kämpfen wie sie mit mehr seelischem Chaos als mit körperlichen Anstrengungen, deren erwartete Aufklärung nur in vagen Andeutungen vorliegt. Die hier beschriebenen schwierigen Lebensumstände von Maserati mit dementer Großmutter und vernachlässigtem Schulbesuch erscheinen unrealistisch und sehr konstruiert. Zu viele dramatische Familiengeheimnisse bevölkern dieses Jugendbuch mit zu wenigen Rückblicken in Vergangenes. Ernste Themen wie Vernachlässigung, Ausgrenzung, Selbstmordgedanken werden angerissen in diesem zu kurzen Schallplattensommer.
Eigentlich ist dies keine leichte Sommerlektüre, behaftet mit nur sehr zarten Anklängen von liebevollen Sehnsüchten Heranwachsender. 2,5*
- Florian Huber
Kind, versprich mir, dass du dich erschießt
(20)Aktuelle Rezension von: Jules113Ich habe anfangs etwas gebraucht um in das Buch hineinzufinden.. Das mag auch daran liegen, dass ich Tatsachenbücher eher selten lese.
Zu Beginn wird viel über die Überfälle der Russen auf die deutsche Bevölkerung geschrieben, was sich allerdings sehr häufig wiederholt.
Im zweiten Teil geht Florian Huber, dann darauf ein, die Entwicklung von der Machtübernahme Hitlers bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges aus der Sicht von Zeitzeugen zu berichten, was ich sehr interessant fand. Welche Meinungen sie hatten und auch wie sich die Ansichten im Laufe der Zeit teilweise geändert haben.
- Jens van Rooij
HOLIDAY Reisebuch: Hiergeblieben! – 55 fantastische Reiseziele in Deutschland
(98)Aktuelle Rezension von: luckynelliHiergeblieben - ein Titel, der schon alles sagt. Warum in die Ferne schweifen, wenn wir in Deutschland viele tolle Städte und Sehenswürdigkeiten haben. Meist kennen wir uns im Ausland besser aus als in den Städten in unserer unmittelbarer Umgebung. Hiergeblieben ist ein neues Reiseführer-Format, das tolle Fotos, erklärender Text und viele Tipps vereint. Ich war überrascht, welche tollen Dinge es zu entdecken gibt. Und der Vergleich mit bekannten Sehenswürdigkeiten im Ausland und ähnlichen Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Weit fahren muss man wahrlich nicht, um das Interessante zu entdecken. Gerade während der Corona-Krise hat es uns zum Wandern in die nähere Umgebung verschlagen. Auch hier waren wir doch sehr überrascht, wie vielfältig, interessant und schön die Natur so um die Ecke ist. Ein absolut empfehlenswerter Reiseführer.
- Michaela Grünig
Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang
(119)Aktuelle Rezension von: MarwCover: Das Cover passt ganz wunderbar zur Geschichte, im Vordergrund ist Elisabeth zu sehen und im Hintergrund sieht man die Seebrücke und das Hotel in Heiligendamm. Wirklich schön stimmt das Cover auf die Geschichte ein.
Inhalt: Heiligendamm, 1912: Die Berliner Hoteliersfamilie Kuhlmann hat große Pläne, man will dem berühmten Grand Hotel Konkurrenz machen. Doch die High Society steigt lieber weiter bei dem etablierten Rivalen ab. In dieser schweren Zeit zeigt ausgerechnet die junge Tochter Elisabeth kaufmännisches Geschick, während sich der sensible Sohn Paul für Musik begeistert. Als sich die Lage gefährlich zuspitzt, sieht Vater Kuhlmann sich gezwungen, den Emporkömmling Julius Falkenhayn um Hilfe zu bitten. Der hegt recht unkonventionelle Ansichten, was der ehrgeizigen Elisabeth zunächst alles andere als recht ist.
Meine Meinung: Der Schreibstil ist von Anfang an sehr mitreißend gewesen und ich konnte das Buch fast nicht mehr zur Seite legen, so sehr war ich in das Buch eingetaucht und fasziniert von der Geschichte und den Protagonisten. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich wollte in jeder freien Minute weiterlesen und mehr über die Familie und das Hotel erfahren! Das Buch wird im Wechsel aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten erzählt, das macht das Ganze noch einmal spannender und abwechslungsreicher und ausserdem kann man sich so mit dem Denken und Handeln der jeweiligen Figur noch besser identifizieren. Ich kann es kaum erwarten, den Folgeband zu lesen, denn ich habe die Figuren richtig ins Herz geschlossen und bin sehr gespannt wie es mit der Familie und ihrem Hotel weitergeht. Der Auftakt enthält auf jeden Fall 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung, ich wurde in diesem Genre lange nicht mehr so gut unterhalten!
- Chris P. Rolls
Mecklenburger Winter
(60)Aktuelle Rezension von: Con_Ny2Dies ist mein viertes Buch von der Autorin und nach den drei Teilen von "Failed" mal eine ganz andere Lovestory. Kai ist Extremsportler, Endorphinjunkie und Sportsüchtig, aber auch ein Gefühlsmensch, der sein Herz auf der Zunge trägt. Dieses bringt ihn des öfteren in Schwierigkeiten. Leon ist Reiter, lebt und arbeitet auf einem Pferdehof. Er ist verschlossen, schüchtern und mit wenig Selbstvertrauen. Im tiefsten Winter rettet Leon Kai aus einer Schneewehe und ihrer beider Leben wird ordentlich durchgeschüttelt. Die größte Hürde ist die Homophobie von Leon's Vater.... doch was steckt wirklich hinter dem Hass von ihm? Auf jeden Fall muss Leon viel Leid diesbezüglich ertragen und doch ist er eine ganz besondere Persönlichkeit, die es auch mit Kai aufnehmen und aushalten kann. Kai hat so unglaublich viele Facetten da weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Da kommt die Ruhe und Gelassenheit von Leon genau richtig. Die wunderschönen Landschaften rund um Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern werden besonders traumhaft beschrieben. Ich liebe meine Heimat. Kai und Leon suchen sich ihren Weg und es wird romantisch, auch mal kitschig rosarot, humorvoll und witzig, dramatisch und tragisch, voller Endorphine und Hormone. Die Geschichte ist aus Kai's Sicht geschrieben und durch seine besondere Art sehr unterhaltsam, emotional in vielerlei Richtung und aus sportlicher Sicht ehrgeizig und ausdauernd. Klasse Schreibstil, klasse Setting, klasse Protagonisten und klasse Story.
- Fritzi Sommer
Zum wilden Eck
(36)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchDas hier war ein Bücherschrank Fund - und ich freue mich tatsächlich sehr darüber denn normalerweise würde ich so ein Buch nicht lesen, aber da Bücherschränke genau dafür da sind auch mal sein Genre zu verlassen und neues zu entdecken ist das jetzt ein echter Geheimtipp!
Das Buch hat mich ziemlich oft zum Schmunzeln und zum lachen gebrach, das hat tatsächlich schon länger kein Buch mehr geschafft!
Der Schreibstil ist absolut klasse die Erzählstimme ist ein Hund, um genauer zu sein Henri - und ich finde es absolut Klasse, eine wirklich tolle und erfrischende Idee!!!
Das Buch bzw besser gesagt die drei Möpse inklusive ihrer Rudelführerin Josi haben mich komplett in ihren Bann gezogen, das Buch war daher leider viel zu schnell ausgelesen und ich war fast ein wenig traurig dass es nicht noch ein paar mehr Seiten hat! ;-)
Für mich persönlich war dieses Buch bzw die Geschichte und die drei Hunderl eine absolute Wohlfühlstory - eine Seelengeschichte mir ging das Herz auf und ich habe mich wahnsinnig gut gefühlt und habe die Entwicklung mit voller Spannung verfolgt!
Für jeden Hundeliebhaber oder Tierliebhaber kann ich dieses Buch absolut Empfehlen und ans Herz legen, man wird es auf keinen Fall bereuen!
Und oben drauf gibt es bei diesem kleinem Mops-Krimi dennoch wirklich viel zu schmunzeln und zu lachen - klasse!
Tolle Idee, klasse Umsetzung, Sehr schöne Story, absolute Lieblingscharaktere und einfach tolle Möpse!
Das Leben braucht mehr solcher wundervoller wohlfühlen-seelen-Bücher!! :-)
unbedingt lesen . macht spaß! :-)
- Angelika Klüssendorf
Jahre später
(27)Aktuelle Rezension von: HerbstroseApril ist jetzt 30 Jahre alt und angehende Schriftstellerin. Sie lebt immer noch in Berlin, ihr Sohn Julius ist bereits im Teenageralter. Bei einer Lesung lernt sie den charismatischen Chirurgen Ludwig kennen, dessen besitzergreifende Art ihr imponiert. Als er ihr einen Antrag macht, scheint für April ein normales bürgerliches Leben möglich. Sie zieht zu ihm nach Hamburg und heiratet ihn, obwohl sie ihn nicht liebt. Bald fühlt sie sich unglücklich, sieht ihre Träume entschwinden, daran ändert auch die Geburt des gemeinsamen Kindes Samuel nichts. Doch was will sie eigentlich, welche Träume hat sie? Es folgen Trennung, Rückkehr nach Berlin und ein erbitterter Scheidungskrieg – und April ist immer noch unglücklich …
Angelika Klüssendorf ist eine deutsche Schriftstellerin, die 1958 in Ahrensburg/Schleswig Holstein geboren wurde und in der DDR aufwuchs. 1985 übersiedelte sie nach Westdeutschland. Sie schrieb einige Erzählungen und Romane, darunter die Trilogie „Das Mädchen“, „April“ und „Jahre später“, die wegen ihrer außergewöhnlichen Sprache in Literaturkreisen große Beachtung fanden und für die sie zahlreiche Ehrungen und Preise erhielt. Die Autorin hat zwei Kinder und war mit dem Vater ihres Sohnes, dem Journalisten und FAZ-Mitherausgebers Frank Schirrmacher, verheiratet. Seit 2017 ist der Schriftsteller Torsten Schulz ihr zweiter Ehemann.
In „Jahre später“, dem dritten Band der stark autobiografischen Reihe, können wir das Leben der inzwischen erwachsenen April weiter verfolgen und sie in ihrer schwierigen Ehe begleiten. Noch immer ist sie einzelgängerisch, voller Extreme und häufig verzweifelt, aber dennoch voller Kraft und innerer Stärke. Als Ehefrau ist sie auf Dauer ihrem narzisstischen Mann, der sich oft nicht im Griff hat und sich in Lügen verstrickt, nicht gewachsen. Die Pressekritik erlaubte sich dabei, zwischen Aprils Ehemann, dem Chirurgen Ludwig, und Klüssendorfs erstem Ehemann Frank Schirrmacher Parallelen zu ziehen.
Es ist keine leichte Kost, die uns die Autorin hier serviert. Ihr Schreibstil ist präzise und unverblümt, dabei jedoch immer zurückhaltend, leise und diskret. In den kurzen Sätzen ohne schnörkelige Umschreibungen kommt die innere Zerrissenheit, in der sich April befindet, sprachlich gut zum Ausdruck. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten sind manchmal sehr sensibel und gefühlvoll, dann aber wieder voll brutaler Gleichgültigkeit und zerstörerischem Misstrauen. Da Klüssendorf nicht verurteilend schreibt, bleibt dem Leser genügend Raum für eigene Gedanken.
Fazit: Gut gelungener, logischer und stimmiger Abschluss dieser lesenswerten Trilogie.
- Michaela Grünig
Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten
(79)Aktuelle Rezension von: MarwCover: Das Cover ist wieder sehr schön gemacht mit dem Hintergrund der Seebrücke von Heiligendamm. Ausserdem passt das Cover wunderbar zum ersten Teil der Reihe und fügt sich sehr gut ein.
Inhalt: Palais Heiligendamm, 1922: Während der Währungskrise kämpft Elisabeth erneut um das Überleben des frisch renovierten Palais. Erst als ein berühmter Regisseur in der schönen Kulisse des Hotels einen Film dreht, gibt es neue Hoffnung. Während der berufliche Erfolg zum Greifen nah ist, steht Elisabeths Liebe zu Julius unter keinem guten Stern. Auch ihr Bruder Paul muss Abschied von seinen Träumen nehmen. Er ist zutiefst unglücklich. Als er in den Dunstkreis der NSDAP gerät, trifft er eine Entscheidung, die die ganze Familie in Gefahr bringt ...
Meine Meinung: Ich habe mich sehr gefreut all die bekannten Charatere aus dem ersten Teil wiederzusehen und diese erneut zu begleiten. Ich war direkt wieder in ihrem Leben drin und ich konnte wieder richtig mitfiebern. Der Schreibstil wie im ersten Teil auch schon sehr bildhaft und und passt sehr gut zur Geschichte. Die Seiten sind regelrecht dahingeflogen und ich hatte das Buch in wenigen Tagen gelesen. Die verschiedenen Charaktere wurden wieder sehr authentisch dargestellt und die meisten waren unglaublich sympathisch aber es gab auch einige sehr erschreckende Entwicklung die mir sehr leid getan haben. In der Geschichte findet sich wieder viel Spannung, Drama, Liebe und überraschende Wendungen. Ausserdem werden bekannte historische Ereignisse in der Handlung gut eingeflochten. Ich konnte durch das Buch viel über die historischen Ereignisse lernen. Die Fortsetzung ist einfach so klasse geschrieben und so gelungen, dass ich es kaum erwarten kann den dritten Teil zu lesen. Von mir erhält das Buch auf jeden Fall 5 von 5 Sternen und eine sehr große Empfehlung!
- Claudia Rikl
Der stumme Bruder
(5)Aktuelle Rezension von: schillerbuchKommissar Herzberg aus Mecklenburg – Vorpommern ist wieder da. Dieses Mal allerdings nicht bei der Aufklärung eines Mordfalls, sondern er muss, nachdem er bei seinen Ermittlungen in „Das Ende des Schweigens“ dafür gesorgt hat, daß ein Kollege suspendiert wurde, in einer anderen Abteilung arbeiten. Nachdem mir der erste Fall für Kommissar Herzberg gut gefallen hatte, war ich gespannt, wie es mit dem Kommissar weitergeht.
Der Inhalt
Kommissar Herzberg ist ins Fachkommissariat 4 des Staatsschutzes versetzt, angeblich wegen dort herrschenden Personalmangels, in Wirklichkeit jedoch handelt es sich um eine Strafversetzung. Einen Kollegen verpfeift man nicht, genau das hatte Herzberg durch seine Ermittlungen im Mordfall Konrad jedoch getan. Und der Korpsgeist in der Mecklenburgischen Polizei ist stark.
Ermittlungen führen ihn in den kleinen Ort Lichtenfels, in dem das Gemeindeamt zerstört wurde, das Flüchtlinge aufnehmen sollte. Er soll, gemeinsam mit seinem Kollegen herausfinden, wer dafür verantwortlich ist und einen Zeugen vernehmen. Aber als er in dem Dorf ankommt, platzt er in eine Beerdigung – die Beerdigung des Zeugen Rudolf Schröter. Herzberg erkennt sofort, daß Schröter keines natürlichen Todes gestorben ist. Mit den Ermittlungen jedoch wird seine Kollegin Desieree Weigand beauftragt, die liebend gerne mit Herzberg gemeinsam ermitteln würde, was jedoch ihr Chef rundweg ablehnt.
Während also Herzberg weiter nach denen sucht, die die Flüchtlingswohung zerstört haben, sucht Desiree nach einem Mörder, der einen mächtigen Agrarunternehmer der Gegend umgebracht hat. Die beiden Fälle berühren sich und es bleibt nicht aus, daß Herzberg letztendlich doch bei den Ermittlungen dabei ist, deren Spuren nicht nur in die rechte Szene, sondern auch in die Vergangenheit des Dorfes führen.
Meine Meinung
Wieder entführt uns Claudia Rikl tief in die ostdeutsche Vergangenheit. Schon im ersten Kapitel wird klar, daß eine Spur des Falles in die Zeit der letzten Kriegswochen zurückführen könnte. Herzberg und Desiree lernen bei ihren Ermittlungen Magda kennen, eine alte Frau, die scheinbar in eine Demenz steuert. Aber wir als Leser*innen merken schnell, daß Magda in ihrer Jugend etwas schreckliches erlebt hat und daß das Verhältnis zum Mordopfer ein kompliziertes gewesen sein muss.
Der Ermordete, der auf den ersten Blick ein angesehener Mann im Dorf gewesen zu sein, der nach der Wende dafür sorgte, daß die LPG viele Arbeitsplätze erhalten konnte. Aber nach und nach stellt sich heraus, daß die Methoden, mit denen Rudolf Schöter das erreichte, sehr fragwürdig waren und daß mancher im Dorf noch eine offene Rechnung mit ihm zu begleichen hat.
Auch in diesem Roman geht es um die Zeit nach der Wende, um biographische Brüche und darum daß viele Menschen, wie Caudia Rikl in einem Interview einmal sagte, „die Entwertung gelebten Lebens hinnehmen mussten“. Wie schon in ihrem ersten Kriminalroman spielt das Schweigen darüber eine große Rolle – nicht umsonst heißt der Krimi „Der stumme Bruder“. Geschwiegen wird auch über die Zeit der letzten Kriegswochen, in denen viele Frauen beim Einmarsch der Russen ein schreckliches Schicksal erlitten, das manche bis in die Gegenwart verfolgt.
Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, er ist komplex und legt eine Menge Spuren aus, anhand derer ich tief in die Mecklenburgische Gegenwart eintauchen konnte. Es empfiehlt sich jedoch durchaus, vorher den ersten Band zu lesen, denn das erleichtert es einem schon, die Beziehungen und Handlungsweisen der handelnden Personen besser zu verstehen.
Fazit: Ein komplexer, thematisch wirklich interessanter Kriminalroman mit psychologisch gut gezeichnetem Handlungspersonal. Leseempfehlung!
- Bert Lingnau
Singende Barsche
(1)Aktuelle Rezension von: Woerter_auf_PapierDer in Barth/Vorpommern geborene Schriftsteller und Journalist Bert Lingnau hat in Singende Barsche 62 authentische Kriminalfälle zusammengetragen, die sich zwischen 1135 und 1985 in Mecklenburg-Vorpommern ereignet haben.
Der Klappentext zeigt schon deutlich, dass Singende Barsche einen bunten Mix an Geschichten bereit hält. Und gerade dieser Mix sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Die Kurzgeschichten sind in die Abschnitte Westmecklenburg, Rostock und Umgebung, Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern unterteilt. Außerdem beginnt jede Geschichte mit dem Ort, an dem sich das Verbrechen zugetragen hat. Als Leser weiß man also immer, wo in Mecklenburg-Vorpommern man sich gerade aufhält. Für eine noch bessere Übersicht gibt es auf der letzten Seite eine aufklappbare Karte des Bundeslandes, in dem noch einmal alle Tatorte aufgezeigt sind. Eine sehr schöne Idee.
Zu Beginn jedes Kriminalfalls weist zudem ein roter bzw. schwarzer Fisch darauf hin, ob es sich um eine eher heitere (rot) oder ernste (schwarz) Geschichte handelt. Da die Geschichten nicht aufeinander aufbauen, kann hier je nach Lust und Laune querbeet gelesen werden. Aber Achtung: Auch bei den roten Fischen geschehen Morde!
Der Tonfall der einzelnen Geschichten passt sich dem Kriminalfall an. Mal ist er heiter mit augenzwinkernden Metaphern, mal ernst und berührend. Nachdenkliches gibt es in Geschichten wie „Der Pogrom gegen mecklenburgische Juden 1492“ oder „Die Geschichte des Harry Weltzin“, in der 1983 ein Mann an der innerdeutschen Grenze zu Tode kommt. Ein Mahnmal für Harry Weltzin wurde 2013 eingeweiht, wie ein in der Geschichte enthaltenes Foto zeigt. Die zum Text passenden Fotos ziehen sich übrigens durch das gesamte Buch. Ein nettes Detail.
Spannend ist er, der Einblick in die (kriminelle) Historie des Landes. Nicht immer ruhmreich, aber immer informativ. Der Autor reichert seine interessanten, gut recherchierten Erzählungen immer wieder mit Originalzitaten aus z. B. alten Zeitungen an. So macht das Buch auch große Lust, ein wenig mehr in die Vergangenheit Mecklenburg-Vorpommerns einzutauchen. Hier empfiehlt sich ein Blick in den Anhang, wo Bert Lingnau die Quellen seiner umfangreichen Recherchen aufgelistet hat.
Fazit
Singende Barsche ist ein Potpourri aus unterschiedlichen Kriminalgeschichten, die allesamt in Mecklenburg-Vorpommern spielen. Mal mit einem humorvollen Ton versehen, mal ernst oder sogar bedrückend lassen sich die spannenden und wahren Fälle auch gut als Zwischendurchlektüre lesen.Die ganze Rezension gibt es auf meinem Blog (https://woerteraufpapier.de/singende-barsche-von-bert-lingnau/)
- Anne Jacobs
Das Gutshaus - Stürmische Zeiten
(6)Aktuelle Rezension von: Dirk1974Zum Inhalt
Auf Gut Dranitz wird weiter fleißig gebaut. Auch sonst ist viel los. Franziska und Jenny kümmern sich um die Sanierung des Gutshofs, doch auch in der Nachbarschaft wird gebaut. Außerdem gibt es plötzlich ein reges Interesse an den ehemaligen Wiesen und Wäldern des Gutshofes.In Sachen Liebe gibt es auch eine Menge Wirbel, egal ob bei Jenny, Franziska oder Mücke.
Meine Meinung
Anne Jacobs setzt die Geschichte um Franziska und Jenny direkt fort. Man hat förmlich das Gefühl, sofort wieder mitten im Geschehen zu sein. Die wirren Jahre in der Nachwendezeit werden am Beispiel des Dorfes Dranitz gut dargestellt.Aber auch die alten Zeiten des Gutshofes werden weiter beleuchtet. Mine schreibt ein Tagebuch und regt damit auch die Erinnerungen der alten Leute in ihrem Umfeld an. Vieles aus dem ersten Teil wird weiter vertieft.
Mir gefällt die Fortsetzung der Gutshaus-Saga sehr gut. Die ruhige Stimme von Daniela Hoffmann versetzt den Hörer in die richtige Stimmung. Ich bin schon auf die Fortführung der Familiengeschichte gespannt und vergebe für den zweiten Teil volle 5 Sterne. - Kerstin Preiwuß
Nach Onkalo
(17)Aktuelle Rezension von: Thomas_LawallMatuschek ist allein. Die ungewohnte Stille macht ihm zu schaffen. "Es gibt keine Geräusche mehr außer seinen." Eigentlich hätte sie längst mit dem Besenstiel an die Decke klopfen müssen. Verschlafen hat er deshalb, und das Frühstück ist auch noch nicht fertig. Die Heizung ist kalt und ein Anflug von Panik macht sich breit.
Die gewohnte Ordnung der Dinge ist erheblich gestört. Vierzig Jahre alt ist er und wohnt immer noch bei seiner Mutter. Seine Sachen für die Arbeit sind nicht gepackt und die Tauben auch noch nicht gefüttert. Stattdessen liegt sie im Bett, "macht aber immer noch keine Anstalten aufzustehen...".
Matuschek versteht das nicht. Deshalb geht er rüber zum Russen, obwohl er nicht weiß, was er ihm sagen soll. Igor versteht ihn trotzdem und kommt mit in sein Haus. Matuscheks Mutter ist tot. Einfach so gestorben. Ohne Warnung und Vorzeichen.
Kerstin Preiwuß schildert mit einfachen Worten ein ebenso einfaches Leben, erzielt damit aber eine große Wirkung und Nachhaltigkeit. "Nach Onkalo" ist wie ein Film mit langen Einstellungen und kommt ohne jede Spezialeffekte aus. Die braucht es auch nicht, denn mit ihren simplen Sprachkonstruktionen weiß sie zu berühren und das Leben an wesentlichen Punkten zu treffen.
Matuschek ist kein großer, starker Held. Er sehnt sich wie jeder Mensch nach Glück, doch in wesentlich kleinerem Rahmen. Bescheidenheit ist für ihn eine ganz normale Sache. Zum Leben braucht es nicht viel. Mit Irina, der Cousine von Igors Frau, viel Sonne und den frisch aufgebackenen Brötchen vom Vortag scheint sein Glück ganz aktuell besiegelt zu sein.
Die Autorin zelebriert kein großes Theater. Im kleinen Rahmen sieht sie keinen Platz für verschachtelte Weisheiten und komplizierte, existenzielle Suchspiele. Wenn Matuschek einmal tot ist, will er "ins Wasser zu den Fischen", nicht auf den Friedhof. "Teuer ist das und für nichts."
"Die ersten Wochen nach Mutter" gestalten sich schwierig. Unlösbar scheint das zunächst alles zu sein. Doch manchmal ist die Lösung einfacher als man denkt. Igor meint, dass man Dinge aussprechen muss, "damit sie vor einem stehen und man ihnen in die Augen sehen kann". Ob das vielleicht ein Weg ist?
So ein Buch ist ein Glücksfall. Die Geschichte von Matuschek und einer handverlesenen Auswahl von Nebenfiguren, wie er selbst eine ist, erzählt vom Leben am Rand der Welt. Man müsste einmal den Inhalt von Bücherregalen prüfen. Vielleicht sollten die ganzen halben Sachen raus und Perlen wie "Nach Onkalo" hinein.























