Bücher mit dem Tag "medien"
208 Bücher
- Timur Vermes
Er ist wieder da
(3.406)Aktuelle Rezension von: deidreeDas Buch lag schon lange auf meinem Regal und jetzt weiß ich auch warum ich es von mir geschoben habe. Ich finde einfach keinen Zugang zu dieser Art von Humor, falls da irgendwo einer versteckt sein sollte.
„Er ist wieder da“ löst bei mir eher Bauchweh aus. Die Vorstellung jederzeit könnte sich ein ähnliches Szenario wiederholen ist weder witzig noch wünschenswert. Leider ist die Möglichkeit nicht völlig auszuschließen.
In meinen Augen hat Timur Vermes wohl eine Satire erschaffen wollen. Bei mir kam diese Bemühung nicht an. Zu lesen fand ich die Geschichte einfach, aber emotional hat sich bei mir alles auf Abwehr gestellt.
Zugutehalten möchte ich den Versuch aufzuzeigen, dass eben jederzeit wieder ein Mensch mit gefährlicher Ideologie auftauchen könnte und wir aufgerufen sind, gut hinzusehen. Auch ist der Schreibstil flüssig und flott zu lesen.
- Sebastian Fitzek
Der Insasse
(1.729)Aktuelle Rezension von: Athene1989Ich habe als Jugendliche gerne Thriller gelesen, aber irgendwann das Interesse verloren. Nun gut 20 Jahre später, hat mich die Neugier wieder gepackt und ich war gespannt auf „Der Insasse“ von Sebastian Fitzek, da ich schon viel über das Buch gehört hatte. Daher habe ich dieses Buch als Wiedereinstieg genutzt.
Max wird entführt und kurz darauf wird ein Kindermörder gefangen genommen. Dieser beichtet Morde, aber nicht an Max, was die Eltern, gerade Till, zum Verzweifeln bringt. Im Klapptext steht, dass Monate nach dem Verschwinden von Max ein Ermittler der Mord-Kommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot macht, was aber nicht stimmt. Till überredet seinen Schwager, ihn in die Psychatrie undercover einweisen zu lassen, in der auch Guido Tramnitz, der Kindermörder, einsitzt, um herauszufinden, was mit seinem Sohn passiert ist. Für mich ist das schon ein kleiner, aber feiner Unterschied. Aber das hat der Story keinen Abbruch getan. Sicherlich konnte mich das Buch nicht ganz so fesseln, wie das Leser von Thrillern eher passiert, aber das Ende fand ich sehr gut gelungen und recht komplex. Da war ich wirklich begeistert. Die Charaktere waren alle gut durchdacht und gelungen, sei es nun von dem verzweifelten Vater Till, dem Mörder Tramnitz oder auch Kasov, der sich um die Patienten gekümmert hat. Ich habe bei vielen teilweise zwischen Ablehnung und auch ein wenig Mitleid geschwankt, was gerade bei dem Mörder echt schwer ist, aber der Autor hat es geschafft. Ich fand es auch interessant zu lesen, wie das Leben in so einer Geschlossenen aussieht, gerade für Schwerverbrecher. Das Buch wurde aus verschiedenen Sichten geschrieben, damit der Leser die ganzen Einblicke rund um Max´ Verschwinden mitbekommt und auch miträtseln kann. Das fand ich auch sehr gelungen. Deswegen und weil das Ende hin fesselnd war, vergebe ich vier Sterne. - Gillian Flynn
Gone Girl - Das perfekte Opfer
(1.738)Aktuelle Rezension von: Hari_T_
Ich gebe es offen zu: Als ich zu Gone Girl von Gillian Flynn griff, erwartete ich zunächst einen eher klischeehaften „Frauenroman“ – viel Beziehung, viel Drama, aber wenig Tiefe. Doch was ich bekam, war das genaue Gegenteil.
Schon nach den ersten Kapiteln wird klar, dass dieser Roman ein raffiniert konstruierter Psychothriller ist, der mit Erwartungen spielt und sie gezielt zerstört. Die Geschichte um das Verschwinden von Amy Dunne und die zunehmende Verdächtigung ihres Ehemanns Nick entwickelt sich zu einem intensiven Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nichts so ist, wie es scheint.
Besonders beeindruckend ist die Erzählstruktur: Perspektivwechsel, Tagebucheinträge und gezielte Wendepunkte sorgen dafür, dass man als Leser ständig hinterfragt, wem man eigentlich glauben kann. Flynn versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen und gleichzeitig tief in die Abgründe einer Beziehung einzutauchen.
Was als vermeintlich „toxischer Beziehungsroman“ beginnt, entpuppt sich als kluge Analyse von Manipulation, Medienwirkung und Identität. Die Figuren sind alles andere als sympathisch – und genau das macht sie so faszinierend. Man liest nicht, weil man sie mag, sondern weil man wissen muss, wie weit sie noch gehen werden.
Fazit: Gone Girl ist kein seichter Liebesroman, sondern ein düsteres, intelligentes und packendes Werk, das lange nachwirkt. Wer sich darauf einlässt, wird überrascht – und vielleicht auch ein wenig verstört.
- Karen M. McManus
ONE OF US IS LYING
(1.237)Aktuelle Rezension von: LyjanaÄhnlich wie so viele andere Bücher meines Stapels ungelesener Bücher, musste auch dieses hier eine ganze Weile warten, bis ich es in die Hand genommen habe. Im Gegensatz zum Großteil meiner Sammlung habe ich dieses nicht gekauft, sondern aus Neugierde in einem hiesigen Bücherschrank mitgenommen. Gerade dadurch, dass ich es schon so oft online irgendwo gesehen habe, wollte ich gerne wissen, ob an dem Hype was dran ist.
Persönlich lese ich ja eigentlich eher Liebesromane oder Romantasy-Bücher, aber ich habe mir trotzdem viel hiervon versprochen. Für mich ist es kein schlechtes Buch, aber den Hype kann ich nicht so ganz nachvollziehen und für mich gab der Inhalt mehr Potenzial her als letztlich genutzt wurde.
Zu Beginn hätte ich mir mehr Zeit gewünscht die einzelnen Protagonisten besser kennenzulernen, auch wenn ich es sehr mochte, dass man allen nicht so recht trauen konnte oder wollte. Doch so wie es jetzt ist, kam ich bei den ganzen Sichtwechseln ab und an durcheinander, wen ich gerade vor der Nase habe bzw. durch wessen Augen ich das Geschehen gerade verfolge. Zudem kommt, dass ich keinen richtigen Favoriten habe, mir sowohl die Emotionen als auch die Gedankengänge zu wenig facettenreich ausgearbeitet waren.
Prinzipiell mochte ich die Idee total gerne. Gerade die unterschiedlichen Geheimnisse, die Lügen und Enthüllungen, aber ebenso die Verstrickungen der einzelnen Charaktere untereinander. Und doch vermisse ich einen deutlichen Spannungsbogen. Ja, die Geschichte schreitet immer weiter voran, Wahrheiten kommen ans Licht – mal mehr, mal weniger von mir vorausgeahnt -, aber so richtig spannend fand ich „One of us is lying“ leider nie. Gerade der entscheidende Aspekt, Simons Tod, lag für mich immer im Bereich des Möglichen und fühlte sich für mich am Ende eben nicht wie die größte Enthüllung der Geschichte an.
Fazit
Wahrscheinlich würde ich der Autorin in Zukunft durchaus nochmals eine Chance geben, aber dieses Buch wars letztlich einfach nicht für mich.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen. - Angie Thomas
The Hate U Give
(750)Aktuelle Rezension von: Isabelle_Kocher"The Hate U Give" behandelt das Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und Black Lives Matter, jedoch erzählt aus der Perspektive eines 16-jährigen Mädchens. Dadurch wirkt die Geschichte nahbarer und berührt auf eine viel intensivere Weise. Statt den Fokus auf die harten Fakten der zu richten, wirkt dieser Roman fast philosophisch, wenn die Hauptfigur, Starr, sich fragt, was falsch und was richtig ist, was es wert ist, dafür zu kämpfen und wie sie die zwei Welten, in denen sie lebt, miteinander vereinen kann. Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass es der objektiven Berichterstattung unserer Nachrichten nun ein persönliches Gesicht verleiht. Wir sehen nicht mehr einen Afro-Amerikaner, der erschossen wird - wir sehen ein Mädchen, dass sich an die vielen Momente der Freundschaft mit einem Jungen erinnert, dessen Leben nun viel zu früh endet, während sie ohne ihn weiterleben muss. Ein Buch, das bewegt und einem die Augen öffnet.
MEIN TIPP: Als englisches Audiobook kommt die besonderes Sprache des Buchs am besten zur Geltung! - Colleen Hoover
Hope Forever
(2.334)Aktuelle Rezension von: lili_1302„Hope Forever“ von Colleen Hoover ist emotional, traurig und gleichzeitig irgendwie wunderschön geschrieben. Die Geschichte dreht sich um Sky und Holder, die beide ihre eigenen Päckchen mit sich herumtragen. Nach und nach kommen Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht und man merkt schnell, dass hinter der Liebesgeschichte viel mehr steckt. Das Buch behandelt ernste Themen, bleibt dabei aber spannend und gefühlvoll, ohne dass man direkt alles vorhersehen kann. Besonders die emotionale Verbindung zwischen den Charakteren macht das Buch stark.
Ich hatte allerdings den Fehler gemacht, zuerst den zweiten Teil zu lesen. Dadurch war „Hope Forever“ für mich leider nicht ganz so besonders, wie es wahrscheinlich gewesen wäre. Sehr viel Inhalt war einfach gleich oder sehr ähnlich, weshalb es sich oft angefühlt hat, als würde ich quasi nochmal dasselbe Buch lesen – nur aus einer anderen Sichtweise. Trotzdem war die Geschichte herzzerreißend und berührend. Colleen Hoover schafft es einfach, Gefühle so zu beschreiben, dass sie wirklich ankommen. Ich würde deshalb tatsächlich eher empfehlen, direkt das zweite Buch zu lesen. Man verpasst dadurch nichts Wichtiges aus der Geschichte und spart sich gleichzeitig viele Wiederholungen. Insgesamt aber trotzdem ein gutes Buch für alle, die emotionale Geschichten mit Tiefgang mögen.
- Geneva Lee
Royal Passion
(1.516)Aktuelle Rezension von: Isa_Bella✨ Hörbuch-Tipp: Royal Vibes & große Gefühle ✨
Ich habe gerade Royal Passion von Geneva Lee gehört – und was soll ich sagen… ich bin sowas von in diese glamouröse Welt abgetaucht 😍👑
💙 Darum geht’s:
Eine ganz normale junge Frau trifft auf einen britischen Royal – und plötzlich ist nichts mehr normal. Zwischen Luxus, Öffentlichkeit und verbotener Anziehung entwickelt sich eine Story, die genau die richtige Mischung aus Drama und Romance liefert.
🎧 Hörbuch-Feeling:
Die Sprecherin bringt richtig Emotion rein – ich hatte mehrfach das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Besonders die intensiven Momente? Gänsehaut!
💭 Mein Eindruck:
Ja, die Story ist ein klassischer Royal-Romance-Trope – aber genau das macht den Reiz aus. Man weiß, worauf man sich einlässt, und bekommt genau das: prickelnde Spannung, viel Gefühl und ein bisschen Eskapismus.
⭐ Mein Fazit:
Perfekt für alle, die Lust auf eine leichte, romantische Geschichte mit königlichem Flair haben. Ideal für lange Spaziergänge, Autofahrten oder gemütliche Abende auf der Couch.
👉 Würde ich es nochmal hören? Definitiv ja. - Holly Jackson
A Good Girl’s Guide to Murder
(775)Aktuelle Rezension von: SacuraPippa glaubt nicht daran, dass die vor 5 Jahren ermordete Andie Bell von deren Freund Sal umgebracht wurde. Für ein Schulprojekt will sie den Fall wieder aufrollen und macht sich schon bald mit Sal‘s Bruder Ravi an die Ermittlungen. Bald zeigt sich, dass jemand so gar nicht damit einverstanden ist, dass Pippa neuen Wind in den Fall bringt…
Die Handlungsgeschwindigkeit des Buches ist eher gemächlich und man wird bis auf die letzten ca 100 Seiten nicht so tief in das Geschehen gezogen. Man schaut eher von außen Pippa beim ermitteln zu und ist genau wie sie sehr lange sehr ratlos, was nun wirklich passiert ist und wer es war. Das Ende des Buches hat sich genug Zeit genommen, um den Fall ordentlich aufzulösen. Schade fand ich, dass es nur einen kurzen Einblick in die Zeit danach gab. Da sind für mich noch einige Fragen offen, die ich gerne beantwortet gehabt hätte.
Sehr spannend fand ich an der Gestaltung des Buches, dass keine Seiten mit Danksagungen oder Vorworten o.ä. belegt sind. Die Seitenmenge ist auch wirklich die Länge der Geschichte, was ich sehr erstaunlich fand.
Insgesamt ein gutes Buch, dass einen sehr lange im Dunkeln tappen lässt.
- Marc Elsberg
ZERO - Sie wissen, was du tust
(631)Aktuelle Rezension von: _jamii_London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones kann man sich nicht verstecken …
Der Schreibstil ist interessant und packend ab der ersten Seite. Im Verlauf der Geschichte werden mehrere Charaktere begleitet, man muss etwas bei der Sache sein, um jeweils die Hintergründe und Beziehungen untereinander präsent zu haben. Dafür erfährt man aber viel über die Motive der jeweiligen Personen.
Häppchenweise erfährt man mehr über die wahren Motive von Freemee, wenige Fragen werden beantwortet, viele neue tauchen auf. Die Spannung hält sich über das ganze Buch.
Das Thema ist hochaktuell und nicht weniger beängstigend. Dass Grosskonzerne unsere Daten munter sammeln, verwerten und verkaufen ist ja bekannt. Auch dass sie uns entsprechend manipulieren (können). Hier dann zu lesen, was alles daraus resultieren kann, ist erschreckend.
Zero agiert als Organisation im Hintergrund, welche die Menschen auf die Wichtigkeit ihrer Privatsphäre aufmerksam machen will.
Äusserst realitätsnah, erschreckend und spannend!
- Caroline Criado-Perez
Unsichtbare Frauen
(126)Aktuelle Rezension von: Trishen77
Der Großteil der Menschheitsgeschichte ist eine einzige Datenlücke. Beginnend mit der Theorie vom Mann als Jäger räumten die Chronisten der Vergangenheit der Frau in der Entwicklung der Menschheit weder in kultureller noch in biologischer Hinsicht viel Platz ein. Stattdessen galten männliche Lebensläufe als repräsentativ für alle Menschen. […] Doch das Problem ist nicht nur, dass etwas verschwiegen wird. Die Leerstellen und das Schweigen haben ganz alltägliche Folgen für das Leben von Frauen. […] Die von Männern nicht berücksichtigten frauenspezifischen Faktoren betreffen die verschiedensten Bereiche. Dieses Buch wird jedoch zeigen, dass drei Themen wieder und wieder auftauchen: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte Care-Arbeit und Gewalt von Männern gegen Frauen.
Wenn es um die Sicherheit bei Autounfällen geht, werden die dazugehörigen Vorrichtungen abgestimmt auf Körpertypen, die auf männlichen Modellen beruhen; ebenso ist es bei verschiedenen besonderen Kleidungsstücken wie etwa schusssicheren Westen. Regale werden so konstruiert, dass ein durchschnittlicher männlicher Körper das oberste Brett erreichen kann. Räumdienste in Städten räumen priorisiert die Straßen frei, statt die Fußgänger- und Fahrradwege, die sehr viel öfter von Frauen frequentiert werden.
Dies sind nur einige anschauliche Beispiele, fast noch harmlos. Zu ihnen gesellen sich die großen Ungleichheiten bei der Bezahlung, die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf männliche und weibliche Körper in der Öffentlichkeit und, auf einer abstrakten Ebene, das generelle Fehlen eines weiblichen Faktors in den Erhebungen von Daten zu jeglichem Thema. Dabei wird nicht nur die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen systematisch unterschlagen, sondern elementare und nachweislich feststellbare Bedürfnisse von Frauen bleiben unberücksichtigt. So kommt es zu der Welt in der wir leben – einer Welt, die für Frauen ein wesentlich problematischerer und unzureichend eingerichteter Ort ist als für Männer. Und auch das allgemeine Narrative dieser Welt, mit allen darin zusammengeführten Geschichten von Erfolg, Glück, etc. ist meist männlich.
Die Folge dieser zutiefst männlich dominierten Kultur ist, dass männliche Erfahrungen und Perspektiven als universell angesehen werden, während weibliche Erfahrungen – also die Erfahrungen der Hälfte der Weltbevölkerung – als, nun ja, Randerscheinung wahrgenommen werden. […] Deshalb auch ergab 2015 eine Studie über Wikipedia-Einträge in mehreren Sprachen, dass Artikel über Frauen Wörter wie »Frau«, »weiblich« oder »Dame« enthalten, während Artikel über Männer nicht »Mann«, »männlich« oder »Herr« umfassen (weil das männliche Geschlecht stets unausgesprochen unterstellt wird).
Gerade was die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrifft, haben wir meist die männliche Geschichte und die Errungenschaften für die Männer vor Augen – Frauen haben von der Athener Demokratie ebenso wenig profitiert wie von Renaissance und Aufklärung, trotzdem werden sie als übergreifende Errungenschaften gefeiert (die emanzipatorischen Bewegungen gelten dagegen dezidiert als Errungenschaften nur für Frauen). Diese aufs Männliche fixierte Weltsicht wird, wie Criado-Perez sehr umfassend darlegt, für universell gehalten, während eine weibliche Perspektive meist als ideologisch (!) aufgeladen gilt und mit diesem Argumente auch oft beiseitegeschoben wird.
»Unsichtbare Frauen« erzählt, was geschieht, wenn wir die Hälfte der Menschheit einfach vergessen. Es zeigt, wie die geschlechtsbezogene Datenlücke Frauen im Lauf eines mehr oder weniger normalen Lebens schadet – hinsichtlich der Stadtplanung, der Politik oder der Arbeitsplätze.
Es ist in der Tat ein Mammutwerk, das die Autorin hier vorgelegt hat, und das mit jeder vorgebrachten Statistik, mit jedem neuen Themengebiet, auf das Criado-Perez zu sprechen kommt, fundamentaler wird. Man kann es, so behaupte ich, nicht ohne teilweises Entsetzen und Erschrecken lesen. Dass die Macht- und Bezahlstrukturen in unseren Gesellschaften ungerecht sind, ist bereits in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Dieses Buch aber zeigt, wie tief die Wurzeln, Vorstellungen und Mechaniken, die diese Strukturen stützen und von ihnen hervorgebracht wurden, in alle Winkel des Alltags reichen. Von den einfachsten Wahrheiten bis zu den komplexesten Diskriminierungen ist dabei alles enthalten – viele Geschichten über die repräsentative Abwesenheit von Frauen in allen (für sie) wichtigen Bereichen.
Jede/r sollte zumindest einen Blick in dieses Buch werfen. Vor allem Männer und besonders die, die glauben, sie lebten nicht in einer sexistischen Welt und hätten einen objektiven Blick auf die Dinge (oder ein objektiver Blick würde ihnen täglich präsentiert).
Studien haben gezeigt, dass die Überzeugung, man selbst sei objektiv oder nicht sexistisch, zu weniger Objektivität und mehr sexistischem Verhalten führt.
- Dave Eggers
Der Circle
(837)Aktuelle Rezension von: HenriLMatosThe Circle ist die präziseste literarische Auseinandersetzung mit dem Silicon-Valley-Utopismus, der Überzeugung, dass vollständige Transparenz die Welt verbessert. Mae Holland gibt ihre Privatsphäre nicht unter Zwang auf; sie tut es aus Überzeugung, weil das System sie gelehrt hat, dass Sichtbarkeit eine Tugend ist. Was Eggers zeigt: Die erschreckendste Dystopie ist die, die sich als Fortschritt verkleidet. Erschreckend aktuell.
- Mona Kasten
Lonely Heart
(795)Aktuelle Rezension von: AleydaDie Geschichte dreht sich um Rosie, die seit ihrer frühesten Kindheit ihre eigene Webradio-Show betreibt. Als schließlich ihre Lieblingsband „Scarlet Luck“ in ihrer Sendung zu Gast ist, könnte eigentlich alles perfekt sein – doch das Interview läuft komplett aus dem Ruder. Die darauf folgende Kritik trifft Rosie hart. Gleichzeitig entwickelt sich eine unerwartete Nähe zwischen ihr und dem Drummer der Band…
Der Schreibstil ist unglaublich mitreißend, und die Charaktere sind so vielschichtig und lebendig, dass man richtig mit ihnen fühlt. Ich habe jede Seite förmlich verschlungen.Um ehrlich zu sein: Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen. Ich habe es innerhalb von zwei Tagen inhaliert und konnte bei einem Plot-Twist mitten in der Nacht kaum fassen, was passiert ist – ich saß wirklich sprachlos da!
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und eine klare Empfehlung. Das Ende hat mich so sprachlos zurückgelassen, dass ich mir um halb zwei nachts direkt den nächsten Band holen musste.
Von mir gibt es ganz klar fünf Sterne! ⭐⭐⭐⭐⭐
- Dave Eggers
The Circle
(296)Aktuelle Rezension von: mcfly0In The Circle entwirft Dave Eggers ein fesselndes Bild einer Welt, in der ein mächtiger Tech-Konzern mit sozialer Transparenz, Kontrolle und ständiger Vernetzung das Leben seiner Mitarbeitenden dominiert. Protagonistin Mae Holland taucht zunehmend in eine Welt ein, die die persönliche Freiheit für Likes und Anerkennung aufgibt. Eggers zeigt eindrucksvoll, wie soziale Medien und Überwachung verschmelzen könnten – eine beunruhigende Dystopie, die heutige Entwicklungen aufgreift.
- Sarah Sprinz
Infinity Falling - Mess Me Up
(344)Aktuelle Rezension von: aga_lovebooksObwohl die Geschichte interessante Themen behandelt und diese auch authentisch darstellt, war es für mich extrem schwer hier am Ball zu bleiben.
Aber erstmal zur Geschichte.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und das Setting mit dem Filmset und den Reisen zwischen den Filmdrehs war interessant.
Die Themen Essstörungen und Fanatische und übergriffige Fans fand ich gut umgesetzt und hat die Protagonisten im laufe der Geschichte authentisch wirken lassen.
Aber! Und das ist nur meine Meinung!!! Es war alles zu langatmig. Nach den ersten 200 Seiten habe ich mich gefragt ob da überhaupt noch etwas passiert und wohin die Geschichte möchte. So kam ich eher schleppend voran und auch der Wechsel auf das Hörbuch brachte keine Motivation.
Zudem ging mir Aven am Anfang auch extrem auf die Nerven mit ihrer Art. Sie wird im Buch als professionell dargestellt, benimmt sich aber gar nicht so, sondern wirkt mit ihrem bockigen und zickigen Verhalten anfangs eher nervig.
Hayes mit seiner Problematik konnte ich da schon eher fühlen. Es war auch mal schön das dieses „Ess-Problem“ hier nicht auf die Weibliche Protagonistin projiziert wurde. Sehr erfrischend.
Zum Schluss habe ich ich die Geschichte doch etwas genießen können und habe eine kleine emotionale Bindung zu den beiden aufbauen können.
Die Thematik und Grundstory hat in meinen Augen großes Potenzial, doch für mich war die Geschichte sehr langatmig und es fehlte mir an tiefe. Ich werde den nächsten Band aber eine Chance geben und hoffe sehr, das er mitreißender sein wird. - Katie Kacvinsky
Die Rebellion der Maddie Freeman
(1.254)Aktuelle Rezension von: SandraHormDie Rebellion der Maddie Freeman spielt in einer Zukunft, in der Leben, Schule und Kontakte fast ausschließlich digital sind. Maddie ist 17, lebt bei ihrem Vater, der das System der Digital School geschaffen hat. Als sie Justin kennenlernt, erfährt sie erstmals das Gefühl echter Begegnung und gerät in einen Widerstand, der sie zwingt, Stellung zu beziehen.
Maddie ist eine nachvollziehbare Protagonistin: sie zweifelt, fühlt sich gefangen und versucht, sich selbst zu finden. Justin ist der Gegenspieler mit Idealismus, der ihr zeigt, dass das Offlineleben etwas Bedeutendes sein kann. Die Nebenfiguren sind solide gezeichnet, manchmal etwas eindimensional, aber sie tragen zur Handlung bei.
Der Schreibstil ist klar und flüssig, man kommt gut voran. Manche Erklärungen sind zu simpel, und gelegentlich hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht – besonders in Szenen, in denen Technologie, Politik und Gefühle sich berühren. Einige Wendungen waren vorhersehbar, doch das Buch hielt genug Spannung, um mich weiterzulesen.
Das Ende rundet Maddies Teil der Geschichte ab, bleibt aber offen für mehr. Für mich ein unterhaltsamer und wertvoller Dystopieauftakt mit Luft nach oben.
- Daniel Kehlmann
Ruhm
(651)Aktuelle Rezension von: Renate1964Im Gegensatz zu "Die Vermessung der Welt " und "Lichtspiel" hat mich dieser Roman in neun Geschichten, deren Zusammenhang ich erst allmählich durchschaut, nicht wirklich begeistert. Die Beweggründe und Charaktere sind ganz interessant, auch die Frage, was Phantasie und was Wirklichkeit ist. Emotional bewegt hat mich keine der Figuren
- Arno Strobel
Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
(454)Aktuelle Rezension von: a_dreamerIch habe in letzter Zeit einige Thriller innerhalb weniger Tage verschlungen. So auch "Fake" von Arno Strobel. Ich war auf der Suche nach einer ähnlichen Thematik wie in Marc-Uwe Kling's "Views". Bei der Recherche bin ich auf Strobel gestoßen. Dieser Psychothriller ist verdammt nah an der (technischen) Realität, was mich wieder einmal mehr zum Nachdenken gebracht hat.
Patrick wird von der Polizei verdächtigt, eine Frau misshandelt und entführt zu haben. Er beteuert seine Unschuld, jedoch tauchen nach und nach Hinweise, Zeugenaussagen und auch Videos auf, die genau das Gegenteil aussagen. Sind sie ein Fake? Wer sagt die Wahrheit? Patrick kommt in Haft und soll verurteilt werden.
Das Buch hat einen guten und überraschenden Plottwist. So spannend der Thriller auch war, das Ende war ich sage mal okej. Schmälert für mich jedoch nicht das hervorragende Leseerlebnis. Wir sollten die Errungenschaften und Vorteile zwar schätzen, jedoch unbedingt auch mit Vorsicht genießen. Sie können zu Waffen werden, wenn wir nicht achtgeben. - Rebekka Endler
Witches, Bitches, It-Girls
(49)Aktuelle Rezension von: SternchenBlauDieses Buch hatte ich vorbestellt und nun doch etwas gebraucht, um es zu lesen. Ich glaube, ich hatte Angst, dass ich bei der Lektüre so wütend werden würde über die Sachen, die Endler hier erzählt. Und ja, ich wurde wütend, aber gleichzeitig unterhält Endlers pointierter Humor hervorragend. Und: Bei der Lektüre fühlt ihr euch als Feminist*innen und als Menschen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen, nicht alleine. Und das tut soooo gut.
Wie schon Endlers erstes Buch „Das Patriarchat der Dinge“ liefert sie wieder unzählige, grandios recherchierte und dargestellte Fakten. Wie wurden und werden Frauen und queere Menschen dargestellt, vorgeführt, sexualisiert, herabgewürdigt, etc.. Kanonisierung bzw. fehlende Kanonisierung ist oftmals das Mittel der Wahl. Die Wrestlerin Chyna zeigt auf ganz tragische Weise und dennoch idealtypisch, wie Frauen Geld und Ruhm verwehrt werden. Bigott und letztlich perfide wurden bei Chyna unterschiedliche Maßstäbe an Männer und FLINTAs angewendet. Gleichzeitig führte die Nichterfüllung vermeintlicher Geschlechternormen zu gesellschaftlicher Stigmatisierung führen.
Dazu denkt Endler Feminismus immer intersektional, das beginnt schon beim Vorwort, das einen Publikumskommentar bei einer Lesung zu der angeblichen Verdrängung von Frauen durch trans Frauen zum Einstieg nimmt. In „Witches, Bitches, It-Girls“ erzählt Endler noch häufiger von ihren persönlichen Erfahrungen, entweder in kleinen Episoden oder ihrer klareren Haltung. Dabei gelingt ihr die Kunst, von ihrem persönlichen Erfahrungen auf die allgemein gültige Ebene zu verweisen und umgekehrt. Ihr beißender und doch leichter, beschwingter Humor ließ mich immer wieder laut auflachen. So lassen sich die historischen „WTF???“-Momente ebenso gut ertragen, wie der Backlash, den aufmerksame Menschen nicht nur täglich mit Manosphere, Trump und Tradwives erleben, sondern der selbstverständlich im Buch thematisiert wird. Popkultur schildert Endler als Trägerin und Katalysator von misogynen Vorstellungen, ob das nun ein Film wie „Miller’s Girl“ ist oder die Leidensgeschichte von Britney Spears, die ihr Vater ohne die Haltung der Öffentlichkeit vermutlich nicht hätte entmündigen können. Endler hinterfragt dazu tradierte Vorstellungen, wie dass Hebammen die Hauptopfergruppe der Hexenverfolgungen gewesen sein sollen. Dass hier höchstwahrscheinlich weibliche Unternehmerinnen aus dem Markt gedrängt wurden, ist eigentlich nochmal fieser.
Ich kann diese Fülle an Beispielen in der Kürze nicht annähernd so gut schildern, wie Endlers in ihrem tollen Buch. Darum lest es! Ich selbst nehme mir fest vor, das Buch demnächst ein zweites Mal als Print zu lesen, damit ich mir die vielen Aspekte nochmal tiefer in mein Gedächtnis verankere, um sie bei den passenden Gelegenheiten zum Argumentieren benutzen kann.
Jetzt beim ersten Mal hörte ich die Lesung der Autorin, der ich schon im Podcast mit Annika Brockschmidt „Feminist Shef-Control“ total gerne zuhöre. Endler transportiert beim Lesen eine gelungene Mischung aus Schalk, Nüchternheit und Empörung. Die bitteren Stellen zeigen Einfühlung und Respekt. (Nur manchmal fiel mir auf, dass an einigen Stellen neu beim Lesen angesetzt wurde. Aber das ist Kritik auf ganz hohem Niveau.)
Lest/hört selbst! „Witches, Bitches, It-Girls“ hilft Muster zu erkennen und ihre Wiederholungen. Und macht zudem wirklich Spaß zu lesen. 5 von 5 Sternen.
- Erin Watt
When it's Real – Wahre Liebe überwindet alles
(479)Aktuelle Rezension von: mxchellex678When It’s Real von Erin Watt ist eine leichte, humorvolle und angenehm zu lesende Liebesgeschichte. Zwar bietet die Handlung keine großen Überraschungen oder außergewöhnlichen Wendungen, doch gerade diese Einfachheit macht das Buch charmant. Die Hauptfiguren Vaughn und Oakley wirken authentisch und lebendig, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Besonders positiv ist, dass nichts gezwungen oder unlogisch wirkt – ein Punkt, der in vielen anderen Romanen oft stört. Erin Watts Schreibstil ist locker, flüssig und sorgt für ein rundum entspanntes Leseerlebnis. Auch wenn es eine eher typische „0815“-Story ohne Spice und große Dramatik ist, hinterlässt sie ein warmes Gefühl und bietet gute Unterhaltung. Empfehlenswert für alle, die Lust auf eine süße, leichte Lovestory mit authentischen Charakteren haben.
- Sylvia Day
Crossfire. Vollendung
(245)Aktuelle Rezension von: Gina_1234Mit Band fünf findet die Crossfire-Saga ihr Ende: Die turbulente Beziehung zwischen Eva und Gideon muss endgültig beweisen, dass sie jeden Sturm überdauern kann. Auch wenn die Geschichte teilweise etwas gestreckt wirkt, bleiben die starken Emotionen, die inneren Konflikte und das leidenschaftliche Zusammenspiel beider Figuren bis zum Schluss packend. Die hochdetaillierten Szenen, stimmungsvolle Hochzeitsmomente und ein versöhnliches Finale sorgen für große Zufriedenheit – ein Abschluss, der die gesamte Reihe würdig abrundet und keine Wünsche offenlässt
- Lauren Weisberger
Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück
(206)Aktuelle Rezension von: JaniIch hätte nicht erwartet das der Zweite Teil so toll werden würde. Und das alle Beteiligten aus dem ersten teil wieder dabei sind.
Andy und Emily haben sich ein eigenes Magazine aufgebaut, es geht um exklusive Hochzeiten in einen Hochwertigen Format so wir es noch kein anderes Magazin rausgebracht hat. Auch Miranda Priestly ist auf das Magazin von den beiden Ladys aufmerksam geworden und hat ein Auge auf das Magazin geworfen. Sie läd die beiden für eingespeäch ein und äußert auch das sie das Magazin kaufen will. Emily ist sofort Feuer und Flamme aber Andy hat bedenken, weil sie dann wieder ein Jahr für Miranda Priestly arbeiten müsste. Wie die beiden sich jetzt endlich entscheiden verate ich nicht.
Der schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen, es ist auch so geschrieben das man es sich bildlich vorstellen kann.
- Lisa Taddeo
Three Women – Drei Frauen
(143)Aktuelle Rezension von: Beasonders… sogar ziemlich schlimm. Ich hatte damit gerechnet, dass das Buch sicher keine angenehme Geschichte sein wird, aber am Ende kann man es wirklich nur so zusammenfassen: schlimm.
Sprachlich fand ich es ab und an etwas holprig, was den Lesefluss minimal gestört hat. Oft konnte ich aber auch aufgrund der Geschichte nur ein Kapitel lesen und musste es dann erst einmal beiseite legen.
Dennoch könnte man sich fragen, ob das eine Pflichtlektüre sein sollte.
- Cecelia Ahern
So klingt dein Herz
(561)Aktuelle Rezension von: KirschkompottSo klingt dein Herz war das erste Buch dass ich von der Autorin Cecelia Ahern gelesen habe. Es war eher durchschnittlich gut und hat mich mittelmäßig unterhalten. Der Mittelteil des Buches kam mir ziemlich lang gezogen vor. Zu dem war ziemlich viel im Buch vorhersehbar und dass hat mir die Lust am Lesen genommen.
- Stella Tack
Kiss Me Twice
(474)Aktuelle Rezension von: Katrin1Leider gefiel mir die Story und die zwischenmenschlichen Gefühle nicht ganz so gut wie Teil 1, von dem ich wirklich überwältigt war. Aber es ist sicherlich auch schwer, an so einen Erfolg anzuknüpfen. Insgesamt war es eine sehr süße Story. Vor allem das Kennenlernen von Silver und dem Prinzen war sehr witzig und schon da merkte man die Anziehungskraft zwischen den Beiden. Leider flachte diese Umsetzung der Gefühle zum Ende des Buches hin mehr und mehr ab. Das Ende war dann etwas langwierig. Aber ich fand es sehr schon wieder etwas von Ivy und Ryan zu lesen und freue mich dann jetzt auch schon auf den finalen Band.























