Bücher mit dem Tag "meinung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "meinung" gekennzeichnet haben.

83 Bücher

  1. Cover des Buches Obsidian - Schattendunkel (ISBN: 9783551315199)
    Jennifer L. Armentrout

    Obsidian - Schattendunkel

     (5.576)
    Aktuelle Rezension von: Chrisi3006

    Katy zieht mit ihrer Mutter von Florida nach Virginia und ist alles andere als begeistert. Das es dann auch noch Probleme mit dem Internet gibt, gibt ihr als leidenschaftliche Buchbloggerin den Rest. Auf der Suche nach Hilfe begegnet sie Daemon, ihrem gutaussehenden und unfreundlichen Nachbarn. Je mehr Katy versucht Daemon aus dem Weg zu gehen, deso mehr scheint das Schicksal anderer Meinung zu sein.

    Die Geschichte von Katy und Daemon ist interessant und spannend geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig. Bin schon sehr auf Band 02 gespannt.

  2. Cover des Buches Die Flucht (ISBN: 9783841421449)
    Ally Condie

    Die Flucht

     (2.225)
    Aktuelle Rezension von: Milena_CM

    Worum geht’s?

    Der zweite Teil der Trilogie um Cassia und Ky beginnt einige Monate nach dem Ende von Teil 1. Cassia ist in einem Arbeitslager der Gesellschaft, um von dort aus Ky finden zu können. Ky selbst wird von der Gesellschaft als Lockvogel benutzt, gemeinsam mit anderen Aberrationen soll er ausgestorbene Dörfer besiedeln, um „den Feind“ glauben zu lassen, dass diese noch bewohnt seien. Mit anderen Worten ist er zum Sterben auserkoren. Unabhängig voneinander machen Cassia und Ky sich auf die Flucht und damit auf die Suche nach dem jeweils anderen.

     

    Meine Meinung:

    Die Handlung wird in diesem Band, aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Zuvor erlebten wir die Geschichte vollständig aus Cassias Sicht, nun kommt die Perspektive von Ky hinzu. Meiner Meinung nach unterscheidet sich die Sprache der beiden Protagonisten kaum, sodass ich zeitweise nicht sicher war, ob ich grader die Sichtweise von Cassia oder von Ky lese. Da die beiden sich aber sowieso kaum Unterscheiden wars letztendlich auch egal, wer von beiden gerade an der Reihe ist. Das finde ich sehr schade, dies wäre eine Möglichkeit, den Charakteren mehr tiefe und Vielschichtigkeit zu verleihen, die leider nicht genutzt wurde. Irgendwie kann ich mich mit Ky nicht so 100 % anfreunden, und erwische mich dabei zu hoffen, dass Cassia doch noch eine Zukunft mit Xander hat – was wohl eher unwahrscheinlich ist, wenn man bedenkt. Dass die Reihe „Cassia und Ky“ im Titel hat …

    Der Anfang beginnt sehr vielversprechend, Cassia und Ky planen unabhängig voneinander ihre Flucht aus den Fängen der Gesellschaft. Auch die Anfänge der Flucht sind spannend geschrieben und versprechen ein Ereignisreichen Verlauf der Geschichte. Dennoch kommt nur zeitweise etwas Spannung auf. In der Mitte des Buches geht die Spannung dann vollständig verloren. Von da an passiert dann auch kaum noch etwas. Es wirkt ein bisschen so, als ob der Autorin die Ideen ausgegangen wären, und sie versucht mit langen, philosophischen Gedankengängen der Protagonisten die Geschichte künstlich zu verlängern. Die Geschichte schweift aus in Erinnerungen an die Vergangenheit, das „Aufwärmen“ alter Geschichten, die zuvor schon thematisiert wurden, und einfach viel zu lange Gedankengänge. Es passiert kaum noch etwas. Gegen Ende wird noch versucht ein klein wenig Spannung aufzubauen, was aber nicht wirklich gelingt. Das Ende erscheint nach dem zähen Mittelteil dann wiederum ein klein wenig abrupt.

     

    Mein Fazit:

    Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, gefällt mir; ich kann einige Parallelen zu der aktuell zunehmenden Digitalisierung und Standardisierung finden, die sich stark verstärkt in Cassias Welt widerspiegeln. Im Grunde ist es eine schöne Dystopie, nur das einfach kaum etwas passiert.

  3. Cover des Buches Die Auswahl (ISBN: 9783841421197)
    Ally Condie

    Die Auswahl

     (4.413)
    Aktuelle Rezension von: Milena_CM

    Worum geht’s?

    Kurz nach ihrem 17. Geburtstag bekommt Cassia ihren Lebenspartner zugewiesen. Es ist ihr bester Freund Xander, den sie schon seit Kindheitstagen kennt. Sie ist mit dieser Wahl sehr zufrieden – bis ihr auf einem Microchip, auf dem sie Informationen zu Xander erwartet, ein anderer Junge angezeigt wird, der ihre Gefühlswelt ziemlich durcheinanderbringt. 

    Die Welt, die Ally Condie mit dieser Reihe erschaffen hat, ist sehr spannend, ein interessantes Gedankenspiel. Eigentlich ist dort alles perfekt; es gibt keine Krankheiten, keine Kriminalität, keinerlei Probleme. Doch zugleich ist es der absolute Albtraum; die Bürger haben alle Freiheiten, alle Individualität und allen Genuss aufgegeben, dies scheint von den Meisten kaum infrage gestellt zu werden. Auch Cassia ist überzeugt davon, dass alles zu ihrem Besten geschieht, und dass alle Regeln ihren Sinn haben – jedenfalls zu Beginn. Im Laufe der Zeit bekommt sie ihre Zweifel daran, und muss mit den Konsequenzen umgehen.

     

    Meine Meinung

    Ich hatte schon viel von dieser Reihe gehört, aber es irgendwie noch nie geschafft sie zu lesen. Dementsprechend gefreut habe ich mich dann, dass mir im Second Hand die ersten beiden Teile in die Hand gefallen sind. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin, sie führt den Leser locker-flockig durch die Geschichte und verschafft uns einen tiefgründigen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin. 

    Die Handlung ist originell und zeigt mir als Leserin einige Dinge auf, die ich als selbstverständlich wahrnehme, obwohl ich sie etwas mehr schätzen sollte. 

    Meiner Meinung nach hätte die Geschichte ein wenig spannender sein können. Ich hatte vor dem Lesen die Erwartung, schon ein wenig Rebellion gegen das System erleben zu dürfen, was aber noch nicht ganz so der Fall war. Ich hoffe das es in den folgenden Teilen mehr dazu kommen wird. 

    Die Beziehung zwischen Cassia und Ky ist ziemlich vertrackt, ich habe regelrecht mitgefiebert, und gehofft, dass ihre heimlichen Gespräche geheim bleiben können. Xander habe ich auch sehr ins Herz geschlossen, und hoffe dass auch er in den nächsten Teilen eine Rolle spielen wird, auch wenn es vorrangig um Cassia und Ky gehen wird. 

     

    Fazit

    Insgesamt eine schöne Dystopie, interessante Charaktere und eine schöne Liebesgeschichte. Ich hätte mir ein bisschen mehr Spannung und Rebellion gewünscht – aber das kann ja noch kommen. 

  4. Cover des Buches The Circle (ISBN: 9780804172295)
    Dave Eggers

    The Circle

     (259)
    Aktuelle Rezension von: StefaniePuckett

    Lesenswerte Perspektive auf Social Media und "neue Arbeitswelt". Außerdem ist das Buch unterhaltsam geschrieben. Es regt an, etwas kritischer über aktuelle Entwicklungen nachzudenken. Alles in allem: empfehlenswert. 

  5. Cover des Buches Das Skript (ISBN: 9783596191031)
    Arno Strobel

    Das Skript

     (498)
    Aktuelle Rezension von: Quer_durchs_Buecherbeet

    Das Skript" ist definitiv ein Buch, das sich gut lesen lässt und bei dem auch kaum Langeweile aufkommt. Allerdings muss ich folgende Abstriche machen:
    - In den Kapiteln nehmen wir, bis auf eine Ausnahme, entweder die Perspektive von OK Stephan Erdmann oder einer der vermissten jungen Frauen ein. Obwohl dieses spezielle Opfer wirklich schauderhaft grausame körperliche Qualen erleiden und beobachten muss, bleibe ich merkwürdig distanziert. Ich kann mit der Figur nicht mitleiden oder mitfiebern.
    - OK Erdmann und seine Partnerin HK Andrea Matthiessen sind zu Beginn sehr gegensätzliche Typen, raufen sich aber recht schnell zusammen und liefern meiner Meinung nach wenig Spannung und Zündstoff in der Figurenkonstellation. Auch das Mobbing von Matthiessen durch den Leiter der Ermittlungen, Stohrmann, empfinde ich als eher zahnlos und es beunruhigt mich recht wenig.
    - Christian Zender ... Sorry, der Kerl ging mir einfach nur auf die Nerven mit seinen lateinischen Sprüchen und dem kindischen Reingrätschen in die Ermittlungen. Wozu brauchte man diese Figur?
    - Besonders unbefriedigend empfand ich die Auflösung. Obwohl ich mich bemüht habe, mich überraschen zu lassen, war die Enttarnung des oder der Täter(s) keine Überraschung, und was mir komplett fehlte, war der psychologische Unterbau, der diese Taten rechtfertigt hätte. Anders bei "Der Sarg", hier fand ich die Motivation für die Taten wesentlich besser begründet.

    Aber ich will nicht nur meckern. Was mir sehr gut gefallen hat, war der Krimi im Krimi und die Beschreibung des fiktiven Literaturbetriebs drumherum. Da meine ich auch manch Augenzwinkern zu entdecken.

    Ich hätte 3,5 Punkte gegeben. Da halbe nicht möglich sind, gute 3 Punkte.

  6. Cover des Buches Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (ISBN: 9783551315854)
    Lauren Oliver

    Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

     (1.374)
    Aktuelle Rezension von: buecher-fanwolf

    Rezension:

    Auf “Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie” wurde ich vor allem durch das aussagekräftige Cover und den dort grau auf weiß stehenden Titel aufmerksam. Man muss den Klappentext überhaupt nicht lesen um sich denken zu können worum es geht, nämlich um den Tod einer Person und wie sich das Ende gestaltet.

    Das Buch fesselte mich von der ersten Seite an und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Eigentlich sollte man meinen, es wäre langweilig immer wieder den gleichen Tag zu lesen – doch das ist es ganz und gar nicht.

    Es hat mich fasziniert, wie kleine Entscheidungen Situationen völlig verändern können und wie das Schicksal aber trotzdem einen groben Weg durch den Tag beibehält. Der Plan des Schicksals an diesem 12. Februar: mindestens eine Person wird sterben.

    Gut zu beobachten ist vor allem, wie sich Samantha, kurz Sam, innerhalb dieser wenigen Tage verändert und wie sie jeden Tag etwas dazulernt, worauf sie in ihrem normalen Leben nie geachtet hätte. Besonders gut kommt dies zur Geltung, weil sich ihr Umfeld, allen voran ihre Freundinnen, nicht verändern.

    Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Sam. Man kommt ohne Anstrengung fließend durch den Text und hat somit noch genug Freiheit, die Geschichte vor seinem inneren Auge ablaufen zu lassen.

    Ich finde, lesen kann man dieses Buch in jedem Alter – der Tod betrifft uns ja alle irgendwann. Doch Jugendliche und junge Erwachsene werden sich in die Geschichte wohl am leichtesten hineinversetzen können, weil es um Themen wie Mobbing, Schule, Partys und die erste Liebe geht.

    Fazit:

    Ein Young-Adult-Buch im „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Stil, welches zu Herzen geht und nachdenklich mit seiner Botschaft macht: Vermeintlich kleine Dinge können für jemand anderen die Welt bedeuten.


    PS: Der Film zum Buch ist für mich ein Highlight und bekommt von mir 5+/5*, da er mich noch mehr emotional gepackt hat, als das Buch.

  7. Cover des Buches Das Spiel der Könige (ISBN: 9783404163076)
    Rebecca Gablé

    Das Spiel der Könige

     (640)
    Aktuelle Rezension von: Klausviedenz

    Der dritte Teil der Waringham-Saga ist meiner Meinung nach der beste: das Wechselspiel zwischen Blanche und Julian gibt dem ganzen etwas mehr Dynamik. Gablé erzählt wie immer spannend und detailreich, ohne im Wirrwarr von gefühlt hunderten Henrys und Edwards verloren zu gehen. Der beste deutsche historische Roman, den ich je in die Finger bekommen habe.

  8. Cover des Buches Leopardenblut (ISBN: 9783802581526)
    Nalini Singh

    Leopardenblut

     (1.102)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Sasha ist eine Mediale und als solche hat sie keine Gefühle.... Eigentlich. Doch Sasha fühlt jede Menge und als sie auf den Gestaltwandler Lucas trifft bröckelt ihre Fassade und bringt sie in tödliche Gefahr.
    Der Auftakt der Reihe hat mir richtig gut gefallen.
    Ich konnte mich sehr gut in Sasha hineinversetzen und ich empfand sie als sehr echt.
    Die Handlung war so spannend, aber auch sexy und witzig, aber vor allem hat sie mich neugierig auf die weiteren Teile der Reihe gemacht.
    Mehr gibt es nicht zu sagen, denn eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte.

  9. Cover des Buches DAEMON (ISBN: 9783499256431)
    Daniel Suarez

    DAEMON

     (284)
    Aktuelle Rezension von: Norbert_H

    Das Buch wurde mir empfohlen, und so habe ich mich also darauf eingelassen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich zwei mal begonnen habe das Buch zu lesen und nicht wirklich weit kam. Irgendetwas hat mir gefehlt. Aber beim dritten Versuch (warum auch immer) hat es mich dann gepackt.

    Mir gefällt der Schreibstil von Daniel Suarez. Die Geschichte ist heftig und erschreckend, wenn ich mir vorstelle, dass es bereits KI gibt und diese sich verselbstständigt. Rasant wird die Geschichte von Mr. Sobol erzählt, der durch seinen Tod eine KI zum Leben erweckt, die Verwüstung, Tod und Intrigen herbeiführen. Ein paar wenige „Gute„ versuchen scheinbar vergeblich sich der KI in den Weg zu stellen und sie aufzuhalten. Wenn da nicht viele Charaktere im Spiel wären, die ein doppeltes Spiel spielen. Und so bleibt das Buch bis zu letzt spannend und mach wirklich Lust auf mehr, obwohl ich mit dieser Thematik normalerweise nicht viel anfangen kann. Aber dieses Buch hat mich gefesselt und mir gezeigt, dass man auch außerhalb seines eigentlichen Genres durchaus lesenswerte Bücher finden kann. 

  10. Cover des Buches 64 (ISBN: 9783855350179)
    Hideo Yokoyama

    64

     (44)
    Aktuelle Rezension von: marpije

    Dieses Buch laut Cover soll ein Thriller sein, aber wer sucht ein  gewöhnliches Thriller - fellanzeige, hier ist fast kein Spannung vorhanden, die Atmosphäre hat auch nichts " thrillerartiges " in sich und Gänsehaut bleibt weg, aber wer mag Thriller von anderen Art ist hier sehr gut bedient.

    Der Autor hat uns sehr gut ausgebaute Geschichte vorgestellt, wo der Krimi Fall einer Entführung nur im Hintergrund steht, das was wir kriegen als Hauptthema ist ein Beschreibung der japanischen Verhaltens und Umgangsform wo Pflicht , Loyalität und Unterwerfung auf die erster Stelle sind wo Macht von der Vorgesetzten besonders groß und wo im Kampf gegen Gesichtsverlust die Familie rückt weiter nach hinten.

    Das Buch bietet der Leser eine sehr starke, komplexe Geschichte wo durch die Logik und Intelligenz der Fall zum überraschenden Auflösung kommt und der Protagonist erkennt dass auf seiner Seite " jemand besonders " steht , jemand welche immer und egal was passieren wird eine helfende Hand für ihn hat, Hand welche Trost und Liebe schenkt.

  11. Cover des Buches Der Insasse (ISBN: 9783426519448)
    Sebastian Fitzek

    Der Insasse

     (1.197)
    Aktuelle Rezension von: lesehaeschen

    Auch dieser Fitzek ist wie immer so flüssig zu lesen, dass die Seiten nur so verfliegen.  Spannend, unkompliziert und mit Cliffhangern und einer idealen Kapitellänge geschrieben, ist dieser Thriller wie immer ein besonderes Lesehighlight und hat mir großen Spaß gemacht. Auch hier finden wir wieder den Fitzek-typischen Mindfuck und die unerwarteten Twists. Ständig habe ich meine Theorien wieder über Bord geworfen. Das Ende war ebenfalls eine Überraschung, wenn auch nicht so bittersüß wie beim „Geschenk“ und beim „Heimweg“.
    Am besten gefiel mir das Setting in der Psychatrie inkl. dem Alltag und der Location dort.
    Hervorheben möchte ich noch das schöne Cover mit der besonderen Klappe. 📕
    Mein Fazit: Ein typischer Fitzek, also eine Meisterleistung hinsichtlich Twists und Mindfuck. Vor allem die Grundidee und das Setting sind einzigartig. Da es mich aber nicht ganz so umgehauen hat wie seine zwei neusten Thriller, die eher nach meinem Geschmack sind, gibt es minimal Abzug und ⭐️⭐️⭐️⭐️,5!

  12. Cover des Buches Empört Euch! (ISBN: 9783550088834)
    Stéphane Hessel

    Empört Euch!

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin-Scheuer

    Über dieses Buch, das monatelange auf der Bestsellerliste stand, wurde bereits viel gesprochen und geschrieben. Für einige ist es wohl sogar zu einer Art "Bibel" geworden. Es geht zurück auf eine Rede Hessels, die viel Beachtung fand.
    Klar, dass ich dieses Werk auch einmal lesen wollte, um herauszufinden, was so besonders daran ist.

    Leider kann ich die allgemeine Euphorie nicht so ganz teilen.
    Bei dem dünnen Heftchen - ich würde es eher eine "Schrift" als ein "Buch" nennen - handelt es sich um den Aufruf eines 94jährigen an die jüngeren Generationen, sich endlich wieder mehr zu engagieren. Mich erinnerte dies etwas an das ewige "Früher war alles besser" und die ständigen "die Jugend von heute"-Klagen, die mich immer ärgern, weil sie schlicht und ergreifend falsch sind.
    Die Dinge, für wir uns engagieren sollen, liefert Hessel gleich mit. Neues hat er dabei nicht zu bieten: für Umwelt und soziale Gerechtigkeit, gegen die Macht der Banken und des Geldes, in Israel und den arabischen Ländern. Nunja.

    Was mich allerdings wirklich stark beeindruckte, war der Lebensweg von Hessel, von dem man das ein oder andere innerhalb der Schrift; wesentlich mehr jedoch in einem Nachwort erfährt. Hessel wurde in Deutschland geboren und flieht mit seinen Eltern während des Zweiten Weltkriegs nach Frankreich aus, nachdem es der jüdischen Familie gelang aus dem KZ "Buchenwald" zu entkommen. (Schon allein DAS finde ich zu tiefst beeindruckend; es geht aber noch weiter) Als Jugendlicher und junger Mann engeagiert er sich in der Resistance gegen Nazideutschland und schreibt schließlich nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Menschenrechtscharta mit. Später ist er als Botschafter für Frankreich an den unterschiedlichsten Orten weltweit im Einsatz. Wow!
    Mit diesem Hintergrund, finde ich, bekommt die Schrift doch gleich eine ganz andere Perspekitve. Wer sich stets so sehr für die eigenen Ideale und eine bessere Welt einsetzte, hat meiner Meinung nach alles Recht, sich über die heutigen Verhältnisse und die scheinbare Letargie der Jugend zu beschweren. Denn - sind wir mal ehrlich - so stark engagiert sind die wenigstens von uns. Natürlich sind die offensichtlichen Bedrohungen auch - gottseidank - geringer. Gründe, um sich zu engagieren - gibt es aber noch immer genug. Schön, dass uns so ein außergewöhnlicher Mensch hieran erinnerte.

    Unmittelbar nach der Lektüre dieses Werkes habe ich die Autobiografie von Stephane Hessel "Mein Tanz mit dem Jahrhundert" auf meine Wunschliste gesetzt. Ich bin wirklich schwer beeindruckt.

  13. Cover des Buches Der Vogel ist ein Rabe (ISBN: 9783442541607)
    Benjamin Lebert

    Der Vogel ist ein Rabe

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Paul und Henry treffen sich zufällig auf einer Zugfahrt von München nach Berlin. Beide Anfang 20 sind sie im Prinzip vor etwas weggelaufen, das sich aber erst später gänzlich klärt. Paul hört eher Henrys Geschichte zu, die äußerst delikat ist. Was Freundschaft und Liebe anrichten können, wird in diesem, fast Monolog Henrys, sehr deutlich und ich war am Ende noch ziemlich geschockt...
    Ich war gefesselt von dem Buch und der Geschichte Henrys. Ich musste einfach weiter und weiter lesen. Ein wirklich gutes Buch von Benjamin Lebert. Wunderbar in unserem Umgangston und leicht geschrieben, bringt Benjamin Lebert auch das manchmal heikle Thema von Freundschaften und Liebe auf den Plan.
  14. Cover des Buches Der ultimative Ratgeber für alles (ISBN: 9783785760550)
    Dieter Nuhr

    Der ultimative Ratgeber für alles

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Leannah
    Nach einigen Kapiteln habe ich das Buch abgebrochen, es war leider überhaupt nicht unterhaltsam und ich musste mich bei jeder Seite zum weiter lesen überwinden. Schade!
  15. Cover des Buches Willkommen im Meer (ISBN: 9783426519110)
    Kai-Eric Fitzner

    Willkommen im Meer

     (69)
    Aktuelle Rezension von: karin66

    Ich wurde auf das Buch aufmerksam durch das wunderschöne gestaltete Cover. Auch die Hintergrundgeschichte, die zu der Veröffentlichung des Buches geführt hat, hat mich zum Lesen animiert.

    Die Schreibweise ist sehr locker und angenehm zu lesen. Auch die einzelnen Personen sind vortrefflich gewählt. Die Thematik von einem Lehrer, der sich etwas anders verhält, als von ihm verlangt wird, finde ich klasse.

    Die erste Hälfte des Buches habe ich regelrecht verschlungen, die fand ich auch sehr gut gemacht und verständlich. Doch dann hat sich alles irgendwie sehr in die Länge gezogen und war wirklich sehr zäh. Ich musste mich schon etwas durchringen, das Buch noch zu beenden.

    Ehrlich gesagt, hatte ich mir insgesamt etwas anderes darunter vorgestellt, das Buch konnte mich leider nur bedingt fesseln.

  16. Cover des Buches Deutschland von Sinnen (ISBN: 9783944872049)
    Akif Pirinçci

    Deutschland von Sinnen

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Waldbauer

    Wer hier dem Autor unterstellt, er habe bloß aus Kalkül, wegen nachlassender Resonanz auf seine belletristischen Werke (das angekündigte 'Das geheime Leben der Pflanzen' lässt immer noch auf sich warten) ein neues Thema gesucht, der verkennt harte bibliographische Fakten. Pirinccis Meinung über Land und Leute bahnte sich schon länger an. Als Beleg dienen Zitate aus zwei seiner Romane.

    Bereits 2008 schreibt er in seinem Krimi 'Der eine ist stumm, der andere ein Blinder' auf Seite 126:

    'Am Eingang des mindestens fünfzehn Stockwerke hohen Wohnblocks lümmelten fünf türkische Jugendliche. Dem Aussehen nach waren sie nur ein paar Monate davon entfernt, nach dem Erwachsenen-Strafrecht verurteilt zu werden...Irgendetwas in ihren Gesichtern verriet Claudius, dass sie bereits ein umfangreiches Vorstrafenregister vorzuweisen hatten, ...'

    Und in 'Volltreffer' (erschienen 2010 unter dem Pseudonym Cedric Arnold), 2013 dann die Neuauflage als 'Engelskinder', dort auf Seite 47/ 48 heisst es:

    'Wie schön Deutschland doch war! Die Deutschen waren betriebsblind gegenüber ihrem eigenen Land geworden. Manche hassten es sogar......nichts als Felder, Wiesen, Wälder...
    ...hätte es keine fünf Minuten gedauert, bis ein Krankenwagen mit allermodernster Medizintechnik und einem super ausgebildeten Arzt angebraust gekommen wäre.
    ...und keiner hatte etwas gegen schwule Bergsteiger. Gut, die Muslime ließen nicht mit sich spaßen, wie überall auf der Welt'

    Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz die Kritiker dem Autor Schwulen- und Ausländerfeindlichkeit, ja sogar Menschenhass unterstellen - grenzt er sich doch gleich zu Beginn seines Buches DvS scharf von solchen Vorwürfen ab:

    'Um Missverständnissen vorzubeugen, sei vorab gesagt, dass es mir keineswegs darum geht, die Homosexualität als eine verachtenswerte Angewohnheit oder gar als eine üble Krankheit zu diffamieren und Menschen mit dieser sexuellen Orientierung einen verkommen Charakter zu unterstellen.' (S. 17)

    'Worauf will ich hinaus? Bestimmt nicht auf ein Outing als Homophober.' (S. 19)

    'Und ja, es gibt den ekelhaften, primitiven Ausländerhasser in Deutschland, den geisteskranken Rassisten mit seinem halluzierten Blick auf die Welt vom KZ-Turm herab und den Hygiene-Schizo, der in seinem Wahn dunkle Haut und alles Abweichende von der Norm mit seiner schmutzigen Unterwäsche verwechselt.' (S. 57/58)

    'Wir brauchen jeden hier, egal welcher Hautfarbe, der uns nützt...' (S. 215)

    'Nee, da lob ich mir die Schwulen!' (zum Thema Frauenbewegung, S. 248)

    Deutlicher geht's kaum und falls man glaubt, Pirincci überhaupt einer 'Gesinnung' überführen zu müssen, dann doch wohl der des maßlosen Philosemitismus:

    '...rate ich Ihnen, sich einen jüdischen Anwalt zu nehmen. Mit absoluter Sicherheit verlassen Sie dann den Gerichtssaal als unschuldiger Mann.' (S. 58/ 59)

    'jüdischer Agent ' der holt das meiste für sie raus.' (S. 59)

    'Fast alles, was wir am Hollywood-Kino genießen, stammt aus der Feder von jüdischen Drehbuchautoren.' (S. 59)

    ' wir seitdem keine jüdischen Drehbuchautoren, Songwriter, Komiker und Regiseeure mehr im Lande haben, ohne die in einer hoch entwickelten Entertainment-Industrie per se nichts läuft.' (S. 163)

    'Männer, die diese Technik ermöglicht haben...vor allem aber jüdischer Herkunft sind' (S. 128/139)

    ...ihre Juden...mit denen hätten sei den Krieg mit absoluter Sicherheit gewonnen.' (S. 163)

    'die Menschen mit jüdischen Wurzeln natürlich, denn die sind stets in vorderster Linie dabei, wenn es um kulturelle Neuerungen geht' (S. 199)

    Lobpreisung in Vollendung. Ob der Autor wirklich eine Garantie dafür geben kann, dass man im Falle einer Mordanklage in den USA dank eines jüdischen Anwaltes den Gerichtsaal als freier Mann verlässt? Fest steht, dass den Juden selbst solche Arien nicht recht ist. Dazu die bekannte Klage: 'Die einen beschimpfen mich wegen meines Judentums, die anderen gratulieren mir zu dazu - aber alle denken daran!'

    Vielfach wurde dem Autor sein Stil vorgeworfen, das Buch sei übervoll mit Fäkaliensprache ('Schlafsack-F...-Event', etc.). Pirinccis Stil ist tatsächlich ein Problem, aber weniger in oben genannter Weise, sondern weil der Autor sich nicht für eine Stilrichtung entscheiden will. So schreibt er zuweilen im lesernahen Kumpelstil von Franz Konz ('Steuer-Konz'):

    'Du Vollidiot! Du begreifst es immer noch nicht...Hä, lebst du im Wald oder hinterm Mond?' (S. 89)
    '...mein Freund' (S. 90)
    'Weißt du warum das so ist?... weil man dir von Kinderbeinen antrainiert hat...' (S. 175)

    wobei er auch innerhalb dieses Stils seine Linie wieder verlässt und in die Höflichkeitsform abgleitet: 'Sie Depp!' (S. 106)

    oder sogar in üblen Teenager-Jargon: 'Ist so ein evolutionäres Ding' (S. 272)

    Dazu völlig unpassend verwendet Pirincci zwischendurch Fremdwörter wie 'indigene' oder
    'autochton'. Letztes scheint überhaupt sein Lieblingswort zu sein (S. 41 / 70 / 72 / 73).

    In krassem Gegensatz zum lockeren Plauderton verstopft Pirincci dann wieder seine Zeilen mit Bandwurmsätzen in einem unerträglichen Partizipialstil, den er auch in seiner Romanen gerne verwendet:

    'Mit den Grünen meine ich gar nicht einmal die Partei an sich, sondern die seinerzeit sich immer lauter VERBREITENDE, aus den Siebzigern HERÜBERGERETTETE, allerdings nunmehr in eine alternative Pseudowissenschaft und AUFGESETZTE antikapitalistische Schämt-euch!-Attitüde VERKLEIDETE Hippie und Kommunisten-Denke, die zunehmende Technikfeindlichkeit und den sich intellektuell GEBENDEN Selbsthaß auf das eigene Land und das eigene Volk.' (S. 50)

    'Es sind bleichgesichtige, zahnlose, VERWAHRLOSTE, nur in Lumpen und Decken GEHÜLLTE, vor Schmutz TRIEFENDE, Ekzeme und SCHWÄRENDE Wunden zur Schau TRAGENDE, eigentlich wie soeben ihren eigenen Gräbern ENTSTIEGENDE Alte.' (S. 74)

    'Die total AUFREGENDEN, BERGSTEIGENDEN, keine-Tennissocken-und-Birkenstock-Sandalen-sondern-italienisches-Design-TRAGENDEN -Jude-Law-gestaltigen Männer (S. 111)

    'Heute sind es grün-linke, jeden EU-Schwachsinn NACHBETENDE, den Islam ANHIMMELNDE, das eigen Volk BEARGWÖHNENDE, alles, was fremd ist, VERGÖTTERNDE, schlußendlich politisch korrekte Hände.' (S. 164)

    'Abgesehen davon, dass er sich als Schreibender nicht zu doof vorkommt, die zum dreimillionsten Mal VERWENDETE, ABGEDROSCHENE Goebbels-Gleichung zu stellen und das eigentlich für Muslims ERFUNDENE Wort Hassprediger in pseudointelligenter Manier auf mich umzukehren und abgesehen von der Frage, ob er solchen einen Text über seinen Arbeitgeber, nämlich die über seine Demokratieabgabe BESTIMMENDE Regierung mit ihren einstmalig den millionfach Massenmördern Mao und Pol Pot HULDIGENDEN Mitgliedern bei den Grünen - ...' (S. 240)

    'Dabei wird leicht übersehen, dass die Weiber in Wirklichkeit eine Schande für ihr Geschlecht sind, weil sie die die Stereotype von der parasitär am Manne (...) HÄNGENDEN, unlogischen Bockmist DAHERQUASSELNDEN, mit der Naturwissenschaft auf Kriegsfuss STEHENDEN, hysterisch KEIFENDENund sich selbst als verwelkte Frau ÜBERSCHÄTZENDEN Frau liefern.' (S. 259)

    Weitere stilistische Verkorksungen kommen hinzu, nämlich:

    1) törichte Verdopplungen:

    'hochzustilisieren' (S. 24); stilisieren bedeutet bereits erhöhen

    'mit absoluter Sicherheit' (S. 59, 83, 163); ist etwas nicht absolut sicher, dann ist es noch unsicher

    'ich bin der festen Überzeugung'! (S. 98; überzeugt sein heisst bereits: fest an etwas glauben

    'Schlußendlich' (2x S. 152 / 163/ 164, 200, 272);
    'letzten Endes' (S. 121 / 164); wieviele chronologische Enden gibt es denn? Ein vorgeschaltetes Ende wäre noch kein Ende.

    'Vollendet Tatsachen...' (S. 180); gibt es auch unvollendete Tatsachen? Dann wären es noch keine Tatsachen.

    2) Wörter, die nicht im Plural existieren:

    'Aktivitäten' (S. 42 / 140) bzw. 'Freizeitaktivitäten' (S. 143);
    die Aktivität (Einzahl!) ist die Summe aller Tätigkeiten, ein Plural davon existiert genauso wenig wie von Fleiß oder Wut. "Aktivitäten" gibt es in korrektem Deutsch nicht, es ist eine Fehlherleitung des englischen "activities".
    Auch dass das Wort im Duden steht, ändert daran nichts. Der Duden ist keine wissenschaftliche Quelle, sondern "schaut dem Volk aufs Maul". Wird ein Wort zwar falsch, aber nur genügend häufig gebraucht, erscheint es automatisch irgendwann im Duden.

    3) falsche Superlative:

    'Letztere' (S. 28): wie soll man das letzte noch steigern?
    'Allersten und Allerwichtigsten' (S. 82) ; 'das allertraurigste Geheimnis (S. 101) ; 'allerschlimmsten Fälle' (S. 237);
    auch die Vorsilbe 'aller' ändert nichts mehr.

    Wie eine Bevölkerung 'einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 110' (S. 98) besitzen kann, erschließt sich mir auch nicht. Der Durchschnitt ist auf nun mal auf 100 festgelegt.

    'Zum Verständnis des Themas, das ich hier ansprechen möchte' (S. 231);
    Ansprechen kann man Leute auf der Straße, aber kein Thema. Dieses kann man nur anschneiden, erwähnen oder zur Sprache bringen.

    Pirinccis Grammatik regt manchmal zur Belustigung an, so auf Seite 165:

    .'..ist die Tatsache, daß, weil die Öffentlich-Rechten...'

    'daß, weil...' zwei Konjunktionen direkt hintereinander. Eine Steigerung schafft nur noch Martin Walser ('...daß ich, weil ich, wenn ich...').

    Am schönsten allerdings auf S. 214 / 215:
    'denn abgesehen davon, dass die Leserlichkeit meiner Formulierungen um Meilen besser ist als die des die deutsche Grammatik verkrüppelnden...türkischen Verfassers'

    'als die des die'. Wer verkrüppelt hier die Sprache?

    Wegen diesen sprachlichen Fehltritten gibt es ordentlich Punkteabzug und nicht wegen Pirinccis steiler Thesen.

    Zum Thema Frauen schreibt Pirincci auf Seite 101:
    'Die übrigen neunzig Prozent möchsten am liebsten ihre Kinder aufziehen, das Haus verschönern, sich um den Garten kümmern, den Urlaub planen, ein paar Stündchen einer Blaba-Tätigkeit nachgehen, damit sie unter die Leute kommen und vielleicht nebenbei ein Roman schreiben.'

    Das mag so sein, nur trifft die These genauso auf Männer zu, vielleicht in dieser Form:
    'Die übrigen neunzig Prozent möchten am liebsten faul vor dem Fernseher liegen, Fußball gucken, eine Flasche Bier trinken oder im Garten sitzen und grillen, ein paar Stündchen im Baumarkt stöbern und vielleicht am Wochenende mit ihren Kumpels einen trinken gehen, damit sie unter die Leute kommen.'

    Das setzt Pirinccis These über die Frauen nicht außer Kraft, aber Bequemlichkeit gibt es eben geschlechterübergreifend.

    Sehr recht hat Pirincci, wenn er meint, dass man den Nazis nicht das Copyright für bestimmte Begriffe zubilligen sollte:

    'Allein das Wort `deutsches Volk` möchte es nicht in den Mund nehmen'
    Faselt irgendwas von 'Bevölkerung' oder Menschen in Deutschland' (S. 124)

    Zumal das Wort 'Bevölkerung' ohnehin schon überstrapaziert und sachlich falsch ist, denn 'bevölkern' bezeichnet den Vorgang des Ansiedelns (das Gegenteil wäre 'entvölkern').

    Zum Thema Studienfächer meint der Autor:
    'Geschwätzwissenschaften wie Politologie, Soziologie, Kunst, Jura oder irgendwas mit Medien. Es sind Berufe, in denen kein Mehrwert entsteht und die folglich nichts zum Wohlstand beitragen bzw deren Ergebnisse man 'nicht essen' kann. (S. 137)

    Dem ist an sich kaum zu widersprechen, nur Jura möchte ich ausnehmen. Es entsteht dadurch zwar kein Mehrwert, aber Jura ermöglicht den Mehrwert. Ohne Rechtsordnung keine (mehrwertschaffende) Wirtschaftsordnung, ohne Strafrecht Anarchie. Außerdem ist die Jurisprudenz traditionell das 'Lieblingsfach' der von Pirincci so geschätzten Juden (vgl. seine Ausführungen zum jüdischen Rechtsanwalt, S. 58/59)

    Bei den grünen Politikern verweist Pirincci mit Recht auf deren Biographie als ungelernte Taxifahrer, Kommunisten oder pfastersteinwerfende Hausbesetzer (S. 161). Allerdings sollte man jedem seine jugendlichen Verfehlungen zubilligen (Wer in der Jugend links ist, ist ein Idealist; wer es im Alter noch ist, ist ein Narr.). Auch verändert der berühmte Gang durch die Institutionen. Bestes Beispiel: Otto Schilly, erst grüner RAF-Anwalt, dann Law-and-Order-Innenminister mit der Lizenz zum Töten ('Wer den Tod liebt, kann ich haben.'). Nur Ströbele (Alter 76) bleibt der Unbelehrbare.

    Unfreiwillig komisch wird es, wenn Pirincci sich über alte Herren mit ihren jüngeren Freundinnen lustig macht:

    '...diese ehemaligen Programmleiter, Unterhaltungschefs...sich wegen ihrer aus Brasilien importierten, 35 Jahre jüngeren Freundinnen zum alten Narren machen...',

    denn der Altersunterschied zwischen Pirincci und seine aktuellen Freundin (der Fangemeinde immer mal wieder auf Facebook präsentiert) beträgt kaum weniger Jahre.

    Hervorragend sind seine Ausführungen zum altersbedingten Krebs, verursacht durch das zunehmende Risiko der Zellteilung (S. 263), nur gelingt Pirincci leider nicht der Schwenker zu seiner eigenen Lebensweise. Als jahrelanger Kettenraucher ist er der erste Kandidat für Blasenkrebs, in einem Alter jenseits der 40 umso mehr.

    Bei seiner Gerichtsverhandlung wundert sich Pirincci über die Fragen des Richters zu seiner Familie und schließt daraus, man habe wissen wollen, ob von dieser Rache drohe, ob er ein 'schriftstellernder Buschido' (S. 264) sei. Die lapidare Begründung des Richters ('das gehört sich so') befriedigt Pirincci nicht.

    Und doch muss man entgegenhalten: Fragen zu den sozial-familiären Verhältnissen des Angeklagten gehören bei Gericht zum Standardrepertoire und fallen unter die Rubrik 'Fragen zur Person'. Die Sozialprognose spielt nämlich, neben anderen Faktoren wie Reue, bleibender Schaden, Wiedergutmachung, etc. beim Strafmaß eine Rolle; wenn auch eher bei schweren Delikten, wozu eine Beleidigungsanklage nicht zählt.

    Insofern kann Pirincci mit seiner These der Rachebefürchtung richtig liegen, muss aber nicht. Genauso wahrscheinlich ist, dass der Richter einfach penibel seinen Fahrplan zur Verhandlungsführung abgearbeitet hat (zur besseren Beurteilung wäre eine Angabe zum Alter des Richters nützlich gewesen).

    Erschreckend, dass Pirincci schreibt: 'Obgleich der Gerichtssaal in dieser Stunde ziemlich leer war.' (S. 266). Ja warum das denn? Bei sovielen Facebook-Fans! War denn wenigstens ein Vertreter des Bonner Generalanzeigers vor Ort? Oder Rolf? Hier hat der Autor eindeutig versäumt Öffentlichkeit herzustellen, allein aus Marketing-Gründen.

    Offenbar hatte Pirincci auch keinen Anwalt dabei (kennt er etwa keinen jüdischen?). Dann wären die Kosten für diesen sowie die Strafe über 4.000 Euro nämlich keine Ausgaben gewesen, sondern clevere Investition. Anscheinend hat Pirincci sich vor dem Amtsgericht selbst verteidigt.

    Dass er die Geldstrafe als zu hoch empfindet ('Am Ende fragte ich den Richter, ob die 4.000 Euro Strafe ...nicht doch ein bißchen zuviel wären.', S. 266) muss umso mehr verwundern:
    Die Höhe der Tagessätze richtet sich nach dem Einkommen. Zieht man Pirinccis Wirtschaftsverhältnisse heran (Gründerzeitvillen, Filmrechte, Bücherverkäufe) ist er noch relativ günstig davon gekommen.

    Darüberhinaus hatte der natürlich die Möglichkeit gehabt, in Berufung zu gehen (diesmal mit Anwaltszwang beim Landgericht). Dort hätte die Aussicht bestanden, dass das Gericht den Tatvorwurf der Beleidigung ganz anders wertet (vgl. BGH-Urteil zur Schmähkritik), zumindest aber wäre in des Autors Sinne weitere mediale Aufmerksamkeit garantiert gewesen.

    Mit dem Finanzamt hat Princci auch seine Probleme. Immer wieder stöhnt er über die für ihn ungerechtfertigten Einkommensteuer-Vorauszahlungen. Diese kann man (auf Antrag) heruntersetzen lassen, man muss dann halt (bei höherem Gewinn) entsprechend mehr nachzahlen. Die Finanzbehörde geht davon aus (in vielen Fällen zu Recht), dass sonst später keine Geld mehr vorhanden wäre, das der Steuerpfllichtige der Behörde überweisen könnte, weil häufig Umsatz mit Gewinn verwechselt wird (nicht nur in Bargeldbranchen wie der Gastronomie).

    Mangold hat DvS mit 'Mein Kampf' verglichen. Das ist natürlich Unsinn und wer einem Autor vorwirft, er überspitze, übertreibe, polemisiere und hetzte, sollte nicht mit vermeintlich gleicher Münze zurückzahlen.

    Ein Vergleich von DvS bietet sich trotzdem an und zwar mit Remarques 'Im Westen nichts Neues'. Er beantwortet nämlich die Frage, warum DvS ein Beststeller geworden ist. Nicht wegen seiner (mehr oder wenigen vorhandenen) Gossensprache, nicht weil hier ein Türke über Ausländer schimpft und auch nicht, weil ein Katzenkrimi-Autor kühl kalkulierend eine neue Fangemeinde entdeckt hat. Der Hauptgrund ist vielmehr folgender: Es herrscht - wie zu Remarques Zeiten - eine rießige Diskrepanz zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung.

    Anfang der 1930er Jahre fanden sich die deutschen Kriegsheimkehrer nicht in der Heroisierung des Militärischen wieder und sahen in Remarques Werk gegensätzliche Erfahrungen bestätigt. Genauso stark abweichend empfinden heute viele DvS-Leser ihre Erfahrungen von den Ansichten der Medien und den dort propagierten Leitbildern.


  17. Cover des Buches Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld (ISBN: 9783734102646)
    B.A. Paris

    Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld

     (92)
    Aktuelle Rezension von: uli1075

    Eine naive Frau, die bei regendem Wetter an einem "liegengebliebenen" Auto nicht stehenbleibt, sondern weiterfährt und diese Frau später tot ist.

    An manchen Stellen zog sich das Buch. Die Idee der Geschichte ist gut und das Ende erwartet und unerwartet gleichzeitig. 

    Wenn etwas gesucht wird, was gut zu lesen, aber nicht sehr gruselig ist, ist das Buch sehr geeignet.

  18. Cover des Buches Feminist Fight Club (ISBN: 9783404609758)
    Jessica Bennett

    Feminist Fight Club

     (11)
    Aktuelle Rezension von: mrs-br
    Dieses Buch ist für mich wirklich schwer zu bewerten. Neben zahlreichen Tipps, die uns allen im Job und insbesondere beim Verhandeln helfen können, wurde meiner Meinung nach die Denkweise des Feminismus verfehlt. Im Feminismus geht es um die Gleichberechtigung zwischen unterschiedlichen Geschlechtern, Glaubensrichtungen, Hautfarben usw. und in diesem Werk wurde sehr auf den "bösen Männern" rumgehakt. Ich denke auch, dass dieses Buch einfach zu der Situation in Deutschland nicht wirklich passt. Ich weiß es nicht genau, aber ich denke, dass die Gleichberechtigung in Amerika noch weit hinter der in Deutschland liegt. Die extremen Unterschiede bei Mann und Frau, die hier dargestellt werden, werden wir alle wohl kaum antreffen. Es kann sein, dass ich mich Irre und jemand auch hier ihn Deutschland Szenarien, die hier beschrieben wurden erlebt hat, aber die Frauen, die ich kenne eher nicht. Einfach, weil hier der Fokus auf den "bösen Mann" lag, kann ich nur 3 Sterne geben.
    Deswegen wird auch kein Blogbeitrag zu diesem Buch erscheinen.
  19. Cover des Buches Nerd Attack! (ISBN: 9783421045096)
    Christian Stöcker

    Nerd Attack!

     (22)
    Aktuelle Rezension von: bicyclist
    Die Geschichte meiner IT Vergangenheit. Das Buch koennte in weiten Teilen eine Dokumentation meines eigenen Aufwachsens mit Computern sein. Klare Leseempfehlung fuer alle, die verstehen wollen, wie die gesamte digitale Kultur entstanden ist.
  20. Cover des Buches Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (ISBN: 9783551556981)
    Joanne K. Rowling

    Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

     (959)
    Aktuelle Rezension von: Isika0510

    Ich liebe die Tierwesen und find es schön dass man so mehr darüber lesen konnte !

  21. Cover des Buches Fire and Fury: Inside the Trump White House (ISBN: 9781250158062)
    Michael Wolff

    Fire and Fury: Inside the Trump White House

     (9)
    Aktuelle Rezension von: vormi
    Es ist das Enthüllungsbuch, das die Präsidentschaft von Donald Trump erschüttert: Michael Wolffs "Feuer und Zorn" ist ein eindrucksvolles Sittengemälde der amerikanischen Politik unter Trump. Im Mittelpunkt ein Präsident, den seine Mitarbeiter wie ein kleines Kind behandeln, und der umgeben ist von Inkompetenz, Intrigen und Verrat. 

    Der Bestseller-Autor Wolff beschreibt das Chaos, das in den ersten Monaten im Weißen Haus geherrscht hat, er enthüllt, wie nah die Russland-Verbindung an Trump herangerückt ist und wie es zum Rauswurf des FBI-Chefs Comey kam. Und er liefert erstaunliche Details über das Privatleben dieses Präsidenten. 

    Über zweihundert Interviews hat Wolff mit den engsten Mitarbeitern des US-Präsidenten geführt, darunter auch der ehemalige Chef-Berater Stephen Bannon: Noch nie ist es einem Journalisten gelungen, das Geschehen im Weißen Haus so genau nachzuzeichnen. Herausgekommen ist das einzigartige Porträt eines Präsidenten, der selbst nie damit gerechnet hat, die Wahl zu gewinnen.
    Inhaltsangabe auf amazon

    Ich hatte mir das englische Originalbuch gleich kurz nach Erscheinen runtergeladen. Mein englisch ist ok, aber viele Kleinigkeiten entgehen mir dann doch. So habe ich mir das Hörbuvh noch zusätzlich bei audible runtergeladen, als es dann auf deutsch rauskam. Das habe ich mir dann mit Genuß angehört und mich gefreut, wie viel ich vom Original verstanden habe. Aber, wie schon gesagt, so manche sprachliche Finesse bleibt mir dann doch verborgeb.
    Zum Inhalt selbst -Man schwankt ständig zwischen Horror und lautem Loslachen.
    Man ist einfach nur entsetzt, dass man fast alles glaubt und sich sehr gut vorstellen kann, wie es in einem Weißen Haus unter Trumps Regierung zugehen mag. Mit den ganzen Grabenkämpfen und Scharmützeln.
    Wenn auch nur 20% stimmen, dann kann einem echt Angst und Bange werden.

    Obwohl, das war es mir auch schon ab dem Moment, als ich von seinem Wahlsieg erfahren habe. Denn bis dahin war es für mich komplett ausgeschlossen, dass ihn wirklich ernsthaft irgebdjemand wählen könnte.
    Aber, nach dem Buch weiß ich nun, es ging selbst dem Trump-Wahlkampf-Team nicht anders...unglaublich.
    Das ist übrigens das Wort, das man gefühlt alles 30 Sekunden denkt...mindestens, wenn nicht öfter...
    Gerade erst hat Trump ja mal wieder bewiesen, wie er tickt, so dass es normal denkenden Menschen gruselt - Lehrer bewaffnen um das nächste Schul-Massaker zu verhindern???Sag ich ja - einfach unglaublich...kopfschüttel
  22. Cover des Buches Auch Deutsche unter den Opfern (ISBN: 9783462042245)
    Benjamin v. Stuckrad-Barre

    Auch Deutsche unter den Opfern

     (34)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne
    Er trifft es einfach auf den Punkt. Stuckrad-Barre kommentiert, glosst, kolumniert und reportagt sich durch die deutsche Alltagswelt und schafft es, zu all den Dingen, zu denen man sich auch selbst so seine Gedanken macht, den Nagel auf den Kopf zu treffen. Ob nun zu diversen Wahlwerbeveranstaltungen, zu den Dienstreisen der Kanzlerin, zum Deutschen Fernsehen oder all den Medien-Hypes, die keine sind. Er findet die richtigen Worte. Hunderte Sätze, wie in Stein gemeißelt, finden sich in dieser Sammlung, jeden möchte man mit Edding an eine Wand malen, oder sich zumindest merken und nur selten gelingt es. Gerade deshalb, ist dieses Potpourri auch nach dem ersten Lesen immer wieder einen Blick wert. Sicher finden sich unter so vielen Texten auch einige, die das hohe Niveau der Highlights nicht so ganz mitgehen können, aber alles in allem ist das wirklich ein herausragendes Buch eines herausragenden Autoren/Journalisten/Sprachkünstlers. Stuckrad-Barre war schon Ende der 90er, Anfang der 00er-Jahre, richtig großartig, hatte dann so einen kleinen Hänger, aber hiermit ist er wirklich wieder da und wieder so gut wie zu besten Zeiten. Beeindruckend auch seine „Liebeserklärung“ an Udo Lindenberg anlässlich dessen Comebacks. Nach solch einem Text will man sofort alle Platten Lindenbergs hören und wenn ein Autor so etwas schafft, dann ist er wohl ein guter, da beißt die Maus keinen Faden ab.
  23. Cover des Buches BFG. Big Friendly Giant (ISBN: 9783499217562)
    Roald Dahl

    BFG. Big Friendly Giant

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Babajaga
    [Kinderbuch] Roald Dahl – Big Friendly Giant (Sophiechen und der Riese)

    Das Buch

    Autor: Roald Dahl
    Titel: Big Friendly Giant
    erschienen: 24.06.2016
    Verlag: Rowohlt Taschenbuch
    Genre: Kinderbuch
    ISBN: 978-3-499-21756-2

    Es handelt sich bei diesem Buch um eine Sonderausgabe „Buch zum Film“ und ich habe es zufällig in einer Kiste mit Mängelexemplaren entdeckt. Mir gefiel der Klappentext und deshalb habe ich es ohne lange zu zögern mitgenommen.

    Worum geht es?

    Der GuRie bringt den Kindern Träume. Eines Nachts beobachtet ihn Sophiechen dabei zufällig, weil sie nicht schlafen kann und aus dem Fenster schaut. Weil der GuRie meint, dass Sophiechen ihn verraten könnte, nimmt er sie kurzer Hand mit in sein Riesenland. Hier treffen sie auch auf andere Riesen. Die jedoch sind keine guten Riesen, sondern ernähren sich von „menschlichen Leberwesen“. Sophiechen überredet den GuRie dazu, dass sie die englische Königin um Hilfe bitten sollten um diesem Spuk ein Ende zu setzen.

    Figuren

    Hauptsächlich spielt die Geschichte zwischen dem GuRie und Sophiechen. Sie reden viel miteinander. Einerseits erzählt der GuRie Sophiechen von sich und andererseits sie ihm von sich. Dabei stellt sich z.B. heraus, dass der GuRie zwar nie eine Schule besucht hat, aber dennoch lesen und schreiben kann – nicht besonders gut und vor allem nicht wirklich richtig, aber er hat es sich selbst beigebracht. Daraus resultiert, dass der Riese viele Wörter verdreht und falsch ausspricht und Sophiechen erst einmal heraus finden muss, was er tatsächlich meint.
    Die beiden mögen sich und werden Freunde. Sophiechen ist auch gar nicht wirklich traurig darüber, dass sie nun beim GuRie leben soll, statt länger im Waisenhaus, in dem sie sich nie wirklich wohl gefühlt hat. Außerdem erzählt der GuRie Sophiechen von seinem größten Geheimnis – nämlich woher er seine Träume hat und eines Tages zeigt er ihr sogar, wie er sie fängt und dann in die Kinderzimmer bringt. Er vertraut Sophiechen also.
    Der GuRie erzählt Sophiechen auch, wovon sich die anderen Riesen ernähren – nämlich von menschlichen Leberwesen. Darüber ist Sophiechen entsetzt. Der GuRie hält das für normal, er kennt es ja nicht anders, obwohl er dies nicht tut, weil er es schrecklich findet. Durch Sophiechen ändert sich sein Blickwinkel auf die Normalität dessen und gemeinsam schmieden sie einen Plan, wie sie dem ein Ende setzen können.
    Sophiechen und der GuRie sind eindeutig Sympathieträger. Ich mochte die beiden vom ersten Moment an, selbst wenn es bisweilen recht anstrengend war, die Sätze des GuRie zu lesen.

    Schreibstil

    Der Schreibstil von Roald Dahl ist geeignet für Kinder. Die Sätze sind kurz. Allerdings hatte ich ein bisschen meine Zweifel, ob ein Kind, dessen Wortschatz noch nicht so ausgeprägt ist, die verdrehten Buchstaben und Wörter tatsächlich richtig einordnen kann. Beim Vorlesen mag das noch gehen, da der Vorlesende die Dinge erklären kann. Wenn jedoch ein Kind selbst liest, könnte dies vielleicht zu Verwirrung führen. Manchen Satz musste ich mehrmals lesen und mir die Aussprache selbst anhören um heraus zu finden, was tatsächlich gemeint sein könnte. Aber davon abgesehen, sollte es auch einem nicht so geschulten Leser leicht fallen, den Text zu erfassen.

    Eignung für kleinere Kinder

    Hin und wieder habe ich mich gefragt, ob die erzählte Geschichte vielleicht zu grausam sein könnte. Immerhin werden von den Riesen kleine Kinder aus dem Kinderheim gefressen. Ihre Knochen findet man am nächsten Tag unter ihren Fenstern. Zart besaitete Kinder könnten hier vielleicht ihre Schwierigkeiten haben, wenn sie noch nicht realisieren können, dass dies nur eine Geschichte ist. Aber andererseits sind Grimms Märchen ja auch nicht immer nur feinfühlig geschrieben. Insofern denke ich, hier muss jedes Elternteil selbst entscheiden, ob das eigene Kind damit umgehen kann oder nicht.

    Setting

    Das Riesenland mit den blauen Bergen und der kargen Landschaft konnte ich mir gut vorstellen. Schön beschrieben fand ich auch, wie die kleine Sophie sich in der Höhe des Riesen gefühlt haben muss, in der ja alles 4x so groß ist, wie in der ganz normalen Welt. Und der GuRie ist ein kleiner Riese. Die anderen sind noch viel größer.
    Besonders mochte ich, dass die englische Königin Sophiechen und dem GuRie zugehört hat und danach auch aktiv wurde. Zwar kam mir das alles völlig unwirklich vor, aber wohl gerade deshalb hat es mir so gut gefallen. Der Autor hat ihr so eine mütterliche Art gegeben, den man sich so gar nicht vorstellen kann, wenn man sich die Bilder aus dem Fernsehen vor Augen führt.

    Fazit

    Roald Dahl erzählt eine Geschichte von Freundschaft und Mut, von Vertrauen und davon, dass diese Eigenschaften am Ende über das Böse siegen. Damit ist diese Geschichte in meinen Augen ein klassisches Märchen. Allerdings gibt es durchaus grausame Passagen, bei denen ich nicht weiß, ob sie für jedes Kind geeignet sind. Auch könnte die Sprechweise des GuRie für Kinder schwierig zu lesen sein. Alles in allem ein kurzweiliges Vergnügen, bei dem ich hin und wieder schmunzeln konnte. 3 von 5 Sternen.
  24. Cover des Buches Für jede Lösung ein Problem (ISBN: 9783431039498)
    Kerstin Gier

    Für jede Lösung ein Problem

     (1.556)
    Aktuelle Rezension von: Lenny

    Da ich sooo lange nichts von Kerstin Gier gelesen habe, war ich sehr glücklich, als mir dieses Buch in die Hände fiel! Ich vermisse sie und hoffe, dass es bald ein Neues Buch von ihr gibt!

    Erstaunlicherweise hat mir das Hörbuch nicht gefallen, aber es ist auch ein sehr trauriges Thema  und die Autorin schreibt lustige Bücher!

     Dieses Buch ist soooo niedlich! Die Abschiedsbriefchen stecken in kleinen bunten Umschlägen und sind im ganzen Buch verteilt! Ich liebe es! Die Geschichte ist auch genial. Im Schlusswort nimmt die Autorin auch Stellung, dass ihr der Ernst des Themas bewusst ist! 

    Also hier nicht das Hörbuch, sondern das Buch kaufen!!! Es lohnt sich! 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks