Bücher mit dem Tag "menschenjagd"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "menschenjagd" gekennzeichnet haben.

32 Bücher

  1. Cover des Buches AchtNacht (ISBN: 9783948856144)
    Sebastian Fitzek

    AchtNacht

    (1.607)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Unbekannte haben im Internet eine Jagd-Lotterie ins Leben gerufen. Jeder kann für eine Gebühr von 10 € den Namen einer Person einreichen, der man den Tod wünscht. Am 08.08. wird dann um 20:08 Uhr ein Name ausgelost und die betreffende Person bis zum nächsten Morgen als vogelfrei erklärt. Wem es gelingt diese Person zu töten dem winkt eine Fangprämie in Höhe von 10 Mio. €. Für Ben beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod als er erfährt, dass er ausgelost worden ist. In der ebenfalls nominierten Arezu findet Ben eine Verbündete...

    Meine Meinung:

    Ich mag den Film „The Purge“ und habe mich daher auf dieses Buch gefreut, das ihn als Inspirationsquelle genutzt hat. Was ich toll finde ist die Tatsache, dass dem Buch zwar die gleiche Idee zugrunde liegt, aber gleichzeitig jede Menge neue Einfälle eingebracht wurden. Das Buch ist keinesfalls eine blasse Kopie des Films und punktet mit vielen überraschenden Wendungen.

    Das Erzähltempo ist hoch und das Buch ist ein richtiger Pageturner in dem viel passiert, weshalb man es in kürzester Zeit gelesen hat. Man fiebert sehr mit Ben mit (und auch mit Arezu) und hofft, dass er heil davonkommt. Die Spannung wird über das ganze Buch hinweg aufrechterhalten, weil Bens Leben immer wieder in höchster Gefahr ist. Außerdem stellen sich folgende Fragen, die einem mit Interesse dabeibleiben lassen: Wer hasst Ben so sehr, dass er ihn zur Jagd-Lotterie angemeldet hat? Wer hat die Jagd-Lotterie ins Leben gerufen? Wird es gelingen den Drahtziehern der Jagd-Lotterie auf die Spur zu kommen und ihnen das Handwerk zu legen?

    Sehr gut hat mir die Idee gefallen, dass der Handlungsschauplatz anders als in „The Purge“ kein von einem Unrechtsregime regiertes Land ist und sich das Geschehen nicht in der Zukunft, sondern sich stattdessen im Deutschland der Gegenwart abspielt. Das macht alles noch bedrückender und man wird dadurch zum Nachdenken angeregt.

    Dieser Thriller punktet nicht „nur“ mit spannenden Entwicklungen und Action, sondern es geht nebenbei auch um ein ernstes und aktuelles Thema. Es geht darum wie schnell sich Fake News verbreiten und wie schwer sie sich eindämmen lassen. Das wird sehr eindrücklich beschrieben. Die Falschmeldung, dass die Jagd-Lotterie von der Bundesregierung genehmigt wurde wird zwar glücklicherweise nicht von allen Menschen geglaubt, aber selbst wenn statistisch betrachtet nur 5 % der Bevölkerung extrem für Fake News anfällig sind wären das in einem Land wie Deutschland immer noch vier Millionen Menschen vor denen Ben sich in Acht nehmen muss. Einmal in der Welt können Fake News ein Eigenleben entwickeln:

    „Eine Lüge, ein Gerücht, die sensationelle Falschmeldung. All das verbreitete sich wie eine Epidemie, steckt die Menschen an und springt von Empfänger zu Empfänger. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Erkrankten, deren Seeleninfiziert sind, ihre Krankheit nur selten wahrnehmen. Aber der Like unter dem peinlichen Kinderfoto, mit dem der Klassennerd gemobbt wird, kann noch tödlicher sein als Ebola. Wenn auch nicht für den, der sich von dem Hass im Netz anstecken lässt. Aber für den, der die Zielscheibe ist.“ (S. 168/169)

    Außerdem wird aufgezeigt wie aus einer Ansammlung von Individuen ein aggressiver Mob werden kann und auch das ist ziemlich erschreckend und stimmt nachdenklich.

    Warum habe ich trotzdem nur 3 Bewertungssterne vergeben?

    Leider hatte dieses Buch für mich neben den genannten Stärken auch einige entscheidende Schwächen. Ich konnte nur bedingt nachvollziehen, dass Ben am Anfang nicht direkt zur Polizei gegangen ist als er erfahren hat, dass er von der Jagd-Lotterie als Opfer ausgelost wurde. Aber das allein hätte ich noch verzeihen können, da es nun einmal die Voraussetzung für den folgenden Wettlauf auf Leben und Tod gewesen ist. Leider gab es dann im weiteren Verlauf aber noch so einige weitere Aspekte, die mich ein bisschen gestört haben und die ich nicht so ganz überzeugend fand…

    Einige Dinge waren mir zu konstruiert. Bestes Beispiel ist die Auflösung des Rätsels wer denn nun eigentlich den armen Ben für die AchtNacht nominiert hatte. Das war sehr überraschend und einfallsreich, aber ich fand es nicht zu 100% glaubwürdig, dass Ben das erst zu einem so späten Zeitpunkt herausfindet. Für die, die es genauer wissen wollen (ACHTUNG SPOILER): Ben wir plötzlich von der Erinnerung eingeholt, dass er sich selbst nominiert hat, weil er Schuldgefühle bzgl. des Autounfalls hat. Daran hat er sich zuvor nicht erinnert, weil er an dem besagten Abend sehr betrunken gewesen ist und einen Filmriss hatte.

    Zudem gibt es den einen oder anderen Handlungsstrang, der zwar für zusätzliche Spannung sorgt, aber zugleich auch dafür sorgt, dass die Geschichte insgesamt dann doch etwas zu überladen und übertrieben daherkommt. Die beklemmende Szene mit der Prostituierten und der Handlungsstrang rund um den Gewaltexzesse fürs Darknet filmenden Dash waren mir ein bisschen zu viel. Für mich waren das etwas zu gewollt wirkende Versuche noch mehr aufsehenerregende Szenen in die auch so schon spannende Handlung einzubauen.

    Ich finde außerdem, dass es besser gewesen wäre, wenn der Autounfall, den Ben verursacht hat eine andere Ursache gehabt hätte. ACHTUNG SPOILER: Ben hat das Lenkrad verrissen, weil seine Tochter während der Fahrt von einem weiteren Mitfahrer begrapscht wurde. Da Bens Tochter später nur vage Erinnerungen an die Sekunden vor dem Unfall hat weiß sie nur noch, dass sie angefasst wurde, aber nicht mehr von wem. Deshalb verdächtigen einige Leute Ben statt des eigentlichen Täters und Ben kann seine Unschuld nicht beweisen, weil sich seine Tochter sich nicht erinnert und somit nur Bens Aussage gegen die des Täters steht. Dieses Drama war mir zu bedrückend und mir wäre es lieber gewesen, wenn man das aus dem Buch gestrichen hätte. Eine andere Unfallursache hätte ich besser gefunden. Es war einfach schrecklich wie Ben zu Unrecht verdächtigt wurde seine Tochter angefasst zu haben und keine Möglichkeit hatte die Zweifel an seiner Unschuld auszuräumen. 

    Vor allem aber hatte ich mit dem Ende Probleme. Es werden zwar alle offenen Fragen beantwortet, aber auch hier wirkte einiges auf mich zu konstruiert und zu erzwungen. So erfährt man beispielsweise, dass Arezu unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet, aber wie sich diese Erkrankung bei ihr zeigt war mir etwas zu klischeehaft und kam mir nur bedingt authentisch vor. Außerdem finde ich es gar nicht gut, dass Ben am Ende seinen eigenen Tod vortäuschen muss, weil die Öffentlichkeit ihn des Mordes, Totschlags und sexuellen Missbrauchs für schuldig hält. Er ist zwar unschuldig, aber er wird das nie beweisen können und will seine Tochter durch seinen vorgetäuschten Tod schützen. Seine Tochter hat aber wirklich schon genug mitgemacht und ich finde es trotz Bens guter Absicht nicht in Ordnung, dass er sie in dem Glauben lässt er sei gestorben. Zu allem Überfluss ist Ben außerdem am Ende querschnittsgelähmt. All das zusammen hat dafür gesorgt, dass ich das Ende insgesamt zu deprimierend und hoffnungslos fand. Die Ungerechtigkeit unter der Ben zu leiden hat ist einfach nur furchtbar und nicht so leicht auszuhalten. Vor allem aus diesem Grund würde ich das Buch kein zweites Mal lesen.

    Fazit:

    Das Buch ist ein Pageturner, den man in kürzester Zeit gelesen hat. Ich fand zwar einige Dinge etwas übertrieben und einiges war mir zu konstruiert bzw. wirkte mir etwas zu gewollt, aber ich hatte nichtsdestotrotz eine gute Zeit mit dem Buch und habe es insgesamt gerne gelesen. Aufgrund der bereits erläuterten Schwachstellen, die das Buch meiner Meinung nach hat, würde ich es aber nicht noch einmal lesen. Vor allem mit dem Ende konnte ich mich nicht anfreunden. 

    Ich werde trotzdem noch anderen Büchern des Autors eine Chance geben, weil ich u. a. auch schon „Mimik“ von ihm gelesen habe und das war für mich ein 5-Sterne-Buch, das mir richtig gut gefallen hat.

  2. Cover des Buches ZERO - Sie wissen, was du tust (ISBN: 9783734100932)
    Marc Elsberg

    ZERO - Sie wissen, was du tust

    (633)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones kann man sich nicht verstecken …

    Der Schreibstil ist interessant und packend ab der ersten Seite. Im Verlauf der Geschichte werden mehrere Charaktere begleitet, man muss etwas bei der Sache sein, um jeweils die Hintergründe und Beziehungen untereinander präsent zu haben. Dafür erfährt man aber viel über die Motive der jeweiligen Personen.

    Häppchenweise erfährt man mehr über die wahren Motive von Freemee, wenige Fragen werden beantwortet, viele neue tauchen auf. Die Spannung hält sich über das ganze Buch.

    Das Thema ist hochaktuell und nicht weniger beängstigend. Dass Grosskonzerne unsere Daten munter sammeln, verwerten und verkaufen ist ja bekannt. Auch dass sie uns entsprechend manipulieren (können). Hier dann zu lesen, was alles daraus resultieren kann, ist erschreckend.

    Zero agiert als Organisation im Hintergrund, welche die Menschen auf die Wichtigkeit ihrer Privatsphäre aufmerksam machen will.

    Äusserst realitätsnah, erschreckend und spannend!

  3. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

    (779)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Moskau, 1953: Die Welt von MGB-Offizier Leo Demidow gerät ins Wanken als er unter dramatischen Umständen damit konfrontiert wird wie schrecklich ungerecht und fehleranfällig das sowjetische Justizsystem sein kann. Leo wird in Geschehnisse hineingezogen, die ihn und seine Frau Raisa in höchste Lebensgefahr bringen und die Leos unbedingten Glauben an den sowjetischen Staat zutiefst erschüttern. Es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod, denn ein Serienmörder treibt seit Jahren sein Unwesen und Leo und Raisa sind die einzigen, denen es gelingen könnte der Mordserie ein Ende zu setzen…

    „Diese ganzen Morde sind entweder falsch aufgeklärt, vertuscht oder auf irgendwelche Geisteskranken, politische Gegner, Betrunkene und Herumtreiber geschoben worden. Sie sind nie miteinander in Verbindung gebracht worden.“ (S. 355)

    Meine Meinung:

    Selten hat mich ein Buch so positiv überrascht, denn es ist viel mehr als „nur“ ein spannender Thriller. Es entfaltet sich zugleich eine Geschichte mit unglaublich großer emotionaler Wucht, die in Erinnerung bleibt und die nachhallt. Neben aufregenden, spannenden und düsteren Momenten sind es vor allem die vielen dramatischen, bewegenden, berührenden, emotionalen und nachdenklich stimmenden Momente, die ich extrem mitreißend fand und die mich nicht so schnell losgelassen haben. Nebenbei lässt das Buch vergangene Zeiten und historische Ereignisse lebendig werden. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. 

    Die Ermittlungen zu den Serienmorden werden sehr fesselnd erzählt. Der Schlüsselmoment in dem Leo realisiert, dass eine Vielzahl von Morden einem einzigen Täter zuzurechnen ist, sorgt für ordentlich Gänsehaut. Es ist nämlich klar, dass der Täter noch immer sein Unwesen treibt und zudem für einige der Morde unschuldige Menschen verurteilt wurden, weil man auf diese Weise unerwünschte Personen wie etwa politische Gegner, Landstreicher oder Leute mit psychiatrischen Problemen loswerden konnte. Es wird sehr spannend und mitreißend erzählt wie Leo und Raisa in einem verzweifelten und gefährlichen Wettlauf gegen Zeit darum kämpfen den Mörder zu stoppen. Ich wollte unbedingt wissen wer der Mörder ist und wie ihm die beiden auf die Spur kommen. Die Enthüllung der Identität des Mörders und seines Motivs fand ich absolut gelungen und sie kam für mich vollkommen unerwartet.

    Eine ganz große Stärke dieses Buches ist der tolle und interessante Protagonist: Leo macht im Laufe der Geschichte eine bemerkenswerte persönliche Veränderung durch. Er wird sehr vielschichtig charakterisiert und man lernt sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen kennen. Es ist sehr bewegend und interessant zu verfolgen wie er sich zum Positiven verändert. Dabei wird außergewöhnlich gut beschrieben wie einige sehr dramatische und einschneidende Erlebnisse Leos persönliche Einstellung und sein Denken über bestimmte Themen grundlegend verändern. Leo beginnt die Methoden des sowjetischen Staats zu hinterfragen und es wird ihm bewusst wie ungerecht und fehleranfällig das System sein kann und welche erschreckenden Schattenseiten es gibt. Diese Wandel in Leos Denken wird sehr glaubwürdig beschrieben. Gleichzeitig lernt man neue Seiten an Leo kennen, die beweisen, dass er ein gutes Herz hat. Leo geht große Risiken ein um für das Gute zu kämpfen und um für Gerechtigkeit zu sorgen. Das hat dafür gesorgt, dass ich ihn mit der Zeit richtig liebgewonnen habe und sehr mit ihm mitgefiebert habe.

    Die Liebesgeschichte zwischen Leo und Raisa ist wunderschöne, sehr emotional und rührend. Ihre Wiederannährung und zweite Chance werden gefühlvoller beschrieben und gehen mehr zu Herzen als in so manch anderem Buch ein erstes Kennenlernen bzw. der Anfang einer Beziehung. Die äußeren Umstände führen dazu, dass Leo und Raisa einander zum ersten Mal ebenbürtig sind und Raisa sich traut mit Leo offen über ihre Gefühle und insbesondere ihre Ängste zu sprechen. Erst als einige sehr schmerzhafte Wahrheiten zwischen den beiden ausgesprochen sind können sie beginnen nach vorne zu blicken. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen zu den Serienmorden geben die beiden ein richtig gutes Team ab. Die dramatischen und gefährlichen Geschehnisse, die sie gemeinsam durchmachen sorgen dafür, dass sie beginnen einander zu vertrauen und feststellen, dass sie sich auf die bedingungslose Unterstützung des anderen verlassen können. Außerdem wird sehr schön beschrieben wie die beiden im Laufe der Geschichte neue Seiten aneinander entdecken und wie eine zuvor nie dagewesene emotionale Nähe zwischen ihnen entsteht.

    Die Schattenseiten des sowjetischen Justizsystems werden einem gnadenlos und in allen schrecklichen Einzelheiten vor Augen geführt. Vieles fand ich erschreckender als so manche Horrorgeschichte, weil einem klar ist, dass es solche Zustände tatsächlich gegeben hat und nicht bloß alles der Vorstellungskraft des Autors entsprungen sind. Hier ein paar Zitate bzgl. der damals vorherrschenden Prinzipien der Polizeiarbeit, die für sich sprechen:

    BESSER, ZEHN UNSCHULDIGE LEIDEN, ALS EIN SPION ENTKOMMT. Er hatte eine eiserne Grundregel ihrer Arbeit missachtet: dass man zunächst immer einmal von der Schuld des Betreffenden ausging. (S. 53)
    EIN AGENT MUSS SEIN HERZ ZUR GRAUSAMKEIT ERZIEHEN. […] Grausamkeit war eine Tugend. Grausamkeit war etwas, wonach zu streben sich lohnte. Grausamkeit war der Schlüssel zum perfekten Staat. (S. 127)
    Nach unserem Rechtssystem werden auch sämtliche Familienmitglieder eines Verurteilten zur Rechenschaft gezogen. Die Verwandtschaft macht uns mitschuldig. (S. 151)
    Das Überleben ihres politischen Systems rechtfertigte alles. Das Versprechen eines goldenen Zeitalters, wo es solche Brutalitäten nicht mehr gab, wo alles im Überfluss vorhanden und Armut nur noch eine vage Erinnerung wäre, rechtfertigte alles. (S. 99)

    Man spürt richtig wie groß das gegenseitige Misstrauen in der Gesellschaft gewesen ist und wie extrem angsteinflößend der Staatsapparat für die Menschen war. Es lässt einem erschaudern wie der sowjetische Staat seine Bürger durch Angst unter Kontrolle gehalten hat und schon Kinder mit politischer Indoktrination und Einschüchterung in den Fokus genommen wurden. Schon winzige Kleinigkeiten reichten um wegen konterrevolutionärer Umtrieben und Spionage schuldig gesprochen zu werden. Manchmal genügte nur ein einziger unbedachter Satz zur falschen Person, denn Denunziation war weitverbreitet. War man erst einmal verhaftet gab es so gut wie keine Hoffnung mehr, die eigene Unschuld zu beweisen, denn oft wurden Geständnisse unter Folter erzwungen. Dementsprechend waren die Hinrichtungsraten unvorstellbar hoch. Das führt einem vor Augen wie gut man es heutzutage hat, wenn man in einer Demokratie lebt und auf Meinungsfreiheit und Rechtstaatlichkeit vertrauen kann.

    Es gibt in diesem Buch noch eine ganze Reihe weiterer Szenen, die mir unglaublich nahegegangen sind, weil Probleme aufgezeigt werden, die damals wirklich bestanden haben. So bekommt man u.a. einen Einblick in die schrecklichen Zustände die damals in vielen Waisenhäusern herrschten. Zudem fand ich es zutiefst traurig wie man damals mit homosexuellen Menschen umgegangen ist. Ganz besonders erschütternd fand ich außerdem den Rückblick in die 1930er-Jahre, der einem in die Ukraine zu Zeiten des Holodomor versetzt (= vom sowjetische Staat verursachte Hungersnot, die mehr als eine Million Ukrainer das Leben kostete). Das damalige Elend, die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit werden schonungslos und sehr eindringlich geschildert. 

    Trotz vieler bedrückender und trauriger Geschehnisse, die einem betroffen machen, gibt es aber zugleich auch einige schöne und hoffnungsvolle Momente. Das gilt auch für das Ende des Buches: Nach einem dramatischen Showdown gibt es herzerwärmende Momente, die einem dann doch noch mit einem positiven Gefühl zurücklassen.

    Zudem hat das Buch eine hoffnungsvolle und zu Herzen gehende Botschaft: Es kann sich lohnen Widerstand zu leisten und für das Gute einzutreten. Außerdem findet man Verbündete und Freunde manchmal zu einer Zeit und an einem Ort an dem man es am wenigsten erwartet hätte. Man sollte den Glauben an das Gute in seinen Mitmenschen nie aufgeben.

    Vergleich mit der Verfilmung „Kind 44“ (2015):

    Es wurden mit Tom Hardy, Gary Oldman und Noomi Rapace sehr gute Schauspieler gecastet, die die Charaktere aus dem Buch auf gelungene Weise lebendig werden lassen. Der Film trifft den Kern des Buches.

    Im Vergleich mit dem Buch fällt aber auf, dass im Film ein paar Dinge verändert bzw. weggelassen wurden. So erfährt man z. B. nichts über Leos Kindheit und der Mörder ist nicht Leos Bruder. Außerdem wurden einige Dinge weit oberflächlicher behandelt. Das gilt insbesondre für Leos persönliche Veränderung, die sich im Film zu schnell vollzieht. Zudem ist der historische Hintergrund im Buch sehr viel detaillierter und man erfährt im Buch z. B. viel mehr über die Schattenseiten des sowjetischen Staatsapparats und des Justizsystems. Das kann man dem Film aber verzeihen, denn in einen etwa zweistündigen Film kann man eben nur eine begrenzte Menge an Handlung und Hintergrundinfos hineinpacken. Dieses „Problem“ haben eigentlich alle Literaturverfilmungen.

    Trotz der genannten Schwächen finde ich die Verfilmung insgesamt gelungen und empfehlenswert.

    Fazit:

    Dieses Buch war eine riesengroße positive Überraschung. In diesem Buch steckt so viel mehr als ich erwartet hatte. Die Mischung aus spannenden, dramatischen, düsteren, traurigen, emotionalen und herzerwärmenden Momente ist unglaublich mitreißend. Diese Geschichte ist sowohl unterhaltsam als auch nachdenklich stimmend und ist keine, die man so schnell vergisst. Ich werde auf jeden Fall dem zweiten Band auch noch eine Chance gaben.

    Zum Schluss noch ein besonders rührendes Zitat aus dem Buch:

    [Raisa:] „Leo? Ich habe noch ein Geheimnis. Ich habe mich in dich verliebt.“ [Leo:] „Ich habe dich immer schon geliebt.“ (S. 261)
  4. Cover des Buches Trophäe (ISBN: 9783552076471)
    Gaea Schoeters

    Trophäe

    (347)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Trophäe von Gaea Schoeters ist ein 2020 erschienener literarischer Roman, der auf provokante Weise Fragen nach Macht, Privilegien und dem Wert eines Lebens aufwirft. Die Autorin verknüpft die Themen Jagd, Kolonialismus und Moral zu einer Geschichte, die ebenso faszinierend wie verstörend ist.

    Im Mittelpunkt steht der wohlhabende amerikanische Grosswildjäger Hunter White, der nach Afrika reist, um eine begehrte Jagdtrophäe zu erlegen. Was zunächst wie die Geschichte eines passionierten Jägers beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer Auseinandersetzung mit den Grenzen menschlicher Moral. Die Handlung nimmt dabei eine Richtung, die Leserinnen und Leser immer wieder herausfordert.

    Für mich war die Lektüre besonders interessant, weil ich als Jägerstochter mit der Jagd in der Schweiz aufgewachsen bin. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit der Jagd, wenn sie gesetzeskonform und respektvoll gegenüber den Tieren ausgeübt wird. Umso spannender war es, einen Roman zu lesen, der dieses Thema auf eine völlig andere Ebene hebt. Gerade die späteren Entwicklungen haben bei mir grosses Unbehagen ausgelöst und mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Ich stellte mir ständig die Frage, wo die moralischen Grenzen verlaufen und weshalb wir bestimmte Formen der Jagd akzeptieren, andere jedoch kategorisch ablehnen.

    Besonders beeindruckt hat mich die intensive Sprache. Die Naturbeschreibungen sind so plastisch, dass man die Landschaften, Geräusche und Gerüche beinahe selbst wahrzunehmen glaubt. Gleichzeitig erzeugt die Autorin eine stetig wachsende Spannung, die einen nicht mehr loslässt.

    Trophäe ist kein Wohlfühlroman, sondern ein Buch, das provozieren will. Wer sich gerne auf moralisch anspruchsvolle Literatur einlässt und bereit ist, eigene Überzeugungen zu hinterfragen, wird hier eine eindrückliche und nachhaltige Leseerfahrung finden.





  5. Cover des Buches Das Spiel – Es geht um Dein Leben (ISBN: 9783328107859)
    Jan Beck

    Das Spiel – Es geht um Dein Leben

    (264)
    Aktuelle Rezension von: Benni91

    „Das Spiel“ von Jan Beck ist Band 1 einer Thrillerreihe, welche sich um die Europol-Ermittler Inge Björk und Christian Brand dreht. Diese untersuchen den Tod einer Joggerin, die allem Anschein nach brutal misshandelt wurde. In diesem Kontext scheinen auch unheimliche Skorpion-Tattoos eine zentrale Rolle zu spielen, die unter UV-Licht markant leuchten und Personen markieren bzw. Identifizieren, auf deren Tod eine Belohnung ausgesetzt ist. Dabei werden alle Hemmungen über Bord geworfen. Der Journalist Werner Krakauer, der unheilbar erkrankt ist, schleicht sich in das Spiel ein und versucht dieses von innen heraus zu zerstören. Dabei begibt er sich selbst in höchste Gefahr. Und auch Björk und Brand geraten im Rahmen ihrer Ermittlungen in das Spiel hinein…. 

    Die Geschichte ist wirklich gut und innovativ und bietet eine Vielzahl an spannenden und rasanten Momenten. Mit den Ermittlern und den potentiellen Opfern kann man sich allesamt gut identifizieren. Einige Szenen sind wirklich brutal und definitiv nichts für allzu Zartbesaitete. Es ist wirklich erschreckend zu erkennen, wozu manche Menschen unter Umständen in der Lage wären. Ein klarer roter Faden ist erkennbar und gipfelt in einem brachialen Showdown, in dem viele Fragen beantwortet werden. Teilweise sind Passagen einen Tick zu lang geraten meiner Meinung nach, deshalb nicht volle, aber gute 4 Sterne. 

  6. Cover des Buches Cop Town (ISBN: 9783365008515)
    Karin Slaughter

    Cop Town

    (231)
    Aktuelle Rezension von: coffee2go

    Die Autorin hat mit Cop Town einen Genre-Mix versucht, indem sie Elemente eines Thrillers, für das sie ja bekannt ist, mit denen eines historischen Zeitportraits verbindet und zusätzlich interessante Charaktere einbaut, somit eine sehr gelungene Kombination. Als Leser*in wird es durch die wechselnden Perspektiven nie langweilig, obwohl das Buch einen längeren Umfang aufweist. Themen wie Sexismus oder Rassismus und Polizeigewalt werden von der Autorin geschickt eingebracht, das kenne ich auch schon aus früheren Büchern von ihr. 

    Die Geschichte rund um den Polizistenmorden ist spannend aufgebaut und konstruiert und hat noch mehr im Hintergrund als man zuerst ahnt, je tiefer man gräbt, umso mehr Details kommen zum Vorschein. Das Thema wird komplex betrachtet und auch aufgelöst und somit bleibt der Spannungsbogen konstant hoch. Die Sprache ist direkt und ausdrucksstark und an manchen Stellen auch brutal und schonungslos. 

  7. Cover des Buches Menschenjagd – The Running Man (ISBN: 9783453435803)
    Stephen King

    Menschenjagd – The Running Man

    (392)
    Aktuelle Rezension von: Quibb

    Als Teenager schon mal gelesen, nun ein Re-read und es hat mir gut gefallen.  Besser als damals, soviel weiß ich noch,  dass mich das beim ersten Mal lesen nicht so gecatcht hat. 

    Dieser Bachmann/King ist gesellschaftskritisch und interessant, die imaginäre Zukunft des Buches mit der tatsächlichen Zukunft zu vergleichen. 

    Benjamin Richards ist nicht wirklich ein sympathischer Protagonist, dennoch habe ich mit ihm mitgefiebert,  obwohl ich noch wusste,  wie es für ihn ausgehen wird.

    Nicht mein Lieblingsking,  aber gut. Wie so oft bei King zeigt es doch, dass die wahren Monster die Menschen sind. 

  8. Cover des Buches AchtNacht (ISBN: 9783785755280)
    Sebastian Fitzek

    AchtNacht

    (69)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Ich muss ehrlich sagen, ich fand das Buch enttäuschend. Ich habe es gelesen, weil es die Story von dem Film The Purge aufgreift, aber in seiner Umsetzung fand ich es viel zu vorhersehbar. Es hat mich auch nicht wirklich mitgenommen. Das Buch ist zwar kurz, deswegen hab ich es auch nicht abgebrochen, muss aber dazu sagen ich war froh als es dann vorbei war. Wer der Täter war, war für mich eigentlich relativ am Anfang schon klar. Ich fand den Plot jetzt nicht so geschickt ausgespielt aber das ist halt Geschmackssache. Von mir gibt’s dafür allerdings nur drei Sterne

  9. Cover des Buches Menschenjagd (ISBN: 9783453157712)
    Richard Bachman

    Menschenjagd

    (203)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Ben Richards lebt auf der Seite der Armen, der Verwahrlosten und der Vergessenen. Seine kleine Familie plagt Hunger und Krankheit. Er weiß sich nicht anders zu helfen als sich im Reality TV zu melden und zu hoffen bei einer der Shows genommen zu werden. Er wird für die erfolgreichste Show "Running Man/Menschenjagd" ausgesucht. Bei dieser müssen die Kandidaten versuchen 30 Tage zu überleben und bekommen für jeden Tag Geld ausgezahlt. Doch sowohl die offiziellen Jäger als auch das komplette Publikum ist hinter ihm her.

    Das Buch wurde erstmals 1982 veröffentlicht und spielt im Jahr 2025. Irgendwie ist es komisch einen Zukunftsroman zu lesen, der im nächsten Jahr spielt. Man stellt fest, dass einige Dinge tatsächlich so geworden sind (Bsp. Autopilot im Flugzeug), aber andere Sachen eben nicht (Bsp. im Buch gibt es keine Handys, dafür fliegende Autos). Alles in allem greift die Geschichte aktuelle Themen wie die Perversion von Reality TV oder die Spaltung der sozialen Schichten sehr gut auf. Alles mit einer ordentlichen Portion Spannung und Brutalität.

  10. Cover des Buches Die Bestien (ISBN: 9783865521323)
    Brett McBean

    Die Bestien

    (58)
    Aktuelle Rezension von: binesbuecherwelt

    Dieses Buch ist schon gut zehn Jahre alt, ich hatte es zufällig irgendwo entdeckt und musste es natürlich mitnehmen. Es war mein erstes Buch von Brett McBean und mir hat sein Schreibstil sehr gut gefallen. Er beschreibt alles sehr realistisch, teilweise blutig, detailliert und manchmal obszön. Am Anfang hatte ich trotzdem etwas Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen, denn es war nicht ganz so, wie ich erwartet hatte. Aber wenn man sich erst mal eingelesen hat und versteht, worum es geht liest sich die Geschichte richtig gut. Es ist nicht immer spannend, aber trotzdem total fesselnd, wie gesagt, etwas anders als erwartet, aber das fand ich nicht weiter schlimm. Also wer Lust auf blutige Action mit Voodoo-Horror hat der ist hier genau richtig. Mich hat das Buch gut unterhalten!


  11. Cover des Buches Beutezeit (ISBN: 9783641141356)
    Jack Ketchum

    Beutezeit

    (301)
    Aktuelle Rezension von: Japanophilie

    „Beutezeit“ erzählt von mehreren jungen Erwachsenen, die Anfang der 1980er-Jahre eine Auszeit in einem abgelegenen Küstengebiet in Maine verbringen wollen. Was zunächst wie ein ruhiger Urlaub in einem isolierten Ferienhaus wirkt, entwickelt sich schrittweise zu einem Kampf ums Überleben, als deutlich wird, dass in der Umgebung eine abgeschottete, verwilderte Gruppe lebt, die Außenstehende nicht als Menschen, sondern als Beute betrachtet. Die Handlung spielt über wenige Tage hinweg und konzentriert sich auf die zunehmende Eskalation zwischen den Urlaubern, örtlichen Bewohnern und den Angreifern.

    Das Cover ist schlicht in Schwarz gehalten. Der Titel „Beutezeit“ prangt in roter Schrift auf dem Band und erinnert durch die Farbgebung an Blut, das im Laufe der Geschichte reichlich fließen wird. Im unteren Bereich sieht man einen männlichen Oberarm, dessen Hand ein blutiges Messer hält. Insgesamt wirkt das Cover nüchtern und direkt. Wer den Klappentext oder eine Inhaltsangabe kennt, ahnt bereits, worauf sich die Geschichte konzentriert: kompromissloser Horror und explizite Gewalt. Für mich passt die reduzierte Gestaltung daher gut zum Inhalt.

    Das Vorwort im Buch, das ich nach einigen Seiten wegen möglicher Spoiler abgebrochen habe, steigerte zunächst meine Neugier auf den Roman. „Beutezeit“ war mein erstes Buch von Jack Ketchum, und mir war vorher nicht bewusst, dass der Autor bereits seit Jahrzehnten Horrorromane schreibt. Entsprechend groß war meine Vorfreude.

    Leider blieb nach der Lektüre vor allem Enttäuschung zurück. Obwohl ich die überarbeitete Version gelesen habe und es sich um den Debütroman von Jack Ketchum handelt, konnte mich die Geschichte kaum packen. Keine der beschriebenen Szenen empfand ich als wirklich gruselig oder verstörend. Als großer Horrorfan, der bereits viele Bücher gelesen und Filme gesehen hat, wirkte das Grundmotiv – eine Gruppe von Menschen in einer abgelegenen Hütte – auf mich inzwischen zu vertraut. Auch die Verbindung mit dem Thema Kannibalismus verlieh der Handlung für mich keine zusätzliche Tiefe, sondern ließ sie eher flach erscheinen.

    Hinzu kommt, dass der Roman für meinen Geschmack zu kurz ist, um eine Bindung zu den Figuren aufzubauen oder sie wirklich kennenzulernen. Dadurch blieb mir weitgehend egal, was mit den Charakteren geschieht. Stellenweise erinnerte mich die Erzählung eher an einen durchschnittlichen Splatterfilm als an einen spannenden Horrorroman. Zudem wirkten einige Handlungen auf mich nicht ganz nachvollziehbar, etwa bestimmte Entscheidungen der Antagonisten, die für mich nicht immer konsequent erschienen.

    Für empfindsame Leserinnen und Leser ist der Roman aufgrund seiner expliziten Gewaltdarstellungen sicher nicht geeignet. Menschen werden gefoltert und zerstückelt, und insgesamt ist die Geschichte sehr brutal erzählt. Zwar liest sich der Roman flüssig und ist aufgrund seiner geringen Länge schnell beendet, doch wer bereits viele Horrorbücher oder Filme aus dem Genre kennt, dürfte den Verlauf der Handlung und manche Entwicklungen früh erahnen. Für mich blieb die Geschichte dadurch vorhersehbar und weitgehend ohne Nervenkitzel.

    Insgesamt war „Beutezeit“ für mich eine Enttäuschung. Trotz des flüssigen Schreibstils und der kurzen Lesezeit fehlten mir Spannung, Atmosphäre und interessante Figuren. Als kurzer Horrorhappen für zwischendurch funktioniert das Buch zwar, nachhaltig beeindruckt hat es mich jedoch nicht. Für mich reicht es deshalb nur für 2 von 5 Sternen.

  12. Cover des Buches Hunt – Sie kriegen dich (ISBN: 9783492309950)
    Mark Dawson

    Hunt – Sie kriegen dich

    (6)
    Aktuelle Rezension von: MiniMixi
    Der Thriller „Hunt – Sie kriegen dich“ wurde von Mark Dawson geschrieben und erschien im Januar 2017 im Piper-Verlag. Das Buch hat 468 Seiten und spielt in einem kleinen amerikanischen Ort namens Truth. Es ist der 2. Band der „John Milton“ – Reihe und der Nachfolger von „One – Sie finden dich“. Der Protagonist ist John Milton, er war eigentlich nur auf der Durchreise, doch dann wird er immer tiefer in ein Verbrechen reingezogen dem er anscheinend nicht entfliehen kann.

    John Milton streift ohne Ziel durch das Land, als ihn der Sheriff von Truth am Straßenrand einsammelt. In der Kleinstadt angekommen handelt sich Milton direkt Probleme ein und wird verhaftet. Nach einer Nacht in der Zelle darf er weiterziehen, soll sich aber von Truth zukünftig fernhalten. Kurz bevor er die Stadtgrenze erreicht, hält ihn ein junges Mädchen auf, welches ihren Bruder vermisst. Wahrscheinlich steht sein Verschwinden mit einer Bande Krimineller im Zusammenhang, die in der kleinen Stadt seit geraumer Zeit ihr Unwesen treiben. Das Mädchen bittet Milton ihren Bruder aus den Fängen der Bande zu befreien und Milton lässt sich schließlich darauf ein. Er ahnt nicht in was für Schwierigkeiten er sich damit bringen wird, denn die Bande ist Teil einer Sekte, die alles vernichtet das ihr bei ihrem Plan im Wege steht.

    Zu empfehlen ist das Buch Lesern ab 16 Jahren, da es sehr viel Brutalität beinhaltet.

    Ich habe diesem zweiten Band lange entgegengefiebert, doch letztendlich bin ich leider enttäuscht. Von Band 1 kennt man durchgehende Spannung und ein rasantes Tempo, doch bei Band 2 blieb leider beides aus. Das Buch war durchaus spannend, aber nur für kurze Szenen und zwischendurch wurde es immer wieder sehr zäh und langatmig. Die Geschichte war zudem recht vorhersehbar und hatte lediglich einen Plot-Twist der für mich überraschend kam. Außerdem tauchten nach und nach immer mehr Figuren auf, die zwar namentlich erwähnt wurden und ihre Aufgabe in der Geschichte hatten, aber denen einfach jede Tiefe fehlte. Es waren nur Namen, die immer mal erwähnt wurden und mehr leider nicht. Auch der Protagonist John Milton hat in diesem Band leider sehr viel Charaktertiefe eingebüßt. In Band 1 hat man ihn sehr gut kennen und auch lieben gelernt. Da wurde er als charakterstarker, selbstbewusster Mann dargestellt, der immer genau weiß was er zu tun hat und wie er mit bestimmten Situationen umgehen muss. In diesem Band jedoch kam es mir stellenweise so vor, als kenne der Autor seinen eigenen Protagonisten nicht mehr. Milton wirkte als hätte er eine gespaltene Persönlichkeit. Manchmal war er der gefühlvolle Mensch, der in Erinnerungen schwelgte und dann plötzlich war er wieder der eiskalte Killer, der Menschen abschlachtet ohne mit der Wimper zu zucken.
    Band 2 hat mich leider sehr enttäuscht, aber ich werde der Reihe trotzdem weiterhin eine Chance geben, da ich John Milton noch nicht aufgeben möchte. Nach Band 1 war er einer meiner liebsten Protagonisten und ich hoffe, dass der John Milton den ich so liebe in Band 3 wieder mehr er selbst wird.

    Wer Band 1 mochte und unbedingt wissen möchte wie es mit John Milton weitergeht kann dieses Buch lesen, aber wenn man die gleiche Spannung wie im Vorgänger-Band erwartet, wird man leider sehr enttäuscht.

    Von mir gab es 3 von 5 Sternen…
  13. Cover des Buches Riesen sind nur große Menschen (ISBN: 9783946120292)
    Frauchiger René

    Riesen sind nur große Menschen

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein Roman in dem die Protagonisten mit dem Erzähler interagieren und man mindestens zwei Figuren einfach ulkig finden muss. Die metaphorische Ebene war sehr breit gefächert. Man lernt unterschiedliche Personen und Menschengruppen kennen und wird zwischendurch von Satire und Tragödie umstellt. Geschichtliche und fantastische Elemente geben sich hier die Hand um den Leser zu unterhalten und zu rütteln. Jeder kann sich oder Personen des Umfeldes hier erkennen... Erkennen tut man auch gesellschaftliche Probleme und Schubladen zwischen Stadt und Land. Was anfangs wie ein Satire-Comedy-Werk wirkte wurde schnell zu einer Verfolgungsjagd und übernatürlichen Begegnungen. Wer hätte gedacht, dass eine Reise durch den Magen so lange dauern könnte? Für einen Debütroman sehr interessant, anders und nachwirkend.

  14. Cover des Buches Killgame (ISBN: 9783499269592)
    Andreas Winkelmann

    Killgame

    (85)
    Aktuelle Rezension von: CherryFairy

    Cover

    "Wenn" die Geschichte schneller zum Titel des Cover gekommen wäre und nicht erst gefühlt im letzten Drittel des Buches, wäre das Cover passend,... da aber das Buch sich so extrem in die Länge gezogen hatte und die "Jagd" viel zu kurz kam, finde ich es nicht gut gewählt, denn ich hätte mir bei so einem Cover eine Story vorgestellt, wo es mindestens 2/3 um den Titel geht und nicht um irgendwelche Charakterbeschreibungen oder anderen Abweichungen...

    Story

    Nia, die Nichte von Dries Torwellen wendet sich von ihrer Familie ab und will ein neues Leben beginnen,... doch läuft diese neue Planung nicht so wie gedacht und so landet sie als Spielfigur in einem mörderischen Spiel.

    Ihr Onkel versucht auf eigene Faust sie nun zu finden....

    Meinung

    Ich kenne bereits " Die Zucht" von Andreas Winkelmann und war hell auf begeistert, also ging ich davon aus, dass mich Killgame bestimmt auch begeistern wird.... Aber leider erkannte ich den Stil überhaupt nicht wieder...

    Schon der Anfang zog sich echt in die Länge...

    426 Seiten die in 4 Hauptteilen unterteilt sind, wovon aber nur wenn es hoch kommt 1 1/2 Teile mit der Jagd zu tun hatten,... und die begann wirklich erst im 3 Teil...

    Die ersten 150 Seiten konnte man sich noch einen sehr detaillierten Eindruck über die Charaktere machen, bis hier hin war für mich noch alles okay, weil ich da noch dachte, okay sehr detailliert, vielleicht ist das so genau, um den Charakteren mehr Tiefe zu geben....

    Doch es blieb nicht dabei... Es wurden Geschichten eingebaut, die sowas von unwichtig für den Hauptverlauf waren, dass diese ganzen Nebengeschichten einfach nur dafür gesorgt haben, vom Spannungsteil abzulenken und diese waren dann auch sehr zäh... Bei ca. 40% des Buches war ich schon kurz davor abzubrechen, weil ich einfach keine Lust mehr hatte weiter zu lesen... 

    Es kamen immer mehr skurrile Geschichten dazu u. A wurde es dann auch noch spirituell und gestört.... Und dann wurden zusätzlich auch noch Geschichten ausgepackt, die wieder nichts mit dem Geschehen zu tun hatten, dafür aber für einen Schock oder Ekelfaktor sorgen sollten... Z.B eine Beschreibung aus der Kindheit von Dries und seiner Zwillingsschwester, wie er eine Katze mit einem Brett erschlagen musste, weil zuvor Hunde die Katze schlimm zerfetzt haben...

    (Warum muss das in die Story rein? Wer will schon sowas lesen?) Das hatte überhaupt keinen Einfluss auf die Story. Es war für mich nur grausam sowas zu lesen...

    Auch das Dries immer spirituellen Kontakt zu seiner Zwillingsschwester hatte, die immerhin schon 11 Jahre tot ist, fand ich ehr langweilig als spannend...

    Nebenbei war Vergewaltigung und gestörter Sex, wo eine aus der Jagdgruppe auf "brutalen Sex" steht auch unnötig...


    Fazit

    Ich bin einfach so enttäuscht und hoffe das Killgame der einzige Flop von Winkelmann war, denn eigentlich finde ich seinen Stil und seine Storys echt spannend,... Killgame gehörte leider nicht dazu, wirklich sehr schade, deshalb kann ich hier keine Empfehlung aussprechen... 

    Ich werde allerdings die Lieferung und Haus der Mädchen noch von ihm lesen und hoffen das es da wieder spannender wird :-)



  15. Cover des Buches Trophäe (ISBN: 9783453437623)
    Steffen Jacobsen

    Trophäe

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Prinzesschn

    Elisabeth Caspersen, eine wohlhabende Erbin eines dänischen Industrieunternehmens, entdeckt im Tresor ihres verstorbenen Vaters einen Film, der eine schockierende Menschenjagd zeigt. Einer der Jäger im Film ähnelt frappierend ihrem Vater. Um der Sache auf den Grund zu gehen, engagiert sie Michael Sander, einen exklusiven Privatdetektiv, der sich auf heikle Fälle spezialisiert hat. Als Sander beginnt, die Identität der Opfer zu untersuchen, taucht er in eine verstörende Welt aus Gewalt und Größenwahn ein, in der er selbst zur Zielscheibe wird. 

    Ich hab mich mit den Charakteren ein wenig schwergetan. Es waren genug da, denen man kurz über den Weg läuft und zwei von ihnen begleiten die Leser:innen über einen längeren Zeitraum hinweg, aber so richtig warm wurde ich leider mit niemandem. Auch wenn die Leser:innen viele Einblicke bekommen, hielten sie mich dennoch stark auf Distanz und vermieden es, stärkere Sympathien aufzubauen.

    Das Thema der Menschenjagd fand ich super spannend, aber leider scheiterte es für mich ein wenig an der Umsetzung. Ich hatte mit mehr Facetten, vielleicht Perspektivwechseln oder ähnlichem gerechnet. Leider passiert das nur am Anfang, der weitere Verlauf befasst sich eigentlich ausschließlich mit der Ermittlungsarbeit. Per se auch nicht unspannend, aber irgendwann wurd es doch schon relativ eintönig.

    Ich bin zwiegespalten, was die Geschichte angeht. Einerseits hab ich extrem lang gebraucht, um reinzukommen, zwischendrin hat es mich auch hin und wieder fast verloren, weil so viel Potenzial für Spannung da war, das nicht genutzt wurde. Dennoch wollte ich wissen, wie die Auflösung ist, wer hinter all dem steckt und über welche „Leichen“ man auf der Suche stolpert. Leider wurd dann irgendwann auch klar, in welche Richtung es geht, aber ich muss sagen, dass ich dennoch eine zeitlang wirklich gern am Ball geblieben bin.

    Ich würd sagen, die „Trophäe“ ist ein solider Krimi mit interessantem Thema, Fokus auf der Ermittlungsarbeit, aber komplett packen oder wirklich überraschen konnte er mich leider nicht.

  16. Cover des Buches Die Hatz (ISBN: 9783492310475)
    J.M. Peace

    Die Hatz

    (63)
    Aktuelle Rezension von: Imke_Brunn

    Sammi, eine junge Polizistin, wird nach einem Club-Besuch von eienm Serienkiller unter Drogen gesetzt. Als sie ihr Bewusstsein wiedererlangt ist sie gefesselt und befindet sich mitten im Australischen Busch. Der Serienkiller Don gibt ihr einen Vorsprung und verfolgt sie dann. 

    Die Autorin schildert in sehr flüssigem und angenehm lesbaren Stil die Überlegungen des Opfers, ihres Partners, der Kollegen auf der Suche und teilweise des Killers. Das Buch ist spannend bis zuletzt. Ich finde es gut, dass im Epilog auch die Zeit nach der eigentlichen Tat noch beschrieben wird.

  17. Cover des Buches Die Frauen von Stepford (ISBN: 9783442457472)
    Ira Levin

    Die Frauen von Stepford

    (30)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Joanna hat es hart getroffen und um wieder auf die Beine zu kommen, zieht die Familie nach Stepford. Wunderschöne Damen, makellos und ihren Ehemännern immer zu Diensten. Kann das alles echt sein? Joanna wird misstrauisch und forscht nach und kommt etwas ungeheurem auf die Spur. Ich liebe die Verfilmungen und wollte das Buch haben und es ist genauso schwarz und voller bitterem Humor. Echter Tipp!

  18. Cover des Buches Fangschuss (ISBN: 9783894258047)
    Sunil Mann

    Fangschuss

    (12)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Vijay Kumar, Band 1: Der dreissigjährige Vijay Kumar ist frischgebackener Privatdetektiv in Zürich und kämpft bereits um seine Selbstständigkeit – es fehlen lukrative Aufträge. Der neuste Auftrag: eine Katze einfangen. Geschenkt! Und auch der zweite Auftrag scheint wenig vielversprechend: eine junge Frau macht sich Sorgen um ihren verschwundenen Freund Philipp, der mit Drogen dealt. Noch etwas unbeholfen nimmt er die Ermittlungen auf – Erfolge und Misserfolge begiesst er gerne mit Amrut, einem indischen Whisky…

    Erster Eindruck: Das Cover mit dem blauen Käfer vor dem idyllischen Panorama wird getrübt durch die Flinte rechts im Bild (die mir jedoch erst beim wiederholten Ansehen aufgefallen ist) – gefällt mir.

    Nachdem ich die ersten beiden Bände um die Ermittler Marisa Greco und Bashir Berisha gelesen habe – ich war begeistert! –, war es Zeit, mich den früheren Werken von Sunil Mann zu widmen. Also Zeit für Vijay Kumar. Der junge Mann, der aus meiner Sicht dem Alkohol viel zu sehr zuspricht, ist noch ein Greenhorn. Nun gut, das Diplom vom Fernkurs hat er in der Tasche, aber das ist auch schon alles. Jetzt gilt es, Erfahrungen zu sammeln. Amüsant, wie er sich freut, wenn seine Website einen weiteren Besucher verzeichnet, und nicht er selbst oder seine Mutter die Besucher waren. A propos Mutter: Als stolze Inderin sucht sie für ihren Sohnemann selbstverständlich eine passende indische Frau. Sie „muss“ sich darum kümmern, da Vijay nicht die von ihr gewünschten Fortschritte in puncto Frau und Kinder macht.
    Vijays Ermittlungen im Umfeld von Drogen und Prostitution laufen träge an, doch dann erhält er noch einen weiteren Auftrag. Dieser ist insofern interessant, da es plötzlich Querverbindungen zu dem Suchauftrag betreffend Philipp zu geben scheint. Sodann nimmt die ganze Geschichte Fahrt auf und die Ausmasse werden immer grösser und auch blutiger. Vijay merkt erst spät, dass er selbst in Gefahr ist…

    Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen; ein spannender Showdown mit für mich überraschendem Ausgang (der mich tatsächlich sprachlos gemacht hat!). Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin bereit für weitere Fälle mit Vijay.

  19. Cover des Buches COLD BLOOD (ISBN: 9783958352759)
    Alex Shaw

    COLD BLOOD

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Flaventus

    Es soll ein spannender Thriller sein und fängt auch vielversprechend an. Aber dann verliert sich das Buch in langweiligen, ereignislosen und langatmigen Erzählungen über Russland, die Ukraine und das leblose Leben des Protagonisten. Es gibt keinen Spannungsbogen und es ist sehr mühsam, sich durch die Seiten zu quälen, weshalb ich nach ca. 20 Prozent (100 Seiten) das Buch zur Seite gelegt habe.

  20. Cover des Buches Terminator 2 (ISBN: 9783927801523)

    Terminator 2

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Dornenlicht

    Das Buch hat mich sehr überrascht. Ich habe Trash erwartet. Musste es aber lesen, weil ich den Film so sehr liebte. Ein Film der vor allem durch seine Nebendarsteller so groß wurde. Zumindest ist das meine Meinung. Durch die Menschlichkeit einer Sarah Conner und die Coolness eines John Conners, der rebellisches Vorbild aller Jungen der 90er wurde. Aber aus diesem Stoff ein Buch machen? Nun, scheinbar ist das gelungen. Noch dazu ein viel besseres Buch, als ich jemals damit gerechnet hätte. Und es geht um einiges weiter als der Film. Das Buch erscheint wie ein Directors Cut, und ist sowohl in seiner Erzählweise als auch vom Schreibstil her, von überraschender Qualität. Ich bin nicht gut im Rezensionen schreiben, also werde ich es gar nicht erst versuchen, aber ich will zumindest meinen ehrlichen persönlichen Eindruck schildern, und der ist einfach viel besser, als ich es mir jemals gedacht hätte. Ich bin ja weder ein Fan von Sci-Fi noch von Fantasy, aber dieses Buch weiß zu bestechen und bietet ein tolles Leseerlebnis, welche den Film selbst noch in den Schatten stellt. Vielleicht schämt man sich erst mal ein bisschen, weil man eher Schund erwarten würde, aber was man dann wirklich geboten bekommt, ist einfach großartig.

  21. Cover des Buches Richard Bachmann: Menschenjagd (ISBN: B0084GZF2U)
    Richard Bachmann

    Richard Bachmann: Menschenjagd

    (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Die Seele des Bösen - Erbarmungslose Jagd (ISBN: B0181CFJP4)
    Dania Dicken

    Die Seele des Bösen - Erbarmungslose Jagd

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Dekanda

    Im zweiten Teil der Reihe um Sadie Scott begleiten wir die junge Frau bei ihrem ersten Fall beim FBI. Ein Serientäter treibt sein Unwesen in der faszinierend anschaulich beschriebenen Wüste Uthas. Sadie und ihr neues Team nehmen die Verfolgung auf.
    Auch das Privatleben der Protagonistin wird wieder thematisiert. Ihre Beziehung zu Matt entwickelt sich und ihre persönlichen Verstrickungen zu einem Serienmörder werden sehr präsent.

    Das Konzept der Reihe hat mich auch beim 2. Teil überzeugt. Begeistern konnte mich auch die Beschreibung des Settings. Ich freue mich schon auf den 3. Teil, der sehr spannend zu werden verspricht.

    Der Schreibstil bleibt sich insgesamt treu, nur das die persönliche Erzählperspektiven hier vergleichsweise öfter von omnipräsenten Einschüben unterbrochen wird. Ein zusammenfassender Satz am Ende eines Abschnitts tritt immer noch auf, aber nicht mehr ganz so häufig, so das sich das Buch sehr flüssig lesen lässt.   

    Beim zweiten Teil habe ich manchmal das Gefühl, das die Geschichte von zwei Personen geschrieben wurde ;-) Auf der einen Seite haben wir Sadie, deren Tagesablauf mit zum Teil erschöpfender Detailliebe wiedergegeben wird - selbst belanglose Details werden thematisiert, einige Beschreibungen der Gefühle wirken schon fast naiv.
    Im Gegensatz dazu stehen szenische Darstellungen der Serienmörder und Opfer. Diese sind rasant, voller Brutalität, Tiefe und auf eine Aktion bezogen. Die Darstellung der Emotionen wirkt dort vollkommen anders als bei Sadie. Der Kontrast zwischen diesen Erzählarten fasziniert mich und fesselt mich an die Reihe - er zeigt den entrückenden Horror, der von diesen Taten ausgeht.
    Er gibt mir auch das Gefühl eine fundierte und akribische Ermittlung zu verfolgen - und sie in Bezug zu gehetzten und kranken Individuen zu setzen.
    Nur das eine wäre zu viel, nur das andere wäre mir zu langweilig. Die Kombination hat einfach was.

    Noch ein wenig Kritik: Den Mittelteil des Buches empfand ich als sehr gelungen und sehr spannend. Der Anfang und die letzten 40 Seiten des Buches (bis zum fiesen Cliffhanger) zogen sich leider zäh. Wieder und wieder wurden Sorgen und Ängste der Protagonisten wiedergegeben - und am Ende alles nochmal mit der Freundin, der Familie und Kollegin erneut durchgekaut. Gedankengänge und Informationen wiederholen sich für mein Empfinden zu oft. Ein anderer Szeneneinstieg, der erst bei neuen charaktergebenden Inhalten einsteigt, wäre mir deutlich lieber.


    … und ich hoffe, dass sich die Darstellung von Sadies Sexualität mit zunehmender Erfahrung ein wenig ändert und sie irgendwann mehr tut als sich nur passiv hinzugeben und Matt voller Selbstverständlichkeit mal machen lässt. Immerhin ist sie eine starke und selbstbewusste Frau ... aber das ist keine Kritik, nur ein Wunsch ;-)


    Fazit:

    Ein insgesamt sehr spannendes Buch, welches Ermittlungen und Profiling für mein Empfinden sehr authentisch darstellt. 4 von 5 Sternchen.



  23. Cover des Buches Tokyo ?? Tokyo Ghoul 1 (Young Jump Comics) (2012) ISBN: 4088792726 [Japanese Import] (ISBN: 9784088792729)

    Tokyo ?? Tokyo Ghoul 1 (Young Jump Comics) (2012) ISBN: 4088792726 [Japanese Import]

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ken ist bisher ein ganz normaler Erstsemester, Hide ist sein bester Freund und die hübsche Liz wird nur verstohlen angehimmelt, weil er sich nicht traut. Hide triezt ihn so lange, bis er über seinen Schatten springt und sie anspricht. Bei ihrem ersten Date finden beide heraus, daß sie den gleichen Buchgeschmack haben und auch gerne das Gleiche essen. Eigentlich mag Liz aber lieber Ken, den sie ist eine Ghula, Menschenfresserin, die gerade über ihr Date herfallen will, als beide tödlich verunglücken. Als Ken erwacht, hat man ihm eine Niere Ghulas eingepflanzt, was sich als keine gute Idee erweist...Ich mußte erst mal rausfinden, wie herum man einen Manga liest, war mein erster, bin aber ganz angetan, vielleicht bleibe ich den Tokyo Ghuls erhalten.

  24. Cover des Buches 007 James Bond und der stumme Zeuge (ISBN: B00AELYMQ8)

    007 James Bond und der stumme Zeuge

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    James Bond mal in der Kurzgeschichtenversion, u.a. mit "Octopussy", wobei die Geschichte mit dem Spielfilm wenig zu tun hat, soweit ich mich recht erinnere: James Bond spürt den saufenden Ex-Major Smythe in Jamaika auf und bringt ihn dazu, einen vor Jahrzehnten aus Habgier begangenen Mord zu gestehen. Tolle Agentengeschichten, die immer noch ganz weit vorne im Thrillergenre stehen müßten, da können die meisten der aktuellen Autoren einpacken. Sehr gelungen!

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