Bücher mit dem Tag "menschenrechte"
59 Bücher
- Cecelia Ahern
Flawed – Wie perfekt willst du sein?
(1.197)Aktuelle Rezension von: BuchspinatZum Inhalt:
Celestine führt ein gutes Leben. Ihre Familie gilt als perfekt. Sie gilt als perfekt. Niemand hat etwas auszustehen. Nicht wie die Menschen, die von der Gilde als „fehlerhaft“ beurteilt und ebenso gebrandmarkt und aus der Gesellschaft ausgestoßen werden. Celestine hat eine große Zukunft vor sich und ist glücklich verliebt in Art – den Sohn des obersten Richters der Gilde. Doch dann passiert eines Morgens im Bus etwas, dass Celestines Leben vollkommen aus der Bahn wirft und plötzlich gilt sie selbst als „fehlerhaft“.
Meine Meinung:
Eine Dystopie, die so absurd erscheinen mag beim Lesen und dennoch – wenn man die täglichen Nachrichten liest und hört – in vielen Dingen eine erschreckende Parallele zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung – nicht nur in unserem Land – geworden ist.
Menschen, die nicht den Grundsätzen der Gilde entsprechen und moralisch einwandfreie Menschen sind – wobei die moralischen und ethischen Grundsätze praktischerweise direkt von der Gilde definiert werden – werden als fehlerhafte Menschen gebrandmarkt. An der Schläfe, der rechten Hand, am Brustkorb oder auf der Zunge. Je nach ihrem Vergehen.
Da ist z.B. die junge Frau, die ihre schwerkranke Mutter zum geplanten Suizid ins Ausland begleitet hat und dadurch „fehlerhaft“ wurde.
Das Leben als „fehlerhafter Mensch“ ist schlimm. Nur Grundnahrungsmittel, Ausgangssperre, schlechte Arbeitsbedingungen, ständige Überwachung und viele Repressalien mehr bestimmen den Alltag einer fehlerhaften Person.
Das Celestine eine fehlerhafte Person werden könnte, erscheint ihr vollkommen absurd, doch dann – eines morgens auf dem Weg zu Schule – droht ein fehlerhafter älterer Herr im Bus zu kollabieren. Niemand hilft ihm. Nicht fehlerhaften Menschen ist nämlich das Helfen von fehlerhaften Menschen untersagt. Sonst werden sie selbst zu fehlerhaften Menschen verurteilt.
Celestine kann nicht einfach zusehen, wie der Mann vor ihren Augen stirbt. Egal, ob das erlaubt ist oder nicht. Also greift sie ein. Als Einzige. Alle schauen zu und nehmen in Kauf, dass der Mann vor ihren Augen sterben könnte.
Sie wird verhaftet. Richter Crevan bietet ihr einen Ausweg an. Das Einzige, was sie dafür tun muss, ist zu behaupten, dass sie nicht geholfen hat, sondern nur ihre Mitmenschen vor dem fehlerhaften Mann beschützen wollte und der fehlerhafte Mann selbst an der Situation schuld ist. Dann würde alles wieder gut werden.
Doch das wäre gelogen. Das wird ihr sehr schnell klar. Und Celestine – trotz großer Angst vor dem Leben als Fehlerhafte – stellt plötzlich das gesamte Regime in Frage und kann es nicht mit ihren eigenen ethischen Grundsätzen vereinbaren, zu lügen.
Was dann geschieht? Das verrate ich Euch nicht. Nur so viel: Celestine wird zum Aushängeschild einer Revolution, die längst überfällig ist. Eine Revolution, in der die Menschen, die unterdrückt werden, die nicht dem gesellschaftlichen Standard entsprechen, aufbegehren. Einer Revolution gegen eine Gesellschaft, in der die Menschen mit Angst und Drohungen stillgehalten werden, damit die Machthaber ihre Macht behalten und ausbauen können.
Menschen, die Sachverhalte und Situationen hinterfragen, sind für Diktatoren und ähnliche Konstrukte sehr gefährlich. Also müssen sie klein gehalten werden. Das geschieht am besten, in dem man Angst schürt. Immer wieder. In dem man Exempel statuiert.
Doch Celestine ist nicht allein. Das wird ihr allmählich bewusst – als sie sich auf die Suche nach Informationen begibt. Ihr Tun ist gefährlich, doch sie kann nicht mehr zurück. Fehlerhaft ist sie sowieso. Dann kann sie auch dafür kämpfen, dass sich etwas ändert. Denn viel schlimmer kann es nicht mehr werden…
Die Geschichte geht unter die Haut und oftmals bin ich beim Lesen unfassbar wütend geworden. Auf Menschen, die ein System ungefragt kaufen. Die sich einreden lassen, dass ethische Grundsätze „fehlerhaft“ sind. Die Menschen vorverurteilen und sie auf unaussprechliche Art und Weise aus der Gesellschaft ausschließen. Weil sie nicht ins Bild passen. Weil sie anders sind. Sich anders entschieden haben.
Schon immer werden Menschen, die nicht „perfekt“ in unsere Gesellschaft passen, diskriminiert und ausgegrenzt. Ob damals zu Zeiten der Sklaverei, der Apartheit, des zweiten Weltkriegs. Sei es bei Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit LGBTQ-Hintergrund. Menschen, die Bürgergeld beziehen oder aus anderen Gründen nicht in die Gesellschaft passen. Die Liste ist noch lange nicht am Ende.
Das bringt mich zu folgender Frage: wer definiert denn, wer in einer Gesellschaft überhaupt perfekt ist und dazugehören darf? Und wer nicht? Wer entscheidet das?
Das muss aufhören. Jeder Mensch ist wertvoll. Einzigartig. Und auf seine Weise perfekt.
Denn – um Margot Friedländer zu zitieren: „Es gibt kein jüdisches, kein muslemisches und kein christliches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Drum sei Mensch!“
Meine Rezension findet Ijr auch auf www.buchspinat.de - Priscille Sibley
Ich versprach dir die Liebe
(200)Aktuelle Rezension von: LangeweileAls Elle nach einem Unfall ins Koma fällt, steht eine schwierige Frage im Raum. Da sie eine Patientenverfügung gemacht hat,wonach sie nicht von Maschinen abhängig sein möchte,soll ihr Leben beendet werden. Da erfährt ihr Ehemann, dass sie schwanger ist, und kämpft mit allen Mitteln darum, dass dieses Baby leben darf. In wechselnden Rückblicken erfährt man über das Leben der Protagonisten, ihre große Liebe, aber auch über Höhen und Tiefen in ihrem Leben. Es ist eine sehr emotionale Geschichte, die ich mir von dem großartigen Sprecher David Nathan vorlesen ließ. Sein großartiger Vortrag war sozusagen das Sahnehäubchen auf einer sehr berührenden Geschichte.
- Sue Monk Kidd
Die Erfindung der Flügel
(298)Aktuelle Rezension von: PondofwordsDie Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Handful und aus der Sicht von Sarah erzählt und man begleitet deren Leben für mehrere Jahrzehnte. Ich fand es unglaublich spannend zu sehen, wie sich beide zu starken Frauen entwickeln, die trotz ihrer unterschiedlichen Situationen versuchen sich von den Zwängen ihrer Zeit zu befreien.
Was ich auch sehr toll fand war, dass Sarah nicht als die weiße Heldin dargestellt wurde die Handful rettet. Beide Frauen sind alleine stark und stehen für sich ein.
Beeindruckend fand ich auch, dass der Roman auf der Geschichte der Grimké Schwestern beruht, die die ersten Pionierinnen der Bewegung gegen die Sklaverei waren.
Alles in allem kann ich das Buch nur jedem ans Herz legen. Es ist spannend geschrieben und trotz des doch eher schweren Themas und manchen Szenen leicht zu lesen und an vielen Stellen auch unterhaltsam. Ich bin nur so über die Seiten geflogen und für mich gehört es zu meinen Jahreshighlights! 😊
- Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Harriet Beecher Stowe
Onkel Toms Hütte (Klassiker der Weltliteratur in gekürzter Fassung, Bd.)
(323)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Diese Geschichte gefällt mir sehr gut. Hier wird sehr gut angezeigt, wie schwer die Sklaven es damals hatten. Zugleich stimmt das Buch aber auch nachdenklich. Die Sklaverei ist zwar heute in den USA abgeschafft, jedoch sollte uns allen klar sein, wie gut es uns geht und dass es immer noch einige Länder gibt, in denen Sklaverei auch heute noch aktuell ist und in denen es den Leuten nicht so gut geht, wie hier in Europa. Während des Lesens konnte man mit den Sklaven sehr gut mitfühlen und auch die Beliebtheit und Trauer um Tom kam schön zur Geltung. Ein sehr gelungenes Werk, was ich sicher irgendwann nochmal lesen werde.
- J. K. Bloom
Autumn & Leaf
(120)Aktuelle Rezension von: Isa_HeDas Buch „Autumn & Leaf“ ist ein Einzelband von der Autorin J. K. Bloom und auch mein erstes Buch, welches ich von ihr lese. Das Cover ist wunderschön gestaltet und der Klappentext hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht.
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt. Mir gefiel es, dass die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Autumn und Leaf erzählt wird und man so auch einen Einblick in deren Gedanken und Gefühle bekam. Gerade die Gefühle kamen in der Geschichte sehr gut zur Geltung und die Liebe zwischen Autumn und Leaf war ständig greifbar und präsent. Aber auch der Spannungsbogen in der Geschichte hat mir gut gefallen, es gab zwar einige ruhigere Passagen, was aber super in die Geschichte gepasst hat.
Die beiden Protagonisten Autumn und Leaf habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Beide sind unglaublich sympathisch. Ihr Ziel ist es ein gemeinsames Leben in Freiheit zu führen, da sie aber „Produkte“ sind und somit keine Rechte besitzen ist dies kein einfach zu erreichendes Ziel. Als dann Leaf an einen grausamen Mann verkauft werden soll, bricht für die beiden eine Welt zusammen. Ob der Weg in die Freiheit für Autumn und Leaf gelingt, dass müsst ihr selbst herausfinden.
Mir hat das Buch auf jeden Fall sehr gut gefallen. Ich mochte Autumn und Leafs Geschichte sehr gerne, sie war unglaublich berührend und man konnte einige unvorhergesehene Wendungen erleben. Ebenfalls fand ich die Zukunft, die die Autorin hier aufzeigt, zum einen sehr interessant andererseits machte mich die Thematik rund um die Wunschkinder - also künstlich erschaffende Lebewesen – und dass sie in den Augen vieler nur Dinge sind sowie den Umgang mit ihnen auch nachdenklich. Von mir bekommt das Buch auf jeden Fall volle fünf Sterne und ich kann die Geschichte nur sehr empfehlen.
- Stéphane Hessel
Empört Euch!
(189)Aktuelle Rezension von: Kerstin-ScheuerÜber dieses Buch, das monatelange auf der Bestsellerliste stand, wurde bereits viel gesprochen und geschrieben. Für einige ist es wohl sogar zu einer Art "Bibel" geworden. Es geht zurück auf eine Rede Hessels, die viel Beachtung fand.
Klar, dass ich dieses Werk auch einmal lesen wollte, um herauszufinden, was so besonders daran ist.Leider kann ich die allgemeine Euphorie nicht so ganz teilen.
Bei dem dünnen Heftchen - ich würde es eher eine "Schrift" als ein "Buch" nennen - handelt es sich um den Aufruf eines 94jährigen an die jüngeren Generationen, sich endlich wieder mehr zu engagieren. Mich erinnerte dies etwas an das ewige "Früher war alles besser" und die ständigen "die Jugend von heute"-Klagen, die mich immer ärgern, weil sie schlicht und ergreifend falsch sind.
Die Dinge, für wir uns engagieren sollen, liefert Hessel gleich mit. Neues hat er dabei nicht zu bieten: für Umwelt und soziale Gerechtigkeit, gegen die Macht der Banken und des Geldes, in Israel und den arabischen Ländern. Nunja.Was mich allerdings wirklich stark beeindruckte, war der Lebensweg von Hessel, von dem man das ein oder andere innerhalb der Schrift; wesentlich mehr jedoch in einem Nachwort erfährt. Hessel wurde in Deutschland geboren und flieht mit seinen Eltern während des Zweiten Weltkriegs nach Frankreich aus, nachdem es der jüdischen Familie gelang aus dem KZ "Buchenwald" zu entkommen. (Schon allein DAS finde ich zu tiefst beeindruckend; es geht aber noch weiter) Als Jugendlicher und junger Mann engeagiert er sich in der Resistance gegen Nazideutschland und schreibt schließlich nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Menschenrechtscharta mit. Später ist er als Botschafter für Frankreich an den unterschiedlichsten Orten weltweit im Einsatz. Wow!
Mit diesem Hintergrund, finde ich, bekommt die Schrift doch gleich eine ganz andere Perspekitve. Wer sich stets so sehr für die eigenen Ideale und eine bessere Welt einsetzte, hat meiner Meinung nach alles Recht, sich über die heutigen Verhältnisse und die scheinbare Letargie der Jugend zu beschweren. Denn - sind wir mal ehrlich - so stark engagiert sind die wenigstens von uns. Natürlich sind die offensichtlichen Bedrohungen auch - gottseidank - geringer. Gründe, um sich zu engagieren - gibt es aber noch immer genug. Schön, dass uns so ein außergewöhnlicher Mensch hieran erinnerte.Unmittelbar nach der Lektüre dieses Werkes habe ich die Autobiografie von Stephane Hessel "Mein Tanz mit dem Jahrhundert" auf meine Wunschliste gesetzt. Ich bin wirklich schwer beeindruckt.
- Walter Rauscher
Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
(11)Aktuelle Rezension von: krimielseDer österreichische Historiker und Sachbuchautor Walter Rauscher bietet mit dem Buch "Das Scheitern Mitteleuropas 1918 -1939" einer informativen und lehrreichen, sachlichen, sehr gut lesbaren Überblick über die Geschehnisse zwischen den Weltkriegen. Ich war vor der Lektüre der Meinung, mich geschichtlich recht gut auszukennen und politische Zusammenhänge erkennen zu können, und wurde vom Autor eines besseren belehrt. Das Buch versorgt mit Informationen, die mir bisher so nicht bekannt waren, betrachtet die Ereignisse aus einer überraschenden Perspektive und zeigt so Zusammenhänge auf, die für mich neu und hochinteressant sind. Als sehr gelungen betrachte ich dabei die in meinen Augen völlig neutrale Herangehensweise. Es ist spannend, auf diese Art Wissenszuwachs zu erhalten, eine Erweiterung des Blickwinkels angeboten zu bekommen und aktuelle Bezüge herstellen zu können. Das Lesen wird angenehm und einfach gestaltet durch die chronologische Abfolge und durch die Einteilung des Buches in sieben Kapitel. Der Autor widmet sich in den einzelnen Kapiteln jeweils der Reihe nach verschiedenen europäischen Gebieten und Ländern. In durchgehend verständlichen Formulierungen erklärt Rauscher die Themenbereiche, Differenzen und Spannungen - die geografische Neuaufteilung, politische Entwicklungen und nationalen Bestrebungen von Sieger- und Verliererstaaten, die Darstellung von Entscheidungen und Fehlentscheidungen mit den bekannten verheerenden Folgen stehen im Vordergrund. Man kann als Leser dem zunehmenden Nationalismus in vielen europäischen Ländern, den aus Gebietsansprüchen und national-egoistischer Kurzsichtigkeit entstandene Konflikte ursächlich nachspüren, die Dramatik in der wirtschaftlichen Entwicklung bedingt durch Zwänge und Eingrenzung sehr gut verfolgen und verstehen. Erschreckend war für mich bei der Lektüre, dass sich Geschichte wiederholt, dass egoistischer Nationalismus nach wie vor auf der Tagesordnung steht und zunehmende Arbeitslosigkeit und Fremdenfeindlichkeit durchaus wieder zum Scheitern führen könnte. Wenn auch viele Komponenten bekannt sind besticht Rauschers Buch durch Detailtreue und Präzision im Aufzeigen von Zusammenhängen. Dabei schafft es das Buch auf lobenswerte Art, nicht vom Wesentlichen abzuweichen und wirkt dadurch nie verzettelt oder gar langweilig. Das Buch hat mich beeindruckt und überzeugt, es ist wichtig und sehr lesenswert , und mir 5 Sterne wert. - Michael Moore
Stupid white men
(565)Aktuelle Rezension von: sunplantskyIn dem Buch „Stupid White Men“ betrachtet Michael Moore Amerika und die Regierung Bush von einer anderen Perspektive. Er kritisiert offen und begründet dies auf nachvollziehbare Weise. Auch stellt er Fragen, deren wahren Antworten wir wohl nie kennen werden. Als Leser sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Informationen zu bestimmten Themen mittlerweile veraltet sind. Diese Teile habe ich übersprungen, weil sie langweilten. Dennoch regt der Inhalt zum Nachdenken an, da auch parallelen zu unserem heutigen Alltag gezogen werden können, auch wenn man nicht in Amerika lebt. Unterhaltend ist auch der Humor von Moore. Kurz um, ein gutes Buch, was mittlerweile aber überholt ist.
- Jurica Pavicic
Die Zeugen
(12)Aktuelle Rezension von: _jamii_Kroatien im Krieg 1992: In einem Vorort von Split wird ein serbischer Unternehmer ermordet. Womit die Täter nicht gerechnet haben: Die Tochter des Mannes wird Zeugin des Verbrechens. Die Männer entführen sie. Zunächst wird das Verbrechen erfolgreich vertuscht, denn die Täter verfügen über gute Beziehungen zu einflussreichen Personen. Doch immer mehr Leute werden in den Fall hineingezogen.
Krešo will das Mädchen retten. Seine Kriegskameraden wollen sie umbringen. Krešos Schwester Lidija will den Fall an die Öffentlichkeit bringen. Der Arzt Matić will einem Verwandten helfen und der Journalist Galjer nur eine bessere medizinische Behandlung für seine Frau. Und das Mädchen kann nur darauf warten, umgebracht oder gerettet zu werden.
Die Geschichte hat mich leider gar nicht überzeugt. Es ist sehr eintönig geschrieben, sehr viel beschrieben, es gibt nicht sehr oft Dialoge. Die Geschichte kommt auch nur sehr langsam in Fahrt, erst gegen Ende kommt ein bisschen Spannung auf. Zudem gibt es für meinen Geschmack zu viele eher wenige wichtige Nebenhandlungen, welche teilweise die Geschichte ebenfalls bremsen.
In die Geschichte sind sehr viele Personen mehr oder weniger involviert. Dies sorgte das eine oder andere Mal für Verwirrung bei mir, da ich die Figuren und ihre Nebengeschichten und Bekanntschaften nicht immer auseinanderhalten konnte.
Alles in allem leider nicht mein Fall. - Klaus Werner-Lobo
Nach der Empörung
(10)Aktuelle Rezension von: SommerregenLaut einer Studie der Freien Universität Berlin denken "mehr als 60% der Deutschen, dass in ihrem Heimatland keine echte Demokratie herrsche, da die Wirtschaft und nicht die WählerInnen das Sagen hätten". (S. 44) Doch wie soll man der Politikerverdrossenheit entgegenwirken, wie kann man mit eigenem Engagement in Themen wie Tier-, Umwelt- und Klimaschutz, Asylpolitik, Arbeitsrecht oder Gleichberechtigung etwas bewegen?
Auf 208 Seiten widmet sich der Aktivist und Autor Klaus Werner-Lobo dieser Thematik in vier Kapiteln. Dabei wird zuerst in dem wachrüttelnden Kapitel "Was kommt nach der Wut" auf die Missstände in unserer Gesellschaft und die allgemein herrschende Stimmung in Bezug auf Politik und Politiker eingegangen. Von Korruption und Misswirtschaft über Umweltzerstörung, Kriege und Flüchtlingspolitik bis hin zu der Frage, ob Politiker und Partein in der Lage sind, solche gesellschaftlichen Probleme zu lösen in der Lage sind, ist hier eine große Bandbreite an Aspekten verteten.
In dem darauf folgenden Kapitel "Was tun?" werden zahlreiche Möglichkeiten aufgezeigt, wie man selbst aktiv werden und somit etwas bewegen kann. Dazu wird unter anderem darauf eingegangen, wie man sich organisiert oder welche Aktionsmethoden (z.B. Boykotte, Kulturveranstaltungen, Demonstrationen oder ziviler Ungehorsam) es gibt, welche Gefahren sie bergen, wann sie überhaupt in Betracht zu ziehen sind und so weiter. Dabei wird auf auch Aktionen verwiesen die bereits etwas bewirken konnten, was dem Leser Mut zu handeln vermittelt.
Im nächsten kurzen Kapitel "Demokratie neu gestalten" werden Alternativen für eine Demokratie wie sie zur Zeit praktiziert wird gegeben und zur Entmachtung der Herrschenden und Ermächtigung der Zivilbevölkerung aufgerufen.
Schließlich befasst sich das letzte Kapitel mit erfolgreichen Initiativen und Aktionen verschiedener Tätigkeitsbereiche. Diese werden sehr anschaulich, übersichtlich und verständlich vorgestellt, wobei auch auf Aktionsraum, Träger, Gegner, Ziele, Aktionsmethoden, Erfolge, die Frage wie man sich dort einbringen kann und ähnliche Initiativen eingegangen. So erhält man einen guten Überblick und kann sich darüber hinaus noch weiter informieren, was mir sehr gefällt.
Mir gefällt das Buch aufgrund der sachlichen Schreibweise sehr, auch die vielen Studien und anderen Belege zeigen, dass sich der Autor intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Auch ist das Buch sehr verständlich und macht Mut, endlich aktiv zu werden.
Deswegen kann ich dieses Buch jedem, der etwas verändern möchte sehr ans Herz legen und vergebe 5/5 Sterne - Sasha Filipenko
Der ehemalige Sohn
(93)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaIch habe es versucht. Ich habe es mehrfach versucht. Aber das Buch ist so zäh, die Sprache so schrecklich, die Handlung so langweilig, dass es mich immer wieder abgestoßen hat.
Der Stil des Autors besitzt gar keine Schönheit. Ich würde nicht behaupten, dass er so kalt ist wie bei einem Bericht, aber ziemlich nahe dran. Man wird gleich am Anfang mit Informationen überflutet, die zu lesen sich wie eine Arbeit anfühlt, wie etwas Anstrengendes, das ich mir unnötig antun muss. Im späteren Verlauf werden die Informationen vielleicht irgendeine Rolle spielen, aber so weit bin ich nicht gekommen.
Die Schlüsselszene, den Unfall erzählt der Autor so abstrakt, dass ich mir schwer darunter etwas vorstellen konnte. Erst nach mehrfachem Lesen habe ich ein Bild davon gehabt und sogar dann, tat ich mir schwer, der Handlung zu folgen.
Sobald der Protagonist ins Koma fällt, erwartete ich mir eine gefühlsvollere Erzählung, aber er bleibt bei einem Stil, der nicht kälter sein könnte. Dabei macht er einen riesigen Bogen um die Gefühle und schildert es auf eine kalte Art, dass mir der Protagonist nicht leidtun konnte. Er fällt ins Koma und beim Lesen war mir das total egal.
Das Buch wird als ein lustiger, bitterer, kämpferischer, großartiger Roman beworben, doch davon habe ich nichts merken können. Die Vernachlässigung der Sprache, die unschönen Beschreibungen, die grauenhaften Formulierungen haben genau das Gegenteil bewirkt. Vielleicht bezieht sich das auf die spätere Handlung, die ich nicht mitbekommen habe, weil ich mir das hier nicht antun konnte.
Es ist ein schreckliches Buch, eine richtige Qual, die ich von der ersten Seite an gehasst habe. Ich habe es zwar bis zur hundertsten Seite geschafft, aber danach wollte ich keine weitere Seite mehr lesen. Die historischen Elemente sind mir egal, wenn die Sprache nicht funktioniert, wenn der Text keine Leidenschaft besitzt und wenn ich mit den Figuren nicht warmwerde.
- Solomon Northup
Twelve Years a Slave
(33)Aktuelle Rezension von: abookslifeIst euch eigentlich bewusst, in was für einer Freiheit wir Leben? Ich meine, wir entscheiden und handeln selbst, haben unsere Familie und unsere Liebsten bei uns, wir leben nach unserer eigenen Devise und haben eine eigene Vorstellung von einem "unbeschwerten Leben", kurz, wie sind FREI. Tatsache ist, dass wir einige Privilegien haben, die wir genießen dürfen, doch sehen aber oft die Dinge im Leben als normal, als selbstverständlich an. Wir schätzen die Zeit mit unserer Familie nicht, schätzen nicht die Geborgenheit, schätzen nicht das Glück, eine Familie zu haben, Menschen in unseren Ängsten Kreisen, die immer bei uns sind...- Aber was wäre, wenn uns auf einmal diese Freiheit genommen werden würde? Wenn uns der Draht zu unserer Familie, der Glaube an ein freies Leben, und unsere Menschgenwürde genommen werden würde? Würde der Mensch nicht irgendwann alles dafür setzten, um genau das alles zurück zu bekommen...??
Zu diesem Buch möchte ich heute keine typische Rezension verfassen, wie man normalerweise von mir gewohnt ist, dennoch möchte ich über ein paar besondere Details im Buch aber auch Details in der Buchverfilmung schreiben. Die Geschichte von Solomon Northup gehört definitiv zu denen, die jeder einmal gesehen bzw. gelesen haben sollte. Das Buch ist nicht unbedingt wie gewohnt wie ein Roman gegliedert, in dem eine Handlung ggf. aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, vielmehr erinnert der Erzähl- und Schreibstil an ein Tagebuch, welche in der „ICH“ Perspektive geschrieben ist. Natürlich sind das Ereignisse und Erlebnisse die Solomon zu seiner Zeit veröffentlicht hat, auch wenn natürlich die Sprache zur heutigen Zeit angepasst wurde. Dennoch gehen die einzelnen brutalem Ereignisse, die er beschreibt, tief unter die Haut und lassen die Leser mit emotionalen Gedanken zurück. Im Buch sind einige Bilder veröffentlicht worden, die Baumwollplantagen und einige „Sklaven“ und ihre körperlichen Zustände zeigt.
Ganz große Klasse ist hier auch die Verfilmung nach dem autobiografischen Werk von Solomon Northup. Neben den absolut gelungenen schauspielerischen Leistungen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, schafft es der Film, permanent eine bedrückende und traurige Stimmung zu vermitteln, welche die Ernsthaftigkeit und die traurige Wahrheit dahinter zeigt, wie gierig Menschen nach Macht und Geld sein können, selbst wenn sie dafür über „Leichen“ gehen, andere ausbeuten und ihre Menschenwürde mit den Füßen treten. Im Buch werden einige brutale Szenen sehr bildhaft wiedergegeben, sogar mit Bildern aus der Zeit, dennoch ist es nochmal schlimmer, welche Szenen wir zu sehen bekommen, in denen die „Sklaven“ ausgepeitscht, erniedrigt und teilweise zu Tode gequält werden.
Wie mein Fazit ausfallen wird, werden sich jetzt einige Leser denken. Selbstverständlich möchte ich hier erwähnen, dass das Buch für mich ein absolutes Highlight ist. In Anbetracht der Tatsache, dass das keine fiktive Geschichte sondern eine wahre Begebenheit ist und auch die Sklaverei und Ausbeutung noch heute in manchen Orten dieser Welt stattfindet, ist es wichtig für mich zu erwähnen, dass ich keineswegs in meiner Bewertung auswerte wie schlimm, traurig oder dramatisch diese Handlung ist, vielmehr möchte ich darauf hinweisen, dass das Werk von Solomon Northup, neben der Sklaverei vielmehr bietet und sehr viele Werte vermittelt, die wir teilweise verlernt bzw. wiedererlernen müssen. Denn unsere Freiheit ist nicht selbstverständlich, so privilegiert wir in einigen Dingen sind, sollten wir nicht vergessen, dass es Menschen gibt, die nicht das gleiche Glück mit uns teilen.
- Kira Vinke
Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft
(23)Aktuelle Rezension von: WeltensucherHermann und Kira Vinke stellen in ihrem gemeinsamen Buch "Zivilcourage 2.0 - Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" eine Vielzahl von Menschen aus aller Welt vor, die allesamt eines verbindet: der friedliche Kampf, der Wille zur Veränderung und das Sähen der Hoffnung. Von Menschenrechtsaktivisten über Tier- und Umweltschützern bis hin zu Regimekritikern und Künstlern sind alle dabei, darunter sowohl weltweit berühmte als auch weniger bekannte, aber nicht unbedeutendere Persönlichkeiten aus allen Teilen der Erde. Gerade ihren Mut, ihr Durchhaltevermögen und ihre Unnachgiebigkeit beleuchten Hermann und Kira Vinke vor dem Hintergrund der globalen, stetig zunehmenderen Probleme. "Zivilcourage 2.0" berichtet somit von Weltverbesserern, die auch nur Menschen sind, und doch einen unglaublichen Kapmf mit großer Wirkung und Bedeutsamkeit führen.
Ich habe mir für dieses Jahr, quasi als Lese-Neujahresvorsatz, vorgenommen, insgesamt mehr Sachbücher über politische, globale und gesellschaftliche Themen zu lesen. Mein erster Griff dieses Jahr, "Zivilcourage 2.0" war hierfür der perfekte Einstieg in ein Genre, das mich jetzt umso mehr anzieht. Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem Buch ein breites Spektrum an Theman dar, darunter Armut, Hunger, Krieg, Klimawandel, aber auch Big Data und Korruption im Finanzgeschäft. Es sind keine neuen Themen, sondern Probleme, die im Allgemeinen bekannt und doch immer wieder bei der Rückkehr in den Alltag vergessen werden. Deshalb lohnt sich auch die Erinnerung, wie sie Hermann und Kira Vinke betreiben, allemal - vor allem, wenn sie von den Portraits von Menschen begleitet werden, die tatsächlich gegen diese Probleme vorgehen und kämpfen.
Mir hat besonders der Aufbau des Buches gefallen. Jedem der sieben Kapitel ist ein umfassender Informationstext und Situationsüberblick zum jeweiligen Thema vorangestellt. Anschließend folgen Darstellungen zu bestimmten Persönlichkeiten, die in diesem Feld aktiv handeln. Dabei werden bekannte Namen wie Edward Snowden oder Malala Yousafzai ebenso wie - zumindest mir - vorher eher unbekannte Persönlichkeiten vorgestellt. Zahlreiche Bilder, kurze Lebensläufe, berühmte Zitate, Interviews, Fakten oder Zusatzinformationen am Rand ziehen sich durch das gesamte Buch und bereichern die behandelten Themen. Ingesamt eine äußerst gelungene Aufmachung!
Auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Manches war natürlich schon bekannt, und doch der Wiederholung wert, vieles war mir aber auch neu oder nur öberflächlich bewusst, sodass ich auch einiges dazulernen konnte. Dabei ist der Text nicht allzu schwierig formuliert und eignet sich für Jugendliche (ab ca. 13 Jahren) und Erwachsene gleichermaßen. Und natürlich sind auch die unterschiedlichen Lebensläufe und Tätigkeiten der vorgestellten "Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" äußerst interessant, inspirierend und aussagekräftig. Ich bin ständig zwischen Erschütterung und Zuversicht, zwischen Pessimismus und Optimismus, zwischen Skepsis und Tatendrang geschwankt - auf der einen Seite das riesige Ausmaß der Probleme, auf der anderen Seite all die tatkräftigen und erfolgreichen Weltverbesserer vor Augen.
Zweifellos regt das Buch zu einem intensiven Nachdenken an. Es bietet Zugang zu vielen hochaktuellen Themen und eignet sich in dieser Funktion auch wunderbar für Jugendliche. Das sehr breit gefasste Spektrum regt dazu an, sich mit dieser oder jener Frage näher auseinanderzusetzen und möglicherweise selbst aktiv zu werden. Ein Buch mit vielen, bedeutsamen und nicht zu vernachlässigenden Botschaften!
- John Lanchester
Capital
(17)Aktuelle Rezension von: porte-bonheurIn diesem Roman geht es um GELD! Und das stellt der Autor am Beispiel der Bewohner einer Straße in London dar, der Pepys Road. Wer hier ein Haus nicht nur bewohnt, sondern es auch noch sein Eigentum nennt, hat es geschafft: er ist reich und ein sehr anerkanntes Mitglied der Gesellschaft.
Der Autor knüpft mit seinem Werk an die großen Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts und nimmt sich, ganz ähnlich diesen Romanen, das Schicksal einiger mit der Pepys Road verbundenen Charaktere vor. Petunia Howe wohnt seit langer Zeit bereits in der Straße, hat ihren Mann längst verloren und beobachtet jetzt einfach nur, zurückgezogen, ihre Mitbewohner. Dann ist da der Banker Roger Yount, den nichts mehr im Leben fesselt als sein nächster Jahresbonus und dieses Jahr muss dieser mindestens eine Million betragen, denn sonst würde er sich und seiner Familie das aufwändige Leben bald nicht mehr leisten können. Daneben spielen aber auch die Menschen eine tragende Rolle, die in der Straße nur ihre tägliche Arbeit verrichten, wie die Politesse Quentina Mkfesi, die aus Zimbabwe stammt und als Asylbewerberin, deren Antrag bereits abgelehnt wurde, jetzt nur noch Angst vor der Abschiebung hat. Der polnische Handwerker Zbigniew verrichtet für den Investmentbanker und dessen Frau immer wieder kleinere Arbeiten und träumt von einem besseren Leben in seiner Heimat. Das Kindermädchen der Younts, Maty Balatu, aus einer ungarischen Kleinstadt stammend, ist auch nach London gekommen, um ordentlich Geld zu machen. Der senegalesische Fußballspieler Freddy Kamo, der gerade erst auf dem Weg ist, ein großer Fußballgott zu werden, wohnt zwar auch in der Pepys Road, aber erst einmal dort nur bei seinem Manager Mickey Lipton-Miller. Und dann ist da noch der Konzeptkünstler Smitty, dessen Großmutter eben jene Petunia Howe ist.
Wie in einer Gesellschaft niemand für sich allein ist und mit vielen anderen zusammenhängt, von diesen auch abhängt und mit ihnen verbunden ist, so ist das eben auch in einer Straße und ihrer begrenzten Anzahl der in ihr lebenden und tätigen Menschen. Und genau das verdeutlicht Lanchester überaus geschickt und unpathetisch, eher schildert er die Ereignisse nüchtern, ähnlich einem Reporter, und überlässt es dem Leser, sich ein eigenes Urteil zu machen. Was denkt man denn über einen Handwerker, der etwa bei Renovierungsarbeiten 500.00. Pfund findet und jetzt damit hadert, ob er das Geld behalten und damit den Eltern ein schönes Haus finanzieren soll?
Bedroht wird das Leben der Bewohner nicht nur durch die ganz "normalen" äußeren Lebenseinflüsse, sondern eben auch durch absichtliche Angriffe, wie etwa dem Schreiben, das einige Hausbewohner, bzw. -besitzer erhalten und in dem einfach nur in Blockbuchstaben steht: WE WANT YOU HAVE. Wir wollen, was ihr habt!
Lanchester ist ein Roman gelungen, der uns unser derzeitiges kapitalistisches Leben anhand weniger Figuren deutlich vor Augen führt, in seinen positiven aber eben auch negativen Auswirkungen. "Capital" steht im englischen Original nicht nur für eben das Kapital sondern auch für Hauptstadt. Und es ist ein typischer Hauptstadt-Roman, der so auch in Berlin oder München spielen könnte.
Das Buch spielt im Jahr 2008, doch ist die Geschehnis-Grundlage seitdem keine andere geworden, hat sich eher noch manifestiert. Und so bleibt das Buch für mich eine ganz wunderbar detaillierte Schilderung der Zustände unserer Gesellschaft und die dringende Aufforderung an uns zum Nachdenken, ob wir denn in diese Richtung weitergehen wollen. Und das in einem Stil, wie ihn der "Observer" für mich bestens beschreibt: "Effortlessly brilliant - hugely moving and outrageously funny".
- Jens Andersen
Dieser Tag, ein Leben
(76)Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-LesenOffensichtlich liebt ihr Astrid Lindgren genauso wie ich. In meiner (natürlich nicht repräsentativen) Story-Umfrage haben 85 % von euch angegeben, dass ihr auch Fan der schwedischen Autorin seid und gerade jetzt zur Weihnachtszeit gehören die Bücher von Astrid Lindgren einfach dazu, oder? Wer mehr über ihr Leben erfahren möchte, dem empfehle ich Jens Andersens Biografie „Astrid Lindgren. Ihr Leben“ aus dem Pantheon Verlag.
In klassischer Manier führt uns der Biograf chronologisch durch Lindgrens Leben, angefangen in der Kindheit in Småland, über die ersten journalistischen Tätigkeiten, ihre schwierige Situation zur Geburt ihres Sohnes, die Familie mit Sture Lindgren bis hin zu ihrem umfangreichen Werk und ihrem gesellschaftlichen Engagement. Ganz nebenbei wird der Zeitgeist der damaligen Zeit eingefangen und das Geschehen entsprechend eingeordnet.
Sowohl ihr persönliches Leben als auch ihre Bücher werden detailliert beschrieben und analysiert. Dabei bleibt der Autor stets sachlich, nie wertend, aber immer einfühlsam. Anhand von zahlreichen Zitaten von Tagebucheinträgen, Briefen und Interviews mit der Autorin und ihrer Tochter wird ein umfassendes Bild der berühmten Kinderbuchautorin geschaffen. Viele der Dokumente sind als Fotografien im Buch abgebildet. Außerdem gibt es sehr viele Fotos der Autorin, die sie im Kreis der Familie, aber auch bei öffentlichen Auftritten zeigen.
Eine sehr lesenswerte Biografie über das interessante Leben einer außergewöhnlichen Frau.
- Waris Dirie
Schmerzenskinder
(120)Aktuelle Rezension von: BuchperlentaucherWaris Dirie, die erfolgreiche Autorin einiger Büber über das Leben in Afrika , musste selber einer dieser schrecklichen Eingriffe über sich ergehen lassen. Die Genitalverstümmelung in der Kindheit, welche das Leben von Millionen von Frauen schwer beeinträchtigt. Eindrücklich zeigt Waris Dirie auf, dass selbst in Europa unzählige Menschen darunter leiden.
- Philippe Sands
Rückkehr nach Lemberg
(8)Aktuelle Rezension von: sKnaerzlePhilippe Sands hätte ein erfolgreicher Journalist werden können. Als ihn der Zufall zwei Völkerrechtler aus Lemberg über den Weg führt, begibt er sich mit ungeheurer Energie auf die Suche nach ihren Lebensspuren und recherchiert unglaublich viele Einzelheiten über ihr Leben. Der Zufall dieser Recherchen führen außerdem zu der Begegnung mit dem Sohn von Hans Frank und von da aus beginnt Sands seine Geschichte.
Dabei findet er viele Biographien von Opfern des Holocaust, ihren Mördern und einigen wenigen, die versucht haben, sie zu retten. Dabei schildert er manche berührende Einzelheit.
Negativ schlägt zu Buche, das der Autor nicht genug überlegt hat. Seine beiden Völkerrechtler waren uneinig über die Frage, ob man die NS-Verbrecher in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder wegen Völkermord anklagen soll. Dabei erklärt er aber immermal wieder nur obenhin was dieser Unterschied bedeutet, statt es einmal richtig und deutlich zu machen.
Außerdem schildert er etwas zu viel seine persönlichen Erlebnisse und seine Recherchen. Seitenlang geht es darum, dass er ein Autogramm auf einer Fotografie nicht lesen kann, bis er auf einer Abendveranstaltung - die ausführlich geschildert wird - eine Frau trifft, die ihm erklärt, das sei alte deutsche Schreibschrift und die ihm natürlich weiterhelfen kann. Solche Anekdoten gibt es viele und sie machen das Buch ziemlich unübersichtlich, ohne zum Thema etwas beizutragen.
Erhellend an dieser Sammlung von lose verbundenen Biographien ist dann doch, wie die Enkel der Opfer der Shoa in alle Welt verstreut sind und heute durch Familienbande über alle Kontinente verknüpft sind.
Und last not least - der Stil ist eingänig und lesbar.
Trotzdem, dass es so ein Weltbestseller wurde, ist mir unerklärlich.
- Nadia Murad
Ich bin eure Stimme
(15)Aktuelle Rezension von: BuchperlentaucherDie jesidischen Männer, wenn man sie fand, wurden umgebracht. Die Mädchen und Frauen hat man entführt, vergewaltigt und verkauft wie eine Ware. Nadia Murad, selber davon betroffen, beschreibt die schrecklichen Geschichte dieser Menschen. Vom sorgenfreien Leben in ihrer Heimat bis zur ungewissen Zukunft als Sklavinnen. Ich bin immer wieder erschüttert, wie grausam Personen zu ihren Mitmenschen sein können.
- Siegfried Suckut
Volkes Stimmen
(1)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeAus der Sicht von unten
Die eine Seite, das sind die offiziellen Verlautbarungen, die Aufmärsche, die wirtschaftlichen und sozialen Beteuerungen, das ist auch die Stasi mitsamt ihrer tausendfachen „IM“. Und dazu gehören dann auch jene Zeitdokumente, die öffentliche Darstellung darstellen, die in Nachrichten, Magazinen, bei Besuchen hochrangiger Staatsbesucher vorgeführt wurden. Man erinnere sich nur an diesen Weihnachtsmarktbesuch Helmut Schmidts, in dem eine Realität komplett inszeniert wurde.
Die andere Seite, das ist, was die Menschen wirklich bewegte, wie es ihnen ging, was sie wollten und kundtaten. Und das liest sich in diesem hervorragend zusammengestellten Band voller Briefe der DDR-Bürger nun in Teilen ganz anders als jenes „Duckmäusertum“, welches der Bevölkerung der ehemaligen DDR doch gerne unterstellt wurde.
Auch wenn viele dieser Briefe ihren Adressaten nicht gefunden haben, abgefangen wurden, auch wenn sich keine gravierenden Änderungen aufgrund jener Briefe scheinbar ergeben haben, die innere Entwicklung im Land, die Steigerung der Unzufriedenheit, der schärfer werdende Ton, all das lässt sich gerade in jenen Dokumenten hin deutlich erkennen, die im Buch ab Anfang der 80er Jahre hinzunehmen.
Wobei interessant zu lesen ist, dass hier nicht nur oder primär das eigene Land, die eigene Führung angegriffen wird (auch das gibt es allerdings), sondern immer wieder massiv der „Feind außerhalb“ angesprochen wird. Sei es, dass natürlich eine gewisse Auswahl an zu lagernden Dokumenten getroffen wurde, sei es, dass dies tatsächlich der Stimmung an manchen Orten der DDR entspricht, interessant zu lesen ist es allemal.
Wie jener anonyme Brief aus dem Februar 1987, in dem das Politbüro stark für seine kritische Haltung der Sowjetunion gegen über kritisiert wird, Aber gar nicht im Sinne der „mehr Freiheit“ Haltung, sondern in der Interpretation, dass hier nun die Rückbesinnung auf die alten Werte der Revolution zu lernen sei. Trotz Kritik an der Divergenz zwischen Realität und Darstellung der Volksvertreter ist der Wille zum „sozialistischen Aufbau“ gegen „den Feind“ spürbar massiv in diesem Brief zu lesen.
Wie schon im Jahr 1972 ein ebenso anonymer „alter Kommunist“ Ulbricht direkt rügt für den Plan von Verstaatlichungen von Betrieben.
Immer wieder ergibt sich so ein differenziertes, sehr interessantes Bild von Menschen, Bürgern, die durchaus konkret Kritik üben, die aber auf der anderen Seite dies aus einer Haltung der Verbundenheit zum eigenen Land, zum „Aufbau des Sozialismus“ heraus zu tun scheinen.
„Vom Reden werden die leeren Regale nicht voll“. Oder die harsche Forderung nach Erhöhung der Renten.
Im Gesamten, doch klein ist die Welt auch des DDR-Bürgers. Die eigene Versorgung. Die Kritik an den „zu hohen Bezügen“ Honeckers als ungerecht und ungleich empfunden. Auch das sind Linien und Stimmen in den Briefen, die doch sehr „übersystemisch“ wirken und gegenwärtig genauso laut erschallen.
Oft und oft ist es eben jener Widerspruch zwischen den vollmundigen, öffentlichen Reden und Verlautbarungen gegenüber der als eher „nach unten“ weisenden, eigenen Einschätzung der alltäglichen Lage.
Briefe ins Ausland, nach Bonn, Briefe mit Glückwünschen, persönlichen Einladungen an prominente Parteikader runden das Bild ab. Das in dem klaren, umgangssprachlichen Stil der Briefe nicht nur ein konkret „Volksbild“ der ehemaligen DDR vor Augen führen, sondern auch Linien vom „Volk“ über den konkreten Staat oder die konkrete Zeit hinaus beinhalten.
Wenn die Versorgung bedroht wird, die Sicht auf mögliche (persönliche und allgemeine) Fortschritte sich eintrübt.
„Die SED ist keine Arbeiterpartei mehr… sondern eine Partei der Emporkömmlinge und Neureichen“. Briefe wie dieser zeigen, wie sozialer Sprengstoff entsteht und wie sich ein Abstand zwischen Volk und Führung langsam, aber stetig beginnt, auszuwirken. - Marcus Schneider
Plötzlich Diktator
(18)Aktuelle Rezension von: LemonYanni ist Student in Berlin - bis er nach dem Tod seines Vaters der neue König von Bayern wird.
Schon der Titel und das Cover haben mein Interesse geweckt und dasThema ist unglaublich spannend. Das Buch hat definitiv meinen Horizont erweitert. Es zeigt uns die Perspektive eines Diktators, eines Menschen in den ich mich normalerweise nicht versuchen würde hineinzuversetzen. Und das macht "plötzlich Diktator" sehr lesenswert und originell. Ich mochte die Charaktere und ihre Entwicklung ist sehr gut gelungen. Und der Plot war fesselnd und überraschte mit unerwarteten Wendungen.
Alles in allem hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen und kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen.
- Carole Lindstrom
Autumn Peltier, Wasserkämpferin
(19)Aktuelle Rezension von: kleine_buecherwuermchenWasser ist kostbar. Lebenswichtig. Und doch oft übersehen.
Dieses berührende Bilderbuch erzählt von zwei beeindruckenden Menschen: Josephine Mandamin und ihrer Großnichte Autumn Peltier – beide Anishinaabe und unermüdliche Wasserkämpferinnen.
„Ich bin nibi.*
Ich habe eine Seele.
Ich habe Gefühle.
Ich erinnere mich.“
(*nibi = Wasser)
Aus der Sicht des Wassers geschrieben, vermittelt das Buch die tiefe Weisheit indigener Gemeinschaften, die sieben Generationen vorausdenken, bevor sie Entscheidungen treffen – auch beim Umgang mit der Natur.
Doch die Stimmen, die das Wasser schützen wollen, werden leiser. Immer mehr Menschen hören nicht mehr hin.
Doch Aufgeben ist keine Option. Es ist Zeit, diese Stimmen zu verstärken!
Meine Meinung:
Mich hat dieses Buch tief bewegt – besonders durch die Perspektive des Wassers. Es ist nicht nur eine Geschichte über zwei starke Persönlichkeiten, sondern auch ein Buch von Anishinaabe-Künstlerinnen: geschrieben und illustriert von Menschen, deren Perspektive gehört werden muss.
Ein echtes Herzensbuch! - Deborah Meroff
Vor aller Augen
(9)Aktuelle Rezension von: MinniEin Buchauszug aus der Zeitschrift "Faszination Bibel" hat mich sofort gefesselt und ich wusste, dass ich dieses Buch lesen musste.
Deborah Meroff und Tom Hamblin haben hier die spannende Lebensgeschichte von Tom Hamblin aufgeschrieben, der zusammen mit seiner Frau lange Jahre lang als Missionar arbeitete. Dabei wirkt seine "Arbeit" im Buch alles andere als "Arbeit", denn auf eine ganz natürliche und einfache Art hat er Bibeln weitergegeben. Das Buch erzählt von seiner Jugendzeit und wie er zum Glauben fand und weiter in vielen kurzen Episoden, was er alles erlebt hat. Dabei bin ich oft aus dem Staunen nicht herausgekommen.
Zwischenzeitlich kamen mir die Geschichten so absurd vor, dass ich sie fast nicht glauben konnte. Sie erzählen von vielen erstaunlichen Begegnungen hauptsächlich im muslimisch geprägten Afrika, und vom Gefühl her hat sich so ziemlich jeder, dem Tom begegnete, auf der Stelle zu Christus bekehrt. Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt, aber es wirkte auf mich fast übertrieben. Dennoch glaube ich, dass diese Geschichten der Wahrheit entsprechen, denn ich weiß, dass Gott so handeln kann. Leider vergisst man das oft im Alltag. Daher war das Buch eine enorme Ermutigung für mich, wieder mehr von Gott zu erwarten, furchtloser zu meinem Glauben zu stehen und darauf zu vertrauen, dass Gott mit einem kleinen Menschen wie mir auch großes Bewirken kann - wenn man ihn denn lässt.
Als Angestellte im Radio fand ich es sehr interessant, wie häufig Tom Menschen begegnet ist, die zwar keine Bibeln besaßen, aber schon lange durch christliche Radiosendungen Christen geworden waren. Manchmal hätte ich mir ausführlichere Berichte gewünscht; die Episoden wirken mehr wie "Häppchen", was es andererseits wieder leicht macht, zwischendurch wieder in das Buch einzusteigen. Besonders über seine Kinder erfährt man nur sehr wenig. Mich hätte interessiert, wie und wo sie aufgewachsen sind und wie sie sich in die Arbeit ihrer Eltern eingefügt haben. Aber vielleicht haben die Autoren das auch auf Wunsch der Kinder absichtlich ausgelassen.
Eine gute Sache fand ich den Anhang, in dem neben Glossar und Anmerkungen auch eine Fülle an Links zu weiterführender Literatur, Webseiten, CD- und Filmmaterial bereitgestellt wird.
Ein Buch, das einen wieder neu für Gottes Wirken begeistert und ermutigt, selbst aktiv zu werden. - Malala Yousafzai
Malalas magischer Stift
(10)Aktuelle Rezension von: SternchenBlau„Aber sie hat doch nicht wirklich einen magischen Stift“, hat mein Sohn beim Titel gefragt, nachdem er wusste, dass Malala Yousafzai die jüngste Friedensnobelpreisträgerin ist. Am Ende des Buches war klar, dass jeder Stift magisch werden kann.
Die Magie zeigt sich schon in den Rotgold glänzenden Ornamenten, die auf dem Cover aus dem Stift fließen und immer wieder auf den Seiten auftauchen. Schönheit und Message fließen in diesem Buch ineinander wie die Ornamente und machen dieses Buch trotz des ernsten Themas zu einem Genuss. Und auch die Sprache ist in ihrer Prägnanz absolut gelungen, schon auf der ersten Seite:
„Glaubst du an Magie?“
Mein Sohn hat genickt.
Malala wünscht sich einen magischen Stift, wie sie ihn aus einer Fernsehserie kennt. Zunächst wünscht sie sich ganz alltägliche Sachen, wie wir sie uns alle wohl wünschen würden. Aber dann sieht Malala ein Mädchen, dass nicht zur Schule gehen darf.
„Als erstes würde ich Krieg, Armut und Hunger ausradieren. Dann würde ich Mädchen und Jungen zusammen als Gleichberechtigte zeichnen.“
„Sie zeichnet die Häuser wieder ganz!“, hat sich mein Sohn gefreut, als die goldenen Linien die Umrisse eines kaputten Hauses wieder auferstehen lassen. Malalas Träume werden aber mit einer noch bitteren Realität konfrontiert, als die Taliban Einzug in ihrem Tal halten. Nun nutzt sie den Stift für Briefe an die Welt, um die Situation aller der Mädchen zu schildern, die sich nicht mehr zur Schule trauen.
Manche Menschen muss man einfach bewundern, wie unbeirrbar sie in ihrem Kampf für eine gerechte Welt bleiben. Mit „Malalas magischer Stift“ hat Yousafzai ihre eigene Geschichte für Kinder erzählt. Sie ist deswegen so inspirierend, weil sie das alles selbst erlebt hat und die Kindheit bei ihr noch nicht lange verstrichen ist: Als das Buch erschien, war sie erst 20 Jahre alt.
Obwohl das Bilderbuch wunderschön anzusehen ist und klare Bilder aufweist, würde ich es frühestens ab Vorschul-, eigentlich erst ab Grundschulalter empfehlen.
„Meine Stimme wurde so mächtig, das die gefährlichen Männer versuchten, mich verstummen zu lassen. Aber es ist ihnen nicht gelungen.“
Der Text steht auf einer schwarzen Seite, die Illustrationen von Kerascoët ist ganz reduziert und zeigt Malala im Krankenhausnachthemd am Fenster. Und gerade durch diese Schlichtheit ist die Wucht des Attentats für Kinder spürbar. „Was ist passiert“, hat mein Sohn auch sofort gefragt. Das ganze Buch gibt einen sehr reduzierten Hinweise auf das Attentat oder einen Angriff. Dennoch war für meinen Sohn sofort klar, dass Malala Yousafzai ihr Leben riskiert hat.
„Malalas magischer Stift“ konfrontiert Kinder damit, dass es „gefährliche“ Menschen gibt, Leid und Ungerechtigkeit, aber Malala gibt ihnen zugleich die Hoffnung, dass auch Kinder eine machtvolle Stimme haben und etwas verändern können. Die Geschichte wird durch ein kleines Nachwort von Malala Yousafzai und eine kurze Biografie abgerundet.
So konnten wir das Buch mit Hoffnung zuklappen. Der Kampf um eine gerechteres Leben geht allerdings weiter, Tag für Tag, und Bücher wie dieses helfen, damit wir gemeinsam mit unseren Kindern diese Hoffnung weiter nähren.























