Bücher mit dem Tag "menschheitsgeschichte"
33 Bücher
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.495)Aktuelle Rezension von: MyrdynDer Titel verspricht, das Buch handle von der "Welt" eines fünfzehnjährigen Mädchens. Doch über Sofie erfahren wir sehr wenig, über ihre Mutter und ihre Welt fast nichts. Den Autor interessiert seine Figur "Sofie" eigentlich nicht, sie ist nur dazu erfunden worden, einem schrulligen alten Mann namens Alberto als willige Zuhörerin bei seinen Monologen über Philosophie zu dienen und sich den Kopf mit lauter Buchwissen volllabern zu lassen. Alberto seinerseits ist eine Maske des Autors Jostein Gaarder, der unbedingt ein Jugendbuch über Philosophie schreiben wollte, aber sich eine schlüssige Einführung in das Philosophieren (= Philosophie als Aktivität denkender Menschen) für junge Leser nicht zutraute. Philosophieren lernt man jedoch nicht durch einen Spaziergang durch die verwitterten, brüchigen Monumente der europäischen Philosophiegeschichte.
Die Hintergrundstory vom geheimnisvollen Mentor eines hochpubertären und doch braven, leicht manipulierbaren Mädchens, dem er eine neue Welt erschließt, ist schon ohne den verkrampften Sprung ins Metaphysische unglaubwürdig. Wenn Sofie etwa Bücher wie "Die rote Zora und ihre Bande" (von Kurt Held), "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen" (von Anna Jürgen) oder "Yashor - Der Hirt aus Harkin" (von Michael Morgental) gelesen hätte, dann hätte sie über die Einübung in das Philosophieren im praktischen Leben eines jungen Menschen mehr gelernt als durch die aufdringlichen Versuche eines Hobbyphilosophen, der sich fast zwanghaft eine folgsame Rezipientin für seine fast manischen oberflächlichen Expektorationen suchen musste.
- Yuval Noah Harari
SAPIENS - Eine kurze Geschichte der Menschheit
(398)Aktuelle Rezension von: Franz_J__Bingenheimer- Ein faszinierendes Buch, das die Geschichte der Menschheit völlig neu beleuchtet. Harari erklärt komplexe Themen so klar, dass man ständig ins Nachdenken kommt. Für alle, die verstehen wollen, wie wir wurden, was wir sind – absolut empfehlenswert! „Wer über sich und die Welt nachdenken will, sollte dieses Buch lesen.“
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.075)Aktuelle Rezension von: Emely1Von der Handlung war ich von Anfang an angetan. Die drei unterschiedlichen Handlungsstränge finde ich gelungen und gut nachvollziehbar. An manchen Stellen hätte die Handlung kürzer sein können und dafür anderen etwas tiefer. Es war schön, dass am Ende alle Handlungsstränge zusammen gefunden haben. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile der Buchreihe.
- James Frey
Endgame 1. Die Auserwählten
(793)Aktuelle Rezension von: aliciaswonderworldDas Buch ist sehr spannend und beinhaltet viele Rätsel, bei denen es sehr cool zu sehen ist, wie die verschiedenen Charaktere an sie herangehen. Da es aus vielen Perspektiven geschrieben ist, lernen wir auch alle Charaktere gut kennen und sehen, wie jeder mit der Situation umgeht. Die Geschichte ist überraschend brutal, aber das fand ich eher realistisch, als störend.
Vor allem am Anfang sind die vielen Charaktere und Perspektiven allerdings ziemlich überfordernd und ich brauchte recht lange, bis ich den grundlegenden Plot verstanden und durch die Charaktere durchgefunden habe. Leider war ich auch nicht der größte Fan von dem Übernatürlichen, das für den Plot so wie er ist allerdings notwendig ist. Außerdem sind nach dem Lesen immer noch sehr viele offene Fragen übrig, die hoffentlich in den nächsten Teilen beantwortet werden.
--> 3,3/5 Sterne - Yuval Noah Harari
Homo Deus
(160)Aktuelle Rezension von: KlausvanBingenWar das Vorgängermodell noch in weiten Teilen spannend und informativ hat dieses Buch leider ans Ende vom ersten im negativen Sinne angeknüpft. Es gibt eigentlich kaum etwas richtig Fesselndes, sondern nur noch Phrasen, die sich unendlich oft wiederholen.
Zudem erschienen mir einige Behauptungen wissenschaftlich kaum haltbar und ich musste das Buch irgendwann genervt abbrechen. Leider sein Geld nicht wert...
- Alice Roberts
Spiel des Lebens
(20)Aktuelle Rezension von: foxydevilDas Cover, insbesondere der Untertitel „Wie der Mensch die Natur und sich selbst zähmte“ macht neugierig.
Leben wir doch heute mit u.a. mit Hund, Kuh, Geflügel, Pferd zusammen und lassen uns Äpfel oder Reis schmecken.
Aber denkt man mal darüber nach wie es dazu kam?
Ich konnte bisher nur eigentlich nicht dazu antworten.
Als ich das Buch in den Händen hielt war ich von der Größe positiv beeindruckt.
Das Lesen des Hartcovers mit den 374 Seiten war informativ und hat mich nachdenken lassen.
Die Autorin bringt einem die Entwicklung der Menschheit in Hinblick Mensch – Arten Symbiose sehr nah.
Und das zum Vorteil für beide Seiten.
Der Mensch und andere Arten wären ohne die Fähigkeit Symbiosen zu bilden und für sich zu nutzen nicht das was sie heute wären.
Frau Roberts beleuchtet 10 Arten inklusive der des Menschen und deren Wechselwirkung zu einander genauer.
Wie Wölfe sich die Nähe zum Menschen zu Nutze machten um zu überleben und der Mensch die ersten Schritte in Richtung deren Zähmung zurücklegte.
Oder wussten Sie das es Wölfe gab die bei der Jagd dem Menschen ein Zuträger waren?
Oder etwa das es durch diese erfolgreiche Symbiose ein Artensterben von Großsäugern gab?
Es entstand ein paralleles Wachstum von Mensch und Wolf später auch Hund.
Diese und auch andere Symbiosen wie z.B. mit dem heutigen Nutzvieh und Getreide folgten.
Natürlich nicht ganz ohne den Menschen im Positiven wie auch im Negativem zu verändern.
Aus Jägern und Sammler wurden sesshafte Bauern.
Sie möchten wissen wie Hühner uns von morgen träumen ließen oder Äpfel von Ost nach West reisten?
Diese und andere erstaunliche Fakten welche einem zum Staunen bringen kann man hier erfahren.
Es handelt sich hier um ein Sachbuch, in welches viele Themengebiete Einfluss genommen haben.
Man merkt das die Autorin große breitgefächerte Sachkenntnis besitzt, indem sie Erkenntnisse aus der Biologie, Archäologie und Geschichte einfließen lässt.
Das Buch kann trotzdem sehr gut gelesen werden und ich konnte es gut verstehen auch wenn ich kein Kenner der Materie bin.
Einige Ausführungen wie z.B. zur Genetik fand ich etwas schwerer zu lesen aber trotzdem interessant.
Der Schreibstil ist eingängig vorstellbar und durch die ab und an persönliche Ansprache fühlt man sich mitgenommen und man kommt gut voran.
Die Unterteilung der Kapitel und deren Unterteilungen waren in Ordnung.
Die Warnung bezüglich der Zerstörung der Umwelt durch eine Intensivierung der Landwirtschaft stimmt nachdenklich und macht dieser großen Verantwortung bewusst!
Leider wird sie nur durch immerwährendes Erinnern ins Gedächtnis rücken.
Dieses Buch trägt definitiv dazu bei!
Daher empfehle ich das Buch in jedem Fall gern weiter!
Ich vergebe gern 4,5 Sterne
- Jared Diamond
Kollaps
(37)Aktuelle Rezension von: Mario_VeraguthDie passende Ergänzung zu Diamonds Werk„Arm und Reich“ liefert eine Fülle an vergangenen und aktuellen Szenarien verschiedener Umweltbedingungen und dem Meistern beziehungsweise kläglichen Scheitern der Völker beim Versuch zu bestehen.
Speziell anhand isolierter Gesellschaften, bei denen der soziokulturelle Aspekt durch das Ausbleiben von Invasoren oder fremden Störfaktoren wesentlich stärker in den Fordergrund tritt, werden die Abläufe, die zur Bildung heutiger Ruinen oder prosperierender Städte führen, beschrieben.
Als klassisches positives Beispiel kann Island genannt werden, dass der Trostlosigkeit der Klimazone und der Unfruchtbarkeit der kargen Bögen mit engem Gemeinschaftsgefühl und intelligenter Landwirtschaft ein Schnippchen schlagen und bestehen konnte. Andere isolierte Inselstaaten wie die Osterinseln und andere Geistereilande hingegen wurden vom Sog gesellschaftlicher Ausartung erfasst und durch sinnbefreite, prestige- oder religionsgetriebene Bauprojekte, Bürgerkriege, Ausbeutung der Natur bis zum Zusammenbruch des Ökosystems oder ein bisschen von allem in den Untergang getrieben.
Häufig gab es auf den gescheiterten Inselstaaten eine alte Tradition bewährter Überlebensstrategien, deren Praxis aber im Zuge des Wahns meist vergessen oder ignoriert wurde, was im Zusammenbruch des Gesellschaftssystems mündete.
Wie sich die Thesen des Autors auf die Entwicklungsgeschichte größerer, kontinentaler Nationen anwenden lassen könnten, wäre hochinteressant, würde aufgrund der zusätzlichen Komplexität aber vermutlich den erlesbaren Rahmen sprengen, weswegen Diamond darauf verzichtete. Die berücksichtigten Faktoren wie Klimaveränderungen, feindliche Nachbarn, Umweltzerstörung, Bruch eines Bündnisses oder Verlust von Unterstützung durch befreundete Nachbarn und als entscheidender Faktor die Reaktion von Bevölkerung und Herrscherkaste, bergen bereits ein großes Komplexitätspotential, weswegen durch eine Einführung zusätzlicher Faktoren wie im Fall des römischen Reiches oder anderer ausgesparter, gescheiterter Großreiche nicht mehr mit wissenschaftlicher Seriosität geschlussfolgert werden könnte.
Bemerkenswert ist, dass das Schema der langsamen Degenerierung über schleichenden Abbau von kulturellen sowie natürlich gegebenen Ressourcen sowohl verhältnismäßig primitive, fast noch steinzeitliche Gesellschaften genauso unerwartet treffen kann wie hochentwickelte und militärisch fast unbesiegbare Großreiche. Den Kassandrarufern der damaligen Zeit zum Trotz wurden Fanatismus und Größenwahn zum Leitmotiv und im Nachhinein ersichtlich unsinnige und selbstzerstörerische Mechanismen sickerten in die Politik ein, bis diese als normal akzeptiert und Kritik bis zum Untergang negiert wurde.
An diesem Punkt bietet es sich an den Bogen zur Gegenwart zu spannen und das klassische Wiederholen der Geschichte anhand verschiedener Beispiele zu illustrieren. So werden auch nach Dutzenden plastischer und anschaulicher Lernbeispiele aus der Geschichte davon, was man als Staat tunlichst vermeiden sollte, heute die gleichen, eigentlich klar erkennbaren Fehler begangen. Sei es fahrlässige, irreversible Umweltzerstörung, politische Destabilisierung bis zum Zerbrechen des Staatsgebildes samt Genozid und Zerstörung der kärglichen Infrastruktur über Rückfall in archaische Regierungsformen und Gottesstaaten gibt es eine breite Palette von Mustern, deren Verwendung der Menschheit derart erstrebenswert zu sein scheint, dass immer erneute Versuche nicht mehr als Beharrlichkeit ausgelegt werden können. Sondern schlichtweg nur mehr als Ignoranz und Inkompetenz von Führungseliten, denen ein kurzes Überlesen eines beliebigen Geschichtsatlasses mannigfache Beispiele für die Sinnlosigkeit ihres momentanen Handelns geben könnte.
Die große und bange Frage nach Abschluss der Lektüre bleibt die, ob wir wohl nicht schon ein klein wenig zu lange auf einen Zug aufgesprungen sind, der nicht nur, wie im Buch beschrieben einzelne Inseln, Landstriche oder Staaten, sondern den gesamten Planeten und die darauf befindliche Zivilisation, also uns, auf direkten Weg in den Abgrund steuert.
- Yuval Noah Harari
NEXUS
(22)Aktuelle Rezension von: Burkhard_HankeYuval Noah Harari schafft es, große Fragen der Gegenwart und Zukunft so zu erzählen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Nexus liest sich spannend wie ein Krimi, liefert faktenreiche Analysen wie ein Sachbuch und wirkt zugleich beklemmend wie ein Thriller. Ein Werk, das gleichermaßen fesselt, aufrüttelt und nachdenklich macht – Pflichtlektüre für alle, die unsere Welt verstehen wollen.
- Carel van Schaik
Das Tagebuch der Menschheit
(9)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliEvolution und Bibel? - Diese Kombination assoziieren wir mit Streitgesprächen. An vorderster Front sehen wir den Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der sich ‚militanter Atheist’ nennt und erklärt, der Gott des Alten Testaments sei „ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker, ein rachesüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer: ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, grössenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“
Deshalb war ich einigermassen überrascht, als im anthropologischen Museum Zürich eine Zeitung der reformierten Kirche auflag. Noch einmal überrascht war ich, in dieser Zeitung ein Interview mit dem Direktor des anthropologischen Museums Zürich, Carel van Schaik, zu lesen. Thema des Interviews: Der Bestseller ‚Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät’, den van Schaik zusammen mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalist Kai Michel schrieb, der in den Zeitungen ‚Die Zeit’, ‚FACTS’ und ‚Die Weltwoche’ zu Themen Archäologie, Religion und Evolution bearbeitete.
Tatsächlich zeigen uns van Schaik und Michel Schätze der Bibel, die auch Atheisten begeistern dürften. Sie erreichen dies, indem sie eine eigentlich naheliegende Perspektive einnehmen: Sie lesen die Bibel als ‚Buch der Bücher’, als weltweit reichste Sammlung historischer Zeugnisse, als Tagebuch der Menschheit, in dem über mehr als tausend Jahre verschiedene Menschen ihre Gedanken, Fragen und Ideen festhielten. Diese Berichte vergleichen sie mit den Erkenntnissen der Archäologie und erreichen dadurch ein wesentlich lebendigeres Bild der Antike, aber auch der Frühgeschichte.
Natürlich bemerken auch die Autoren die Brutalität des alttestamentlichen Gottes. Sie untersuchen aber, wie denn aus der von Dämonen und Geistern erfüllten Welt der Jäger und Sammler ein einziger, allmächtiger, aber grausamer Gott wachsen konnte. Fast könnte man sagen, sie unterziehen den grausamen Gott einer Psychoanalyse und ergründen in dessen ‚frühester Kindheit’, worin denn die Grausamkeit gründet.
Die originelle und überzeugend belegte These: Durch die Sesshaftwerdung traten ungekannte Naturkatastrophen von geradezu apokalyptischen Ausmassen auf, Katastrophen, welche die Macht von Dämonen oder lokalen Göttern bei weitem überstiegen. Wenn ein Erdbeben eine ganze Stadt zertrümmerte, wenn Hunderte von Menschen in einem Tsunami ertranken oder von einem Vulkan verschüttet wurden, dann musste eine gewaltige Macht dahinter stehen.
Anschaulich schildern die Autoren, wie sich in den ungeschickt gebauten ersten Städten Seuchen ausbreiten, oft durch Haustiere eingeschleppt, welche in Jägerkulturen noch kaum bekannt waren. Nachvollziehbar ist auch das moralische Dilemma, als die ersten Bauern ihre Felder schützen wollten. In Jahrmillionen langer Evolution hat sich das Naturgesetz in unsere Gene eingegraben, alles, was die Erde hergibt, gehöre allen. Früchte, die noch am Baum hängen, die man aber doch nicht essen darf, waren undenkbar. Ein Bauer, der seine Ernte verteidigt, der wie Kain seinen eigenen Bruder erschlägt, nachdem er ihn heimtückisch mit reifen Feldfrüchten angelockt hat, so etwas gab es unter Jägern nicht.
Van Schaik und Michel anerkennen die kulturelle Meisterleistung, die intuitive, angeborene Jägerethik zu überwinden und dem Bauern zu seinem überlebensnotwendigen Recht zu verhelfen. Sie machen aber auch klar, welche Kraftanstrengung nötig war, der Jägernatur eine zweite oder gar eine dritte Natur anzuerziehen.
So führen uns die Autoren durch die Abschnitte der Bibel von der Schöpfungsgeschichte über Moses, die Könige über Jesus bis zu den Evangelisten. Sie berücksichtigen dabei, wann und in welchem Zusammenhang eine Textstelle zum ersten Mal auftaucht und ziehen auch Texte anderer Kulturen hinzu oder hebräische Texte, die es nicht in den offiziellen Kanon der Bibel geschafft haben. Sie zeigen, wie sich parallel zur kulturellen Evolution des Menschen auch der Gott Jahwe entwickelt hat.
In diesem Punkt unterscheiden sich Van Schaik/Michel am stärksten von Dawkins: Sie zeigen Hochachtung für die grandiose kulturelle Leistung, die angeborene Jäger- und Sammlermentalität zu überwinden und Gesellschaftsformen zu erfinden, die für Bauern, Händler und insbesondere für Städter tauglich waren. Sie honorieren, dass die Bibelautoren diese kulturelle Evolution über weite Strecken initiierten. Tragisch liest sich vor diesem Hintergrund der Satz in Kapitel 19: „Um das Jahr 400n. Chr. Jedoch wurde die Bibel durch die Kanonisierung ihrer Schriften schockgefroren.
Tatsächlich wurde die Entwicklung des Christentums durch die Kanonisierung zumindest stark gebremst. Kühn scheint mir daher die These, durch das Christentum seien die Wissenschaften und die Demokratie gefördert worden. Wissenschaften seien in einer monotheistischen Religion entwickelt worden, weil es eher denkbar sei, die Gedanken und Pläne eines einzelnen Gottes zu ergründen, als die eines in sich zerstrittenen Pantheon. Natürlich waren bis vor kurzer Zeit praktisch alle westlichen Wissenschaftler Christen oder Juden, wohl aber vor allem mangels Alternativen.
Spannend ist aber die Frage, die van Schaik und Michel zum Abschluss aufwerfen: Wie würde das Abendland heute aussehen, wenn die Kanonisierung nie stattgefunden hätte? Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Religion nicht eingefroren, sondern stetig weiter entwickelt hätten und heute vielleicht am 5. Testament schreiben würden?
Das ‚Tagebuch der Menschheit’ ist eine unterhaltsam geschriebene, durchwegs gelungene und empfehlenswerte Hommage zweier Agnostiker an das Buch der Bücher, das wichtigste Buch des Abendlandes.
Nachtrag vom 1. Oktober 2017
Im Podcast der Skeptiker Schweiz habe ich ein Interview mit Carel van Schaik zu diesem Buch geführt.
- Yuval Noah Harari
Eine kurze Geschichte der Menschheit
(26)Aktuelle Rezension von: Ro_KeKlappentext (Lovelybooks):
Eine kurzweilige Reise durch 2 Millionen Jahre.
Vor 100.000 Jahren war der Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Unsere Vorfahren teilten sich den Planeten mit mindestens fünf weiteren menschlichen Spezies und die Rolle, die sie im Ökosystem spielten, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70.000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens, und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herrn des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems werden ließ.
Meine Meinung:
„Die Geschichte hat sich noch nicht für ein Ziel entschieden - welchen Weg sie einschlagen wird, könnte noch immer von einer Vielzahl von Zufällen abhängen.“
Zunächst einmal gehört diesem Werk mein absoluter Respekt gezollt, denn es ist eine geistige Höchstleistung, einen so weit umfassenden Einblick in die Geschichte der Menschheit zu verfassen und vor allem, zu sämtlichen „Stationen“ eine Meinung zu besitzen, die so viel zu erzählen hat.
Seine Meinung bzw. Behauptungen präsentiert Yuval Noah Harari meist auf sehr provokante Weise. Ein Ton, der mir zwar durchaus gefällt, jedoch oftmals stützende Quellen vermissen lässt, wenn er z. B. im saloppen Ton, wissenschaftliche Erkenntnisse von Psychologen und Soziologen nicht nur in Frage stellt, sondern denen mangelnde Kompetenz vorwirft.
So zieht es sich ein wenig wie ein roter Faden, dass mir seine Meinung als „Weisheit letzter Schluss“ verkauft wird und durch seine vielen Gedankenexperimente fühlte ich mich an mancher Stelle in diesen sogar ein Stück weit manipuliert.
Als Unterhaltungslektüre mit lehrreichem Mehrwert funktioniert dieses Werk aber hervorragend, da der Autor es meisterhaft versteht, den Leser zu entertainen und die Gedanken anzuregen. Nur sollte man nicht alles für bare Münze nehmen.
Sprecher Jürgen Holdorf hat den „Uni-Vorlesungssaal-Charakter“ sehr gut transportiert und machte es für mich zu einem kurzweiligen Hörvergnügen.
Fazit:
Der Weg des Menschen vom Homo Sapiens zum Selfmade-Gott wird anhand provokanter Thesen sehr unterhaltsam und lehrreich dargestellt. - Johannes Krause
Die Reise unserer Gene: Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Reza Aslan
Gott
(12)Aktuelle Rezension von: JazzH"Gott" von Reza Aslan ist eine Monographie über das Thema Gott.
Positiv: Er beginnt seine Recherche mit dem klassischen, was jeder am Anfang über Religion und Glauben im Westen lernt: Adam und Eva. Allerdings rezitiert er nicht wie man sofort erwartet einfach nur die großen Buchreligionen, sondern geht tiefer in die Materie. Er nutzt Höhlenforschung. Beziehungsweise die Malereien, die noch bis heute erhalten sind.
Aufschlussreich: Er rezitiert Sagen wie Noahs Arche, die in vielen Religionen den Weg gefunden haben und warum dies so sei. Zudem schreibt er, dass die aktuelle Deutung von Götzenanbetern falsch sei. Nicht die Steine, sondern die Seelen, die in den Steinen saßen, wurden angebetet.
Negativ: Leider fasst er sich manchmal sehr kurz, indem er schreibt: "Wissenschaftler deuten...." ohne Erklärung und Begründung, warum sie das denn so deuten.
Außerdem geht es gerade am Anfang mir viel zu lange und zu sehr um Adam und Eva und nicht direkt um Gott. Mittig bis zum Schluss rezitiert er viele Sagen/Prophetengeschichten und erklärt jeweils deren "Götter"-Verständnis. Möglicherweise ist das für Religionsinteressierte etwas langweilig, denn es könnte einem wie eine schon zuvor gelesene Wiederholung vorkommen - für diejenigen, die sich mit der Bibel bzw. mit den Geschichten schon einmal auseinandergesetzt haben. [Denn es sollte für keinen gebildeten Menschen etwas Neues sein, dass alle abrahamitischen Religionen einen Ursprung haben.] Aber es kommen auch die Pharaonen und Zoroaster vor [Buddhismus, Hinduismus, Sikh nicht leider].
Er endet mit seiner persönlichen Idee von Gott, die mir sehr neu vorkam und von der ich bisher noch nicht sehr viel gelesen und gehört hatte.
Fazit: Empfehlenswert für alle tiefreligiösen Menschen, ganz egal welcher Religionsgruppe sie angehören. Selbst Atheisten empfehle ich das Buch ausdrücklich, man erfährt sehr viel über die Menschheitsgeschichte und deren Erkenntnisse/Gedanken über Gott.
- Johannes Krause
Die Reise unserer Gene
(17)Aktuelle Rezension von: AischaDie Paläogenetik befasst sich mit der Analyse genetischer Proben fossiler und prähistorischer Überreste von Organismen. Was zunächst etwas sperrig klingt und nur für Fachleute interessant erscheinen mag, erweist sich durch dieses Sachbuch schon nach wenigen Kapiteln als spannender, überraschender Streifzug durch die Vergangenheit der menschlichen Spezies. Dies war für mich wirklich neu: Die Forschungsergebnisse aus einem Teilgebiet der Biologie führen zu neuen Erkenntnissen in der Geschichtsschreibung! Selbst studierte Naturwissenschaftlerin dachte ich eigentlich, über aktuelle Debatten in Humangenetik und Anthropologie einigermaßen auf dem laufenden zu sein. Weit gefehlt - selten habe ich in einem Buch so schnell so viel dazu gelernt.
Das Sachbuch ist durchaus anspruchsvoll und fordert die Leser*innen. Doch bleibt die Unterhaltung dabei nicht auf der Strecke. Das Autorenduo, der Biochemiker, Genetiker und Anthropologe Prof. Johannes Krause und Wissenschaftsjournalist Thomas Trappe haben sich hier offensichtlich bestens ergänzt.
Auch die Ausstattung des Hardcovers ist hervorragend. Eine Vielzahl an Abbildungen und Grafiken veranschaulicht den Text, auf Vor- und Nachsatz illustrieren farbige Karten historische Besiedlung der Welt und frühere Kulturkreise.
Das letzte Kapitel wird politisch und unterscheidet sich vom Rest, indem es subjektive Meinungen zum Ausdruck bringt. Diese muss man nicht teilen, aber sie eingen sich gut als Ausgang für eine Diskussion über aktuelle Migrationsbewegungen.
- Philippe Brenot
Sex Story
(38)Aktuelle Rezension von: le_petit_renardIn diesem Buch werden alle Fakten der Geschichte der Sexualität in einer Art Comic gezeigt. Beschrieben werden Praktiken, Herausforderungen rund um das Thema - insbesondere die Rolle der Frau und auch die Homosexualität werden veranschaulicht. Ein interessantes und lehrreiches Buch, aber eben keine Standardlektüre. Die Comiczeichnungen sind lustig gemacht und stellen auf anschauliche Weise das Wissen dar. Die Zeichnungen selbst sind sehr gelungen und bietet sicherlich Inspiration für das ein oder andere Künstlerherz. Dabei sind die Zeichnungen nicht anstößig - was doch eine Kunst bei dem Thema an sich ist. Insgesamt fand ich die Idee des Buches nett, mal was anderes - aber für 5 Sterne hat es mich nicht ganz überzeugt. Daher sehr gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich in der Geschichte zu Sexualität weiterbilden wollen.
- Steven Pinker
Das unbeschriebene Blatt
(4)Aktuelle Rezension von: dominonaWarum ist unser Gehirn bei der Geburt eben kein unbeschriebenes Blatt und was lässt und so krampfhaft an der Vorstellung festhalten, es wäre so? Pinker führt durch den wissenschaftlichen Urwald, was zu einer Menge Wissenschaftsblabla führt, aber wenn man durch die unterschiedlichen Theorien erstmal durch ist, kommt man zu sich selbst und Pinkers Dekonstruktion. Man braucht insgesamt einen langen Atem, aber es vermittelt Denkansätze, für die ich dem Autor dankbar bin. - Kurt Kotrschal
Mensch
(4)Aktuelle Rezension von: sab-mzKurt Kotrschal ist Professor für Verhaltensbiologie an der Universität Wien.
Er und sein Team forschen im Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn.
Er ist ausgewiesener Wolfsliebhaber und -experte.
Der Autor beschäftigt sich in dem vorliegenden Buch mit dem Wolf, dem Mythos um dieses wundervolle Tier. Wer kennt den Wolf nicht aus den Märchen seiner Kindheitstage?
Den "bösen Wolf", aber ist er wirklich böse?
Oder ist er ein Freund des Menschen?
Dies hat Kurt Kotrschal erforscht. Er und sein Team sind keine Theoretiker, nein sie leben mit den Wölfen.
Er räumt in diesem, wissenschaftlich fundierten und sehr verständlich geschriebenen, Buch auf mit den alten Mythen, den Vorurteilen, die den Wolf betreffen, der zum Freund des Menschen werden kann.
Ausserdem zieht der Autor Parallelen zum Hund und vergleicht was hat der Wolf mit dem Hund zu tuen.
Ist der Wolf wirklich der Urvater der Hunde?
Was können wir aus dem Wolfsverhalten lernen für den Umgang mit unserem Hund?
Das Buch ist sehr gut strukturiert, es behandelt die Biologie des Wolfes und deren Zusammenhang mit Mensch und Hunde genauso wie das Verhalten des Wolfes innerhalb des Rudels und auch zwischen Mensch und Wolf, den Ursprung der Wolfsforschung lässt er ebenso wenig aus wie den Weg vom Wolf zum Hund.
Dieses Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Vor allem merkt man dem gesamten Buch diese Liebe des Autors zum Wolf an. Kurt Kotrschal schildert den Wolf und seine Erfahrungen so eindrucksvoll und einfühlsam, dass man als Leser Lust bekommt sich weiter mit dem Thema Wolf zu beschäftigen.
Angereichert wird es durch wundervolle Fotos. Fotos, die Tierliebhaber dahinschmelzen lassen.
Gibt es treuere Augen als die eines Wolfes?
Im Anhang findet sich weiterführende Literatur zu den Themen.
Mein Fazit: Ein Buch für alle Wolfsliebhaber, für die ist es ein Muss, mehr Kompetenz geht wohl kaum.
Ebenso für alle Hundehalter, die sich mit dem Verhalten ihres Hundes auseinandersetzen wollen, ihn verstehen wollen, für Hundetrainer und für alle Menschen, die sich für Tiere interessieren und etwas mehr erfahren wollen über deren Verhalten.
- Yuval Noah Harari
Homo Deus
(13)Aktuelle Rezension von: RavenDas Hörbuch "Homo Deus" von Yuval Noah Harari hat einen Umfang von 17 Stunden und 13 Minuten und ist bei dem Hörverlag erschienen. Die Hardcoverausgabe hat einen Umfang von 576 Seiten und ist bei C. H. Beck erschienen.
Das Buch ist in Hardcover- Softcover- Ebookausgabe und als Hörbuch zu erhalten. In der Hardcoverausgabe macht es einen sehr wertigen Eindruck mit mitteldicken Leseseiten und abnehmbaren Schutzumschlag, sowie Lesebändchen. Enthalten sind zu den einzelnen Kapiteln einige Fotos und Illustrationen zur Verdeutlichung des Sachtextes.
Der Hörbuchsprecher hat als Audio eine sehr angenehme Stimme, die zu dem Sachbuch sehr gut passt.
Das Werk beschäftigt sich mit der Zukunft des Menschen.
Das Hörbuch/Buch ist spannend und lehrreich. Es regt den eigenen Geist und die Vorstellungskraft an. Was könnte mit der Menschheit in der Zukunft geschehen. Welche neuen Religionen könnte es geben und werden die Menschen weiterhin die Welt beherrschen und inwiefern werden Biotechnologie und künstliche Intelligenz uns sogar bedrohen? Harari beschäftigt sich mit der Suche nach der Unsterblichkeit, grenzenlosem Glück und gottgleichen Schöpfungen. Der Autor setzt sich biologisch, wissenschaftlich, philosophisch und gesellschaftskritisch mit der Zukunftswelt und unserem Platz in dieser Welt auseinandersetzen. Er stellt viele Zusammenhänge her zwischen Sinn, Macht, Algorithmen und biometrischen Formeln. Dabei fängt er beim Urschleim an wo die Menschen den Schriften Macht verliehen haben, die Religion VS Wissenschaft bis hin zum Dataismus, einigen zukünftigen Entwicklungen, die bereits in der Herstellung sind und vielen Thesen für die Zukunft. An einigen Stellen wurde mir das Hörbuch etwas zäh und langatmig und konnte mich nicht so überzeugen wie das erste Buch "Homo Sapiens". Dennoch halte ich es für eine sehr interessante Literatur, die man sich durchaus gönnen kann, ob als Print- oder Hörbuchausgabe. Das Buch endet offen und lässt uns mit Fragen zurück, mit denen wir uns selbst beschäftigen dürfen.
Da mir das Hörbuch so gut gefallen hat, hab ich mir zur Ergänzung die Printausgabe zugelegt, in der zusätzlich noch Illustrationen und Fotos enthalten sind und mit der man das Gehörte nochmals vertiefen kann.
Fazit: Ein unglaublich spannendes und lehrreiches Hörbuch mit einem sehr angenehmen und stimmlich passenden Sprecher. Sehr spannende und lehrreiche Literatur. Es gibt viele Thesen und mögliche Entwicklungen für den Mensch in der Zukunft. Es wird sich mit einigen Themen biologisch, wissenschaftlich, philosophisch und gesellschaftskritisch auseinandergesetzt. Das Hörbuch/Buch hat einige Längen im Gegensatz zu Hararis erstem Werk. Dennoch regt es den Geist außerordentlich an. Eine absolute Hör- und Leseempfehlung. - Nico Beator
Der Schatzkompass
(19)Aktuelle Rezension von: jalaltamimNico Beator legt mit Der Schatzkompass ein inspirierendes Werk vor, das Leserinnen und Leser dazu ermutigt, ihre Lebensziele zu hinterfragen und bewusst neue Wege einzuschlagen. Besonders eindrucksvoll ist der Abschnitt, in dem Beator das Hamsterrad des Alltagslebens thematisiert – eine treffende Metapher für die monotone Routine, in der viele Menschen gefangen sind.
Der Autor argumentiert überzeugend, dass wir uns von gesellschaftlich vorgegebenen Strukturen lösen und unseren persönlichen "Schatzkompass" finden müssen. Dabei geht es nicht nur um materielle Ziele, sondern vor allem um innere Erfüllung und die Wiederentdeckung individueller Träume. Beators Schreibstil ist klar, motivierend und praxisnah, was es leicht macht, den Impuls zur Veränderung in die Tat umzusetzen.
Dieser Teil des Buches regt besonders zum Nachdenken an: Es ist eine Erinnerung daran, dass Freiheit nicht nur ein äußeres, sondern auch ein inneres Ziel ist – und dass der Weg dorthin mit mutigen Entscheidungen beginnt.
Ich kenne Nico Beator persönlich und kann sagen, dass er meines Erachtens in dieser Hinsicht erfolgreich war – ein inspirierendes Beispiel dafür, dass ein Leben nach den Prinzipien seines Buches möglich ist. Genau das wünsche ich mir auch für mich selbst. Sein Erfolg und seine Überzeugungen machen das Buch umso glaubwürdiger und motivierender.
Der Schatzkompass. Dieser Titel spiegelt perfekt wider, wie authentisch und überzeugend Nico Beator die Prinzipien seines Buches verkörpert. Er gibt nicht nur theoretische Ratschläge, sondern zeigt durch sein eigenes Leben, dass es möglich ist, aus dem Hamsterrad auszubrechen und seinem inneren Kompass zu folgen.























