Bücher mit dem Tag "metapher"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "metapher" gekennzeichnet haben.

19 Bücher

  1. Cover des Buches Dracula (ISBN: 9783755300298)
    Bram Stoker

    Dracula

    (1.173)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Dracula funktioniert auf einer Metaebene, die über Horror hinausgeht. Der Graf ist eine Metapher für jede externe Kraft, die in ein Bewusstsein eindringt und es langsam überschreibt — die Opfer verlieren nicht ihr Leben, sondern zuerst ihre Identität. Was Stoker beschreibt, ist die Auflösung von Grenzen zwischen Selbst und Anderem, die Infiltration von innen heraus. Als Horrorgeschichte ist das Buch ein Klassiker; als Identitätsstudie ist es unterschätzt.

  2. Cover des Buches Die Blutlinie (ISBN: 9783404169368)
    Cody McFadyen

    Die Blutlinie

    (4.586)
    Aktuelle Rezension von: libraryoflaura

    𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?

    In „Die Blutlinie“ geht es um die FBI-Agentin Smoky Barrett, die nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag zurück in den Dienst kehrt.

    Ihre beste Freundin wurde grausam ermordet und der Täter, der sich selbst „Jack Junior“ nennt, behauptet, ein direkter Nachfahre von Jack the Ripper zu sein.

    Er beginnt ein krankes Spiel mit Smoky, bei dem sie an ihre absoluten Grenzen gehen muss, um ihn und seine „Blutlinie“ zu stoppen.


    𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:

    • Die Ich-Perspektive: Das hat mir hier richtig gut gefallen, man fühlt sich durch die tiefen Einblicke in Smokys Gedankenwelt, als wäre man mittendrin im Geschehen.

    • Der Spannungsaufbau: Es dauerte nicht lange, bis es spannend wurde, denn schon am Anfang wird man direkt in das blutige Geschehen reingerissen. Gänsehaut pur!

    • Der Einstieg: Man braucht nicht erst 100 Seiten oder mehr, bis es losgeht, was den Lesefluss extrem steigert.


    𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:

    • Hier gibt es eigentlich kaum etwas auszusetzen, außer dass man für diesen Thriller definitiv starke Nerven braucht, da er sehr intensiv und stellenweise wirklich brutal ist.


    𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:

    Muss man gelesen haben!

    Ich kann mir vorstellen, dass sich dieses Buch perfekt für eine Leseflaute eignet, da es sofort packend ist.

    Eine klare Empfehlung für alle Thriller-Fans, die es gerne etwas härter mögen.

    Ich bin gespannt auf die weiteren Bände der Reihe um Smoky Barrett.

  3. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783351042608)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

    (623)
    Aktuelle Rezension von: Helena_Kawaii

    Dieses Buch hat mich nach dem Lesen noch lange weiter beschäftigt.  

    Zuerst möchte ich den besonderen Schreibstil hervorheben. Er ist kühl, präzise aber gleichzeitig trieft er nur von Symbolik und poetischer Sprache. Dieser nüchterne Schreibstil und die fehlende Emotionalität machen die Ereignisse der Geschichte umso eindringlicher und verstörender. Die Entscheidung der Hauptperson „Yong-Hye“ zum Veganismus (der Titel passt eigentlich nicht, da sie auf alle tierischen Produkte verzichtet), darf hierbei nicht als einfache Ernährungsumstellung gesehen werden, sondern agiert vielmehr als radialer Akt der Selbstbestimmung in einem unglaublich starren Patriarchat. Das Buch bzw. viel mehr die Denkweise und das Verhalten der Außenstehenden bzw. vorrangig der Familie von Yong-Hye  haben mich verstört und sehr wütend gemacht. Das Buch verstört also, aber zwingt gleichzeitig dazu, seine eigenen Denkweisen zu hinterfragen. Hans Buch übt gnadenlose Gesellschaftskritik und behandelt dabei Themen wie Machtverhältnisse, Kontrolle, Patriarchat und in gewisser Weise auch Veganismus. Wobei letzteres eher symbolisch zu sehen ist. 

    Besonders beeindruckend finde ich, dass „Die Vegetarierin“ bereits 2007, also vor fast 20 Jahren erschienen ist, aber heute aktueller denn je wirkt. Auch heutzutage hat sich an Themen wie Rollen im Patriarchat, gesellschaftlichem Anpassungsdruck und Selbstentfaltung  in der Gesellschaft kaum was geändert, sodass das Buch sich fast schon wie ein Kommentar zur Gegenwart liest. 

    Hans Werk ist definitiv kein leichtes Werk, aber umso wichtiger. Es verstört, regt aber zum nachdenken an und beeindruckt mit symbolischer Gesellschaftskritik. 

    Bewertung: 5 von 5 Sternen 


  4. Cover des Buches A Different Blue (ISBN: 9783736314924)
    Amy Harmon

    A Different Blue

    (232)
    Aktuelle Rezension von: Elkes_Literaturwolke

    Inhaltsangabe:

    Blue Echohawk weiß nicht, wie sie wirklich heißt und wann ihr Geburtstag ist. Sie lebt bei ihrer Tante in der Nähe von Las Vegas. Weder kennt sie ihre Mutter noch ihren Vater. Nur dass ein amerikanischer Ureinwohner namens Jimmy sie im Alter von ca. 2 Jahren aufgelesen und sich seither um sie gekümmert hat, weiß sie. Allerdings verstarb er plötzlich, als sie 10 Jahre alt war! Und von Jimmy hat sie gelernt, welche Kunststücke aus Holz möglich sind.

    Sie ist im letzten Jahr der Highschool und ihre auffällige Erscheinung ist eine Warnung für alle. Sie will in Ruhe gelassen werden und das Jahr irgendwie hinter sich bringen. Allerdings hat sie die Rechnung ohne den Geschichtslehrer für Europäische Geschichte gemacht: Darcy Wilson, ein britisches Wunderkind und daher schon mit 22 Jahren Lehrkraft, zeigt ihr, wie die Welt noch sein kann, voller Geheimnisse und Wunder.

    Langsam bekommt ihr Panzer Risse und stellt ihre Welt aber sich auf den Kopf. Sie hinterfragt plötzlich ihr Leben und ihre Haltung. Aber ihr werden Steine in den Weg gelegt und sie muss schwere Entscheidungen treffen. Wilson ist immer an ihrer Seite, aber kann es da mehr geben als nur Freundschaft?

    Irgendwann ist für Blue klar, dass sie sich in Wilson verliebt hat. Aber was ist mit ihm? Wird er in ihr mehr sehen als nur seine schwierige Schülerin?

    Mein Fazit:

    Es ist eine wunderbare Geschichte um Liebe, Freundschaft und dem eigenen Sein.

    Es begann als Tragödie. Blue ist allein auf der Welt. Ihre Tante interessiert sich kaum für sie. Trotz aller Bemühungen, sich hinter Schminke und einem losen Mundwerk zu verstecken, wirkt sie auf einige Menschen attraktiv und interessant. Sie fühlt sich ohne Identität und hat auch lange Zeit keine Lust, ihrem Ursprung auf den Grund zu gehen. Bis sie ihren Lehrer kennen lernt.

    Eigentlich ist Darcy Wilson viel zu jung, um als Lehrkraft zu arbeiten. Aber er hat als Kind und Jugendlicher hart an sich gearbeitet, um nun im Alter von nur 22 Jahren als unkonventioneller Geschichtslehrer zu arbeiten. Er gibt es nicht zu, aber er interessiert sich sehr schnell für Blue und versucht ihren frechen Bemerkungen immer wieder zu kontern. Die Magie zwischen ihnen ist sehr schnell zu spüren und doch gibt es viele Gründe, warum gerade sie beide nicht näher aufeinander zugehen sollten. Sie ist seine Schülerin, wenn auch im letzten Jahr!

    Amy Harmon schafft es, eine wunderbare Geschichte zu erzählen, ohne dass es kitschig wirkt. Sie hat hier wirklich sehr verdrehte Charaktere geschaffen, die zwar scharf schießen, aber im Grunde ihres Herzens sehr liebenswürdige und einsame Seelen sind. Die Geschichte erzählt Blue aus ihrer Sicht und was ich sehr witzig finde, die Kapitel werden alle mit eigenständigen blauen Farben benannt!

    Zum Schluss zog es sich ein bisschen hin und das eigentliche Thema, nämlich ihre wahre Identität, wird ungewöhnlich kurz und knapp gehalten. Dabei werden immer wieder Weisheiten von den amerikanischen Ureinwohnern erzählt. Gerade die finde ich sehr spannend, auch wenn das Schicksal dieser Menschen für Außenstehende nur sehr schwer zu verstehen ist.

    Eine Geschichte zum Versinken und um die Sichtweisen von anderen Menschen kennen zu lernen. Ich habe es sehr genossen und kann es ohne weiteres mit fünf Sternen empfehlen! Ich freue mich auf viele weitere Geschichten dieser Autorin.

  5. Cover des Buches Das Spiel der Götter (8) (ISBN: 9783734160394)
    Steven Erikson

    Das Spiel der Götter (8)

    (37)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    "Kein Volk ist einzigartig oder etwas Besonderes - oder genauer, sollte es zu seinem eigenen Wohl besser nicht sein."

    Das Krächzen einer Krähe weckt mich. Doch noch immer bin ich so unsagbar müde. Als mein Blick über den Himmel gleitet, entdecke ich die Krähe, welche mich weckte und erneut dringt ihr raues Krächzen an mein Ohr. Es verursacht mir eine Gänsehaut - was allerdings nicht allein ihrem Rufen geschuldet ist, nein! Diese Krähe ist weiß und das bedeutet ein Unheil zieht auf...

    Ich bin Gast bei Trull Sengar und seiner Familie. Der Hexenkönig, Hannan Mosag, hat eine Versammlung einberufen, bei der er den Brüdern Forcht, Trull, Binadas und Rhulad, sowie den beiden Söhnen der Familie Buhn, einen wichtigen Auftrag überträgt. Sie sollen sich auf den Weg in die Eisfelder machen, um dort im Norden, wo einst die Jheck lebten, etwas Wichtiges für ihn zu besorgen. Etwas, das im Eis versteckt ist. Es versteht sich von selbst, dass ich die jungen Männer begleite, bin ich doch neugierig auf die Eisfelder, welche ich nie zuvor gesehen habe. Doch diese Quest stellte sich von Anfang bis Ende als riesengroßer Fehler heraus ...

    Aber das ist nicht unser einziges Problem. Schon seit einiger Zeit verstoßen die Letherii gegen die alten Verträge und Hannan Mosag ist sich durchaus bewusst, dass ihm die Zeit davonläuft. Die Letherii werden kommen. Sie werden kommen, um die Tiste Edur zu vernichten. Ich glaube ihnen ist nicht klar, dass die Edur keineswegs mehr die leichte Beute sind, die sie mal waren. Es stimmt, dass es nur noch sechs Stämme gibt. Jedoch vereinen sie sich alle unter dem Hexenkönig und ich sah auf der Versammlung viele starke Krieger unter ihnen. Die Karten sind noch nicht gemischt und die Würfel noch nicht gefallen. Welches Spiel die Götter spielen erfahren wir als letzte...

    "Wir waren ein gefallenes Volk, und der Imperator verkündet, dass wir wieder emporsteigen werden. Er ist wahnsinnig, denn wir steigen nicht empor. Wir fallen - und ich fürchte, dieser Abstieg wird kein Ende finden."

    Dieser achte Band greift zurück in eine Zeit, die vor dem ersten Band spielt und in eine Region, die dem Malazinischen Imperium gänzlich unbekannt ist. Es ist eine Reise, in die Vergangenheit der Tiste Edur, ihrer Götter und ihrer Feinde, der Letherii. Eine Reise, die ich sehr interessant finde und bei der ich gespannt bin, wo Erikson mit uns hin will.

    Besonders geliebt habe in diesem Band die witzigen Dialoge zwischen Tehol und seinem Diener Bagg und als im Verlauf der Geschichte noch die tote Diebin Shurq Elalle hinzu kam, wurde es doch gleich noch eine Spur amüsanter. Es ist die Art von trockenem Humor, der mich beim Lesen schmunzeln lässt.

    Insgesamt war dieser Band etwas ruhiger, was aber sicher auch daran liegt, dass - mit Ausnahme von Band 1 - die Bände im Deutschen immer auf zwei Bücher aufgeteilt wurden. Zum Ende des Buches hat man jedoch schon gemerkt, dass sich die Situation nun zuspitzen wird.

  6. Cover des Buches Vier.Zwei.Eins. (ISBN: 9783596702954)
    Erin Kelly

    Vier.Zwei.Eins.

    (196)
    Aktuelle Rezension von: mariposa27

    Das Buch braucht etwas, um wirklich beim Leser anzulaufen. Das liegt nicht zuletzt an der Erzählweise, denn "Vier.Zwei.Eins." wird aus zwei Sichten und zusätzlich noch auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen ist da Lauras und zum anderen Kits Erzählsicht. Laura erzählt sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit.

    Sobald die Erzählstränge zusammen laufen, steigt auch die Spannung der Geschehnisse. Er geht um eine unaufgeklärte Vergewaltigung, um Misstrauen, neue Freundschaften, Angstzustände, Unsicherheiten und doch aber auch um eine ganz eigene Interpreation von Liebe und Zuneigung.

    Es sind vier Menschen, deren Charakterzüge recht gut eingefangen wurden, die sich im Leben durchkämpfen und individuell ganz liebenswert sind. Hin und wieder fragt man sich als Leser warum bestimmte Taten nötig sind. Doch es entblättert sich nach und nach und zur Mitte des Buchs befindet man sich auf der Geraden und wird das Buch nicht mehr zur Seite legen können. Am Ende wird man sich mit dem Begriff "Egoismus" näher beschäftigen müssen. Eine in den kindlichen Tagen wichtige Eigenschaft und deren Auswirkungen, wenn man zu lange daran festhält...

  7. Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: 9783257246551)
    Sasha Filipenko

    Der ehemalige Sohn

    (93)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Ich habe es versucht. Ich habe es mehrfach versucht. Aber das Buch ist so zäh, die Sprache so schrecklich, die Handlung so langweilig, dass es mich immer wieder abgestoßen hat.

    Der Stil des Autors besitzt gar keine Schönheit. Ich würde nicht behaupten, dass er so kalt ist wie bei einem Bericht, aber ziemlich nahe dran. Man wird gleich am Anfang mit Informationen überflutet, die zu lesen sich wie eine Arbeit anfühlt, wie etwas Anstrengendes, das ich mir unnötig antun muss. Im späteren Verlauf werden die Informationen vielleicht irgendeine Rolle spielen, aber so weit bin ich nicht gekommen.

    Die Schlüsselszene, den Unfall erzählt der Autor so abstrakt, dass ich mir schwer darunter etwas vorstellen konnte. Erst nach mehrfachem Lesen habe ich ein Bild davon gehabt und sogar dann, tat ich mir schwer, der Handlung zu folgen.

    Sobald der Protagonist ins Koma fällt, erwartete ich mir eine gefühlsvollere Erzählung, aber er bleibt bei einem Stil, der nicht kälter sein könnte. Dabei macht er einen riesigen Bogen um die Gefühle und schildert es auf eine kalte Art, dass mir der Protagonist nicht leidtun konnte. Er fällt ins Koma und beim Lesen war mir das total egal.

    Das Buch wird als ein lustiger, bitterer, kämpferischer, großartiger Roman beworben, doch davon habe ich nichts merken können. Die Vernachlässigung der Sprache, die unschönen Beschreibungen, die grauenhaften Formulierungen haben genau das Gegenteil bewirkt. Vielleicht bezieht sich das auf die spätere Handlung, die ich nicht mitbekommen habe, weil ich mir das hier nicht antun konnte.

    Es ist ein schreckliches Buch, eine richtige Qual, die ich von der ersten Seite an gehasst habe. Ich habe es zwar bis zur hundertsten Seite geschafft, aber danach wollte ich keine weitere Seite mehr lesen. Die historischen Elemente sind mir egal, wenn die Sprache nicht funktioniert, wenn der Text keine Leidenschaft besitzt und wenn ich mit den Figuren nicht warmwerde.

  8. Cover des Buches Frauen, die ihre Stimme erheben. Roar. (ISBN: 9783596703463)
    Cecelia Ahern

    Frauen, die ihre Stimme erheben. Roar.

    (56)
    Aktuelle Rezension von: Nicola89

    Bestseller-Autorin Cecelia Ahern erzählt mit unglaublicher Phantasie, Witz und Gedankenspielen von Frauen am Wendepunkt. Frauen, denen Flügel wachsen. Frauen, die aus ihren Schubladen herausklettern. Frauen, die im Boden versinken und dort andere Frauen treffen. Wortwörtlich. Weil wir alle einzigartig sind. Und weil wir alle etwas aus unserer eigenen Geschichte machen können. 

    Als ich mit der ersten Geschichte begonnen habe, war ich zunächst etwas verwirrt, da ich mit dieser Art von Schreibstil nicht gerechnet hatte. Die Geschichten sind wie Metaphern und vermitteln Botschaften, die zum Nachdenken anregen. Einige davon, wie auch diese erste, werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.

    Die Kurzgeschichten haben zudem alle eine angenehme Länge und sind selten länger als 15 Seiten.

  9. Cover des Buches Die Bibliothek der Wahren Lügen (ISBN: 9783649648505)
    Jesús Cañadas

    Die Bibliothek der Wahren Lügen

    (77)
    Aktuelle Rezension von: Elkes_Literaturwolke

    Inhaltsangabe:

    Es beginnen die langen Sommerferien. Die Halbwaise Oskar feiert seinen 14. ten Geburtstag und irgendwie ist ihm nicht nach Feiern zu Mute. Seine Mutter hat ihren neuen Freund Hektor ins Haus einziehen lassen. Dabei kämpft Oskar noch immer mit der Trauer um seinen verstorbenen Vater.

    Der Vater liebte die Abenteuerromane von Simon Bruma. Oskar klammert sich verzweifelt an die Geschichten, denn die Liebe zu diesen Geschichten verband sie einst. Kurz nach dem Geburtstag erfährt Oskar von einem Wettbewerb. Der erste und einzige Preis: Ein Schreibkurs bei Simon Bruma! Obwohl er nicht teilgenommen hat und den halbherzig verfassten Beitrag in den Papierkorb geworfen hat, gewinnt er den Schreibkurs. Oskar kann es nicht fassen!

    Simon Bruma holt ihn höchstpersönlich ab. Sie fahren die weite Strecke nach Neblina zu einem Haus, das kaum einen seriösen Eindruck macht. Alles wirkt vernachlässigt und Personal gibt es auch nicht. Dafür hat Simon Bruma eine Tochter: November! Und die ist ganz schön frecht und vorlaut!

    Nach einer gruseligen Nacht möchte Oskar eigentlich wieder nach Hause, aber November und Simon Bruma können ihn davon überzeugen, das er unbedingt bleiben und ihnen helfen muss. Er ahnt nicht, das ihm das größte Abenteuer seines Lebens bevorsteht!

    Mein Fazit:

    Was für eine bezaubernde Geschichte!

    Oskar ist 14 Jahre alt und die ganze Welt ist gegen ihn. In der Schule wird er gemobbt und von Hektor, dem neuen Freund seiner Mutter, wird er ebenfalls drangsaliert. Einzig seine kleine Schwester Bibi kann seine Welt ein bisschen bunt machen. Er leibt sie abgöttisch, das wird mit jeder Zeile sichtbar! Ich wollte Oskar sofort in die Arme schließen und ihm sagen, das alles gut wird!

    Und ich dachte, er ist doch ein Glückspilz, das er diesen Schreibkurs bei Simon Bruma gewonnen hat. Ein Schreibkurs – er ist der einzige Kurs-Teilnehmer, also alles exklusiv! Aber das Haus in Neblina (der Name ist äußerst passend – gibt es den Ort in Spanien überhaupt?) macht nicht gerade den allerbesten Eindruck. Und dann die vorwitzige und freche Tochter November! Aber sie ist offenbar schwer krank ist und benötigt deshalb Oskars Hilfe. Sie macht es ihm nicht so ganz leicht, ihr zu helfen.

    Oskar erlebt das Abenteuer seines Leben. Die Figuren aus Simon Brumas Abenteuerromanen erwachen zum Leben und Oskar gibt das Skript vor, was sie tun oder sagen sollen. Er schreibt praktisch eine Fanfiction, um November vor dem zu bewahren, was ihr bevorsteht! Simon Bruma gibt dabei wertvolle Tipps zum Schreiben – was ich persönlich echt interessant finde.

    Oskar erzählt die Geschichte aus seiner Perspektive und hat hin und wieder einen Kommentar am Seitenrand im Buch notiert. Das finde ich wirklich originell! Die Figuren sind alle greifbar, die fantastische Welt ist gut ausgeschmückt und einzigartig gestaltet. Einzig die vielen verschiedenen Figuren brachten mich schon mal ins Trudeln. Aber nur kurz!

    Es ist eine tolle Geschichte für Jugendliche und junge Erwachsene, die einen Verlust erlitten haben. Es handelt von Abschied nehmen, Trauer, aber auch von Freundschaften und Zuversicht. Ich bin begeistert und vergebe gerne fünf Sterne!

  10. Cover des Buches Die Nacht der Bärin (ISBN: 9783365011201)
    Kira Mohn

    Die Nacht der Bärin

    (133)
    Aktuelle Rezension von: sedef87

    Was für eine Geschichte sich hinter diesem geblümten Cover verbirgt, lässt der Titel schon eher erahnen. Denn hinter diesen Seiten steckt ein Roman, der mich ziemlich aufgewühlt zurückgelassen hat.

    Mein Magen zieht sich immer noch zusammen, wenn ich an bestimmte Szenen denke. Momente, in denen man am liebsten eingreifen würde. Die Geschichte kurz anhalten. Den Figuren zurufen, dass sie da raus müssen.

    Es beginnt mit Jule, die nach einem heftigen Streit mit ihrem Partner aus der gemeinsamen Wohnung zu ihren Eltern flüchtet. Als kurz darauf ihre Großmutter stirbt und sie gemeinsam mit ihrer Mutter den Nachlass in dem alten Haus am Waldrand ordnet, kommen Dinge ans Licht, über die in der Familie jahrzehntelang geschwiegen wurde.

    Parallel dazu lesen wir die Geschichte der Schwestern Anna und Maja, die dort früher gelebt haben. Zwei Mädchen, die viel Zeit draußen am Wald und am See verbringen, mit Fantasiegeschichten über Feen, bis sich langsam etwas Dunkles über ihr Leben legt. Erzählt wird dieser Teil aus der Perspektive der zwölfjährigen Maja, und genau das macht die Geschichte so intensiv.

    Die Familie der Mädchen ist komplett zerrüttet. Ein Vater, der seine Frau und Kinder tyrannisiert, eine Mutter, die keinen Ausweg findet. Immer wieder tauchen zwischen den Kapiteln kurze Sätze auf, die wie Vorboten das nächste Unheil schon ankündigen:

    „Du tust, was ich dir sage.“

    "Du putzt das jetzt noch mal. Bis ich dir sage, dass es gut ist."

    Es ist kaum auszuhalten und gleichzeitig so wichtig, darüber zu erzählen. Weil es zeigt, wie zerstörerisch solche Strukturen sind und wie lange ihre Folgen nachwirken können. Die Vorstellung, dass das für einige Frauen und Kinder alltäglich ist, ist so furchtbar.

    Besonders beeindruckend ist die Feinfühligkeit, mit der Kira Mohn Majas Gedanken beschreibt. Ihre Angst, ihre Loyalität gegenüber der Schwester. Die Figuren wirken unglaublich glaubhaft und nahbar.

    „Die Nacht der Bärin“ ist atmosphärisch dicht, eindringlich und stellenweise wirklich schwer zu lesen, aber genau deshalb auch so lesenswert. 

  11. Cover des Buches Das Spiel der Götter (9) (ISBN: 9783734160400)
    Steven Erikson

    Das Spiel der Götter (9)

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Mario_Hackel

    Hier kommt ein echtes Highlight unter den Fantasy-Serien, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Roman entführt uns in eine Welt voller Intrigen, Krieg und Magie. Diese Welt ist so vielschichtig und tiefgehend, dass sie uns Leser:innen schnell in ihren Bann zieht.

    Erikson startet die Geschichte direkt inmitten eines Krieges und verzichtet dabei auf den üblichen "langsamen Einstieg". Die Malazanischen Imperiums-Armeen belagern die Stadt Pale, eine der letzten Hochburgen des aufständischen Fürsten Caladan Brood und seiner mächtigen Verbündeten. Schon zu Beginn wird klar, dass dieser Krieg nicht nur eine militärische Angelegenheit ist, sondern dass auch Magier, uralte Wesen und Götter selbst ihre Hände im Spiel haben. Die Handlung ist ziemlich komplex und entwickelt sich immer weiter in neue, miteinander verflochtene Handlungsstränge. Das ist schon eine Herausforderung für die Leserschaft, aber auch faszinierend und macht es möglich, richtig tief in das Geschehen einzutauchen.

    Erikson hat eine ganze Menge an Charakteren geschaffen, die alle ihre eigene, komplexe Hintergrundgeschichte und Motivation haben. Die enthüllt sich aber oft erst nach und nach. Die Figuren sind alles andere als "klassische" Helden. Sie sind moralisch ambivalent und mitunter schwer zu durchschauen. Besonders erwähnenswert ist die Assassinenlegende Anomander Rake. Seine kryptischen Ziele und übermenschlichen Kräfte sorgen für eine bedrohliche und gleichzeitig fesselnde Präsenz.

    Eriksons Schreibstil ist anspruchsvoll und intensiv, ohne viele Erklärungen oder Einführungen. Der Autor überlässt es dem Leser, die Welt und die Regeln dieser Fantasie-Realität selbst zu entdecken. Die Sprache ist stellenweise poetisch und oft philosophisch, was das Leseerlebnis zusätzlich vertieft.

    Was das Buch wirklich auszeichnet, ist die Art und Weise, wie es eine faszinierende Welt erschafft. Das "Malazanische Reich" und seine Nachbarstaaten sind voll von Geschichte, mythischen Wesen, unterschiedlichen Kulturen und miteinander verbundenen Intrigen. Dadurch entsteht eine lebendige, vielseitige Welt. Auch das Magiesystem ist einzigartig und geheimnisvoll. Es basiert auf sogenannten "Warrens", magischen Bereichen, die die Zauberer für ihre Kräfte anzapfen. Erikson enthüllt die Regeln und Feinheiten der Magie nur stückweise, was die Spannung und den mystischen Charakter verstärkt.

    Mein Fazit:

     "Die Gärten des Mondes" ist keine leichte Lektüre und erfordert Aufmerksamkeit und Geduld. Dafür bekommt man eine reichhaltige, immersive und fordernde Welt, die mit jedem Kapitel mehr Tiefe gewinnt. Steven Erikson bricht mit klassischen Erzählmustern und bietet eine kompromisslos komplexe und düstere Fantasy-Erfahrung die begeistert. Wer sich auf die anspruchsvolle Reise einlässt, den erwartet ein unvergleichliches literarisches Abenteuer – das Spiel der Götter hat begonnen.

  12. Cover des Buches Der Bau (ISBN: 9783745084528)
    Franz Kafka

    Der Bau

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Nelebooks

    Klappentext (LB): "Sie schildert den vergeblichen Kampf eines Tieres um die Perfektionierung seines riesigen Erdbaues zum Schutz vor Feinden. Die Erzählung handelt von der Verstrickung in die zwanghafte Beobachtung einer selbstgeschaffenen labyrinthartigen Anlage, die zunehmende Paranoia erzeugt."

    Meinung: Ich bin gut in die Geschichte hineingekommen, da man gut abgeholt wird und direkt weiß, dass es um den Bau eines Tieres (Dachs? Fuchs?) geht. Zu Anfang habe ich es noch recht aufmerksam lesen können, aber dann wurde es langatmiger und hat mir somit mehr Konzentration abverlangt. Man merkt, dass das Tier immer unruhiger, nervöser wird und quasi unter Verfolgungswahn leidet. Grundsätzlich interessant, aber eben einfach mit Längen. Es war aber eben einfach auch mal etwas anderes, da es quasi einfach aus Sicht des Tieres den Bau und dann die Gedanken etc. dazu schildert und man da als Leser mitgenommen wird.

  13. Cover des Buches Die Leiche und das Sofa (ISBN: 9783986662165)
    Tony Sandoval

    Die Leiche und das Sofa

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Estrelas

    Zwei Jugendliche begegnen einander während der Ferien und finden nicht nur eine Leiche, sondern auch die Liebe.

    Der Sommer wäre nicht besonders gewesen, die Freunde sind vermutlich verreist, die Tage ziehen dahin, ein fremdes Mädchen taucht auf, ihre Anwesenheit verspricht willkommene Abwechslung, denn auch sie ist allein. „IN DIESEN ZWEI WOCHEN HABE ICH VIEL ZEIT AUF DEM SOFA VERBRACHT UND MIR DIE 180 KANÄLE UND CHRISTIANS VERWESUNGSPROZESS ANGESEHEN.“ 

    Die Graphic Novel entwickelt einen morbiden Charme, wo Schönheit und Grusel nah beieinander liegen - schön empfinden die Protagonisten die einfachen Dinge ihrer Umgebung (ihr Gegenüber inbegriffen), gruselig wird es durch ihre Phantasie und den Fund des toten Jungens. 

    Der Zeichenstil fängt diese Kontraste zauberhaft ein, und so hat das Buch ambivalente Gefühle bei mir ausgelöst - teilweise war ich nahezu angewidert, teilweise sehr angetan. Am Ende überwiegt die Begeisterung, denn Themen, die Teenager bewegen, von Mobbing über Selbstzweifel bis zur ersten Liebe, werden authentisch verarbeitet und regen zum Nachdenken an, während der Blick an den außergewöhnlichen Zeichnungen hängenbleibt.

  14. Cover des Buches Gwendys Wunschkasten (ISBN: 9783453439252)
    Stephen King

    Gwendys Wunschkasten

    (231)
    Aktuelle Rezension von: Manuela_Louis1

    Die kleine Gwendy bekommt von einem unbekannten Mann einen Wunschkasten. Der kann nicht nur Wünsche erfüllen sondern gibt auch kleine Geschenke. Gwendy kann sich jeden Tag ein ganz kleines mega leckeres Stückchen Schokolade nehmen. Sie muss gut auf den Kasten aufpassen denn er kann auch Menschen zerstören. 

    Eine tolle Geschichte. Mal schauen wie es weitergeht. 

  15. Cover des Buches Bubble. Die magische Kugel (ISBN: 9783961770700)
    Siri Pettersen

    Bubble. Die magische Kugel

    (10)
    Aktuelle Rezension von: lesepfote

    Inhaltsangabe: Die 11-jährige Kine hat es nicht leicht. Sie muss morgens früh aufstehen, fettarme Milch trinken, zur Schule gehen und dort unnütze Dinge lernen, am Schwimmunterricht teilnehmen und im Weihnachtschor mitsingen. Sie ist gezwungen, den Regeln anderer Leute zu folgen, in einer schrecklichen Stadt, in einer schrecklichen Welt. Doch nach dem schlimmsten Schultag aller Zeiten findet Kine eine magische Kugel, die so riesig wird, dass sie schließlich sogar hineinpasst. Die Kugel ist ihr Schlüssel zur Freiheit, von der sie so lange geträumt hat. Endlich kann Kine der nervigen Welt für alle Zeit entkommen – aber ist es wirklich das, was sie will? 


    Cover: Das Cover finde ich vom Design her sehr ansprechend. Es zeigt klar, die Hauptelemente der Geschichte. 


    Sichtweise: Wir begleiten von Außen Kine in ihrem Teenager-Leben. Ein tiefer Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer 12 jährigen Teenagerin. Sehr gut dargestellt kann man Kine's Handlungen und Gedankengängen folgen. Jeder kennt bestimmt das ein oder andere Problem aus der eigenen Teenyzeit. Ich konnte mich gut in die junge Schülerin hineinversetzen und hatte viel Spaß beim lesen. 


    Story: Kine erzählt uns von ihren alltäglichen und ihren schulischen Problemen. Viele können sich garantiert mit ihrer Gefühlslage identifizieren; mir ging es beim lesen definitiv so. Ich bin richtig in der Geschichte versunken und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Für Kinder, die am Anfang ihrer Pubertät stehen oder auch schon mittendrin stecken, ist dieses Buch perfekt. Dort bekommen sie das Gefühl nicht alleine zu sein und stoßen auf Verständnis. Es werden jedoch auch wichtige Themen angesprochen wie Mobbing, alles Doof zu finden und die Gedanken 'als Erwachsener darf man machen was man will'... Perfekt für jeden heran wachsenden. 

    Weiter nimmt die norwegische Autorin auch Kritik an gesellschaftlichen Normen bzw. Verhaltensweisen. Ebenso wie sie das Thema Materialismus behandelt. Daher ist das Buch nicht nur für jüngere Leser sondern auch für Erwachsene lehrreich. Es regt zum Nachdenken an und man fängt an selbst zu reflektieren. 

    Aufgrund der Handlung streckt die Geschichte voller unerwarteten Wendungen und ist aufgrund etwas schrägen Humors anders als erwartet. 

    Der Schreibstil ist locker leicht, man taucht direkt in die Geschichte ein und fliegt teilweise durch die Seiten. Egal ob Kind/Jugendlicher oder Erwachsener, alles ist einfach verständlich. 


    Fazit: Schräg, Witzig und Lehrreich kombiniert "Bubble" alles in einem Buch, was wichtig ist. Klare Leseempfehlung! 

  16. Cover des Buches Der Hunger (ISBN: 9783518467510)
    Martín Caparrós

    Der Hunger

    (3)
    Aktuelle Rezension von: JulesBarrois

    Der Hunger - Martín Caparrós (Autor), Sabine Giersberg (Übersetzer), Hanna Grzimek (Übersetzer), 844 Seiten, Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (7. November 2015), 29,95 €, ISBN-13: 978-3518425121


    In der Zeit, in der Sie diese Rezension lesen, sterben etwa 30 Kinder an Hunger. Und das auf einem so reichen Planeten, dass er reibungslos das Doppelte der heutigen Weltbevölkerung ernähren könnte. Und das, wo fast die Hälfte der in der Welt produzierten Lebensmittel in der Mülltonne landet. Diese 30 Kinder sterben an Hunger, wie ihn keiner von uns kennt.

    Martín Caparrós redet über Hunger “der extremsten, grausamsten Art der Armut, … die einem die Möglichkeit nimmt, sich ein anderes Leben auch nur vorzustellen.“ (Seite 18). Dieser Hunger ist ultimativ und vollkommen unerträglich. Es mag viele Dinge geben, die ethisch unerträglich sind. Aber man kann damit leben. Hunger macht es extrem schwierig, mit ihm zu leben, denn er ist existentiell.

    Caparrós verlässt die nichtssagende, anonyme Welt der Hungerstatistiken und nimmt uns mit auf eine Reise in Orte, wo Menschen leiden: Ghana, Sudan, Indien, Argentinien, Chicago, Spanien, Bangladesch, Burkina Faso, Madagaskar, Nigeria und Südsudan. Sein Buch verbindet eine tiefgehende Analyse des globalen Hungers mit Geschichten und realen Gesichtern. Es ist eine Reise, aber nicht die Reise der glitzernden Welt des Tourismus, sondern eine Reise in die Vororte und Slums. Wir bekommen keine hochtrabenden Reflexionen, sondern Kommentare aus erster Hand.

    Das ist der erste Grund, warum „Der Hunger“ ein beeindruckendes und gutes Buch ist: weil er das Leben vieler Menschen in dieser anderen Welt zeigt, was vollständig von Hunger beherrscht wird.

    „Der Hunger“ ist ein beeindruckendes und gutes Buch, weil er die verbalen Tricks aufdeckt, mit dem dieser Hunger verschleiert wird und als unpersönlicher Hunger weniger schrecklich daherkommt.

    Und es ist ein beeindruckendes und gutes Buch, weil der Autor es versteht, den Zorn und die Frustration dieser Menschen zu teilen.

    Was ist die Ursache des Hungers? Dürren, Klimawandel, Entwaldung, Erosion, Versalzung, Wüstenbildung, Kriege, Migrationskrise, schlechte landwirtschaftliche Infrastruktur, politische Korruption? Nach Martin Caparrós reichen diese Erklärungen nicht aus und werden vorsätzlich falsch eingesetzt, um eine inakzeptable Wirklichkeit zu verbergen: die brutale, schamlose Zivilisation einer globalisierten Wirtschaft, die keine andere Motivation als Gewinn kennt und die Millionen von hungernden Menschen einfach zu „Abfall“ degradiert.

    Hunger ist die Geschichte von denen, die unter prekären Bedingungen arbeiten und diejenigen, die mit Nahrung spekulieren und so viele Menschen verhungern lassen. „Der Hunger“ versucht vor allem, die Mechanismen zu entdecken, die dafür verantwortlich sind fast eine Milliarde Menschen nicht essen können, was sie brauchen. Ist Hunger ein unausweichliches Produkt der Weltordnung? Ist er das Ergebnis von Faulheit? Ist Hunger eine unvermeidliche Folge von Zivilisation und Entwicklung. Ist er ein Problem, das nicht gelöst werden kann? Oder ist, wie Caparròs darlegt, die Hauptursache des Hungers der Reichtum anderer? Zum Beispiel durch „die Verwandlung des Essens in ein Spekulationsobjekt.“ (Seite 388)

    Auf jeden Fall ist Hunger als "strukturelle Unterernährung" am wenigsten sichtbar und gleichzeitig Normalität für viele Menschen, die jeden Tag nicht zu essen haben, was Krankheiten auslöst und schließlich der Tod den einzigen täglichen Kampf, etwas in den Mund stecken zu können, beendet.

    Auch wenn Caparrós keine kurzfristig wirkenden konkreten Lösungen anbietet (wer hat die schon?) zeichnet er ein weitgehend vollständiges Bild über den weltweiten Hunger. Obwohl das Problem des Hungers von zentraler Bedeutung in der Welt ist, wird es zur gleichen Zeit vernachlässigt und ist schwer zu behandeln.

    Kann ein solches Buch die Realität verändern? Kurzfristig mit Sicherheit nicht. Aber sein Versuch, die Situation so darzustellen, dass sie nicht nur gesehen sondern auch verstanden wird, ist ein Ansatzpunkt, dass Menschen beginnen, darüber nachzudenken, wie man sie lösen könnte. Und das ist schon viel.

    Das Drama des Hungers lebt von Gier und von Dummheit. Und der politische Wille ist dieeinzige Möglichkeit, all die aufgeworfenen Fragen zu lösen.

    Es ist ein wichtiges Buch, gerade in einer Zeit, in der Menschen zu uns kommen. Natürlich wundern sich vor allem die, die immer noch glauben, dass die neoliberale Politik der Konsumgesellschaften, das Beste ist, was uns passieren könne. Ein wichtiges Buch über Armut und Ungleichheit und gegen Arroganz und Gefühllosigkeit. Das unerwartete Erscheinen von ISIS ist ein tragisches Beispiel für die Wendung, die wir erleben, wenn Menschen nicht die Möglichkeit haben, ein Leben in Würde zu führen.

    „Der Hunger“ ist ein Buch für Leser, die den Mut haben, sich der Welt, die wir gemeinsam aufgebaut haben, zu stellen. Leser, die den Mut haben, sich raus holen zu lassen aus der Welt des schönen Scheins, holt sie weg vom Fernseher, diesem genialen Ort, um seine Ruhe zu haben, holt sie aus ihrer „abgesicherten Gemütlichkeit.“ (Seite 823)

    Lesen Sie dieses schockierende Buch und sie entdecken, dass Hunger keine Statistik ist. Dass alles in dieser Welt miteinander verbunden ist und dass das Gleichgewicht sehr leicht kippen kann. Vielleicht führt es dazu, dass auch Sie ihre Verhaltensweisen ändern und sich engagieren.


    Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Suhrkamp Verlages

    http://www.suhrkamp.de/buecher/der_hunger-martin_caparros_42512.html

    Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

  17. Cover des Buches Der Wolfspelz (ISBN: 9783314106637)
    Sid Sharp

    Der Wolfspelz

    (9)
    Aktuelle Rezension von: christina19

    Bellwidder Rückwelzer liebt den Wald. Gerne hört er den Vögeln zu, riecht an Blumen und sammelt Brombeeren. Eines Tages vernimmt er das Heulen von Wölfen. Bellwidder, seines Zeichens ein Schaf, bekommt große Angst, gefressen zu werden und traut sich fortan kaum mehr vor die Tür – bis er beim Nähen einen Einfall hat: Er fertigt sich einen Wolfspelz an und begibt sich damit unter die Wölfe des Waldes. Doch schon bald stellt Bellwidder fest, dass nicht alles ist, wie es scheint….


    Die Illustratorin Sid Sharp stammt aus Kanada und hat mit „Der Wolfspelz“ ihr erstes Bilderbuch veröffentlicht. Dieses sticht durch seine Gestaltung unter anderen Kinderbüchern hervor, denn die Geschichte darin ist im Stil einer Graphic Novel verpackt. Kurze Sätze und viel wörtliche Rede in Sprechblasen machen den Text lebendig und regen Kinder zum eigenen Erlesen der Geschichte an. Sid Sharps Bilder zeichnen sich durch kräftige, oft dunkle Farben aus und wirken dadurch mitunter recht düster. Mit vielen Details gelingt es ihr jedoch, die schaurige Atmosphäre aufzulockern, sodass es ein Vergnügen ist, das Buch zu lesen und alle Darstellungen zu entdecken. 

    Auch inhaltlich hat die Geschichte einen großen Mehrwert zu bieten: Sie führt uns kindgerecht vor Augen, dass es unvernünftig ist, die eigene Persönlichkeit zu verbergen und sich seinen Mitmenschen gegenüber zu verstellen. Oft steckt, wie in Bellwidders Fall, Angst dahinter. Während das Schaf in Sorge davor ist, gefressen zu werden, ist es bei uns Menschen häufig die Angst vor Ablehnung, die zur Anpassung führt. Die Lösung scheint zunächst einfach: Man schneidert sich einen Anzug, der augenscheinlich Sicherheit bietet, am Ende aber doch nicht richtig passt. Das bedeutet in der Folge, sich ein Stück weit selbst aufzugeben und macht somit nicht dauerhaft glücklich. Bellwidder beispielsweise kann in seinem Wolfspelz weder die Vögel, die er so gerne mag, hören noch die duftenden Blumen riechen. Sein Lügenkonstrukt aufrechtzuerhalten, ist für das Tier in der Geschichte wie auch für uns Menschen zudem eine große Last – zumal keine noch so gute Maskerade ewig währt. „Der Wolfspelz“ zeigt uns, dass wahre Freundschaften nur dann entstehen können, wenn man sich seinen Mitmenschen gegenüber öffnet und ihnen vertraut.

    Eine wichtige Botschaft, die in einer für mich neuen Art der Gestaltung vermittelt wird: Kein Wunder also, dass „Der Wolfspelz“ im letzten Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war!

  18. Cover des Buches Der Schneesturm (ISBN: B017DNXNT6)
    Vladimir Sorokin

    Der Schneesturm

    (14)
    Aktuelle Rezension von: JonathanSpies

    Die Kombination von Sorokins wundersamer Geschichte mit dem Stimmwunder Kaminski sucht Ihresgleichen. Beispiellos wird ein kurzweiliges Abenteuer in Szene gesetzt, das einen fesselt und durch die fantasiereichen Ausschmückungen nicht selten zum Schmunzeln bewegt. 

    Es ist eine jener Geschichten, die man sich immer wieder anhören kann, an einem verschneiten Sonntagmorgen oder verregneten Freitagabend. 

    Ohne viel Aufhebens wird man Teil eines Märchenhaften Road-Movies, dessen Steuermann, den Kutscher, man schnell ins Herz schließen muss. 

    Das Setting ist kalt und nass, und trotzdem fühlt man sich in dieser Anderswelt doch heimelig.

    Eine meiner 5 Lieblingsgeschichten die man unbedingt als Hörbuch genießen sollte! 

  19. Cover des Buches Geschichten aus der Vorstadt des Universums (ISBN: 9783848901739)
    Shaun Tan

    Geschichten aus der Vorstadt des Universums

    (1)
    Aktuelle Rezension von: EmmyL

    Das Buch enthält fünfzehn kurze Geschichten. Sie sind erzählt wie Kindheitserinnerungen und enthalten Gedanken, Ereignisse und Abenteuer aus der Perspektive eines sehr fantasievollen Kindes. Die kleinen Ereignisse bzw. Beobachtungen des Alltags fördern plötzlich verborgene Geheimnisse an das Tageslicht und entwickeln ein erstaunliches Eigenleben. So wird zum Beispiel der Wasserbüffel auf einem verwilderten Grundstück bei dringenden Fragen um Rat gebeten. Die Frage warum Hunde mitten in der Nacht bellen, erhält ebenfalls eine unglaublich philosophische Antwort. Der Text wird durch die großartigen Illustrationen des Ausnahmekünstlers nicht nur aufschlussreich ergänzt, sondern sogar teilweise komplett ersetzt. Man kann eine Geschichte nur dann vollständig erfassen, wenn man Wort und Bild als untrennbare Einheit betrachtet. 

    Allein die kreative Darstellung des Inhaltsverzeichnisses ist einfach großartig. Auf einer Doppelseite ist ein vergilbter, verknitterter Briefumschlag dargestellt. An Stelle der Adresse ist eine Widmung zu finden und zu jeder Geschichte gibt es eine Briefmarke. Die Briemarken zeigen einen Bildausschnitt der Geschichte und der Markenwert enthält die Seitenzahl.

    Shaun Tan ist mit diesem Buch ein weiteres Meisterwerk gelungen. Es gibt unzählige Interpretationsmöglichkeiten, Gesprächsanlässe, Diskussionsansätze und philosophische Denkanstöße. Ich habe die Geschichten mit einer 11. Klasse in Philosophie besprochen und im Deutschunterricht für Interpretation genutzt. Die Bandbreite unterschiedlicher Standpunkte und Ergebnisse war erstaunlich.

    Ein großartiges Werk welches zum Nachdenken anregt und zum Philosophieren auffordert. In Wort und Bild enthält es beeindruckende Metapher auf das Leben, regt humorvoll zum Nachdenken an und fördert die Fantasie.

  20. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks