Bücher mit dem Tag "migranten"
48 Bücher
- Saša Stanišić
HERKUNFT
(284)Aktuelle Rezension von: AQuaLeider bin ich bei diesem Werk nicht so richtig in einen Lesefluss gekommen. Die Texte wirkten auf mich wie eine Anthologie seiner gesammelten Erinnerungsstücke, und tatsächlich sind einige davon bereits andernorts veröffentlicht worden, wie man hinten nachlesen kann. Auf mich hatte dies die Wirkung, dass ich ebenso gut die Lektüre hätte abbrechen können, hätten wir das Buch nicht im Buchclub gelesen.
Die Erzählweise wirkte auf mich etwas selbstverliebt, bis zu dem Zeitpunkt, als der Erzähler berichtet, die Aufenthaltserlaubnis sei an die Tätigkeit als Schriftsteller gekoppelt (S. 219). Das hat mich tatsächlich beeindruckt, die Berechtigung, in Deutschland bleiben zu dürfen, von der unsicheren Tätigkeit des Schreibens und Veröffentlichens abhängig zu machen. Da konnte ich dann auch verstehen, dass er sich als Autor behauptet und vermarktet.
Es gibt schöne Momentaufnahmen mit der Großmutter, mit den neuen Freunden in Heidelberg, mit der Rückkehr in eine veränderte, verloren gegangene Heimat.
Der Schluss mit den alternativen Enden ist an Rollenspiele angelehnt. Fand ich jetzt nicht sonderlich reizvoll und hat mir keinen Mehrwert gebracht. Es untermalt aber nochmal, dass der Autor gerne mit Wirklichkeit und Fiktion spielt.
- Henning Mankell
Mörder ohne Gesicht
(1.008)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessHenning Mankells „Mörder ohne Gesicht", der erste Band der Wallander-Reihe, hat mich von Anfang an durch seinen prägnanten und reduzierten Erzählstil überzeugt. Der Schreibstil mag zunächst ungewohnt erscheinen, erinnert aber mit seiner präzisen, teils stakkatoartigen Erzählweise an die Direktheit eines „Maschinengewehrs". Diese Klarheit, gepaart mit dem Verzicht auf überflüssige Ausschmückungen, sorgt dafür, dass die Handlung stets auf den Punkt bleibt und nie ins Stocken gerät. Selbst alltägliche Handlungen, wie Wallanders Reisen von einem Ort zum anderen, werden aufs Wesentliche reduziert, ohne dass dabei etwas fehlt.
Die Handlung selbst ist geprägt von rea-litätsnaher Polizeiarbeit. Wer actiongela-dene Szenen, Explosionen oder filmreife Verfolgungsjagden sucht, wird hier nicht fündig. Stattdessen überzeugt das Buch durch die nüchterne und präzise Darstellung von Ermittlungsarbeit. Gerade diese sachliche Herangehensweise macht die Geschichte so fesselnd - die Spannung entsteht aus der Authentizitat der Arbeit und den falschen Fahrten, denen man als Leser ebenso auf den Leim geht wie die Ermittler. Mankell schafft es meisterhaft, den Leser in den Denkprozess der Ermittler einzubeziehen, sodass man selbst miträtseln kann.
Kurt Wallander ist eine Figur, die mich besonders beeindruckt hat. Mankell gibt einen tiefen Einblick in seine Persönlichkeit und Gefühlswelt. Wallander ist ein vielschichtiger Charakter, der manchmal unsympathisch wirkt, gleichzeitig aber auch seine menschliche und mitfühlende Seite zeigt. Diese Ambivalenz macht ihn glaubwürdig und interessant. Es ist spannend, Wallanders Entwicklung im Verlauf des Buches zu beobachten, und ich freue mich darauf, seine charakterliche Reise in den folgenden Büchern weiterzuverfolgen.
Ein weiteres Highlight des Buches ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Besonders auffällig ist, wie aktuell die Diskussionen über Themen wie Asylpolitik und Rassismus auch heute noch sind - mehr als 30 Jahre nach Erscheinen des Buches. Dies verleiht dem Werk eine zeitlose Relevanz und regt zum Nachdenken an. Ich bin gespannt, welche weiteren gesellschaftlichen Fragestellungen Mankell in den nächsten Bänder -'fgreifen wird.
Insgesamt ist „Mörder ohne Gesicht" ein beeindruckender Auftakt der Wallander-Reihe. Die Kombination aus realitätsnaher Ermittlungsarbeit, spannenden Wendun-gen, einem tiefgründigen Hauptcharakter und gesellschaftskritischen Themen macht das Buch zu einem echten Leseer-lebnis. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Reihe und bin gespannt, wie sich Kurt Wallander weiterentwickelt.
Fazit: Ein gelungener Start in eine der wohl bekanntesten Krimireihen - absolut empfehlenswert!
- Ksenia Konrad
Alles außer fern
(36)Aktuelle Rezension von: buecherhaiiMir hat bei diesem Buch das Cover irgendwie gar nicht zugesagt, eher der Klappentext - dieser war, wie ich fand, sehr überzeugend gewesen.
Das Buch ist eine Art Autobiografie, zumindest finde ich das so und gleicht eher einem Sachbuch als einem Roman. Der Schreibstil ist leider so gar nicht meins und das Buch wurde dadurch für mich eher ein krampf, das lesen hat sich sehr rausgezögert und war nicht ganz so entspannt wie erhofft.
Das Ende vom Buch fand ich übrigens auch sehr geradlinig. Mir hat das gewisse etwas gefehlt, als ob das Buch noch nicht ganz zu Ende war und man einfach keine Lust mehr hatte. Das Buch war halt leider so gar nicht meins, was echt schade ist da ich mir einfach viel mehr durch den Klappentext vorgestellt habe.
Das Buch empfehle ich nicht direkt weiter, da es - glaube ich - nicht jeden gefallen könnte. Ich zumindest fand auch die Charaktere nicht so berauschend. ..
- Alina Bronsky
Der Zopf meiner Großmutter
(188)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaEs ist lustig, es ist tragisch, es ist gemein und es ist lieb. So würde ich das Buch beschreiben.
Ich habe mich köstlich amüsiert, obwohl vieles unbeantwortet blieb und das Ende mich aus dem Nichts überrascht hat. Ganz ehrlich: Das Ende ist richtig Kacke! Da hat es sich die Autorin einfach gemacht und das liegt vermutlich daran, dass das Buch wahrscheinlich sonst nie geendet hätte.
Die Oma ist dabei die zentrale Figur, die völlig verrückt ist und ich immer noch nicht begreifen kann, wie ein Mensch so sein könnte. Fast schon wie meine eigene Oma. Aus irgendeinem Grund zieht der Enkel bei seinen Großeltern ein und die Oma erklärt ihn gleich für unheilbar krank, um ihn auf eine Diät zu setzen mit der Begründung, alles ändere könnte ihn töten.
Natürlich glaubt das der Enkel und der Großvater ist zu feige, um ihn aufzuklären. Dabei hat der Opa andere Probleme: Er verliebt sich in seine Nachbarin und der Enkel kriegt es mit. Als es zu einem Seitensprung kommt, deckt ihn der Enkel mit aller Macht, wobei die Tochter des Seitensprungs fies zu dem Enkel ist. Das war echt gelungen.
Mit viel Witz erzählt die Autorin die ganze Geschichte und ich habe gemerkt, wie ich beim Lesen mich kaum zurückhalten konnte. Auch wenn mir vor Müdigkeit die Augen zufielen, wollte ich nicht aufhören, und das sagt was aus.
Trotz des schlechten Endes habe ich das Buch gern gelesen. Ich bin den Figuren gerne gefolgt, ich habe mitgefiebert, ich habe gehofft, gelitten, war traurig und glücklich! Das schaffen nicht viele Bücher.
- Dominique Manotti
Marseille.73
(6)Aktuelle Rezension von: walli007Anfang der 1970er wird in Marseille ein Busfahrer von einem Einwanderer umgebracht. Und in der Stadt, in der nach der Unabhängigkeit Algeriens viele Übersiedler leben, führt dies zu rassistisch motivierten Angriffen. Doch auch in den Polizeieinheiten, die Sachverhalte eigentlich aufklären sollen, gibt es rassistische Resentments. Commissaire Daquin, der neu in der Einheit eingesetzt ist, nimmt die Aufgabe jedoch in die Hand. Dabei muss er ausgesprochen vorsichtig vorgehen, damit er niemanden vor den Kopf stößt und doch die Wahrheit herausfindet. Unter seinen Kollegen hat er einige wenige Verbündete. Die öffentliche Meinung wird allerdings von Vorurteilen bestimmt.
Dieser Band schließt an den Roman „Schwarzes Gold“ an, Verständnisschwierigkeiten gibt es nicht. Commissaire Daquin wirkt wie ein Einzelkämpfer, der sich doch auf einige Leute verlassen kann. Nach der Unabhängigkeit Algeriens sind viele auch Nordafrikaner nach Frankreich eingewandert und etliche von ihnen sind an die selben Orte gezogen. Treten sie in größeren Gruppen auf, können sie möglicherweise wie eine Bedrohung wirken. So sieht es zumindest ein Teil der Bevölkerung, welcher dann mit Parolen um sich wirft, die auch heute wohlbekannt sind. Dass auch einige Polizisten, diese eigenartige Meinung vertreten, ist für Daquin ein schlechtes Zeichen und auch kaum zu ertragen.
Als Crime Noir wird dieser Kriminalroman beschrieben und er verbreitet tatsächlich eine düstere Stimmung, die wahrscheinlich nicht weit von der Wahrheit entfernt ist. Doch ist die Art der Beschreibung der Ereignisse etwas sehr trocken und teilweise berichtartig geraten. Dadurch vermisst man teilweise die Spannung, auch wenn der Roman inhaltlich und geschichtlich sehr interessant ist. Sehr gelungen erscheint die Beschreibung von Commissaire Daquins Hartnäckigkeit den Fall ordentlich zu bearbeiten und auch auf welche Widerstände er dabei trifft. Auch seine Pfiffigkeit und unkonventionelle Denkweise, die ihn im Fall voranführen, machen ihn zu einem sympathischen Ermittler.
3,5 Sterne
- Francesca Melandri
Alle, außer mir
(65)Aktuelle Rezension von: HannaFeilitzschÄthiopien liegt im Fokus dieses Romans. Ich habe ihn im Hinblick auf eine bevorstehende Reise gelesen und wie erwartet viel über das Land erfahren, die italienische Besatzung, aber unter dem Strich zieht sich die Geschichte stellenweise sehr. Schön geschrieben, ohne Frage.
Die Geschichte entfaltet sich über drei Generationen und verknüpft ein persönliches Schicksal mit dem Leben der Flüchtlinge in der heutigen Zeit - sehr spannend und der Kolonialzeit in Afrika.
- Mano Bouzamour
Samir, genannt Sam
(3)Aktuelle Rezension von: monerlMeine Meinung
Ich wollte dieses Buch mögen, entsprach es doch laut Klappentext genau meinem Beuteschema: Eine Geschichte eines jungen Menschen mit Migrationshintergrund, aufgrund dessen er zwischen den Stühlen sitzt, da die Heimatkultur bzw. die Kultur der Eltern und die des hineingeborenen Landes weit auseinander klaffen. Es gibt Höhen und Tiefen zu bewältigen, die ihn oftmals bis an die Grenzen bringen.
Zum Teil habe ich auch genau so eine Geschichte bekommen, die zudem auch noch sehr autobiografisch ist, denn der Autor ist in den Niederlanden geboren, hat jedoch über seine Eltern marokkanische Wurzeln. Er ist, wie sein Protagonist Samir, genannt Sam, in Amsterdam aufgewachen und muss(te) sich deswegen auch mit den typischen Vorurteilen und Klischees auseinandersetzten.
Der Autor beginnt sein Buch spannend und interessant. Sein älterer und auch recht kluger Bruder schmeißt kurz vor dem Abitur hin und wird kriminell. Die Gründe sind schmerzlich und doch auch nachvollziebar.
“Warum nehme ich dich überallhin mit? Was meinst du? Weil sich alle einen Dreck um mich geschert haben und mich niemand irgendwohin mitgenommen hat. Was ich damit sagen will, ist, dass man es leichter hinwirft, wenn einem keiner hilft.” (Buch S. 28)
Samir soll es so nicht ergehen. Sein Bruder will für ihn da sein, sein Fels, sein Ansporn, die breite Schulter sein. Samir muss ihm versprechen, auf der Eliteschule sein Abitur zu machen. Doch just danach wird der Bruder von der Polizei festgenommen und muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Samir bleibt alleine, sein Bruder wird sein Versprechen nicht halten können.
Samirs Zerrissenheit kommt im Buch deutlich rüber. Seine analphabetischen Eltern sind ihm keine Stütze. Der berentete Vater versucht nun all die verpassten Jahre nachzuholen und sich zu kümmern. Er schmiert Samir Brote, backt Kekse und versucht ihn auf den gläubigen muslimischen Weg zu führen, fordert ihn zum Beten und zum Gebet in der Moschee auf. Doch Samir glaubt nicht an diesen Gott seiner kulturellen Herkunft. Er ist mehr Niederländer als seine Eltern sich für ihn wünschen.
Doch leider gibt der Autor Samir und anderen Charakteren eine sehr vulgäre Sprache. An ihr habe ich mich wirklich sehr gestoßen. Was mich in einem Film überhaupt nicht stören würde, war mir hier schriftlich einfach zu viel.
Samir ist jung. Wir erleben ihn im Alter von 11 bis 19, da sprechen Jugendliche und junge Erwachsene im Kiez oder in De Pijp, einem Ortsteil von Amsterdam, wahrscheinlich so oder so ähnlich, doch ich lese sowas nicht unbedingt gerne.
Neben der vulgären Sprache begleiten wir Sam durch seine Liebesirrungen und -wirrungen und auch da ist mir die eine oder andere Sexszene zu viel. Vielleicht musst das in einem Coming of Age – Roman so sein, ich jedoch brauche es nicht. So reduziert sich die Geschichte des musisch begabten Sam, der klassische Musik liebt und Klavier außergewöhlich gut spielen kann auf Gewalt, Sex und Frauen-Eroberungs-Gehabe.
Dass Mano Bouzamour mit seinem Buch bei der muslimischen Gemeinde aneckte, ist für mich auch nachvollziehbar, da er seinen Protagonisten alles aussprechen lässt, was und wie er so über Gott und Religion denkt.
Das Debüt des in 2013 noch sehr jugen Schriftstellers kam in den Niederlanden sehr gut an. Bühnen- und Filmrechte waren in 2017 schon verkauft, das Buch damals bereits in der 7. Auflage. (siehe Ö1 vom 08.04.2017)
Fazit
Inhaltlich ein spannendes Buch mit vielen Themen, die für viele Menschen mit Migrationshintergrund große Bedeutung haben: Sich finden, sich abgrenzen, Definitionen und Ziele für die Zukunft abstecken, erwachsen werden, wenn die Gesellschaft und das Elternhaus von unterschiedlichen Seiten an einem zerren. Doch ich persönlich konnte mich mit der Umsetzung der Themen nicht ganz so gut anfreunden. Sehr schade, denn trotz der Schwere an einigen Stellen gab es auch Vieles, über das ich lächeln musste. Und die Verbundenheit zu Anne Frank teile ich micht Mano Bouzamour wie auch mit Samir, genannt Sam.
- Zadie Smith
White Teeth
(48)Aktuelle Rezension von: FornikaEinst waren sie Kameraden im zweiten Weltkrieg, Jahrzehnte später kämpfen sie sich durch das Londoner Leben. Das Leben als Familienvater, das Leben mit einer jüngeren Frau, das Leben mit Migrationshintergrund, der Kampf mit zerplatzten Träumen, mit der eigenen Identität. Archie und Samad sind das, was man gute alte Freunde nennt. Über Jahre hinweg begleitet man ihr Familienleben, macht Ausflüge in die Vergangenheit, zu Anverwandten und Vorfahren. Und lacht sich dabei zuweilen kringelig…
Zadie Smith lässt in ihrem Debut Familiengeschichte lebendig werden, erzählt auf verschiedenen Zeitebenen. Sie befasst sich mit schwierigen Themen wie Kampf der Kulturen und Religionen, den Schwierigkeiten sich einzufinden. Aber auch mit „Kleinigkeiten“ wie der Frage nach der „richtigen“ Erziehung der Kinder: wieviel Bangladesh darf man einem Teenager im modernen England aufzwingen? Einem Teenager, der selbst noch nie dort war? Wieviel Religion muss sein, zumal die eigene Großmutter ganz vorne bei den Zeugen Jehovas mitmischt? Smith packt viele heiße Eisen an und macht daraus eine großartige Story. Witzig und gleichzeitig ernst, erzählt sie sehr flüssig und mitreißend. Ihre Charaktere fand ich sehr originell, natürlich wird so manches Klischee bedient, aber die Autorin weiß auch zu überraschen. Mich haben ihre Figuren überzeugt. Die Handlung ist gut konstruiert, lediglich der Mittelteil hätte etwas Straffung vertragen können. Insgesamt wurde ich aber gut unterhalten, es gab einige Denkanstöße und ich kann mich dem Lob für dieses Debut eigentlich nur anschließen.
- Jan Weiler
Kühn hat Ärger
(105)Aktuelle Rezension von: LennyIch habe von dem Autor noch nichts gelesen. Da war sehr viel für mich drin. Diese vielen Vergleiche zwischen Arm und Reich. Auch die Mittelschicht wurde hier richtig gut dargestellt. Ich fand das Ende nicht überragend, aber gut. Mit dem Herrn Kühn werde ich weiter in Kontakt bleiben. Habe schon gesehen, dass es weitere Bücher gibt.
- Aladin El-Mafaalani
Das Integrationsparadox
(13)Aktuelle Rezension von: BuecherbaerchenAladin El-Mafaalani argumentiert in seinem Werk, dass bessere Integration zu mehr Konflikten führt, weil mehr Dinge in der Gesellschaft ausgehandelt werden müssen und der Wohlstand anders verteilt wird.
Mit spannenden und klugen Argumenten zeigt er eine positive Perspektive von Konflikten auf, aber auch warum sich Menschen für sog. "Schließungstendenzen" entscheiden. Ein Beispiel ist mir dabei im Kopf geblieben, über welches ich immer noch nachdenke. So schreibt er, dass ein Mädchen den Salafismus für sich auswählen könnte, weil sie in diesem eine größere Gleichberechtigung sieht, als in ihrer Familie, wo ihr Bruder mehr Freiheiten hat, da im Salafismus Männer und Frauen strengen Regeln folgen müssen. Solche Argumente lassen immer wieder ein Nachdenken starten, sodass die Lektüre erfrischende Perspektiven auf unsere Gesellschaft und die Integration wirft.
- Angie Kim
Miracle Creek
(230)Aktuelle Rezension von: LidenKann man machen, muss man nicht.
Datum : 12.06.2025
✨Handlung✨
In Miracle Creek steht eine privat betriebene Unterdruckkammer, die Menschen durch Sauerstofftherapie heilen soll bzw. deren gesundheitliches Leiden lindern soll. Eines Abends fängt die Kammer Feuer und 2 Menschen (eine erwachsene Frau und ein 8 jähriger Junge) versterben. Angeklagt für den Mord und die Brandstiftung wurde die Mutter des Jungen, Elizabeth. Wir beobachten den Gerichtsprozess.
✨Protagonisten✨
Charaktere : 2 / 5
Große Schwachstelle. Ich hab eigentlich nur einen Zugang zu Teresa und Elizabeth finden können. Ich mag auch gute Antagonisten, die dürfen auch richtig mies sein, aber hier blieben eigentlich fast alle Charaktere blass und sachlich.
✨Setting✨
Unterhaltung : 2,5 / 5
Die Story findet in der gleichnamigen Stadt Miracle Creek, Virginia, statt.
Das Thema an sich hat soviel Potenzial für eine richtig geniale Story. Nachbarschaft, Geheimnisse, Lügen, Gerichtsverhandlung- so so gute Themen !! Aber zu langatmig erzählt. Die Quintessenz des Buches war : LÜGEN.
Es gab noch viele andere Punkte, die in dem Buch thematisiert wurden (z.B. Immigration, Autismus, Kinderwunsch, Mutterschaft …)
✨Schreibstil✨
Spannung : 2 / 5
Leider hat die Autorin viel zu viel Längen eingebaut. Einige Kapitel wurden so enorm (unnötig) gestreckt, das ich anfing Teile zu überspringen.
Das letzte Drittel hat mir am Besten gefallen.
✨Fazit✨
War nen ganz schön dicker Schinken. Keine unbedingte Leseempfehlung, aber auch keine Lebenszeitverschwendung.
- Matthias Nawrat
Der traurige Gast
(8)Aktuelle Rezension von: herrzettWillkommen in Berlin bzw. eigentlich leben die Protagonisten in Matthias Nawrats Roman "Der traurige Gast" alle schon eine Weile dort und sind trotzdem nie so wirklich angekommen. Aufgrund einer gefundenen Visitenkarte meldet sich der Ich-Erzähler bei einer Architektin und möchte mit ihr seine Wohnung renovieren. Er selbst hat gerade erst geheiratet, hat noch keine Kinder und doch hat er in dem Moment den Wunsch nach Veränderung. Aber dazu kommt es scheinbar nie, denn ihre Treffen schweifen oftmals in die persönlichen Erzählungen der ehemals aus Polen stammenden Architektin ab. Und so hört er sich stets ihre Erlebnisse, Verluste, Geschichten an, bis dann keine Zeit mehr bleibt und sie ein erneutes Treffen vereinbaren müssen. Aber er spricht nicht nur von ihr, sondern auch von seiner Begegnung mit einem alten Mann in einem polnischen Lokal, von der Verkäuferin in dem polnischen Laden oder von den Gesprächen mit einem ehemaligen Kommilitonen von der Universität und von Dariusz, der Tankstelle und dessen Leben. Einem jedem schenkt er Raum und Aufmerksamkeit und stellt damit ein faszinierendes Bild verschiedenster Stadien einer immigrierten Gesellschaft her. Menschen, die alles aufgeben und verlassen, um anzukommen und es doch nie so wirklich schaffen.
"Die Wolken hängen tief, und alle Hausfassaden sind suizidgrau, und alle Bäume sind kahl. Das Fenster ist beschlagen, sodass die Leute, die draußen vorbeigehen, nur als Schemen erkennbar sind. Aber das machte uns nichts."
Ich muss zugeben, dieser Roman war für mich keine einfache Hürde. Nawrat schafft insgesamt eine eher bedrückte Atmosphäre, die dann Seite für Seite zunimmt und scheinbar auf ihn überspringt. Der Protagonist ohne Namen kommt ähnlich wie der Autor selbst ursprünglich auch aus dem polnischen Opole und migrierte als Kind nach Deutschland/Berlin. So schildert er sehr eindrucksvoll einzelne Treffen mit alten 'Vertrauten' bzw. eigentlich lernt er seine Gesprächspartner erst kennen und dennoch herrscht zwischen ihnen bereits eine Verbindung. Ihre Vergangenheit schweißt sie zusammen und doch sind sie eher einsam. Sie teilen mit ihm ihre Geschichten und Eigenarten, ihren Verlust und Schmerz... Am Ende entsteht ein recht eigenartig düsteres, harmonisches, graues Bild, das den Leser mit nimmt, überrascht, aber auch deprimiert zurücklässt. Es herrscht dieses beklemmende, bedrückende Gefühl in Verbindung mit Hoffnungslosigkeit und doch geht es irgendwie immer weiter oder endet teilweise so ganz plötzlich und abrupt. Und gerade das in Kombination mit dieser Nähe und Menschlichkeit... Puh, ich bin beeindruckt. - Jeffery Deaver
Der Komponist
(40)Aktuelle Rezension von: EmiliIch habe die bekannten Charaktere vermisst, auch der Fall fand ich nicht so interessant, wie ich es von Deaver gewohnt bin. Die Geschichte plätscherte vor sich hin, ohne nennenswerten Höhepunkte. Stellenweise kam die Spannung zwar auf, hielt aber nicht lange an. Der Roman kommt nicht annähernd an die Vorgänger ran. In meinen Augen hätte der Autor lieber beim Bewährten bleiben sollen. Selbstverständlich kann man diesen Roman auch als Neuanfang für neue Ideen sehen. Nur ich mochte es nicht, ich fand auch, dass dieser Thriller viel zu viele Themen anspricht, die dadurch nicht so gründlich zur Sprache kommen. Also, meine Freude an diesem Roman war leicht betrübt.
- Patricia Schröder
Fanatisch
(156)Aktuelle Rezension von: Claudia_ReinländerKlappentext / Inhalt:
Sechs Mädchen verschwinden spurlos und kehren nach sechs Tagen völlig unvermittelt nach Hause zurück – in einheitlicher Kleidung, mit einer genähten Wunde an der Hand und alle sechs schweigen beharrlich. Religiöse Fanatiker haben sie auf grausame Weise biblischen Ritualen unterzogen. Nara ist eine der Geiseln gewesen und auch sie darf kein Wort sprechen. Denn der Entführer hat gedroht, ihrem Bruder etwas anzutun. Doch warum wurde gerade sie auserwählt? Langsam erkennt Nara, dass ihr Martyrium Teil eines größeren Plans ist, in dem sie eine besondere Rolle spielt. Und nur wenn sie es rechtzeitig schafft, sich in die fanatische Gedankenwelt des Täters zu vertiefen, kann sie das große angekündigte Unheil verhindern.
Cover:
Das Cover ist einfach gehalten und elektrisiert durch seine farblich Gestaltung. Einzig der Titel ist in großen Lettern erkennbar, jedoch die Anordnung und der verwaschene Hintergrund macht neugierig auf mehr.
Meinung:
Bisher kannte ich von der Autorin nur ihre Kinderbücher und war daher umso gespannter auf dieses Jugend- / Erwachsenenbuch. Religiöser Fanatismus spielt hier eine große Rolle. Sechs Mädchen verschwinden und werden biblischen Ritualen ausgesetzt, nach 6 Tagen kehren sie unvermittelt, aber schweigend zurück. Was dahinter steckt und ob der größere Plan dahinter vereitelt werden kann, lest selbst?
Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, da ich nicht spoilern und nicht zu viele Infos Preis geben möchte.
Es handelt sich hierbei um einen heftigen Jugendthriller, der es ganz schön in sich hat. Die verschiedenen Blickwinkel und die kurzen Einführungen mit Du und Er, aber auch die anderen Überschriften waren gut gewählt und haben dadurch Spannung hineingebracht. Der Schreibstil war fesselnd und sehr beschreibend. Man könnte sich alles sehr gut vorstellen und ist so in die Geschehnisse hineingekommen. Nach und nach haben sich die verschiedenen Puzzleteile zusammengesetzt, aber auch überraschende Wendungen haben mich als Leser bei Atem gehalten. Auch die Emotionen und Gefühle wurden gut und authentisch vermittelt, so dass ich in die verschiedenen Charaktere hinein finden konnte.
Die Kapitellänge war angemessen und auch die Überschriften waren gut gewählt. Manchmal musste ich ein wenig überlegen, wo ich mich gerade befand und bei wem, aber an sich lies sich alles angenehm und flüssig lesen.
Die Geschichte selbst war mit Spannung und Nervenkitzel versehen und man hat hier regelrecht mitgelitten und mitgefiebert. Religion und besonders Fanatismus ist kein einfaches Thema welches hier sehr anschaulich und extrem umgesetzt wurde. Mir hat die Schreibweise und diese ansprechende und erzählende sehr gut gefallen. Es war unglaublich spannend und hat mich beim Lesen einfach gefesselt. Manchmal hätte ich mir jedoch noch etwas mehr Aktivität von Nara gewünscht, klar war sie eingeschüchtert, aber irgendwie hat mir bei ihr manchmal das gewisse Etwas gefehlt.
Alles in allem jedoch sehr solide, packend und sorgt für Nervenkitzel und spannende Unterhaltung.
Fazit:
Ein Jugendthriller, der es in sich hat. Religiöser Fanatismus sorgt hier für packende Unterhaltung und Nervenkitzel.
- Jeanine Cummins
American Dirt
(79)Aktuelle Rezension von: Charlea"American Dirt" wurde mir mehr oder weniger aufgezwungen - meine Freundin hatte es zuvor gelesen, oder sagen wir lieber "verschlungen". Thematisch war ich eigentlich nicht offen für ein derart hartes, real existierendes Thema, wollte ich doch gerade zum Jahresende eher in einer Wolke aus Gothic novels, Liebesschnulze oder Fantasybuch schwelgen. Aus irgendeinem Grund habe ich es dann doch angefangen und einfach nicht mehr zur Seite legen können.
Vorab - ja, es stimmt. Dieses Buch behandelt eine Thematik die kein Geheimnis ist, Menschenleben fordert und politisch vor allem in den Vereinigten Staaten zu kontroversen Diskussionen geführt hat. Aber ich möchte gleich vorweg sagen, dass es vor allem die sprachliche Raffinesse der Autorin ist, die unfassbar gut mit Worten umgeht und mir einzelne Sätze ins Gedächtnis eingebrannt hat, die dieses Buch für mich zu einem Jahreshighlight haben werden lassen.
Doch worum geht es
Lydia und ihr Sohn Luca stehen im Mittelpunkt der Handlung. Sie überleben als einzige ihrer großen Familie einen Anschlag eines Drogenkartells und versuchen daher aus Acapulco (südwestliche Küste Mexikos) nach el norte (Vereinigte Staaten von Amerika) zu fliehen. Die Angst, dass das Kartell auch noch ihren Sohn umbringen könnte, lässt die junge Buchhändlerin über ihre Grenzen hinaus wachsen, sie Dinge tun, von denen sie nicht ahnte, dass sie dazu in der Lage sein könnte.
Fazit
Ich habe beim Lesen in der Sprache der Autorin geschwelgt und an vielen Stellen so gelitten, dass meine Augen auch jetzt noch völlig verquollen sind. Ihre Art, die Gedanken der Protagonistin, aber auch ihres achtjährigen Sohnes zu beschreiben, hat mich tief beeindruckt.
Eins der vielen Zitate, das ich hier exemplarisch erwähnen möchte, beschreibt Luca, wie er die Realität zulässt, dass sein Vater gestorben ist. Er sagt:" Mein papi ist gestorben," [...] Er hat diese Worte nicht laut ausgesprochen, es nicht zugeben wollen. Es ist das erste Mal, und er spürt, wie die Worte seine Brust verlassen als wäre etwas Fauliges in ihm aufgebrochen. Dort, wo er diese Worte aufbewahrt hatte, ist jetzt eine zerklüftete Wunde." (S. 240).
Es ist so ein Buch, von dem ich in Jahren noch schwärmen werde, dass mich die Sicht auf meine kleine Welt, aber auch für das große Thema Migration schärfen lassen hat. Die Autorin hat es in ihrem Nachwort so ausgedrückt - sie wollte, dass über Menschen, nicht über Zahlen oder politische Ambitionen gesprochen werden sollte. Und genau das hat Jeanine Cummins mit American Dirt geschafft. Vielleicht müssen manche Bücher beim Lesen wehtun.
- Bianca Palma
Römisches Vermächtnis
(16)Aktuelle Rezension von: Booky-72Auch dieser Fall des Commissario Caselli liest sich wieder gut und recht flott. Man muss die Vorgänger nicht gelesen haben, um sich einzufinden.
Die 84-jährige Adriana Vitullo ist tot. Verdächtig sofort ihr Sohn Geraldo der es immer auf ihr Geld abgesehen hat und ihre Mitbewohnerin Franca, sie ist behindert und wurde von Adriana vor langer Zeit aufgenommen. Franca gibt ihre kleine Rente für Telefonberatungen bei einer Astro-Hotline aus, sucht schon lange verzweifelt ihr Glück. Auf der Suche nach dem Mörder und dem Motiv wird der Leser umfangreich in die Lebensumstände der Stadt und vieler Charaktere eingeführt. Kunst, Natur und italienische Küche gepaart mit gutem Krimi, hier mal ganz unblutig und die Auflösung richtig gut.
- Devakumaran Manickavasagan
Im Glashaus gefangen zwischen Welten
(26)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIm Zentrum stehen Deva Manicks Erfahrungen als Flüchtling bzw. Zuwanderer, der zwischen zwei Kulturen aufwächst. Devas Mutter ist mit seinen älteren Geschwistern vor dem Bürgerkrieg aus Sri Lanka geflohen, sein Vater lebte bereits vorher in Deutschland. Deva wurde im Asylantenheim geboren und verbrachte dort die ersten neun Jahre seines Lebens. Deva war und ist ein Wanderer zwischen zwei Welten. Und gerade das eröffnet ihm die Möglichkeit, der oft verborgenen Gefühls-und Gedankenwelt von Flüchtlingen nachzuspüren. Deva Manicks Im Glashaus gefangen zwischen Welten ist sowohl Autobiografie, die der Mehrheitsgesellschaft zeigen kann, wie Migranten Deutschland empfinden und erleben als auch Ratgeber für Migranten, die aus Devas Lebens- und Leidensweg lernen können.
Deva heißt mit vollem Namen Devakumaran Manickavasagan, sein Pseudonym Deva Manick ist ein Entgegenkommen für den deutschen Sprachgebrauch, der sich mit tamilischen Namen etwas schwerer tut. Er beschreibt seinen Lebensweg von der Flucht seiner Mutter und älteren Geschwister aus einem Bürgerkriegsland, seiner Geburt im Asylantenheim bis weit über seine Jugend hinaus. Das Buch, das bereits 2012 erschienen ist, erhält durch die weltweiten Kriege und die damit verbundenen Flüchtlingsbewegungen eine brisante Aktualität. Deutschland scheint zwiegespalten. Auf der einen Seite Menschen, die Flüchtlinge willkommen heißen oder ihnen zumindest Sicherheit geben wollen und auf der anderen Seite Menschen, die das Grundgesetz nicht so genau nehmen und Grenzen dicht machen wollen und Geflüchtete abschieben, aber zumindest auf gar keinen Fall integrieren wollen. Viel wird mal wieder geredet. Über Flüchtlinge. Nicht mit ihnen. Dabei wissen wir so gut wie nichts über die meisten Migranten. Über ihre Gefühle, ihre Erlebnisse, ihre Schwierigkeiten.
Innenansichten eines Migranten
Im Glashaus gefangen zwischen Welten bietet die Möglichkeit sich anhand der Geschichte eines Exil-Tamilen und der tamilischen Diaspora wichtigen aktuellen Themen zu nähern. Was bedeuten Flucht und Exil? Wie wachsen Kinder zwischen zwei Kulturen auf? Einerseits das traditionellere Zuhause und andererseits die neue Kultur in der Schule und bei Freunden. Welche Rolle spielen Liebe und Sexualität? Deva beschreibt offen und ehrlich seinen eigenen Weg und analysiert dabei auch Einflüsse, die ihn geprägt haben im guten wie im schlechten. Dabei muss aber auch gesagt werden, dass Im Glashaus immer dann besonders stark ist, wenn Deva aus der eigenen Erfahrung schreibt. Wenn er seine persönliche Geschichte und die seiner Familie in den Mittelpunkt stellt. Das indische Kastenwesen, arrangierte Hochzeiten, tamilische Filme und Internetseiten, die Eigendynamik der in der Diaspora lebenden tamilischen Familien, die sich dem Kapitalismus scheinbar überangepasst haben und ausschließlich nach Status und Einkommen streben und bereit sind dem alles unterzuordnen, auch die Gefühle der eigenen Kinder. Allerdings sind Devas Analysen nicht immer besonders treffsicher. Zwar ist seine Alltagsphilosophie im Kern sehr sympathisch, aber ob die Gründe für bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen, tatsächlich zutreffend sind, ist eher fraglich.
Wenn man sich darauf einlässt, dass Im Glashaus eher ein Ratgeber für Migranten ist, der Gedankenanstöße liefern kann, dann ist es eine lohnenswerte Lektüre. Für Menschen ohne Migrationserfahrung sowieso, da eben einiges über die Gefühlswelt und die Schwierigkeiten mit denen Flüchtlinge konfrontiert werden, zu lernen ist. Man sollte allerdings auch bereit sein, ein klein wenig über die Analysen wohlwollend hinwegzulesen, denn nicht alles was Deva als spezifisch migrantisch ausmacht, ist es auch. Vielmehr sind es häufig menschliche Universalien, die in allen Gesellschaften vorkommen nur eben in unterschiedlicher Ausprägung. Zumal es in allen Gesellschaften sowohl konservativere als auch progressivere Menschen gibt.
Stolperstein Lektorat
Leider liest sich Im Glashaus nicht durchgängig flüssig. Hier hat das Lektorat keine gute Arbeit abgeliefert. Und dabei rede ich nicht über Rechtschreibung oder Grammatik, schließlich geht es bei Deva um wichtige Inhalte, da kann man auch mal über solche Banalitäten hinwegsehen. Mir geht es aber vor allem um den roten Faden, um Stringenz, um das Vermeiden von Redundanzen, um die innere Logik, den Aufbau einzelner Kapitel. So hätte zum Beispiel das Nachwort unbedingt das Vorwort sein müssen. Es sind viele Kleinigkeiten, die ein Lektorat hätte korrigieren müssen. So hätte vielleicht auch der ein oder andere inhaltliche Satz abgefangen werden können. So beklagt er zum Beispiel den Anstieg der Scheidungsrate als Auswuchs einer „radikalen Liberalisierung“. Dabei kann man das auch als wichtigen Fortschritt betrachten, da Frauen nun nicht mehr gezwungen sind, bei einem Mann zu bleiben, sondern aufgrund von Emanzipation und Sozialstaat in die Lage versetzt werden, sich zu trennen und unabhängig von einem Mann selbständig leben zu können.
Am Ende überwiegt aber letztlich Devas Message. Es geht ihm darum, dem Teufelskreis aus Entfremdung, Absonderung, Indigeniserung und damit der Desintegration entgegenzuwirken. Im Glashaus kann eine Hilfe sein, sich den Schwierigkeiten der Integration zu stellen. Und zwar für beide Seiten, die Neuankömmlinge und die Alteingesessenen. Denn das Integration, so man sich denn auch helfen lassen möchte, gelingen kann, zeigt Deva pars pro toto.
- Susanne Reiche
Fränkisches Sushi
(2)Aktuelle Rezension von: twentytwoEin vermutlich Ertrunkener in der Pegnitz und ein vollkommen verstörtes Kind im angrenzenden Ufergebüsch, stellen Kommissar Kastner und sein Team vor ein Rätsel. Nachdem es ihnen nach erheblichen Schwierigkeiten gelungen ist den Toten zu identifizieren, gelangen sie gestützt durch die rechtsmedizinischen Ergebnisse zu der Überzeugung, dass sie es mit einem äußerst ungewöhnlichen Mordfall zu tun haben. Weitere Indizien belegen diese Theorie. Doch erst als sie im Zuge der Ermittlungen auf einen anderen, bereits länger zurückliegenden Todesfall stoßen, gelingt es ihnen die wahren Zusammenhänge zu erkennen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Fazit
Spannend, vielschichtig und äußerst kritisch – ein beeindruckender Krimi, der zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. - Gerd Pfitzenmaier
Wir schaffen das - aber so nicht
(7)Aktuelle Rezension von: Jester888So hier kommt noch meine Rezi, nachdem ich mich durchs Buch gequält habe. Es ist so überladen von Informationen (ständig www. Hinweise - ich wollte ein Buch und keine Hinweise wo ich mir im Netz Infos dazu ansehen kann). Mit fehlt ein konkreter Lösungsansatz, denn man kann nun mal nicht verlangen alle aufzunehmen (es warten ja bereits weitere Millionen auf die Möglichkeit hier "einzufallen" - das ist jetzt überspitzt ausgedrückt, aber ich sehe das nunmal so) und gleich arbeiten zu lassen. Wir haben selbst genug Arbeitslose, selbst genug Hartz/Mindestsicherungsempfänger, selbst genug Wohnungssuchende... Asyl - bedeutet für mich Schutz auf Zeit ohne Bleiberecht! Die Spaltung der Gesellschaft kann man nicht mehr aufhalten, der Schaden ist schon da. Merkel, Faymann und Co haben das stillschweigend akzeptiert und hier noch was zu kitten ist unmöglich. Vergewaltigungen, Messerstechereien, Attentate... es sind einfach zuviele Männer die unsere Art zu leben nicht akzeptieren und sich "nehmen" was sie wollen. Täter gehören abgeschoben ohne Aussicht je wieder Asyl beantragen, oder hierher zurückkehren zu können. Wenn man dem Gastland und deren Menschen keinen Respekt entgegenbringt, hat man sein Recht auf Schutz verloren (das gilt für mich auch für Asylanten die schon länger hier sind und straffällig werden). Überlege mir nach wie vor auszuwandern, denn ich sehe die Asylanten täglich am Bahnhof, im Bus, im Einkaufszentrum. Sie lungern nur rum, begutachten Mädchen und Frauen, lassen Müll liegen... Ich habe nämlich Angst vor dieser Zukunft, vor allem wie unsere Kinder mit dieser Fehlentscheidung einiger Politiker leben müssen.
(Rezension zu meinem 7ten GB) - Kati Hiekkapelto
Die Schutzlosen
(23)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDies ist Band 2 mit der Kommissarin Anna Fekete der in Finnland spielt. Die Autorin Kati Hiekkapelto hat als Background ihrer Geschichten immer einen Hang zu Flüchtlingen und ihren Geschichten, was mir sehr gut gefällt und diese Thriller auch lesenswert machen. In diesem Fall kommen noch hinzu das Morde geschehen, Drogen spielen eine große Rolle und Banden die sich in Finnlands Mitte breitmachen wollen. Also hat die Polizei eine Menge zutun. Was mich langsam etwas nervt und was mir zu sehr in den Vordergrund gestellt wurde ist, Esko, der Partner von Anna. Er ist einfach nur widerlich, rassistisch, immer besoffen, qualmt wie ein Schornstein und jammert nur rum. Ob wohl viel mehr hinter seinem Verhalten stecken mag? Wenn nicht, dann ist er einfach nur eine jämmerliche Person, die im Selbstmitleid versinkt. Was ich noch erwähnen sollte, von der ersten bis zur letzten Seite herrscht eine allgemeine, depressive Stimmung, aber das kennt man ja als Fan von skandinavischen Krimis/Thrillern. Das muss man mögen, sonst hat man keinen Spaß an diesen Büchern.
- Sofie Sarenbrant
Die Tote und der Polizist
(39)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDer dritte Band dieser Reihe ist unterhaltsam und sehr duster. Spannend ist die Geschichte auch irgendwie, aber unterschwellig. Man weiß schon von Beginn an, wer der Täter ist, es geht hier darum, ihn auch überführen zu können. Und das ist nicht einfach, denn der Täter ist der Polizeichef von Stockholm.
Ein leider sehr aktuelles Thema wird hier behandelt. Bettler und Migranten sollen vertrieben werden, werden getötet.
Eine Geschichte mit einer dunklen Atmosphäre.
14.01.2025
- Francesca Cavallo
Das Wunder von R.
(109)Aktuelle Rezension von: Maza_e_KeqeDie Familie, die neu nach R. zieht, entspricht nicht dem Klischee. Und sie sind fremd. Darum finden sie keinen Anschluss. Doch es ist Weihnachten! Der Weihnachtsmann und seine Elfen brauchen Hilfe beim Geschenkeverpacken. Und dann geschieht eben doch ein kleines Weihnachtswunder.
Mir hat die Geschichte sofort gefallen, weil die Protagonisten zeigen, dass Familie eben nicht "Vater, Mutter, Kind" ist! Dass der Weihnachtsmann und seine Elfen dazu gehören, lasse ich für ein Kinderbuch gelten.
Letztlich geht es um Freundschaft und einander helfen, Kennenlernen ohne Vorurteile und es gibt natürlich ein wunderbares Happy End.























