Bücher mit dem Tag "migranten"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "migranten" gekennzeichnet haben.

113 Bücher

  1. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499256356)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

     (2.779)
    Aktuelle Rezension von: Lesemoni

    So schnell hatte ich noch nie ein Buch ausgelesen, ein absoluter Pageturner. Ich liebe diese witzige Sprache, Herrndorf kann es einfach.
    Man ist sofort in der Szene, muss sich nicht erst einfinden, mich hat das Buch sofort gepackt - auch in die Hauptfigur kann man sich sehr gut einfühlen und die Welt durch seine Augen sehen.

  2. Cover des Buches Miracle Creek (ISBN: 9783446266308)
    Angie Kim

    Miracle Creek

     (181)
    Aktuelle Rezension von: Minijane

    Im ländlichen Miracle Creek kommt es zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein kleiner Junge und eine Mutter von vier Kindern verstirbt und mehrere Personen schwer verletzt werden. Nach einem Jahr wird der Fall gerichtlich aufgearbeitet und die Mutter des kleinen Jungen sitzt auf der Anklagebank, weil man ihr Mord vorwirft. In einer Scheune hatte ein koreanisches Einwandererpaar eine HBO Therapie angeboten, wobei den Patienten in einer Druckkabine aus gesundheitlichen Gründen reiner Sauerstoff zugeführt wurde. Insbesondere bei autistischen Kindern sollte diese Therapie das Krankheitsbild verbessern , aber auch bei anderen gesundheitlichen Problemen,so hieß es, führe HBO zur Besserung des Wohlbefindens. Durch die Explosion eines Sauerstofftanks ausgelöst durch ein Feuer wurde die Druckkabine zur tödlichen Falle.

    Was zunächst wie ein typischer Gerichtsthriller anmutet, entpuppt sich als vielschichtiger Roman, der sich neben dem Kriminalfall mit einer Fülle an Themen befasst. Es geht um Einwanderer, hier explizit asiatische Einwanderer in Amerika, die nicht besonders hoch angesehen sind, um Rassismus, um das Rollenbild von Asiaten, um Kinder mit besonderen Bedürfnissen, um Mütter und um Überforderung, um unerfüllten Kinderwunsch und und und..!

    Dreh und Angelpunkt ist natürlich das tragische Ereignis, und das wird von allen Seiten beleuchtet, indem es jede Menge Perspektivwechsel gibt. Die Sprache ist klar, der Erzählstil ruhig. Einfach jeder scheint etwas verbergen zu wollen und so scheint nach und nach auch jeder verdächtig zu sein. 

    Pak und Young tun sich schwer in der neuen Heimat. Amerika ist ganz anders als sie sich das vorgestellt haben. Ihre Tocher Mehheeyah in den USA zu Mary umbenannt lernt zwar zügig Englisch fühlt sich aber dennoch entwurzelt. Die Mütter Elisabeth, Theresa und Kit verbindet ein gemeinsames Schicksal. Sie alle haben Kinder mit besonderen Bedürfnissen und stossen täglich an die Grenzem ihrer Belastbarkeit. 

    "Miracle Creek" war eine spannende und fazinierende Geschichte, die mich wirklich begeistern konnte. Sie lädt nicht nur zum Miträtseln ein, sondern spart auch nicht mit Gesellschaftskritik , geht in die Tiefe und wird mir ganz sicher in guter Erinnerung beiben.

    Sehr empfehlenswert!




  3. Cover des Buches Fanatisch (ISBN: 9783649624547)
    Patricia Schröder

    Fanatisch

     (152)
    Aktuelle Rezension von: natural_ranchgirl

    "Fanatisch" war mein erstes Buch dieser Autorin und ich war absolut begeistert.

    Die Handlung hat mich sofort gepackt und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe einen Thriller in diesem Stil noch nie gesehen, er packt einen mit Klauen und lässt nicht mehr los. Was ich besonders fand ist das ich denke das es auch in echt passieren könnte was dort mit den Mädchen geschieht.


    Eine echte Leseempfehlung von mir, wer sich auf eine überraschende Wendung freut der ist hier genau richtig.

  4. Cover des Buches Isch geh Schulhof (ISBN: 9783404606962)
    Philipp Möller

    Isch geh Schulhof

     (249)
    Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfee
    Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu.
    "Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit.

    Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch.

    Dieses Buch sollte gerne Pflichtlektüre werden, es ist sehr berührend weil es einen Zustand dieses Landes wiederspiegelt, den wir alle mehr oder weniger kennen die Politik sich aber niemals dazu äußern würde.
    Ich finde den Schreibstil unheimlich faszinierend, da Herr Möller durchaus kritische Töne anschlägt, diese aber duch den locker, flockigen Tonfall niemanden beleidigen können.
    In dem ostfriesischen Dorf in dem ich lebe gibt es diese Problematik nicht, allerdings weiß ich von Bekannten , die in großen Städten leben, dass sich in diesem Buch durchaus eine gefährliche Realität wiederspiegelt.
  5. Cover des Buches Chill mal, Frau Freitag (ISBN: 9783548373997)
    Frau Freitag

    Chill mal, Frau Freitag

     (420)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    „Guten Morgen Frau Freitag“, so könnte die normale Begrüßung an einer Schule für die Klassenlehrerin sein. Nicht aber in der Schule und im speziellen der Klasse von Frau Freitag. Hier kommt dann eher: „EY, Frau Freitag, sag mal du, was machst heute mit uns?“.

    Genau so muss man sich dieses Buch und die darin befindlichen Geschichten vorstellen. Wir erfahren das die Autorin aus ihrer Sicht die Geschichten aus ihrem Lehreralltag wiedergibt. Durch ein Radiointerview wurde bekannt, dass sie Lehrerin in Berlin-Neukölln ist. Die Geschichte beginnt im ersten Buch mit den Schülern der 9.Klasse einer Gesamtschule wo fast alle einen Migrationshintergrund haben und aus schwierigen Familienverhältnissen stammen.

    So lesen wir vermehrt Namen aus aller Welt und hören von den dazugehörigen Sitten die daheim ausgelebt werden und zum Teil auch mal mit in den Unterricht gebracht werden. So wirklich der Deutschen Sprache, sind die wenigsten mächtig und man liest die ganze Zeit mehr von Ay, Alter, und sonstigen Assi-Deutschen Floskeln. Das da Frau Freitag erstmal richtig was zu tun hat und die Englische Sprache nicht einfach ist zu lehren, wenn die deutsche schon nicht wirklich klappt.

    Aber Frau Freitag ist mehr als nur die klassische Lehrerin. Sie ist auch Therapeutin, Pärchenhelferin, Lebensberaterin, den die Kids bringen mehr mit als nur die Schwäche der deutschen Sprache. So erleben wir mit einem sehr breit gefächerten Humor die Geschichten einer Lehrerin im Kampf mit den Schülern, Eltern und der Politik. Denn auch eine Lehrerin kann sich manchmal einfach nur hängen gelassen fühlen, wenn sie helfen möchte dies aber nicht kann.

    Das Buch hat schon einen recht harten Witz und die ständigen Wiederholungen der Phrasen der Kids kann schon stören, ist aber einfach ein fester Bestandteil des Buches. Es war nicht zu hundert Prozent meins, aber die Neugier der Menschen scheint hier recht hoch zu sein, denn es gibt immerhin mehrere Bände. Jedem das seine und naja, vielleicht hat der eine oder andere es doch noch zu einem Schulabschluss gebracht

  6. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Eva-H

    Erweitert den Horizont. Wie engstirnig man als Weiße doch sein kann. Die Sicht ändert sich. Sehr "amüsant"  aber auch der Vergleich des Lebens in Amerika und dann zuhause in Nigeria. Dort gibt es auch eine falsche Sicht auf das jeweils andere Land. Die Menschen haben genauso Vorurteile oder falsche Vorstellungen. Kann ich nur empfehlen.

  7. Cover des Buches Dunkel Land (ISBN: 9783959671385)
    Roxann Hill

    Dunkel Land

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Principessa1909

  8. Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)
    Julie Otsuka

    Wovon wir träumten

     (153)
    Aktuelle Rezension von: Suszi

    Anfang des vergangenen Jahrhunderts verlassen junge Japanerinnen unterschiedlicher Herkunftsschichten ihre Heimat um in Kalifornien japanische Einwanderer zu heiraten, die sie bisher nur von Fotos kennen. Ihre Reise und ihr Erleben im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ schildert Julie Otsuka auf eindringliche Weise.

    Im ersten Moment ein etwas ungewohntes Buch, das durch in Wir-Form gehaltene Erzählsicht und sich wiederholende Satzanfänge besticht. Es sind einfache Sätze, die mit dem was sie ausdrücken, trotzdem sehr viel und vor allem eindringlich erzählen: Von ihren Ängsten vor dem Unbekannten, dem Erleben eines neuen Landes und Lebens, die Anpassung, die sie zu unauffälligen Einwohnern und Nachbarn macht, die Unterschiede des Lebensstandards, bis hin zu ihrem „Verschwinden“. Das so leise von statten geht, wie ihr Kommen und ihr Leben unter den Einheimischen: unauffällig und ruhig. 

    Eben diese Schlichtheit macht dieses Buch für mich so fesselnd, unabhängig davon dass ein für mich bisher unbekannter geschichtlichen Aspekt thematisiert wurde. Mit wenigen, doch überaus treffenden Formulierungen wird alles gesagt – viel besser als es lange Umschreibungen je könnten. 

    „Wovon wir träumten“ hat mich von Inhalt als auch Stil sehr beeindruckt und hallt noch lange in mir nach. Ich würde es definitiv wieder lesen und kann es nur weiterempfehlen.

  9. Cover des Buches Schwarze Brandung (ISBN: 9783404175178)
    Sabine Weiß

    Schwarze Brandung

     (49)
    Aktuelle Rezension von: misery3103

    Am Strand vor Westerland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Liv Lammers von der Mordkommission Flensburg ist alarmiert, denn kurz vorher hatte ihr Neffe Jan seine Freundin bei ihr als vermisst gemeldet. Liv reist mit dem Ermittlerteam nach Sylt, wo sie aufgewachsen ist. Wird es gelingen, den Mörder ausfindig zu machen?

    „Schwarze Brandung“ ist der erste Kriminalroman von Sabine Weiss. Und den hat sie gut hingekriegt. Von Anfang an ist die Geschichte spannend – und auch die Ermittler mit ihren Ecken und Kanten machen neugierig auf mehr. Allen voran Liv Lammers, die 15 Jahre vorher Sylt und ihre Familie hinter sich ließ, als sie mit gerade einmal 16 Jahren ihre Tochter bekam. Was hat zu dem Zerwürfnis mit ihrer Familie geführt? Das ist nur eine der Fragen, die man sich als Leser stellt.

    Und auch der Fall bietet viel Raum für Spekulationen. Verdächtige gibt es mehr als genug – und schnell ahnt man, dass alles bis in die höchsten Gesellschaftsschichten reicht. Das macht Spaß und ist gut geschrieben.

    Mir hat dieser Kriminalfall auf Sylt gut gefallen und ich wäre gerne wieder dabei, wenn Liv Lammers weitere Fälle lösen muss.

  10. Cover des Buches Fast ein neues Leben (ISBN: 9783751806008)
    Anna Prizkau

    Fast ein neues Leben

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Matteo_Di_Giulio

    In ihrem hervorragenden Erzählungsband-Debüt zeigt die junge Auswanderin Anna Prizkau, in Russland geboren und noch sehr jung in Deutschland gelandet, weshalb es kein Klischee ist, über (traurige) Migration und (melancholische) Integration zu schreiben. Lebendige Momente, Schicksalsschläge, Enttäuschungen, Coming-of-Age-Geschichten. Die trübe Realität wird Poesie dank einer inspirierten Prosa, die den Leser ans Buch einfach fesselt. Rühren können diese alltäglichen Storys sofort, in denen es nicht nur um Ungerechtigkeit geht, sondern vor allem um die Schwierigkeiten des Lebens, wenn man sich einsam und fremd fühlt. Man kann ein solches kurzes, intensives Buch nicht aufhören zu lesen, als wären diese Erzählungen Kirschen in einer Kiste: eine leckerer als die vorherigen. "Fast ein neues Leben" ist bei Matthes & Seitz Verlag in Berlin erschienen. Ein unbekanntes Juwel zu entdecken.

  11. Cover des Buches Alle, außer mir (ISBN: 9783803132963)
    Francesca Melandri

    Alle, außer mir

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Francesca Melandri ist mit ihrem 2017 erschienenen Roman ein facettenreiches Bild Italiens, seiner Lebenslügen und Probleme gelungen.

    Zentrales Thema ist die Kolonialgeschichte Italiens und deren Auswirkungen. Die Korruptheit der italienischen Gesellschaft spielt ebenfalls eine zentrale Rolle.

    Es beginnt damit, dass die 46-jährige Lehrerin Ilaria vor ihrer Wohnungstür von einem schwarzen Afrikaner erwartet wird, der behauptet, ihr Halbbruder zu sein. Ilaria erkennt, dass sie, auch wenn vor Jahren bereits einmal ein Geheimnis ihres Vaters Attilio Profeti aufgedeckt wurde, noch immer längst nicht alles über dessen Leben weiß. Sie forscht nach und ist, da ihr Vater inzwischen dement ist, auf andere Quellen angewiesen. Die Zeit, in der Attilio sein Leben lebte und dessen Verlauf ist der Inhalt dieses Buches.

    Melandri schreibt teilweise voller Sarkasmus und Ironie, durchgehend prägt ein leiser Humor das Buch, trotz des teilweise erschreckenden Inhalts. An anderen Stellen, als sie z.B. das Viertel Esquilin beschreibt benutzt sie richtig derbe Worte. Die Erzählweise ist nicht chronologisch, die Autorin springt munter zwischen den Zeiten und Ereignissen hin und her. Immer wieder flicht Melandri historische Details und Personen ein, z.B. Berhanu Bayehs Flucht in die italienische Botschaft nach dem Sturz der Mengistu-Regierung 1991. Im Text heißt es dazu u.a.: „Berhanu Bayeh sollte die Botschaft nie mehr verlassen.“ Das ist beim Erscheinen des Buches 2018 auch noch richtig gewesen. Ende Dezember 2020 verließ er die Botschaft dann doch, nachdem die Todesstrafe aufgehoben wurde.
     Teilweise schreibt Melandri so eindrücklich und lebendig, dass es den Leser richtig schaudert, z.B. als sie beschreibt, wie der Bahnhofsvorsteher Ernani in einem Waggon eingesperrte Juden mit Wasser versorgt, indem er es mit einem Löffel durch eine Ritze zwischen den Brettern reicht.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe eine Menge über die Geschichte Italiens und seine kolonialen Verbrechen gelernt, was mir so vorher nicht bewusst war. Mein Wissen über die Zeit der faschistischen Herrschaft beschränkte sich im Wesentlichen auf Mussolini. Fünf Sterne von mir.

  12. Cover des Buches Das Wunder von R. (ISBN: 9783948230159)
    Francesca Cavallo

    Das Wunder von R.

     (108)
    Aktuelle Rezension von: buecherwuermchen_lau

              Was ein tolles Buch, traumhaft, märchenhaft,traurig und dann ein tolles Happy End! Was will man mehr in einer tollen Weihnachtsgeschichte. 

    Das Cover lässt einen schon Rätseln welch eine Geschichte hinter dem tollen Motiv wohl steht. 

    Es hat so etwas magisch schönes an sich.

    Der Inhalt in kurzen Worten damit nicht zu viel verraten wird.

    Traurig fängt es an,man zieht in einen neuen Ort, R., kennt keinen,2 Mütter und 3 Kinder allein und aller anfang ist schwer. 

    Doch was magisches passiert da,ein Brief vom Weihnachtsman taucht auf,Wichtel....ein Geheimniss.

    Doch woher kommen all die Geschenke?? Gestohlen??? Missverständniss????

    Was Kinder nicht alles verrichten können, der einsame Weihnachtsabend endet viel überraschender als gedacht. 

    Was eine tolle märchenhafte Geschichte. Traumhaft geschrieben. Man verfällt gedanklich direkt nach R.! 

    Schreibstyl ist kindgerecht geschrieben, zum selbst lesen und vorlesen! 

            

  13. Cover des Buches Töchter des Nordlichts (ISBN: 9783404168842)
    Christine Kabus

    Töchter des Nordlichts

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Steffi_the_bookworm

    Die Bücher von Christine Kabus habe ich in der Vergangenheit bereits sehr gerne gelesen und was daher sehr gespannt auf "Töchter des Nordlichts", welches schon ein wenig länger in meinem Regal geschlummert hat.

    Die Geschichte wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Zum einen begleiten wir in der heutigen Zeit Nora, die sich auf die Suche nach ihrem Vater macht und dort auch seine Heimat kennenlernt, zum anderen Ailu im Jahre 1915, die als Sami-Mädchen zur norwegischen Minderheit gehörte und verschleppt wird.

    Mich konnte die Geschichte sehr gut unterhalten und ich habe beide Perspektiven sehr gerne verfolgt. Es gibt viele interessante Einblicke in die norwegische Geschichte, so z.B. auch die Sami und ihre Historie, welche mir bisher total unbekannt war. Auch das Setting in Norwegen war wieder sehr gelungen und die Autorin hat die Gegend einfach wundervoll beschrieben.

  14. Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)
    Cihan Acar

    Hawaii

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Buecherschmaus

    Hawaii – das klingt nach Südseeparadies, nach Blumenketten, nach gutem Leben. (Wenn auch nur in der Fantasie). Das Hawaii, in das der Protagonist und Ich-Erzähler im Debütroman von Cihan Acar zurückkehrt, hat von dieser Fantasie so gar nichts. Hier, im einstigen Problemviertel Heilbronns, wohnen die sozial schwächsten Einwohner der schwäbischen Stadt. Und auch wenn die Zeiten, als Hawaii angesichts der dort herrschenden Drogenproblematik und der Kriminalität gerne „die Bronx“ von Heilbronn genannt wurde, vorbei zu sein scheint, gilt das Viertel immer noch als unterprivilegiert.

    Die Bewohner der schlichten, vierstöckigen Nachkriegsbauten sind multikulturell. Bis zu 90% haben einen sogenannten Migrationshintergrund, über ein Dutzend Nationalitäten sind hier zuhause, die Mieten sind niedrig.

    Eher zufällig ist die Familie von Kemal Arslan hier gelandet. Als ihre Wohnung in einem Heilbronner Vorort wegen Eigenbedarfs gekündigt wurde, fand sich auf die Schnelle nichts anderes. Dass das Viertel mitten im Industriegebiet, über das immer wieder eine Schwade Suppengeruch vom nahegelegenen Knorr-Werk wabert, aber keine Endstation sein muss, bewies Kemal. An ihm wurde der Traum vieler kleiner Jungs wahr, er wurde zum gutverdienenden Profifußballer beim türkischen Erstligisten Gaziantepspor. Eine gutaussehende deutsche Freundin aus gehobenem Haus, ein Jaguar, teure Klamotten – plötzlich konnte sich Kemal alles leisten. Die Leute im Viertel und die türkischen Fußballfans lagen ihm zu Füßen.

    Durch einen dummen Unfall, selbst verschuldet bei einem Autorennen, zerplatzte dieser Traum aber allzu bald. Ein komplizierter Bruch des Fußes zerstörte Kemals Fußballerkarriere. Und nun kehrt der 21jährige zurück in sein altes Viertel, nach Hawaii.

    Hier hat sich einiges geändert. Seine Freundin Sina hat einen neuen Freund und Kemal muss seinen neuen Weg erst finden. An vier heißen Sommertagen begleiten wir Kemal, besuchen mit ihm seinen kaputten Jaguar im Parkhaus, gehen mit ihm zum Vorstellungsgespräch beim zwielichtigen Unternehmer Tayfun, begleiten ihn in Kneipen, Clubs und zur Zockrunde mit seinen alten Freunden Hakan und Emre. So richtig zugehörig fühlt sich Kemal nicht mehr. Seiner genauen Beobachtungsgabe gerade aus dieser Position dazwischen, zwischen Arm und Reich, Migranten und Deutschen, verdanken wir authentische Milieustudien.

    Zugleich scheint sich etwas zusammenzubrauen in und um Heilbronn. Eine rechtsextreme Bürgerwehr – HWA – Heilbronn wach auf – macht die Gegend unsicher. Die mafiös agierende Kanka-Bande hält dagegen. Die Aggressivität wächst in den heißen Hundstagen, in denen Cihan Acar sein Hawaii spielen lässt. Der NSU-Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter, die Brandanschläge gegen Asylbewerberheime und der Messerangriff eines Heilbronner Rentners auf Migranten bilden einen Hintergrund für den Alltagsrassismus, der in der Stadt herrscht. Und auch die HWA hat ein reales Vorbild in der 2016 gebildeten Bürgerwehr „Helfende Hand“. Cihan Acar lässt die Konflikte und die Gewalt in Hawaii eskalieren. Das ist glücklicherweise Fiktion.

    Das Buch thematisiert den Alltagsrassismus der Provinz, verknüpft ihn mit der Identitätssuche eines jungen Mannes, dem der Lebenstraum vorerst geplatzt ist, und zeichnet ein authentisches und stimmungsvolles Bild des Nebeneinanders von schwäbischer Bevölkerung und türkischer Community. Das liest sich trotz aller Problematiken sehr leicht, sogar amüsant. Hin und wieder streut Cihan Acar Soziolekte ein, ohne dass das gewollt klingt. Das Porträt von Kemal als einem, der überall dazwischen steht, Verbundenheit zu allen Seiten empfindet, zugleich aber auch seinen Platz verloren hat, ist dabei besonders gut gelungen. Kemal lässt sich treiben, wohin, bleibt offen. Aber erst einmal weg.

    „Das mit der Reise ohne Ziel stimmt gar nicht. Ich wusste ganz genau, wo ich hinwollte. An einen Ort, an dem ich der sein kann, der ich bin. Nicht Kemal, der Fußballer, nicht Kemal, der Arbeitslose, der Herumtreiber, der Versager, der Verräter, der Verkäufer, der Typ zwischendrin. Sondern einfach nur ich.“

  15. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423212120)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (973)
    Aktuelle Rezension von: Peradan
    Ein Polizist mit Macken und Makeln, macht ihn irgendwie Sympathisch. Die ganze Story ist wohl eher eine Gessellschaftskritik, diese Meinungsbildung hat mich ein wenig gestört. Wozu der zweite Fall dann noch eingebaut werden musste, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ausserdem mag ich Krimis bei denen man miträtseln kann, hier baut sich das eigentliche Ende auf den letzten 30 Seiten auf.
  16. Cover des Buches Im Jahr des Affen (ISBN: 9783551560193)
    Que Du Luu

    Im Jahr des Affen

     (36)
    Aktuelle Rezension von: xxxSunniyxxx

    Leider leider bin ich viel zu spät auf diesen Verlag und seine Bücher aufmerksam geworden. Gerade dieses Buch hat mich durch sein Cover und den Klappentext sehr angesprochen, daher musste ich es einfach haben. Der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm und flüssig. Auch wenn es ab und an etwas stockte, durch die chinesischen Wörter / Sätze, die mal übersetzt wurden mal nicht, hat mir das Buch ganz gut gefallen. Wie jeder weiß gibt es im Chinesischen so viele Bedeutungen für ein Wort das es manchmal echt verwirrend ist.

    Zur Geschichte, Mini lebt mit ihrem Vater in Herford. Dort betreibt ihr Vater ein gut geführtes Chinarestaurant. Da er konstant unter Stress steht kommt es zu einem Herzinfarkt und wird so aus seinem Alltag gerissen. So kommt es, dass Mini die Führung des Restaurant ihres Vaters übernehmen muss, und den ganzen Tag hart schuftet um alle Aufgaben erfolgreich zu meistern. Auch wenn sich einem etwas im Weg stellt, wie in dem Fall der Koch der sie wenig respektiert. So muss sie lernen sich endlich mal durchzusetzen auch wenn dies viel Ärger bedeutet. Und dann wäre da noch der angekündigte Besuch ihres Onkels Wu. Der ziemlich traditionell ist und die Vergangenheit wieder aufwühlt. Alles gar nicht so einfach dennoch muss Mini einen klaren Kopf bewahren um ihr eigenes Glück zu finden und ihren Vater etwas zu entlasten.

     

    "Ich dachte an die Filme, in denen kleine asiatische Männer immer lispelten und die letzten Trottel waren. Wenn so ein Film lief, griff mein Vater nach der Fernbedienung, schaltete um und sagte: Bruce Lee, hätte diesen Regisseur verhauen."

     

    Was mir besonders gut gefallen hat war das der Roman schon etwas poetisch und realistisch angehaucht war. Aber auf eine gute unterhaltsame Weise. Man wird auf eine authentische Reise mitgenommen, die viele verschiedenen Gefühlsregungen auslöst, und zeigt mit was Migranten zu kämpfen haben. Die Suche nach dem großen Glück, einer neuen Heimat und sich respektiert zu fühlen wird hier sehr gut geschildert. Es war sehr interessant auch mal andere Einblicke einer Kultur zu bekommen. Gerade da die Chinesischen Mitmenschen einen anderen Glauben in sich tragen. Ich fand das die Autorin dies alles sehr gut rüber gebracht hat, sodass man mit Mini und ihrem Vater mit leidet, sich freut und Ängste ausgestanden hat. 

    Mini mochte ich gleich auf Anhieb. Sie ist eine wirklich starke, schlagfertige und doch manchmal egoistische Protagonistin. Sie hat es wahrlich nicht einfach, den ihr Onkel Wu hält sie für eine Banane (außen gelb-innen weiß) und lässt sie dies jedes mal wieder neu spüren. Ich konnte sie teilweise echt gut verstehen. Sie hat den Drang sich zu beweisen und muss sich gegen Vorurteile durchsetzen. Sie zeigt auch allen welches Potenzial in ihr steckt. Sehr schön gemacht!

    Besonders interessant waren auch die vielen Kleinigkeiten die die Unterschiede zwischen uns allen machen. So ist es z.B. in der chinesischen Kultur das dort schlürfen und schmatzen zum guten Ton hören. Genauso den Teller nicht leer zu essen. Ich selbst finde sowas sehr unangenehm, aber wir bekommen es auch von klein auf beigebracht das dies zum guten Ton gehört. Wer kennt nicht den guten und alten Knigge? Ich denke das ist aber in jeder Kultur so das wir etwas finden was uns persönlich unangenehm ist und gegen unsere Erziehung spricht. Aber gerade dadurch regt es einen sehr zum Nachdenken an, da wir ja doch alle irgendwie in Schubläden Denken oder? Statt demnach zu gehen und Gedanken darüber zu machen wo was vielleicht brauch ist. Es war also sehr humorvoll einmal den Spiegel vors Gesicht zu bekommen.

    "Im Jahr des Affen" ist ein sehr interessantes und spannendes Buch, was ich nur jeden weiter empfehlen kann. Es ist eine sehr authentische Geschichte über ein Leben in einem fremden Land, einer Fremden Kultur und dem Umgang miteinander. Man begleitet Mini gerne auf ihrer Suche nach Identität und ihrem persönlichen Glück. Ein absolutes Herzensbuch was zum Nachdenken anregt.

     

  17. Cover des Buches American Dirt (ISBN: 9783499276828)
    Jeanine Cummins

    American Dirt

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «Eine der ersten Kugeln kommt durch das offene Fenster über der Toilette, vor der Luca steht. Er begreift zuerst überhaupt nicht, dass es eine Kugel ist, und es ist reines Glück, dass sie ihn nicht zwischen den Augen trifft.»


    Sie feiern die Geburtstagsfeier von Lydias Nichte, die gesamte Familie ist in Acapulco zusammengekommen, sie sitzen im Garten zusammen und grillen. Lediglich Lydia und ihr Sohn Luca befinden sich im Haus, als draußen die Schüsse hallen, sie verstecken sich in der hinteren Ecke der Dusche und werden nicht gefunden. 16 tote Verwandte: Lydias Mann, ein Journalist, dem wahrscheinlich der Anschlag galt, ihre Mutter, Schwester, Nichte usw. – Lydia und der achtjährige Luca haben überlebt. Wielange, ist nur eine Frage der Zeit, da ist sich Lydia sicher. Sobald der Chef des Drogenkartells «Los Jardineros» herausbekommt, dass sie überlebt haben, wird er sie jagen, ihre Fotos werden in Sekunden über das Land verteilt werden, seine Spitzel sitzen überall: Hotelangestellte, Busfahrer, Polizisten, Ladenbesitzer, die Dichte seiner bezahlten Informanten ist nicht zu zählen. Lydia kennt ihn. Er ist ein guter Kunde in ihrem Buchladen, einer, mit dem sie über Literatur spricht, mit dem sie gleiche Leseinteressen pflegt – sie wusste nicht gleich, wer er war, erst viel später ist ihr das klar geworden. Sie können hier nicht bleiben, entscheidet Lydia, sucht im Haus ihrer Mutter ein paar Sachen zusammen und macht sich mit Luca auf den Weg. Fort von hier! Nicht nach Hause gehen, nicht das Auto benutzen. Sie suchen sich ein unauffälliges, abgelegenes Hotel, checken unter falschen Namen ein, werden aber schnell aufgestöbert und können noch einmal fliehen. 


    «Lydia hat schon oft frei sprechende Witwen gesehen, Witwen, die durch ihre Trauer mutig wurden. Sie hat zugesehen, wie sie in Kameras sprachen, nicht mehr schweigen wollten, diejenigen beschuldigten, die schuldig waren, voller Verachtung, die Gewalt feiger Männer anprangerten. Die Namen nannten. Diese Frauen werden auf Beerdigungen niedergeschossen. Nicht denken, nicht denken, nicht denken.»


    Wir fliegen nach Mexiko City, dann in die USA, denkt Lydia. Ohne Ausweise kein Flug, die Gefahr, erkannt zu werden, ist groß, nicht mal ein Inlandsflug ist ohne Papiere zu haben. Der Fußweg in die USA ist mörderisch und gefährlich, das Kartell überwacht auch hier alles und jeden. Lydia entschließt sich deshalb zu einem schweren Schritt, macht sich mit Luca auf den Weg in die USA mit der Route «La Bestia» – auf den Dächern von Zügen reisen, die sie nach «el norte» bringen. El norte, die Grenze, das Zauberwort für alle, die auf der Flucht sind. Das Aufsteigen auf den Zug kosten jeden Tag Opfer, schnell kommt man under die Räder, andere fallen vom Dach herunter, passen nicht auf, werden von Ästen erwischt, am Abend ist das Leben in den Lagern nicht ungefährlicher. Wem kann man trauen? Frauen leben besonders gefährlich.


    Ein epischer Triller und gleichzeitig ein Pageturner. Geht das? Ja, es funktioniert wunderbar. Es liegt an der bildhaften Sprache, die eindringlich die Außen- und Innenwelt beschreibt. Ein Roadmovie, bei dem Schlag um Schlag Neues hinzukommt. Lydia hatte sich nie mit Flüchtlingen und Flüchtlingsrouten befasst; eine Familie der bürgerlichen Mitte, natürlich weiß sie um die Problematik, doch im Detail kennt sie sich nicht aus. So wägt sie ab, wem man vertrauen kann, fragt sich durch, schließt sich Leuten an, kurz, oder über längere Strecken. Sie lernt verschiedenste Menschen und Schicksale kennen, nicht alle Flüchtlinge sind Mexikaner. Jeder trägt sein Schicksal und ist zu allem bereit. So konstruiert Jeanine Cummins ein feines Netz von vielschichtigen Charakteren. Sie gibt den Flüchtlingen ein Gesicht. Gleichzeitig hält sie die Spannung hoch, denn jeder einzelne Tag ist gefährlich. Der Leser erlebt die Schwierigkeiten, die auf einer Flucht zu meistern sind, gleichzeitig die Solidarität, die unter den Menschen herrscht, die Brutalität der Gefahren durch geldgierige Milizen und Kartelle.


    «Vaya con Dios!›, schreit der Junge den Männern zu, die er hinter sich lässt. ‹Ya me voy pa ´lotro la´o!›

    Wieder ein Jubeln. ‹Gib auf dich acht und Gott segne dich!›, schreit der Mann.»


    Ein paar Zeilen weiter:


    «Qué onda, güey?›, sagt der Junge mit seinem Grenzakzent, der ihn sofort als Bewohner eines nördlichen Bundesstaates entlavt.»


    Grundsätzlich besitzt der Thriller viel Authentizität, so weit wir das aus der Außensicht beurteilen können, und die Geschichte geht unter die Haut. Lydia hat allerdings mehr oder weniger Dauerglück, kommt mit ihrem Sohn fast unbeschädigt davon, die schlimmen Dinge passieren den anderen und immer wieder findet sie jemanden, der ihr mit großem Einsatz weiterhilft – ein wenig zu viel Glück. Nimmt man das heraus, so ist hier eine glaubwürdige Geschichte entstanden, die ein brisantes Thema aufnimmt. Ich habe kein Problem mit den spanischen Vokabeln – aber es hätte mich genervt, wenn ich sie nicht verstehen würde. Es ist ein klarer Logikfehler! Alle diese Menschen sprechen Spanisch miteinander, geschrieben auf Englisch, übersetzt auf Deutsch. Nur was haben die ständigen spanischen Sätze hier zu suchen? Oft werden sie übersetzt durch die Antwort. Manchmal steht die Übersetzung als Folgesatz dort, was völliger Blödsinn ist. Oder es wird gar nicht übersetzt. Klar, was die Autorin erzeugen wollte: Authentizität durch Sprache, den Leser das spanische Gefühl geben. Da geht mir jedes Mal der Hut hoch! Das ist nicht authentisch, sondern unlogisch. Das hat dieses Buch auch gar nicht nötig.

    «Im schlimmsten Fall nehmen wir sie als Mob wahr, als Invasion von Kriminellen, die unsere Mittel aufsaugen wollen, und im besten Fall als eine Art hilflose, verarmte, gesichtslose braune Masse, die auf unserer Türschwelle um Hilfe schreit. Wir sehen sie selten als Mitmenschen.» (aus dem Nachwort)


    Der Roman wurde in den USA mit großer Werbetrommel auf den Weg gebracht und mit Bravour vom Feuilleton besprochen und von bekannten Schriftsteller*innen wie Anne Pratchett, Sandra Cisneros, John Grisham, Don Winslow und Stephen King hoch gelobt. Aber gleich nach Erscheinen traf Verlag und Autorin eine Kritik mit voller Wucht: Sie wurde als weiße Frau der «kulturellen Aneignung» beschuldigt. Weiße Autoren sollen sich nicht Themen von ethnischen Minderheiten aneignen, so die Kritik. In dieselbe Richtung geht es auch, dass Heteros nicht über Schwule schreiben dürfen usw. Die Amerikanerin Jeanine Cummins ist in Spanien geboren, zu ein Viertel Puerto-Ricanerin, verheiratet mit einem illegalen Einwanderer. Nicht farbig genug? Nicht selbst betroffen? Die Aufregung ging sogar so weit, dass der Verlag Lesungen absagte, weil mit Tumulten zu rechnen war. Oprah Winfrey entschuldigte sich für ihre gute Bewertung. Anne Pratchett glücklicherweise nicht. Die Autorin sagt, sie wollte die Flüchtlinge empathisch darstellen, ihnen ein Gesicht geben. Das ist ihr gelungen. Darf sie das nicht, weil sie das alles nicht selbst erlebt hat? Ein Schriftsteller von guten Romanen begibt sich meist mit Recherche und seinen Gedanken in eine abstrakte Welt, in Strukturen, soziale Umfelder, die nicht immer seine sind. Wie schwarz, weiß, religiös muss einer sein, um sich eines Themas annehmen zu können? Nicht umsonst heißt es im Englischen fiction und non fiction. Nur das schreiben dürfen, was wir selbst erleben? Muss ein Krimischreiber in Konsequenz ein Mörder, ein Pädophiler, Psychopath usw. sein, um sich in eine Figur hineindenken zu können? Damit würden wir auch jeglich Art von Zukunftsromanen und historischen Romanen verbieten. Wo soll es anfangen und aufhören, worüber Autoren schreiben dürfen? Wir dürfen dieser Moralpolizei nicht unterliegen und müssen aufpassen, wohin uns solche Diskussionen führen!


       https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/american-dirt-jeanine-cummins-rezension.html


  18. Cover des Buches Du springst, ich falle (ISBN: 9783351050504)
    Maryam Madjidi

    Du springst, ich falle

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Inhalt/ Klappentext:

    In diesem autobiographischen Debüt erzählt Maryam Madjidi von ihrer Kindheit im Iran, vom Kampf der Eltern für den Kommunismus und davon, wie sie ihr Spielzeug an die Kinder im Viertel verschenken musste. Heimlich vergrub sie die Lieblingssachen im Garten und steckte sie später in den Koffer für Frankreich. Hier sollte das neue Leben anfangen – ohne Kampf, ohne Gefängnis. Aber die kleine Maryam fühlt sich fremd, weil alles fehlt: die eigene Sprache, echte Freunde, die geliebte Großmutter. In Paris sind die Hände des Vaters plötzlich nutzlos, die Augen der Mutter müde. Als junge Frau fährt Maryam nach Teheran zurück, verliebt sich und bricht mit allem." Du springst, ich falle" gewann 2017 in Frankreich den Prix Goncourt für das beste Debüt des Jahres. Ein kraftvoller Roman über das, was unsere Zeit bestimmt – die Suche nach Identität und Heimat.

    Persönliche Meinung:

    Es lag jetzt etwas auf meinem  Stapel, es hatte mich interessiert und ich war dankbar es bei LB gewonnen zu haben. Schnell war es gelesen und mich hat auch nichts wirklich gestört, ist die Grundidee hochspannend und dramatisch. Maryam Madjidi hat mich dennoch immer auf Distanz gehalten, auch wenn sie nahe Erlebnisse geschildert hat, sehr persönlich und mit deutlicher Tragik hat sich dieses Gefühl nicht auf mich übertragen. Die Protagonistin kam mir nicht auf emotionaler Ebene entgegen, sonder blieb für mich auf einer sachlichen Betrachtunsweise stehen. Das hätte ich mir persönlich anders gewünscht. Vielleicht liegt es aber auch an der Zerrissenheit der Autorin und es war ein Stilmittel. Dann war es gut gemacht und findet auch genug Leser, die dies zu schätzen wissen. Mir hat es einen kleinen Eindruck in den Iran gegeben und die schwierige Situation sich zwischen den Stühlen zu spüren. Da hätte für mich noch mehr funktionieren können, denn die Story ist absolut hochaktuell.
  19. Cover des Buches Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (ISBN: 9783462043921)
    Alina Bronsky

    Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

     (159)
    Aktuelle Rezension von: inabroich
    Bitterböse, straight heraus und immer auf den Punkt. Aufgrund kultureller Einflüsse kann man sich häufig nur schwer mit der Hauptprotagonistin Rosalinde identifizieren. Was aber nicht unbedingt nötig ist, denn der Sprachstil und zeitweise auf mich fremd wirkende Handlungsweisen, nötigen einen immer weiter zu lesen. Das Ende ließ mich mit dem Buch versöhnt zurück. Die Geschichte hat mich dazu bewegt, tiefer in die tatarische Historie einzutauchen und mich eingehender mit den verschiedenen Völkern Russlands zu beschäftigen.
  20. Cover des Buches Voll streng, Frau Freitag! (ISBN: 9783548374574)
    Frau Freitag

    Voll streng, Frau Freitag!

     (153)
    Aktuelle Rezension von: SandrasLesewelt

    Zur Autorin:

    Die Autorin, die unter dem Namen "Frau Freitag" schreibt, ist eine Gesamtschullehrerin für Englisch und Kunst, geboren 1968. Das Alter der Autoren schreibe ich normalerweise nicht in meine Rezensionen, aber ich bin der Meinung, dass man gewisse Dinge im Berufsleben mit dem Alter anders sieht bzw. je nachdem wie alt man gerade ist, sie anders einschätzt, anders tolleriert, daher finde ich es an dieser Stelle wichtig zu erwähnen. Dieses hier ist ihr zweites Buch zum Thema, der sehr erfolgreiche Vorgänger war "Chill mal, Frau Freitag".(Quelle: Buchinnenseite)


    Zum Cover:

    Das Cover hat als Hintergrundfarbe schwarz, wodurch die restlichen, kräftigen Farben gut zur Geltung kommen. Abgebildet ist ein "cooles Chick", also ein weißes Hühnchen mit grüner Mütze, geschminkt, mit Goldkettchen und Handy. Ich finde es sehr ulkig und passend zum Inhalt des Buches. Außerdem geht von ihm eine blaue Sprechblase mit dem Titel des Buches ab und darüber ist der Name der Autorin vermerkt. Unter dem Hühnchen steht noch ein kleiner Untertitel oder eher eine Notiz am Rande "neues aus dem Schulalltag", so dass man direkt weiß worum es sich in dem Buch dreht. 


    Zum Buch:

    Das Buch handelt vom Alltag einer Gesamtschullehrerin*, die Klassenlehrerin einer 10. Klasse ist, die sich gerade auf ihren Realschulabschluss vorbereitet. Offensichtlich liegt die Schule eher in einem sozial benachteiligtem Einzugsgebiet, da immer wieder deutlich gemacht wird, dass sich die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler eher auf einen Hauptschulabschluss einstellen können, als auf einen Realschulabschluss oder gar die Qualifizierung für die gymnasiale Oberstufe. Es wird der tägliche Schulalltag mit all seinen Hochs und Tiefs beschrieben, inklusive vieler Äußerungen und Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler.

    Obwohl es sich bei diesem Buch um Band 2 der Reihe handelt, kann man es problemlos auch ohne den ersten Band verstehen, was auch daran liegt, dass die Autorin häufig zurückblickt und relevante Geschehennisse aus der Vergangenheit kurz erläutert. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, sowohl wenn die Jugendlichen beschrieben, als auch, wenn der Rest der Geschichte, beispielsweise die Gedankengänge der Lehrerin, dargestellt werden. Dadurch dass die Geschichte ein Schuljahr nachzeichnet, weiß der Leser immer was als nächstes anstehen muss und wie die Geschichte enden wird, Überraschungen bleiben da aus.


    Fazit:
    Ich habe mir von dem Buch mehr erwartet, da es auf den ersten Blick und auf den ersten Seiten lustig erscheint und mich zum Lachen gebracht hat. Leider ließ dies schnell nach, da es doch sehr platt und einfach struktuiert ist. Ich hätte mir gewünscht, dass sich das sprachliche Niveau zwischen den Aussagen der Schülerinnen und Schüler und den Aussagen und Gedankengängen der Lehrerin unterscheidet und nicht alles auf dieselbe Art und Weise geschrieben ist. Gewisse Floskeln, bei denen ich mir sicher bin, dass sie genau so verwendet werden, komme für meinen Geschmack einfach zu häufig vor und machen aus dem Buch eine sehr leichte Lektüre ohne durchgängig lustig zu sein. Über denselben Witz lässt sich nunmal nicht zigmal in Folge lachen. 


    Leseempfehlung:

    Wer eine leichte Lektüre sucht und einen ehrlichen Einblick in das Arbeitsleben einer Lehrerin dieser Schulform und in eben dem dargestellten Einzugsgebiet erhalten möchte, könnte hier fündig werden. Ob es den eigenen Humor trifft, muss jeder selbst entscheiden.


    * Eine kurze Erläuterung zur Schulart "Gesamtschule", da sie ja nicht in allen Bundesländern in Deutschland existiert. An der Gesamtschule kann man den einfachen oder den erweiterten Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss oder das Abitur machen. Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 hat man automatisch den einfachen Hauptschulabschluss, also den niedrigsten Abschluss in Deutschland. Mit erfolgreichem Bestehen der 10. Klasse kann man einen erweiterten Hauptschulabschluss oder sogar nach dem Ablegen der entsprechenden Prüfung den Realschulabschluss oder die Zulassung für die gymnasiale Oberstufe erwerben. Die Oberstufe an der Gesamtschule dauert weiterhin drei Jahre, so dass man das Abitur frühestens nach 13 Schuljahren bekommt. 


  21. Cover des Buches Echt easy, Frau Freitag! (ISBN: 9783548375090)
    Frau Freitag

    Echt easy, Frau Freitag!

     (82)
    Aktuelle Rezension von: ArizonaPhoenix
    Frau Freitags neue Klasse ist viel zu lieb, geradezu langweilig im Vergleich zu den letzten Schülern. Da ist es ja nur naheliegend, dass auch ein wenig mehr Zeit für das eigene Privatleben bleibt. Oder? Haben Lehrer so etwas überhaupt – ein Privatleben?
    Für mich ist dies das erste Buch aus der Reihe um den Schulalltag von Frau Freitag und ich muss sagen, es ist wirklich unterhaltsam, lässt einen Schmunzeln, manchmal sogar laut auflachen. Die sarkastische, urkomische und ehrliche Art und Weise, wie der Schulalltag, die Beziehung zu den Schülern und die Arbeit, die dahintersteckt, geschildert werden, sind dabei unglaublich überzeugend und sympathisch. Besonders gefallen hat mir hierbei, auch mal etwas mehr vom Privatleben der Lehrer zu lesen, welches einem ja meistens komplett verborgen bleibt.
    Die Sprache ist leicht verständlich und die kurzen Kapitel ermöglichen, das Buch mal eben so bequem aufzuschlagen und wieder ein Stück weiterzulesen. Irgendwann allerdings setzt das Gefühl ein, manches bereits gelesen zu haben; der Überraschungseffekt bleibt aus und man ahnt bereits, was jetzt kommt.
    Trotzdem habe ich dieses Buch als sehr angenehme und unterhaltsame Lektüre mit urkomischem Wahrheitsgehalt für Zwischendurch empfunden.
    Meine eigene Schulzeit ist noch gar nicht so lange vorbei und ich muss gestehen, mich selbst oder Mitschüler durchaus in dem ein oder anderen Moment wiedererkannt zu haben („Warum machen wir nie was schönes?“ „Gucken wir die Simpsons weiter?“). Es ist sehr interessant das ganze einmal aus der anderen Perspektive zu sehen und festzustellen: Irgendwie sind Lehrer doch auch nur Menschen. Oder?
  22. Cover des Buches Deutschland Schwarz Weiß (ISBN: 9783746006819)
    Noah Sow

    Deutschland Schwarz Weiß

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Vanessa92

    Meine Meinung:

    Ich fand das Buch äußerst informativ und gut verständlich geschrieben, auch war das Buch an einigen stellen sehr humorvoll geschrieben. Trotzdem fand ich einige in dem Buch zitierte Beispiele doch etwas sehr übertrieben, sowas hört sich mehr nach den USA an.

  23. Cover des Buches Frostnacht (ISBN: 9783404159802)
    Arnaldur Indriðason

    Frostnacht

     (143)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

    Das Buch liest sich ganz flüssig, nur finde ich es sehr schwierig die Namen auszusprechen von den Personen, die in dem Buch vorkommen. Dadurch liest sich das Buch ziemlich schwer. Zwischendurch wusste ich gar nicht, wer denn da jetzt gemeint ist.

    Die Geschichte an sich fand ich sehr tragisch. Sie könnte tatsächlich so passiert sein.

  24. Cover des Buches Ben liebt Anna (ISBN: 9783407740991)
    Peter Härtling

    Ben liebt Anna

     (226)
    Aktuelle Rezension von: ilkagk

    Das Buch "Ben liebt Anna" von Peter Härtling ist aus dem Gulliver Verlag und hat 92 Seiten. Das Buch hat von mir 4 von 5 Sterne bekommen.

    Worum geht es in dem Buch?

    In dem Buch geht es um Ben und Anna. Auch Kinder kennen Liebe, und nicht nur die Liebe innerhalb der Familie. So geht es Ben mit Anna, dem Aussiedlermädchen, das neu in die Klasse kommt. Ben und Anna haben sich eine Weile sehr lieb gehabt. Das ist schön, aber auch schwer, denn Anna muss zurück nach Polen.

    Wie fand ich das Buch?

    Das Buch war ganz schön. Ich mochte die Charaktere, das Szenario und die Handlung des ganzen Buches. Es ist auch eine Kindheitserinnerung von mir, denn es ist das dritte Schulbuch von mir und es ist das Buch, wo ich richtig mit dem Lesen angefangen habe. Also ist dieses Buch also der Anfang meines Leselebens.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks