Bücher mit dem Tag "migration"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "migration" gekennzeichnet haben.

445 Bücher

  1. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.131)
    Aktuelle Rezension von: Julia_Scharlie

    Eine Zeitreise ins New York der 10er und 20er Jahre - fesselnd, schockierend und gleichzeitig so spannend, das ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

  2. Cover des Buches Wenn's einfach wär, würd's jeder machen (ISBN: 9783404176908)
    Petra Hülsmann

    Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

     (393)
    Aktuelle Rezension von: Zisa

    Durch Lovelybooks bin ich auf die Autorin aufmerksam geworden. Damals gab es eine Leserunde, bei der ich leider kein Glück hatte.

    Kurzerhand habe ich mir Hummeln im Herzen selbst gekauft und alle Werke die danach erschienen sind auch.
    Und nun bin ich leider bei dem -hoffentlich vorerst- letzten Buch angekommen.

    Was soll ich sagen, ich bin ein riesen Fan von Petra Hülsmann geworden.

    Wie auch bei den anderen Büchern hat auch dieses viel Charme, Kitsch und Witz in der genau richtigen Dosis.

    Doch um was geht es in dem Buch?

    Die Musiklehrerin Annika wird von ihrer Traumschule in eine Albtraumschule im absoluten Problemviertel versetzt. Wie man sich gut vorstellen kann, haben die Schüler dort weniger mit Hausaufgaben zu tun, sondern interessieren sich mehr für Youtube. Um schnell wieder zurück an ihre alte Schule zu kommen, gründet sie eine Musical-AG. Jedoch sind ihre Schüler nicht wirklich talentiert. Aber wenns einfach einfach wär, würds jeder machen.
    Annika wendet sich an ihre erste große Liebe Tristan, der inzwischen Regisseur ist. Doch von da an geht das Chaos erst richtig los.

    Was mir sehr an diesen Büchern gefällt, dass man einige Charaktere in den verschiedenen Büchern wieder findet. Knut mit seinem Hamburger Slang darf dabei auch hier nicht fehlen. Auch wenn mir der Schluss mit der Musical-AG etwas langezogen vorkam, fiebert man mit allen Protagonisten mit. Gewinnt die Musical-AG den ersten Platz? Darf Annika wieder an ihre alte Schule? Gibt es ein Happy End für Annika in der Liebe?

    Für mich ist das Buch eine klare Leseempfehlung und hoffe, dass es bald weitere gibt.

  3. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (223)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    „Herkunft“ ist ein Buch über die Heimat von Sasa Stanisic; oder ein Buch über den ersten Zufall einer jeden Biographie, wo man hinein geboren wird. Um ehrlich zu sein war mir dieses Buch zu sprunghaft. Von einer Episode wird zur nächsten gesprungen. Mir persönlich war es zu abgehakt, wenn ich gerade ins Thema eingefunden hatte, gab es ein neues oder ein altes, was wieder aufgegriffen wurde.

    Sprachlich nicht so ganz mein´s

  4. Cover des Buches Miracle Creek (ISBN: 9783446266308)
    Angie Kim

    Miracle Creek

     (205)
    Aktuelle Rezension von: Julia_jaeger

    Zunächst will ich erwähnen, dass meine fast schon negative Rezession deshalb kommt, weil ich kein Krimi-Fan bin. Wer auch aufregende Kriminalfälle steht ist bei "Miracle Creek" genau richtig. Was mich dennoch davon überzeugt hat, dieses Buch zu lesen und auch der Grund dafür ist, dass ich es nicht bereue gelesen zu haben, ist, dass die Themen, die unterschwellig angedeutet bzw. thematisiert werden, den philosophischen Geist im Menschen erwecken. Damit ist zum Beispiel die Thematik des Lügens oder des Hinterfragens gemeint. Die Konsequenzen einer Lüge, die sich in ein kompliziertes und undurchdringbares Konstrukt wandeln, wurden von der Autorin grandios zum Ausdruck gebracht. Mich persönlich regten ebenfalls die Gedanken der mutmaßlichen Täterin Elizabet (schreibt man sie so?) an; dass sie ihr Kind gezwickt hat, um Gefühlsregungen und Lebendigkeit in ihm erblicken zu können. 

    Kurzum: das Genre des Buches (Krimi) beeindruckte mich kaum- aber alles drumherum wird wirklich faszinierend beschrieben. Meine Rezession müsste noch ewig weitergehen, wenn ich die vielen spannenden Thematiken niederschreiben müsste. 

    Zwar gebe ich nur drei Sterne, dennoch empfehle ich es gerne weiter. 

  5. Cover des Buches Sungs Laden (ISBN: 9783406681882)
    Karin Kalisa

    Sungs Laden

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Maluff

    Ein Roman der Hoffnung gibt. Hoffnung auf eine multikulturelle Gesellschaft in der jeder dazu gehört, jeder voneinander lernt und jeder eine Chance bekommt.

    Die Thematik hat mir sehr gefallen. Irgendwann wird die Handlung ein wenig verrückt bzw. unrealistisch, aber das tut der Botschaft keinen Abbruch. Die Charaktere hätten mehr Tiefe haben können. Minhs süße Omi hat mir am besten gefallen!:)

    Interessant fand ich wie die Lebensumstände der Zugewanderten dargestellt worden. Auch heute noch hoch aktuell und wichtig.

  6. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (127)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Du kannst nach weiteren Straßen suchen, und ich bin sicher, du wirst sie finden. Du kannst diese Straßen sogar entlanggehen. Aber immer, wenn du an ihr Ende kommst, wirst du merken: Du stehst wieder an derselben Kreuzung, von der aus du gestartet bist.“

    Inhalt

    Als Samir gerade einmal 8 Jahre alt ist, verschwindet sein Vater spurlos. Aber was treibt ihn von seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern fort, wo ihm doch erfolgreich die Flucht aus dem Bürgerkrieg im Libanon gelungen ist? Samir ist der festen Überzeugung, dass sein Vater wiederkommt, auch wenn er aus freien Stücken gegangen ist und seither keinerlei Kontakt pflegt. Die Spurensuche nach seinem geliebten Geschichtenerzähler, mit dem ihm so viel verbunden hat, wird für Samir zur Passion, er kann einfach nicht loslassen und verpasst derweil sein Leben in der Gegenwart, wenn es ihm nicht endlich gelingt mit seiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Mit fast 30 Jahren begibt er sich erstmals in den Libanon, mit der Hoffnung dort endlich Antworten auf seine drängendsten Fragen zu finden und vielleicht gelingt es ihm ja doch, jenen Entschwundenen aufzuspüren, den er schon so lange und intensiv sucht.

    Meinung

    Dieser Roman hat tatsächlich schon 6 lange Jahre in meinem Regal geschlummert, bevor ich es nun geschafft habe, ihn zu lesen. Damals habe ich ihn mir auf Grund zahlreicher positiver Leserstimmen zugelegt und ihn dann doch immer mehr aus den Augen verloren. Die Kombination aus einer berührenden Familiengeschichte und dem dramatischen Schicksal des Nahen Ostens, wie es der Klappentext verspricht, klangen sehr vielversprechend, weil ich es mag, literarisch den Spuren einer Geschichte zu folgen und mich mit Menschen zu identifizieren oder ihre Hintergründe kennenzulernen. Nur leider, war meine Erwartungshaltung an diese Story eindeutig zu hoch. 

    Sprachlich liest sich der Text angenehm, hegt aber keine besonderen Ansprüche, was auch daran liegen mag, dass im ersten Drittel des Buches ein Achtjähriger der Erzähler ist. Doch auch auf den folgenden Seiten bleibt der Anspruch, welchen ich hatte, auf der Strecke. Generell zwar eine interessante Geschichte, die hier aber mehr und mehr ihren Reiz verliert. 

    Meine Kritikpunkte beziehen sich im Wesentlichen auf den gewählten Fokus, der ganz tief in die Seele eines Betroffenen eindringt, um seine Handlungen deutlich zu machen und alle Beweggründe offenzulegen. Zunächst sind es nur grobe Pinselstriche, die geführt werden, doch dann bekommt der Leser die Scheuklappen aufgesetzt und muss sich fast zwanghaft in die Suche nach dem Vater ergeben, denn mehr Handlungsspielraum bleibt ihm nicht. 

    Ich habe eindeutig eine zweite Perspektive vermisst, gerade weil sich der Erzähler so zum Träumer mausert und fanatisch seinen verpassten Chancen nachtrauert – so wenig Entwicklungspotential für einen jungen Menschen, dass erscheint mir etwas weltfremd, zumal ich selbst in diesem Alter meinen Vater verloren habe, doch da war meine Gedankenwelt mit 30 Jahren eine ganz andere.

     Der Text wird immer pathetischer und hat mich irgendwann verloren, da hilft es dann leider auch nicht, wenn man sehr gute Einblicke in die politische Situation der damaligen Zeit bekommt und gut nachvollziehen kann, welche Alternativen den betroffenen Familien eigentlich blieben.

    Fazit

    Leider werden es hier nur 3 Lesesterne für eine durchaus lesenswerte Geschichte, die aber um die Hälfte des Textes hätte gekürzt werden können, weil sich die Gedanken immer nur um ein und dieselbe Sache drehen.

     Menschlich betrachtet konnte mich die dominante Erzählfigur nicht überzeugen und sie nimmt der Hintergrundgeschichte ihren Reiz, weil die Gegenwart in Anbetracht der traurigen Vergangenheit nur wenig Augenmerk erhält. Samir trauert seinem Vater hinterher, dessen einfühlsamen Geschichten, die wie er später herausfindet, nicht nur der Phantasie des Erzählers entspringen.

     Er setzt sich intensiv mit den Begriffen Heimat und Identität auseinander und verfehlt doch eine konkrete Aussage. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, der Protagonist möchte Mitleid beim Leser erwecken, doch damit kann dieser Roman nicht wirklich bei mir punkten.

  7. Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783446269149)
    Fatma Aydemir

    Dschinns

     (187)
    Aktuelle Rezension von: -Leselust-

    Kurzmeinung:
    Fatma Aydemir hat es mit ihrem zweiten Roman "Dschinns" wieder geschafft, mich zu begeistern. Ein Familienroman, der uns die Geschichte der türkischen Migrantenfamilie Yilmaz aus verschiedenen Perspektiven mitverfolgen lässt. Das Buch hat mich bewegt und es ist lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, was mich so sehr hat mit den einzelnen Personen mitleben und mitleiden lassen. Eine große Leseempfehlung.


    Meine Meinung:
    Ihr könnt euch vielleicht erinnern: Der Debüt Roman von Fatma Aydemir, Ellbogen, hat mich damals absolut begeistert. Entsprechend groß waren meine Erwartungen an den neuen Roman und entsprechend groß auch meine Angst, enttäuscht zu werden. Doch diese Angst war zum Glück absolut unbegründet. Denn auch mit ihrem zweitem Roman konnte mich die Autorin überzeugen. Die beiden Bücher sind sehr verschieden, daher fällt mit ein vergleich, welches nun besser ist, sehr schwer. Beide sind toll und sehr empfehlenswert. Der Stil ist anders als in „Ellbogen“. Weniger hart, weniger gewaltig, aber nicht weniger kraftvoll. Eher reifer.
    Aber ich erzähle euch erstmal, worum es in dem Buch überhaupt geht. Es ist ein Familienroman, über eine türkische Familie, die nach Deutschland kommt. Es gibt das Familienoberhaupt, den Vater Hüseyin, der in Deutschland Arbeit in einer Fabrik findet und hart arbeitet, um so seine Familie besser versorgen zu können. Später kommen auch seine Ehefrau Emine und seine Kinder Hakan, Peri und Ümit nach Deutschland. Sevda muss zunächst noch in der Türkei bei den Großeltern bleiben.


    „Und nun scheint [die Sonne] schon wieder, völlig unbekümmert davon, dass gerade ein Leben zu Ende gegangen und eine Familie zerbrochen ist.“ (Aus Dschinns, S. 28)

    Dieses Buch beginnt mit dem Ende. Dem Ende des Lebens von Hüseyin, dem Oberhaupt der Familie Yilmaz.
    In den folgenden Kapiteln lernen wir nach und nach die einzelnen Familienmitglieder kennen, die Ehefrau, die beiden Töchter und die beiden Söhne. Und durch ihre Schilderungen und Erinnerungen lernen wir auch den Verstorbenen kennen.

    Jedes Familienmitglied kommt zu Wort und mit jedem Kapitel wird ein Stück von dem alten Bild, das man sich zuvor gemacht hatte, eingerissen. Jedes Kapitel und jede Perspektive wirft ein neues Licht auf die Geschichte. Die Charaktere sind so unterschiedlich. Jede*r hat eine große Tiefe und jede*r wirkt absolut stimmig und authentisch. Da ist der älteste Sohn, der "Klischee-Macho" Hakan, die zurückgelassene Sevda, ihre Schwester Peri, die eine ganz andere Bildungsbiografie hat, und das Nesthäkchen, der sensible Ümit. Und natürlich die Mutter und Ehefrau Emine.

    Sie sind eine Familie, und doch sind sich alle so fremd. Die einzelnen Familienmitglieder haben oft keine Ahnung von den Leben der anderen. Sie halten sich gegenseitig für stark. Oder für schuldig.
    Ein Schweigen steht zwischen ihnen, in dem für ehrliche, intime Fragen und das Offenbaren von echten Gefühlen kein Raum ist. Zurückhalten tut sie ihre Angst, Scham oder auch Neid und Wut.

    Ihre Geschichten und Schicksale haben mich berührt und bewegt. Teilweise haben sie mich wütend und traurig gemacht. Aber Aydemir schafft es, dass ich mich so gut in die Personen hineinversetzen konnte, dass ich auch ganz viel Verständnis hatte.

    „Jede Berührung ist ein Versprechen von Leben, jede Nähe ein bisschen weniger Tod.“ (Aus Dschinns, S.127)

    Ich finde es immer wieder spannend, wie Geschichten das schaffen. In der einen Perspektive mache ich mir ein Bild über einen der Charaktere, denke, ich weiß Bescheid über ihn. Nur um dann mein ganzes Bild über den Haufen zu werfen, wenn die Person selbst zu Wort kommt, sich mir erklärt und ich sie besser verstehen kann. Das erinnert mich jedes Mal daran, mir weniger schnell ein Bild von anderen Menschen zu machen, weil ich im echten Leben eben leider nicht die Chance habe, ihr Innerstes zwischen zwei Buchdeckeln erklärt zu finden.


    „Mütter können sich nicht krankmelden, Mütter gehen nicht in den Ruhestand. Kinder bleiben Kinder.“
    „Denn alles allein zu bestimmen hieß, dass du immer zu funktionieren hattest, damit die Familie funktionierte.“ (Aus Dschinns, S. 255)


    Fazit:
    Ich mache es kurz: Der Hype ist absolut begründet. Dschinns von Fatma Aydemir ist ein großartiger Familienroman, in der uns die einzelnen Familienmitglieder der Familie Yilmaz mitnehmen auf eine Reise durch ihr Leben. Jeder Charakter ist authentisch und jeder hat seine einzigartige Perspektive auf die Familiengeschichte. Fatma Aydemir fängt die Wünsche, Träume, Geheimnisse und Bedürfnisse ihrer Protagonist*innen ein und schafft es meisterhaft, sie zu einem stimmigen Ganzen zu verweben und uns als Leser*innen ganz nah mitzunehmen. Ich habe mitgelitten und mich mit gefreut und werde dieses Buch noch lange in Erinnerung behalten. Ein große Leseempfehlung!

  8. Cover des Buches Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg (ISBN: 9783746634135)
    Julie Peters

    Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg

     (140)
    Aktuelle Rezension von: happy_reading_life

    Bisher habe ich kaum Liebesromane, die auf den deutschen Inseln spielen, gelesen. Ich dachte immer diese seien eher “kitschig” und so. Aber dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, ich musste sogar ein Tränchen verdrücken. Es hat mehr Tiefgang als ich erwartet habe, auch wenn das Ende absehbar war und damit dann doch den Genre sehr gerecht wurde.

    Die Handlung:

    Kurz vor einem beruflichen und privaten Neuanfang nimmt Journalistin Frieke noch einen letzten Auftrag in Deutschland an und reist für ein Interview mit einen Vogelkundler auf die Insel Spiekeroog. Die Insulaner sind herzlich, aber auch speziell und so kommt Frieke nicht so schnell wieder von der Insel weg wie gedacht. Auch als sie mit ihrem Freund den Neuanfang wagt, sind ihre Gedanken noch oft auf Spiekeroog – in dem kleinen Buchladen, am Strand und bei den Menschen, die sie dort kennenlernen durfte.

    Meine Bewertung:

    Dafür und für die kleinen Sprünge, die manchmal zwischen den Handlungen stattfinden, gebe ich 4 Punkte, aber eigentlich sind es 4,5 - denn ich hatte eine tolle Lesezeit und konnte mich in Frieke sehr gut hinein versetzen. Auch die Menschen auf der Insel waren mir gleich sympathisch. Ich werde Teil 2 auf jeden lesen.

  9. Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)
    John Lanchester

    Die Mauer

     (163)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Großbritannien hat sich nach Brexit und Klimawandel abgeschottet, die Küste der Insel mit einer Mauer umgeben. Auf dieser patrouillieren die sogenannten Verteidiger. Junge Männer und Frauen werden für zwei Jahre zum Dienst auf der Mauer verpflichtet. In 12 Stunden- Schichten ist es ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass keine „Anderen“ über die Barriere und damit ins Land gelangen können, hauptsächlich mit Waffengewalt. Für Kavanagh, genannt Yeti, wird seine Einheit bald zur Familie und diese zu beschützen sein innerer Antrieb.

    Der Schreibstil liest sich sehr gut. Leider erfahre ich beim Lesen immer nur häppchenweise, welche Ereignisse genau stattfanden und welche Auswirkungen sie auf die Menschen und das Leben und den Rest der Welt hatten. Es bleiben viele offene Fragen.

    Doch Kavanaghs Geschichte ist recht abwechslungsreich, voller spannender und dramatischer Wendungen. Mich persönlich stört bei dieser Dystopie ein eindeutiges Ende oder zumindest eine Aussicht auf einen Abschluss der Handlung. Trotzdem wirkt die ganze Geschichte einigermaßen abgerundet und empfiehlt sich für Freunde tiefsinniger Literatur/Romane. Auch Deutschlehrer erhalten mit dem Werk sicher gutes Unterrichtsmaterial und Diskussionsgrundlage. Es ist definitiv keine leichte Kost.

  10. Cover des Buches Sophia oder Der Anfang aller Geschichten (ISBN: 9783446249417)
    Rafik Schami

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Resimama

    Ich musste mich etwas einlesen und hatte am Anfang Schwierigkeiten, alle Personen auseinander zu halten. Dann aber habe ich mit Genuss diese wunderschöne Geschichte gelesen. Die Beziehungen sind liebevoll geschildert. Es gibt viele Stellen, an denen ich innegehalten habe und über die Weisheit und Scharfsinnigkeit der Menschen in diesem Buch (des Autors!!) nachgedacht habe. Ich werde auf jeden Fall bald mehr Rafik Schami lesen

  11. Cover des Buches Ein unvergänglicher Sommer (ISBN: 9783518428306)
    Isabel Allende

    Ein unvergänglicher Sommer

     (137)
    Aktuelle Rezension von: JacqueRoe

    Jenseits des Winters 🌬 

    … „Más allá del invierno“ so lautet der spanische Originaltitel des 2017 erschienenen Romans von Isabel Allende.

    In deutsch ist der Roman mit dem Titel „Ein unvergänglicher Sommer“ erschienen. Kennt ihr das auch, dass ihr euch bei deutschen Buch- oder Filmtiteln fragt, wer das verbockt hat?

    Aber sei es drum. Nachdem ich meine anfängliche Verwirrung beiseite geschoben hatte, darüber unverhofft mitten im Schneesturm in New York gelandet zu sein, konnte ich den Roman sehr genießen.

    Ich habe mehrfach gelesen, dass es einer ihrer schwächeren Romane ist. Ich kann schon verstehen, was damit gemeint ist. Nur passt das Wort schwach im Zusammenhang mit dem Roman nach meiner Beurteilung nun auch wieder nicht. Also versuche ich es mal so: Es ist vermutlich der leichteste und amüsanteste Allende-Roman, den ich bislang gelesen habe.

    Denn auch wenn er nicht die wegreißenden Tiefen wie „Das Geisterhaus“ hat, habe ich mich sehr gerne in die Lebensgeschichten von Lucia, Richard und Evelyn versenkt. In Rückblenden werden diese erzählt, während sich parallel im Schneesturm eine (eher untypische) Krimi-Handlung abspielt. Für mich ist die Kombination aus diesen doch ziemlich dramatischen Lebensgeschichten und der etwas skurrilen Gegenwart, die die Protagonist:innen zusammen bringt, gut gelungen.

  12. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783446263895)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

     (122)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Auf Erden sind wir kurz grandios ist der populäre Debütroman des vietnamesisch-US-amerikanischen Autors Ocean Vuong, in dem er einen jungen Mann über sein schwieriges Leben erzählen lässt.

    Hauptfigur Little Dog ist ebenfalls als Kind mit Mutter und Großmutter von Vietnam nach Amerika ausgewandert. Doch der „american Dream“ ist weit weniger traumhaft, als sie sich das vorgestellt haben. Little Dogs Mutter ist traumatisiert vom Krieg, spricht kein Englisch, arbeitet sich im wahrsten Sinne des Wortes kaputt und neigt zur Gewalt gegenüber ihrem Sohn. Er selbst findet nur schwer Anschluss, ist schüchtern und zurückhaltend, muss aber bald die Aufgabe des Familiendolmetschers übernehmen. Als er als Teenager seine Homosexualität entdeckt steht er vor der Frage wie er sich seiner Mutter erklären kann, in deren Sprache es noch nicht einmal ein Wort dafür gibt.

    Anfangs hat mich der Roman mit seinen treffenden und berührenden Beschreibungen sehr begeistert. Der Versuch einer Mutter zu schreiben, die nicht lesen kann hat eine bittersüße Note, die sehr gut zu Litte Dogs Leben passt. Später hat es mich dann leider ein bisschen verloren, weil es mir für die Kürze thematisch zu sehr ausfranste und hier und da ein bisschen zu verkünstelt war.

    Auf weniger als 300 Seiten geht es um Themen wie Zerrissenheit, Familie, Homosexualität, Verlust, Kriegstrauma über mehrere Generationen, Zugehörigkeit, Comming of Age, Drogen, Gewalt und Liebe. Einiges davon war wunderbar geschildert - mal poetisch, mal plastisch - anderes hätte ich nicht gebraucht.

    Insgesamt also leider keine komplette Begeisterung bei mir aber durchaus eine Empfehlung für Leser die es poetisch mögen und ohne festen Plot auskommen. Und eine kleine Warnung vor ein paar unschönen Szenen mit Tierleid möchte ich noch aussprechen!

  13. Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)
    Michel Houellebecq

    Unterwerfung

     (290)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    In Frankreich werden die extremistischen Parteien immer stärker, als im Jahr 2022 die Muslimische Partei gewinnt kommt das Gleichgewicht im Land zum Schwanken.
    Der Professor François hat mit dieser Veränderung zum kämpfen.

    Das Buch hat mich leider überhaupt nicht überzeugen können.
    Mir war der Protagonist und Erzähler total unsympathisch und ich habe ihn und seine Gedanken überhaupt nicht nachvollziehen können, außerdem hat mich die Handlung auch überhaupt nicht überzeugt.

    Das Buch ist leider keine Empfehlung von mir.

  14. Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783492272438)
    Ferdinand von Schirach

    Verbrechen

     (737)
    Aktuelle Rezension von: Shenjaliest

    Ferdinand von Schirach berichtet in „Verbrechen“ über wahre Geschichten aus seinem Beruf als Strafverteidiger.
    Schirach beleuchtet die Motive der Täter hinter dem Verbrechen und regt zum Nachdenken über Schuld und Gerechtigkeit an. Er schreibt sachlich und verständlich, er bleibt objektiv und doch entwickelt man Mitgefühl für die Täter.
    Ganz besonders bewegte mich die Geschichte, in der eine Frau ihren Bruder aus Liebe tötete.

  15. Cover des Buches Wenn ich wiederkomme (ISBN: 9783257071702)
    Marco Balzano

    Wenn ich wiederkomme

     (186)
    Aktuelle Rezension von: Coriso

    Es geht um die Frauen aus Osteuropa, die in Europa "unsere Alten" in den Familien pflegen - Tag und Nacht, in intimster Nähe, oft ohne Pausen. Dafür verlassen sie ihre eigenen Kinder - ihre Familie. Hintergrund ist Armut und die tiefe Sehnsucht, dass es die eigenen Kinder einmal besser haben sollen.

    Marco Balzano beschreibt die Situation von Daniela aus Rumänien, die sich zunächst nur für kurze Zeit nach Italien anheuern lässt. Nachts verlässt sie heimlich ihre Familie, weil es ihr sonst das Herz brechen würde. Diese Entscheidung hat Konsequenzen für ihren Sohn Manuel und die Tochter Angelica. Der Vater ist es nicht gewohnt sich in Erziehung und Haushalt einzubringen, so versuchen die Großeltern Rosa und Mihai zu retten was eben geht. Vor allem Manuel rutscht inˋs Bodenlose, besonders als der Großvater stirbt.

    Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: zunächst Manuel, dann Daniela selbst und im dritten Kapitel Angelica. Berührend ist, dass es sich nicht nur um eine fiktionale Einzelgeschichte handelt, sondern um eine Realität die uns alle angeht. Jeder kennt sie, die Arbeiter:innen aus dem Osten. Wie groß waren die Rufe währen des Corona-Lockdowns, als die Frauen aus dem Osten nicht mehr über die Grenze konnten. Es sind die Mittelschicht Frauen aus Osteuropa, die in Not geraten und sich bei uns um die Pflege der gebrechlichen Senioren kümmern und unser Sozialsystem stützen. Reich werden sie dabei nicht, sie bezahlen aber einen hohen Preis für ihre eigenen Familien. Ein tolles Buch mit einem brisanten Thema.

    "Ein Roman über die wahren Heldinnen unserer Zeit" (Klappentext)

  16. Cover des Buches All die Jahre (ISBN: 9783552063662)
    J. Courtney Sullivan

    All die Jahre

     (115)
    Aktuelle Rezension von: Johann_Baier

    „All die Jahre“ ist nicht nur ein Familienroman, wie der Klappentext schon verrät, sondern auch ein "Migrationsroman" – Emigration aus einem westirischen Dorf in den Fünfziger Jahren, Immigration in die USA, wo die Familie langsam immer amerikanischer wird. Wir begleiten die Familie über 50 Jahre, lernen die Figuren als Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rentner kennen, in einem Fall auch als Nonne.

    Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen erzählt, den beiden Schwestern Nora und Therese, später dürfen auch Noras Kinder aus ihrer Sicht erzählen. Die Beziehung der beiden Schwestern ist kompliziert und wird durch ein uneheliches Kind und die katholische Kirche noch komplizierter und bricht fast ganz ab. Die Frage ist, ob und wie sie gegen Ende ihres Lebens wieder zueinander finden.

    Der Kinderreichtum der katholischen irischen Familien führt zu einer Fülle von Geschwistern, Neffen, Nichten, Tanten. Alle Figuren werden mit langen Rückblenden vorgestellt. Phasenweise ist es schwierig, den Überblick zu behalten.

    Die Unterschiedlichkeit der Charaktere selbst innerhalb einer Familie ist eine gute Impfung gegen Vorurteile und Klischees, die es in den USA gegenüber irischen Einwanderern gibt. Das einzige Klischee, das bedient wird, ist der irische Humor, und den hat man als Leser gern.

    Mich hat besonders der Anfang des Romans berührt – der Aufbruch und die Ankunft in der Fremde –, sowie das Ende – der Rückblick 50 Jahre später auf das, was dabei herausgekommen ist, bzw. der Blick auf die alte Heimat, wo das Leben auch hätte stattfinden können.

  17. Cover des Buches Isch geh Schulhof (ISBN: 9783404606962)
    Philipp Möller

    Isch geh Schulhof

     (249)
    Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfee
    Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu.
    "Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit.

    Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch.

    Dieses Buch sollte gerne Pflichtlektüre werden, es ist sehr berührend weil es einen Zustand dieses Landes wiederspiegelt, den wir alle mehr oder weniger kennen die Politik sich aber niemals dazu äußern würde.
    Ich finde den Schreibstil unheimlich faszinierend, da Herr Möller durchaus kritische Töne anschlägt, diese aber duch den locker, flockigen Tonfall niemanden beleidigen können.
    In dem ostfriesischen Dorf in dem ich lebe gibt es diese Problematik nicht, allerdings weiß ich von Bekannten , die in großen Städten leben, dass sich in diesem Buch durchaus eine gefährliche Realität wiederspiegelt.
  18. Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)
    Yann Martel

    Schiffbruch mit Tiger

     (1.021)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Worum geht's

    Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoodrektors und praktizierender Hindu, Moslem und Christ erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Schiffbruch. Bald stehen sich nur noch zwei gegenüber - Pi und der Tiger

    Cover

    Ein schönes Cover, wobei ich die ältere Ausgabe des Covers schöner finde.

    Meine Meinung

    Eins vorweg: Ich habe dieses Buch bei Seite 280 abgebrochen. Ich hatte so meine Probleme mit diesem Buch, was 1.) daran lag, dass die ersten 120 Seiten nur über Zoo und Religion geredet wird und dadurch 2.) kaum Spannung in diesen ersten 120 Seiten und auch in den folgenden ist kaum Spannung vorhanden. Yann Martel schreibt alles so genau, was mich bei einigen Sachen einfach gar nicht interessiert. Auch seine Vergleiche mag ich nicht.

    Fazit

    Ich empfehle dieses Buch nicht, da sich das Vorgeplänkel einfach sehr lange zieht und der eigentliche Schiffbruch (worum es ja eigentlich geht) eher Nebensache in diesem Buch ist.

    1 von 5 Sternen!


  19. Cover des Buches Chill mal, Frau Freitag (ISBN: 9783548373997)
    Frau Freitag

    Chill mal, Frau Freitag

     (419)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    „Guten Morgen Frau Freitag“, so könnte die normale Begrüßung an einer Schule für die Klassenlehrerin sein. Nicht aber in der Schule und im speziellen der Klasse von Frau Freitag. Hier kommt dann eher: „EY, Frau Freitag, sag mal du, was machst heute mit uns?“.

    Genau so muss man sich dieses Buch und die darin befindlichen Geschichten vorstellen. Wir erfahren das die Autorin aus ihrer Sicht die Geschichten aus ihrem Lehreralltag wiedergibt. Durch ein Radiointerview wurde bekannt, dass sie Lehrerin in Berlin-Neukölln ist. Die Geschichte beginnt im ersten Buch mit den Schülern der 9.Klasse einer Gesamtschule wo fast alle einen Migrationshintergrund haben und aus schwierigen Familienverhältnissen stammen.

    So lesen wir vermehrt Namen aus aller Welt und hören von den dazugehörigen Sitten die daheim ausgelebt werden und zum Teil auch mal mit in den Unterricht gebracht werden. So wirklich der Deutschen Sprache, sind die wenigsten mächtig und man liest die ganze Zeit mehr von Ay, Alter, und sonstigen Assi-Deutschen Floskeln. Das da Frau Freitag erstmal richtig was zu tun hat und die Englische Sprache nicht einfach ist zu lehren, wenn die deutsche schon nicht wirklich klappt.

    Aber Frau Freitag ist mehr als nur die klassische Lehrerin. Sie ist auch Therapeutin, Pärchenhelferin, Lebensberaterin, den die Kids bringen mehr mit als nur die Schwäche der deutschen Sprache. So erleben wir mit einem sehr breit gefächerten Humor die Geschichten einer Lehrerin im Kampf mit den Schülern, Eltern und der Politik. Denn auch eine Lehrerin kann sich manchmal einfach nur hängen gelassen fühlen, wenn sie helfen möchte dies aber nicht kann.

    Das Buch hat schon einen recht harten Witz und die ständigen Wiederholungen der Phrasen der Kids kann schon stören, ist aber einfach ein fester Bestandteil des Buches. Es war nicht zu hundert Prozent meins, aber die Neugier der Menschen scheint hier recht hoch zu sein, denn es gibt immerhin mehrere Bände. Jedem das seine und naja, vielleicht hat der eine oder andere es doch noch zu einem Schulabschluss gebracht

  20. Cover des Buches Der Platz an der Sonne (ISBN: 9783608962901)
    Christian Torkler

    Der Platz an der Sonne

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    Der 1978 geborene Josua wächst vaterlos in einem Entwicklungsland auf. Seine gottesfürchtige Mutter schafft es mit verschiedenen Gelegenheitsjobs gerade so, ihre drei Kinder zu ernähren, aber eine Wohnung mit fließendem Wasser oder eine höhere Schulbildung kann sie ihnen nicht ermöglichen. Nach seiner Schulzeit arbeitet sich Josua vom Straßenverkäufer zum Parkplatzwächter hoch und fährt irgendwann sogar Taxi. Manchmal erscheint ihm das Glück zum Greifen nah, doch das Schicksal schlägt immer wieder zu und in einer hoch korrupten Diktatur und Mangelwirtschaft ist es nahezu unmöglich, etwas auf die Beine zu stellen. Dabei will Josua doch nur raus aus Elend, Schmutz und Hoffnungslosigkeit. Aber kann ihm das in seiner Heimat überhaupt gelingen – oder ist der einzige Ausweg die Migration ins gelobte Land auf der anderen Seite des Mittelmeers?

    Soweit, so bekannt, mag der ein oder andere jetzt denken – aber Stopp! Christian Torkler beschreibt in „Der Platz an der Sonne“ nicht die Geschichte eines afrikanischen Flüchtlings, der von Europa träumt. Im Gegenteil: Jousa Brenner wächst in Berlin auf, der Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik, die nach drei Weltkriegen immer noch halb in Schutt und Asche liegt, obwohl die reichen afrikanischen Demokratien Entwicklungshilfe leisten und nairobische Partnergemeinden neue Kirchendächer spendieren. Sehnsuchtsziel von Josua und seinen Kumpels ist dann auch Matema im reichen Tanganyika: „Wenn wieder einer weg war, hieß es, der ist in den Süden …“. Doch in seinem leicht schnodderigen Tonfall, der sich durch das gesamte Buch zieht, schildert er auch gleich den Haken an der Sache: Die reichen schwarzen Bongos wollen keine Armutsflüchtlinge. Aber was hat ein perspektivloses Weißbrot wie er schon zu verlieren?

    Torkler betreibt den Perspektivwechsel in „Der Platz an der Sonne“ in einer so detaillierten Konsequenz, dass er mir richtig an die Nieren gegangen ist. Gedanklich nachzuvollziehen, warum ein afrikanischer Flüchtling nach Deutschland kommt, ist das eine – vom Elend im Entwicklungsland Preußen und der Sehnsucht nach Afrika zu lesen, aber etwas völlig anderes. Es braucht kaum noch Fantasie, um sich dieses im Roman sechsgeteilte Deutschland, in dem so einiges schiefgelaufen ist, vorzustellen: den Dreck, die nach drei Kriegen kaum wiederaufgebaute Infrastruktur, Kriegsruinen, schimmelige Wohnungen, scharfe Grenzen und ein komplett korruptes System. Torkler führt seinen Lesern gnadenlos vor Augen, was für ein großer Zufall es ist, in welche Verhältnisse man geboren wird und dass es gar nicht so viele historische Fehlentscheidungen braucht, um ein Land im Chaos versinken zu lassen. Dass die vage Hoffnung auf eine bessere Zukunft reichen kann, um alles hinter sich zu lassen, wird äußerst nachvollziehbar illustriert. Genau wie das Fluchtthema: Hier soll es in umgekehrter Richtung übers Mittelmeer gehen – doch schon der Weg zur Küste ist eine grausame Odyssee, die ihre Opfer fordert.

    „Der Platz an der Sonne“ hat mich stellenweise kalt erwischt und ziemlich deprimiert. Torkler schildert schonungslos, wie das Leben in einem gänzlich anderen Deutschland aussehen könnte. Keine Feelgood-Lektüre, sondern ein harter Perspektivwechsel, der sich absolut lohnt. Man kann seine Komfortzone auch lesend verlassen – und weil Torkler einen auf jeder einzelnen Seite dazu zwingt, bereichert dieses Buch mindestens so sehr, wie es verstört.

  21. Cover des Buches Ellbogen (ISBN: 9783446254411)
    Fatma Aydemir

    Ellbogen

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    "Ellbogen" von Fatma Aydemir ist auch so ein ein Buch, das ich in zwei Tagen gelesen habe und das zwei Wochen später immer noch nachhallt. Hazal ist siebzehn Jahre alt, das Buch beginnt in Deutschland mit einem Lippenstift, den sie vergessen hat zu bezahlen und endet in Istanbul.  Sie und ihre Freundinnen haben alle unterschiedliche Anpassungsstrategien, um in Deutschland Fuß zu fassen, denn angekommen sind sie nicht, obwohl sie hier geboren sind. Doch dann passiert etwas, was die Polizei auf sie aufmerksam macht und Hazal setzt sich in die Türkei ab. Auch dort fällt es ihr nicht leicht, sich zurechtzufinden.

    Nach dem Lesen des Buchs sind mir vor allem die vielen verschiedenen Frauenfiguren im Kopf geblieben, ihre Versuche, sich innerhalb sexistischer Strukturen in Deutschland wie in der Türkei zu behaupten, der Grad, zu dem sie sich angepasst haben oder sich den Strukturen verweigern. Hazal eckt an, und das zu großen Teilen auch als junge Frau, die sich mit den Erwartungen der Gesellschaft auseinandersetzen muss und damit, welche davon sie für sich übernimmt.

  22. Cover des Buches The promises we made. Als wir uns wieder trafen (ISBN: 9783864931574)
    Simona Ahrnstedt

    The promises we made. Als wir uns wieder trafen

     (167)
    Aktuelle Rezension von: blue-jen

    Sam, ein reicher Hotelier erhält Hassbotschaften und wir bedroht, daher wendet er sich an eine Sicherheitsfirma.

    Dort arbeitet Dessie, beide verbindet eine gemeinsame Vergangenheit.


    Also der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, man kann es sehr gut lesen.

    Die beiden Protagonisten Sam und Dessie passen auch sehr gut zusammen, beide kämpfen mit einigen Erinnerungen und sind ein tolles Paar.

    Allerdings gefiel mir die Geschichte nicht wirklich, es gab einfach zuviele Abzweigungen, die teilweise nur kurz behandelt wurden, z.B. die Vergangenheit wurde direkt abgehakt, ebenso war plötzlich bei Dessie alles wieder gut anstatt ihre Albträume aufgrund der Türkeigeschichte. Auch hätte ich mir gewünscht, dass sich das Thema Rassismus mehr in den Mittelpunkt stellt.

    Die Wendung am Schluss kam für mich zwar plötzlich aber man konnte es schon an einigen Stellen vorher erahnen, war aber wieder eine Abzweigung zuviel für mich.

    Daher nur 3 Sterne

  23. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

     (187)
    Aktuelle Rezension von: Sabine_Herbst

    Wer noch nicht wusste, wie die Gastarbeiter nach Deutschland kamen, der ist hier genau richtig. Auch die Geschichte um die Automobilindustrie wird auch für Laien gut beschrieben. Und das alles ummantelt mit einer Liebesgeschichte, Drama und allem was dazugehört. Manche Absätze waren für mich etwas langatmig. Ich würde diesen Roman auf alle Fälle wieder lesen. 

  24. Cover des Buches The Sun is also a Star (ISBN: 9780552574242)
    Nicola Yoon

    The Sun is also a Star

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Mir hat das Buch gut gefallen und ich würde es auch weiterempfehlen.

    Es ist nicht nur eine Liebes- sondern auch eine Lebensgeschichte.

    Der Schreibstil hat mir sehr zugesagt. Er ist wirklich angenehm zu lesen und ich hatte das Buch sehr schnell durch. Die Kapitel sind sehr kurz, wodurch man auch noch einmal schneller lesen kann.
    Die meisten Kapitel sind entweder aus der Sicht von Natasha oder aus der Sicht von Daniel geschrieben. Dabei wird jeweils die Ich-Perspektive genutzt.
    Zusätzlich gibt es einige Kapitel über Nebencharaktere oder sogar Statisten. Dabei wird dann in der dritten Person geschrieben. Dass nicht nur die beiden fokussiert werden, sondern immer mal wieder nach links und rechts geschaut und Einzelschicksale eingestreut werden, kenne ich aus anderen Büchern nicht und ich fand es wirklich toll. Dadurch wird man immer wieder daran erinnert, dass die Geschichte der beiden Protagonist:innen nur ein kleiner Ausschnitt ist und es um sie herum auch noch so viele andere Leben und Geschichten gibt. Allerdings waren diese Einblicke dadurch, dass sie so kurz waren, dann doch recht flach und klischeehaft

    Was ich der Geschichte nicht ganz so abkaufen konnte, wenngleich ich es in manchen Kapiteln schon gefühlt habe, war, dass sich die beiden an nur einem Tag ineinander verlieben. Irgendwie habe ich die Chemie zwischen den beiden dabei nicht immer gespürt. Teilweise kam es mir zwischen ihnen zu perfekt vor.

    Beide Protagonist:innen haben einen Migrationshintergrund. Dadurch, durch ihre Erfahrungen, Gedanken, Familiengeschichten,... ist Rassismus immer wieder Teil der Geschichte. Auch kulturelle Identität kommt immer wieder vor, da sowohl Natasha als auch Daniel zwischen zwei Kulturen stehen und sich dementsprechend positionieren müssen. Das wird aber wirklich gut eingewoben. Es wirkt nicht zu bemüht und politisch, sondern ist einfach ein ganz natürlicher Teil der Gedankenwelt der beiden.

    Das Ende hat mich dann nochmal überrascht, was man bei Liebesgeschichten ja doch seltener hat, da sie meist recht vorhersehbar und nach den immer gleichen Prinzipien ablaufen. Das war auf jeden Fall nochmal ein Pluspunkt für mich.


    Fazit: Es ist wirklich eine schöne Liebes- und Lebensgeschichte.
    Der Schreibstil hat mir super gefallen! Er ist leicht zu lesen, die Kapitel haben eine angenehm kurze Länge und der Blick auf Nebencharaktere war mal etwas anderes und wirklich interessant. Bei der Liebesgeschichte habe ich die Chemie leider nicht immer gespürt und teilweise war es mir zu perfekt. Dafür wird mit den Themen Rassismus und (kulturelle) Identität wirklich wirklich toll umgegangen! Alles in allem eine Leseempfehlung!

    The Sun Is Also a Star bekommt von mir 4,4 (also gerundet 4) / 5 Sterne.

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