Bücher mit dem Tag "migration"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "migration" gekennzeichnet haben.

423 Bücher

  1. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.114)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Pilz

    Der Titel verspricht einen positiven Inhalt, auch der Klappentext des Buches lässt eher an einen Aufbruch in der neuen Welt Anfangs des 20. Jahrhunderts glauben. Es werden mehrere Personen, teilweise in verschiedenen Jahrzehnten, zwischen welchen hin- und hergesprungen wird, beschrieben. Alles befremdlich, beängstigend, Vergewaltigungen, unpersönlicher Sex, Mord, Verstümmelung, Traumatisierung, Psychopathie, Erniedrigung. Ich habe es nach fast 300 Seiten abgebrochen und kann es nicht empfehlen. Zwei Sterne nur deswegen, weil es ja nach 300 Seiten eventuell doch noch ein gutes Buch werden kann. Meines Erachtens muss ein Buch allerdings nach spätestens 40 Seiten inhaltlich auf eine klare Linie kommen, mittel derer ich es beurteilen kann.

  2. Cover des Buches Wenn's einfach wär, würd's jeder machen (ISBN: 9783404176908)
    Petra Hülsmann

    Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

     (368)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Annika mag ihren Beruf als Musiklehrerin. Doch als ihr kurzfristig mitgeteilt, dass sie als Aushilfe in eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk zwangsversetzt wird, bricht ihre Welt zusammen. Wie kommt sie wieder auf ihre bequeme Vorbildschule? Mit einer Musical-AG, die einen Theater-Preis gewinnt, würde sie sicher wieder mit Handkuss zurückgenommen werden. Leider hat Annikas Plan einen Haken: Sie braucht die Hilfe ihres Teenagerschwarm Tristan. Das kann noch lustig werden.

    Ich liebe Petra Hülsmanns Schreibstil. Sie schreibt sehr humorvoll, locker und es ihre Bücher mit Hamburger Charme machen immer Freude beim Lesen.

    In dieser Geschichte konnte mich aber die Protagonisten nicht richtig erreichen und besonders Annikas Probleme konnten mich nicht bewegen. Obwohl es immer wieder Highlightsmomente gab, schien sich alles zu ziehen. 

    Mein Fazit: Die Geschichte erinnert stark an den Film "Fuck you Goethe" und bringt tolle Augenblicke mit. Die Protagonisten bleiben leider blass. 3 Sterne.

  3. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (190)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Saša ist 14, als er mit seiner Mutter, einer Marxismus-Professorin, vor dem Balkankrieg flüchtet. Von Jugoslawien nach Deutschland. Von Višegrad nach Heidelberg.

    In "Herkunft" erzählt Saša Stanišić eine Geschichte vom Erinnern und dem Vergessen. Eine Geschichte von Migration, Erwartungen, Hoffnungen. Vom Leben - seinem Leben.

    Ganz ohne Bitterkeit erzählt er über seine Heimaten. Über ein Land, in dem er geboren ist, das aber heute nicht mehr existiert. Über seine zersplitterte Familie, die über die Welt zerstreut ist. Es sind Momentaufnahmen, eine Ansammlung von Gedanken. Über die Kindheit des Autors, seine Jugendzeit, die Treffen an der Aral mit anderen Migranten - Freunden und über die innige Beziehung zu seiner Großmutter. Während Saša versucht die Erinnerungen zu sammeln, verliert sich seine Großmutter in der Demenz und mit ihr gehen Erinnerungen verloren.

    Saša Stanišić hat seine Geschichte in einem sehr ungewöhnlichen Erzählstil niedergeschrieben. Manchmal muten die Sätzen sehr poetisch an, dann wieder reiht sich ein Satz stakkatoartig an den nächsten an. Auch springt der Autor von einem Gedanken zum nächsten, was einen rasanten Themenwechsel mit sich bringt. Dabei wandelt er stetig zwischen Wahrheit und Fiktion. Während ich zu Beginn der Lektüre noch etwas Schwierigkeiten mit diesem Stil hatte, kam ich mit der Zeit doch ganz gut rein.   

    Zum Ende des Buches gibt es das Kapitel "Drachenhort". Hier bestimmt der Leser selbst, mit seinen Antworten, wie die Geschichte ausgehen wird.

    Über allem steht die Frage nach der Herkunft. Saša Stanišić sagt dazu: "Herkunft ist Zugehörigkeit, zu der man nichts beigesteuert hat." Mein Lieblingszitat aus diesem Buch ist jedoch: "Nicht einmal Paprikagemüse kommt ohne Erinnerungsfußnote in dieser Stadt." 

  4. Cover des Buches Miracle Creek (ISBN: 9783446266308)
    Angie Kim

    Miracle Creek

     (177)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


    Was für eine mutige Autorin! Sie spricht in diesem Buch Dinge aus, die sich viele nicht einmal zu denken trauen und gibt ihnen eine so tiefe und vielschichtige Bedeutung, dass ich beim Lesen manchmal wirklich Bauchschmerzen bekam. Das Buch hat mich mit offenem Mund und kopfschüttelnd zurück gelassen - ein absolutes Highlight!!!              
  5. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Janine_Napirca

    „Und am Ende? Am Ende bleiben die Zedern. Sie werden dicht beieinanderstehen und auf den Libanon herabblicken. Und vielleicht, wenn der Wind günstig steht und vom Meer heraufseht, wird man es hören. Man wird hören, wie sie einander zuflüstern, dass ich einst in ihrem Schatten saß. Und wie ich hier entlangging, um Vater zu suchen.“


    Auch in ‚Am Ende bleiben die Zedern‘ von Pierre Jarawan haben wie bereits in ‚Ein Lied für die Vermissten‘ Worte und Erzählungen einen so hohen Stellenwert und die Liebe zum Libanon - trotz seiner Imperfektion - wurde erneut sehr magisch und authentisch gezeichnet. 


    Samir lebt mit seinem Vater Brahim, seiner Mutter Rana, seiner Schwester Alina und dem Freund der Familie Hakim und dessen Tochter Yasmin in Deutschland, nachdem die Erwachsenen aus dem Libanon geflohen sind. Als Brahim eines Tages verschwindet, ist nichts mehr so idyllisch und heimelig wie es war. Samir beginnt seinen Vater auf das höchste Podest zu idealisieren und mit ihm seine Vorstellung vom Leben im Libanon, den er jedoch nie betreten hat, während seine Mutter und seine Schwester, die sich kaum noch an ihren Vater erinnern kann, versuchen ihr Leben weiter zu leben. Samirs einzige Chance, mit seinem Schicksal fertig zu werden, ist, auf den Spuren der Vergangenheit seines Vaters in den Libanon zu reisen und möglicherweise dort Antworten auf all seine Fragen zu finden.


    Ich kann mit meiner Rezension dem Roman gar nicht gerecht werden, weil man all die Schönheit, Zerrissenheit und Sehnsucht gar nicht in Worte fassen kann. Es hat mich so sehr berührt und erschüttert, Jarawans Schreibstil ist einfach einzigartig und nebenbei lernt man noch so viel über die Geschichte des Libanons, die Rivalitäten der drei großen Weltreligionen, die verantwortlich für die Spaltung der Gesellschaft sind, ohne dass man das Gefühl hat, die eine oder andere wäre „besser“ oder eher gesagt weniger schlimm, als die andere. Man könnte sich wirklich nur wünschen, dass sämtliche Politiker*innen und Fundamentalist*innen diesen Roman lesen. Vielen Dank für diese so wichtige Aufklärungsarbeit, die Pierre Jarawan auch zusätzlich zu seinen Romanen leistet.

  6. Cover des Buches Sungs Laden (ISBN: 9783406681882)
    Karin Kalisa

    Sungs Laden

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe

    Es gibt Bücher, da möchte man am liebsten ewig weiterlesen und noch viel lieber selbst Teil dessen sein, von dem da erzählt wird. ‚Was man von hier aus sehen kann‘ von Mariana Leky gehört für mich beispielsweise in diese Kategorie und ‚Sungs Laden‘ reihe ich direkt daneben ein

    Sungs Laden im Prenzlauer Berg ist einer der vielen kleinen vietnamesischen Gemischtwarenläden, die man in jeder Straße findet. Doch als Sungs und Mâys Sohn Minh mit seiner Großmutter Hiền und deren fast 100 Jahre alter Puppe Thủy im Rahmen einer multikulturellen Schulveranstaltung ihr Herkunftsland Vietnam präsentieren, lösen sie damit eine Wandlung in den deutsch-vietnamesischen Beziehungen im Prenzlauer Berg aus, die ihren Ursprung in Sungs kleinem Laden hat. Und dabei bleibt es nicht: Die ganze Stimmung im Viertel ändert sich und verbreitet sich über den Ortsteil hinaus.

    Karin Kulisa schreibt so überzeugend und derart bezaubernd über den großen Meister Zufall, dass man kaum glauben mag, dass ein nur kleiner Dreh in eine andere Richtung der ganzen Geschichte eine völlig andere Atmosphäre gegeben hätte. Alles entwickelt sich so selbstverständlich, dass man sich beim Lesen nur fragen kann, wieso das Leben nicht immer so ist. Aus murrenden Zeitgenossen werden freundliche Nachbarn; aus karrieregeilen arroganten Vorgesetzten sozial eingestellte Chefs; und Mancher entdeckt seine späte Berufung.

    Das mag jetzt Alles schwer nach Kitsch und FriedeFreudeEierkuchen klingen, aber erstaunlicherweise wirkt die Geschichte an keiner Stelle überzuckert. Der Autorin gelingt das Kunststück, alles leicht und beschwingt klingen zu lassen, ohne jedoch die Mühsal des Lebens aus den Augen zu verlieren. Und so weiß man am Ende auch mehr über die jämmerlichen Lebensbedingungen der vietnamesischen GastarbeiterInnen in der DDR und deren jetziges, teils mühsames Leben in der BRD – und schlägt das Buch dennoch mit einem Lächeln zu. Vielleicht mit dem Vorsatz, künftig ein paar Dinge anders zu machen 

  7. Cover des Buches Sophia oder Der Anfang aller Geschichten (ISBN: 9783446249417)
    Rafik Schami

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

     (107)
    Aktuelle Rezension von: elsterpopelster

    Zwei Handlungsstränge ziehen sich durch den Roman, die durch kleine Verästelungen bis zum endgültigen Kreuzungspunkt ein feines Netz der Erzählkunst abbilden. Zum einen ist da Salman, ein junger Rebell, gezwungen zur Flucht aus seiner Heimatstadt Damaskus. Er führt in Rom mit Frau und Sohn ein glückliches Leben, doch wächst seine Sehnsucht nach den Orten der Kindheit und lässt ihn vierzig Jahre später dorthin zurück kehren. 🧳


    Wie sehr hatte er die kleinen Gassen der Stadt, die Gastfreundschaft der Syrer und seine Verwandten vermisst. In seinem Herzen war ein Teil für Damaskus reserviert, dessen Erinnerungen er im Exil sorgsam pflegte. Doch hat sich in seiner Abwesenheit viel verändert und seine Erinnerungen werden zur Fata Morgana. Sein im Ausland aufgebauter Wohlstand soll ihm in Syrien zum Verhängnis werden. Umzingelt von Spitzeln begibt er sich erneut auf die Flucht. 🌦


    Der zweite Handlungsstrang erzählt von der Liebe und bildet damit ein Gegengewicht. ⚖️


    Beim Lesen habe ich deutlich Rafik Schamis gespaltenen Gefühle zu seinem Heimatland gespürt. Aus seinen geschriebenen Worten spricht seine Liebe für die syrische Kultur, doch auch sein Zorn auf das Regime, die Überwachung und Willkür des Staates. Der Roman wird durch sie sehr lebendig und vermitteln ein Verständnis für die komplizierten Gründe, die Menschen zur Flucht treiben. Zeitlich endet das Buch noch vor dem 2011 begonnenen Bürgerkrieg. Der Roman gibt aber auch Hoffnung, denn so sehr die Gesellschaft auch unterdrückt wird, findet sie in ihrer Unterdrückung auch Zusammenhalt. Ein sehr lesenswerter Roman, den ich mit Freude endlich verschlungen habe. 💙

  8. Cover des Buches Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg (ISBN: 9783746634135)
    Julie Peters

    Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg

     (131)
    Aktuelle Rezension von: Rabenseele

    Je unruhiger und kräftezerrender mein reales Leben verläuft, desto größer ist mein Bedarf an seichter Lektüre. Um dem Alltag für eine gewisse Zeit zu entfliehen, kenne ich kein besseres und wirkungsvolleres Mittel. Und so kam mir Band Eins der Buchladen-Serie gerade recht. 

    Er vereint alle Zutaten, die ein guter Seelenschmöker für mich benötigt:  Eine windumtoste Nordseeinsel, sympathische Protagonisten, eine durchaus realistische Story und ein fluffiger Schreibstil.

    Mehr muss man zu dieser Art Wohlfühlroman meiner Meinung nach gar nicht sagen. Außer vielleicht noch: Um den Folgeband werde ich sicher auch nicht herum kommen ಠ‿↼


  9. Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)
    John Lanchester

    Die Mauer

     (157)
    Aktuelle Rezension von: ATWOOD94

    Ich habe den Autor bei der Litcologne gesehen und gehört, wo er sehr kenntnisreich nicht nur über den Brexit sprach, sondern auch den Hintergrund seines Romans andeutete. Wobei natürlich Assoziationen mit Trumps propagierter Grenzmauer und mit dem Klimawandel äußerst nahe liegen. Das Buch selbst hat mir gut gefallen. Es ist von einer schriftstellerischen Leichtigkeit geprägt, obwohl es ja die dystopische Welt eines isolierten und durch die 5 m hohe Mauer abgeschotteten Großbritanniens zeigt. Wir verfolgen das Geschehen aus der Sicht des Protagonisten, Kavanaugh, wodurch zwischenzeitlich mehr Raum für eigene Interpretationen und Vorstellungen bleibt, wenn es um die Vorgeschichte dieser Mauer geht, auf der anderen Seite die Identifikation mit der Hauptfigur die Leserin und den Leser zum Teil stutzen lässt, wenn sie oder er sich dabei ertappt, mitzufühlen, wenn der 'Verteidiger' über seine Arbeit auf der Mauer spricht. Wie man ein 'Anderer' wird, wie man 'Dienstling' (ein anderes Wort für Sklave in diesem Roman) wird, all dies scheint merkwürdig einfach erklärt, die Gesellschaft dieses Großbritanniens scheint sich seltsam einfach in ihr Schicksal zu fügen und sich allein auf das abendliche Fernsehen (wenn möglich eine Sendung, in der man einen Strand sehen kann, die nicht mehr existieren, da der Meeresspiegel so stark angestiegen ist) zu freuen und zu fokussieren scheint. Aber die Gesellschaft spielt sowieso nur insofern eine Rolle, als sie den Protagonisten berührt. Die Mauer nimmt den größten Raum in seinem Leben ein, da er sich zu Beginn des Romans zu Beginn seines zweijährigen Dienstes als Verteidiger auf der Mauer befindet. Diesen Dienst müssen alle jungen Menschen nun verrichten und er ist nicht schön, auf einer Mauer, die den Elementen ausgesetzt ist und die ständig durch Versuche der 'Anderen' bedroht ist, sie zu bezwingen. Das Ende kommt meines Gefühls nach dann etwas plötzlich, aber auch das passt zu dem Roman. Definitiv eine Empfehlung.

  10. Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)
    Michel Houellebecq

    Unterwerfung

     (287)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    In Frankreich werden die extremistischen Parteien immer stärker, als im Jahr 2022 die Muslimische Partei gewinnt kommt das Gleichgewicht im Land zum Schwanken.
    Der Professor François hat mit dieser Veränderung zum kämpfen.

    Das Buch hat mich leider überhaupt nicht überzeugen können.
    Mir war der Protagonist und Erzähler total unsympathisch und ich habe ihn und seine Gedanken überhaupt nicht nachvollziehen können, außerdem hat mich die Handlung auch überhaupt nicht überzeugt.

    Das Buch ist leider keine Empfehlung von mir.

  11. Cover des Buches All die Jahre (ISBN: 9783552063662)
    J. Courtney Sullivan

    All die Jahre

     (112)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Dieses Buch ist eine Familiengeschichte, eine richtig intensive Familiengeschichte über Schuld und das Umgehen damit, wo ich leider die Begeisterung anderer Leser nicht unbedingt und vollkommen unbedarft teilen kann. Zwei Schwestern wandern in den späten 50ern aus Irland kommend in die USA ein. Dabei bringt das Buch den Lesern den Mief und das eingeengte Denken dieser Zeit nahe und zeigt das Leben der beiden ungleichen Frauen bis in die heutige Zeit hinein und besonders eine der beiden Schwestern hätte ich fast durchweg schütteln können. Nora, die ältere Schwester, ein wirklich furchtbarer Charakter, bis in die 2000er hinein kann sie ihrem Naturell schlecht entfliehen, ist ein Kind ihrer Zeit und ihrer ländlichen und etwas bildungsfernen Herkunft, merkt kaum was sie durch ihre strenge, unnahbare und schwer abänderliche Art ihrer Umgebung antut, angetan hat. Dabei muss man Nora aber zugutehalten, sie ist durch den frühen Tod ihrer Mutter zu einem Mutterersatz für die jüngere Schwester Theresa geworden, hat deshalb ihre Jugend eingebüßt, eine Zeit der Unbeschwertheit. Diese Mutterrolle ist aber auch viel verlangt von der jungen Frau, deren Denken sich fortan um ihren Ruf, um den Ruf der Familie dreht, die dadurch in eine Rolle hineingedrängt wird, sich hineingedrängt empfindet, der sie eigentlich nicht gewachsen sein kann und, was eigentlich fast noch schlimmer ist, diese Entscheidung/ dieses Geschehen hat auch Folgen für die weitere Entwicklung der Nora, in ihrer eigenen Familie. Die jüngere Theresa ist etwas lebenslustiger, ist ja auch noch jugendlich unbeschwert. Beide Schwestern stehen dann durch ein Geschehen vor Entscheidungen, die erst viele Jahre später etwas abgeändert werden können. Erst stand für mich eine Drei Sterne Bewertung fest, denn das Geschehen ist wirklich etwas seifig und die Denkweisen der Charaktere haben schon etwas verstaubtes und altbackenes an sich. Dennoch ist die Geschichte spannend geschrieben, besonders das chronologisch nicht geordnete Schreiben fasziniert mich und ein gewisser Wandel in engen Grenzen lässt mich das Buch dann doch noch etwas höher bewerten. Wäre dieser Wandel in Noras Wesen nicht zu bemerken gewesen, wäre dies ein Drei-Sterne-Buch für mich geworden. Denn dieser Charakter Nora hat es mir nicht leicht gemacht, hat wohl etwas in mir getriggert. Keine einfache Lektüre für mich!

  12. Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783492272438)
    Ferdinand von Schirach

    Verbrechen

     (718)
    Aktuelle Rezension von: Wortsalat

    Der Autor besticht durch einen sehr geradlinigen und puristischen Schreibstil, was vermutlich auch seiner juristischen Ausbildung geschuldet ist. 

    Ferdinand von Schirach wirft zu Anfang die Frage nach der Schuld auf und impliziert, dass es nicht immer ein Einfaches ist, diese zu beantworten,- die Welt ist mehr als schwarz und weiß. Die Schuldfrage zieht sich durch die genauere Betrachtung der Motivlage und des Täterprofils wie ein roter Faden durch die Kurzgeschichten. Der Leser erlebt selbst den Zwiespalt, der auch das Rechtssystem bei seiner Durchsetzung vor Herausforderungen stellt. 

    Die Kurzgeschichten lassen in psychologische Abgründe blicken und mir persönlich viel es schwer, das Buch zur Seite zu legen. Schade, dass es so kurzweilig war. 



  13. Cover des Buches Isch geh Schulhof (ISBN: 9783404606962)
    Philipp Möller

    Isch geh Schulhof

     (248)
    Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfee
    Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu.
    "Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit.

    Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch.

    Dieses Buch sollte gerne Pflichtlektüre werden, es ist sehr berührend weil es einen Zustand dieses Landes wiederspiegelt, den wir alle mehr oder weniger kennen die Politik sich aber niemals dazu äußern würde.
    Ich finde den Schreibstil unheimlich faszinierend, da Herr Möller durchaus kritische Töne anschlägt, diese aber duch den locker, flockigen Tonfall niemanden beleidigen können.
    In dem ostfriesischen Dorf in dem ich lebe gibt es diese Problematik nicht, allerdings weiß ich von Bekannten , die in großen Städten leben, dass sich in diesem Buch durchaus eine gefährliche Realität wiederspiegelt.
  14. Cover des Buches Chill mal, Frau Freitag (ISBN: 9783548373997)
    Frau Freitag

    Chill mal, Frau Freitag

     (419)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    „Guten Morgen Frau Freitag“, so könnte die normale Begrüßung an einer Schule für die Klassenlehrerin sein. Nicht aber in der Schule und im speziellen der Klasse von Frau Freitag. Hier kommt dann eher: „EY, Frau Freitag, sag mal du, was machst heute mit uns?“.

    Genau so muss man sich dieses Buch und die darin befindlichen Geschichten vorstellen. Wir erfahren das die Autorin aus ihrer Sicht die Geschichten aus ihrem Lehreralltag wiedergibt. Durch ein Radiointerview wurde bekannt, dass sie Lehrerin in Berlin-Neukölln ist. Die Geschichte beginnt im ersten Buch mit den Schülern der 9.Klasse einer Gesamtschule wo fast alle einen Migrationshintergrund haben und aus schwierigen Familienverhältnissen stammen.

    So lesen wir vermehrt Namen aus aller Welt und hören von den dazugehörigen Sitten die daheim ausgelebt werden und zum Teil auch mal mit in den Unterricht gebracht werden. So wirklich der Deutschen Sprache, sind die wenigsten mächtig und man liest die ganze Zeit mehr von Ay, Alter, und sonstigen Assi-Deutschen Floskeln. Das da Frau Freitag erstmal richtig was zu tun hat und die Englische Sprache nicht einfach ist zu lehren, wenn die deutsche schon nicht wirklich klappt.

    Aber Frau Freitag ist mehr als nur die klassische Lehrerin. Sie ist auch Therapeutin, Pärchenhelferin, Lebensberaterin, den die Kids bringen mehr mit als nur die Schwäche der deutschen Sprache. So erleben wir mit einem sehr breit gefächerten Humor die Geschichten einer Lehrerin im Kampf mit den Schülern, Eltern und der Politik. Denn auch eine Lehrerin kann sich manchmal einfach nur hängen gelassen fühlen, wenn sie helfen möchte dies aber nicht kann.

    Das Buch hat schon einen recht harten Witz und die ständigen Wiederholungen der Phrasen der Kids kann schon stören, ist aber einfach ein fester Bestandteil des Buches. Es war nicht zu hundert Prozent meins, aber die Neugier der Menschen scheint hier recht hoch zu sein, denn es gibt immerhin mehrere Bände. Jedem das seine und naja, vielleicht hat der eine oder andere es doch noch zu einem Schulabschluss gebracht

  15. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783446263895)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

     (94)
    Aktuelle Rezension von: BabsyZ

    Von Natur aus bin ich eher skeptisch, wenn ein Buch so hoch gelobt wird, wie dieses, aber ich muss ehrlich sagen, es hat mich auch begeistert.

    Der Debütroman von Ocean Vuong ist ein Brief an seine Mutter – ein Brief, den sie nie lesen wird, denn sie ist Analphabetin. Eine Frau, die aus Vietnam nach Amerika kam, traumatisiert, gewalttätig, mit großen Träumen, die sich nicht erfüllen. Und der Sohn schreibt ihr von Erinnerungen, seine eigenen und die der Mutter, der Großmutter; von Vietnam im Krieg, vom eigenen Erwachsenwerden, der Entdeckung seiner Homosexualität, den Schlägen der Mutter, der Schizophrenie der Großmutter. Diese Erinnerungen kommen ungeordnet, sie brechen förmlich aus „Little Dog“, so wird der Junge genannt, heraus. 

    Und auch die Sprache ist ungeordnet – voll Poesie und dann wieder roh und direkt.

    Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein trauriges, grausames, schönes, tief berührendes Buch, auf das man sich einlassen und dass man aushalten muss.

    Mein Fazit: unbedingt lesen!

  16. Cover des Buches Der Platz an der Sonne (ISBN: 9783608962901)
    Christian Torkler

    Der Platz an der Sonne

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    Der 1978 geborene Josua wächst vaterlos in einem Entwicklungsland auf. Seine gottesfürchtige Mutter schafft es mit verschiedenen Gelegenheitsjobs gerade so, ihre drei Kinder zu ernähren, aber eine Wohnung mit fließendem Wasser oder eine höhere Schulbildung kann sie ihnen nicht ermöglichen. Nach seiner Schulzeit arbeitet sich Josua vom Straßenverkäufer zum Parkplatzwächter hoch und fährt irgendwann sogar Taxi. Manchmal erscheint ihm das Glück zum Greifen nah, doch das Schicksal schlägt immer wieder zu und in einer hoch korrupten Diktatur und Mangelwirtschaft ist es nahezu unmöglich, etwas auf die Beine zu stellen. Dabei will Josua doch nur raus aus Elend, Schmutz und Hoffnungslosigkeit. Aber kann ihm das in seiner Heimat überhaupt gelingen – oder ist der einzige Ausweg die Migration ins gelobte Land auf der anderen Seite des Mittelmeers?

    Soweit, so bekannt, mag der ein oder andere jetzt denken – aber Stopp! Christian Torkler beschreibt in „Der Platz an der Sonne“ nicht die Geschichte eines afrikanischen Flüchtlings, der von Europa träumt. Im Gegenteil: Jousa Brenner wächst in Berlin auf, der Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik, die nach drei Weltkriegen immer noch halb in Schutt und Asche liegt, obwohl die reichen afrikanischen Demokratien Entwicklungshilfe leisten und nairobische Partnergemeinden neue Kirchendächer spendieren. Sehnsuchtsziel von Josua und seinen Kumpels ist dann auch Matema im reichen Tanganyika: „Wenn wieder einer weg war, hieß es, der ist in den Süden …“. Doch in seinem leicht schnodderigen Tonfall, der sich durch das gesamte Buch zieht, schildert er auch gleich den Haken an der Sache: Die reichen schwarzen Bongos wollen keine Armutsflüchtlinge. Aber was hat ein perspektivloses Weißbrot wie er schon zu verlieren?

    Torkler betreibt den Perspektivwechsel in „Der Platz an der Sonne“ in einer so detaillierten Konsequenz, dass er mir richtig an die Nieren gegangen ist. Gedanklich nachzuvollziehen, warum ein afrikanischer Flüchtling nach Deutschland kommt, ist das eine – vom Elend im Entwicklungsland Preußen und der Sehnsucht nach Afrika zu lesen, aber etwas völlig anderes. Es braucht kaum noch Fantasie, um sich dieses im Roman sechsgeteilte Deutschland, in dem so einiges schiefgelaufen ist, vorzustellen: den Dreck, die nach drei Kriegen kaum wiederaufgebaute Infrastruktur, Kriegsruinen, schimmelige Wohnungen, scharfe Grenzen und ein komplett korruptes System. Torkler führt seinen Lesern gnadenlos vor Augen, was für ein großer Zufall es ist, in welche Verhältnisse man geboren wird und dass es gar nicht so viele historische Fehlentscheidungen braucht, um ein Land im Chaos versinken zu lassen. Dass die vage Hoffnung auf eine bessere Zukunft reichen kann, um alles hinter sich zu lassen, wird äußerst nachvollziehbar illustriert. Genau wie das Fluchtthema: Hier soll es in umgekehrter Richtung übers Mittelmeer gehen – doch schon der Weg zur Küste ist eine grausame Odyssee, die ihre Opfer fordert.

    „Der Platz an der Sonne“ hat mich stellenweise kalt erwischt und ziemlich deprimiert. Torkler schildert schonungslos, wie das Leben in einem gänzlich anderen Deutschland aussehen könnte. Keine Feelgood-Lektüre, sondern ein harter Perspektivwechsel, der sich absolut lohnt. Man kann seine Komfortzone auch lesend verlassen – und weil Torkler einen auf jeder einzelnen Seite dazu zwingt, bereichert dieses Buch mindestens so sehr, wie es verstört.

  17. Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)
    Yann Martel

    Schiffbruch mit Tiger

     (1.009)
    Aktuelle Rezension von: GothicQueen

    "Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel ist ein Roman, den ich vor vielen Jahren geschenkt bekam von einer damaligen Freundin. Ich habe das Buch verschlungen. Ich musste in der Woche jeden Tag längere Zeit Zug fahren. In wenigen Tagen hatte ich es durchgelesen. Es geht in der Geschichte um den Sohn eines indischen Zoobesitzers: Pi Patel. Pi glaubt nicht an eine Religion. Er ist Christ, Muslim und Hindu und liebt die Tiere im Zoo seines Vaters, in dem er mit seiner Familie aufwächst. Eines Tages sieht er, wie ein Tiger ein anderes Tier reißt. Er lernt die Gefahr des Tigers kennen. Viele Jahre später muss sein Vater die Tiere verkaufen. Nach Übersee sollen sie geschifft werden. Mit an Bord: Pi und seine Familie. Sie möchten ein neues Leben anfangen. Das Schiff geht unter. Und mit ihm fast alle Tiere und Pi's Familie. Pi selbst rettet sich auf ein Boot. Doch da sind noch ein paar mehr Lebewesen drauf. Unter anderem der Tiger des Zoos von Pi's Familie. Pi versucht sich und die Tiere durchzubringen. In der Hoffnung, bald gerettet zu werden. Doch nicht alle schaffen es. Zuletzt gibt es nur noch Pi und den Tiger. Das Buch erzählt die Geschichte der beiden auf dem Boot. Die Geschichte ist atemberaubend. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, sah ich mir auch den Film an. Er ist wirklich gut gelungen. Dafür, dass es immer heißt, die Filme seien nicht so gut wie das Buch. Die Naturaufnahmen sind der Hammer. Am tollsten finde ich eine Szene, als bei Nacht ein Wal auftaucht und das Meer sich in tausend Lichter färbt. Ich kann das Buch jedem empfehlen und den Film ebenso. Ich würde beides jederzeit wieder zur Hand nehmen.

  18. Cover des Buches The Sun is also a Star (ISBN: 9780552574242)
    Nicola Yoon

    The Sun is also a Star

     (92)
    Aktuelle Rezension von: qhanqibe2

    Ein wirklich sehr schöner Liebesroman über die Schülerin Natasha, deren jamaikanische Familie illegal in Amerika wohnt und jetzt abgeschoben werden soll. An ihrem letzten Tag in Amerika trifft sie unverhofft auf Daniel, der mit den Anforderungen seiner koreanischen Eltern zu kämpfen hat, und an nur einem einzigen Tag wird ihnen klar, was sie einander bedeuten könnten. Die Story wird in sehr angenehmen kurzen Kapiteln erzählt und ist wirklich sehr schön zu lesen, doch auch genügend realistisch und vor allem mal erfrischend anders, da auch über die Probleme geredet wird, sich in einem anderen Land zurecht zu finden und die Kluft zwischen Kindern und Eltern, die in verschiedenen Ländern und unter anderen Umständen groß geworden sind und deshalb ganz andere Ansichten darüber haben, wie sie ihr Leben führen wollen. Die Charaktere sind dabei sehr sympathisch, nahbar und ausgearbeitet und man mag sie wirklich gerne und fiebert zum Ende hin durchaus etwas mit, da man sich für die beiden so sehr ein Happy End wünscht. Dabei ist der Schreibstil das Herz der Geschichte, denn er liest sich nicht nur flüssig, locker und leicht, er ist auf unausschweifende Art auch poetisch, philosphisch und schildert nicht nur aus der Sicht der beiden Charaktere, sondern hat auch Zwischensequenzen, die sich anderen Charakteren widmen und wodurch man diese einfach viel besser versteht, zudem werden auch Natashas und Daniels Gesprächsthemen nochmal aufgegriffen und auf sehr schöne Weise weiter ausgeführt. Insgesamt ein wirkliche tolles Buch, mit der Leichtigkeit eines Liebesgeschichte, das aber auch etwas tiefer geht und einen zum Nachdenken anregt.

  19. Cover des Buches Der Empfänger (ISBN: 9783608964639)
    Ulla Lenze

    Der Empfänger

     (112)
    Aktuelle Rezension von: wokanshu

    Ulla Lenze schreibt über Josef Klein, der nach dem Ersten Weltkrieg in die USA ausgewandert ist. Sein kleiner Bruder Carl sollte eigentlich auch mit, doch durch einen Unfall verlor er ein Auge und er durfte nicht in die USA immigrieren. Josef bzw. Joe führt ein bescheidenes, unauffälliges und wenig erfolgreiches Leben in New York. Seine Begleiterin ist Hündin Princess, die als Junghund ausgesetzt und von Joe adoptiert wurde. New York ist ein Kessel aus allen Kulturen und jede hat ihr eigenes Viertel. So haben auch die Deutschen ihre Kneipen, Bäcker etc. Im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges wird Josef in die Machenschaften der Nazis gezogen, ohne es zu wollen. Eigentlich arbeitet er als Drucker und privat liebt er die Funkerei. Durch das Hobby lernt er seine Freundin Lauren kennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er auf Ellis Island interniert und zurück nach Deutschland geschickt. Einige Zeit verbringt er bei seinem Bruder und dessen Familie, bevor er sich nach Südamerika absetzt.
    In nüchternen Worten und unspektakulär wird die Geschichte des Mannes erzählt. Es wird immer zwischen New York in den 1930er und Neuss Ende der 1940er Jahre geschwenkt. Das Ende befasst sich mit der Zeit in Costa Rica 1953.
    Es ist eine interessante Geschichte, die jedoch nicht allzu fesselnd oder spannend ist.

  20. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

     (172)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Die sich über drei Generationen erstreckende Familiengeschichte erklärt in interessanter Weise, wie sich die damaligen ersten Gastarbeiter aus Italien gefühlt haben müssen - als Gäste zum Arbeiten, aber nicht als Bürger oder gar Freunde. Heutzutage nennt sich das Migration, man merkt aber recht schnell, dass sich so viel seit den 60-er Jahren nicht geändert hat - EU hin oder her. Zwischenzeitlich war das Buch etwas zäh zu lesen, deswegen "nur" durchschnittliche 3 Sterne.

  21. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (497)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Erzählung umfasst die Familiengeschichte mehrerer Generationen: Griechische Emigranten, die ihre Heimat verlassen und sich in den USA um die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Zukunft aufbauen. Im Zentrum steht die Ich-Erzählerin Calliope, die als pubertierendes Mädchen erkennt, dass sie beiderlei Geschlecht in sich trägt und fortan als Junge weiterleben möchte. Die vielen medizinischen Einblicke machen das Lesen zwar nicht immer flüssig, da zur Verständlichkeit viele fachlichen Ausdrücke nachgeschlagen werden müssen, jedoch wird die Thematik umso lehrreicher vermittelt. Für Kenner der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Hinweise zu historischen Elementen.


    Das Buch ist eine wuchtige und bereichernde Lese-Erfahrung. In über 700 Seiten enthält es viele wunderbare Geschichten, historische Anhaltspunkte und spannenden Familienzusammenhänge. Eigentlich ein Roman wie ich ihn mir wünsche: lehrreich, dramatisch, anregend und sprachlich einnehmend geschrieben, ohne Plattitüden und unnötigem Geschwätz. Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

  22. Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)
    Julie Otsuka

    Wovon wir träumten

     (152)
    Aktuelle Rezension von: Dolores999

    Das Buch behandelt das Schicksal der japanischen Arbeitsimmigranten im letzten Jahrhundert in den USA. 

    Es ist sehr klug, packend, fesselnd und poetisch geschrieben. Besonders den stimm- und namenlosen Frauen wird auf geniale Weise eine Stimme gegeben. Es berührt einen tief.

  23. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht! (ISBN: 9783548283388)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht!

     (1.135)
    Aktuelle Rezension von: Siko71

    Jan Weiler schreibt in diesem Buch, wie er seine italienische Frau geheiratet hat, wie er mit ihrer italienischen Familie die Ferien verbracht hat und er erfährt die Geschichte seines Schwiegervaters. Der flüssige und humorvolle Schreibstil macht dieses Buch zu einem Erlebnis und man bekommt Lust die Marcipane's kennen zu lernen. Die Bräuche sind eine Wonne. Vorallem die Hochzeitszene fine ich komplett zum weglachen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich kann es nur weiterempfehlen.

  24. Cover des Buches Geheime Tochter (ISBN: 9783462044454)
    Shilpi Somaya Gowda

    Geheime Tochter

     (165)
    Aktuelle Rezension von: monerl
    Meine Meinung
    Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen! Im Wechsel lernen wir Kavita und Somer kennen. Zwei unterschiedliche Frauen aus verschiedenen Kulturen, die unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen ans Leben haben. Was sie eint ist der Wunsch nach Kindern. Und was sie verbindet, ist das Mädchen Asha.

    Asha wurde von ihrer Mutter Kavita ins Waisenhaus gebracht. Sie wollte, dass wenigstens ihre zweite Tochter eine Chance auf ein Leben erhält. Und so erhält Asha, die in eine Familie aus ärmsten Verhältnissen hineingeboren wurde, durch ihre Adoption die Möglichkeit ein amerikanisches Mädchen zu werden, mit allen Optionen auf ein schönes und wundervolles Leben.

    Asha wird Teil der Familie von Somer und Krishnan, einem Ärzteehepaar, das sich jahrelang nach Kindern gesehnt hat. Spannend hierbei ist, dass Somer aus Amerika und Krishnan ursprünglich aus Indien stammt. Seine Herkunft verbindet ihn tiefer mit Asha, was im Laufe der Zeit eine immer größer Rolle spielen wird. Denn Asha und Krishnan sieht man ihre Herkunft bzw. ihr Anderssein an.

    Der Autorin gelingt sehr schön und emotional die Themen “Anderssein“, “Ausgrenzung“, “Suche nach den eigenen Wurzeln” zu beleuchten. Aber auch die Fragen wie z.B. “Was ist Heimat?“, “Was ist Liebe?“, “Was sind Eltern?” spielen eine große Rolle. Die Konflikte, die sich in Somers amerikanisch-indischer Familie Bahn brechen, berührten mich sehr. Ein jeder hat mit seinem Schicksal zu kämpfen, muss Vorurteile überwinden, um die Liebe zu finden.

    Mit viel Fingerspitzengefühl und angenehmer Sprache hat Shilpi Somaya Gowda ihren Roman geschrieben. Dabei öffnet sie für den unerfahrenen Leser ein Tor zu Indien und seiner Kultur und den dortigen Problemen. Man liest von Armut, der Unterdrückung von Frauen, der Gewalt ihnen gegenüber und von den geringen Möglichkeiten für Frauen sich ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten.

    Die Autorin lässt alle wichtigen Personen zu Wort kommen und wir können ihren Blickwinkel einnehmen. Sehr gut gefallen hat mir dabei das Denken von Kavitas Mann Jasu zu erkunden. Erschien er mir zu Beginn sehr stumpf, egoistisch und schwach, so änderte ich zum Ende hin meine Meinung über ihn. Alle Protagonisten erfahren eine Entwicklung, zu der sie das Leben mehr oder weniger gezwungen hat. Das macht das Buch deshalb so besonders, realitätsnah und somit glaubwürdig.

    Auch das Ende driftet nicht, obwohl auch das eine oder andere Klischee bedient wurde, in den eigentlich erwarteten “Kitsch” über, sondern bildet auch hier die Realität ab. Genau so hätte es sich wahrscheinlich zugetragen. Das nahm mich noch mehr für die Geschichte ein und ich bewunderte Shilpi Somaya Gowda für ihren Mut, SO eine Geschichte geschrieben zu haben, die mir am Ende einen Kloß im Hals bescherte!

    Zum Hörbuch
    Ich habe das Buch gelesen und gehört. Es hat mir großen Spaß gemacht, Sabine Arnold als Sprecherin kennenzulernen. Ihre ruhige Stimme, die eine angenehme Klangfarbe hat, passte sehr gut zur Geschichte. Das Hörbuch ist für Hörbuchliebhaber ebenso absolut empehlenswert!

    Fazit
    Dies ist ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde: interessant, spannend, kulturübergreifend, sensibel und authentisch. Trotz allem hat es mir Lust gemacht, Indien und seine Frauen kennenzulernen. Ich hoffe auf viele weitere Bücher aus der Feder von Shilpi Somaya Gowda.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks