Bücher mit dem Tag "missbildung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "missbildung" gekennzeichnet haben.

12 Bücher

  1. Cover des Buches Marina (ISBN: 9783596512768)
    Carlos Ruiz Zafón

    Marina

     (790)
    Aktuelle Rezension von: Kitty_Catina

    Lange habe ich mal wieder hin und her probiert und doch nicht das Buch gefunden, welches mich packen konnte. Da aber Carlos Ruis Zafón immer eine gute Wahl ist, habe ich mich letztendlich hierfür entschieden und muss sagen, dass es genau die richtige Wahl war, denn auch mit „Marina“ konnte er mich einmal mehr in eine absolut atmosphärische Geschichte entführen, die zwar mit „Der Schatten des Windes“ nicht mithalten kann, aber dennoch ihren Reiz hat.


    Dabei bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder einmal vor allem den grandiosen Schreibstil des Autors zu bewundern und zu loben. Denn auch hier ist dieser wieder typisch Zafón, mit keinem anderen Autor zu vergleichen, einzigartig, packend und von einer Kunst, die seinesgleichen sucht. Zafón schaffte es immer wieder, gleichzeitig spannend und humorvoll zu schreiben, ebenfalls sehr bildlich und dennoch flüssig und gut verständlich. Und auch Andreas Pietschmann hat als Sprecher des Hörbuches einen grandiosen Job gemacht, mit einer tollen Betonung und seine Stimme immer an den entsprechenden Charakter angepasst. So macht Hörbuch hören Spaß.


    Die Geschichte wird hier zwar dem Horror zugeordnet, ist aber dennoch nicht einfach nur gruselig, sondern beinhaltet auch eine gute Mischung aus Abenteuer und Coming of Age. Und auch auf eine kleine Liebesgeschichte wurde nicht verzichtet. Dabei steht natürlich dennoch die spannende Suche nach der Geschichte hinter gewissen Geheimnissen Barcelonas im Vordergrund, die Óscar und Marina an ziemlich schaurige Orte und zu fragwürdigen Personen führt. Dabei begeben sie sich einige Male in große Gefahr, was sie gleichzeitig zusammenschweißt und auch stärker macht. Und dann ist da noch die Suche nach sich selbst, die Óscar einerseits allein beschreiten muss, andererseits aber durch Marina und ihren Vater indirekt unterstützt wird. Bei den beiden findet er ein Stück weit ein Zuhause und so langsam entwickelt er sich zu einem jungen Mann, der dem Schicksal vielleicht kein Schnippchen schlägt, aber immerhin lernt damit umzugehen.


    Und damit wären wir auch schon bei den Charakteren. Auch die Protagonisten in dieser Geschichte fand ich vom Autor super geschrieben, ein bisschen geheimnisvoll und ebenfalls vielschichtig und liebenswert. Mir hat es jedenfalls wahnsinnigen Spaß gemacht, Óscar und Marina auf ihren Abenteuern zu begleiten. Ebenso mochte ich Marinas Vater, einen Künstler, der vom Schicksal gezeichnet ist und der dennoch eine Wärme ausstrahlt, die ich sehr angenehm fand. Und auch alle anderen Charaktere, egal ob gut oder böse oder eben auch irgendetwas dazwischen, fand ich großartig umgesetzt, da eben keiner so richtig greifbar war und dessen wahrer Charakter erst mit der Zeit erforscht werden musste.


    Insgesamt ist diese Geschichte wieder eine, die mich fesseln konnte und die mit ihren fantastischen, schaurigen Elementen mal ein ganz anderes Szenario bietet, aber irgendwie auch auf der selben Welle schwimmt, wie die anderen Geschichten, die ich bisher von Carlos Ruiz Zafón gelesen habe. Nur habe ich mit ein bisschen mehr Schauer gerechnet, denn so wirklich gegruselt habe ich mich nicht. Dennoch kann ich auch diesen Roman des Autors wieder nur weiterempfehlen und hoffe, dass ganz viele Menschen ihn noch lesen werden.

  2. Cover des Buches Wunder (ISBN: 9783423086547)
    R. J. Palacio

    Wunder

     (1.059)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    Süsse Geschichte, man begleitet August an seinen ersten Tagen an einer öffentlichen Schule und seinem ersten Jahr dort mit allen höhen und tiefen. 

    Der Schreibstil ist sehr angenehm und das Buch lässt sich gut lesen. Das Buch wird aus verschiedenen Sichten geschrieben, was noch interessant war. Aus August Sicht, seiner Schwester und seiner Freunde und zum Schluss ergibt es eine schöne Geschichte, die wichtige Themen anspricht und ein wenig zum nachdenken anregt. 

    Für alle die eine spezielle Geschichte über einen aussergewöhnlichen Protagonisten lesen möchten

  3. Cover des Buches Stark (Dark Half) (ISBN: 9783453433984)
    Stephen King

    Stark (Dark Half)

     (464)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Leider teile ich die vielen guten Meinungen zu diesem Buch nicht. Zum Inhalt wurde bereits viel geschrieben, daher werde ich hier keine neue Zusammenfassung posten.

    Die Story hört sich erstmal gut und spannend an. Eine typische Stephen King Idee das symbolisch beerdigte Pseudonym eines Schriftstellers zu neuem Leben zu erwecken. Die Geschichte zeigt aber rasch Längen und hat mich nicht in ihren Bann gezogen. Überraschende Wendungen Fehlanzeige. 

    Auch die Rolle der Sperlinge ist ziemlich bald klar und der Leser kämpft sich Seite für Seite zum Finale vor, das gelungen ist. 

    Für mich eines der schwächeren Stephen King Bücher, dass von mir keine Leseempfehlung erhält. Es gibt bessere! 

  4. Cover des Buches Die Sekte (ISBN: 9783442468355)
    Mo Hayder

    Die Sekte

     (215)
    Aktuelle Rezension von: JuliaAndMyself
    Der Thriller handelt vom Journalist Joe Oakes, der die einmalige Gelegenheit bekommt, auf eine Sekte auf einer Insel in Großbrittanien zu besuchen und die Ansichten und Lebensweisen zu erkunden. Durch sein Investigatismus begibt nicht er sich in Gefahr und tritt mit seinem Erscheinen auf der Insel eine Lawine der Gewalt los. Während seinem Aufenthalt auf der Insel löst er zudem das Geheimnis der Sekte.
    Die Autorin generiert eine Spannung, die den Leser dazu bringen, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Leser die auf Ekel und Grußel stehen werden auf ihre Kosten kommen. Die Charaktere sind sehr interessant gestaltet. Leider befinden sich im Buch einige Lücken in der Story und es bleiben einige Fragen auf. Auch die Nummerierung der Kapitel ist etwas seltsam gestaltet. Besonders das Ende ist der Autorin sehr gelungen, da es nicht wie erwartet ausfällt. Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, auch wenn ich von einigen Entwicklungen im Buch etwas enttäuscht bin, da sie etwas antiklimaktisch sind.
  5. Cover des Buches Binewskis - Verfall einer radioaktiven Familie (ISBN: 9783833310270)
    Katherine Dunn

    Binewskis - Verfall einer radioaktiven Familie

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Stephan59

    „Binewskis, Verfall einer radioaktiven Familie“, allein schon die irritierende Abnormität des Titels lud mich ein, als ich zufällig auf diesen Roman von Katherine Dunn stieß, es zu lesen.

    Und: der Inhalt ist noch viel schlimmer! Schräg auf jeden Fall, dabei schwankend zwischen hinreißend und abstoßend, weil Dunn letztlich nichts auslässt, was ihr beim Schreiben wohl als Idee durch den Kopf geschossen sein mag.

    Bizarr ist sie, diese Zirkusfamilie, die das „Abnorme“ zum Kult erhebt und ihr Anderssein zum Lebensmotto macht. Ein Albino mit Buckel, der Bruder eine Art Fisch mit Flossen, die Zwillinge natürlich siamesisch. Hier wird Andersartigkeit zum Privileg. Die absolut freakige Geschichte mit ihrem eigenen, zum Teil absolut abseitigen Humor hat mich gefesselt. Nur zum Ende hin, im letzten Drittel, nachdem ich den religiösen Kult der Arturer mit ihren operativen Selbstverstümmelungen noch halbwegs annehmen konnte, wiederholt sich das Ganze noch einmal, nur dass Olympia, der bucklige Albino mit der faszinierenden Stimme nun gezwungen ist, gerade dies zu verhindern, um den letzten Spross der Familie davor zu bewahren. In der zweiten Hälfte waren mir auch zu viele Längen im Text und ich blieb nur dran, um die Entwicklung zum Ende hin noch zu lesen. Aber insgesamt, ein tolles Buch.

  6. Cover des Buches Die letzten Kinder von Schewenborn (ISBN: 9783473476954)
    Gudrun Pausewang

    Die letzten Kinder von Schewenborn

     (358)
    Aktuelle Rezension von: feliSS

    Als ich das Buch gelesen hatte, war ich wie in einem Trance. Es war Abends, kurz vor Mitternacht, ich war müde, aber wollte nicht schlafen. Ich wollte das Buch zu ende lesen! Als ich dann fertig war (übrigens, ich hatte deswegen schon paarmal Tränen vergossen), hatte ich das Gefühl, ich habe das so erlebt. Das war ganz komisch. Ich war so mitgerissen, es war so gut beschrieben, und die Schicksale gingen mir so ans Herz, dass ich das Gefühl hatte ich war dabei. Erst paar Minuten später habe ich realisiert, dass ich nicht dabei war, und das in dieser Form nicht passiert ist. (In Deutschland gab es noch keine Atombombe, nur in Russland und Japan, deshalb ist die Familie, die das erlebt, nur erfunden.) Trotzdem fühlte sich das wirklich echt an!! Nur ein kleiner Hinweis: Es sollten die richtigen Personen lesen. Wenn jemand sehr stark sensibel ist oder es hasst, von anderer Menschen leid zu erfahren, oder deswegen Albträume bekommen könnte, sollte er es lieber nicht lesen. Und ich finde das ehrlich gesagt auch nicht passend für einen Schulunterricht. Nicht jeder Schüler ist psychisch stark, dass er das ohne weiteres lesen könnte. 

  7. Cover des Buches Das Phantom (ISBN: 9783104904726)
    Susan Kay

    Das Phantom

     (244)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Schon nach der ersten Seite ist  klar...man möchte dem Lebensweg von Erik folgen....ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
    Es ist so emotional und wunderbar geschrieben, dass mir immer wieder die Tränen liefen.
    Die Geschichte des Phantoms ist fesselnd, tiefbewegend und einzigartig. Es ist eine wundervolle Ergänzung zum Phantom der Oper - die Fragen sind beantwortet.
    Ich verspüre das Gefühl, dass ich Erik gerne kennengelernt hätte...ich habe dieses Buch nicht zum letzten Mal gelesen, das ist sicher!
  8. Cover des Buches Pigtopia (ISBN: 9783453675247)
    Kitty Fitzgerald

    Pigtopia

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Jack Plum ist mit einem deformierten Kopf auf die Welt gekommen und wird deshalb von den übrigen Kindern nicht akzeptiert. Er lebt als Mittdreißiger mit seiner verbitterten Trinker-Mutter zusammen, die ihm alle Schuld an den Sachen gibt, die in ihrem Leben nicht funktionieren, zB auch, daß Jacks Vater sich davon gemacht hat. Im Keller seines Elternhauses betreibt er eine geheime Schweinefarm, die ihm als einziges Freude in seinem Leben bereitet. Aber es ändert sich alles, als er Holly Lock kennenlernt, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihm unvoreingenomem gegenübertritt. Neben der Geschichte um den "verunstalteten" Jack bietet das Buch auch einen Einblick in Konflikte, in denen sich pubertierende Kinder mit ihren Eltern verwickeln (s. Holly und ihre alleinerziehende Mutter). Ein vielschichtiges Buch, das ich auf fast einem Rutsch gelesen habe.
  9. Cover des Buches Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe (ISBN: 9783518460153)
    Carl-Johan Vallgren

    Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe

     (38)
    Aktuelle Rezension von: buchjunkie

    In einer Winternacht im Jahr 1813 werden ein Junge und ein Mädchen in einem Königsberger Bordell geboren.
    Hercule werden kaum Überlebenschancen eingeräumt, denn er ist kleinwüchsig, mißgestaltet und taubstumm. Doch er trotzt allen Widrigkeiten und wächst zusammen mit Henriette , dem zum gleichen Zeitpunkt geborenen Mädchen, im Bordell auf. 
    Die beiden verbindet eine innige Freundschaft, doch das Schicksal schlägt zu und sie werden getrennt. Hercule kommt in ein Irrenhaus, wo er gequält und gedemütigt wird. Bis zu dem Tag, an dem ein Mönch auf ihn aufmerksam wird und ihn von dort ins Kloster bringt.
    Hercules Fähigkeit, mit den Füßen grandios Orgel zu spielen beeindruckt zuerst die Mönche, doch seine Gabe, die Gedanken anderer zu lesen und zu beeinflussen, bringt ihn in Schwierigkeiten.
    Manch einer denkt sogar, in ihm würde ein Dämon stecken.
    Hercule muss fliehen und,seine Odysee führt ihn nach Italien, wo er als Jahrmarktsattraktion auftritt, nach Schweden, wo er einer Gräfin beim Kartenspielen unterstützt. Und immer ist er auf der Suche nach Henriette, seiner Jugendliebe , die er nie vergessen hat.




    Was für ein großartiger und gewaltiger Roman!
    Dieses Buch hat mich schon nach ein paar Seiten in seinen Bann gezogen!
    Darin gibt es Liebe und Hass, Böses und Gutes, Lustiges und Trauriges!  Es ist aussergewöhnlich und phantastisch gut! Es ist spannend und überwältigend! Es ist auch gefühlvoll und brutal!


    Mit Hercule erleben wir auch das gesellschaftliche Leben an verschiedenen Orten zu der damaligen Zeit. 


    Die Sprache ist wunderbar. Die Wortwahl ist der Zeit des Romanes angemessen, die Sätze sind anspruchsvoll ohne zu überfordern.
    Keinen Moment habe ich mich gelangweilt, jeder Satz ist lesenswert!
    Der Schreibstil erinnert ein wenig an “Das Parfüm“.

    Meiner Meinung hat dieser Roman aus Schweden das Zeug zu einem  meisterhaften literarischen Werk!
    Es gehört nun in die Riege der besten Bücher für mich! 
    Und ich denke, mit meinen Worten kann ich diesem besonderen und großartigen Roman nicht gerecht werden!

    “Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe“ ist ein überaus empfehlenswerter Roman!!!
  10. Cover des Buches Der Leguan (ISBN: 9783293203242)
    Alberto Vázquez-Figueroa

    Der Leguan

     (10)
    Aktuelle Rezension von: AlwaysSeverusSnape
    Tolles Buch, kaum aus der Hand zu legen! Man kämpft mit seinen Gefühlen zum teuflischen Leguan Oberlus, hin und her schwankend zwischen Abscheu und heimlicher Sympathie. Macht es einen selbst zum Monster, wenn man mit dem grausamen Mörder mitfiebert? 
  11. Cover des Buches Wo die Sterne zu Hause sind (ISBN: 9783426631980)
    Luanne Rice

    Wo die Sterne zu Hause sind

     (38)
    Aktuelle Rezension von: LaMensch
    Dianne ist Schreinerin. Sie baut Spielhäuser für Kinder. Nur ihr eigenes Kind wird nie etwas mit einem Spielhaus anfangen können. Julia ist bereits 12 Jahre alt. Sie leidet an einer Kombination aus dem Rett Syndrom und Spina bifida. Sie kann nicht laufen, sprechen oder sitzen. Sie ist rund um die Uhr auf Pflege und Fürsorge angewiesen. Diesen Alltag meistert Dianne alleine, nachdem ihr damaliger Ehemann von der Erkrankung des Kindes erfuhr hat er sie verlassen. Nur wenige Leute halten zu ihr, darunter ihre Mutter zufälligerweise der Bruder ihres Ex Mannes. Ausgerechnet er ist Julias Hausarzt und führt die wöchentlichen Kontrollen des Gesundheitszustandes durch. Lange weigert sich Dianne, sich einzugestehen, dass sie damals eine falsche Entscheidung traf, rückgängig machen kann sie nichts aber sie kann für sich und andere noch auf den richtigen Weg kommen … Wird sie es schaffen?

    Genau jetzt muss ich diesem Buch ein krasses Kompliment aussprechen, mich hat der Schreibstil und die Geschichte derart zu Tränen gerührt hat wie seit langem kein anderes Buch mehr. Die Darstellung und vor allem die Überraschungen in diesem Buch, welche kein Leser für möglich halten würde, bevor er dieses Buch zu Ende gelesen hat haben mich wirklich gepackt. Die Darstellung des schwerst-mehrfach behinderten Kindes ist in vielen Büchern für mich wirklich kritisch zu sehen. Häufig wird die Darstellung grundsätzlich nur auf „Mitleid“ oder „Antipathie“ getrimmt. In diesem Buch geht es nicht darum, was dieses Kind kann und was nicht, es geht um die Liebe und den Zusammenhalt einer Familie in einer sehr schweren Situation.

    Kritikpunkte, welche ich an dieser Stelle aufhören würde habe ich in diesem Buch nicht gefunden. Ich bin restlos überzeugt und werde dieses Buch so schnell nicht wieder vergessen. Genau das ist es, was für mich ein Buch von erstklassiger Art ausmacht und somit vergebe ich begeisterte 5 von 5 Sternen!
  12. Cover des Buches Marina. Marina, spanische Ausgabe (ISBN: 9788408120575)
    Carlos Ruiz Zafón

    Marina. Marina, spanische Ausgabe

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Der 15-jährige Óscar besucht ein Internat in Barcelona. In seiner Freizeit unternimmt er immer wieder Streifzüge in die Umgebung und begegnet so, mit einigen mystischen Wirren, Marina und ihrem kranken Vater Germán. Es entwickelt sich eine Freundschaft; nach und nach werden die Beiden für Óscar eine zweite Familie und Marina seine beste Vertraute. Gemeinsam geraten Oscar und Marina dank jugendlicher Neugier auf die Spur der geheimnisvollen, rätselhaften Geschichte des berühmten Liebespaares Michael Kolwenik und Ewa Irinowa. Bald stecken sie unabwendbar in einem grauenvollen Abenteuer, dass sie das Leben kosten könnte. Und immer wieder begegnen sie dem schwarzen Schmetterling!

    Dieses Buch ist eine der düstersten, furchteinflößendsten Horrorgeschichten und gleichzeitig die faszinierendste Liebesgeschichte. Ganz zart und sanft entsteht aus enger Freundschaft ein kleines Pflänzchen Liebe zwischen Óscar und Marina. Nicht nur die unheimlichen Abenteuer, sondern auch das Mysteriöse um Marina und ihren Vater geben diesem Buch wieder den ganz typischen, unvergleichlichen und leicht melancholischen Charme der Zafón ausmacht.

    Carlos Ruis Zafón ist ein Sprachjongleur, der mit reichstem Vokabular den Leser begeistern kann. Grauenvollste Charaktere kann er genauso gut zeichnen wie liebenswerte; mit seiner Kunst haucht er ihnen spürbares Leben ein. Seine außergewöhnliche Phantasie lässt Handlungsorte und Szenarien entstehen, die so überwältigend und packend beschrieben sind, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Man ist von all den Eindrücken magisch verzaubert.

    Darüber hinaus verarbeitet der Schriftsteller in diesem Roman alles, was in den Schauerromanen des neunzehnten Jahrhunderts Rang und Namen hatte: Faust- und Golem-Sagen, siamesische Zwillinge und deutsche Schäferhunde, Grabschänder und Leichenräuber, lebende Marionetten, untote Kreaturen und gotische Wasserspeier, „Der Graf von Monte Cristo“ und E. T. A. Hoffmanns „Sandmann“, die mad scientists und verrückten Millionäre Jules Vernes und Villiers de L'Isle-Adams „Künftige Eva“. Selbst Kafka bekommt seinen Platz in dieser bunten Vielfalt, wenn auch nur als viel zu intelligenter Kater der Protagonistin. Ewa, die russische Sängerin, ist das wiedergeborene Phantom der Oper: Seit ihr Ziehvater durch ein Säureattentat ihre Schönheit und Stimme zerstörte, spukt sie unerlöst durch das Gran Teatro Real. Ihr Wohltäter ist ein Doktor Frankenstein, der in Prag aus der Kanalisation kroch und in Barcelona mit der Erfindung genialer Prothesen unermesslich reich wurde; seine Tochter heißt Maria Shelley.

    Das was die deutsche Übersetzung teils an Feinheiten vermissen lässt, durch einige recht seltsame Übersetzungen, brilliert im spanischen Original um so heller: Zafóns Sprache. Übertrieben, bildgewaltig und poetisch verleiht er Allem trotzdem einen zarten, sensiblen Zauber und eine gruselige Faszination.

    Mein Fazit: Kein wirkliches Jugendbuch mehr, aber noch nicht so umfangreich und detailliert wie seine folgenden Werke, brilliert Zafón trotzdem wieder durch seine Sprache und ideenreiche Verknüpfungen. Erstmalig erzählt er explizit die Geschichte in der Geschichte und fesselt den Leser dadurch um so mehr. Sprachlich ist das spanische Werk für mich ein Genuss gewesen, den ich so im Deutschen nicht ganz so ausgeprägt hatte und ich kann nur jedem der noch vor den etwas umfangreicheren Werken Zafóns zurückschreckt, Marina  auch als Einstieg absolut ans Herz legen.


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