Bücher mit dem Tag "missouri"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "missouri" gekennzeichnet haben.

64 Bücher

  1. Cover des Buches Cry Baby - Scharfe Schnitte (ISBN: 9783596032020)
    Gillian Flynn

    Cry Baby - Scharfe Schnitte

     (773)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    „Sharp Objects“ war eine der Serien, die mir in den letzten Jahren am meisten im Gedächtnis geblieben ist und die ich durchaus auch häufiger gucken würde. Bevor ich das tue, wollte ich allerdings gerne den Roman dazu lesen, weil mich gerade das Ende mit ein paar Fragen zurückgelassen hat und ich auch ansonsten eine nähere Erklärung für die eine oder andere Szene haben wollte. Tatsächlich hat sich die Serie aber sehr nah am Roman orientiert und es wird einem auch noch einmal klar, was für einen grandiosen Job die Schauspieler gemacht haben. Wie aus dem Bilderbuch, könnte man meinen, wenn „Cry Baby“ denn eines wäre. Warum man sich bei der deutschen Ausgabe für einen anderen englischen Titel entschieden hat, verstehe ich nicht ganz, „Sharp Objects“ ist um einiges passender. Denn scharfe Gegenstände sind es, die sich Journalistin Camille Preaker seit ihrer Jugend in die Haut rammt.

    Der Roman zelebriert die oberflächlich Kleinstadt Idylle mit tratschenden Hausfrauen und rebellischen Teenagern in der trägen Südstaaten Sommerhitze. Doch wie so oft sieht es hässlich aus hinter der Fassade aus Mitgefühl und Anteilnahme. Es wird gelästert, es wird verdächtigt und sich schnell auf einen Schuldigen geeinigt. Es geht widerlich zu und man kann fast verstehen, dass Camille all das nur im Dauer Delirium erträgt. Besonders wenn man dann ihre Vorgeschichte kennt. Der ganze Charakter ist ein einziges Trauma und ich frage mich, ob es in den unschuldig wirkenden Provinzen Amerikas wirklich so zugeht. Ob Teenager sich wirklich all das antun. Dazu kommt noch das ganze Familiendrama. Man hat gerade mit Camille und Amma zwei Figuren geschaffen, die Schönheit und Schrecken vereinen. Kaputte Menschen, die mit ihrem Verhalten und Handlungen schocken und einen damit auf eine ungute Weise faszinieren. Das Buch ist an vielen Stellen so dunkel und verdorben, so schonungslos, dass es mir manchmal fast zu viel war. Wo die Serie schon hart an der Grenze war, geht es hier noch ein Stück weiter. Ich glaube, ich brauche jetzt erst einmal irgendetwas seichtes zum lesen, etwas mit weniger Drama. Und Drama gibt es bis ganz zum Schluss. Es ist eines dieser Bücher mit einem Ende nach dem Ende. Man glaubt es ist vorbei, der Mörder ist geschnappt, aber dann kommt noch eine Überraschung. Ich liebe so etwas und im Gegensatz zur Serie, verrät das Buch noch, wie es nach dieser zweiten Auflösung weiterging. Für mich ein sehr rundes Ende. Ein tragisches und trauriges, aber zumindest eines mit einem Hoffnungsschimmer für unsere Hauptfigur, die ja nun wirklich genug gelitten hat.

    Diese Art von Roman ist mir eigentlich zu hart, aber von Zeit zu Zeit lese ich so etwas auch mal gern. Spannend bis zum Schluss gespickt mit einer packenden Atmosphäre aus Unschuld und Verderben. Für mich 5 Sterne.



  2. Cover des Buches Gone Girl - Das perfekte Opfer (ISBN: 9783596520725)
    Gillian Flynn

    Gone Girl - Das perfekte Opfer

     (1.639)
    Aktuelle Rezension von: leonielinder

    Als Amy an ihrem 5. Hochzeitstag verschwindet, steht die Polizei und Amys Ehemann Nick vor einem Rätsel. Was ist passiert und wo ist Amy?

    Mit fast 600 Seiten haben wir hier doch ein rativ dickes Exemplar seines Genres. Gillian Flynn nutzt diese Seitenzahl aber total aus, um ihren Protagonisten Tiefe und Charakter zu geben. Das Konzept dieses Buches ist von A - Z durchgedacht und stimmig. Einfach TOP!!!

  3. Cover des Buches Hard Land (ISBN: 9783257071481)
    Benedict Wells

    Hard Land

     (275)
    Aktuelle Rezension von: Christina_Unrau

    Benedict Wells hat mit "Hard Land" einen Coming-of-Age-Roman geschrieben, der sich angenehm und flüssig lesen lässt. Es gibt immer wieder humorvolle Szenen und die Atmosphäre der 80er Jahre wird sehr gut vermittelt. Der Plot hält im Grunde keine großen Überraschungen parat, da man als LeserIn von Anfang an weiß, welche zwei grundlegenden Ereignisse in dem beschriebenen Sommer geschehen. Trotz dessen ist das Buch spannend zu lesen, denn Sams Erfahrungen werden authentisch beschrieben. Dieser eine, lebensverändernde Sommer des Protagonisten lässt den/die LeserIn an eine Zeit zurück denken, die ihn oder sie selbst stark geprägt hat - sei es ebenfalls ein bestimmter Sommer oder ein spezielles Lebensjahr. Zudem ist Freundschaft ein zentrales Thema und die Charaktere werden vielseitig und sehr sympathisch dargestellt. Schade ist allerdings, dass einige Emotionen (meines Erachtens nach) nicht so ergreifend rübergebracht werden - insbesondere im Mittelteil -, wie es für diese Geschichte wünschenswert gewesen wäre. Vor allem, da diese Emotionen sehr wichtig für den Roman sind und ihn eigentlich ausmachen. Dafür sind zum Ende hin ein paar durchaus gefühlvollere und rührende Passagen vorhanden. Alles in allem ein schöner Roman über das Erwachsenwerden, dem es aber leider etwas an Tiefgang fehlt.

  4. Cover des Buches Stoner (ISBN: 9783423143950)
    John Williams

    Stoner

     (416)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    "Armer Willie", sagt Edith gegen Ende des Buches zu ihrem alten, kranken Ehemann. Armer Willie, habe auch ich immer wieder gedacht beim Hören dieses Buches. William Stoners Leben ist hart, wie er seiner Tochter gesteht, selten glücklich und meist ausgefüllt mit Pflichten und Arbeit. Armer Willie, ich hätte mir gewünscht, dass Du mehr Anerkennung bekommen hättest, mehr Liebe, mehr Erfolg und mehr Zeiten wie jene Woche in einem Blockhaus im winterlichen Lake Ozark.

    Der Roman Stoner von John Williams ist mir auf eine subtile Art und Weise unter die Haut gegangen. Stoners Geschichte handelt von den einfachen, kleinen Dingen und Schwierigkeiten des Lebens, und ging mir vielleicht gerade deshalb so nah. Es ist eine Geschichte über das Leben in all seinen Schattierungen. Schlicht und schnörkellos berichtet Williams von Stoners Jugend auf der ärmlichen Farm der Eltern, der Entdeckung der Literatur an der Universität von Columbia, von Stoners Studium und Professorendassein, von seiner unglücklichen Ehe bis zu Stoners Tod. Zwar durfte sich Stoner seiner Liebe zur Literatur widmen, die Frau heiraten, die er liebte, wahre Liebe und Leidenschaft erleben. Trotzdem war er meist unglücklich, gelang ihm alles nur halb, hatte er viel Schmerzvolles zu erleiden. Ganz so, wie Williams es von Stoners Eltern berichtet:

    "Mit dreissig wirkte sein Vater wie fünfzig und blickte von der Arbeit gebeugt ohne Hoffnung über den kargen Flecken Land der seine Familie von einem aufs andere Jahr ernährte. Die Mutter nahm ihr Leben so geduldig hin, als währte es nur eine kurze Spanne, die sie durchzustehen hatte."

    Ich habe mitgelitten mit William Stoner und mich immer weider gefragt: wieso wehrt er sich denn nicht? Weshalb erträgt er dies alles klaglos? Nur ein mal in seinem Leben hat Stoner Widerstand geleistet und gekämpft: als er verhindern wollte, dass ein Student ungerechtfertigt eine Prüfung bestehen sollte. War ihm nur die Literatur wichtig, seine Arbeit an der Universität? Die Lebensgeschichte von William Stoner wirkte mehrheitlich trostlos auf mich, und wirft viele Fragen auf. Es schien mir oft, als wollte Williams die Sinnlosigkeit des Lebens zeigen,

    "Sie würde ihr Leben ruhig zu Ende leben, würde ein wenig mehr trinken, und sich gegen das Nichts betäuben, zu dem ihr Leben geworden war. Er war froh, dass sie wenigstens das hatte, dankbar dafür, dass sie trinken konnte."

    Stoner ist ein melancholisches, stilles Buch über das selten glückliche Leben William Stoners. Mir hat die Geschichte nicht zuletzt wegen des schönen Schreibstils sehr gefallen. Grosse Leseempfehlung!

  5. Cover des Buches Amy on the Summer Road (ISBN: 9783570401323)
    Morgan Matson

    Amy on the Summer Road

     (584)
    Aktuelle Rezension von: Schokoladenteddy

    Dieses Buch habe ich vor einigen Jahren gelesen, damals hat es mir gut gefallen. Deshalb habe ich es diesen Sommer nochmals gelesen – und war auch beim zweiten Mal nicht enttäuscht. Bei diesem Roman handelt es sich um eine sommerlich leichte Lektüre für junge und ältere Leser*innen, die Lust auf einen aussergewöhnlichen Roadtrip quer durch die USA haben.


    Darum geht's in »Amy on the Summer Road«:

    »Seit dem Tod ihres Vaters hat sich Amy völlig zurückgezogen. Als ob nicht schon alles schlimm genug wäre, beschliesst ihre Mutter von Kalifornien an die Ostküste zu ziehen, und Amy soll nachkommen… im Auto mit einem wildfremden Jungen! Amy ist verzweifelt. Doch dann steht Roger vor ihr – total süss und irgendwie sympathisch. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und sind sich einig: Amys Mom hat sich für den Trip die langweiligste aller Strecken ausgesucht! Kurzerhand begeben sie sich auf eine eigene, wilde Reise kreuz und quer durch Amerika…»

    Original-Klappentext


    Meine Meinung:

    Morgan Matson schreibt tolle Jugendromane, aber »Amy on the Summer Road« war vermutlich das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Ihr Schreibstil ist flüssig und gut verständlich und enthält praktisch keine Wörter im Jugendslang, was mich aber nicht gestört hat. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und werden durch Abbildungen von Postkarten, Playlists, Quittungen und Fotos aufgelockert. So erhält man als Leser*in einen lebendigen Eindruck von den Stationen, die Roger und Amy auf ihrem Roadtrip begegnen.

    Die Geschichte ist aus Amys Sicht geschrieben. Sie ist eine sympathische, offene und humorvolle junge Frau. Nach dem Tod ihres Vaters macht die Familie eine schlimme Zeit durch, in der die Familienmitglieder sich voneinander entfernen. Deswegen fühlt sich Amy ziemlich alleine, was auch auf ihre Stimmung zu Beginn des Romans schlägt. Im Verlaufe der Geschichte taut sie jedoch zunehmend auf, setzt sich mit dem Verlust auseinander und macht dadurch eine bewundernswerte Entwicklung durch.

    Roger ist ein liebenswerter Kerl, der es schnell schafft, Amys Sympathie für sich zu gewinnen. Anfangs zögern die beiden noch ein wenig, Persönliches auszutauschen, weshalb Roger über eine längere Zeit etwas geheimnisvoll auf mich wirkte. Schliesslich erfahren wir mehr über seine eigenen Beweggründe für diesen Roadtrip, über die ich nicht zu viel verraten möchte. Ich fand es jedoch toll, dass auch Roger sich weiterentwickelt, wenn auch nicht im selben Mass wie Amy. Die anderen Figuren bleiben eher am Rand der Geschichte. Weil einige von ihnen sehr sympathisch waren, hätte ich mir noch längere oder mehrere Auftritte gewünscht. Da Amy und Roger jedoch weiterfahren müssen, ist auch klar, weshalb die Figuren jeweils wieder abtauchen.

    Themen der Geschichte sind natürlich das Reisen, aber auch Freundschaft, Familie, Erwachsenwerden, Trauerverarbeitung, Loslassen, Humor, Liebe und das Entdecken der eigenen Persönlichkeit. Diese Vielfalt fand ich sehr beeindruckend für einen Jugendroman, da sich viele Bücher aus diesem Genre leider auf weniger Themen beschränken.

    Mein persönliches Highlight in diesem Buch war der Roadtrip selbst. Auf ihrer Reise von Westen nach Osten durchqueren Amy und Roger zahlreiche Bundesstaaten der USA, von denen wir einige besser kennenlernen. Die Beschreibungen der Landschaften, aber auch der Aktivitäten oder Restaurant- und Hotelbesuche fand ich unglaublich spannend und weckten den Wunsch in mir, selbst einen Roadtrip zu planen. Der Roman wirkt so, als ob die Autorin selbst die gleiche Reise absolviert und teilweise eigene Fotos eingeflochten hat – das finde ich richtig toll!


    Fazit:

    »Amy on the Summer Road« ist ein leichter Sommerroman über einen abenteuerlichen Roadtrip durch die USA. Dank vielfältigen Themen, sympathischen Protagonisten und der lebhaft beschriebenen Landschaftsbeschreibungen ist das Buch bestens geeignet für heisse (und auch kalte) Tage sowie für jüngere und ältere Leser*innen. Deshalb bekommt dieser Roman vier von fünf Sternen von mir.

  6. Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783498045227)
    Colum McCann

    Transatlantik

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74

    Dieser Roman ist eine weitgespannte irisch-amerikanische Familiengeschichte, die von 1845 bis in die Neuzeit reicht. Dabei mäandert McCann durch die Zeiten, entfernt sich von seinem Hauptthema, verfolgt andere Wege und Leben, verliert dabei aber nie den roten Faden. Man erfährt viel über irische Geschichte, über die große Hungersnot durch die Kartoffelfäule beispielsweise oder über die schwierigen Verhandlungen zwischen England und Irland.

    Es sind die großen Werte, mit denen der Autor sich in diesem Buch beschäftigt: Freiheit, Menschlichkeit, familiärer Zusammenhalt. In Bruchstücken, Puzzleteilen erschließt sich der Roman, findet man Verbindungen zwischen den Personen, überbrückt man Jahrhunderte. McCann schreibt in der Tradition irischer Barden, erzählt in Einzelschicksalen die Geschichte eines Volkes.

    Ein wirklich großartiger Roman, spannend, einfühlsam ohne falsches Pathos, mit einem genauen Blick auf das, was den einzelnen Menschen ausmacht. Genau so stelle ich mir gute Literatur vor!

  7. Cover des Buches Wenn die Mondblumen blühen (ISBN: 9783462040968)
    Jetta Carleton

    Wenn die Mondblumen blühen

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Jacynthe

    Inhalt


    Missouri in den 50er-Jahren: Wie in jedem Sommer kehren die längst erwachsenen Töchter von Matthew und Callie Soames zurück auf die kleine Farm ihrer Eltern. Eine schmerzhaft schöne Reise zurück in die Kindheit beginnt. Jetta Carleton erzählt von einer Familie, die gemeinsam älter wird, von Kindern, die das Haus verlassen und wieder zurückkommen, von dem Gefühl, zueinander zu gehören, was auch immer geschieht. ( Quelle)

    Meine Meinung


    Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich dieses Buch liebe und wie froh ich bin, dass mich meine Erinnerungen daran nicht getäuscht haben. Es ist tatsächlich noch immer so wunderschön wie damals, als ich es vor Jahren zum ersten Mal las, und versetzte mich in genau die Stimmung, die ich mir erhoffte. Dennoch stehe ich vor einem Problem: dass ich nicht mit Worten ausdrücken kann, wie wundervoll ich diesen Roman finde.

    Das Buch ist im Großen und Ganzen leise und sehr emotional. Es passiert an sich nichts wirklich Außergewöhnliches, zumindest nicht verglichen mit den Geschehnissen in der großen weiten Welt. Stattdessen begleitet man eine amerikanische Familie durch die 1920er, 30er und 40er Jahre, erlebt die Höhen und Tiefen des familiären Zusammenlebens, begleitet die Töchter auf ihrem Weg, erwachsen zu werden, der nicht immer einfach ist. Es geht um den stillen Kampf um die Anerkennung der Eltern, um das Hin- und Hergerissensein zwischen Pflicht und dem Drang nach Freiheit und um die erste große Liebe. Doch auch das Leben und die Gefühlswelt der Eltern werden geschildert, die guten und auch die schlechten Zeiten, die sie miteinander meistern, obwohl sie sich oft genug nahe am Abgrund befinden. Ehebruch, der Wunsch nach mehr und das Leid über den Verlust eines Kindes, diese Thematiken hat Carleton eingeflochten, ohne den Roman damit zu sehr zu beschweren.

    Das Buch beginnt in der Gegenwart, als die erwachsenen Töchter zu Besuch auf die elterliche Farm kommen. Erzählt wird aus Sicht des Nesthäkchens Mary Joe und erste Hinweise und Verknüpfungen zum Folgenden werden gegeben. Schließlich springt das Buch in die Vergangenheit, wobei man weiterhin das angenehme Gefühl hat, dass Mary Joe erzählt, obwohl sie während eines Großteils des Romans noch gar nicht auf der Welt ist. Nacheinander werden in einzelnen Kapiteln die drei anderen Töchter Jessia, Mathy und Leonie, sowie die Eltern Matthew und Callie in den Fokus genommen. Nach und nach ergibt sich so ein umfassendes Familienportrait, das sich über mehrere Jahre erstreckt, und so tief blicken lässt, dass man denken könnte, selbst Teil der Familie zu sein.

    Jede Figur hat Carleton mit Charakter bedacht, mit Stärken und Schwächen, die sie wie jeder von uns stets versuchen im Gleichgewicht zu halten. Jede Figur ist einzigartigund es macht Spaß, sie nach und nach zu entdecken und kennenzulernen. Mathy war mir am sympathischsten, aber auch Callie mochte ich sehr. Sie habe ich mir immer ein wenig wie Francesca in Die Brücken am Fluss vorgestellt. Ihr Kapitel hat sich Carleton bis ganz zum Schluss aufgehoben - und das mit gutem Grund. Der Wow-Effekt ist beeindruckend und hallt noch immer in mir nach. Aber auch an andere Szenen kann ich mich sehr gut erinnern. In jedem findet sich ein kleiner Spannungsbogen, sodass das Buch alles andere als langatmig ist. Im Gegenteil - ich habe es geradezu verschlungen.

    Wie bereits gesagt ist der Roman sehr gefühlvoll und Carleton legte großen Wert auf das jeweilige Innenleben der Person. Dennoch ist das Buch nicht langweilig, denn jeder Charakter hat seine Eigenheiten, seine eigenen kleinen Geheimnisse und seine Laster, die das Buch spannend und unvorhersehbar machen. Dazu die Stimmungsvolle Umgebung, die ich so sehr liebe, das idyllische, aber nicht romantisierte Farmleben... Ich vergebe 5 von 5 Wolken. Hier kommt ihr außerdem zu meinem Bookish Moodboard, das ich zu diesem Roman erstellt habe. 
  8. Cover des Buches Gone Girl (ISBN: 9780297859390)
    Gillian Flynn

    Gone Girl

     (482)
    Aktuelle Rezension von: Eichel97

    Die ersten 300 Seiten haben sich gezogen wie Kaugummi, sry für den lahmen Vergleich...

    Aber immerhin kam dann die Wendung und das Buch wurde wieder spannender. Man hätte es gut und gern um 200 Seiten kürzen können. So ist es nur ein ganz okayes Buch.                         Aber bisher das mit weitem Abstand schlechteste Buch von Gillian Flynn.

  9. Cover des Buches In Almas Augen (ISBN: 9783453437913)
    Daniel Woodrell

    In Almas Augen

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Viv29
    Das Buch sollte nicht als Krimi vermarktet werden, denn das weckt falsche Erwartungen, wie man auch manchen Rezensionen entnehmen kann. Der Brand mit den vielen Todesopfern ist Aufhänger, ist der Punkt, am dem letztlich alles zusammenläuft, aber letztlich ist er Hintergrund. Es geht nicht darum, wer nun für diesen Brand verantwortlich ist. "In Almas Augen" schildert eine kleine trostlose Stadt aus den Augen verschiedener Bewohner, begleitet diese episodenhaft durch ihr Leben. Und dies geschieht auf elegante, mitreißende Weise. Die verschiedenen Blickwinkel erlauben es dem Leser, sich nach und nach ein umfassendes Bild zu machen, Lücken werden gefüllt, Fragen werden beantwortet, Zusammenhänge erschließen sich. In schöner, nie übertreibender, nie plakativer Sprache wird die Stadt mit ihren Leuten zum Leben erweckt, man spürt die Atmosphäre, oft auch die Hoffnungslosigkeit. Die bittere Armut von Alma, ihre Hingabe für ihre Familie, ihre Schicksalsschläge...man spürt es beim Lesen, man fühlt mit. Weniger Schriftsteller können mit so wenigen Worten so überzeugend eine literarische Welt erschaffen. Die Charaktere haben alle echte Persönlichkeit, sind nicht austauschbar, sind nicht einfach nur "gut" oder "böse", sondern wie im wirklichen Leben eine Mischung von beidem. Sie sind echt.

    Wer das Buch als Krimi liest, oder wissen möchte, was nun bei dem Brand geschah, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Wer eine kleine Reise in diese trostlose Stadt unternehmen und das zwischenmenschliche Geflecht seiner Bewohner erforschen möchte, der wird das Buch genießen.
  10. Cover des Buches Die Toten der North Ganson Street (ISBN: 9783518466933)
    S. Craig Zahler

    Die Toten der North Ganson Street

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Kaisu

    Inhalt:

    Die Bewohner nennen ihre Stadt Shitopia, weil es seit Langem nur bergab geht, die Kriminalitätsrate mit jedem Tag steigt und nicht einmal die Tauben sie lebenswert finden. Kein Detective tritt hier freiwillig seinen Dienst an. Hierhin wird man strafversetzt. Denn es ist die Hölle auf Erden. [Suhrkamp Verlag]

    Meine Meinung:

    Wenn ein Stadtteil „Shitopia“ genannt wird, wird das mit Sicherheit seine Gründe haben. Kommen dann noch ca. 700 Kriminelle auf einen Polizisten, dann ist die Vorfreude auf den neuen Job und eine unbekannte Stadt sicherlich riesig! Nicht.

    Jules Bettinger lässt das auch deutlich den Leser spüren. Trotzdem kneift er die Arschbacken zusammen und stellt sich der Herausforderung. Zarte weiße Blümchen und rosa Seidenpapier sucht man in dem Buch vergebens. Hier geht es rau und hart zur Sache.

    „Ist das Diner halbwegs erträglich?“
    „Was?“, fragte Dominic, ohne hochzusehen.
    „Ist das Diner halbwegs erträglich? Claude’s?“
    „Ekelhaft.“
    „Wo geht man hier in der Gegend essen?“
    „Claude’s.“
    „Obwohl das Essen schlecht ist?“
    „Es gibt zwei Gerichte, die einen nicht umbringen.“ (S.57)

    Auch wenn man Anfangs denkt: Auf was hab ich mich da eingelassen? Bei den Sprüchen, die hier gekloppt werden, kann doch nichts Gutes bei rum kommen. Nicht täuschen lassen. Die Story hat es in sich und bietet weit mehr als man vermuten mag.

    Positiv fand ich die direkte Art der Polizisten. Man muss hart sein, also ist man hart. Zumindest nach außen. Die Familie wird nicht mit reingezogen. Nicht bei den grausamen Morden die hier passieren und sich scheinbar gezielt gegen Polizisten richten. Da muss der weiche Kern gut verschlossen bleiben.

    „Sie leben in einer Postkartenidylle“, erwiderte Dominic. „Ich werde Sie mal richtig ins Bild setzen.“ (S.153)

    Zudem hat S.Craug Zahler eine wunderbare Bildsprache. Ich musste öfters schmunzeln, die Stirn vor Ekel kraus ziehen und gegen Ende kam das leise Herzklopfen, wenn man sich dem finalen Showdown nähert. Unterhaltung pur.

    Negatives gibt es eigentlich nichtt. Eher dezente Längen, die man hätte umschippern können und es gab 1-2 Momente wo man direkt spürte, was einen am Ende des Kapitels erwartet, da man den typischen Aufbau aus zig anderen Krimis und Thrillern kennt. Dennoch haute das jeweilige Ende ordentlich rein.

    Fazit:

    Mit dem sarkastischen und zeitgleich super sympathischen Schreibstil hat sich der Autor einen Bonuspunkt in meinem Leserherz verdient. Daher kann ich das Buch auch ohne Umschweife zu einem Lesetipp erklären!

  11. Cover des Buches Im Rausch der Dunkelheit (ISBN: 9783453355477)
    Alexandra Ivy

    Im Rausch der Dunkelheit

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28
    Einen ersten Eindruck vom Geschehen kann sich der Leser hier auf der Buchseite verschaffen. Ich ergänze meine persönliche Meinung:

    Anfangs war ich von dem Reihenstart wenig beeindruckt - um nicht zu sagen enttäuscht. Mit zunehmender Dauer gefällt mir die Reihe immer besser. Sie bietet einen tollen Mix aus Fantasy, Action, Romantik und eine gehörige Portion Sex. Eine sehr unterhaltsame Mischung, die von der Autorin gekonnt zu Papier gebracht wird.

    Zum Lesespass trägt auch entscheidend bei, dass man immer wieder auf bereits bekannte Figuren stösst. Natürlich geht es in jedem Band um neue Protagonisten bzw. solche, die vorher nur eine Nebenrolle gespielt haben. Das führt zu schönen Wiedererkennungseffekten.

    Das aktuelle Buch beendet zwar die Haupthandlung, lässt aber wichtige Nebenstränge offen. Zwar mag ich eigentlich solche "Cliffhanger" nicht, aber in diesem speziellen Fall kann ich damit leben. Im Gegenteil - die Vorfreude auf den nächsten Band hat sich  dadurch diesmal noch gesteigert....!
  12. Cover des Buches The Bookshop Book (ISBN: 9781472116666)
    Jen Campbell

    The Bookshop Book

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Der stille Schrei der Toten (ISBN: 9783868000818)
    Linda Ladd

    Der stille Schrei der Toten

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Flocke09
    Detective Claire Morgan wird zu einem grausigem Mord in eine Luxus-Ferienanlage in Missouri gerufen. Dort bietet sich ihr ein schreckliches Bild. Ihre Ermittlungen führen sie in die Kreise der Reichen und Mächtigen und dabei trifft sie auch auf Dr. Black. Ein umferfend gut aussehenden charmanten Psychiater, der auf der Ferienanlage seine Praxis betreibt. Claire kann sich nur schwer seinem Charme entziehen und gefährdet somit auch die Ermittlungen , da Dr. Black ein Verdächtiger ist. Im Laufe der Ermittlungen kommen sich die beiden immer näher und beide müssen zur Lösung des Falls einige Familiengeheimnisse offenbaren. Die sehr skurrile Lösung des Falls zieht sich bis fast zur letzten Seite hin. Und auch mit diesem Täter hätte ich nicht gerechnet. Dafür vergebe ich gerne 5 Sterne.
  14. Cover des Buches Blood Magic - Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut (ISBN: 9783570401545)
    Tessa Gratton

    Blood Magic - Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut

     (185)
    Aktuelle Rezension von: JuliesBookhismus
    die Geschichte schleppt sich sehr langsam hin bis endlich etwas passiert. Das Ende ist sehr kurz und der Showdown auch. Man würde sich einen Zweiten Teil wünschen, um mehr darüber zu erfahren oder die Autorin sollte ausführlicher werden. Ansonsten sehr schöner Schreibstil, man kommt leicht hinein und es ist leicht verständlich.
  15. Cover des Buches In Frühlingsnächten (ISBN: 9783462043945)
    Jetta Carleton

    In Frühlingsnächten

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Sommermaedchen23
    Gleich zu Anfang tat ich mich mit Allen als Protagonistin sehr schwer. Es dauerte bis ich mich in die Zeit hineinversetzen konnte und verstehen weswegen Allen das tut, was ihre Mutter von ihr verlangt. Sie wird Lehrerin, obwohl sie doch viel lieber nach New York gehen würde, um dort Dichterin oder Schriftstellerin zu werden. Doch sie beugt sich dem Willen ihrer Mutter und geht als Lehrerin an ein College. Denn sie muss noch Schulden und Studienkredite abbezahlen und dies geht mit einem sicheren Job eben viel leichter. Außerdem liebte sie die Literatur und bringt diese durch ihre Leidenschaft auch ihren Studenten näher. Als sich herauskristallisiert, dass zwei ihrer Studenten genau so viel Interesse an Literatur, Musik und dem Schreiben haben beginnt sie mit George und Toby sich zu treffen. Sie führen die Diskussionen der Unterrichtsstunden zu Hause und am Abend einfach weiter. Sie begleitet die beiden in Cafés, sie lesen sich gegenseitig aus Büchern vor und albern im Park herum. Wir begleiten die drei durch wunderbare Frühlingsnächten mit tollen Gesprächen, guter Musik und hitzigen Diskussionen. Doch als Allen sich in einen von den beiden Studenten verliebt bemerkt sie zu spät die Grenzen der Gesellschaft. Sie muss sich entscheiden wie viel ihr ihre Träume wert sind.

    Fazit: Ein Buch voller Romantik, dem Aufbruch in eine neue Generation und mit ganz viel Liebe zur Literatur. In diesem Buch müssen Entscheidungen getroffen werden, die für jede Frau in der heutigen Zeit selbstverständlich sind und keine große Rolle mehr spielen, aber zu dieser Zeit weitreichende Folgen haben konnten. Gleich zu Anfang erzählt Jetta Carleton, dass es zum Teil ihre Geschichte ist, die sie auf Allen Liles übertragen hat und man ist geneigt ihr das zu glauben, denn nur wer so gefühlt und geliebt hat schafft es dieses so in einen Roman zu verpacken. 
  16. Cover des Buches Es führt ein Weg zurück (ISBN: 9783442096923)
    Glendon Swarthout

    Es führt ein Weg zurück

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Das vorwitzige Frauenzimmer (ISBN: 9783957342348)
    Regina Jennings

    Das vorwitzige Frauenzimmer

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch habe ich bei meiner Buchhandlung gekauft und da ich sehr gerne auch etwas von mir unbekannten Autoren/innen lese, hatte ich mich für dieses Buch entschieden, aber leider wurde ich enttäuscht.

    Der Schreibstil mag zwar fließend und flott sein, aber mich konnte der Schreibstil nicht fesseln, weil es mir an Spannung und Tiefgang fehlte.
    Die Charaktere und Handlungsorte wurden gut beschrieben, aber der gesamte Inhalt, besonders die Liebesgeschichte war schon ersichtlich, wie sie enden würde.
    Ich konnte zwar an manchen, wenigen Stellen schmunzeln, aber humorvoll ist für mich persönlich etwas anderes.
    Betsy, wünscht sich ein unabhängiges Leben und dies wiederholt sich im gesamten Buch mehrmals, was mir auf die Nerven ging, denn es hätte gereicht, wenn es ein oder zwei mal genannt worden wäre. Die sogenannten Bösewichte waren zwar auch okay, aber nicht so spannend und was mich am allermeisten enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass es in diesem Buch an Tiefgang fehlte.
    Liebesgeschichte: Ja
    Humor: nicht wirklich
    Spannung: fast gar nicht

    Ich werde mir aber noch ein weiteres Buch der Autorin holen und hoffe dass mich dieses dann mehr begeistert.
  18. Cover des Buches Was Sie schon immer über Katzen wissen wollten (ISBN: 9783458359456)
  19. Cover des Buches Das geschenkte Leben (ISBN: 9783453317406)
    Robert A. Heinlein

    Das geschenkte Leben

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Jessica_Diana
    Wer bin ich, was will ich sein? Mann oder Frau? Das ist die Hauptfrage, die sich der Hauptprotagonist Johann alias Joan (zweisilbig gesprochen) stellt.

    Wir befinden uns in der Zukunft und in dieser ist es nicht nur möglich Herzen; Leber usw. zu transplantieren, sondern auch Gehirne. Das Gehirn von Johann bekommt aufgrund seines alten Körpers ein neues Leben - in einer Frau - seiner Sekretärin.

    Welche Schwierigkeiten das mit sich bringen kann - lest selbst :)

    Fazit: Die Story war zum Teil sehr makaber, aber dennoch gefiel sie mir. Ich hoffe aber nicht, dass derartiges in der Zukunft möglich sein wird :O der Schreibstil war flüssig und man konnte die Gefühle der Protagonisten sehr gut nachvollziehen. 
    Eine Geschichte in dieser Form hab ich bisher noch nicht gelesen und hätte auch nicht erwartet, dass ich das je tue - aber siehe da es ist passiert.
    Wer auf Zukunftsvisionen steht, den ein oder anderen schwarzen Humor versteht, gern mal in andere Sphären des Bewusstseins einsteuert - wird hier bestens bedient :) 4 von 5 Sternen ♥
  20. Cover des Buches Die Söhne der großen Bärin. Tl.1 (ISBN: 9783473540242)
  21. Cover des Buches The Life And Times of the Steamboat Red Cloud (ISBN: 1585444847)
    Annalies Corbin

    The Life And Times of the Steamboat Red Cloud

     (1)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Es ist ein spannendes Stück amerikanisch-kanadische Geschichte, die die Autorin des Buches „The Life and Times of the Steamboat ‚Red Cloud’ or How Merchants, Mounties and the Missouri Transformed the West“, Annalies Corbin vor dem Leser ausbreitet. Corbin ist Unterwasser-Archäologin an der ‚East Carolina University’ und hat mit dem vorliegenden Buch eine wissenschaftliche Publikation abgeliefert, die man aber -einmal in die Zeit der Eroberung des amerikanischen und kanadischen Westens eingetaucht- kaum mehr aus der Hand legen möchte. Das liegt natürlich auch daran, dass nahezu jeder die romantische Seite des ‚Wilden Westen’ kennt und deren Elemente und Klischees bei der Lektüre geradezu zwangsläufig vor dem inneren Auge des Lesers erscheinen. Trotzdem bedient Corbin diese Klischees in keiner Weise, sondern rückt sie durchaus in das teilweise harte Licht der realen Erschließung des kanadischen Westens und dem Drang der Amerikaner und Kanadier im 19. Jahrhundert, mit allen verfügbaren Mitteln bis zur Westküste des Kontinents vorzustoßen. Für den Westernfan ist klar, es war die Eisenbahn, die die Erschließung des gewaltigen Kontinents erst möglich gemacht hatte. Die majestätischen Mississippidampfer Mark Twains, dienten scheinbar vor allem den in den Westen strebenden Spielern und Glücksrittern als romantische Salonkulisse. Tatsächlich waren die breiten und flachen Schaufelraddampfer mit ihren markanten Aufbauten und Doppelschornsteinen richtige Arbeitstiere, geradezu die Maulesel des Missouri. Die Eroberung des amerikanisch-kanadischen Westens verlief in ganz unterschiedlichen Phasen und jede dieser Phasen, so beschreibt Annalies Corbin stellte neue Herausforderungen an Transport und Logistik. Die Dampfschifffahrt, zunächst am unteren, in seiner Blütezeit im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auch am oberen Missouri hatte sich bis zu ihrem Ende gegen die Eisenbahn behaupten können. Dass dies nicht zuletzt auch dem amerikanischen Unternehmergeist zu verdanken ist, zeigt beispielhaft das Handels- und Transportunternehmen I.G. Baker & Company. Das Schicksal des Flaggschiffs dieser Gesellschaft, die ‚Red Cloud’ dient der Autorin dazu, die komplexen ökonomischen, logistischen und politischen Prozesse dieser aufregenden Epoche darzustellen, die ohne die Güter- und Warenströme, die die Raddampfer der Missouri-Linien unermüdlich in kanadischen Westen gebracht hatten, wohl einen anderen Verlauf genommen hätte. Im Buch begegnet der Leser den Trappern und Goldsuchern, Büffeljägern und Glücksrittern, den Siedlern und Arbeitern, den in die Reservate verbannten Indianern und Mounties, der legendären Polizeitruppe Kanadas. Sie alle hatten ihren Weg in den Westen und die kanadischen North West Territories vor allem über die Schiffe des Missouri gefunden und waren von diesen auch mit Gütern und Waren versorgt worden. Und insbesondere die Mounties, die nicht nur per Regierungsvertrag von der Baker-Company Jahrzehnte lang mit Ausrüstung, Lebensmitteln und Baumaterialien versorgt wurde, hatten ein ganz besonders inniges Verhältnis zur ‚Red Cloud’ und ihrer Mannschaft. Trotz der Wissenschaftlichkeit des Buches, gelingt es der Autorin durch Einbeziehen von zeitgenössischen Dokumenten, Zitieren von Passagierberichten, zeitgenossischen Fotos und Zeichnungen die Prozesse lebendig zu machen. Und es sind immer wieder die Ladungslisten, die dem erstaunten Leser vermitteln, was da alles –von Fellen, über Vieh, Lebensmitteln und Kleidung bis zu Möbeln und Luxusgütern- in den und aus dem Westen geschafft wurde. Der Untergang der ‚Red Cloud’ am 11. Juli 1882, rund 200 Meilen unterhalb des logistischen Dreh- und Angelpunktes Fort Benton, dokumentiert nicht nur den Niedergang der lukrativen Missouri-Schifffahrt und Fort Bentons, sondern auch die Schwierigkeiten dieser Gewässer. Der Missouri war ein zwar breiter, aber auch sehr flacher, ungebändigter wilder Fluss, mit Stromschnellen, Sandbänken, Untiefen, Hoch- und Niedrigwasser, treibenden Baumstämmen und ständigen Veränderungen der Fahrrinne, der nicht einmal das ganze Jahr über befahrbar war. Und so waren nicht nur Havarien und Schiffsverluste an der Tagesordnung, sondern auch Verspätungen durch Niedrigwasser oder aber die Tatsache, dass gerade eine gewaltige Büffelherde den flachen Fluss durchquerte, wie Corbin erwähnt. Noch heute liegt die ‚Red Cloud’ wie Hunderte anderer Wracks vergraben unter einer Sandbank neben dem gewanderten Flussbett des Missouri. Diese Schiffe sind zentrale Dokumente einer 100jährigen Epoche und es ist vor diesem Hintergrund kein Zufall, dass ausgerechnet eine Unterwasserarchäologin in Rahmen der schiffsarchäologischen Serie der Ed Rachal Stiftung bei der Texas A&M University Press über die Eroberung des amerikanischen und kanadischen Westens publiziert.
  22. Cover des Buches Die Ausgestoßenen der Erde (ISBN: B002I33TT6)
    Robert A. Heinlein

    Die Ausgestoßenen der Erde

     (3)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Frühe Kurzgeschichten von Robert Heinlein, sehr gemischt aber für die 40er Jahre schon sehr visionär
  23. Cover des Buches Weihnacht (ISBN: 9783847256786)
    Karl May

    Weihnacht

     (31)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Eine der schönsten Bücher von Karl May, das ist jetzt mehr als ein Abenteuer, das ist eine große Hollywood Geschichte und auch als Weihnachtsgeschenk bestens geeignet, mit allem was ein Abenteuerbuch ausmacht beginnend in Deutschland bis nach Amerika. Wunderschön!!
  24. Cover des Buches The Revenant: A Novel of Revenge (ISBN: B00VBGTX6O)
    Michael Punke

    The Revenant: A Novel of Revenge

     (1)
    Aktuelle Rezension von: TheRavenking

    1823 wird der Trapper Hugh Glass in der Wildnis der Rocky Mountains von einem Grizzlybären angefallen und lebensgefährlich verletzt. Die Grizzlymutter griff an, weil sie ihre Jungen bedroht fühlte. Sie wird zwar vom Trapper erlegt, fügt diesem allerdings so schwere Wunden zu, dass es ein Wunder ist, dass er überlebt.

    Glass wird vom Bären geradezu skalpiert, sein Rücken und seine Brust werden von den Klauen des Tieres tief aufgeschlitzt. Sein Hals ist eine einzige klaffende Wunde, er wird vermutlich nie wieder richtig sprechen können. Seine Kameraden rechnen mit seinem baldigen Tod.

    Tage vergehen, aber Hugh Glass klammert sich immer noch ans Leben. Mangels medizinischer Kenntnisse und passender Ausrüstung schafft man es nur provisorisch seine Wunden zu versorgen. Schließlich wird eine Trage gebaut, mit der der Mann zur nächsten menschlichen Siedlung transportiert werden soll. Das Problem: Indem sie den Verletzten mit sich führen muss, kommt die Truppe nur arg langsam voran, und in der Nähe lauern feindliche Indianer.

    Weil man es sich nicht leisten kann weitere kostbare Zeit zu verlieren, werden zwei Männer abgestellt, die mit dem Verletzten zurückbleiben und ihm nach seinem Tod ein anständiges Begräbnis bereiten sollen. Die beiden melden sich als Freiwillige, denn ihnen winkt eine Prämie von jeweils 70 Dollar für ihre Mühe. Während der eine John Fitzgerald ein streitsüchtiger Schläger ist, der bereits in seiner Heimat in den Südstaaten wegen Betrug und Mordes gesucht wird, ist der andere Jim Bridger fast noch ein Junge. Bridger ist es auch, der versucht den Kranken zu pflegen, er sammelt Heilkräuter und fertigt eine Salbe an. Doch die Zeit arbeitet gegen sie. Denn mit jedem Tag, den sie verbringen wird die Gefahr größer von den Indianern entdeckt zu werden. Glass weigert sich nach wie vor hartnäckig zu sterben. Also fasst Fitzgerald einen Entschluss. Es gelingt ihm Bridger zu überzeugen, Glass sterbend zurückzulassen. Seine Besitztümer will man unter sich aufteilen. Fitzgerald nimmt sein Anstadt-Gewehr zu sich, für die damalige Zeit eine teure Hochpräzisionswaffe, während Bridger immerhin das Messer des Verletzten bekommt. Während der Junge von schweren Gewissensbissen geplagt wird, ist Fitzgeralds Einstellung wesentlich opportunistischer. Viel länger wird Glass es ohnehin nicht mehr schaffen.

    Was sie nicht ahnen können: Glass befindet sich tatsächlich trotz seines furchtbaren Zustandes auf dem Weg der Besserung. Voller Entsetzen muss er bei seinem Erwachen feststellen, dass er ohne alles dasteht. Keine Nahrung, keine Waffen, ja nicht einmal die Utensilien zum anzünden eines Feuers besitzt er noch. Alles hat man ihm genommen. Doch in seinem Innern brennt ein unauslöschbarer Lebenswille. Und so macht er sich trotz seines zerschundenen Körpers auf, um das nächstgelegene Fort zu erreichen und sich an denen zu rächen, die ihn seines Besitzes beraubt und dem Tod überlassen haben.

    Zu diesem Zeitpunkt hat Hugh Glass bereits ein abenteuerliches Leben hinter sich. Er ist mit Piraten in der Karibik gesegelt und verbrachte Jahre unter Indianern. Die amerikanischen Ureinwohner haben ihn gelehrt in der Wildnis zu überleben. Doch Glass ist immer noch mehr tot als lebendig. Er hat ein lahmes Bein und einen zertrümmerten Arm. Nur mit unsäglicher Anstrengung gelingt es ihm sich langsam vorwärts zu schleppen. Und die Zivilisation ist weit entfernt.

    Ich wurde durch die kommende Verfilmung mit Leonardo Di Caprio und Tom Hardy auf dieses Buch aufmerksam.

    Es gibt eine Szene, bei der ich mir sicher bin, dass sie es auch in den Film geschafft hat, da muss Hugh Glass ein Wolfsrudel vertreiben, dass ein Büffeljunges gerissen hat. Glass braucht dieses Fleisch, sein Körper ist so geschwächt, dass er auf diese Nahrung angewiesen ist. Mit Mühe und Not versucht er also ein Feuer zu entfachen, um die Raubtiere zu vertreiben. Die Uhr tickt, mit jeder Minute haben die Wölfe einen größeren Teil der Beute verschlungen. Also wagt er sich mit einigen brennenden Ästen in der Hand in deren Nähe. Kaum in der Lage sich zu bewegen humpelt er den gefährlichen Räubern entgegen. Als ob seine Situation nicht schon schlimm genug wäre zieht just in diesem Augenblick ein Gewitter herauf. Jeden Moment könnte es anfangen zu regnen. Glass muss den Angriff wagen. Ein stark geschwächter Mann gegen vier Wölfe. Ein schier aussichtsloses Unterfangen. Eine Szene wie sie sich kaum ein Drehbuchautor spannender hätte ausdenken können.

    Hugh Glass gab es wirklich, wie auch die anderen Charaktere des Buches, zwar sind nicht alle ihre Handlungen verbürgt, manchmal musste der Autor seiner Phantasie freien Lauf lassen um gewisse Lücken in der Handlung zu füllen, aber im Großen und Ganzen kann sich alles tatsächlich so zugetragen haben, wie hier beschrieben.

    Zehn Jahre später wurde Hugh Glass übrigens, der seinem „Beruf“ weiterhin treu blieb, von Indianern getötet. Jim Bridger war maßgeblich an der Erschließung des amerikanischen Westens beteiligt und erlangte in Laufe seines Lebens große Berühmtheit. The Revenant ist eine fesselnde Geschichte über den eisernen Willen eines Mannes, dem es gelingt trotz aller Widerstände am Leben zu bleiben. Interessant und solide erzählt, aber sicher nicht mit den Meisterwerken eines Cormac McCarthy oder auch nur den Westernromanen Robert Olmstead‘s zu vergleichen, denn diese bewegen sich dann doch auf einem wesentlich höheren literarischen Niveau.

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