Bücher mit dem Tag "mittelalte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "mittelalte" gekennzeichnet haben.

59 Bücher

  1. Cover des Buches Saeculum (ISBN: 9783785577837)
    Ursula Poznanski

    Saeculum

     (1.874)
    Aktuelle Rezension von: Anna_222

    Ich kann das Buch (und ALLE  Bücher von Ursula Poznanski) nur empfehlen! Ihr Schreibstil ist toll. 

  2. Cover des Buches Sofies Welt (ISBN: 9783423624213)
    Jostein Gaarder

    Sofies Welt

     (4.428)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Gaarder gibt mit seinem Weltbestseller einen guten und klaren Einblick in die Geschichte der Philosophie. Kein Wunder, dass manch ein Professor auf "Sophies Welt" als Philosophie-Lehrbuch zurückgreift! Die Rahmenhandlung sorgt dafür, dass die eigentlich schwere Kost (tausende Jahre Philosophie) sehr leicht verdaut werden kann. Die klare Sprache und die Spannende Geschichte fesselt den Leser geradezu an das Buch - und schon sind die mehr als 600 Seiten ausgelesen.

    Ein Lesevergnügen der besonderen Art - vorausgesetzt, man ist wissbegierig, offen für Neues und bereit, sich mit sich selbst kritisch auseinanderzusetzen.  

                             

  3. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453471092)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (2.194)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Vorneweg: Wer Tolkiens „Herr der Ringe“ bereits nach wenigen Seiten gelangweilt abgebrochen hat, der wird höchstwahrscheinlich auch an Gordons „Medicus“ (zumindest anfangs) kaum Gefallen finden, denn wie beim großen Fantasywerk, so nimmt auch hier das Umherreisen reichlich viel Platz innerhalb der Handlung ein. Und wie Tolkien, so nutzt auch Gordon diesen Platz, um seine Protagonisten näher auszuarbeiten und im weiteren Verlauf die Unterschiede der verschiedenen Kulturen, Religionen und Landschaften ausführlicher zu skizzieren. Das wird bei Freunden geradliniger Bücher vielleicht für nur wenig Begeisterung sorgen. Fakt ist aber: Noah Gordon gelingt damit die Wiederbelebung der schillernden Welt des Mittelalters, welche der Leser Seite um Seite mit einem ähnlich kindlichen Staunen betrachtet wie der junge Rob Jeremy Cole. Bader und Gaukler, marodierende Ritter, reisende Kaufleute, pilgernde Christen, Pest, Hungersnöte und blinder religiöser Fanatismus. Der Autor hat in „Der Medicus“ eine einfach stimmige Mischung auf Papier gebracht, welche zwar nur auf wenigen überlieferten Fakten beruht (Gordon gibt dazu im Nachwort eine aufschlussreiche Erklärung ab), dafür jedoch die persönliche Geschichte von Jeremy Cole schlichtweg passend in die damalige Zeit einbettet. Und dieser ist ohne Frage das Zugpferd der gesamten Geschichte. An seinem Schicksal nimmt man, nicht zuletzt wegen seiner nachvollziehbaren, menschlichen Art, ziemlich früh Anteil. Man betrauert familiäre Verluste und berufliche Rückschläge, fiebert beim Werdegang des Waisenjungen mit. Stets in der Hoffnung, er möge eines Tages sein Ziel erreichen und als ausgebildeter Medicus nach England zurückkehren. Bis dahin ist es für Cole und den Leser ein weiter, aber lohnenswerter Weg, an dessen Rand man immer wieder Neues entdecken kann. Für Zartbesaitete könnte dieser Weg allerdings mitunter beschwerlich sein, schildert doch Gordon medizinische Eingriffe und Operationen nicht selten bis in kleinste, blutige Detail (Die blumige Ausdrucksweise dürfte für den konservativen Iny-Lorentz-Leser nur schwer zu verkraften sein). Auch die lange Feindschaft zwischen den Christen und den Juden wird intensiv beleuchtet, wobei hier Gordon (selbst Jude) ein großes Lob für die äußerst moralfreie Betrachtung dieser Thematik auszusprechen ist. Das die differenzierte Darstellung der kulturellen Gegensätze trotzdem bis zum heutigen Tag noch aktuell ist, ist weniger Gordon, als vielmehr der gesamten Menschheit anzulasten, auf welche folgender Ausspruch wohl immer noch am besten passt: „Aus der Geschichte lernen wir, dass wir nichts aus der Geschichte lernen.“ Nach mehr als 700 Seiten schließt das Buch dann mit einem unerwarteten und unkonventionellem Ende, das allerdings gerade deswegen so befriedigend ist und dazu nochmals den Eindruck verstärkt, mit Gordons „Medicus“ ein ganz besonderes Buch gelesen zu haben. Insgesamt ist „Der Medicus“ ein farbenprächtiges und lebendiges Historien-Epos, das Unterhaltung und Tiefgang sehr bemerkenswert in Einklang bringt und dabei sogar die eigene Wissbegierde weckt. Ein Klassiker des Genres, der auch nach einem Vierteljahrhundert immer noch seinen Platz in den Regalen der Buchhandlungen sicher hat.

  4. Cover des Buches Die Wanderhure (ISBN: 9783426629345)
    Iny Lorentz

    Die Wanderhure

     (3.747)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adeligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückschreckt. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaus treibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf …

    Der Schreibstil ist zumindest zu Beginn etwas schleppend und alles andere als spannend. Die Szenen werden für mich ein bisschen zu detailliert beschrieben, wodurch es kaum vorwärts geht… Mit der Zeit legt sich das aber, und es wird immer interessanter.

    Marie ist eine tapfere junge Frau, deren Schicksal es nicht gut mit ihr meint. Trotzdem gibt sie nicht auf. Der Wunsch nach Rache an ihren Peinigern hält sie am Leben und treibt sie zum äussersten.

    Während in den ersten Teilen des Buches das harte Leben einer Wanderhure, und der heute glücklicherweise nicht mehr denkbare Umgang mit Frauen zu der damaligen Zeit beschrieben wird, geht es gegen Ende immer mehr um Politik und Intrigen, die Macht einer Gruppe von Huren aus der untersten Schicht wird demonstriert.

    Besonders schockierend fand ich hier die detaillierten Schilderungen zum Umgang mit Huren, aber auch mit «ehrbaren» Frauen, und wie schnell ein angesehenes Mädchen tief fallen kann. Erschütternd, weil ich mir denken kann, dass dies zu dieser Zeit genau so war, wenn nicht gar noch viel schlimmer.

    Spannende Geschichte über eine Frau, die alles verloren hat, und doch nicht aufgibt.

  5. Cover des Buches Das Haupt der Welt (ISBN: 9783404172009)
    Rebecca Gablé

    Das Haupt der Welt

     (326)
    Aktuelle Rezension von: katzekatzekatze

    Zwar mag das Buch für einen historischen Roman immer noch okay sein, aber für ein Werk von Rebecca Gablé finde ich es leider sehr schwach. Die Geschichte war langatmig, hat sich gezogen und von vielen Wiederholungen gelebt. Es ging im Grunde nur darum, dass Tugomir irgendwen geheilt hat und derjenige ihm dann einen Gefallen schuldig war etc. Das langweilt irgendwann. Mit den Charas bin ich diesmal auch nicht so wirklich warm geworden.

    Wer das erste Mal etwas von Gablé liest sollte lieber mit "Das Lächeln der Fortuna" oder "Das zweite Königreich" anfangen.

    Ich fand das Buch leider nicht gut, ich erwarte einfach mehr von dieser Autorin und hoffe, dass die anderen Bücher, die ich noch nicht kenne, mich wieder mehr begeistern werden.

  6. Cover des Buches Der Puzzlemörder von Zons (ISBN: 9783957610164)
    Catherine Shepherd

    Der Puzzlemörder von Zons

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Eine Mordserie im Mittelalter und ein möglicher Nachahmungstäter in der Gegenwart? Klingt erst mal gut. Ich mag Geschichten, die auf zwei oder sogar mehr Zeitebenen spielen. Und besonders das Mittelalter finde ich sehr faszinierend! 

    Die Geschichte vom Puzzlemörder in Zons ist auch durchaus gut, aber es gibt auch viel Luft nach oben. Es bleibt alles ein bisschen hölzern; ich habe es jedenfalls so empfunden. Die Charaktere hatten wenig Tiefe; ich konnte mich nicht so recht in sie hineinfühlen. 

    Das Buch war gut, aber nicht gänzlich überzeugend. Ob ich auch den zweiten Band noch lesen möchte, weiß ich derzeit noch nicht.  

  7. Cover des Buches Todesschrei (ISBN: 9783426638897)
    Karen Rose

    Todesschrei

     (957)
    Aktuelle Rezension von: arowana

    Sophie Johannson ist Archäologin und musste ihre Arbeit in Frankreich aufgeben und in die USA zurückkommen. Ihre Großmutter ist nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim und Sophie will sie regelmäßig besuchen. Ihr Geld verdient sie in einem drittklassigen Museum. Da kommt es ihr ganz gelegen, dass die Polizei sie um Hilfe bittet. In einem abgelegenen Feld wurde eine Leiche gefunden. Sophie soll mit ihrem Bodenradar nach weiteren Gräbern suchen. Was sie findet, schlägt nicht nur ihr, sondern auch der Polizei, aufs Gemüt. Neun Mordopfer und 16 weitere leere Gräber. Der Täter scheint sein grausames Werk noch nicht beendet zu haben. 

    Detective Vito Ciccotelli und Nick Lawrence bearbeiten den Fall. Bei der Obduktion wird festgestellt, dass die Opfer vor ihrem Tod brutal gefoltert wurden. Es wurden mittelalterliche Folterinstrumente verwendet. Durch Sophies Geschichtskenntnisse wird sie weiter in den Fall involviert, als ihr lieb ist. Vito allerdings ist es ganz recht. Er hat sich augenblicklich in die schöne Blondine verliebt und setzt alles daran ihr Herz zu gewinnen. Das ist nicht so einfach, den Sophie hat denkbar schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht.

    Im Übrigen sollte Vito einen sadistischen Mörder aufspüren. 

    Eine der Nebenhandlungen beschäftigt sich mit Daniel Vartanian und seiner Schwester, die versuchen ihre verschwundenen Eltern zu finden. 


    Die für Karen Rose typische Liebesgeschichte muss man mögen. Ich fand, dass die beiden einen Tick zu schnell ineinander verliebt haben. Viel mehr konnten mich die Familienverhältnisse der Protagonisten begeistern. Vor allem Vitos klischeehafte italienische Chaos Familie war unterhaltsam zu lesen. 


    Die Thrillerhandlung ist trotz den diversen Ausflügen in das Privatleben der Hauptdarsteller spannend. Dem Mörder und seinen Beweggründen wird genug Platz geben. Erst zum Schluss schwächelt die Geschichte. Das Ende war etwas zu abrupt und der Täter war plötzlich zu harmlos, was das Ganze etwa unglaubwürdig gemacht hat. 


    Für Leute die sich nicht an Liebes und Familiengeschichten in Thrillern stören ist

    Todesschrei wärmsten zu empfehlen. 

  8. Cover des Buches Die Tore der Welt (ISBN: 9783404167890)
    Ken Follett

    Die Tore der Welt

     (1.300)
    Aktuelle Rezension von: Legra

    Dieses Buch ist wirklich lesenswert, auch wenn die Handlung nicht direkt an "Die Säulen der Erde" anknüpft, sondern 200 Jahre später spielt. Durch die vielen verstreuten Hintergrundinformationen, die Follett in dieses Buch eingebaut hat, wie die Einblicke in das medizinische Wissen des Mittelalters oder Hintergrundwissen  der mittelalterlichen Architektur, ist es ihm gelungen eine längst vergangene Zeit zum Leben zu erwecken. Das elften Jahrhundert war erschreckend, aber auch gleichzeitig interessant.

    Es gab sehr ekelerregende, wütende und furchtbare Stellen, wie z.B eine  detaillierte Beschreibung der Hinrichtungsart des Häutens, die Denkweise mancher adeligen Männer gegenüber seinen weiblichen Mitmenschen oder der Ausbruch der Pest. Aber auch Schlachten und niederschmetternde Ungerechtigkeit kamen nicht zu kurz. Aber Langeweile gab es während des ganzen Buches nicht. Trotzdem hätte man das Buch etwas verkürzen können auf ca 600 Seiten.

  9. Cover des Buches Das Geheimnis der Hebamme (ISBN: 9783426634127)
    Sabine Ebert

    Das Geheimnis der Hebamme

     (731)
    Aktuelle Rezension von: Yuria

    "Das Geheimnis der Hebamme" ist der erste Band der "Hebammen-Saga" von der deutschen Bestseller-Autorin Sabine Ebert. Das Buch spielt im Sachsen des 12. Jahrhunderts und erzählt die Entstehungsgeschichte der Stadt "Freiberg". Die Autorin ist zwar ein gefeierter Star unter den deutschen Mittelalter-Autor:innen, dies ist aber mein erster gelesener Roman von Sabine Ebert. Ich kann durchaus verstehen, warum die "Hebammen-Saga" so gefeiert worden ist, ich denke die Autorin kann es aber noch besser.

    Inhalt: Nachdem die Burgherrin eine Fehlgeburt erlitten hat, beauftragt der Burgherr Wulfhart der Hebamme Marthe Hände und Füße abschlagen zu lassen. Auf der Flucht schließt sich die junge Marthe einem Siedlerzug an, der auf den Weg nach Osten, ins heutige Sachsen, ist. Dort sollen sie neues Land besiedeln und bewirtschaften und Marthe sieht darin die Chance, sich ein neues Leben aufzubauen. Angeführt werden sie von dem edlen Ritter Christian, der sofort von Marthe und ihren Heilkräften fasziniert ist. Doch auch Christians Erzfeind Randolf hat ein Auge auf Marthe geworfen und dann wird in ihrem neuen Dorf auch noch eine Silberader gefunden ...

    Meine Meinung: Durch Zufall bin ich auf "Das Geheimnis der Hebamme" gestoßen und kann sagen, dass ich sehr froh darüber bin. Obwohl ich schon viel von der Autorin gehört habe, habe ich bisher noch kein Buch von Sabine Ebert gelesen. "Das Geheimnis der Hebamme" wurde ja stark gehypt und unter den mittelalterlich, deutschen Historie-Romanen zählt das Buch zu den Bestsellern. Ich kann diesen Hype durchaus nachvollziehen, da das Buch eine außergewöhnliche Thematik beinhaltet. Es geht um die Besiedlung des heutigen Sachsen, genauer um die Gründung und Entstehung der heutigen Stadt "Freiberg". Damals noch "Christiansdorf" genannt, wird das Dorf durch das Silberaufkommen publik. Band 1 der "Hebammen-Saga" erzählt von der Gründung dieses Dorfes, verpackt in einem spannenden Roman mit einer jungen Hebamme als Protagonistin. Wir verfolgen Marthe wie sie vom Mädchen zur Frau heranreift und von einer Gefahr in die nächste stolpert. Das Leben im Mittelalter des 12. Jahrhunderts war wahrlich kein Zuckerschlecken und die Autorin hat die Ungerechtigkeiten und die Kluft zwischen der Gesellschaft sehr gut dargestellt. Die Mächtigen bestimmen über die Armen und man ist von Geburt an in einer Gesellschaftsschicht gefangen. In der heutigen Zeit kann man sich die Regelungen von Damals kaum vorstellen und ich bekam beim Lesen so einen Zorn auf die Menschen, dass ich das Buch zwischendurch gerne gegen die Wand geworfen hätte.
    Der Schreibstil der Autorin ist für einen historischen Roman sehr gelungen. Er ist einfach, aber doch detailreich und man lernt beim Lesen etliche Fakten über die Politik, Geografie und Geschichte des 12. Jahrhunderts. Die meisten bedeutenden, historischen Persönlichkeiten im Buch hat es wirklich gegeben, wie den Kaiser "Barbarossa" oder Otto, den Markgrafen von Meißen. Die Autorin hat einen spannenden Roman rund um die historischen Fakten gewoben, ohne die damalige Zeit zu verschönern. Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten standen damals an der Tagesordnung und auch im Buch kommen Vergewaltigungen, Hinrichtungen und brutale Zweikämpfe vor. Auch die Intrigen des adeligen Hofes dürfen nicht fehlen, ebenso der Aberglaube der ungebildeten Bevölkerung. Sabine Ebert hat eine Kombination all dieser Faktoren vereint und der Leserschaft einen gut recherchierten aber auch spannenden Roman gegeben, der Unterhaltung und Geschichte gekonnt verbindet. Im Schreibstil kann sich die Autorin aber durchaus noch verbessern, zwischendurch hatte das Buch auch kleine Längen. Für einen Debutroman ist das Buch aber sehr gut und ich bin mir sicher, dass die Autorin das mit wachsender Erfahrung noch besser machen kann.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Marthe, dessen Leben wir verfolgen. Einige Kapitel sind auch aus der Sicht anderer Charaktere erzählt, im Großteil begleiten wir aber Marthe und den Ritter Christian. Die Protagonistin ist anfangs noch ein Kind, entwickelt sich aber rasch zu einer jungen Frau, die an ihren Schicksalsschlägen wächst. In der Unterschicht geboren, gerät sie auf Grund ihres Berufes auch in die Kreise der Adeligen und Mächtigen und ich habe als Leserin einen guten Einblick in alle Gesellschaftsschichten des frühen Mittelalters bekommen. Ich habe Marthe recht schnell ins Herz geschlossen und um ihr Leben gebangt. Die Autorin nimmt wenig Rücksicht auf unsere Lieblinge, was das Buch sehr authentisch, aber auch grausam macht. Es hat mich gestört, dass Marthe die Männer, wie die Fliegen anzieht. Sie wird als attraktives Mädel beschrieben, aber gefühlt verliebt sich jeder Mann, der ihr über die Füße stolpert. Außerdem hätte ich mir einen detaillierten Einblick in Marthes Gefühle gewünscht, vor allem nach schlimmen Erlebnissen. Es war zwar alles schlüssig und verständlich, aber ein intimerer Einblick in Marthes Gefühlsleben und ihre Psyche hätte mich als Leserin noch mehr mitfiebern lassen.

    Die Abenteuer von "Das Geheimnis der Hebamme" werden am Ende grundsätzlich abgeschlossen, es gibt also keinen Cliffhänger oder unbeantwortete Fragen. Die Autorin hat sich aber natürlich einen Übergang zu ihren nächsten Romanen offen gelassen. Das Ende hat mir gut gefallen und war in meinen Augen nicht zu überspitzt. Die eingebaute Lovestory hätte besser sein können, hat aber grundsätzlich zum Roman gepasst.

    Ich würde "Das Geheimnis der Hebamme" allen früh-mittelalterlichen Fans empfehlen, vor allem weil es eine ungewöhnliche, spannende Thematik beinhaltet. Der Schreibstil der Autorin ist zwar schon sehr gut, da ist aber noch Luft nach oben, vor allem was das Beschreiben von Gefühlen der Charaktere angeht. Das Buch vereint Unterhaltung und Geschichte und als Leser:in kann man einiges dazulernen. Am Ende gibt es ein Nachwort der Autorin, das wunderbar zu lesen war und sehr viele Fragen der Lesergemeinschaft beantwortet und einen aufschlussreichen Einblick ins Leben einer Autorin gibt. Dieses Nachwort war für mich ein kleines Highlight und zum Glück ist die Geschichte von "Christiansdorf" noch nicht zu Ende erzählt. Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer von Marthe und Christian.

  10. Cover des Buches Stunde der Drachen: Zwischen den Welten (ISBN: 9783736880924)
    Ewa Aukett

    Stunde der Drachen: Zwischen den Welten

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Charlea

    „Zwischen den Welten“ ist der Auftakt zur Reihe „Stunde der Drachen" aus der Feder von Ewa Aukett. Ich habe es als E-Book gelesen und hatte es ursprünglich deshalb gekauft, da mich das Cover gereizt hatte – eine Landkarte, der Hinweis auf einen Drachen, die Augen einer Frau. In meiner Vorstellung hatte ich einen Low fantasy Roman mit einer Spur Erotik erwartet und von der Idee her wurde ich auch nicht enttäuscht.

     

    Worum geht es?

    Lee sieht keinen Sinn mehr in ihrem Leben und wagt den Sprung in die endgültige Dunkelheit. Doch nicht der Tod empfängt sie, sondern eine mittelalterliche Welt in den schottischen Highlands. Sie ist verdreckt, ist in Lumpen gehüllt und ihre Weiblichkeit ist verborgen. Sie wird halb erfroren gefunden und zum Clanherrn gebracht.

     

    Meine Kritik (ACHTUNG SPOILER)

    Dass es ein erotischer Fantasyroman werden wird wusste ich – und fand den Gedanken auch gut. Und die Autorin hat auch bewiesen, dass sie eben diese erotischen Szenen durchaus plastisch beschreiben kann, doch leider geschieht das in meinen Augen auf Kosten der storyline. Lee, die Protagonistin, lernt ihren Herzallerliebsten Royce kennen, sie hassen und sie lieben sich, ihre Welt steht Kopf, ihre Welt ist top, sie haben sich gesucht sie wollen nichts von einander wissen, sie verbinden sich und trennen sich und dann kam da noch ihre großer tierischer Begleiter – und das in ungefähr 8 Wochen. Sie ist ein Stadtkind der heutigen Welt und hat es scheinbar im Blut, sich zu verteidigen. Alles was sie in einer Welt erlernt, die ihr völlig fremd ist, kann sie auch mehr oder weniger sofort. Ja, sie hat uralte Kräfte, die in ihr schlummern und dadurch hat sie auch besondere Begabungen. Doch auf mich wirkt die Geschichte arg konstruiert. Auch die Konflikte zwischen Lee und Royce erscheinen mir willkürlich eingestreut.

    Für die Idee der Geschichte gibt es die volle Punktzahl, aber die Umsetzung hat mir gar nicht gefallen, daher werde ich die Reihe auch nicht weiterlesen.

  11. Cover des Buches Leichenraub (ISBN: 9783442372263)
    Tess Gerritsen

    Leichenraub

     (465)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Als Julia Hamill in ihrem verwilderten Garten menschliche Knochen entdeckt, ergeben pathologische Untersuchungen, dass das weibliche Skelett gut zweihundert Jahre alt ist. Julia möchte herausfinden, wer die Getötete war und wie sie starb. Mit einem Verwandten der Vorbesitzerin ihres Hauses durchforscht sie alte Dokumente und stößt dabei auf Berichte über einen Serienkiller, der 1830 in Boston sein Unwesen trieb. In sein Visier gerät zu der Zeit auch die junge Irin Rose Connolly, deren Schwester im Krankenhaus am Kindbettfieber dahinsiecht. Rose taucht mit ihrer neugeborenen Nichte unter, weil jemand anscheinend das Baby in seine Hände bekommen möchte. Zuvor wird sie aber Zeugin, wie eine Krankenschwester regelrecht abgeschlachtet wird. Einzig einen flüchtigen Blick kann sie auf den maskierten Täter erhaschen. Als der unkonventionelle Medizinstudent Norris Marshal unter Verdacht gerät, muss er Rose finden, um sich zu entlasten.

    Trotz eines kurzen Gastauftritts einer bekannten Figur gehört „Leichenraub“ nicht zur „Rizzoli/Isles“-Serie. Die größere Überraschung als die Auszeit von ihrem beliebten Ermittlerpaar ist jedoch, dass Tess Gerritsen mit diesem Buch Neuland betritt. Der überwiegende Teil der Handlung spielt nämlich in der Vergangenheit. Wie einst die Krimiabteilung erobert die Autorin nun auch das historische Genre. Den geschichtlichen Hintergrund unter Einbeziehung einer realen Persönlichkeit beherrscht sie ebenso perfekt wie all die anderen Facetten dieses vielschichtigen Romans. Da wären die Sozialkritik, die durch die anschauliche Darstellung des Elends der Armen geübt wird, sowie die durch detailgetreue Beschreibungen ehemals gängiger, grausam anmutender Praktiken bildhaft gemachte Medizinhistorie. Selbst Liebe, wenngleich bittersüß, hat ihren Platz in diesem Gänsehaut-Thriller aus der Feder einer großartigen Erzählerin. (TD)

  12. Cover des Buches Seelenblind: Thriller (ISBN: 9783944676050)
    Catherine Shepherd

    Seelenblind: Thriller

     (47)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Mitten während der beginnenden Hexenprozesse sterben Kräuterfrauen auf seltsame Art und Weise. Und auch in der Gegenwart sind weiiße Hexen in Gefahr.


    Inhalt: Im Zons der Vergangenheit werden Frauenleichen aufgefunden, deren Augen zu genäht sind. Immer wieder werden sie auf Scheiterhaufen vorgefunden, wie man es auch bei den beginnenden Hexenverbrennungen macht. Sebastian Mühlenberg muss sich nicht nur gegen einen aufdringlichen Rekrutierer erwehren, sondern auch auch die sich häufenden Fälle aufklären.


    Im Zons der Gegenwart kann eine Frau aus einem Verlies vor ihrem Peiniger fliehen, wird angeschossen und landet im Krankenhaus. Hier kann sie zwar mit den Verbrechen im Bunker in Zusammenhang gebracht werden, ist der Polizei aber keine große Hilfe, da sie Seelenblind geworden ist. Sie kann Gesichter einfach nicht mehr auseinander halten.


    Sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart ist der Täter eine echte Überraschung.


    Fazit: Einmal mehr waren wir in Zons gelandet und einmal mehr landete der Leser in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Was mich allerdings angeht, komme ich inzwischen mit dieser Art zu schreiben richtig gut klar und habe keinerlei Probleme mehr damit, dass sich auch die Verbrechen ähnlich sind. Ganz im Gegenteil. Gerade in diesem Fall hier hat die Autorin eine richtig interessante Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gefunden.
    Außerdem wird immer schön angegeben, ob es sich nun um die Handlung in der Vergangenheit, oder aber um die Handlung in der Gegenwart handelt. Das macht die Sache noch einmal um einiges verständlicher.
    Bei den Büchern von mit und um Zons handelt es sich um eine Serie. Allerdings ist man nicht gezwungen, die Folgen in der chronologischen Reihenfolge zu hören. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen, und die wenigen Fakten, die man wissen muss aus eventuell vorangegangenen Folgen, werden super erklärt und der Leser kommt klasse mit. - So ein Fakt ist zum Beispiel das Zusammenspiel von dem Mensch in der Stadtwache der Vergangenheit und der Bankerin aus der Gegenwart. Dies Geschichte zieht sich schon durch etliche Folgen, aber einen wirklichen Sinn habe ich dahinter noch nicht entdecken können. Stellenweise wirkt die Story, als wenn die Autorin da irgendwelche Lücken füllen wollte, was aber absolut nicht nötig war.
    Nein, langweilig war das hier nun wirklich nicht. Auch wenn die Ermittler in der Gegenwart ganz schön im Dunkeln getappt sind, was die Verbrechen anging. Aber auch ich habe die Nuss nicht gleich knacken können, obwohl ich immer fleißig mit überlegt habe, wie das denn nun alles zusammen hängen könnte. Ich bin wirklich aus allen Wolken gefallen, als der Fall dann aufgelöst war. Und auch der Zusammenhang zum Titel war super eingebaut und hat so einen Aha-Effekt bei mir ausgelöst.


    Der Sprecher hatte eine angenehme Stimme. Ich konnte ihm gut stundenlang zuhören, wobei das Buch ja auch nicht so übertrieben lang war. Eine angenehme Länge für genau einen Arbeitstag.
    Wobei Unterbrechungen hier auch kein Problem waren, denn ich war immer wieder ganz schnell in der Handlung drin und von dem Fall gefesselt.


    Ich kann dieses Buch durchaus empfehlen. Die Geschichte ist bildhaft erzählt, leicht verständlich und die Handlung geht die ganze Zeit stramm voran und man langweilt sich quasie nie. Die ganze Zeit und immer wieder liegt so eine unterschwellige Bedrohung in der Luft, die alles noch einmal um so mehr interessanter macht.

    Ich komme immer besser in die Serie und ihre Handlung hinein.

  13. Cover des Buches Tränentod (ISBN: 9783944676074)
    Catherine Shepherd

    Tränentod

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Isa_He

    Tränentod ist der siebente Teil der Zons Thriller Reihe von Catherine Shepherd. Man kann das Buch unabhängig der anderen Teile lesen, weil jedes Buch einen eigenen Fall betrachtet.Es ist natürlich aber trotzdem immer besser, wenn man die vorangegangen Teile auch kennt.

    Der Schreibstil der Autorin gefällt mir in diesem Buch wieder sehr gut. Es ist durchweg spannend geschrieben und man möchte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Wie für die Zons Thriller üblich, gibt es zwei Erzählstränge. Der eine spielt im mittelalterlichen Zons und der andere in der Gegenwart. Ebenfalls wird die Story aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt. Man erfährt etwas über die Opfer, kann in den Kopf des Täters schlüpfen und kann die Arbeit der Polizei und von Bastian Mühlenberg bei den Ermittlungen erleben.

    Die Polizeiarbeit und auch die Kombinationsgabe von Bastian gefallen mir unglaublich gut. Die Hinweise, die gefunden werden, wurden sehr gut kombiniert und die Charaktere handelten schlüssig. Immer wieder erstaunt bin ich über die Ermittlungen von Bastian, da die Mittel, um einen Täter zu überführen, im Mittelalter doch recht begrenzt sind.

    Ich mag es an den Büchern sehr, dass man neben spannenden Ermittlungen auch das zwischenmenschliche zwischen den Charakteren nicht zu kurz kommt. Neben Emily und dem Kommissar Oliver Bergmann, standen dieses Mal Emiliys Freundin Anna und Maximilian - ein Nachfahre von Bastian Mühlenberg etwas mehr im Vordergrund. So erfährt man etwas mehr von den beiden.

    Alles in allem hatte ich mit diesem Zons Thriller wieder einige spannende Lesestunden. Ich habe die beiden Fälle in den Erzählsträngen sehr gerne verfolgt und die Auflösung am Ende kam für mich unerwartet. Wie Oliver Bergmann und auch Bastian Mühlenberg ihren Tätern auf die Schliche kommen, müsst ihr selbst lesen. Ich vergebe diesem Buch volle fünf Sterne.

  14. Cover des Buches Die Liebe der Wanderapothekerin (ISBN: 9783426518359)
    Iny Lorentz

    Die Liebe der Wanderapothekerin

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Der zweite Teil der Reihe steht dem ersten in nichts nach, ist aber auch nicht deutlich besser. Die Handlung zieht sich ziemlich dahin und wird nur ab und zu von Spannungsspitzen unterbrochen. Einmal kam sogar so etwas wie "Action" auf, war denn aber auch schnell wieder vorbei. Die Figuren werden gut weiter entwickelt, das ist positiv anzumerken.

    Der Schreibstil ist ziemlich schlicht und kann mich nach wie vor nicht so recht überzeugen. 

    Insgesamt ein recht unterhaltsames buch, das aber nur knapp den dritten Stern erreichen kann.

  15. Cover des Buches Die Salbenmacherin und die Hure (ISBN: 9783839221570)
    Silvia Stolzenburg

    Die Salbenmacherin und die Hure

     (41)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    ·  Band 1: Die Salbenmacherin aus dem Jahr 2015

    ·  Band 2: Die Salbenmacherin und der Bettelknabe 2016.

    ·  Band 3: Die Salbenmacherin und die Hure 2017

    ·  Band 4: Die Salbenmacherin und der Engel des Todes. 2019

    ·  Band 5: Die Salbenmacherin und der Stein der Weisen 2020

     

    von Silvia Stolzenburg

     

    Ich stelle euch heute den dritten Band vor, den ich bisher noch nicht bewertet habe, gelesen habe ich sie alle und bin begeistert !!!

     

    Im dritten Band passiert ein Mord in Nürnberg. Wir befinden uns in der Stadt - es ist Sommer. Es ist heiß und trocken. Die Menschen erkranken an einem mysteriösen Fieber und plötzlich findet man auch noch eine Leiche ... Der Tote hat keinen Kopf mehr und auch die Hände wurden ihm abgetrennt. Man hat ihn sogar ausgeweidet, das muss jemand getan haben, der vom Fach ist ...

     

    Dann hat jemand angeblich einen Werwolf gesehen in den Wäldern außerhalb der Stadt ...

     

    PANIK !!!

     

    Natürlich ist die Salbenmacherin wieder involviert !!!

     

    Sehr natürlich und lebendig geschrieben, vom Stil absolut passend zum Genre des historischen Romans.

     

    Leseprobe:
     ========

     

    Kapitel 32

    Nürnberg, August 1409

     

    Als Gerlin und Eva das Spital wieder verließen, stach die Sonne unerträglich heiß vom Himmel. Trotz der Hitze war Evas Gesicht kalkweiß. Auf ihrer Stirn und ihrer Oberlippe glänzten Schweißperlen. Ihre Schmerzen mussten unerträglich sein. ...

     

    Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen. Mir hat die Handlung dieses - man kann sagen - historischen Krimis - sehr gut gefallen, spannend von Anfang bis Ende, man lernt die Salbenmacherin wieder besser kennen und überhaupt sind die Charaktere und Handlungen sowie die Klärung des Falls und die gesamten mysteriösen Dinge sehr detailliert und bildhaft lebendig flüssig zu lesen und glaubwürdig geschrieben, so, als wäre man dabei gewesen. Sehr gut - hat mir perfekt gefallen !!!

  16. Cover des Buches Die Zeitengängerin (ISBN: 9783956491078)
    P.C. Cast

    Die Zeitengängerin

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Eine Frau, die in die Vergangenheit reist, und dort auf die Liebe ihres Lebens trifft. Eine Handlung, die es bereits in mehreren Abhandlungen gibt.

    Die Handlung in diesem buch ist jedoch verwirrend. Obwohl als Einzeltitel gehandelt, war anscheinend eine Serie geplant. Anscheinend geht es darum, zwölf Medaillons zu finden, bevor es der Feind tut. Diese Medaillons sind in Raum und Zeit versteckt. 

    In „Die Zeitengängerin“ geht es darum, eines dieser Medaillons in Sicherheit zu bringen. Dazu reißt die Protagonistin, eine Frau unserer Zeit oder einer zukünftigen, in die Vergangenheit nach Briton, 60 Jahre vor Christi Geburt. Unter Führung der legendären Kriegskönigen Boudica, kämpfen die Kelten gegen die römische Herrschaft in ihrem Reich.

    Genau diese Boudica ist im Besitz eines dieser Medaillons, welche dazu in der Lage sein sollen, eine feindlich gesinnte Alien-Rasse aufzuhalten, welche die Menschheit versklaven möchte. 

    Doch dieses Medaillon wurde zerbrochen. Boudica besitzt nur noch eine Hälfte, während die andere Hälfte im Besitz des römischen Feldherren Suetonius ist. Er ist einer der Aliens. 

    Dies also die Ausgangslage. 

    Die Protagonistin Alex verfügt über die Fähigkeit, mit Verstorbenen reden zu können. Dies ist ihr mehr Fluch als Segen. Zudem möchte sie nichts mehr mit dem Militär zu tun haben. Schon gar nicht mit dieser militärischen Organisation, die das Zeitenreisen organisiert. So lebt sie zurückgezogen in der Wildnis Oklahomas. Ein Ort, der nur selten von Geistern frequentiert wird, so dass sie ihre Ruhe hat.

    Doch nun soll ausgerechnet sie eine Zeitreise antreten, um eines dieser Medaillons zu retten. Sie scheint die einzige zu sein, die dazu in der Lage ist. Nach anfänglicher Ablehnung, erklärt sich Alex dazu bereit, in die Vergangenheit zu reisen. Sowohl Alexandras Beweggründe als auch die des Militärs sind nicht nachvollziehbar.  

    Alexandra schlüpft in der antiken Welt in die Rolle der Andrastes-Priesterin Blonwen. In dieser Rolle lernt sie denn Druiden Caradoc kennen. Von da an, dreht sich in der Erzählung alles nur noch um diese beiden. Nebenbei erfahren wir das wenig historisch Belegte über die verlorene Schlacht der Kelten gegen die Römer. Die weiteren Figuren im Buch, seien es Geister, Götter oder andere magische Wesen, wirken sehr einfallslos und blass. Wir erfahren nicht sonderlich viel über sie. Da hätte sich die Autorin doch noch ein wenig mehr Mühe geben können. Vor allem Boudica wäre interessant genug gewesen, um mehr Tiefe zu erhalten. 

    Auch die Liebesgeschichte zwischen Alexandra und Caradoc ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Sie wirkt sehr unglaubwürdig und am Ende sogar richtig gehend kitschig. Sie geht viel zu schnell voran. Caradoc lässt von jetzt auf gleich alles stehen und liegen um Alexandra, eine Frau, die er quasi nicht kennt, zu retten.

    Splitterweise wird in der Erzählung angedeutet, was es mit den Medaillons auf sich hat. Am Rande erfahren wir, dass es um Aliens geht. Angeblich können nur Frauen ein bestimmtes Flugobjekt steuern. Um was für eines es sich dabei handelt, wird jedoch nicht erklärt. Egal, ob Kelten, Aliens oder die geheime Organisation dahinter – es wird nur an der Oberfläche gekratzt. 

    Unverständlich auch die Idee hinter Alexandras Plan, das Medaillon-Fragment aus Suetonius Händen zu erlangen. Schlussendlich löst sich dennoch alles in Wohlgefallen auf. Nur die Kelten haben das Nachsehen.

  17. Cover des Buches Die sieben Templer (ISBN: 9783746631745)
    Guido Dieckmann

    Die sieben Templer

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Vor 7 Jahren wurde der Templerorden vom französischen König verboten. Viele Templer sind tot oder in Gefangenschaft. Sieben Templer hüten ein Geheimnis und halten sich in verschiedenen Orten Europas versteckt. Doch nun sind sieben Boten unterwegs um sie an ihren Eid zu erinnern. Eine tolle Geschichte vor realem Hintergrund. Leider hat es fast 100 Seiten gebraucht bis mich die Geschichte gepackt hat, ich wollte eigentlich schon abbrechen. Doch dann wurde es noch enorm spannend. Also falls es erst langweilig ist, einfach weiter lesen, es lohnt sich!  

  18. Cover des Buches Die Herren der Grünen Insel (ISBN: 9783734101403)
    Kiera Brennan

    Die Herren der Grünen Insel

     (119)
    Aktuelle Rezension von: GrueneRonja

    „[…] - Lieder von Helden und Siegern und listigen Frauen.“ (S. 905)

    Irland in 1166 ist weder grün noch sonnig. Eher gleicht es einem grauen, tristen Inselchen mit ebenso grauen und tristen Menschen. Doch gerade einige von diesen Menschen spielen in Kiera Brennans Irland-Saga eine wichtige Rolle in den kommenden Jahren.


    Alles beginnt mit Ascall von Toora, denn „[…] er war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal tötete.“ (S. 9) Er ist der Großkönig von Toora und der gefürchteste Krieger auf der gesamten Insel. Die Geschichten um ihn sind ebenso grausam wie blutig. Eine Demütigung vergisst er so schnell nicht, weswegen er Caitlín O`Bjolan ihrer Familie raubt. Doch der Hochkönig Ruari O`Connor, dem Ascall die Treue geschworen hat, möchte keinen weiteren Krieg riskieren und zwingt ihn dazu, Caitlín zu seiner Frau zu machen. 

    Ruari regiert über alle Großkönigreiche der Insel, die erst kürzlich Frieden gefunden hat. Der Verlierer war Dairmait MacMurchada, der ehemalige König von Leinster, und seine Niederlage lastet schwer auf seiner Familie.

    Pól, ein gerissener Händler aus Dublin, verscherzt es sich mit dem Hochkönig Ruari und erhält ein Verbot mit Waffen zu handeln. Weil er dies nicht hinnehmen möchte, verbündet er sich mit Dairmait und spinnt einen üblen Plan, der Irland mit Blut und Asche überziehen soll.


    Um die oben genannten Personen entwickelt sich eine umfangreiche Geschichte um Familien, Krieg und Intrigen. Es geht um starke Männer, die ihre Familien schützen müssen, mächtige Männer, die ihr Land beherrschen wollen, um schwache Männer, die über sich hinaus wachsen oder dem Druck erliegen, und um Frauen, die alles Nötige tun, um zu überleben. 

    Die Irland-Saga beginnt im Jahr 1166 und endet 1172, und verändern nicht nur Irland, sondern auch seine Menschen. Er lässt Verlierer zu Gewinnern, Krieger zu Bauern, Töchter zu Königinnen und Könige zu Menschen werden. 


    Im Einband des Taschenbuches steht „Für Game of Thrones-Fans!“ von Closer. Die Herren der Grünen Insel ist eher ein Einsteigerbuch für alle, die Das Lied von Eis und Feuer einmal lesen wollen. Es bereitet auf einen langen Zeitraum des Geschehens vor und trainiert, Familiennamen auseinander zu halten.

    Für die, die den Epos schon gelesen haben, wird es ein leichtes sein, mit den vielen verschiedenen Namen und Familien zurecht zu kommen. Für Anfänger auf diesem Gebiet gibt es im Anhang eine Namensliste inklusive der Lautschreibweise, wie man die Namen ausspricht. Andernfalls bleibt Aoife bis zum Ende ein Zungenbrecher.


    Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil Der Thron der Wölfe und kann den ersten allen empfehlen, die umfangreiche historische Romane mögen.


    „So viele Iren sind durch Normannenhand gefallen, aber das Tor zur Andernwelt ist nicht aus dickem Holz oder kaltem Stein. Es ist nur ein zarter Schleier, und ich werde alles dafür tun, dass er durchsichtig bleibt, dass die Menschen dahinter Irlands Größe sehen – die unbezwingbaren Helden, die mutigen Frauen, die weisen Druiden. Nein, niemals soll vergessen sein, wer sie waren, was sie taten, was sie glaubten. Und die Erinnerung an diese Menschen wird jene stark machen, die sich den Normannen nicht unterworfen haben, die das Joch der Fremden abzuschüttel gedenken, die in den nächsten Jahren um Érius Freiheit kämpfen und das alte Irland wiederauferstehen lassen werden.“ (S. 946)

  19. Cover des Buches Isenhart (ISBN: 9783462043327)
    Holger Karsten Schmidt

    Isenhart

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Isenhart ist einer der klassischten Mittelalterromane, welche man auf dem Buchmarkt nach wie vor findet. Anno Domini 1171 startet das Buch mit der Situation, dass der Säugling Isenhart tot zur Welt kommt. Während seine Mutter bei der Geburt ebenfalls stirbt taucht ein Fremder auf, der Isenhart seinen Atem einhaucht. Das Kind lebt, doch nicht für lange, denn Walther von Acisberg erscheint unmittelbar darauf und sieht sich gezwungen den Knaben zu töten. Warum erfährt man zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber alles hängt miteinander zusammen. So auch der Umstand, dass Walther beschließt sich des Säuglings anzunehmen.

    Er bringt ihn zu Sigimund von Laurin, der Isenhart als den Sohn seines Schmieds ausgibt. Jahrelang ist diese Lüge ein BAustein auf welchem Isenharts Leben fußt und indessen er innerhalb der Burgmauern von Laurin aufwächst. Zusammen mit Konrad von Laurin, dem Stammhalter Sigimunds wird er unterrichtet und bekommt so die Bildung, welche ihm unter normalen Umständen verwehrt bleiben würde aufgrund seines Standes.

    In den folgenden Kapiteln verfolgt man mit wie Isenhart und Konrad sich entwickeln. Der eine, der Herr der Burg, der andere der Knecht, welcher über einen wachen Verstand verfügt und mit seinen Fragen die Leute zur Verzweiflung treibt. Allen voran Vater Hironymus, der als Burggeistlicher einer der Lehrer der beiden ist. An dieser Stelle würde man meinen, dass nicht mehr viel passiert, immerhin ist da bereits ein gutes Drittel des Buches um. Aber genau hier setzt die eigenliche Handlung aus dem Klappentext an, denn es wird eine Leiche gefunden und dieser fehlt das Herz. Natürlich kann es sich bei der Toten nicht um irgendeine zufällige Person handeln. Der Autor lässt uns hier einen Blick auf etwas werfen, was im Mittelalter zwar gewiss verbreitet war, aber nicht gern gesehen: Die Vermischung der gesellschaftlichen Stände.


    Isenhart wird also mit dem Ableben einer geliebten und geschätzten Person konfrontiert, während Konrad und Sigimund von Laurin schnell einen Verdächtigen ausfindig machen. Das hinter dem Mord jedoch mehr steckt, als zunächst vermutet, darauf kommt man auch als Leser nicht. Der Autor gestaltet in diesem Fall die Erzählsituation so, dass wir zwar alles erfahren was Isenhart denkt, fühlt und auch wie er handelt. Die Beweggründe seiner Mitstreiter und seines Umfelds bleiben dagegen zuweilen im Dunkeln. Während man also noch gedanklich bei der Toten ist, geht die Geschichte schon weiter und katapultiert uns von einer Schlacht in die nächste und somit auch in die kommenden Jahre. Hier werden die Veränderungen zwischen Konrad und Isenhart immer offensichtlicher. Erst recht als Hennig von der Braake auftaucht. Man kann ihn schwerlich einordnen von seinem Wesen.


    Just zu dem Augenblick geschieht ein weiterer Mord unweit von Spira. Isenhart erkennt die Zusammenhänge sofort und beschließt den Mörder zur Strecke zu bringen. Wobei man einige Überraschungen erlebt. Denn nicht nur lüftet sich endlich das Geheimnis rund um Isenhart selbst, sondern auch um so manche andere Figur und deren Beweggründe.

    Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass Isenhart mit eines der umfangreichsten Werke mit mittelalterlichen Bezug ist. Zeitgleich findet man viele Schlachten im Buch vor, welche zuweilen doch auch ermüden zu lesen. Hinzu kommt, dass der Autor auf große Umgebungsbeschreibungen verzichtet. Wo notwendig ist es vorhanden, vieles bleibt jedoch im Dunkeln, was die Gesamtheit allerdings ein wenig trübt, da hier die eine oder andere Erwähnung gerade von Spira oder der Burg Laurin durchaus interessant gewesen wäre. Dennoch handelt es sich hier nicht um ein Buch, welches man mal eben nebenbei runterliest. Auf die Geschichte muss man sich schon einstellen und das erste Drittel des Buches überstehen, um zur eigentlichen Handlung vorzustoßen.

  20. Cover des Buches Der Bastard von Tolosa (ISBN: 9783426503096)
    Ulf Schiewe

    Der Bastard von Tolosa

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28
    Einen winzigen Blick auf das Geschehen erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Ich ergänze lediglich meine persönliche Meinung.

    Bis auf die Montalban-Familiensaga (deren erster Band dieses Buch ist) habe ich bereits alle Bücher von diesem Autor geniessen dürfen. Nun habe ich mich auch seines Debütwerkes angenommen. Natürlich waren meine Erwartungen sehr hoch, konnte ich doch alle anderen Bücher mit der Höchstbewertung auszeichnen. Ich wurde nicht enttäuscht!

    Die Geschichte wird auf eine ungewöhnliche Weise erzählt: In Ich-Form und zwar in Form einer Retrospektive. Der Protagonist erzählt von seinem abenteuerlichen Leben zur Zeit der Kreuzzüge im "Heiligen Land" und den Gefahren und Intrigen in der Heimat nach seiner Heimkehr. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

    Dabei bedient sich der Autor einer bildgewaltigen, bunten Sprache, die den Leser mit ungeheuerer Sogkraft förmlich in das Geschehen hineinzieht. Das Leben zu jener Zeit - sowohl in Kriegszeiten als auch in der Heimat - wird mit einer wundervollen Lebendigkeit geschildert. Der Leser kann sich der Faszination dieser Schilderungen beim besten Willen nicht entziehen. Dass dabei auch sehr verstörende Grausamkeiten keineswegs ausgespart werden, gehört zwingend dazu und mag manchen Leser schaudern lassen. Aber das gehört nunmal zu dieser Zeit...! Die Komplexität des Protagonisten und dessen Wandlung im Laufe der Zeit wurde hervorragend geschildert.

    Man merkt dem Buch nicht an, dass es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt. Es ist allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu lang geraten und ein paar kleinere Längen im ersten Teil des Buches ließen sich wohl ob der nötigen Erklärungen nicht vermeiden. Die verwirrenden Familienverhältnisse und eine grosse Vielzahl von Personen haben stellenweise etwas Verwirrung hervorgerufen. Da muss sich der Leser schon sehr aufmerksam durchbeißen!

    Letztendlich tut dies dem hervorragenden Gesamteindruck des Buches keinen Abbruch! Ich habe es genossen und freue mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band!
  21. Cover des Buches Das Gold der Raben (ISBN: 9783734101540)
    Andrea Schacht

    Das Gold der Raben

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Dieses Mal herrscht große Aufregung im Fährhaus als ein Fass statt mit Wein mit einem toten Säugling  geliefert wird. Myntha betreibt Nachforschungen da man ihren Vater beschuldigt etwas mit dem toten Säugling zu tun zu haben. Doch dieser schweigt sich aus.
    Kein leichtes Unterfangen für die Unholdin und so sucht sie Rat bei ihren Brüdern und den Freunden.

    Das Cover hat hohen Wiedererkennungswert. Man sieht wieder Myntha darauf und am oberen Rand wieder die Silhouette der Stadt. Das Bild sieht au wie von einem mittelalterlichen Maler gemalt.

    Es geht weiter mit Myntha. Sie ist immer noch unverheiratet und die Ehevertragsverhandlungen mit dem Rickel Möllner dauern immer noch an. Jetzt ist der Vater in Ungnade gefallen durch dieses arme Würmchen, das man ihm in einem Weinfass geschickt hat. Wird der Mühlenbesitzer trotzdem noch weiter freien? Es sieht mal wieder ganz schön schwierig aus, das Leben der Fährmannstochter. Wie gut das ihr Bilke wieder zur Seite steht und auch der Rrrrabenmeister noch seine schützende Hand über sie hält.

    Der Schreibstil von Andrea Schacht unterhält mich immer aufs Beste. Man kann ihre Bücher flüssig lesen und wird von ihren bildhaften Beschreibungen mit in die Zeit genommen. Man kann sehr gut in die Geschichte eintauchen und mit Myntha die Abenteuer erleben.
    Myntha selbst ist eine taffe, junge Frau die zu ihren Zeiten aber schon fast als alte Jungfer durchgeht. Wie gerne würde sie heiraten, aber wer nimmt schon eine Frau die mondsüchtig ist und von der alle annehmen das sie eine Wiedergängerin ist, da sie scheinbar nach einem Unfall am Rhein plötzlich wieder lebte, als alle sie schon tot geglaubt hatten.
    Myntha hat viele Freunde die sie in ihrem Alltag begleiten und unterstützen. Jede dieser Personen hat aber auch ihre eigene Geschichte und die Autorin schaffte es auf wunderbare Weise diese Geschichten miteinander zu verknüpfen, so das ein Ganzes daraus entsteht.
    So ist der Knappe Henning vor jemanden auf der Flucht, demgegenüber er Rachepläne schmiedet. Auch sein Herr der Rabenmeister hat ein Geheimnis. Die Brüder von Myntha sollen verheiratet werden und Mena sucht nach geeigneten Kanidatinnen in ihrem Umfeld und hat da auch schon die passenden gefunden.
    Die Lore bekommt eine neue Aufgabe und findet einen Freund aus Kindertagen wieder und auch ein neuer geistlicher zieht ein um die Stelle des im letzten Band zu Tode gestürzten Vollmarus zu übernehmen.

    Es macht Freude alle wieder zu haben und zu erfahren wie es im und um das Fährhaus weiter geht.
    Für mich war es spannend bis zum Schluss endlich geklärt werden konnte was es mit dem Säugling im Fass auf sich hatte.
    Und ich bin schon gespannt auf die nächsten beiden Folgen.

  22. Cover des Buches Blutföhre (ISBN: 9783744802949)
    Monika Pfundmeier

    Blutföhre

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Rodrik-Andersen

    Graf Ulrich von Mering steht unter Druck: Seine Untergebenen werden von einem Raubritter tyrannisiert, der sich an ihm rächen will und dabei selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Deshalb benötigt der Graf dringend Hilfe und Unterstützung von seinem Lehnsherrn Ludwig II., mit dem er sich aber in Bezug auf einen geplanten Feldzug und eine arrangierte Heirat überworfen hat. Gelingt es Ulrich, sich aus dem Geflecht aus Intrigen zu befreien, das ihn zu ersticken droht?

    Normalerweise ist es nicht meine Art, auf die ästhetischen Mittel einzugehen, die einem Autor zur Verfügung stehen, um für sein Werk zu werben. Konkret spreche ich vom Cover, das einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf hat, ob wir in einer Buchhandlung einen Roman in die Hand nehmen und darin stöbern oder unbeachtet links liegen lassen. Falls es dem Cover und dem Klappentext gelingt, unsere Neugierde zu wecken, sind wir meistens auch gewillt, einen Blick ins Buch zu werfen und die ersten Seiten durchzublättern, um ein Gefühl für dessen Aufbau zu bekommen. Hier spricht man in Fachkreisen vom Buchsatz, der das Herzstück eines geschriebenen Werks darstellt.

    Warum ich ausgerechnet jetzt auf diese Aspekte zu sprechen komme? Weil beim historischen Roman „Blutföhre“ zwischen Cover und Buchsatz Welten klaffen, die symptomatisch dafür sind, was hier schiefgelaufen ist.

    Das Buchcover ist meiner Meinung nach ein echter „Eyecatcher“. Auf mich macht es einen ansprechenden und hochprofessionellen Eindruck. Aufgrund der Farbwahl und den darauf abgebildeten Elementen fällt eine Genre-Zuordnung leicht. Alles wirkt aus einem Guss.

    Der Buchsatz hingegen ist eine Katastrophe. Absätze, wo keine hingehören. Falsche Satzzeichen, die sich mittels „Suchen und ersetzen“ hätten beseitigen lassen. Fehlende Silbentrennung, wodurch unschöne Lücken im Text entstehen – die Auflistung ließe sich beliebig fortführen. Hier merkt man, dass es die Autorin sträflich unterlassen hat, sich mit diesem Thema näher auseinanderzusetzen.

    An dieser Stelle sei angemerkt, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt. Dass hierbei Fehler passieren, ist normal. Hier muss jede/r angehende Schriftsteller/in anfangs Federn lassen und Erfahrungen sammeln. Und es ist richtig, wenn sich ein Autor in erster Linie auf den Inhalt des Romans, also auf die zu erzählende Geschichte und die Entwicklung der Hauptfiguren konzentriert. Wie sieht es an dieser Stelle aus?

    Die Handlung erstreckt sich über den Zeitraum Mitte März bis Ende März 1268, was dem Leser unnötigerweise bei jedem Kapitel erneut in Erinnerung gerufen wird. Insgesamt ist der Auftakt durchaus gelungen. Zwar ist der poetisch angehauchte Schreibstil gewöhnungsbedürftig, worauf die Autorin im Vorwort auch hinweist, dennoch lasen sich die ersten einhundert Seiten flüssig und machten Lust auf mehr. Allerdings beginnt sich die Handlung rasch in die Länge zu ziehen. Neue Charaktere wie z.B. die Hofdame Cäcilia werden eingeführt, die plötzlich viel Raum einnehmen, für den eigentlichen Fortgang der Geschichte jedoch bedeutungslos sind. Der Raubritter wiederum spielt dann kaum mehr eine Rolle. Und selbst der Schreibstil macht sich immer öfters unangenehm bemerkbar, weil sich nichtssagende, in die Länge gezogene Passagen aneinanderzureihen beginnen. Der abrupte Abschluss des Romans, der mit völlig überzogenen Wendungen einhergeht, setzte einen traurigen Schlusspunkt.

    Fazit: Bei diesem historischen Roman ist nur eine Sache gekonnt: das Buchcover. Umso mehr wundert mich, wie es dem vorliegenden Werk trotz seiner gravierenden Mängel gelungen ist, in die Endrunde des Deutschen Selfpublishing Preises 2017 aufgenommen zu werden. Nach einem vielversprechenden Auftakt verliert sich sowohl die Handlung als auch die Sprache in der Bedeutungslosigkeit, weshalb sich das Leseerlebnis bei mir zunehmend zäh gestaltete. Als schlicht unzumutbar empfand ich den Buchsatz. Das völlig überzogene Ende des Buches setzte dem Ganzen schlussendlich die Krone auf. Daher kann ich an dieser Stelle leider nur die Empfehlung aussprechen, von diesem historischen Roman Abstand zu nehmen, solange keine vollumfängliche Überarbeitung des Innenlebens durch die Autorin erfolgt ist.

  23. Cover des Buches Die Kathedrale der Ewigkeit (ISBN: 9783426515365)
    Claudia Beinert

    Die Kathedrale der Ewigkeit

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Über das Buch:

    Naumburg im 11. Jahrhundert. Uta ist überglücklich: Ihr Traum ist in Erfüllung gegangen und die Kathedrale von Naumburg vollendet worden. Nun darf sie sich auch Hoffnungen machen, endlich mit ihrem geliebten Hermann vereint zu leben. Schließlich hat ihr die Kaiserin selbst die Zusage gegeben, ihre Eheauflösung mit dem ungeliebten Ekkehard zu unterstützen. Doch dann verschwindet Hermann spurlos. Kurz darauf wird eine unkenntliche Leiche auf den Burghof gebracht, die seine Kleider trägt. Uta kann nicht glauben, dass Hermann für immer verloren ist, und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. (Quelle: http://www.droemer-knaur.de)

     

    Über die Autorinnen:

    Dr. Claudia Beinert, Jahrgang 1978, ist genauso wie ihre Zwillingsschwester Nadja in Staßfurt geboren und aufgewachsen. Claudia studierte Internationales Management in Magdeburg, arbeitete lange Zeit in der Unternehmensberatung und hatte eine Professur für Finanzmanagement inne. Sie lebt und schreibt in Erfurt und Würzburg.

    Nadja Beinert studierte ebenfalls Internationales Management und ist seit mehreren Jahren in der Filmbranche tätig. Die jüngere der Zwillingsschwestern ist in Erfurt zu Hause. (Quelle: http://www.droemer-knaur.de)

     

    Meine Meinung:

    Mir hat auch der zweite Teil der Trilogie um Uta von Naumburg wieder sehr gut gefallen, die „Beinertschwestern“, wie sie sich selber nennen, haben wieder einen richtigen Historienschmöker geschrieben. Als Leser gelangt man wieder sofort in die Geschichte, Uta ist einem wieder so nah wie in „Die Herrin der Kathedrale“, es ist so als wäre man nie aus Naumburg weg gewesen.

    Das Cover knüpft wunderbar an den ersten Band an, sodass es einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat, welches rein optisch schon ein Vorteil ist. In den Innenklappen des Taschenbuches befinden sich zwei Karten: (vorne) Das salische Reich um 1040 und (hinten) Bildprogramm in Utas Naumburger Kathedrale. Ein Inhaltsverzeichnis, das Vorwort, das Personenverzeichnis, ein Nachwort und ein Glossar runden den ersten positiven Eindruck ab. Gerade das Nachwort fand ich sehr interessant und informativ.

    Die Geschichte ist gut und spannend erzählt. Dieses Buch hat alles was das Herz von Lesern historischer Romane begehrt: ein lebhaftes historisches (soweit ich dies beurteilen kann) Fundament, das uns ganz selbstverständlich ins 11 Jahrhundert entführt, eine Geschichte gespickt mit Intrigen, Freundschaft und Liebe. Aber auch ein Mord muss aufgeklärt werden, sodass auch die Fans von historischen Kriminalromanen auf ihre Kosten kommen.

    Wer die Angst hegt, dass man merkt, welchen Teil der Eine und welchen der andere Zwilling geschrieben hat, so kann ich nur sagen, ich habe es nicht bemerkt. Für mich war dieses Buch wie aus einem Guss, auch wenn es zwei Autorinnen hat.

    Die Konstruktion des Romans ist wohl durchdacht und steuert stringent auf den Höhepunkt zu, sicherlich sind einige Passagen ausführlicher erzählt als andere, aber auch sie habe ich mit großem Interesse gelesen, da sie ihre Berechtigung haben und zu einem gelungen Gesamteindruck beitragen.

    Die Hauptfiguren kennen wir ja bereits aus „Die Herrin der Kathedrale“, sie sind dieselben und dennoch habe ich das Gefühl gehabt, dass sie sich in ihrem Charakter gefestigt und sich weiterentwickelt haben.

    Ich kann dieses Buch nur allen Lesern von historischen Romanen empfehlen. Allerdings empfehle ich allen, die „Die Herrin der Kathedrale“ noch nicht gelesen zu haben, dies zu tun. Sicherlich kann man dieses Buch auch ohne das Vorwissen von Teil 1 lesen, mehr Spaß macht es aber definitiv wenn man Teil 1 schon gelesen hat. So bleibt mir nur eines, vergnügliche Lesestunden mit Uta zu wünschen.

    P. S.: Teil 3 der Trilogie „Der Sünderchor“ erscheint im September als TB bei Dromer Knaur.

     

  24. Cover des Buches Schwert und Krone - Der junge Falke (ISBN: 9783426520178)
    Sabine Ebert

    Schwert und Krone - Der junge Falke

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Schmidt

    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0njgPdcrWtzKVqvpEcoVrM8jYZnhin3Mwkt1sd7QJMZYioYDLLhq1cPy75pYAYmSbl&id=100074300655513

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